Ausgabe 
25.4.1905 Zweites Blatt
 
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rich D ch oN aus Mainz verliehen, der bet der Huldigung, die von der Studentenschaft der Landesuniversität in Lich dargebracht wurde, als ihr Vertreter an die Neuverniählten die Ansprache hielt.

* Ernannt wurde der Lehrer an der Realschule zu Michelstadt, Karl Ost, mit Wirkung vom 1. Mai zum Lehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt unter Belastung 'm der Kategorie der Volksschullehrer.

* * Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 7, enthält u. a. die öffentliche Anerkennung einer edlen Tat. C. K. H. der Großherzog hat dem Badehalter Karl Watrin zu Mainz, in Anerkennung der von ihm mit Mut und Ent- schlostenheit unter eigener Lebensgefahr vollzogenen Rettung der zwölf Jahre alten Anna Weinert zu Mainz vom Tode deö Ertrinkend, die Rettungsmedaille verliehen.

* * Provinzial-AuSschuß. Am 29. d. MtS., vor­mittags */?9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Pro- vinzial-Ausschuffes der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Gelände zur Her­stellung einer Straße längs den Gebäuden des neuen veterinärmedizinischen Instituts in Gießen. 2. Die Verpachtung der Gemeindejagd zu Glauberg, hier Beschwerde des Rudolf Stern zu Frankfi,rt a. M. gegen einen Gemeinderatsbeschluß. 3. Gesuch deS Johann Michael Desch zu Bleichenbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft.

** Zur Revision der Bauordnung. Der Abg. Müller- Darmstadt führt in einer Zuschrift an die zweite Kammer aus:

Die Au fwendungen für Erwerbung von Stra­ße ngelände frnb immer mehr gestiegen imb es sind die infolge der Bestimtnnngen des Artikels 21 Absatz 1 der allgemeinen Bauordnung gestundeten Beträge zu einer solchen Höhe ange­wachsen, daß deren Zinsen schon bedeutende Summen ansmachen. Diese bleiben nach Lage der dermalen bestehenden Gesetzgebung der Gemeinde dauernd zur Last während die Kavitalbeträge erst dann zum Ausschlag auf die angrenzenden Grundbesitzer ge­langen, ,,sobald auf ihren betreffenden Grundstücken neue oder altere Gebäude an die neue Baufluchtlinie zu stehen kommen oder ihren Ausgang nach der neuen Straße erhalten." Diese Bestimmungen haben mit der Zeit namentlich infolge der hohen GeländcerwerbsLsten $u einer übergroßen Belastung der Gemeinden geführt, die zum Ersatz der zum Gcländeerwerb aufgewendeten Kapitalien erst nach längerer Zeit gelangen können, wobei sich darm auch Schwierigkeiten und Streitigkeiten über die Zahlungspflicht 'ergeben, wenn ein Besitzwechsel stattgefunden hotte. Tatsächlich wird hier durch die dermalen bestehende Gesetz­gebung die Geländespekulation unterstützt auf Kosten der Gemeinde. Es erscheint deshalb nötig, Vorsorge M treffen,daß die Ge­ländeerwerbskosten sofort auf die Besitzer von Bauplätzen aus­geschlagen werden können, danrit der Zinsverlust der Gemeinden vermieden wird und die Aufwendungen der sslemrfnden von den­jenigen alsbald ersetzt weiden, in deren Interessen sie nicht Ttirr erfolgen, sondern deren Grundbesitz auch dadurch eine er­hebliche Wertsteigerung erfährt, daß das Gelände Bauplatzeigen­schaft erhält." Darmstadt, den 10. April 1905. Müller, Alb- geordneter.

Oberlehrerverein. Kommenden Samstag (29.April) findet in Bingen die Hauptversammlung des Hessischen Oberlehrervereins statt, die im vorigen Jahre in Verbindung mit dem ersten deutschen Oberlehrer- rage in Darmstadt abgchalten wurde. Außer dem satzungtz- gemaßen geschäftlichen Teil werden zwei Vorträge gehalten. Es sprechen Prof. Dr. Collin (Gießen) über .Das religiöse und erzieherische Moment in JbsenS Weltanschauung" und Direktor Dr. Helm (Bingen) über .Die moderne Frauen­bewegung und die höheren Schulen". Das Programm für Freitag verzeichnet Spaziergänge und einen BegrüßungSabend, für den Sonntag ist ein Ausflug vorgesehen. Die Bestellung von Wohnungen vermittelt Oberlehrer Müller in Bingen.

x Ein heiteres Stücklein trug sich vor Kurzem in einem oberhessischen Städtchen zu. Dort wohnt in seinem Hause neben dem Hospital ein Rentner, der einen hübschen Pudel hat. Eines Tages wurde der Pudel vermißt und sein Herr suchte ihn im Hospital, ohne ihn zu finden. Darum bat er einen im HoSpitalhofe wandelnden alten tauben Mann, ihm den Pudel, wenn er ihn antreffe, in seine Wohnung zu bringen. Der Taube liest den Leuten meistens ihre Worte an den Bewegungen von den Lippen. ,Wäi väil?" brachte der Alte, der recht undeutlich spricht, hervor. Der Rentner glaubte, der Alte, ein leidenschaftlicher Raucher, frage ihn, wie viel Zigarren er für die Gefälligkeit ihm schenken wolle. ,8roei/ gab ihm der Rentner durch Fingerzeichen zu ver­stehen. Der Alte nickte. .Wohäi? In Goarte?" fragte er. Der Rentner wies auf sein Haus. Der Hospitalit schüttelte erstaunt sein Haupt. ,Jn die Stuwwe?"Ja, ja," meinte der Rentner.Gaut, aich bring'»." Gegen Abend befand sich der Rentner mit seiner Familie und Besuch in seinem Garten. Als eS kühler wurde, begaben sie sich ins HauS. Schon im Hausflur machte sich ein durchdringender Gestank bemerkbar. Im Zimmer war es aber kaum zum Aushalten. Man suchte nach den Ursachen und fand endlich im Arbeits- simmer deS Hausherrn zwei mächtige Eimer frischen Pfuhls stehen! Der gute Alte hatte den RentnerPfuhl" (Pull) stattPudel" verstanden und den Auftrag, den Pfuhl in die Stube zu bringen, getreulich ausgeführt.

bs. Schotten, 20. Jan. Heute feierte Lehrer Schult­heiß da? Fest seiner 30 jährigen Wirksamkeit in hiesiger Stadt. Aus diesem Anlaffe brachte der Turn- und Gesang- Verein dem Jubilar eine Ovation dar. Der Männerchor des Vereins trug eine Serenade vor. Herr K. Weitz, der zweite Sprecher des Vereins, entwickelte ein Bild über das ideale und selbstlose Wirken des Jubilars und brachte ihm und seiner Familie einGut Heil", worauf Herr Schultheiß dankte. Der Jubilar war der langjährige Leiter des ge­nannten Chores deS Vereins und des späteren MännerchoreS, und er ist auch der Veranlaget deS Turnhallbau-'S. Im Darmstädter Hof entwickelte sich nach dem feierlichen Akte eine nette Gemütlichkeit, gewürzt durch Ansprachen und GesangSvorträge.

(T) Friedberg, 24. Avril. Am 1. Oster fei ertag fand in der Stadlkircbe ein Volkskirchenkonzcrt statt, veranstaltet

van dem Organisten H. Müller. Der KonzertsSnger Ströbel ans Marburg bereicherte das Programm durch die Aria ans Händels MeffiaS. Fräulein Junker ans Karlsruhe fang u. a. die Arie aus Havdens Schöpfung. Der Cellist Meißner mis Franffurt spielte Stücke von Dach, Schubert und Tart inst Der gemischte Kirchengefangverein und der Schülerchor wirkten ebenfalls mit. Die geräumige Stabtkirche war dicht besetzt.

(i.) Friedberg, 23. April. Ein Fahrraddiebstahl wurde tm Hot des Metzgers K. Renß verübt. Der Dieb bestieg das Rad im Hof und fuhr unbehelligt davon. Auf dem Promenaden weg nach 'Dad-Aauheim wurde von roher Hand an mehreren schönen Kastanienbämnchen mit dem Messer die Rinde abgeschält.

Mainz, 24. April. Der Eigentümer eine? Hauses in der Weißgasse wollte die Svvhons seiner Kanalleitungen reinigen. Der Marrn archtete mir einen Augenblick nicht auf die geöffnete Grrrbe, da war auch schon das Unglück geschehen und sein zwei- jäh r ig e s Ki n d in die Grube gefallen. Sofort sprang er dem Kinde nach, konnte aber das Kind in dem Grubeninhalt der ihm bis zur Brust ging, nicht finden. Dieser Vorgang war von einem im ersten Stock wohnenden Manne bemerkt worden, der in den Hof eilte und ebenfalls in die Grube sprang. Er war auch so glücklich, das Kind in die Höhe zu heben. Nun holten die anderen Hausbewohner eine Leiter und die beiden Männer stiegen mit dem geretteten Kinde wieder herauf. Dem Kinde hat das unangenehme Bad weiter nicht geschadet, die Mutter aber ist vor Schreck krank geworden.

(f.) Rodheim v. d. H., 23. April. Ein Waldbrand bvach gestern abend gegen 6 Uhr an der Bahnstrecke Friedberg- Hornburg bei Holzhausen aus, anscheinend durch Funken der Lokomotive verursacht. Der Feuerwehr aus Holzhaufen gelang es, das Feuer in dem noch jungen Bestand einzudämmen, sodaß größerer Schaden verhütet wurde.

Frankfurt, 24. April. Die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen (Prinzessin Margarete von Preußen) feierte am Freitag ihren Geburtstag. Aus diesem Anlaß waren zum Diner beim Prinzenpaar geladen und erschiene::: Prinz Heinrich von Preußen, der Großherzog und dieGroß Herzogin von Hessen, die Landgräfin von Hessen, Prinzessin Sybille von Hessen und ihr Gatte Freiherr von Vincke. Die sonst üblichen Ständchen der Kapellen des 80. und 81. Infanterieregiments unterblieben wegen der Karwoche. Die hohen Darmstädter Gäste kamen im Automobil hierher; nach dem Festmahl wurde in Autos eine Spazierfahrt nach dem Wald unteriwmmen.

Cf.) Homburg, 24. April. An dem Wiederaufbau der S a a l b u r g wird wieder eifrig gearbeitet. In diesem Jahr wird das an der Porta dekumana gelegene Magazin (Horreum) errichtet. Bis zum Kviiermanöver soll es im Rohbau vollendet sein: der Kaiser selbst wird während des Manövers das Kastell besichtigen. Das Horreum soll zur Aufnahme des Saal­burg-Museums dienen. Nachdem jetzt drei Tore vollständig wieder aufgebmrt sind, hat man dieser Tage mit der Errichtung des Nordtors (Porta Prätoria) begonnen. Der Aufbau der Urn- wallung imb Umfassungsmauer ist jetzt bis auf den Teil zwischen Ost- und Nordtor (Porta dextro und Porta Prätoria) gediehen. Die Ausgrabungen werden außerhalb des Kastells an der Straße HomburgWehrheim fortgesetzt. Allgemeines Interesse der Tou­risten erregt ein wieder vollständig aufgebauter römischer Back­ofen an genannter Straße.

fc. Kassel, 24. April. Wie dieHess. Post^ aus gutunter-: richteter Quelle hört, hat der Kaiiser die ihm vorgelegten Pläne über denTheaterneuban auf dem Auetor gebilligt. Die Stadt soll 600 000 Mark zu dem Neubau beitragen.

* Kleine M itteilun gen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Gau-Algesheim a. Nh. findet im kommenden Jahre ein großer Gesangs-Wett st reit statt und es sind bereits die ersten Rundschreiben an 540 Vereine er­gangen. S. K. H. der Großherzog hat geruht, den Haupt­lehrer an der Gewerbeschule zu A l z e y Johann Lorenz Wagner zum 1. Mai auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste zu ent- i lassen. Die Anilin- und Anilinfarbenfabrik K. Oehler tn Offenbach, Inhaber Geh. Kommerzienrat Eduard Oehler, ist an die Chemische sftibrik Griesheim-Elektron verkauft worden. Der städtische Finanzausschuß zu M a i n z hat be­schlossen, den Kindern der Volksschulen, welche mit Rückgrat-Ver­krümmungen behaftet sind, durch städtische Kosten, ohne Rücksicht auf die VermögenÄage der Eltern, orthopädischen Turnunterricht erteilen zu lassen. Zur Bestreitung der Kosten dieses Unterrichts wurden Mn-erft 8000 Mark in d^s Budget eingestellt.

Dermiid>te».

* Ein Antizigarettengesetz. In dem Staate In­diana ist seit einiger Zeit die Zigarette verboten und selbst das Halten von Zigaretten in Wobnnngen oder Läden mit schwerer Straie bedroht worden. Die Tabakläden konnten nichts weiter tun, als ihre Zigarettenbestände zu verbrennen. Die Bevölkerung erfuhr, daß es den Behörden mit der Durchssrhrung des Gesetzes durchaus ernst ist. Es fanden eine ganze Reihe von Verhaftungen statt. Ein Mann mußte 5 Dollars Strafe zahlen, weil er beim Rauchen einer Zigarette betroffen wurde, imd ein anderer zahlte sogar 7 Dollars, weil er Papier zum Anfertigen von Zigaretten in seiner Tasche hatte. Der Tabaktrust will den letzterwähnten Herrn unterstützen, um drirch einen Prozeß sestzustellen, ob die Verfassung ein derartiges Gesetz gestattet oder nicht.

* Ein Lawinen-Duell. Aus Gens wird einem eng­lischen Blatte berichtet: Zwei junge Italiener, namens Guctta und Sorato, die noch nid)t zwanzig Jahre alt sind, und in einem Dörfchen bei Bellinzona wohnten, verliebten sich 'in das­selbe Mädchen, die keinem von beiden Bewerbern den Vorzug geben wollte. Nach vielen ernstlichen Streitigkeiten verfiel man auf einen sehr originellen Ausweg, um den Streit zu entscheiden. Sie teilten ihren Eltern mit, daß sie einen Ausflug tn die Berge machen wollten und begaben sich nach dem Splügenpaß, der in dieser Jahreszeit wegen seiner Lawinen berüchtigt ist. Sie wählten den gefährlichsten Abhang und kamen überein, jeden Tag zwischen nenn und elf Uhr morgens, in der gefährlichsten 3eit, dort zu stehen, wo besonders viel Aussicht war, daß La­winen niedergehen würden: das Fatum sollte über ihr Glück entscheiden. Drei Vormittage lang führten sie diese Absicht auch durch, aber es geschah ihnen nimts; mehrere Lawinen gingen nieder ,aber nicht in der Nahe der tollkühnen Jünglinge. Am vierten Tage ging eine große Lawine bei Guetta nieder, er wurde durch die heftige Luftbewegung niedergeworfen, aber nicht verletzt. Da die jungen Leute feine Nahrungsmittel mehr hatten, kehrten sie in die Heimat zurück, um neue zu holen, aber die Behörden hatten ihr Vorhaben erfahren und drohten ihnen mit Gefaugensetzung. Nun ließen sie das Los entscheiden und Sorato gewmm. Guetta verließ das Dorf, und das junge Paar hat nun aeheiratet.

* Kleine Tageschronik. In Budapest wurden der Fensterreiniger Franz Boni und seine Frau auf Veranlassung der Polizei verhaftet. Es wurde festgestellt, daß Boni das Haupd rfner Mörderbande ist, welche sieben Raubmorde und 12 Ranbmordver suche verübte. In dem Hause, wo Boni wohnte, wurden viele Gewehre und 3000 Patronen gefunden. In Waitzen wurden zwei Personen als Mitschuldige Bonis ver­haftet Der Komponist und Kapellmeister Komzak, welcher in den lekten Jahren die Kurkapelle in B a d e n bei Wien leitete, wollte am ersten Ostertage in Vaden in einen bereits in .Bewegung befindlichen Ess^nbahnzug einsteigen, stürzte aber ab

und geriet unter die Wagenräder, von wo er als schrecklich vev- stümmelte Leiche hervorgezogen wurde. Am 1. Ostertage vor Sonnenaufgang wurden in mehreren Städten der engt Graf­schaften Derby und Pork ziemlich starke Erdbeben ver­spürt. In einigen Städten weckte die Erschütterung fast alle Einwohner aus dem Schlaf, viele liefen auf die Straßen hinaus. Das Erdbeben richtete keinen Schaden an. In der Kathe­drale von N i m e s (Frankreich) brach dadurch Feuer aus, daß eine umgefallene Kerze einen Teppich 'm Brand setzte. Es entstand unter den Anwesenden eine Panik. Dank der sofortigen Hilfe konnte eine Katastrophe verhütet werden. Trotzdem be­läuft sich der Schaden aus über 20 000 Franken. Ein Priester erlitt bei den Retttmasarb^tte-n schwere ^ra-ndMunden.

^G.richtslaal.

Mit einem Gründungskapital von 180 Mark hatte der Kaufmann Walter Wolf in Frankfurt a. M. ein KL'fe-, Butter- und Eiergeschäft en gros und en detail eingerichtet. Für noch nicht existierende Fiftalen in Heidelberg und Offenbach suckfte erGeschäftsführer" auf dem Wege des Inserats. Der eine Geschäftsführer gab ihm 100 Mk. in bar und einen Schuldschein über 300 Mk. als Sicherheit, wäh­rend der andere ihm 100 Mk. als Kaution leisten sollte. Plötz­lich nnirfje Wolf verhaftet. Der Angeklagte wurde wegen Be­trugs im Rückfall unter Anrechnung eines Monats der Unter­suchungshaft zu 2 Jahren Zuchthaus und 300 Mk. Geld- strafe verurteilt.

Arveiterkewt'fiuriH.

Weißenfels, 24. April. Der Schuhmacher streik ist beendet. Die Arbeiter nahmen die Arbeit bedingungslos wieder auf. Der für die Arbeiter ungünstige Ausgang des Streikes ist durch beginnenden Geldmangel beroorgerufen.

Lanbach , 24. April. Ter vor kurzem in der H o h m a n n'- schenZigarrenfabrik ausgebrochene Streik ist nach Einigung der Streitteile b e i g e l e g t und die dlrbeit wieder ausgenommen

Israelitische Religionsgemeiude.

KottesdienN in der Synagoge (Lüdanlage).

Mittwoch den 26. und Donnerstag den 27. April 196V? Paffahfcst-Ende.

7. Tag. Vorabend: 7.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nach­mittags 4.00 Uhr.

8. Tag. Vorabend 8.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. Festesausgang 8.25 Uhr.

Israelitische Neligiousgesellschaft.

Gottesdienst.

Mittwoch den 26. und Donnerstag den 27. April 1900*. Passahfeft-Eude.

7. Tag. Vorabend 7.15. Wtorgens 8.00. Nachmittag 4.00.

8. Tag. Vorabend 8.25. Morgens 8.00. Nachmittags 4.00. Festesausgang 8.25.

(Für den Inhalt der unter fcirfer tRubrif stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 25. Avril 1905.

Wohl dem größten Teil unserer steuerzahlenden Einwohner ist bei Durchsicht der Tagesordnung zur letzten Stadtverordnetensttzung bei Punkt 18D ie Verbrauchssteuern tn der Stadt Gießen" nichts Besonderes darüber eingefallen und man hat am Allerwenigsten gedacht, daß unter dieser harmlosen Ankündigung eine Erhöhung d e s O k t r o i auf die notwendigsten Bedarfs­artikel gemeint ist. Man kann ja verschiedener Meinung darüber sein, ob es angebracht wäre, derartige geplante Verteuerungen von Fleisch, Kohlen re. den Steuerzahlern vor Abstimmung im Stadtparlament zur Kenntnis zu bringen; von großem Inter­esse für die Einwohnerschaft dürfte es jedenfalls sein, wenn sie über die Verhältnisse aufgeklärt wird, wenn z. B. der Herr Oberbürger­meister seine Denkschrift nebst den neuen Oktroisätzen nicht nur den Herren Stadtverordneten, sondern allen Steuerzahler« kundgegeben hätte.

Man kann es als sehr günstig bezeichnen, daß eine Ver­tagung des bett. Punktes in der letzten Sitzung herbeigefühtt wurde, denn hoffentlich werden sich die interessierenden Kreise bis zur nächsten Sitzung am 27. d. Mts. noch regen.

Wie Einsender dieses bestimmt weiß, ist bei Annahme be» Entwurfs ein Aufschlag des Preises von Fleisch und Brot rrnausbleiblich, und es drängt sich unwillkürlich bte Frage auf, warum man Fleisch, Backwaaren, Kohlen, Bier,Gänse,Hasen rc. hoher besteuern will und andere Genußmittel, Delikateffen rc. ganz frei passieren läßt.

Wünschenswert sür die Bürgerschaft wäre - es, wenn die be­rufenen Vereinigungen bis zur nächsten Stadtverordnetensitzung zu der Frage noch Stellung nahmen, wie derFreisinnige Verein", der doch nach dem Programm der Partei entschieden Front gegen alle indirekten Steuern machen soll, und der wiederholt bei geplanter Tabaksteuer-Erhöhung so erfolg­reich gekämpft hat; die Bäcker- und Metzger-Innung, auch den Ga st wirteverein geht es an, und last not least den Bürgcrverein, der schon wiederholt der Bürgerschaft zur Aussprache über allgemein interessierende Angelegenheiten ©elegen- hrit gegeben hat.

Hier ist Grund zur Aussprache vorhanden, insbesondere, al- burd) die geplante Erhöhung des Oktroi namentlich der Bürger betroffen wird, vorzugsweise die Gewerbetteibenden, der Mittel und Arbeiterftonb.

flibt Blut und ist baS beste Morgengetränk für Blutarme, Bleichsüchtige^ Rekonvaleszenten, Wöchner­innen, stillenden Frauen usw. Man lese die Gutachten der Aerzte. Erhältlich das Kilo Mk. 3. in Apotheken, Drogerien usw. bT/<

magst;- darmkranke Ls nder»

bewährteste Nahrung für /

Sommersprossen und Finnen Herba-Seife.

Obermeyers Herba-Seife ist ein vortreffliches Waschmittel se^en Sommer­sprossen u. Finnen, sie hat eine grossartige Wirkung bei mir gezeigt.

Hochachtungsvoll J. Arpe m Quickborn.

Z. h. i. a. Apotb., Drog. u. Parf. p. St. 50 Pfg. u. 1 Mk. Obcrmcyer & Co., Haoan.

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Vir Ikbtrkutubtit Knorrs Bofertticbl HS

i S v 6 durch bewiesen, daß es

als Nährnnttel die führende Stellung emnimmt, welche ihm gebührt! Besonders geht dies aus dem Umstand hervor, daß der Oerbrauch von Knorrs Hafermehl von Jahr zu )ahr ganz erhebliche Steigerungen aufweist. Knorrs Hafermehl, sowie sämtliche weiteren Knorrs Präparate sind in allen Kolonialwarengeschäften, Drogenhandlungen rc. erhältlich. Die Krma £. H. Knorr A.-G. zu Heilbronn a. N. ist auch jederzeit gern bereit, außer ihren l beiden Filialen in 5t. Margarethen (Kanton 5t. Gallcn-^chweiz) und Bregenz ((Oesterreich) die Adressen der nächstgelegenen Bezugsquellen anzugeben.