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Mittwoch 4. Januar 1905
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155. Jahrgang
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Eenemi-Anzeiger
ZMis- und Anzeigeblütt für den Kreis GichM
Schiffe, ® o o t c, t e r i a t, alle R e *g q l e r u n Q gehöre
Nr. 3
Erscheint täglich anher Sonnlags.
Tem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gicyener ZamiUen- bläller viermal in der Woche beiqelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brüt) l'scheu Unmerl.-Buch'U.Stem- biuderei. R. Lange.
Redaktion, Ervevition und Druckerei:
Schulst ratze 7.
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ihre Zustimmung erteilt.
Es ist im Grunde nichts als müßig Blendwerk, toenn tn der zweiten Kammer immer und immer wieder Klage darüber erheben wird, daß die Gesetzgebung in Hessen der Landwirtschaft nicht die gebührende Beachtung schenke oder gar ihre Rechte verkümmere. Das beweist am deutlichsten ein Blick auf die weitere Tätigkeit der Kammer, die ^gerade im letzten Jahre ganz hervorragend im Zeichen der Landwirtschaft stand. Die Thronrede, mit der am 25. November 1902 die 32. Landtagsperiode eingeleitet wurde, hatte ein ganzes Bündel von Gesetzentwürfen angekündigt, die größtenteils die landwirtschaftlichen «Interessen zu fördern bestimmt waren. Davon sind die Hagelversicherung, das Ausführun<-sgesetz ?ur Schlachtvieh- und Fleischbeschau, die staatliche Viehversichernng, das Forst- und Feldschutz- aesetz und verschiedene andere Vorlagen bereits von beiden Kammern verabschiedet worden; eine weitere wichtige Vorlage, betreffend die Schaffung einer beruflichen ständischen Vertretung d e r L a n d w i r t s ch a f t, wurde kürzlich bei der zweiten Kammer eingebracht und darf ihicr Annahme gcinz nach ben Wünschen bet Sittcrcffcntcn sicher fein, ferner bewilligen di« Kammern alliahr''ch Niesensummen für Fvrberung bcr Viehzucht, der 8-ldbe. reinigung, bcs Obst, unb Ackerbaues die tzegrerung bean- tränt bic Bewilligung van über brer M.Mmieu Mark sur bie Aussorstuug unb Kulturvcrbesseruug bcs Vogelsbergs w Wo bleibt bn bie „mangclnbe Rücksicht auf bie £anb«
nehmen.
Ter Briefwechsel zwischen Stössel unb Nogi.
Die aus Tokio gemeldet wird, berichtet Geueral Nogi: Gestern um 5 Uhr nachmittags kam ein Russe mit einer Parlamentärflagge an unsere erste Linie südlich von Suschi- jiiug und überreichte unseren Offizieren einen Brief, der mich um 9 Uhr erreichte. Er lautete: „Nach der allgemeinen Lage der ganzen Linie der von Ihnen gehaltenen! feindlichen Stellungen zu urteilen, finde ich, daß weiterer Widerstand in Port Arthur unnütz ist, und zur Verhinderung eines unnützen Opfers an Menschenleben schlage ich dre Eröffnung von Ueberaabe-Verhandlungen vor. Falls Sie diesen Vorschlägen zustimmen, wollen Sie freundlichst Bevollmächtigte zur Verhandlung über die Ordnung und die Bedingungen der Kapitulation ernennen, sowie auch einen Ort bestimmen, wo solche Kommissare und die gleichen von mir zu ernennenden sich treffen können. Ich ergreife diese Gelegenheit, Euer Exettlcnz die Versicherung meiner Ach^ tung zu übermitteln. Stössel." — Kurz nach Tagesanbruch heute werde ich unseren Träger einer Parlamentärflagge- mit folgender Antwort an General Stössel abschicken: „Jch habe als Kommissar General Juckst, Stabschef in unserer Armee, ernannt. Er wird von einigen Stabsoffizieren und Zivilbeamten begleitet werden. Diese werden Ihre Kommissare am 2. Januar mittags zu Suschijiing treffen, unter der Ermächtigung der Kommissare beider Teile, eine Kapitulations-Konvention zu unterzeichnen, ohne auf die Ratifikation zu warten und das sofortige Inkrafttreten des Abkommens zu veranlassen. Tie Ermächtigung für solche Generalvollmacht muß von den höchsten Offizieren beider verhandelnden Parteien unterzeichnet werden, und diese Ermächtigungen sollen von den betreffenden Kommissaren ausgetauscht werden. Ich nehme die Gelegenheit wahr. Euer Exeellenz die Versicherung meiner Achtung zu über* Mitteln. Nogi."
Verluste der Russen an Offizieren.
In dem Telearamm General Stössels an den Kaiser heißt es: Die Verlustzisfer der höheren Offiziere beweist die ungeheuren Verluste, die wir gehabt haben: Von 10 Generalen sind Kondratenko und Zerpitzki Ktötct, Rasmaltowski gestorben, Tschadein und ich verwundet, und Gorbahowski hat einen Prellschuß er- balten. Von zehn Regimentskommandeuren sind zwei, Fürst Matschabekli und Naumenko gefallm, zwei, Unin! und Glagolew, an ihren Wunden gestorben, vier, Gan- durin, Ssavitzki, Graiznow und Tretiakow, verwundet. Ok'faH-'it ist der Oberstleutnant der Grenzwache Butusow, verwundet der Kommandeur des dritten Reserve- Bataillons, Oberstleutnant Pokrowski, und der Ssotnienkom- maudcur Kowrwitsch. Bei der Foldartillcrie ist Oberst Frman gefallen. Von acht Kommandeuren der Feldbatterien ist Oberst Petrow gefallen, die Obersten L a Perow , R o m a n,o w § k i, Kapitän B e n u a und Oberstleutnant Dobrow find verwundet. Oberstleutnant Seblu- kow und Kapitän Petr en ko haben Prellschüsse erhalten. Von den übrigen Stabsoffizieren ist ein großer Prozentsatz gefallen, gestorben und verwundet. Viele Kompagnien wurden von Fähnrichen geführt. Die Kompagnie hat durchs schnittlich 60 Mann.
Wie es in Port Arthur zuletzt an?sah, darüber erzählen die Offiziere eines der von Port Arthur hier, eingetroffenen russischen Torpedobootszerstörer folgendes: Die Hospitäler in Port Arthur wurden von Granaten getroffen, so daß die Verwundeten nicht mehr darin bleiben wollten. Einige legten sich trotz der heftigen Külte auf offener Straße auf Trümmerstücke, andere gingen wankend zur Schlachtlinie, schleuderten Steine und boten den andrir genden Japanern Trotz, bis sie gefangen genommen wurden oder aer Tod sich ihrer erbarmte. Das bewerte fünf Tage und iünf lange Nächte. Für Hospitalzwecke fand sich kein Platz mehr. Die Munition, obgleich seit mehreren Monaten sparsam damit umgegangen wurde, begann zu mangeln.
Die russischen Geschwader.
DaS unter bcm Befehl des Admirals Foelkersha^ stehende russische Geschwader ist in der Bai von Passandava. vor Anker gegangen. DaS Geschwader des Admirals R oschdjestwenskn batte; um das in den) Kana! von Mozambique herrschende schlechte Wetter zu vermeiden, feinen' , Wieg um daS Kap Marie nehmen müssen. DaS Gc-' . schwader ist in der Bai von Anatongi l eingetroffen. Jedes
toUt ffirmib jur Klage bnttcn eigentlich bie Tteuerzahler der tröficmi Stabte, bie über bie Hälfte bcr gesmnten blrekten Steuern des Landes aufbringen und zum -ank böinr auch noch in ihrem Wahlrecht beschränkt werden sollen ober bic inbuftncUe- Arbeitgeber, die in neuerer Zelt nut sozialpolitischen
A.r Aull von Dort Arthur.
Tie Tage nach dem Fall.
Die „Central News" in London glauben die Täge folgendermaßen schildern zu können. Einiges davon wird man als zutreffend ansehen können. Japan hofft, den Krieg nun noch erfolgreicher fortsetzen zu können, als bisher. Japan ist daher nicht auf einen schnellen Friedensschluß erpicht. Rußland kann dagegen jetzt nicht an Frieden denken, wenn steh nicht in Rußland alles ändert. Japan wird zunächst bemüht sein, Kuropatkin au§ der Mandschurei zu treiben. Sachalin wird später genommen werden, nachher Wladiw o» stock. Alle verfügbaren japanischen Truppen werden gegen Kuropatkin konzentriert werden, um ihn einzuschließen, ron? otn Schaho, bei Ientai und Liaojang nicht gelang, da nicht genügend japanische Truppen zur Verfügung waren. Port Arthur wird inzwischen zur Flotten-BasiS gemacht iverden, wie Sasebo und Kure. Man wird Port Arthur sofort in einen bewohnbaren Zustand bring.n. Ein Hafen- Kommandant wird ernannt mit einem vollen Stabe von Marine-Offizieren. Japan wird erhebliche Mittel aufwenden, um die Festung so gut wie neu zu bauen und glaubt bestimmt, daß Rußland Port Arthur nicht zurückerobern kann. Die gesunkenen Schlachtschiffe glaubt Japan zum Teil wieder zu heben, in einen brauchbaren Zustand versetzen zu können und damit die japanische Flotte schnell zu verstärken. Rußland rühmt sich, im nächsten Sommer 800 000 Mann gegen Japan ins Feld stellen zn können. Japan weiß aber bestimmt, daß Rußland nicht mehr alv 500 000 Mann in so weiter Entfernung von der Basis unterhalten kann.
Die Stimmung in St. Petersburg.
Obaleich mau durch bi? Nachrichten der letzten Tage aur den Fall von Port Arthur vorbereitet war, wirkte die Schreckensnachricht hier doch wie ein Tonn er schlag. Tie großen Tagesblätter fordern das Publikum auf, daS furchtbare Ereignis mit Mrde zu tragen, eingedenk des unbeschreiblichen .Heldenmutes der Nerleidiger.
lieber die Uebergabebedingungen
liegen die Meldungen noch nicht abgeschlossen vor.
Ein am 3. d. M. nachmittags eingeganaenes T"legramm des Generals N^"i gn'bt den "Wortlaut der Bedingungen für die Kapitulation von Port Arthur folgender- u s s i ^ch enSoldaten, Seeleute >, ebenso die Regierungsbeam- uud zum Hafen von Port Artbur . । q c n genommen. 2. Alle Kriegsschiffe, andere unition, Pferde, alles 9)? a- i. u n g S g e b ü u d e, alle der R e * nöcu Ge gen<stände füllen her
Vorschriften und kostspieligen Bestimmungen geradezu überhäuft werden. Und wie ein roter Faden zieht sich durch die Beratungen der Kammer über neue Vorlagen nicht die Rücksicht auf die große Masse der Bevölkerung, oder auf die Steuerzahler int Allgemeinen, sondern stets die Erörteruna der Wickuug, welche daS neue Gesetz wohl auf bic Landbevölkerung auSüben könnte. DaS war auch besonders wieder bei ben jüngsten Kammcrverbandlungcn der Fast, indem du ober hessischen B a u e rn b ü n d l c r mit aller Krait für die Herabsetzung der Gebühren beim 0;erichtskostengcselz und den Schreibgcbühren für notarielle Schriftstücke eintraten. Daß bei der allgemeinen Steigerung der LcbcnSmittclpreise auch der Schreibgcbilfe mit den alten, geringen Lohnsätzen nicht mehr haushalten kann, scheint den Herren gar nicht in den Sinn zu kommen.
Was unserer Volksvertretung in erster Linie fehlt, ist eine straffe, energische Leitung, die nicht nur die Debatten geschickt dirigiert — ein rechtzeitiger Wink der Glocke des Präsidenten kann oft stundenlange Debatten auS dem Wege änmen — sondern auch entsprechend auf die einzelnen ^lus- schüsse einwirkt, damit sie rechtzeitig für das nötige BcratungS- material Sorge tragen. Von allen Seiten erbeben sich in her Presse und im Publikum Klagen darüber, daß die parlamentarische Arbeit in Deutschland immer mehr verflacht und Selbstsucht und Eitelkeit das Szepter führen. Man weise die Abgeordneten mehr darauf hin, ihre Wünsche und Kriterien schon bei der Vorberatung in den Ausschüssen anzubringen, anstatt da§ Plenum oft mit allerlei Nichtigkeiten zu behelligen Bei der allgemeinen Unlust über die langen Kammerberichtc klingt eS fast wie ein Hohn, wenn besonders redeetfrige Politiker in der Kammer den Antrag stellten, den Zeitungen uvsführliche ossizielle Berichte über die Sitzungen als Sonderbeilagen zur Verfügung zu stellen. Tie Kammer hat die Hoffnungen auf eine promptere Erledigung der gesetzgeberifchen Aufgaben bis jetzt nicht erfüllt, voraussichtlich wird die Kom- munalstcuer-Reform und vieles andere beim Schluß der 32. Tagung unerledigt bleiben.
Doch genug der Klage über die Kammertatigkeit. Freuen wir unS lieber der Eingangs erwähnten Verbesserung unserer Finanzen, die hoffentlich auch recht bald wieder Steuererleichterungen ermöglichen wird. Unb besonders erfreulich ist: Das Jahr 1903 schloß mit der Trauer um den jähen Verlust des einzigen PrinzeßchenS, daS jetzt verflossene Jahr hat uns die frohe Botschaft von der Wiederverrnählung unseres geliebten Landessürsten gebracht. .Möge nun wieder für lange, lange Zeit Freude und Sonnenschetn im Fürstenhause Einzug halten.
vanischen Armee in ihrem gegenwärtigen Zu- stände übergeben werben. 3. Zu den vorstehenden beiden Bedingungen und als Sicherheit für deren Einhalt- iing sotten die Besatzungen der F o rit s und der Batte- ricn von Jtsushmi Slws-Aritushan, To-Atushan, sowie auf der HügeN.Ate südöstlich davon am Mittag des 3. Januar zurückgezogen werden und deri^panischenArmeeaus- geliefert werden. 4. Sollte vermutet werden, daß russische Militär- oder Marinemannsebasten im Artikel 2 aufgeführte Geaenstönde zerstört oder ihren Zustand, wie er zurzeit der Nnttr?eichnung des Vertrages war, irgendwie aeäudert haben, so sollen die Verhandlungen als nicht geschehen betrackttt werden und der japanischen Armee wird freie Hand gelassen.
Ein Reutertelegramm meldet vom 3. d. M.: Die Japaner nahmen cm 3. Januar eine Anzahl Forts von Port Irthur in Desi^ Den russischen Osfizieren unli Beamten wurde attet, cr.f Ehrenwort nach Rußland zurü ckzukebren. Die Offiziere behalten! das Seitengewehr.
General Stössel b^t in einem Telegramm cm den russischen Kaiser um die Erlaubnis gebeten, daß die Offiziere von Port Arthur den Japanern ihr Ehrenwort geben dürfen, an dem Kriege nicht mehr teil^w-
FrrnsprcchanIchUlflAr 51.
Kossen im Javre 1904.
R. B. Darmstadt, 3. Jan.
Tte Jahreswende bringt es i sich, daß die Blätter allerlei politisch-kritische Bctrachtting^n anstellen und das. was das entwichene Jahr an Freud und Leid gebracht, noch einmal vor dem geistigen Ange des L''iers Revue passieren lassen. Für den Rückblick auf die internationale Lage oder die Reichspolitik bietet sich bn natürlich cm sehr umfangreiches Feld, ober auch eine politische Wertung bcr Geschehnisse des verflossenen Jahres in unserem engeren Großher'ogtnni bürste für manchen einiges Interesse besitzen. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Man kann das Sprichwort biemal wirklich mit einiger Berechtigung anwenden, denn gegenüber all den meist recht garstigen Verhältnissen im Reich und .m Auslande können wir uns in Hessen wohl etwas zn gute tun und mit der allgemeinen Entwickelung der Tinge zusrieden sein.
Um die .Hauptsache vorweg zu nehmen: unsere Staatsfinanzen haben im Vergleich zu den früheren Jahren eine sehr wesentliche Wendung zw.n Besseren genommen, Handel unb Wanbel erfreuen sich eines deutlich bemerkbaren Aufschwunges. Tie Ernte des verflossenen Jahres ist eine meist ergiebige gewesen, in Starkenburg und Oberhessen blüht der Obstbau kräfttg aus, in letzterer Provinz auch Gemüse- und Getreidebau, in Rheinhessen und der Bergstraße hat der Weinbau ein gutes Jahr zu verzeichnen, wenngleich der Erlös dafür infolge der noch nicht genügend durchgeführtcm Organisation bezüglich der ?Tflat',gebiete nicht voll befriedigen kann. Auch auf industriellem Gebiete zeigt sich in zahlreichen Branchen eine größere Regsamkeit, die namentlich in der warmen Fürsorge der Regierung unter steter Animieruug unseres Großherzogs für die hessische Kunstindustrie und in der umfangreichen Bautätigkeit des Staates eine kräftige Unterstützung findet. Die einzelnen Berichte der Handelskammern werden ja später darüber näheren ^Aufschluß geben.
Weniger erfteulich, als auf dem Felde allgemeiner Erwerbstätigkeit, zeigt sich das Bild aus dem parlamentarischen Gebiet. Tie Gcsetzgebungsmühle arbeitet langsam, aber leider nicht, wie Gotte? Mühlen- auch „trefflich fein". Es fehlt hier an dem rechten Müller, der das Räderwerk „gut schmiert" und danach gut fährt. Wir haben im Sommer des verflossenen Jahres mit Schmerz dem unschönen Schauspiel zusehen müssen, das sich hinsichtlich der Wahlrechtsvorlag.e abspielte und die vitalsten Volksinteressen zu schnöden Schachergcschästen hcrabwürdigte. Tas unnatürliche Partcikvnglomerat der zweiten Kammer ist dabei imit einer Rigorosität verfahren, die ihres Gleichen sucht. Eine Handvoll Abgeordneter hat unter Führung der Klerikalen und unter stiflvergnügwm Ac^ouche- ment bcr Sozialdemokratie das wichtige Werk der Wahlkreiseinteilung vollzogen, die wegen ihrer absoluten Einseitigkeit und Ungerechtigkeit von der Reg'.erung oder der ersten Kammer nimmermehr gebilligt werden kann. Andererseits hat auch die Mehrheit der Volksvertreter skrupellos den Vorschlägen zugesttmmt, die eine offenkundige Verkümmerung des Wahlrechts der Stäbtr bezweckten; wie erinnerlich, hat erst vor wenigen Wochen wieder eine große gemeinsame Versammlung der freisinnigen und nationalliberalcn Parteien in Gießen energischen Protest dagegen erhoben. Es ist für die gonze Situation ungemein bezeichnend, daß sowohl in Oberhessen, wie in Rheinhessen die liberal gesinnte Wählerschaft geschlossen gegen diese Vergewaltigungen ihre stimme erhebt, während sich die Schwarzen und die Roten überall im Lande ob des ihnen so leicht gelungenen Eoups ins Fäustchen lachen. Ob sie aber auch zuletzt lachen kverden\. Wir halten es nach wie vor für ausgeschlossen, daß sich in der ersten Kammer eine Mehrheit finden wird, bie der Wahlrechtsvorlage in ihrer jetzigen Derballhornisierung
VezugSprel-r monatlich 75'1$!., eiertet- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Alk.2.— viertel» jahrl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzelnea ür die Tc '25r''mntet is vormittags 0
^..Wnvreis: okall2Pf^ auswärts '0 3'g.
0 erantrootfliä) für den poltt. und tu30 u Teil: P. Witiko; für „Stadt und 2ant)M und „ Gerich lssaatt: Auaust Goetz; für den Anzeigenteil i Hans Beck.
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