Donnerstag 28. September 1906
155t Jahrgang
Erstes Blatt.
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Schulstraße 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtetzeu.
Fkrnsprechanschluß Nr. 51.
Kirche und Schule.
Detmold, 27. Sept. Der „Lipp. Lcmdesztg." zufolge verfügte das Lippesche Landeskonsistorium zwangsweise Versetzung des politisch liberalen Pastors Thele» mann in Wuesten wegen Beleidigung des konsev» oativen Parteiführers.
Ausland.
Christiania, 27. Sept. Zehn Storthingmitgliedee brachten im Storthing einen Antrag ein, der im Prinzip darauf ausgeht, daß vor Mitte November ein konsti» tuierendes Storthing einberufen werden soll, um die zukünftige Staatsform Norwegens zu bestimmen, und der im Falle der Ablehnung dieses Antrages darauf ausgehen soll, daß die Frage der zukünftigen Staatsform Norwegens bis nach den Walken des Jahres 1906 ausgesetzt wird.
London, 27. Sept. »Daily Telegraph" meldet au-
Deutsches Reich.
Groß-Rominten, 27. Sept. Der Kaiser, Minister v. Witte und Fürst zu Eulenburg trafen um 9 Uhr 15 Mm. mittels Automobils hier ein und begaben sich zum Bahn-' Hofspavillon, wo sie in angeregter Unterhaltung bis zum, Abgänge des SonderzugeS verweilten. Nachdem sich Witts vom Kaiser und von dem Fürsten verabschiedet hatte, erfolgt« die Abfahrt nach Wirballen, von wo er mit seiner Gemahl«! die Reise nach Petersburg fortsetzt.
Berlin, 27. Sept. Der Zank zwischen dem „Vor» wärts" und der „Leipz. Volksztg." wird, wie eine Erklärung deS „Vorwärts" andeutet, seine Erledigung dadurch finden, daß bei dem „Vorwärts" „eine teilweise Ressortveränderung in der Redaktion" eintreten wird. Es werden also einige revisionistische Redakteure „fliegen" und durch zuverlässige Gesinnungsgenosien der Mehring und Kautsky ersetzt werden. Ob der Chefredakteur» K. EiSner, dessen Einfluß eS gelungen war, selbst zwei überzeugte radikale Redaktionskollegen im Laufe der Zeit auf seine Seite zu bringen, die bisherige Vertrauensstellung als Chefredakteur des „Vorwärts" behalten wird, darüber wird wahrscheinlich gleichfalls eine Entscheidung von der Vertuschungskommission auf dem Jenaer Parteitage getroffe» werden.
— Die schriftlichen Aufzeichnungen der zwischen Deutschland und Frankreich hinsichtlich deS Programms der Marokko-Konferenz erzielten Verständigung erfolgten, dem Vernehmen der „Rat. Ztg." zufolge, am heutigen Tage. Die Unterredung, die der Reichskanzler « Berlin mit dem französischen Botschafter Bihourd hatte, war für das nun herbeigeführte Einvernehmen entscheidend.
Köln, 27. September. Der holländische Sozialdemokrat NieuwenhuiS, der am 11. September verhaftet wurde, wurde vom Schöffengericht wegen Uebertretung des AuSweffungSbefehleS vom 29. November 1890 zu 5 Tagen! Haft verurteilt, die als durch die Untersuchungshaft verbüßt erklärt wurden. Nieuwenhuis, der erklärte, er habe geglaubt, wieder berechtigt zu sein, nach Deutschland zu kommen, nachdem er wiederholt unbehelligt zurückgekehrt sei» wurde sofort freigelassen.
Baden-Baden, 27. Sept. Heute beging der ehemalige preußische Kriegsminister General von Verdi du Vernois mit seiner Gemahlin die goldene Hochzeit, zu welcher sich dec Sekretär der deutschen Botschaft m Washington, ein Sohn des Ehepaares, eingefimden hatte.
Stuttgart, 27. Sept. In Herrenberg wurde eine Gesellschaft zur Herstellung elektrischer Kraftübertragung gegründet, an der sich 47 Gemeinden und mehr als 1000 Landwirte und Gewerbetreibende beteiligen. Die Kosten der Gesamtanlage betragen eine Million Mark.
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Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Verantwortlich für den poltt und allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
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•rfftelnt täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Üesfischen Landwirt die Siegener Familien- tzlätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'fchen Univerf.-Buch-u. Stein- druckeret. R. Lange.
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Pie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.
Pie Landtagswahlen in Aöerhessen.
Für die verfaffungSmäßig vorgeschriebene Erneuerung der Hälfte unserer zweiten Kammer ist zwar noch kein Termin zur Abhaltung der Urwahlen anberaumt, aber es kann doch kaum einem Zweifel unterliegen, daß die Wahl im November erfolgen wird. Eine nicht zu lange Hinausschiebung dieses Termins muß auch umsomehr geboten erscheinen, als der neue Landtag eine lange Reihe wichtiger Aufgaben zu erfüllen haben wird; wir nennen neben den beiden so viel umstrittenen Gesetzentwürfen betr. die W a h l - und die Kommunalsteuerreform, an deren Zustandekommen in der kurzen Herbsttagung infolge deS Widerspruchs der ersten Kammer wohl niemand mehr glaubt, nur noch die so überaus schwierige Reform der Verwaltungsgesetzgebung, die monatelang in ernster Arbeit die zweite Kammer beschäftigen wird. Leider hat man bisher von der Tätigkeit deS schon im Frühjahr gewählten SonderauSschuffes für die sechs diesbezüglichen Regierungsvorlagen, die er bis zum Schluß der Kammer durchberaten und das Ergebnis dem neuen Landtag als Material vorlegen wollte, bis heute noch so gut wie nichts gehört. Die baldige Vornahme der Neuwahlen ist aber auch besonders auS dem Grunde erforderlich, weil doch der Staatshaushalt für das Jahr 1906, den das Finanzministerium in wenig Wochen fertiggestellt haben dürfte, noch vor Weihnachten von der neuen Kammer dem Finanzausschuß überwiesen werden muß, damit die einzelnen Berichterstatter desselben die mehrwöchige Pause um die Jahreswende mit Muße zu einem gründlichen Studium des immer mehr anschwellenden gewaltigen Zahlenmaterials benutzen können. Selbst wenn das geschieht, wird das Kammerplenum immerhin erst im Februar nut der Etcftberatung beginnen können und eifrig bei der Arbeit bleiben müssen, um der ersten Kammer die Zeit zur Durchberatung deS Etats, der am 1. April Gesetzeskraft erlangen muß, nicht gar zu sehr zu verkürzen. Die LandtagSwahl hat übrigens auch vor drei Jahren am 8. bezw. 18. November und vor sechs Jahren am 18. bezw. 25. November stattgefunden.
Die Provinz Oberhessen Hut bekanntlich neben den drei städtischen Mandaten Gießen, Msfeld und Friedberg noch 13 ländliche Wahlkreise, von denen jetzt, da sämtliche Städte erst vor drei Jahren wählten, acht Landkreise neu zu wählen haben, und zwar die Kreise Gießen- Land, Vilbel, Friedberg-Nauheim, Hungen- Lrch, Homberg-Ulrich stein, Mlsseld-Ulr i ch- st ein, Nidda-Ortenberg und Altenstadt-Büdingen. Wie sich in diesen acht oberhessischen Kreisen die kommende Wahl gestalten wird, ist natürlich nicht vorherzusehen. Man wird aber immerhin eine gewisse Grundlage zur Beurteilung der Situation gewinnen, wenn man die Abstirnmungsverhältuisse bei der Wahl vor sechs Jahren
vor Augen hat. ,
Damals wählten die Wahlmänner der Krerse Vrlbel, Friedberg-Nauheim und Nidda-Ortenberg nationalliberale 'Abgeordnete, die übrigen fünf Wahlkreise bauernbündlerische Vertreter; doch hat sich- das Parteiverhältnis insofern verändert, als Herr Er k im vorigen Jahre aus der nationalliberalen Partei aus- und bei den Bauern- bündlern eingetreten ist. Erk gehört der .Kammer schon seit 1887 an und wurde 1899 mit 20 Stimmen gegen Schuch, der 18 Stimmen erhielt, zum „nationalliberalen Mgeorw> neten wiedergewählt. Gegen diese Wahl war Widerspruch erhoben worden, weil in .Hirzenhain bei der Wahlmarmer- wahl wohl irrtümlich ein nicht zulässiger.Wahlmann gewählt worden war, worauf die Wahtkommifsion ine Wahl kassierte und eine Neuwahl vornehmen ließ, wozu ste nicht berechtigt war. Der Protest wurde aber in der Kammer als unerheblich erachtet. Erk hat in seiner Stellung als nationalliberales Kammermitglied bei einer 'Anzahl von Vorlagen stets den Standpunkt des agrarrschen Flügels seiner Partei vertreten. , .
Des Wahlkreises Gießen-Land Vertreter, der Aba Leun, bezeichnet sich im parlamentarrschen Handbuch, als „fraktionslos". Ms Mitglied her freien wrctsckaftlcchen Vereinigung War er indes vielfach im bauernbundlerrschen Sinne tätig. Er wurde, weil am 18. Nvv. toegen ungenügender Beteiligung die Wahl ausfiel, am 27. Nov. 1899 mit 21 gegen 15 Stimmen gewählt. Der sozialdemokratische Redakteur Scheidemann war sein Gegenkandidat. AVer auch gegen dieje Wahl wurde ein Wahlprotest erhoben, wert bei der Wahlmännerwcchl zu Heuchelheim angeblich eme Anzahl Wähler um ihr Stimmrecht kam, da die dortige Krrchenuyr, die, wie gewöhnlich, den Tag über um 7—10 Minuten m der Zeitrechnung zurückblieb und dann regelmäßig abends zwischen 6—7 Uhr von dem aus Gießen kommenden Sohn des Kirchendieners nach Gießener Zeit vorgeschoben tourbe, an jenem Tage gleichfalls um 10 Minuten vorgeruckt worden war Infolge dieses eigenartigen Umstandes wurde die Wahl denn auch auf Antrag des Mg. Dr Gutfleisch lmeder cm den 'Ausschuß zurückgewiesen und erst spater vom Kammerplenum genehmigt. Der Wahlausschuß hatte hier dw Un- giltigkeitserkläruna der Wahl beantragt, weck m der eingestandenen Verschiebung ocs Uhrzeigers entschieden eU^e Gesetzesverletzung zu erblicken sei In, diesem SBaMfceu fand leider im Laufe der sechs Jähre eine starke Wtscrmm- lung von Sozialdemokraten statt, sodaß diese beute schon ihrm Sieg als bombensicher ansehen. Es wirb also wie wir bereits wiederholt betont haben, der eifrigsten Anstrengungen aller bürgerlichen Parteien bedürfen, um Herrn Leuns Mandat zu erhalten.
Im Wahlkreise Hungen -Lrch ist ia wohl die Wieder-
NoMische Tagesschau.
Der Kronprinz
DaS r,Militätwvchenblatt" meldet: Der Kronprinz, Haupt- mann im 1. Garde-Regiment, wurde unter Enthebung von seiner Stellung als Kompagniechef bis auf weiteres zur Dienstleistung beim Regiment der Gardes du Corps kommandiert.
Wie man in militärischen Kreisen annahur, werde die Beförderung des Kronprinzen zum Major noch int Laufe dieses Monats geschehen. Das scheint nun noch verschoben zu sem. Dagegen wird vermutet, daß er spater Kommandeur deS Regi- ments der Gardes du Corps werden wild. Jedenfalls wird die Grmison des Kronprinzen auch in Zukunft Potsdam sem, wo das Stadtschloß inzwischen zur Ailfnalmre des Thronfolgers und seiner jugendlichen Gemahlin erheblich verändert und modernisiert worden ist. Während der Winterfestlichkeiten des Hofes in Berlin wird das Kronprinzenpaar in jenem Palais Wohnung nehmen, das ernst Kbnig Friedrich Wilhelm III. inne hatte, das später der Kaiser und die Kaiserin FrilLrich als Kronprmz und Kronprinzessin 30 Jahre lang bewohnten und das daher im Volksmunde den Namen 7,Kronprinzenpalais" behalten hat, den es nun wieder mit gutem Rechte tragen wird. Hier sind die Renovierungsarbeiten noch in vollem Gange.
Im Regiment der Gardes du Corps ist der Kronprmz der zehnte preußische Prinz. Am 9. Mär; 1798 formierte König Friedrich Wilhelm III. aus den bis dahin bestehenden drei Cska- drons Gardes du Corps ein Regiment, als dessen erster Oberst und Kommandeur er sich selbst erklärte. Seitdem übermmmt jeder König von Preußen mit ferner Thrmrbestetgung dte Stelle als Chef dieses Trupp-nteils. Die ersten preußischen Prinzen, die den weißen Köller der Gardes du CorpS trugen, waren Prmz Heinrich, ein älterer Bruder des bei Saalfeld gefallenen Prinzen Louis Ferdinand- der aber schon 1790 starb, und Prmz Louis, eilt jüngerer Bruder Friedrich Wilhelms HL, der ebenfalls in der Blüte der Jahre, 1796, vom Tode ereilt wurde. Dann trat. 1801, Prnu Wilhelm der Heitere, auch ein Bruder Friedrich Wilhelms HI. bei den Gardes du Corps als Stabsritt- meister ein und führte das Regiment auch zeitweilig als zweiter Kommandeur. Während des Feldzuges des Jahres 1815 tat Prinz Fwiedrich, ein Sohn des genannten Prinzen Louts, beim Regimeute vorübergehend Dienst. In den dann folgenden Frte- beWilen der 30 er Jahre erhielten die Prinzen Albrecht Vater und Adalbert ihre kavalleristisckie Ausbildung bet den Gardes du Corps: der Erstere wurde von 1861 bis zu feinem 1872 erfolgten Tode ä la suite des Regiments geführt. Prtnz Georg von Preußen, der künstlerischen Studien mehr Neigung entgegen» brachte als dem mllitärischen Berufe, trug zehn Jahre lang, von 1846—1856, den Nock der Gardes du Corps, von 1848—1849 zugleich mit dem Prinzen Friedrich Karl, der hier dte erste Bekanntschaft mit der reiterlichen Waffe machte, tn der er spater so Glänzendes leisten sollte. Der Sohn des „Roten Prinzen , Prinz Friedrich Leopold, war daun der Neunte und bts jefct der letzte Hohenzollemprinz, der in den Reihen des Regiments stand. Er gehörte ihm von 1887—1894 mit Unterbrechungen^ zuletzt als Oberst und Kvmmaudeur an.
Ter neue englisch-japanische Bündnisvertrag enthält alles das, was man von ihm erwartet hat. Ob die Kontrahenten noch so eifrig das Gegenteil versichern: er kelwt seine Spitze gegen Rußland. Das nnrtiamfte Gegen- ftück zu diesem Abkommen wäre die Vereinigung Rußlands, Frankreichs und — Deutschlands zum gemeinsamen Schutz ihrer Jntereffen in Asten. Dadurch würde am
wähl des Abg. Köhler ziemlich zweifellos. Er war am 4. Oft 1893 sowohl dort wie int Wahlkreise Gießen-Land gewählt worden und verzichtete auf die letztere Wahl; 1899 wurde er von 32 der vorhandenen 33 Wahlmänner wieder- gewählt. t
In Homberg-Grünberg-Ulrichstein tst der Müller und Landwirt Heinrich Brauer aus Ober-Ofleiden bei einer Gcsanrtz-cchl von 34 Wahlmännern mit 22 Stimmen gewählt worden; sein Gegner Zulauf erhielt 12 Stimmen. Es fragt sich, vb cs den Sozialdemokraten gelingen wird, die Anzahl ihrer Wahlmänner bis zu einer relativen Mehrheit zu verstärken. Der Wahlkreis Alsfeld-Ulrich st ein wählte den Landwirt Gustav Korell zu Leusel mit 22 von 37 Stimmen, sein Gegner Schuchard erhielt 11 Stimmen, 4 zersplitterten. Korell ist übrigens das jüngste Mitglied der zweiten hessischen Kammer; er wird erst im November 34 Jahre alt Im Wahlkreis Alt e n sta d t-B ü d i n g e n endlich hatten 40 Wahlmänner zu wählen, von denen 21 Stimmen auf den Landwirt Wilh. Bähr, Pächter des Hofgutes Herrnhaag fielen; Landgerichtsrat Seeg er- Giesien erpielt 13 Stimmen, Pfarrer Bernbeck 5 Stimmen, Bähr jun. 1 Stimme. Der jetzige Vertreter des Wahlkreises ist also nur mit einer Stimme Mehrheit gewählt worden. , , _ ,
Die beiden Übrigen Wahlkreise sind fett vielen Jahren tn nationalliberalem Besitz und werden eß voraussichtlich auch diesmal bleiben. Den Wahlkreis Vilbel vertrat Graf Oriola seit dem 2. August 1887. Er wurde vor sechs Jahren mit 25 von 34 Wahlmännern gewählt, sein Gegner, Krnmm-Gießen, erhielt 9 Stimmen. Nach der Mandatsniederlegung des Grafen Oriola trat bekanntlich im vorigen Jahre Bürgermeister U l l m a n n aus Nieder-Erlenbach für ihn ein. Jetzt rüsten sich hier auch die Sozialdemokraten stark zum Kampfe. Den Wahlkreis Friedberg-Bad-Nan- heim vertrat schon seit dem 12. Juli 1875 der Gutsbesitzer Friedrich Karl Weith von Nieder-Wöllstadt und seine Wiederwahl 1899 erfolgte bei 34 Wahlmännern mit 30 Stimmen, sein Gegner, Fritz-Nauheim, erhielt die übrigen 4 Stimmen. Nach WeithS Rücktritt im vorigen Jahre wählten die Wahlmänner den Justizrat Windecker, deffen Wiederwahl woh als sicher gelten darf.
Nach der vorstehend geschilderten Sachlage dürfte bet der bevorstehenden LandtagSwahl in Oberheffen zioar in ver- schiedenen Kreisen ein inteceffanter und heißer Kampf sich entwickeln, das Verhältnis der Parteien aber doch nur vereinzelt eine Abänderung erfahren.
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einfachsten die Brücke zur Verständigung zwischen Deutschland uns Frankreich geschlagen. Indessen Frankretch 'hat sich allzusehr mit England eingelassen und kommt fücks erste mcht los vo» dieser Verbindung. k m
Der englische Einfluß macht sich heute m der Pariser Presse wieder einmal bemerkbar. So behaupten ittm nur „Matin" und „GauloiS", sondern sogar der offiziöse „TenrpS ^ nur dem Eingreifen des Herrn v. Witte sei die deutsche französische Einigung über das- Programm zur MÄ« rokkokonferenz zu verdanken. Das heißt natürlrch, Deutschtz land hätte andernfalls es au? einen neuen Bruch an kommet lassen Diese erfundene Behauptung ist unverkennbar doner Ursprungs. Von mehreren Berliner Blättern wird das englisch-japanische Abkommen als gegen Rußland unb ae* gen Deutschland gerichtet betrachtet. Dte „Nordd. Allg^ Ztg." ernhält sich jedes Kvmmentars.
Die konservativen und die liberalen Blatter Englands feiern den Erfolg, den der Minister des Aeußem, Marguis Landsdonmo und die englische Regierung erzielt haben. Abgesehen von einige« nicht besonders bedeutenden Publizisten, die vor der gelben Gefahr warnen, freut sich ganz England über die Freundschaft mit den Japanern. Die „Times" schreibt: „Durch den MscAuß deS neuen Vertrages hat England die traditionelle Politik der Isolierung! auf gegeben. Dieser Schritt wurde halb notwendig, weil getoisse europäische Mächte anfingen, fug, in asiatische Angelegenheiten einzumischen."
Das Reuter-Bureau berichtigt seine Meldung über die Dan« und die Unffmbbarfeit des Vertrages dahin, daß der Verttx»t auf zehn Jahre abgeschlossen ist und nach Ablauf dieser Zettz mit einjähriger Kiindtgungsfrist weiterläuff ,
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