Ausgabe 
26.7.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

155. Jahrgang

Mittwoch 26. Juli 1905

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Glchener Anzeiger W

General-Anzeiger * iEsS

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MD

__________ zetgenleil: HanS Beck.

Nr. 173

»»tet tieti* außer 6oraüag4.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wecktet mit dem Vesfischen Landwirt die Gießener Kamillen, ttüttet viermal in der Woche beigelegt.

KotationSdruck u. Ver­lag der Brühl'ichen VrrtDerj.-Buch-n. Stetn- druckerei. St Bonge.

Redaktion, Trvedition und Druckerei:

Ochntfteatze 1.

-ldresie tih Depeschen: «uzetger Gießen.

AerniprrchanichlußNr.bl.

Are heutige Kummer umfaßt 10 Seiten, parlamentarisches aus Lessen.

Den Mitgliedern der Zweiten Kammer wurde folgendes Schreiben des Staatsministers Nothe Exz. an den Präsidenten Geheimrat Haas zur Kenntnis gebracht:

Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich crgebenst mitzuteilen, daß da? Ministerium mit Zustimmung Sr. Kgl. Hoheit des Groß- Herzogsbeschlossenhat, den Schluß des Landtags dieses Mal ausnahmsweise erst für Mitte Oktober d. I. in Aus­sicht zu nehmen. Zugleich erlaube ich mir ergebenst zu bemerken, daß, mit Rücksicht auf dringend gebotene Erholungsurlaube, das Ministerium für den Nest des Monats Juli und für den Monat August an Ausschußsitzungen teilzunehmen nicht in der Lage sein wird. Mit der Versicherung ausgezeichneter Hochachtung habe ich die Ehre -u sein Eller Hochwohlgeboren ergebenster gez. Rothe, Staatsminister/

Der Zweiten Kammer gingen weitere Berichte der Aus­schüsse der Ersten Kammer zu. Es wird beantragt, den Beschlüssen der Zweiten Kammer hinsichtlich folgender Vorlagen, Anträge und Vorstellungen zuzustimmen: Antrag Brauer und Genossen, betr. anderweitige Erhebung der Sprunggelder, Regierungsvorlage betr. das Gym­nasium zu Worms, Vorstellung de? Kanzlisten Hübner in Darmstadt, Vorstellung des Beigeordneten Halm zu Offen­heim, Vorstellung der Kreisgeometcr, Vorstellung des Gastwirts Weise in Frankfurt a. M., Vorstellung der Straßenwärter des Großherzogtums, Regierungsvorlage betr. die RäumungS frist en bei der WohnungS- miete, Regierungsvorlage betr. Herstellung mehrerer Nebenbahnen, Antrag Reh betr. Reichsviehseuchen­gesetz vom 23. Juni 1880, Regierungsvorlage betr. die Gehalte der Volksschullehrer, Regierungsvorlage betr. Handel mit Giften. Den Staatsvertrag mit Preußen und den thüringischen Staaten betr. die Lotterie empfiehlt der Finanzausschuß anzunehmen. Zu der Frage der Entschädigung der Kollekteure bemerkt der Berichterstatter Geheimrat Michel:

Bedauerlich bleibt die durch den Vertrag herbeigeführte De- /lachteiligung der hessischen Kollekteure, die nut dem großen Eifer sich dem Absatz der Hessen-Thüringischen Lose gewidmet haben, und im Vertrauen ' auf die Beständigkeit der Einrichtung sich zu Aus­gaben haben bereit finden lassen, welche gewiß unterblieben wären, wenn sie erwartet hätten, daß die selbständige Lotterie so rasch wieder verschwinden würde. Die Großh. Lotteriedirektion hätte vielleicht besser getan, wenn sie den Berufseifer der Kollekteure ge­zügelt hätte, anstatt ihn anzuspornen, wodurch auch die ungesetz­lichen Uebergriffe in verbotene Gebiete vermieden oder doch ver­mindert worden wären. In dem Staatsvertrag ist zwar in qe= wissem Maße sür das Fortbestehen der Kollekteure oder für ihre Entschädigung in bescheidenem Maße gesorgt, aber ganz ist das entstandene Unheil doch nicht zu beseitigen. Man muß sich indessen damit bescheiden, denn einen rechtlichen Anspruch haben die Kollek- tenre laut den mit ihnen abgeschlossenen Verträgen nicht, und größere Mittel, als in dem Staatsvertrag für ihre Schadloshaltung vorgesehen, waren eben nicht zu erreichen."

lieber die Regierungsvorlage betr. die Errichtung und Leitung von technischen Privatunterrichtsanstalten erstattete Oberlandesgerichtspräfident Conradi namens des Gesetzgebungsausschusses eingehenden Bericht. Der Ausschuß stimmte mit einigen Abänderungen der Vorlage zu.

Nicht einverstanden ist der Erste Ausschuß (lt.M. I.") mit dem Antrag Häusel, die neugegründete Zuchtstation Stockheim aufzuheben und Gestütsstationen in Höchst i. O. und Beerfelden einzurichten. Einem in dieser Richtung gefaßten Beschlüsse der Zweiten Kammer wird die Zustimm- ung versagt._____

KoMische Tagesschau,

lieber die Disziplin unserer Marine,

so schreibt heute dieNordd. Allg. Ztg.", veröffentlichten die Münch. N. Nachr." vom 18. Juli einen Artikel, der sich besonders eingehend mit einem angeblichen Zwischenfall an Bord des KreuzersFr au en lob" beschäftigte.

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben über Dis­ziplinwidrigkeiten an Bord S. M. S.Frauenlob" sind in den wesentlichen Punkten frei erfunden. Nichtig ist nur, daß in der Nacht vom 4./5. Juni ds. Js. einzelne kleinere Gegenstände des Schiffsinventars über Bord geworfen, andere beschädigt sind. Ein irgendwie erheblicher Schaden ist dadurch nicht entstanden. Sonstige Disziplinwidrigkeiten von Belang sind an Bord des Kreuzers nicht vorgckommen. Es liegt nach dem bisherigen Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung der Verdacht vor, daß die er­wähnte Ausschreitung auf Mannschaften des 3. Jahrgangs zurückzuführen ist, die am Abend des. 4. Juni Erlaubnis erhalten hatten, ein Faß Bier zu trinken, unb ärgerlich darüber waren, daß ihrer Zecherei vom wachhabenden Offizier em Ende gesetzt wurde, als das Faß geleert war.

Um durch eine ernste Maßregelung der Wieder­kehr solcher Vorkommnisse vorzubeugen, ist S. M. S.Frauen­lob" während der Kieler Woche in die Neustädter Bucht gelegt worden. Die Maßnahme ist schon am 20. Juni ver­fügt; bei der Ankunft Sr. Majestät des Kaisers war das Schiff nicht mehr im Kieler Aasen.

Es liegt kein Grund für die Annahme vor, daß der Kommandant, Fregattenkapitän Caesar, durch übermäßige Strenge die Ausschreitung verschuldet hat. Es ist nicht richtig,' daß er vorübergehend seines Kommandos enthoben gewesen ist. Seine Ernennung zum Kommandanten S. M. S. Mars" die übrigens erst am 1. Oktober d. I. in Kraft

tritt, bis dahin führt er das Kommando S. M. S.Frauen- ob" weiter steht nicht im Zusammenhang mit dem hier erörterten Vorgang, sondern war schon vor dem Vorfall auf dem Kreuzer für die alljährlich während der Kieler Woche lekanntgegebenen Herbstkommandierungen der Stabsoffiziere )er Marine vorgesehen. In der Ernennung zum Komman- )anteu eines unserer großen Artillerieschulschiffe kann über­dies niemals eine Zurücksetzung oder Maßregelung gefunden werden. Sie beweist im Gegenteil das volle Vertrauen zu Leistungen und Fähigkeiten des Fregattenkapitäns Caesar.

Der Behauptung, daß die Manneszucht in unserer Marine in beklagenswerter Weise abnehme, muß mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden. Daß Ausschreit­ungen einzelner vorkommen, ist nicht zu vermeiden; aus ihnen läßt sich kein Schluß ziehen auf den Geist des Ganzen. Schwerere Insubordinationen sind überdies speziell )ei der aktiven Schlachtflotte, zu welcher auch der Kreuzer Frauenlob" gehört, neuerdings nicht öfter vorge- omm en, als in früheren Jahren. Die Strafstatistik ictoeift eher eine Ab- wie eine Zunahme gerichtlicher Unter« uchungen, und sicher eine Abnahme der verhängten schweren Strafen.

Die Begegnung von', die presse und die Börse.

Die Bedeutung der Entrevue wird von demBerl. Lok>Anz." heute folgendermaßen besprochen:

Wenn auch über dcn Inhalt der Unterredungen zwischen dem Zaren und Kaiser Wilhelm amtlich nichts bekannt gegeben wird, so darf bob versichert werden, daß zwischen den beiden Herrschern sehr wichtige politische Ange­legenheiten erörtert wurden und daß beide Monarchen von dem Ergebnis ihrer Begegnung überaus befriedigt sind und diesem Gefühle auch Ausdruck gegeben haben. Die son­derbaren Kommentare, die allerorts in der auswärtigen Presse austauchen, rühren zumeist, so z. B. selbst in den russischen Blättern, daher, daß eben niemand weiß, was auf den Käiser- Jachten vor sich gegangen ist. In diese Kategorie der Konick- turalpolitik gehört auch die törichte Annahme der Nowoje Wremja die ihr Echv in der englischen Presse findet daß Kaiser Wilhelm in Biörkö die Idee einer franko-russischk-deut- schen Koalition zur Bekämpfung dergelben Gefahr", d. h. mit anderen Worten, zur Zurückdränaung Japans angeregt haben durfte. Daß die auswärtige YZresse in Ermangelung posi­tiver Nachrichten sich in solchen Kombinationen ergeht, mag zum Teil auch darauf zurückzuführen sein, daß die Kaiserbegcgnung eben völlig Überraschend kam. Tatsächlich war es bis zu dem Augenblick, in dem die beiden Monarchen zusammcntraseu, selbst keiner der fremden Regierungen bekannt geworden, ob die Begegnung stattfindet oder nicht; so gut blieb diesmal das Geheimnis gewahrt."

Daß Zar Nikolaus zu Schiff Peterhof verlassen wolle, unterlag indes seit etwa einer Woche keinem Zweifel. Die Vorbereitungen, die für dieses Unternehmen nötig waren, konnten nicht geheim betrieben werden. Man sah die In­standsetzung desPolarstern", man bemerkte oen verdop­pelten Eifer der Polizei, und die Entsendung zweier Ka­vallerieschwadronen nach Kronstadt ließ sich unschwer auf das Bestreben zurückführen, die Etappen oes Reiseweges zu sichern. Nur der Zweck der Hebung blieb verborgen. Erst glaubte man in Petersburg, die Vorbereitungen ständen mit dem Semstwokongreß in Zusammenhang, und auch als die Herren in Moskau sich weniger radikal zeigten, als man gefürchtet hatte, rechneten die vom Hofe noch ziemlich be­stimmt mit einer Reise nach Kopenhagen und einem längeren Aufenthalt des Zaren in Dänemark. So kann es nicht wunder nehmen, daß die Kunde von der Kaiser- Entrevue in Peterhof wie in Petersburg zunächst wieder die absurdesten Gerüchte im Gefolge hatte, von denen hier nur das nicht etwa nur von kritiklosen Schwätzern verbreitete erwähnt sein mag, daß der Zar persönlich den Kaiser ersuchen wolle, Truppen über die polnische Grenze zu werfen. Wie in Berlin verlautet, sollen die Verhand­lungen über die Zusammenkunft schon seit Anfang JNni vom Zaren eingeleitet worden sein. Der Träger dieser Mission war der Großfürst Michael Mexandrowitsch, der bekanntlich den Hochzeitsfeierlichkeiten in Berlin bei­wohnte.

Gegenüber ausländischen Ausstreuungen glaubt die Tägl. Rundsch." auf Grund zuverlässiger Informationen feststellen zu können, daß Kaiser Wilhelm an der An­nahme der amerikanischen Friedensvermittelung durch den Zaren einen größeren Anteil hat, als bisher be­kannt geworden ist, ugnd daß der Kaiser gegenüber der russischen Reformfrage lediglich die Stellung ein­nimmt, die bestimmt wird durch Deutschlands Interesse, im östlichen Nachbarstaate dauernd geordnete Zu­stande aufrecht erhalten zu sehen.

DasBerl. Tagebl.^ knüpft an die Begegnung die weitesten politischen Folgen und ist, gleich uns, der Mein­ung, daß, wenn Rußland nut Japan so weit im Frieden ist, daß es die Kriegsentschädigung zu zahlen hat, es sich nicht allein mit einer neuen Anleihe an Frankreich wendet, sondern auch an den deutschen Geldmarkt. In diesem Falle, so meint das Berliner Blatt, würde sich Deutschland nur daun zu einer Anleihe verstehen, wenn unserem Kaiser die weitesten Garantien eines dauernden ernsthaften Friedenszustandes seitens des Zweibundes ge­währt würben.

Daß ja die Begegnung politisch von der größten Bedeutung ist, wird niemand bestreiten können, und wir wollen hoffen, daß an ihr die Saaten des Friedens und des Aufblühens sprießen mögen.

Die englischen Blätter bewahren große Zurückhal- timg in der Beurteilung der Kaiser-Entrevue und begnügen! sich meist damit, die Kommentare französischer Zeitungen wiederzugeben. Die konservativePall Mall Gazette" hebt die große Bedeutung der Zusammenkunft hervor, die sig hauptsächlich in den möglichen Folgen für das russische französische Bündnis erblickt. Deutschland sei gegen- wärtig allmächtig auf dem Festlande Europas unb es lasse dies das Festland fühlen. England könne jedoch seinen Einfluß auf daS Festland mittelst b er Seegeltend machen und daher halte es den Schlüssel der internationalen Lage in der Hand und nichtDeutsch- l a n d.

Maßvoll bespricht der PariserTemps" die Kaiser- Begegnung, welche leicht damit zu erklären sei, daß der Zar in einer für ihn so schweren Zeit die Ansicht eines Souveräns! hören wollte, dessen intellektuelle und moralische Tüchtigkeit, dessen treues Festhalten an deut monarchischen Gedanken und dessen Tatkraft un­bestreitbar seien. Der Wert der franko-russischen Allianz werde durch die Zusammenkunft vor Björkö nicht ver­mindert.

In der r u s s i s ch e n Presse liest man lediglich Regier» ungskommentare zur Monarchen-Begegnung, da die Zensur alle privaten Erörterungen verboten hat.

Der Petersburger Korrespondent der WienerN. Fr. Pr." äußert sich folgendermaßen: Wer sich Kaiser Wil­helm als einen Gegner der russischen Friedensverhand­lungen vorstellt, der wisse nicht, welchen Anteil der Kaiser daran hat, daß gegenwärtig in Amerika Besprechungen über den Frieden stattfinden, und wer der Ansicht sei, baß Kaiser Wilhelm dem Zaren geraten habe, die in Rußland verlangte» Reformen zu verweigern, solle doch erst abwarten, welche Maßregeln der Zar in Zukunft ergreifen wird.

An der Börse begegnet die Zusammenkunft begreif­licherweise dem größten Interesse. Russenwerte waren auf das Bekanntwerden dieser Zusammenkunft durchgängig höher, zum Teil sogar recht erheblicher Natur. Dre Rufs. Rente von 1880 zog um y4 Proz., die Anleihe bon 19Ö2 und Russische Konsols um Ä Proz. an. Bei den Prioritäten betragen die Kurssteigerungen durchschnittlich Ve Proz. Die Berliner Firma, die dort die russischen Interessen vertritt, also wohl das Haus Mendelssohn und die in prekäre Situationen stets intervenierend ein griff, gab jetzt selbst bei der lebhaftesten Nachfrage kein Material ab. Paris, das im Gegensatz zu Berlin in russischen Werten niedrigere Kurse aufwies, gab viele Verkaufsordres nach Berlin.| Den ftanzös. Börsen will diese Zusammenkunft nicht recht gefallen, wogegen die deutschen Börsen in ihr, wenn auch nicht gerade eine Friedensgarantie, so doch immerhin eine Unterstützung des Friedensgedankens sehen.

Zum Attentat auf den türkischen Sultan.

Konstantinopel, 25. Juli.

Die Angestellten und Diener im Pilbiz sowie die Ein­wohner der umliegenden Privathäuser wurden einem! strengen Verhör unterworfen. Der Sultan hat den Hinter­bliebenen der Opfer des Attentats Unterstützungen zukomme» lassen und ihnen Versorgung zugesagt.

Auch ein Deutscher ist verhaftet worben, bet Lehrer Hans Zeller aus Nürnberg. Die Behörden leugneten anfänglich seine Verhaftung und gaben sie erst heute zu, jedenfalls um ihre Untersuchung abzuschließen, da durch die türkischen Behörden verhaftete deutsche Staats­angehörige 24 Stunden nach der Verhaftung spätestens dem hiesigen Konsulat übergeben werden müssen. Der bentsche Generalkonsul hat die Recherchen nach Zeller eifrigst be­trieben und wird dessen soforttge Uebergäbe veranlassen. Allem Anschein nach hegt gegen Zeller nichts Verdächtiges vor und seine Verhaftung ist nur dem Umstande zuM- schreiben, daß er hinter dem Kavalleriekordon der Se- lamlikfeier zusah, wie dies oft weniger benrittelte Fremde tun, um die Zulassungstaxe von acht Francs zu sparen. Zwei Minuten nach dem Attentat zeichnete er dort ein Krognis und versuchte eine photographische Aufnahme. Der Apparat wurde konfisziert.

Zeller oder Heller die Nachrichten lauten zurzeit verschieden ist unverheiratet, 44 Jahre alt und seit etwa 12 Jahren Volksschnllehrer in Nürnberg.

Wussssche MeuigLeiten.

In Petersburg wird in Tausenden von Exemplaren ein Aufruf der Arbeiter an die Vertreter der Semstwos und Städte verbreitet, in dem es heißt:Unsere Aufgabe ist der bewaffnete Aufstand. Wir wollen das alte System mit der Wurzel ausrotten. Nun sagt uns, mit wem Ihr gehen wollt, mit dem Zaren oder mit uns? Bedenkt aber bei Eurem Entschluß, Bürger, daß heute Jeder, der nicht für das Volk einsteht, ein Feind des Volkes ist."

Trotz Intervention hochgestellter Persönlichkeiten hält bet Generalgouverneur von Polen das Verbot der Abhaltung des nach Warschau einberufenen landwirtschaftlichen. Kongresses aufrecht.

In TifliS wurde der Polizei meist er Kowalow durch eine gegen ihn geschleuderte Bombe schwer ver­wundet. Zwei Bombenwerfer wurden verhaftet. In Warschau wurde ein Geheimagent der Polizei durch Messerstiche getötet. Ein Polizist in Moszyer, einer in Kalisch sowie ein Detektiv in Sosnowice wurden ermordet. In Lodz wurde eine Bombenfabrik entdeckt. Außer Rohmaterial zu deren Herstellung fand man vier Kisten mit Proklamationen an das Lodzer Militär und eine Liste von einigen 20 Führern der Lodrer Sozialisten und Anarckültem