Ausgabe 
25.7.1905 Zweites Blatt
 
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Nr. 172

Dienstag »ö. Jun l»v$>

155. Jahrgang

Zweites Blatt

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Sietzen

5

$Jn i11 einzeln, Herrn vchriill. Meld, unter

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Rebafttsn, ©spebUton n-SDuideret: Schulstr. 1.

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Srichetat «S»ch vu«nahm« des Sonntags.

Die weitte« ^aufnenbiatter* werden dem ,Ilnzetger viermal wöchentllch betgelegt Der ^eistlchs taobottF «icheint monatlich einmal.

ger (Kopf- und Dchulterfchutz). Reiter Johann Klein hat sich am 19. d. M. in Windhuk aus Unvorsichtigkeit mit einem Revolver durch die linke Hand geschossen.

Volttische Tagesschau.

DaS Reich nnb die Landwirtschaft.

Der Reichsdienst für die Landwirt) chaft ist nach derK. <6ztg." nicht sehr lohnend. Mit einiger Verwunderung hat man s. Zt. die Bemerkimg des Abg. Frhm. v. Richthofen aus­genommen, daß im Reichsamt des Innern ein Vor­tragender Rat für die Landwirtschaft n) t vorhanden ist. Ist das möglich? Rach dem Etat zahlt das Reichsamt 1 Unterstaatssekretär, 3 Direktoren und 22 Vortragende Räte, dann einen ständigen landwirtschaftlichen Hilfsarbeiter: aber ein landwirtschaftlicher Dezernent soll fehlen! Ja, weshalb denn? Freilich kann er nicht Jurist sein, er must vielmehr Landwirt sein: übrigens sind bereits ein Chemiker und ein Mathematiker im Reichsamt des In­nern zu Vortragenden Räten befördert worden, und die Landwirtschaft wird wohl so wichtig sein wie Chemie und Mathematik. Es würde ein starkes Stückiuristischen Hoch­mutes" das Wort stammt von einem bekannten Juristen des Reichstages sein, wenn man glauben wollte, nur der Jurist sei zum Vortragenden Rat gualifiziert! Man darf deshalb auch der Hoffnung 'Ausdruck geben, daß im Reichsamt des JUnern ein landwirtschaftlicher Rat bald zu finden ist, mit Hilfsarbeitern ist es nicht getan! Da machen jene Beamte ganz andere Karriere, die der Industrie und dem Handel dienen! Wie schnell ist Hr. van der Borght die Treppe hinaufgefallen? (Er war vor einigen noch Handelskammersekretär in Aachen. D. Red. d. G. A.) Kaum einige Jähre Hilfsarbeiter, wurde er Vortragender Rat, gleichzeitig Schriftführer im Bundesrat mit Besol­dung, Korreferent im preußischen Handelsministerium, der­weil ein preußischer Geheimrat aus dem Handelsministerium Korreferent im Reichsamt des Innern wurde, natürlich mit Bezahlung! Hier hat man durch glänzende Karriere und Zuweisung von Nebeneinnahmen jeden Gedanken an eine Flucht aus dem Reichsdienste beseitigt: aber was den industriellen" Hilfsarbeitern recht ist, ist denlandwirt­schaftlichen" billig. Es handelt sich nicht um die Personen, wohl aber um die Sache, und da soll die Landwirt­schaft nicht schlechter fahren als Industrie und Hand el.

traße. 13 Provision für Vermietung der Hirschapoth^ke. 14. Beschaffung von Räumen für die Bürgermeisterei. 15. Ge­nehmigung von Rechnungen. 16. Vergebung von 'Arbeiten zur Unterhaltung der Stadtknabenschule. 17. Vergebung von ^Ar­beiten fiir den Neubau der höh. Mädchenschule. 18. Beschaff­ung einer Feldschmiede für die Kläranlage. 19. Beschaffimg. eines Schlauchaufzugs für den Wagenschuppen. 20. Be­schaffung von Stiefelh-ölzern. 21. Drainage auf dem neuem Friedhof. 22. Betrieb der Steinbrüche. 23. Kabelverl^- ungen im Wieseckerweg. 24. Prüfung der Rechnung jur; 1903/04. 25. Erbauung eines Stadttheaters.

Ausland.

Kopenhagen, 24. Juli. Prinz Harald sowie die Admiräle Scheller und Zachariae nahmen heute an einem Frühstück auf dem deutschen Flottenadmiralsschiff teil. Nach­mittags 4 lUhr ist das d e u t s ch e G e s ch w a d e r unter dem Salut der dänischen Schiffe und Forts in See gegangen.

London, 24. JUli. (Unterhaus.) Der Premier­minister Balfour erklärte, daß die Regierung n ich t beab­sichtige, zurückzu treten. Er betonte, die einzige gegen die Regierung gerichtete ölbstimmung, die notwendig zu einem Rücktritt fuhren müsse, sei die Annahme eines Tadels- Votums. Die gegenwärtige Regierung besitze das Vertrauen der Mehrheit des Hauses. Es sei keine Ursache zur Auf­lösung des Parlaments oder zum Rücktritt der Regierung vorhanden Balfour erwiderte im Verlaufe der Debatte auf die heftigen Angriffe der Oppositionsredner, daß es zu bedauern sei, daß sie in den Angriffen nicht versucht hätten, die konstitutionellen Argumente zu widerlegen, die er vorgebracht habe, um die Lage der Regierung zu unter­stützen Die Radikalen und die Nationalisten sind ent­schlossen, den Maßregeln einen äußerst hartnäckigen Widerstand entgegenzusetzen, und es ist möglich, daß

Ieutsch-Südwestafrrka.

Berlin, 24. Juli. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Beim Ueberfall einer Karre durch Hot­te ntotten zwischen Karibaem und Gaibes am:1c ö. JJt- qe fallen: Gefreiter Karl Bartholomae (Kopsschutz); Gefreiter Anton Linz (Kopfschuß): Reiter Paul M a n n s - perger (Brust- und Bauchschuß)- Reiter Euaen Wersin-

Die Marinevorlage.

Von wohlorientierter Seite wird geschrieben, daß die Meldungen über das zu erhöhende Deplacement der -taten» schiffe insofern richtig sind, als eine erhebliche Vergrößer­ung des Tonnengehalts dieser Schiffsklasse sich als eine Notwendigkeit herausstellt, die erfüllt werden muß, wenn anders nicht unsere Marine gegenüber der anderer See­mächte allzusehr ins Hintertreffen geraten soll dagegen ist es verfrüht, wenn eine ganz bestimmte Dcplacements- zisfer (16 000"' angegeben wird. Die Erwägungen, wie hoch sich der Tonnen gehalt der Linienschiffe stellen soll- find noch nicht abgeschlossen, und es wäre eigentlich wünschens­wert, wenn man mit Rücksicht auf die Linien schtssstwubauten der englischen, amerikanischen und japanischen Flotte, die bis Über 18000 T. fassen sollen, gleich über das Maß von 16 000 T. hinausgeht, um Schiffe zu erhalten, dte es be­züglich der Gefechtskraft und Manövrierfähigkeit mit den größten ihrer Art aufnehmen können. Es muß also vor allen Dingen eine mächtigere Artillerie und em stärkerer Panzer für unsere Linienschiffe ge­schaffen werden, und die dadurch bedingten Einrichtungen lassen wiederum eine entsprechende Erhöhung des Deplace­ments notwendig erscheinen. Letztere Forderung ist also nur eine unmittelbare Folge der ersteren. Ebenso wie für die Linienschiffe, muß für unsere Panzerkreuzer notge­drungen eine Erhöhung der Tonnage vorgesehen werden. Die großen Schiffe dieses Thps fassen bei ariomn Seemächten durchschnittlich 14 000 T, während unsere Marine bisher nur Kreuzer bis zu 16 000 T. Deplacement baut. Die sechs neuen Panzerkreuzer, die für die neue Flottenvorlage angekündigt wurden, werden daher gleich­falls mit einer derartig verstärkten Artillerie und Panzer­ung ausgerüstet werden müssen, um den ausländischen Schiffen dieser Art gewachsen zu sein. Hieraus folgert wie­der analog eine nicht unbeträchtliche Steigerung des Tonnengehalts, für welches eine genaue Bestimmung bisher auch noch nicht getroffen werden ist. __ ___

zu beschränken und zu vergrößern sind. Den gastierenden Trup­pen wird man mietweiseauf Wochen und Monate" das Theater überlassen, doch behalten sich die Unternehmer in einzelneu; Fällen auch vor, ein eigenes Ensemble vorübergehend für eigene Rechnung zu engagieren. So soll in jedem Winter eine italie­nische Overnstagione im neuen Gaslspieltheater sein, während für Juli und Anglist eine französische Operettengesellschast mit ersten Pariser Kräften dem Theater gesichert werden wird.

Der allgemeine deutsche Sprachverein hak nach hinein Jahresbericht auch im letzten BereinSjahr (Juni 1904 bis Juni 1905) sich erfreulichen Wachsens und Erstarkens erfreuen können. Seine Mitgliederzahl beträgt 25 760 gegen 23 700 im Vorjahre: davon gehören 3890 dem Verein als un­mittelbare Mitglieder, 21870 als Mitglieder von Zveigvereineu an. Die Zahl dieser letzteren beträgt zur Zeit 277. Besonders bemerkenswert ist der Beitritt ztveier deutsch-amerikanischer Zweig- Vereine, von denen der Newyorker bereits 250 Mitglieder auf­zuweisen hat, während der in Chicago mit 20 Mitgliedern ge­gründete erst im Laufe dieses Jahres eine größere Werbetätigkeit entfalten kann. Die Auflage der Zeitschrift mit den wissen­schaftlichen Beiheften beträgt 31000. Bon denVerdeutsch­ungsbüchern" wurden im Berichtsjahre gegen 2000 verkauft und etwa 1000 unentgeltlich abgegeben: von demneuen Verdeutsch­ungsbuch für Spiel und Sport" hat der Bearbeiter, Ober­lehrer Wappenhans in Plön, den fertigen Entwurf vorgelegt, der den Zweigvereineu zur Prüfung und Begutachtung übersandt wurde. Das Vereinsvcrmogen hat die Höhe von 68 500 Mark erreicht.

Kleines Ieuisseton.

Richard Wagner- und Mozart-Festspiele zu München 1905. Von der Hoftheater-Jntendanz w München wurde uns der Besetzungsplan der Münchener ^mmerteüsviele vom 7. August bis 21. September gesandt. Äußer em gesamten Solopersonal des Hof-Theaters werden solgende auswarvge Kuns.^ ler Mitwirken: Die Damen: F. Burk-Berger (Dresden), eoTO« David (Köln), Johanna Gadski (Newport, Emilie Smog Berlin), Mna von Mildenburg (Wien), Thila Plaichinger (Berlin) , D e Herren - Dr Otto Briesemeister (Berlin), Karl Burian (Drcsd^u), Leopold Demuth (Wien), Wilhelm Fenten (Mannheim), ^ermann Ma (Schewrin), Adalbert Holzapftl (Breslau), Arthur.von Aey- Srff (Newvork), Ernst Krauß (Berlin), Mar Lohfing lHaM' M Edgar Oberstötter (Wiesbaden), Karl Perron (Dresden), Julius Puttlitz (Eisen), Albert Reiß (London), Desider Zador Zrag) Die musikalische Leitung des 1. Ring-Cyllus £-13.

Ls 3 Ring-Cyklus f5.-9. Sept.), der drei Tristan- Au Führungen (16. und 28. August und 2. Sept.), der beiden Aufführungen des Fliegenden Holländer (15. und 30 August), ü>nüe sämtlicher Mozart-Festspiele liegt in den Landen des Gone- sowie jnmi uon 7 Professor Arthur Nikisch wird

L^VisttKnger-Ä» (7-, 18. und 31. August, diri- aieTcn HofkaveNmeister Franz Fischer leitet den 2. Rmg-Cvklus 25 August). Die Oberleitung der Regie ruht diesmal iwch in den imgeschwachtm Händen des demnächst zurücktretenden Jntendanün Pros ^^start. Dichters Jens Peter

Jacobsen sind nicht gerade häufig: das Augustheft der

Pfandmeister Hillert zu Mainz auf sein Nachsuchen -um Steuerauffeher ernannt. Am 20. Juli d. S- imirbe der Steueraufseher Helm zu Mainz zum Pfandmeister flr den Beitreibungsbezirk Mainh 5 ernannt. In den RmMano versetzt wurde der Lademeister in der Hess.-Preuß. * bahngemeinschaft Sitz zu Mainz.

** Tagesordnung für bie Sitzung b et SLabtverorbneten-Versammlung Donners­tag, den 2 7 Juli 19 05, na chmittags 4 Uhr und nötigenfalls Fortsetzung am Freitag, den 28 Juli 190 5, nachmittags 5 11 hr. 1. Anlage eines Balkons am Hause Crednerstraße 10. 2. Vaugesuch ber Joh Gg Weber Erben für die Neuen Säue. 3. Baugesuch des W. Kilbinger für den Seltersweg: hier: Dispens. 4^An- lage einer Privatstraße zwischen Seltersweg und Süo- anlcrge. 5. Straßenbau entlang der Beterinäranstart. 6. Be­festigung ber Bürgersteige in ber Bismarckstraße. 7 lieber» nähme ber früheren Krofdorf er Kreisstraße als Feldweg in städt. Unterhaltung. 8. Verkauf einer Baustelle an ber Licherstraße. 9. Verkauf von Gelände aus dem Klingelbach an Joh. Gg. Pfaff. 10. Gelände für die Irrenanstalt. 11. I Verpachtung von Gelände aus der Margaretenhütte. 12^Zer- I Pachtung von Gelände des früheren StadtbackB an der Ktrch-

.chwarztt iedel^auiöe.i Mar" hörend, Soimia: ,q DonSiolier^mM . Ter F-nder mrd ge selben Reitanlage h

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<iirunhf>r(ier dir. io.

** Die preußisch-hessische Eisenbahnge^ m e i n s ch a f t hat im ersten Vierteljahr dieses Rechnung^- jahres 403 Millionen Einnahmen gehabt, das sind 24,8 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Etat hat die Betriebseinnahmen für das ganze Jähr auf 1618 Millionen veranschlagt, oder um 28 Millionen höher, aI5 sie im Jahre 1905 tatsächlich Betragen haben. Diese Step, genmg ist fast schon im ersten Vierteljahr erreicht. Bei gleich günstig bleibenden Verhältnissen darf also wiederum mit einer bedeutenden Mehreinnahme gerechnet werden, zu- mal ber Verkehr von und nach den Tarifvertragsstaaten. bis zum Inkrafttreten ber neuen Handelsverträge noch er­heblich sich steigern dürfte. Einstweilen aber hat der Per­sonen- und Gepäckverkehr verhältnismäßig etwas stärkeren Anteil an der Einnahmesteigerung, als der Güterverkehr. Der Personen- und Gepäckverkehr erbrachte gegen das erste Vierteljahr 1904 mehr 9,36 Millionen oder 7,8 v. H., der Güterverkehr 14,35 Millionen oder 6,0 v. H. mehr. An und für sich sino aber beide Steigerungsprozente so feiten hohe, daß hieraus zuverlässig auf einen guten Stand der allge­meinen Gesckäftsverhältnifse geschlossen werden kann, wie er ja auch ourch die Berichte vom Arbeitsmarkt bestätigt wird.

** Der Betrieb ber Drahtseilbahn auf bcm Brauneisensteinbergwerk wurde am Samstag ein­gestellt. Die Verladung der Erze geschieht jetzt auf elektri­schem Wege an der Gelnhausener Strecke. Die neue 23 er- ladeeinrichtung ermöglicht es, einen Waggon in weniger als 10 Minuten zu füllen. Wie man hört, soll die Drahtseil­bahn dem Verkaufe ausgesetzt werden.

Lollar, 24. Juli. Gestern fand das erste BundeSfest des Lahntal-Radsahrer-BundeS hier statt, welches eine große Anzahl Festgäste, besonders auch aus Gießen, herbeigelockt hatte. Bei dem Dauerrenneu erhielten folgende Vereine Preise: Radfahrerverein Klein- Linden den 1. Preis, Lollar den 2. Preis, Großen-Linden den 3. Preis, bei dem Korsofahren den 1. Preis Lollar, den 2. Klein-Linden und den 3. Londorf.

x Dutenhofen, 24. Juli. Am Sonntag feierte unsere Klein-Kinderschule ihr Kinderfest, auf das sich die Kleinen und ihre Eltern schon wochenlang gefreut hatten. Gegen 3 Uhr versammelte sich die fröhliche Schar auf dem Ortsplatz; die Knaben geschmückt mit Sträußchen, die Mädchen mit Kränzchen im Haar. Dem Zuge voran marschierte unser Posaunenchor einen Marsch intonierend. Auf dem Festplatz angelangt, sang die GemeindeLobe den Herren rc.," worauf die Kinder gemeinsam beteten. Darauf folgte das Aufsagen von Bibelsprüchen durch die Kleinen, und der Ortspfarrer hielt eine Ansprache. Nachdem sich die Kleinen zur Freude der Zusehenden am Spiel vergnügt

Neuen Rundschau (Berlin, S. Fischer, Verlag) bringt deren eine größere Anzahl an den Literaten Möller, und der teil­nehmende Leser erhält in ihnen über Marie Grubbe, Niels Lvhne und den Lebensgang des Dichters wertvolle Auskunft. ThomasMann beendet in demselben Heft sein neuestes Werk, die Dialoge aus dem Florenz des Lorenzo Medici und Savonarola. Knut K a m s u n beginnt seinen neuesten RomanSchwarmes , der das Leben einer norwegischen Kleinstadt humoristisch behandelt. Von Essais lesen wir eine Nnteftuchung Max Dessoirs über den gegenwärtigen Stand ber ästhetischen Wissen sch as t und eine geistreiche Plauderei von Albr e ch t W i r t h über aller­lei aktuelle Fragen der W e l t p o l i t i k. Ein schönes, in Deutsch­land noch unbekanntes Gedicht OscarWildes,Liebesgarten' genannt, ein Hymnus aus antike Anmut, beschließt den Tertteil. Die Heine Rundschau enthält u a. erneu histom)chen Essar von Ola Haussen über russische Memoiren

Ein neues Theater-Unternehmen für Ber­lin Ein neues großes Theaterunternehmen, ein Projekt, aus das vielleicht die Gerüchte, man wolle für I o,s e f Kainz in Berlin ein Theater schafien, zurückzuführen und, ist Tür Berlin in Vorbereitung. Wie aus Finmrzkreisen berrchtet wird, handelt es sich um ein G a st s p r e l - T h e a t e r. Voraussichtlich auf Milmersdorfer Gebiet soll ein P r a ch t b a u errichtet werden, für den kein festes Ensemble engagiert wird, sondern das nur gastierenden Ensembles Obdach gewähren soll Das tzaus^ wird so eingerichtet sein, daß es sowohl für Dr wie für Lchau- spiel geeignet ist, für die einen großen R m erfordernden

Darbietungen ebenso wie für die intimere öbie mdem die

Räumlichkeiten von Zuschauerraum wie Bubi: nach Bedürfnis

Verkante es ßräulein Stellung, welcher Branche. Üelö. unter 04904 ar. nct Anzeiger erbeten. büb. sträuleiu, perieli 1 u. in all. HauZarber . gut. Zeugn. j. St. all milienanschl, erw. chmidt, Neuen Bane.'

c Laussrau gesucht. Leltersweg 71, II

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'.Serien frei .»

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die Session sich lange hin zieht. .

Oberhaus. Marquis of Lcmsdownc gab eine Er­klärung in demselben Sinne ab, wie Balfour im Unter» Hause.' Lord Rosebery erklärte in einer kurzen Rede, die Regierung verzerre das konstitutionelle Prinzip, das Gefühl der Gereiztheit und des Mißtrauens gegen die Regierung nehme im Lande glich zu. Je weiter die allgemeinen Wablen hinausgeschoben werden, desto größer werde der Rückschlag fein. Die Regierung beschäftige ich mit umfassenden internationalen Fragen und tröste sich mit dem Glauben, daß sie allein fähig sei, sie zu be­handeln. Es sei ja möglich, daß die Minister eine Versamm­lung verkannter Salomos seien (Heiterkeit), aber es käme nicht darauf an, wie die Regierung sich selbst betrachte, sondern darauf, wie die Regierung anderer Länder sie be­trachteten. Wenn die Regierung mit fremden Mächten im Namen eines Landes verhandeln soll, die sie bei jeder mög­lichen Gelegenheit desavouriere, so verhandele sie ohne jede Grundlage. Er könne ber Regierung nicht mit der Täuschung schmeicheln, daß sie in den Augen der ftemden Regierungen, mit denen zu verhandeln sie allein fähig zu sein glaube, die wahren Gefühle im wahren Sinne der britischen Macht verkörpere.

Der Präsident der RepublikHakti ist lebens­gefährlich erkrankt. Sein baldiges Ende wird stündlich^er- toartet. Sein Tod wird unumgänglich einen blutigen Bür­gerkrieg herbeifiihren. Cs sind bereits 7 Kandidaten für die oberste Stellung der Republik vorhanden und alle sind entschlossen, ihre Ansprüche mit Waffengewalt geltend zu machen. .

Brüssel, 24. Jüli. Der König erließ eine Amnestie für Militärs, die zu Strafen bis zu 500 Franken oder drei Monaten Gefängnis verurteilt find. Für bisher Un­bescholtene erstreckt sich die Amnestie auf Strafen bis zu 1000 Frcs. oder sechs Monaten Gefängnis. DerPeuple" glaubt zu wissen, daß der König auch mehrere Millio­nen zu Wohltätigkeitszwecken, namentlich zur Errichtung von Anstalten für Lungenschwindsüchtige, Kinder und die Arbeitsunfallkasse stiften werde.

Paris, 24. Juli. General Lacrois, der Kom­mandeur des 4. Armeekorps in Lyon, der bekanntlich Frank­reich bei der Hochzeit des Kronprinzen in Berlin vertrat, richtete bei einer Truppenrevue an die Truppen folgende Ansprache:

Soldaten! Ich habe bei meiner Reise nach Berlin genau den deutschen Soldaten beobachten können und fand ihn sehr diszipliniert und als einen furchtbaren Gegner für einen Feind, ber ihn bekämpfen müßte. Bei meiner Rückkehr nach Frankreich habe ich auch ben französischen Soldaten beobachtet. Ich wollte einen Vergleich ziehen und kann laut erllären, daß der Vergleich zu Eurem Vorteil aussällt, denn ich konstatiere erfreut, daß Eure militärischen Eigenschaften denen der deutschen Soldaten nicht nachstehen. Ter deutsche Soldat findet in Euch einen Gegner, der seiner würdig ist."

Aus Htaöt und Land.

Gießen, 25. Juli 1905.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer an der Realschule zu Gernsheim Noac zum Oberlehrer an dem Seminar für Volksschullehrerinnen zu Darmstadt ernannt. Am 21. LMli d. I. wurde der

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