Ausgabe 
26.7.1905 Erstes Blatt
 
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pte Inhaber der Wohnung sowie die auf der Liste bezeichneten Personen wurden verhaftet.

Aus Nowotscherkask wird gemeldet: In sechs Donschen Kosaken-Regimentern, deren Mobilisation soeben beendet ist, herrscht großer Aufruhr. Sie weigern §rch, Polizeidienste im Innern des Reiches zu leisten, was sie als eine des Soldaten unwürdige Ausgabe hinstellen. Ein Regiment, das in voller Kriegsausrüstung und in vollem ^stände zusammengctreten war, sandte dem Kosaken-Attaman ein Telegramm, worin Offiziere wie Mannschaften den Dienst im Innern des Reiches ab lehn en, dagegen sich bereit erklären, ihr Leben im Kriege im fernen Osten jeder Zeit in die Schanze zu schlagen. Das Telegramm wurde dem Kriegsminister übersandt, der den Befehl erteilte, die Ruhe in den Regimentern unverzüglich wiederherzustellen.

Aus Ataök und Laud.

Gießen, 26. Juli 1905.

** Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog Haben den Amtsrichter in Laubach, Zimmermann, zum

Die Friedensverhandlungen.

Paris, 25. Juli. Ministerpräsident Rouvier em­pfing heute den russischen Friedensbevollmächtigten W'.tte rmü hatte mit ihm eine längere Unterredung.

Witte reist morgen in Begleitung des hiesigen Agenten /6eä russischen Finanzministers Raffanowitsch nach Cher- Dourg, wo er sich nach Nordamerika einschifsen wird.

Es verlautet auf das bestimmteste, daß Witte beauf­lagt ist, bei Beginn der Friedensverhandlungen zu er- !Nären, Rußland werde keine Kriegsentschädigung und kein -emer Kriegsentschädigung ähnliches Arrangement bewilligen. !Es ist dies der Punkt, über den, wie Witte selbst befürchtet, die Verhandlungen gleich zu Beginn scheitern könnten. Witte, her hier auch mehrere Mitglieder des Hauses Rothschild gesehen hat, hat die Versicherung erhalten, daß nach dem IFriedensschluß Frankreich zu einer neuen Anleihe bereit M was übrigens seit langem feststand.

DerTernps" hebt hervor, daß Witte bei i einem hiesigen Musenthalt weder politische noch finanzielle Verhandlungen geführt, sondern sich bei seinen Zusammen- fihtften mit zahlreichen politischen und finanziellen Per- Dnlichkeiten lediglich aus ^spräche beschränkt habe.

Newyork, 25. Juli, Baron Komura ist mit ®e= ytolge heute vormittag in Jersey City angekommen und durch eine Abordnung japanischer Kaufleute nach Newyork geleitet iwvrden. Aus Washington wird halboffiziös gemeldet, daß die erste Verhandlung in Portsmouth dem Waffen­stillstand gelten werde. Japan sei einem solchen nicht ^abgeneigt, falls seine Dauer kurz, etwa auf einen Monat gemessen werde. ______________

Deutsches Reich.

Berlin, 25. Juli. Man meldet aus Wisby: Die ^Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord, ist mit den Be­gleitschiffen heute nachmittag hier eingetroffen. Der deutsche Konsul begab sich an Bord. Der Kaiser wird voraus­sichtlich morgen bei schönem Wetter von Pillau aus zu Wasser, bei ungünstigem Wetter mit der Bahn über Königs­berg in Kabinen eintreffen.

Kattowitz, 25. Juli. Wie der La ndwirtschafts- n ister den oberschlesischen Städten durch den Regierungs­präsidenten mitteilen ließ, hat er von einer Aenderung der jEinfuhr des russischen Schweinekontingents «vorläufig Abstand genommen, nachdem die landwirt­schaftliche Viehzentrale es übernommen hat, den sBedarf an Schweinen in Oberschlesien zu decken.

Ausland.

Stockholm, 25. Juli. Die Unionskommission lehnte den Antrag des Königs, daß die Regierung mit Norwegen unterhandeln solle, ab, und will die Unter» Handlungen dem Reichstage übertragen. Sie stellt die Be­willigung von 100 Millionen Kronen anheim, wovon 25 Prozent 'fofort und der Rest gemäß dem Beschluß des Reichstages der Regierung zur Verfiigung gestellt werden sollen. Der Ausschuß schlügt folgende besonderen Forderungen bei einer etwaigen Auflösung der Union . vor:

1) Auf jeder Seite der Grenze zwischen den beiden Reichen Nurd ein Gebiet festgesetzt, innerhalb dessen die Be festig - ungen geschleift werden sollen und neue Befestigungen mcht .errichtet werden dürfen. 2) Die Weidegerechtigkcit für Aemrtiere der schwedischen Lappländer im nördlichen Norwegen wird festgelegt. 3) Der Transithandel durch beide Län- der, wird gegen Behinderungen oder unbillige Erschwerungen gesrchert und 4) die vertragsmäßige Rechtsstellung Schwedens gegenüber den siemden Mächten muß klargestellt werden, sodaß namentlich die vollständige Freiheit Schwedens von der Verantwortlichkeit für Norwegen gegen» . andern Staaten unzweifelhaft wird.

'Das Ministerium reichte darauf seine Entlassung ein.

Rönne (Bornholm), 25. Juli. Ter deutsche Kron- Pttn8 und die Kronprinzessin, welche gestern abend an Bord der JachtIduna" hier eingetroffen sind, besuchten heute Allmge, .hämmeren und die Hämin erhus-Ruinen und kehrten "»eute nachmittag nach Roenne zurück.

London, 25. Juli. (Unterhaus.) Es herrscht auf allen Seiten große Erregung. Als das $bau§ die Diskussion über das rrische Budget wieder aufnimmt, stellt Winston Churchill (lib.) P^rt den Antrag, dieselben zu vertagen. Während Churchill sprilM, machen . sich mehrere Ministerielle über seine stotternde Sprea-weise lustig. Sofort erhebt sich ein Sturm der Ent­rüstung auf den Bänken der Opposition, deren Mitglieder t euch! Werft die Lumpen hinaus! Schließlich wird die Ordnung wiederhergestellt. Der Vizesprecher lehnt es ab, den Antrag Churchill zur Mstimmung zu bringen, toeil er der Geschäftsordnung widerspräche. Darauf wird das "Budget weiterberaten.

(Oberhaus.) Iw Beantwortung einer Anfrage be- treffent) den Verkauf der Whitworth - Ko h l e n f e Ib e r wieder- bolt bcr Minister des Aenßeren Lansdowue seine bereits gegebene Auskunft mit dem .hinzufügen, daß die Regierung in Erfahrung ge- bradyt habe, daß die in Whitworth geförderte Kohle minder- to-Vtlü JL Durch den Ankauf werde anscheinend die aus­reichende Versorgung der britischen Marine mit wallischer Kohle -nicht berührt.

_. Varis, 25. Juli. TerPetit Parisien" meldet aus Tanger: Die Niederlage des Prätendenten bestätigt sich in vollem Umfange. Die Truppen des Sultans machten viele Ge­fangene u.a . auch die Sklaven des Prätendentep, zwei Revolver­geschütze, große Mengen Munition und Vieh wurden erbeutet. Der Prätendent selbst floh in die Berge.

L^?6k6s°Csayba (Ungarn>, 25. Juli. Die Polizei ber» Hastete auf dem hiesigen Balmhofe einen aus Kopenhagen gebür- tigen Anarchisten namens Peter Weils-Herrensohn, ©er unter dem Verdacht steht, an dem Attentat gegen den von Spanien in Paris beteiligt zu sein.

Jp ashington, 25. Juli. Der deutsche Geschäftsträger Bot­schaftsrat Frhr. von dem Bussckw-haddenhausen übermittelte im Auftrage des deutschen Kaisers durch das Staatsdepartement dem Negerarbeiter George Ellis, der am 15. Januar den Dhnamitanschlag gegen die Statue Friedrich des Großen vereitelte, eine silberne Uhr mit Kette.

Oberamtsrichter bei diesem Gericht ernannt. Dem Amts­richter in Zwingenberg, Osann, wurde der Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. Der Notar in Pfeddersheim, Dr. Bing, wurde zum Notar in Worms als Nachfolger des Notars Dr. Wallenstein ernannt. Ernannt wurden der Gerichtsvollzieher in Pfeddersheim, Merker, zum Gerichts­vollzieher in Worms, der Gerichtsvollzieher-Aspirant Schulz in Pfeddersheim zum Gerichtsvollzieher daselbst, der Sergeant im Dragoner-Regiment Nr. 23 und Gerichtsvollzieher-Aspi­rant Litters zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Michelstadt.

** Schulpersonalien. Dem Schulverwalter Heinr. Häuser in Vilbel wurde eine Stelle an der Gemeindeschule zu Holzhausen (Kreis Friedberg) übertragen. Bestätigt wurde der vom Grafen Schlitz, gen. v. Görtz, für die 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schlitz präsentierte Lehrer Karl Stein für diese Stelle.

** Von Seiten des Großh. Gymnasiums geht uns folgende Mitteilung zu:

Durch eine gefällige Anfrage der Redaktion veranlaßt, teilen wir hier für etwaige Interessenten mit, daß der Lehrerrat vor Kurzem einstimmig beschlossen hat, das 300jährige Jude l- f e ft des Gymnasiums statt am 9. Oktober dieses Jahres vielmehr, woran ohnehin zuerst gedacht war, zeitlich zusammen- fafienb mit demjenigen der Universität, im Oktober 1907 zu feiern. Von den verschiedenen Gründen, die dazu führten, heben wir als das Schulpublstum interessierend hervor, daß unser Schüler­orchester augenblicklich kein einziges Mitglied zählt, das in der Geller'schen Festkantnte Mitwirken könnte, so daß man ausschließlich au? fremde Kräfte angewiesen wäre, sowie daß für die ursprünglich geplante Aufführung des Euripideischen Hippolytus ein entsprechender Ersatz bis jetzt nicht gefunden ist."

"Flottenfahrt. An der vom Hessischen Flotten­verein veranstalteten viertägigen Reise nach Hamburg, die heute vormittag angetreten wurde, nehmen vier Klassenlehrer des hiesigen Gymnasiums, fünf Akzessisten und 28 Schüler teil. Auch einige Realgymnasiasten haben sich angeschlossen.

** Ein Hotelprojekt des Großherzogs? Die Darm st. Ztg. schreibt:

Jüngst ist eine Notiz durch die Presse gegangen, die, wie wir zuverlässig erfahren und wie den Verhältnissen nicht fernstehende sich wohl dachten, apokryph ist. EinHotelvrojekt des Groß­herzogs" existiert nicht und auch die weiteren Mitteilungen jener Notiz sind, soweit sie S. K. H. den Gvoßherzog betreffen, un­richtig.

Hierzu wird uns heute von dem" Berichterstatter, der uns die erste Notiz übersandt hat, aus Darmstadt fol­gendes berichtet:

Wir stellen fest, daß unsere Notiz den Tatsachen entspricht. Unzutreffend daran ist nur, daß der Großherzog sich bereit erklärt habe, dauernd die erste (Stage des zu bauenden Hotels zu mieten. Darüber ist, wie wir neuerdings hören, noch kein definitiver Beschluß gefaßt. Daß der Großherzog die Errichtung des Hotels im alten Palaisgarten sehr gerne sehen würde, ist eine nicht zu bestreitende Tatsache. Wer in Darmstadt Bescheid weiß, dem ist auch bekannt, daß vor einiger Zeit einem Kon­sortium von hiesigen wohlhabenden, dem Hofe nahestehenden Herren anheimgestellt wurde, das Hotel im alten Palaisgarten mit der Front nach der Elisabethenstraße zu bauen. Die dama­ligen Pläne sind aber gescheitert. Wir stellen gegenüber allen Dementis ausdrücklich fest, daß gegenwärtig zwischen dem Kabi­nett und dem Finanzministerium einerseits und einigen Frank­furter Baufirmen andererseits Verhandlungen wegen des Hotel­baues geführt werden. Sie wären vielleicht schon zum Abschluß gelangt, wenn nicht neuerdings der Preis für das Grundstück, der ursprünglich 500 000 Mark betrug, erhöht worden wäre.

** Bauliche Veränderungen auf dem Schiffen- b erg. Schon seit längerer Zeit ist man auf dem Schiffen­berg mit einer Restaurierung des Wohnhauses beschäftigt. Neue Fenstergesimse werden eingezogen, das alte Fachwerk, das man im 2. Stock an manchen Stellen mit leichter Mühe hätte hinaustreten können, wird ausgebeffert. Durch Be­seitigung der langen Gänge im Obergeschoß wird Raum ge­wonnen für neue Wohnräume, und wie verlautet, beabsich­tigt Herr Lynker auch Fremdenzimmer herzurichten. Diese Einrichtung verspricht sehr nett zu werden, und mancher Be­sucher des Schiffenberges, manch alterGießer" Student wird sich freuen, hier, wo er so manche liebe Nacht bei einer guten Bowle der Sonne entgegensah, in spateren Tagen mit seiner Familie übernachten oder hier längere Zeit im Schatten des kühlen Waldes die Sommerfrische genießen zu können.

** Geschäftsjubiläum. Die Buchbinderei Sann in dec Bismarckstraße feiert heute, am 26. Juli, ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum.

"Ein Stockholmer Damenquartett wird nächsten Sonntag abend im Neuen Saalbau ein großes Konzert ver­anstalten. lieber die Darbietungen der vier Damen, die in schwedischer Nationaltracht auftreten, schreiben auswärtige Zeitungen anerkennende Artikel.

Die Beerenernte in unseren oberhessischen Wäldern geht jetzt ihrem Ende entgegen. Sie war in diesem Jahre eine sehr reiche, besonders bezüglich der Himbeeren und Heidelbeeren. Himbeeren giebt es in der Umgebung von Gießen, Laubach und Herbstein in großer Masse, täglich sieht man Scharen von Kindern und Erwachsenen ganze Töpfe und Eimer mit Beeren nach den Städten bringen. Die Preise betragen 810 Pfg. pro Schoppen oder 4050 Psg. pro Topf.

** Die Raubmorde in der Wiesbadener Gegend. DerRh. K." schreibt: Der Landgerichtsbezirk Wiesbaden nimmt sonst eine Ausnahmestellung in der preußi­schen Monarchie ein. Schwere Verbrechen zählen zu den größten Seltenheiten, und wenn nicht Amtsverbrechen, Brand­stiftung, Bankrott und Meineid zur Kompetenz des Schwur­gerichts zählten, alles Straftaten, bei denen mehr Verhält­nisse ausschlaggebend sind, als der verbrecherische Trieb, so würden einige Sitzungen des Schwurgerichts alljährlich voll­ständig zur Aburteilung der in seine Zuständigkett fallenden Delikte ausreichen. Da mußten die drei Bluttaten, deren Schauplatz der Bezirk war, um so größeres Auffehen erregen. Gleich zu Anfang lenkte sich der Verdacht der Täterschaft auf die fremden Erdarbeiter, Italiener, Kroaten usw., die derzeit zu Hunderten in der Gegend beschäftigt sind. Für diesen Verdacht aber haben sich im Verlaufe der Unter­suchung keinerlei Anhaltspunkte ergeben. Dagegen rief die Gleichmäßigkeit der Verhältnisse, unter denen die Verbrechen verübt worden sind, sowie der Umstand, daß hier wie dort das Opfer.ein wandernder Geselle zu sein scheint, in deren Besitz man im allgemeinen Schätze nicht vermutet und schließlich die Beschreibung der Personen, die zunächst den Verdacht der Täterschaft auf sich lenkten, die Vermutung wach, daß dieselben Leute in allen drei Fällen die Täter seien. In der Zwischenzeit nun ist ein weiterer Straßenraub verübt worden, zwar nicht im Wiesbadener,

Bezirk, aber nicht weit davon im Hessischen. Im Hirsch- Horner Gemeindewald wurde am 14. Juli ein Tagelöhner namens Götz von zwei Strolchen überfallen, und zwar nicht ermordet, wohl aber seiner Barschaft beraubt. In diesem Falle konnte Götz die Täter genau schildern. Die Beschreib-, ung stimmt genau mit derjenigen der mutmaßlichen Täter in Biebrich und Rüdesheim überein. Man kann sich dem­nach der Ueberzeugung kaum mehr verschließen, daß zwei reisende Handwerks burschen die Mordtaten samt und sonders auf dem Gewissen haben. Vielleicht ist diese Feststellung der erste Schritt zur Ermittelung der Täter.

-ft Hausen, 25. Juli. Der hiesige Kriegerverein feiert am 13. August sein 25jähriges Bestehen. An diesem Tage soll ihm eine Fahnenschleife von Sr. Majestät dem Kaiser und ein Ehrendiplom von der Kriegerkameradschaft Hassia überreicht werden.

§ Lich, 25. Juli. Bei den nächsten La ndta gswa h l en beabsichtigt man, für den Wahlkreis Hungen-Lich einen Kandidaten aus Lich aufzustellen. Neben Herrn Ihring wird auch Bürgermeister Heller als Kandidat genannt.

i. Lich, 25. Juli. Der Kriegerverein Lich hat in nächster Zeit v erschiedene Festlichkeiten vor. Nächsten Sonntag findet am Seedamm an der Gießener Straße ein Probe­schießen mit den neu hergerichteten Gewehren statt. Sonntag, den 6. August, wird dem Vereine die von Sr. Maj. dem Deutschen Kaiser verliehene Fahnenschleife überreicht, wozu die Kriegervereine des Bezirks und der Umgegend und die Vereine der Stadt eingeladen werden. Daran wird sich ein Volksfest auf der Hardt anschließen. Sonntag, den 13. August, findet sodann das diesjährige Preisschießen des Vereins statt. In der Mittagsstunde wird wie alljährlich das Kriegerdenkmal auf dem Friedhöfe bekränzt. Die Preisverteilung wird in der Turnhalle stattfinden.

(!) Hungen, 25. Juli. Der O berh essisch e B ienen- züchterverein wird nächsten Sonntag seine 45. Wander­versammlung hier im Gasthauszur Traube" abhalten und gleichzeitig eine Ausstellung und einen Honig markt veranstalten. Montag findet die Generalversammlung des Vereins statt. Lehrer Döll-Wieseck wird dabei einen Vor­trag halten über das Tema:Wie erwirbt sich der Imker ein besseres Absatzgebiet für den Honig?"

? Schotten, 25. Juli. Bei der heutigen Wahl eines Beigeordneten wurde der seitherige Beigeordnete Theodor Cellarius mit 127 Stimmen wiedergewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt worden. Ein Drittel aller Wahlberechtigten hatte abgestimmt.

tc. Mainz, 25. Juli. In einem die vorige Wochv hier aus dem Rheine geländeten Toten glaubte man den Taglöhner Brenn eis aus Offenbach feststellen zu können, da dessen Frau die Wäsche und Kleidung für die ihres Mannes erklärte. Wie jetzt aus Mannheim gemeldet wird, befindet sich Brenneis dort wohl und munter.

p. Wetzlar, 25. Juli Statt in mäßigem Tempo zu fahren, sauste gestern gegen abend ein Radler durch unsere Wöllbacherstraße hinab und überfuhr dabei den 11jährigen Sohn des Gärtners Dörge so unglücklich, daß er das Schlüsselbein brach und eine Gehirnerschütterung erlitt.

p. Burgsolms a. d. Lahn, 25. Juli. In tiefe Be» trübnis ist heute die vierköpfige Arbeiterfamilie Becker von hier versetzt worden. Der Mann und Vater Karl Becker wurde nämlich in einem nahen Steinbruch durch nieder­gehendes Gestein verschüttet. Als man den Armen hervorzog, war er bereits eine Leiche. Groß ist das Mitleid mit der so schwer heimgesuchten Familie.

Höchst, 25. Juli. Zu dem schon kurz mifgeteiltet Automobil-Unfall, der sich am Samstag nachmittag in Erbenheim zugetragen hat, wobei der 13 jährige Sohn des Gastwirts Merten das Leben verlor, schreibt das Höchster Kreisblatt": Der Privatier Kröll aus Eltville kam Samstag abend halb 9 Uhr mit seinem Auto, in welchem er mit einer jungen Dame saß, durch Erbcnheim; vor ihm fuhr in der Mitte der Straße ein hochbeladener Erntewagen, der trotz wiederholter Signale nicht zur Seite bog. Der Führer des Autos mußte sich deshalb beim Ueberholen sehr hart nach der linken Seite der Straße halten. In diesem Augenblick kam der junge Merten auf seinem Rade in voller Fahrt aus einer Seitengasse, stieß mit dem Auto zusammen, stürzte und wurde überfahren. Zehn Minuten später war er tot. Die Meldung von dem Vorfall gelangte alsbald hierher, und gegen abend wurde das Auto hier bei den Farbwerken angehalten, wobei der Besitzer Kröll erklärte, er sei mir deshalb in Erbenheim davongefahren, um sieh nicht den Mißhandlungen der erregten Landleute auszusetzen; in Höchst oder Frankfurt würde er sich freiwillig gemeldet haben, da er wußte, daß seine Nummer festgestellt war und ihn eine Schuld an dem Unglück nicht treffe. Er erfuhr erst in Höchst, daß der Junge mittlerweile verstorben war. Kröll wurde dem Amtsgericht zugeführt, das ihn aber auf freiem Fuß ließ. ______________________________

vermischtes.

, vv *.P a r i9, 25. Juli. Der neueste R o rn a n der Romanschrift­stellerin Gyp (Gräfin Märtel), der das Tagebuch eines Dennn- zranten behandelt, hat ein Duell verursacht. Kürassierritt- meister BaronGail, welcher seinerzeit mit Svveton nach dessen Angriff auf den Kriegsminister Andr6 ein Pistolendnell hatte, schrieb einen heftigen Brief an den Gatten der Verfasserin, Grafen Mörtel, welcher Gail forderte. Das Pistolenduell verlief unblutig.

»Kleine Tage srchonik. Ein schweres Bahn-Un- g I ü ck ereignete sich, an dem Uebergange der Chaussee Landes- Hut-Freiburg m Schlesien. Ein mit 10 Personen besetzter Zmnrbus wurde von einer Vorlegelokomotive überfahren. Beide Merde wurden getötet und alle zehn Insassen, Mitglieder de- GesangvereinsGemutlEeit" aus Fellhamrner, verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich. Die Schuld an dem Unglück sott der Schrankenwärter tragen. In der Nacht zum Montag wurde in E a n etn zxtn?r stiuem Blute schwimmend aufgefnnden, M» nach d-m Garmscmlazarett gebracht, wo er bald nach der starb ohne das D-wnsttsein wieder ettonflt $e Ww W ermittelt wurde, ist der Verstorbene der WjLhrige unb erheiratete Zimmermann Lüdtke, der sich in sbäter NacA- ?aniIMc "Usgehalten hatte. Mittels eines tödliche Verletzung am rechten Auge Mg^racft Von den Tätern fehlt jede Spur. - In

rmrU WarÜ ? etne angeblich aus Frankfurt

am Acarn stammende H v ch staplerin verhaftet, die sich als P'By emes preußischen Staatsrats, ins Frem-

v^^MarÄeim^-.^.^- In Würzburg ist der Korn- konigl. Kvmmerzienrat, im 52. Lebensjahre acMxm. - In Mecheln (Belgien) erstach ein Soldat im Streite mtt mehreren Zivilisten einen derselben, der Sttch traf ine Lunge. Der Soldat wurde verhaftet. Bei ckons (BelgÄ

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