Ausgabe 
27.6.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Matt.

Dienstag 27. JunilSVS

Gchttiftratz« 7.

Vdrefle für Depeschen: Nuzeiger Gieße».

Frrnsprechanschluß Nr. dl.

LSö. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger **

Amts- und Anzeigeblatt filr den Kreis Gießen

Nr. 148

außer Gmmtag*.

Dem Gietzener Nnzeiger werden im Wechsel mit dem SeMschen Landwirt die Gießener Kamilirn» KiMer viermal In der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Vrühl'fchen UatV«ch-Bnch-n.Vtetn- fctudmL Ä. Sana«.

monatlich7bM^viett^ iäbrlich Mk. 8JTO; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch diePost Mk. 3.viertel- jahrl. auSschl. Bestellg. ^nnaf|me van Anzeigen ir dre Tc rSv'Unnrer 'S oo-nnütaq« J1 tJit.

Zc''enmteiS: tqtii"X2^w ai'swärtS ?j*j.

B«rantwor.U'ch jüt den peilt und U'.ö.t Dell: P. Wtttko: für .Stadt und Canb* und »GerichtSiaal*: August Goetz: lüt den An­zeigenteil: HanS Beck-

Aie dmttge Kummer vmfaßt 10 Seitm.

Aer Krieg.

Rußlands Truppenmacht.

Der LondonerDaily Telegraph* meldet aus Tokio, General Linewitsch habe, als er das Kommando der Mandschurei-Armee übernahm, 171000 Mann gehabt. Seit­dem habe er 135 000 Mann Verstärkungen erhalten, sodaß er augenblicklich über 8 0 6 000 Mann und 900 Ge­schütze verfügt.

Echo de Paris" meldet aus Tokio: Den letzten Nach­richten zufolge belaufen sich die gesummten Streitkräfte der Armee vor Wladiwostok auf ca. drei Armeekorps. Täglich treffen etwa tausend Mann aus Rußland ein.

England und Rußland.

Singapore, 26. Juni. Nördlich von Hongkong wurde der einer englischen Gesellschaft gehörige Dampfer Dntone von einem russischen Hilfskreuzer in den Grund gebohrt.

London, 26. Juni. (Unterhaus.) Mac .Arthur richtet eine Anfrage an die Regierung in der Angelegenheit der Beschlagnahme und des Versenkens englischer Schiffe durch russische Kreuzer. Gibson Bowles fragt gleichfalls, was im Falle desKnight Commander" geschehen sei. Balfour erwidert, er hege keinen Zweifel, daß Genugtuung gegeben würde. Er sei froh, bezüglich der Frage Mac Arthurs im stände zu sein, dem Hause mitzu- teilen, daß England die besten Gründe habe, zu glauben, daß die russische Regierung das Vorgehen des Kreuzers miß­billige und daß sie an den Dniepr nach Dschibuti Befehle gesandt habe, welche die Wiederholung solcher Verletzungen des Völkerrechtes unmöglich machen.

Die Friedenssrage.

Washington, 26. Juni. (Reuter.) Rußland wie Japan haben dem Präsidenten Roosevelt mitgeteilt, daß ihre Bevollmächtigten im ersten Drittel des Monats August in den Vereinigten Staaten zusammentreffen werden.

Rofchdjestwenski der Reuige.

Daily Telegraph" meldet aus Tokio: Admiral Roschd- (eswensky telegraphierte folgendes: Seitdem ich die Nachricht von der Uebergabe desOrel",Nikolaus I.",Admiral Sjipagin" und desAdmiral Apraxin" erfahren habe, ist meine Ruhe vollständig dahin. Ich betrachte mich als allein verantwortlich. Die Offiziere der vier ge­nannten Schiffe erklären sich bereit, in Japan zu bleiben. Ich erwarte vom Zaren neue Befehle.

Die Feier für die Gefallenen in Tokio.

Eine ergreifende Feier haben die Japaner in Tokio zur Er­innerung an ihre Gefallenen veranstaltet. Der Frühling tjr für die Hauptstadt des Mikado imtner eine Festzeit; aus allen Teilen des Landes strömen die Leute herbei, um ihre Herrlichkeiten zu bewundern. Diesmal aber gab es für den Strom der Pilger einen anderen Anlaß, in die Stadt zu kommen; Männer, Frauen und Kinder wallfahrteten zur Shokonsha-Kapelle, unt die Seelen derer zu verehren, die im Felde ihr Leben für das Vaterland gelassen haben. Die Gedenkfeier war vom KriegsMiNistermm an­geordnet worden. Auch das Kaiserpaar wollte ihr beiwohnen, mußte aber absagen, da der Mikado sich unpäßlich fühlte. Als erster erschien jedoch im Tempel sein Vertreter, Vicomte Taveya; er wurde von Priestern begleitet und las das Gebet des Kai­sers Viele kamen injinrikshas", die ganze Woche lang stunden Reihen von Wagen wartend unten am Kundanhügel; aber weit­aus die meisten kamen zu Fuß zum Tempel, müde vvm langen Wandern, viele mit wunden und bloßen Füßen, da Die abgetra­genen Stwhsandalen unterwegs abgefayen waren. Die Kirsch­blüte war saft zu Ende gegangen. Nur hier imb da noch flatterten ein paar zartrosa Blütenblätter auf die Menge hernieder, m deren Stimmung sich seltsam Trauer und Fröhlichst Mischte^ Im Tempelbezirk waren von Beginn der Fe^r an die MUgA Fpner angezündet und brannten Tag und Nacht die ganze Woche hindurch. seinem Innern hat der Shokonsha nichts von dem glitzernden Tand, den andere Tempel im Lande haben,; mir ein Spiegel, ein Teppich und einige Holzstuhle sind darin. Dafür aber "birgt der Tempel daS Kästchen, m dem die Namen der Ge­fallenen aufbewahrt werden. Bis dahm kannte das Volk die ganze furchtbare Größe der Totenlifte noch nicht. Jetzt aber er­fuhr es, daß die Namen von 28 999 Landsoldaten und 1887 Seeleuten in dieser Liste aufgezahlt waren. Der Höchste im Range war im Heere der Generalmajor Jamamoto, in der Marine Kapitän Saiti. Die Namen derer die wahrend des Krieges an Krankheiten gestorben sind, eMhalt diese Liste nicht. Dicht bei dem Tempel war eme russische Fahue ausgestellt, die bei Mulden erobert und dem Mikado vom Marschall Oyama übersandt worden war, daneben die Flagge des "Wariag , die Ad­miral Togo mit anderen Trophäen zusammen geschickt hatte. Nachdem das Volk den Shokonsha besucht und, den Seelen der Gefallenen gehuldigt hatte, fand es seine Vergnügungen in. einer Art Volksfest. Die verschiedensten Veranstaltungen, für die, dre GnreÄtt an der Front eine große Geldsumme beigesteuert hatten, wa^en für diesen Zweck getroffen. Man hatte Buden, zu Rrng- kämvien errichtet, Akrobaten und Taschenspieler führten ihre Künste vor man sah Panoramen von der Belagerung von Port Arthur und bunte Kriegsbilder in Guckkästen, und man ergötzte sich. an

witttSrtGelautetTaten:Wir haben unseren Lieben unsere Ehr- DKW *

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darauf, daß er den Tempel betreten durfte als der Junge fragte, wo der Vater wäre.Dort mjame-n", sagte oer alte Mann.Wie groß ist doch Vaters Haust Ich hxß aber hinein und ilm seherr", sagte der Knabe. Mer der Großvater hielt ihn fest.Das HauS ist so groß, daß wir den Vater nicht finden können", sagte er, und dabei flössen ihm die Tränen über die runzligen Wangen.

Wußkand in Sturm und Drang.

In Lodz wurden bei den letzten Unruhen nach offi­ziöser Darstellung 34 3 Jutsien und 218 Christen getötet. Jins gesamt wurden 700 Personen ver­wundet. Die Arbeit in den Fabriken ist wieder ausgenom­men worden. 15000 Personen sind ab gereist. Die Bauern bereiten sich vor, um mit Sensen in die Stadt einzudringen. Jtt der Poludniowastraße wurde saus Häusern und. von den Dächern auf die Militärpatrouillen heißer Teer gegossen. Biele Soldaten wurden dadurch getötet oder verwundet. In Ausführung eines kaiser­lichen Ukas proklamierte Generalgouverneur Maximowitsch den Kriegszustand in Lodz. General Schutleworts ist zum Kommandanten von Lodz ernannt worden.

Der Aufruhr in Warschau, der bisher nur ver­einzelte Zusammenstöße gezeitigt hatte, beginnt sich,, nach neuesten Meldungen, za organisieren und bedeutende Dimen­sionen anzunehmen. Die revolutionäre Partei versieht die Arbeiter mit Waffen und Bomben aus geheimen Depots. Die Arbeiter sind in Warschau über 100 000 Mann stark und beabsichtigen, eine regierungsfeindliche Demonstration zu veranstalten. Der Schauplatz des bevorstehenden Blut­bades wird wahrscheinlich die Karmelitkajastraße sein. Be­reits werden in der' Karmelitkajastraße. und auch in den Arbeitervierteln Barrikaden errichtet. Die poln. Frauen wollen an der Bewegung gleichfalls teilnehmen und die Soldaten mit siedendem Pech und heißem Wasser begießen. Die Bewegung nimmt einen ernsten revolutionären Cha­rakter an. Man befürchtet, daß mit dem Ausbruch der Unruhen in Warschau sich der Aufruhr über ganz Polen ausbreiten und eine Wiederholung der Erhebungen von 1839 und 1863 zur Folge haben wird. Die Devise heißt jetzt schon: Los von Rußland. Nach offiziöser Darstellung ist der Versuch des allgemeinen Ausstandes mißlungen, trotzdem die Stimmung erregt ist. In den Straßen Wronia und Krochmalna wurden ftmf Barrikaden durch Militär zerstört. Hierbei kamen zwei Personen um Der Betrieb in den Fabriken ist eingestellt, obwohl unter den Arbeitern Mißstimnumg über bcn' Ausstand h^Aus Czenstochau wird gemeldet, daß auf den Po­lizeimeister eine Bombe geworfen wurde. Hierbei wurde dieser und sieben Vorübergehende verwundet.

In dem Artilleriepolygon bei Petersburg ereignete sich am Samstag eine furchtbare Explosion in der Füllabteilung, in der zwei Mann unter der Leitung eines Obersten ein dreizölliges Geschoß zu Schießversuchen mit einem neuerftmdenen Sprengstoffe stillten. Alle drei sind tot. Der Füllraum wurde zerstört.

Nach neueren Nachrichten aus dem Kaukasus hat sich der Kampf zwischen den Armeniern und Tataren noch nicht abgeschwächt. Die Armenier greifen jetzt die­jenigen tatarischen Dörfer an, welche sich durch ihre Graw samkeiten hervorgetan hatten. Viele Tataren ergreifen dre Flucht. Die revolutionären armenischen Komitees erließen eine Proklamation, in welchen den Tataren, die auf den Appell an die Solidarität und Brüderlichkeit durch ihre Gewalttaten und Plündereien geantwortet hatten, der Krieg bis zum Aeußersten erklärt wird. Die durch ihre Verluste erschreckten Tataren im Bezirk Erivan, die rn rhreni ver­schlossenen Häusern bleiben, bitten um Versöhnung Dre Armenier fordern aber dafür sichere Garantteen. General Alikhanoff, ein Muselmann, und der Bizegouverneur Ta- ranowsky, Adjunkt des Fürsten Gaützin, ftno nach Nakhitt- chevan gesandt, um die Ordnung wieder herzustellen, sie ermutigen aber durch ihre Haltung die Dttaren, was als ein neuer Beweis der antiarmenischen StellurA des Orze- könias des Kaukasus ausgefaßt wird. Ueberall bewaffnen sich die Armenier, da sie Weder der russischen Regierung, noch den Versprechungen der Tataren vertrauen.

Aus Stadt Md Kand.

Gießen, 27. Juni 1905.

.. Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Forstaffefsor Dr. Schenck aus Darmstadt, z. Zt. Chef der W. K. Vanderbiltlchen Forstverwaltung in Nord­amerika und Direktor der Forstakademie zu Biltmore (North. Carolina), den Charakter als .Oberförster- verliehen. - In den Ruhestand verseht wurden die BahnwSrter in der Hess.- Preuß. Eisenbahngemeinschaft Petry zu Nieder-Saulhe.m und Ku ob loch zu Albig. - Der Mtuariatsassistent be, dem Amtsgericht Bad Nauheim, Habich, wurde zum Assistenten bei der Landes-Hypothekenbank ernannt.

** Tagesordnung für b t e Sitzung der Stabtverordneten-Versammlung Donners- taa den 29. Juni 1905, nachmittags 4 Uhr: 1 Auslosung von Schuldverschreibungen des 1890er An- le'hcns 2. Desgleichen d-S 1892er AnlehenS. 3. Bau- gesuch'des Balthaser Pitz für di- Ecke d-r Li-bigsttaße und Querstraße: hier: Dispens. 4. Desgleichen des Georg Hamnwl dahier für die Große Mühlgasse; h.er: Durch, sührung der Fluchtlinie. 5. Neubau von Karl N'eolaus an der Roonstraße; hier: Beschwerde von Wagner und Noll. 6 Baugesuch des «. Scheppelmann für die Roonstraße. 7 Berkaus von Gelände an der Roonstraße; hier: Enigabc von K. Weller. 8. Verwertung des neben der E. Roth, schen Hofreite an der Marburgerstraße herziehendcn städt.

Grabens. 9. Erwerb von Straßenland Gr. Mühlgasse und Westanlage. 10. Gesuch des Ad. Schmidt hier um pacht­weise Überlassung eines Grundstücks an der Marburger- sttaße zwecks Sandgewinnung. 11. Kanalisation; hier: Arbeitsvergebungen. 12. Verkauf von Sand aus der Klär­anlage. 13. Hauvtvoranschlag des Gr. Realgymnasiums und der Realschule für 1906. 14. Vergütung für Reinigung der durch Unterbringung einer Vorschulklasse des Gynrna- siums im israel. Gemeindehause benutzten Räume. 15. Des­gleichen für Heizung, Wasser rc. 16. Errichtung einer landwirtschaftlichen Winterschule. 17. Gesuch der Garnison­verwaltung dahier um oktroifreie Einfuhr von Steinkohlen. 18. Gesuch des Vorsitzenden des Westerwaldklubs um Bei­tritt der Stadt als Mitglied.

* Gin Betrüger. Am 24. d. Mts. abends erschien in einem hiesigen Geschäft ein gutgekleideter fremder junger Mann und kaufte verschiedene Kleinigkeiten, dabei ein 20 Mk.- Stück in Zahlung gebend. Er verstand es hierbei, neben dem von einem Lehrling erhaltenen Gelde auch das heraus­gelegte 20 Mk.-Stück wieder in seine Tasche verschwinden git lassen. Sollte der Betrüger auch noch in anderen Geschäften diesen Schwindel ausgefühtt haben, so empfiehlt es sich, der Polizei Anzeige zu machen, da der Betrüger bis jetzt leider nicht genügend signalisiert werden kann.

* * Der GesangvereinHarmonie*, der älteste Verein von hier, hatte am Sonntag ein Waldfest veranstaltet, welches infolge eines Gewitterregens abgebrochen wurde. Der Verein rückte mit Musik durch die Stadt nach der Turnhalle und hielt fein Fest dort ab. Unter der Leitung des Diri­genten, Lehrer Alb ach, wurden Lieder vorgetragen; auch andere Vereine waren als Gäste vertreten. Verschiedene Lieder wurden im Gesamtchor gesimgen; der Bauer'sche Gesangverein bot einige Lieder, die gleichfalls mit großem Beifall aufgenommen wurden. Die Kinder wurden mit Bretzeln bedacht. DaS Fest schloß mit einem Tanz.

* * Kurtheater Bad-Nauheim. In der An­nahme, daß es auch sirr Gießener Leser von Interesse ift,; wird uns mitgeteilt, daß in der am Mittwoch, dem 28. Juni, am Kurtheater in Bad-Nauheim stattfindenden Aufführung vonMonna Van na" Fräulein Charlotte Boch vom Frankfurter Schauspielhaufe gastieren wird, was aus dem Wochenprogramm nicht ersichtlich war.

a. Vom Dünsberg, 26. Juni. Die Fahrpost von Rodheim nach den entfernten Orten hinter dem Düns­berg wurde in der letzten Zeit wiederholt von Unfällen bettoffen. Vor etwa 14 Tagen geriet der fahrende Land- briefttäger W. Platt im WaldeJsselscheid" unter den Postwagen und schwebte dabei in größter Lebensgefahr, während das Pferd allein bis nach Fellingshausen davon-^ rannte, wo es eingefangen werden konnte. Am vorigen Samstag nun hat das Pferd auf der Dorfstraße zu Frankenbach bei einem ähnlichen Fall bedeutende Ver­letzungen davongetragen, sodaß es noch am selben Nach­mittag geschlachtet werden mußte. Zum Glück wurde in beiden Fällen Die Post von Passagieren nicht benutzt. Es wäre aber wohl zu wünschen, daß die schon so lange ge­plante Fernsprechverbindung nach den Gemeinden am Dünsberg endlich zur Ausführung gebracht würde.

g. Stockheim, 26. Juni. Ein scheußliches Ver^> brechen wurde gestern an einem zwölfjährigen Mädchen verübt. Der 41 Jahre alte Landwirt R. lockte das Kind in einen Stall und vergewaltigte es, nachdem er ihm einen Knebel in den Mund gesteckt hatte, um es am Schreien zu verhindern. Der Täter wurde noch am gleichen Tage ver­haftet.

-o- Ortenberg, 26. Juni. Heute früh gegen 4 Uhr brannte ein Nebengebäude der Villa Besthorn nieder^ Durch das rascheEmgreifen der Feuerwehr wurde ein weiteres Umsichgreifen des Feuers verhindert.

sd. Darmstadt, 26. Juni. Der König von Sachsen empfing heute nachmittag eine Abordnung des hie­sigen Sachsenvereins, beehrte die Herren mit huldvollen An­sprachen, erkundigte sich nach den Verhältnissen des Vereins und seiner Mitglieder und gab neue Anregungen. Nach dieser Audienz fuhr Se. Majestät mit Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog nach dem Jagdschloß Kranichstein, wo die Herrschaften den Tee einnahmen.

L.L. Darmstadt, 26. Juni. Das 50jährige Di en st» jubiläum des Nestors der hessischen Lehrerschaft, Ober­lehrer Karl Backes, gestaltete sich zu einer außerordent­lichen, aber wohlverdienten Ehrung für den greisen Jubilar. Am Vormittag fand in der von ihm geleiteten Knabenschule in der Müllersttaße eine Schulfeier statt, zu welcher Lehrer und Schüler die besten Vorbereitungen getroffen hatten. Gesang der Kinder leitete die Feier ein, worauf einer der Schüler ein wohlgelungenes Gedicht vortrug, in welchem die versammelten Schulkameraden ihrem hochver­ehrten Lehrer ihre herzlichsten Glückwünsche darbringen. Dann hielt Lehrer Fölsing eine Festansprache, die mit einer sinnvollen Ovation für den Jubilar schloß. In­zwischen versammelten sich auch im großen, prächtig deko­rierten Saal des städtischen Saalbaues hunderte von Kollegen des Jubilars, sowie Vertreter der Behörden, der Oberbürgermeister, der Bürgermeister, die Beigeordneten, sowie eine große Anzahl Stadtverordnete zur Teilnahme ay der amtlichen Feier des Jubiläums. Gesang de-