Nr. 301
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155. Jahrgang
Erstes Blatt.
Montag 28. Angust 1905
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^5 v Kr zeigentell: Hans Beck.
Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.
Kaiser und die Kaiserin auf der Wartburg und ihre Keife nach Berlin.
Eisenach, 26. Ang. Der Kaiser und die Kaiserin besichtigten auf der Wartburg die Elisabethen Kemenate. Der Kaiser äußerte sich sehr anerkennend über die völlige Neugestaltung des historischen Raumes.
Wir entnehmen der „Eisenacher Tagespost" folgendes über die neue Ausstattung der Elisabethen-Kenrenate:
Wenn man im südlichen Teile des Landgrafenhuuses auf der Wartburg in das Gemach schreitet, das etwas vertieft gegen den felsigen Hofraum der Hofburg liegt, befindet man sich in der Kemenate derheiligen Elisabeth. Als der verstorbene Großherzog Karl Alexander 1847 H. von Ritgen mit dem Wiederaufbau der Kemenate betraute, lag dieses historische Frauen- ach so hoch voll Schutt, daß man nur gebückt, fast kriechend ingelangen konnte. Friedrich der Gebissene hatte hier im
Kamin Schätze gehäuft. Der Kamin wurde dann vermauert; der so entstandene Kaminschrank wurde später als Archiv verwendet, bis in späteren Jahrhunderten der herabfallende Putz und das Gestein einen Schutthaufen bildete.
Nun ist am heuttgen Tage der kaiserliche Bauherr in eigener Person zur Wartburg gekommen, um sich den zum Prunkgemach verschönten Raum, den er auf seine Kvsten in nie gekannter Pracht mit Glasmosaiken schmücken ließ, anzusehen. In die Wand ist vor drei Jahren eine Tafel eingelassen worden. Diese besagt mit schlichten Worten:
Seinem unvergeßlichen Großoheim dem Großherzog Carl Mexander Wilhelm II. I. R. 1902.
Dem Oldenburger Maler August O e t k e n, der jetzt in Berlin lebt, wurde der Auftrag zuteil, den neuen schönen Wandschmuck zu schaffen. Oetken unternahm im Auftrage des Kaisers eine Studienreise nach Italien, wo er die richttge Weihe für die wunderbare Farbensvmvhonie empfing, die er in der Kemenate geschaffen hat. Oetken schwelgt in seinen Mosaiken in einem Reigen von Tönen, der so glühend erdacht und so flammend gebracht ist, daß der hinreißende Zug, der den Mosaiken innewohnt, unsere Sinne gefangen hält. Diese prunkenden Wandbekleidungen, die markante Ereignisse aus dem Leben der heiligen Elisabeth darstellen, schimmern im Sonnengold. Und wenn in diesem Raume die Lichter flammen, sieht man ein Meer von Sternen an der Wölbung zwischen den alten prachtvollen Kapitälen der Säulen gebannt. Kleine Glaswürfel, Halbedelsteine und Perlmutterblättchcn verzehnfachen daS Meer von Licht, das hier erstrahlt. .
Nach der Besichtigung sand ein Gastnr ah l 6 citn Großherzog im großen Bankettsaale der Wartburg statt. Die Tafel zählte 25 Gedecke. Die Speisenkarte war eine Holzplatte aus Ahorn, die oben kunstvolle Aquarelle, Ansichten der Wartburg darstellend, schmückten. Die in altgotischer Art ausgeführte Speisen- karte hatte folgenden Wortlaut:
Bancket zur Einkehr Mlerdurchlauchtigster Gäste an unsers gnäd: Landgraven Hoffe zu Warttburgk
am Sunnabcnd da man zählt d. 26. tag d. Erndtcinonds MCMV. Ein Liauor aus Fleisch-Brüh zv annehmblicher Consistentz bereitt vnd kalt gevcychet. ,
Eine Dähnische Mahlzeitt Meer-Fohren gehaiffen / dabey eme weisse Coullige in einer besundern Schnake.
Den Rückgrat» von eim Hamel! / am Spiesse gebrühten vnd nach der Zerlegung mit Gemues umbschlosjen.
Eine zermalmung von Endten / in scharffer Hitze auffgetrieben. Große See-Krebße / in ihren gantzen Cörpern vorgetragen' / mit eim Büschlein Petvosilie ausgeziehret. ,
Danach ein Königlich gericht Repp-Hünew / in breitt geschnrttnen Speck gewunden und gedi'kistet / dabey Apffel-Mueß tnx Römische Salate.
Ett>-Schwämme mit eim Gefülsel gutt zu behaltnr. Gefrohrner Aufflieger / dazv Backwerck in ziemlicher Formb Käß-gebnckels in einer schönen gelbligten Farbe.
Kostbar Obß nach der Jahrs-Zeitt / vnd zvr Beschiessung em meysterlich gemodelt Bildniß der Warft-Burgk auff Marzepan gefestiget.
(Ende des Banckets.)
Um 3 Uhr erfolgte die Abfahrt nach Wildpark.
Dort trafen der Kaiser und die Kaiserin, Prmz August Wilhelm und Prinzessin Viktoria Luise im Sonderzuge um 9 Uhr 35 Min. ein. Zum Empfange waren der Kronprinz, sowie Prinz Eitel Friedrich anwesend.
Kurz danach traf die kaiserliche Familie in Berlin ein und begab sich nach dem Zeughause, um an der Nagelung und der Weihe von 72 Feldzeichen terlzu- nehmen. Der Kaiser und der Kronprinz, fuhren im offenen Zweispänner, die Kaiserin, die Kronprinzessin und Prinzessin Viktoria Luise in vierspännigem Daumontwagen Mit Spitzenreitern. Das Publikum begrüßte die Herrschaften lebhaft. Im Zeughause hatten sich die im Gardekorps dienenden Prinzen regierender deutscher Häuser mit Gemahlinnen, das kaiserliche Hauptgiiartier, Generaloberst v. Hahnke, Chef des Generalstabs, General v .Schlieffen, Kriegsminister v. Einem, Generale und Admirale ein gefunden. Die Fahnen und Standarten lagen in der Ruhmes- halle bereit. Bei der Nagelung schlug der Kaiser,den ersten Nagel ein, dann die Kaiserin, die Prinzen, die Prinzessinnen usw. Dann wurden die Feldzeichen in den Lichthof gebracht und um einen Altar im Halbkreis aufgestellt. Die Kapelle intonierte das „Te Deum". Der evangelische Feldpropst Oberkonsistorialrat Dr. Wölsing hielt in Gegenwart des katholischen Feldpropstes Vollmar eine Ansprache und nahm die Weihe vor. Im Lustgarten wurde ein Salut von 101 Schuß abgegeben. Nach dem Vaterunser und dem Segen folgte das niederländische Dankgebet.
Aeutsch-Südwestafrika.
Berlin, 26. Aug. Amtlich wird gemeldet: Die Versammlung der Truppen zum An griff auf Den drikWit bot war am 19. August beendet. Es standen an biefem Sage; 1 die Abteilung Maercker (2 Kompagnien ulid 4 Geschütze) in der Gegend von Maltahöhe; 2. die Abteilung Meister mit 2 Kompagnien,
4 Geschützen und 2 Maschinengewehren am unteren Hudup, mit einer Kompagnie in Gibeon; 3. die Abteilung Estorff mit 3 Kompagnien und 4 Geschützen am unteren Leberflusse, mit einer Kompagnie und 2 Geschützen bei Asab; 4. die Abteilung Lengerke (2 Kompagnien und 4 Geschütze) am Kanibeb bei .Hornkranz; 5. die Mteilung KvPPY (1 Kompagnie und 2 Geschütze) in Chamis. — GeneralleuMant v. Trotha ist in Berseba ein getroffen: er beabsichtigt, zunächst die Gegend zwischen dem Hudup und Kutip und Käniberb, sowie das Zarisgebirge mit Aufklärungsabteilungen abzusuchen. — Die bisherige Aufklärung I)at ergeben, daß die Gegend des Tsacheib, wo Hendrik Witboi zuletzt vermutet wurde, vom Feinde frei ist: daß dagegen weiter südlich sich zahlreiche Hottmtottenbanden befinden. Major Traeger befand sich nach den Gefechten am unteren Fischflusse gegen Cornelius in der Gegend von Gaibes. Am unteren F-ischflusfe wurde Fein Gegner mehr gefunden; dagegen zeigten sich westlich von Warmbad zahlreiche Hottentotten. Maior Traeger marschierte daher über Halb-Warmbad-Ramonsdrift und erreichte endlich am 19. Aug. in der Gegend südwestlich 'von Gaobie eine feindliche Mteilung anscheinend unter Cornelius und Morris, die er angriff und in einem sechsstündigen Gefechte in der Richttmg auf Haib-Revier zurückwarf. Auf unserer Seite fiel ein Reiter; 2 Offiziere und drei Reiter wurden verwundet.
Berlin, 26. Aug. Ein Telegramm auS Windhuk meldet: Vi.zewachtmeister Otto Freiherr von Speh-Schuelz- bürg, früher im Kgl. Württemb. Infanterieregiment Nr. 124, am 20. August 1905 bei Tsumis infolge eigener Unvorsichtigkeit durch einen Schuß in den Unterleib verwundet.
Hamburg, 26. Aug. Der Dampfer ^Profes^or Wo ermann" ist heute mittag am Petersquai eingetroffen. Er brachte 5 Offiziere und 59 Mann, Kranke, Verwundete und Rekonvaleszenten, in die Heimat zurück. Der Transport wurde von Hauptmann Voettlin geführt.
Deulsch-HstasriLa.
Berlin, 27. Aug. Der Kornmandantdes„Bus- sa r b" meldet vorn 25. August: Oberleutnant zur See Paasche hat auf dem Marsche nach Mtansa Aufständische bei Kipo, 10 Kilometer westlich von Kowani, überrascht auf dem Nordufer (des Rufiji), als sie den Vormarsch nach Kowani antreten wollten. Der Feind war etwa 1000 Mann stark, davon die Hälfte mit Gewehren bewaffnet. Der Feind hat 7 3 Tote auf dem Nordufer gelassen, viele sind ertrunken. Danach ist er nach dem Südufer gefloßen und hat sich dort versteckt. — Nach einem Telegramm des Kommandanten des „Bussard" vom 25. August nachmittags hat sich der A u f st a n d im Süden von Ostafrika auf den Lindi-Bezirk ausgedehnt, die Stadt Lindi selbst ist bedroht. Der „Bussard"« hatte sich nach Sadani begeben, da in Uscgna die Bevölkerung infolge der Gerüchte, daß durch den Aufstand im Süden die ganze Schutztruppe und der „Bussard" in Anspruch genommen sei, eine unruhige Haltung angenommen hatte. Das Erscheinen des „Bussard" machte einen günstigen Eindruck auf die Bevölkerung. Nachrichten aus dem Süden veranlaßten jedoch den „Bussard", am 25. August nach Lin di in See zu gehen.
Wien, 26. Aug. Das unter dem Kommando des Hauptmanns v. Schlichting stehende deutsche Marine- expeditionskorps für Deutsch-Ostafrika ist auf der Durchreise nach Triest heute nachmittag um 5 Uhr auf dem hiesigen Nordbahnhofe an gekommen. Nach der Begrüßung durch den Botschaftsrat Grasen Schw erin und den Militärattechee v. Bülow sowie das hiesige Platzkommando verließen die Mannschaften die Wagen und nahmen Erfrischungen ein. Um 6 Uhr erfolgte die Fahrt nach dem Südbahnhofe, von wo die Weiterreise über Graz nach Triest kurz nach 8 Uhr an getreten wurde.
Marokko.
Paris, 26. Aug. Der deutsche Botschafter begab sich heute mittag nach dem Quai d'Orsay, um Rouvier die Antwort Deutschlands auf das von Frankreich vorgeschlagene Reformprogramm für Marokko zu überbringen. Die Unterredung zwischen dem Botschafter und Rouvier dauerte eine halbe Stunde.
Paris, 26. Aug. In der deutschen Antwortnote werden die französischen Vorschläge Punkt für Punkt beantwortet, jedoch find auch einige neue Gesichtspunkte eingeführt. Die Prüfung des Memorandums ist unverzüglich begonnen morden.
Paris, 26. Aug. Der „Temps" schreibt: „Die durch das deutsche Memorandum über die Marokkofrage vorgebrachten neuen Punkte find von genügender Bedeutung, um einen endgültigen Meinungsaustausch, sei es in Unterredungen ober in Noten, als erforderlich voraussehen zu lassen. Ein Punkt ist indeffen erreicht: Deutschland widerspricht nicht dem französischen Programm, sondern schlägt Abänderungen des Programms vor, das es im Prinzip an» nimmt. Das läßt auch ben balbigen Abschluß bes enb- gültigen Abkommens über bie marokkanische Frage hoffen."
Paris, 26. Aug. Der „Petit Parisien" schreibt: Die Antwort Deutschlanbs betreffenb bie Reformen in Marokko ist sehr ausführlich, — sie umfaßt zwölf Seiten, — ist in sehr versöhnlichem Tone gehalten und beginnt mit Versicherungen ber Freundschaft. Deutschland erkennt die Notwendigkeit wichtiger Veränderungen im Polizei- und Finanzwesen Marokkos an, nimmt jedoch die Ansichten Frankreichs betreffend die Militärorganisation in dem ganzen Umfange nicht an. Es ist gewiß, daß die Besprechungen über diesen Punkt fortdauern werben. Frankreich antwortet voraussichtlich in 8 Tagen. Man hegt allgemein die Hoffnung, baß sämtliche Schwierigkeiten rasch behoben werben.
Tanger, 26. Aug. (Reuter.) Der letzten aus Fez vom 22. August batieden Nachricht zufolge ist ber algerische Untertan Bu Mzian el Miliani noch in Haft.
Der Magdzen antwortete schriftlich auf bie Vorstellungen Taillanbiers, lehnte bie französischen Forderungen ab und wies die französische Gerichtsbarkeit zurück. Obgleich man allgemein glaubt, baß ber Maghzen im letzten Augenblick nachgeben wirb, will man wissen, daß die französische Regierung bereit ist, die nötigen Maßregeln zu ergreifen, um einen Druck auf den Sultan auszuüben. Da aber eine an der Grenze oder an der Küste auszuführende militärische Demonstration die Sicherheit des französischen Gesandten in Fez gefährde, sei es nötig, den französischen Gesandten zuerst abzuberufen. Es ist jedoch zweifelhaft, ob die Antwort bes Maghzen noch so lange auSstehen wird. Man glaubt, die französische Regierung werde auf bie Nebermittlung von Entschulbigungen durch eine hochstehende maurische Persönlichkeit an den französischen Abmiral bestehen, selbst im Falle der Annahme der jetzigen mäßigen Forberungen Frankreichs.
Die Iriedensunte; Handlungen.
Portsmouth, 26. Aug. Nach einer eineinhalbstün- bigen Sitzung, in welcher ba§ Protokoll der letzten Sitzung unterzeichnet würbe, vertagte sich die Konferenz auf Montag nachmittag 3 Uhr.
Newsyork, 27. Aug. (Reuter.) Aus Petersburg wird berichtet, daß der Kaiser von Rußland end» giftig abgelehnt hat, den Vorschlägen Roosevelts beizutreten.
Portsmouth, 27. Aug. Die häufig wohlinformierte „Sun" meldet, Roosevelt habe aud) in den allerletzten Tagen Rußland energisch zum Entgegenkommen gemahnt. Rußland sei willens, ganz Sachalin abzutreten, falls die Indemnität wegfällt.
Portsmouth, 27. Aug. ES dürfte sich bestätigen, daß Rußland 50 ober 100 Millionen Dollars Entschädigung für die Verpflegung der Gefangenen anbietet vielleicht auch bie Hälfte Sachalins; jedoch ist eS sicher noch nicht offiziell geschehen. Da Japans Forderungen weit höher find, ist eß sehr zweifelhaft, ob bieS bie Basis bes Friedensschlusses fein kann, falls überhaupt ein offizielles Angebot geschieht
Portsmouth, 27. Aug. Trotz entschiedenster offizieller Dementis läuft hier das Gerücht um, Rußland werbe auf Roosevelts Anraten Japan bie Hälfte von Sachalin und eine Entschädigung für Unterhaltung der Gefangenen anbieten.
Newyork, 26. Aug. Reichskanzler Fürst von Bülow erteilte dem Berlin e.r Vertreterder „As s o - c i a t e d Preß" auf dessen Sin frage folgende telegraphische Antwort: „Seit Beginn der Mion Roosevelts hat der deutsche Kaiser sowohl wie die deutsche Regierung niemals aufgehört, für die Sache des Friedens einzutreten, wo nur immer Gelegenheit sich dazu darbot Deutschland ebenso wie Amerika sind daran interessiert, daß dem Risiko und der Sicherheit, die mit jedem großen Kriege unzertrennlich verbunden sind, ein Ende gesetzt werde. Der Kaiser und das deutsche Volk wünschen von Herzen, daß die Bemühungen Roosevelts erfolgreich sein mägjen/i
Der Krieg zwischen Außtand und Japan.
Petersburg, 27. Aug. Die ,Petersb. Telegr.-Ag.* meldet aus Godsiadan vom 26. August: Am 23. und 24. August beschossen zwei bis drei japanische Torpedoboote das Vorgebirge Lasarew, in deffen Nähe auch einige verdächtige Fahrzeuge sichtbar wurden. An der Küste desTantarenbusens ist ein neuer LandnngS- oersuch zu erroarten.
Tokio, 26. Aug. (Reuter.) Viceadmiral Katakon meldet, das nach Ochotsk entsandte Geschwader habe am 14. August in Ayan ein Geschütz veralteter Konstruktion nebst Munition, am 17. August in Ochotsk 58 Gewehre nebst Munition erbeutet, am 13. August habe dasselbe Geschwader in der Nähe von Sachalin ein englisches Schiff aufgebracht. Das nach Kamtschatka entsandte Geschwader nahm am 16. August das russische Transportschiff .Montara' im Hafen von NicholSk auf den Komanboroki-Jnseln.
Aus Rußland.
Petersburg, 26.Aug. (PetersburgerTelegr.-Agent) Das Polizeidepartement veröffentlichte eine Mitteilung, nach der seit Ende 1904 eine intensive Tätigkeit der verschiedenen revolutionären Parteien im westlichen Teile Rußlands herrschte, um gemeinsam gegen die Regierung vorzugehen. Die jüdische Geheimgesellschaft „der Bund", begann in aggressiver Weise gegen bie Christen vorzugehen. Auch bie polnischen Revolutionsparteien entwickelten eine besonbere Tätigkeit und bildeten Kampforganisationen terroristischen und anarchistischen Charakters, deren Zweck war, in bas politische und wirtschaftliche Leben durch Attentate und Ausstände in den bedeutenderen Zentren Warschaus möglichst große Verwirrung zu bringen. Diese Absicht wurde in den letzten Monaten mit besonderer Hartnäckigkeit verwirklicht. Alle Bemühungen ber Vertreter ber gemäßigten politischen Richtung bie erregten politischen Leidenschaften zu besänftigen, sind erfolglos geblieben. Auf ein Sendschreiben des Erzbischofs von Warschau an bie Bevölkerung, in dem zur Einstellung der Opposition aufgeforbcct wird, antwortete die terroristische Partei mit


