• 25jahrigeb Jubiläum der VersicherungS- marke. Die Marke als Quittung über VersicherungSbei- träge ist durch die deutsche sozialpolitische Gesetzgebung weitesten Kreisen eine — sc nachdem man den Standpunkt des anspruchberechtigten Nentenempfängers oder den deS Beitragszahlers vertritt — mebr oder minder lieb gewordene Einrichtung geworden. Die Einführung der Versicherungsmarke ist aber — was nicht allgemein bekannt sein dürste — älter als die staatlichen Versicherungseinrichtungen unö ein Werk der Privat-Assekuranz. Am 15. April 1880 fertigte der damalige Bevollmächtigte für Preußen der Wiener LebenS- verncherungsgesellschast „Patrick, jetzige Generaldirektor der ^lellschaft „Friedrich Wilhelm^ in Berlin, die ersten Lebensversicherungspolicen mit wöchentlicher Beitragszahlung aus. Die Beitragszablung erfolgte durch Marken, die der Versicherte beim Agenten zu lösen und in das Policebuch einzukleben hatte. Diese für den Minderbemittelten bestgeeignete Versichern nasform gewann in der Folge rasch einen lebhaften Aufschwung.
, * Kleine Tagescbronik. In Greifswald wurde
in daZ Universttätskrankenhai'- eine an den c ck> t e n r u ssi s ck> e n Bocken erkrankte russische Schnitterin aus Flammenberg, Kreis Franrburg, eingeliefert. Umfassendste Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. — Der Gouverneur von Penjab erllärt, daß 15 000 Personen durch das letzte Erdbeben in Indien getötet worden sind.. Ferner befinden sich etwa 250000 Personen obdachlos, da die Wohnungen zum größten Teil zerstört sind. — Der verheiratete Obersteuerkontralleur Pfannenschmied von der Posener Steuerdirektion erschoß sich im Laboratorium des Zollamts. Der Beweggrund des Selbstmordes ist unbekannt. — Während der Ostermesse schnitt sich am Sonntag in der Redemp- toristenkirche zu Roulerz (Belgien) der 80jährige Priester- Borremans in einem Anfall von religiösem Wahnsinn vor dem Altar den Hals mit ein em Rasiermesser durch, sodaß, das Blut weit über oen Altar und die Menge spritzte. — Revisionen der Stadtkasse in Friedland in Mecklenburg, wo der Bürgermeister Voß jüngst mit Hinterlassung großer Schulden verstorben ist, haben jahrelange Fälschungen und Unterschlagungen in der Höhe von 3 bis 400 000 Mark ergeben. — Vom Roßkops (Tirol) ist ein fremder T o u r i st in den Köllenburggraben abgeftürzt: er wurde tot aufgesunden. — Wie die „Berl. Ztg." aus Paris mitteilt, hat sich Dr. Fritz Friedmann vom Variete wieder abgewandt und in der französischen Hauptstadt niedergelassen. Er will sein Glück als „Internationa^Anwalt" versuchen und hat am Boulevard Montt-n-^rti-p pin SRirrpmt rrpinio+pf.
Kunst unv Wissenschaft.
— Wie aus Dresden telegraphisch gemeldet wird, ist der Professor Julius Kniese, der Mitarbeiter Richard Wagners, und weitbekannte Chorleiter der Bayreuther Festspiele, am Herz- schsag gestorben.
Wniversttäts-Dachrichten.
Berlin, 25. April. Wie die „Tägl. Rundschau" erfährt, wird demnächst im Kultusministerium eine Sitzung stattfinden zur Beratung grundlegender Bestimmungen für die Studentenausschüsse -an den Universitäten und Hochschulen. An dieser Sitzung werden sämtliche Rektoren dieser Anstalten in Preußen teilnehmen. Die Satzungen werden der Bildung von Studentenausschüssen bestimmte Vorschriften setzen und ferner feststehende Bestimmungen enthalten über die Beteiligung der Studierenden an kirchlichen und politischen Fragen, denen sie in Zukunft ganz fern bleiben sollen. (??) Die im Ministerium sestaostellten Sa^unaen für dm Ausschutz sollen für
die Studentenschaft maßgebend p?t und etwaige Änderungen lokaler Natur in Hukir-nft ttvc hnw aenebmiat werden.
Wödifntli*f Ifrbfrfidit brr fobrsfällf in btr Stabt fiitfifn
3. Woche. Vom 15.—21. Januar 1905.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 iiukl. 1600 Mann Militär Cterblichkeitsziffer: 31,57
nach Abzug von 8 Ortsfremden' 16,70 V-o.
Kinder
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Es starben an: Zusammen:
Erwachseire
1.
: im
Lebensjahr: 2.
vom —15. Fahr
Dyphtherie
2 (2X
—
—
2 (2)
Lungenschwindsucht
2 m
2(1)
——
—
Krebs
1 (1)
1 (1)
-—
—
Lungenentzündung
1
1
—
—
Influenza
1
1
—
—
Rhachitis
1
—
—
1
dltrophie
1
—
—
1
Ni erenentzündung
1
1
—
>— —
Altersschwäche
2 (1)
2 (1)
—
—
Lebensschwäche
3(2)
3(2)
—
Krämpfen
1
«—
1
—
im Wochenbett
1 M
1 (1)
—
■—
Summe
17 18)
9 (4)
4(2)
4 (2)
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, 27. Avril 1905: Vorübergehend aufheiternd, später wieder Trübung und Regen, ziemlich warm.
Räßeres durch die Gießener Wetterkarte.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Erz-Kuxe.
lernte. Nachfrage 3375. Ausbeute 1903 225, 1904 300.
Familien Nachrichten.
Geboren. Herrn Ludwig Kappus und Frau (Offenbach a. M.) ein Sohn. ________________________________________
Hriginal-Draytmesdunsten.
O§v abrü ck, 26. April. Der apostolische Präfekt von Deutsch-Südwestafrika, Nachtwey, ist hier einqetroffen und wird in Berlin über die dortige Lage Bericht erstatten.
München, 26. April. Die Stadt verlieh dem bekannten Maler v. Defregger das Ehrenbürgerrecht anläßlich des bevorstehenden 70. Geburtstages des Künstlers.
London, 26. April. Die „Dmes" melden aus Kan e a: Die Insurgenten von Kreta beschlossen, den Truppen der Mächte feinen Widerstand zu leisten. Ein englischer Kreuzer kreuzt an der Küste, um Waffeneinfuhr zu verhindern.
Murcia, 26. April. Als die große Ostermontag- Kavalkade durch die Straßen zog, gerieten die Kleider eines jungen Mädchens, das auf einem Festwagen auf einem Fasse festgebunden war, in Brand. Niemand hörte anfangs das Geschrei der Unglücklichen. Als die Stricke, die sie hielten, durchgebrannt waren, fiel der halb verkohlte Körper vom Wagen herab.
Rom, 26. April. In Sori bei Genua starb der Oester- reicher Antonio Hormann, der seit 1889 dort eine Villa bewohnte. Ein Innsbrucker Vrofeffor machte den Behörden Mitteilung, daß der Verstorbene kein Mann, sondern eine Frau und zwar seine Schwester gewesen sei. Die Untersuchung bestätigte diese Anggben. Die Verstorbene, deren Name Hermine Gärtner war, gab sich seit Jahren als Mann aus.
Nom, 25. April. Die „Sribtma* meldet: Bei Besprechungen des Ministers Tittoni mir den Botschaftern von Frankreich, England und Rußland ergab sich übereinstimmend die Auffasiung, daß sich bei der gegenwärtigen Lage der Dinge die Einverleibung Kretas in Griechenland als eine Unmöglichkeit darstelle und es angezeigt sei, zugleich mit der Entscheidung dem Prinzen Georg seine Anzahl von Maßnahmen mitzuteilcn, die auf die Beruhigung der Gemüter abzielen. Diese Beschlüsse werden in einem Protokoll niedergelegt und sowohl den Mächten als auch dem Prinzen Georg mitgeteilt, welcher sie der provisorischen Regierung in Therisso mitteilen soll. Die „Tribuna" spricht ihre Befriedigung über diese Beschlüsse aus und wünscht der Bevölkerung Kretas, diese möge die Schutzmächte nicht zwingen, den Gesamtbedürfnissen, die stärker sind als Einzelansprüche, Achtung zn verschaffen.
Pisa, 26. Ttorn. Aus dem Arno kenterte ein 93oo\ mit 6 Insassen. Ein junger Deutscher Namen? Konrad Albrecht sprang in die Fluten und rettete von den Verunglückten fünf.
Moskau, 26. April. Eine Explosion zerstörte hier eine Fabrik. Das Unglück soll durch eine Bombe hervor- gerusen worden sein, welche Arbeiter in der Fabrik versteckt hatten. Seit mehreren Tagen kommen auch in Li bau fortwährend Feuersbrünste in den verschiedensten Teilen der Stadt zum Ausbruch, welche auf verbrecherische Hände zurückzuführen sind.
Tsingtau, 26. April. Russische Offiziere erhielten hier die Nachricht, daß die baltische Flotte die Kam- ranh-Bucht verlassen habe mit südöstlichem Kurse, um sich mit dem Geschwader Nebojatow zu vereinigen.
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt a. M., 26. April, 2V4 Uhr
Reichsanleihe
101.60
4=Vb % Oesterr. Silberrente . 101.10
Türkenlose . .
100.00
105.90
67.60
67.70
89.30
136.40
4% 4°/n 4% 30/
1%
Ungar. Goldrente Italien. Rente . Portugieser I . Portugiesen. III Unif. Türken
8U/n Mexikaner ■G/oO/n Chinesen Electric. Sehuckort Nordd Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Ber’iner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden , . Gottbardhahn , , Laurahütte , . Bochum . . .
3Vto/o 3Vo 3V,o/° 3°/n
9‘W)
31 Oberhessen
4% Oesterr. Goldrente
do. Konsole do. Hessen
. 90.70 . 101.55 . 90.80 . 100.45 . 99.00 . 102 10
mittae-s.
. 85 46
. 96.25 . 138.70 . 124.50 . 209.70 . 188.60 . 142.50 . 156 60 . 170 00 . 142.10 . 16 50 . 189.00 . 274.25 . 249.00
4% Grieoh. Monopol.-Anl. 51.70 Harpener . . .
47i®/6 äussere Argentiner 00.00 Staatschatzscheine Tendenz: ruhio".
. 216 60 . 100.60
Danksagung
herzlichen Dank
2280
Brooklyn, Gießen, 25. April 1905.
Christian Jughard Carl Jughard
Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Ableben unserer guten, lieben Mutter sagen
Oeffentliche Zustellung.
Der Vormund der minderjährigen Marie Zimmer von Laubach z. Zt. in Gießen, Spenglermeister Friedrich Döll in Laubach, Prozeßbevollmächtiger Gerichtsakzessist Braulke in Gießen, klagt gegen den Georg Kraft, zuletzt Bäckergeselle in Gießen, z. Zt. unbekannten Aufenthalts unter der Behauptung, daß dieser der Vater des von der Lina Zimmer von Laubach am 5. Mai 1904 außerehelich geborenen Kindes, Marie Zimmer sei mit dem Anträge, 1., den Beklagten zu verurteilen, dem Kinde von seiner Geburt an bis zur Vollendung seines sechzehnten Lebensjahres, und im Falle, daß cs zu dieser Zeit außer Stande ist in Folge körperlicher oder geistiger Gebrechen, sich selbst zu unterhalten, bis zur Behebung dieses Umstandes, als Unterhalt eine im voraus zu entrichtende Geldrente von vierteljährlich Vierundfünfzig Mark — 54 Mk. — eoent. wieviel gerichtliches Ermessen zubilligt, und zwar die rückständigen Beträge sofort, und die künftig fällig werdenden Beträge am 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober jedes Jahres zu zahlen und die Kosten des Rechtsstreits zu tragen? 2. das Urteil für vorläusig vollstreckbar zu erklären.
Der Kläger ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht in Gießen aus Mittwoch, den 6. Dezember 1005, vormittags ni)t. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug" der Klage bekannt gemacht.
Gießen, den 18. April 1905.
Bühner, Aktuar, p3< , Gerichtsschreiber Amtsgerichts.
Saiad,
LuS der neu eröffneten, an der Marburger Straße nächst der Stadt liegenden Grube, empfehle zu oen billigsten Preise«.
M. Schmidt, Landgrafenstr. 5.
Auch in der Grube wird Auskunft erteilt. 02573
Spar- uni Mschchmein I Bem»
(eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht).
Bilanz am 31. Dezember 1904.
Aktiva:
1. Ausgeliehene Kapitalien und zwar:
a. gegenObliga- tionen
b. Bürgschaft
c. Güterkaufgelder
d. Wertpapiere nachdemKurS am 31. Dez. 1904
2. Kassenvorrat
3. Unersetzte Vorlagen
4. Ausstände
5. Mobilien
500 471 24
116 006 91
29 600 96
8 570 —
5 138 58
56 76
30 721 33
133,93 Mk.l0<>/(, Abschreibung 13,39 Mk.
120 54
690 686 32
Passiva. JL $
1. Aufgenommene
Kapitalien 655 927 69 2. Stammguthaben
der Mitglieder 16 194 68 3. Reservefonds
11 630,77 Mk.
Zu Eintrittsgelder 200 —
Zuweisung aus dem
Reingewinn pro
1903 142,76 11 973 53
4. Betriebsrücklage 1 600 — 5. Reingewinn 4 990 42
690 686 32
Die Zahl der Mitglieder betrug Ende. 1903 58
Während 1904 gingen zu ... 4
~62
Während 1904 gingen ab . . 2
Daher Stand der Mitglieder Ende 1904 ' 60
Donnerstag, den 4. Mai, nachmittags 3 Uhr, soll die dieSjDrhe Generalversammlnng im Saal des Karl Sommerlad dahier stattsinden.
Tagesordnung:
1. Verkündigung des Rechnungsergebnisses.
2. Beschluß über Verteilung der Dividende.
3. Besprechung über Vereinsangelegenheiten.
Die Rechnung liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Interessenten beim Rechner offen. 2273
Beuern, den 25. April 1905.
Spar- nnd Vorschnßverein Beuern I.
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