Jedenfalls solle man daS Trottoir in Ordnung bringen. Etadtv. Petri spricht sich in ähnlicher Weise aus. Stadtv. Leib fuhrt aus, die Strafen der Altstadt seien mit einem zähen klebrigen Schleim überdeckt, der ihr Passieren geradezu gefährlich mache. Ihr Zustand sei so, daß man ruhig sagen könne, auf keinem Dorf sei es schlimmer. Man solle sie Don Zeit zu Zeit tüchtig mit Wasier spülen. Oberbürger- ineister Mecum hat sich erst heute wieder von dem schlechten Zustand der Straßen in der inneren Stadt überzeugt rind will ihre Spülung in den nächsten Tagen vornehmen lassen. An Mitteln, die Straßen richtig sauber zu halten, fehle cs nicht, wohl aber an Leuten und Fuhrwerken. Stv. Schaffstädt bezeichnet die Klagen des Stv. Leib als sehr berechtigt und tritt lebhaft für Abhilfe ein. Stv. Hahn möchte den Uebergang in der Stepbanstraßc als sehr nötig bewilligt haben und empfiehlt, die gepflasterten Uebergänge nicht so lief, sondern in der Hohe des Chaussee- Niveaus anzulegen. Stv. Eichenauer rügt den schlechten Zustand der Einfriedigung der Wieseck in der Aliceflraßc. Oberbgm. Mecum sagt Abhilfe zu und bemerkt, für später sei ein festes Spalier vorgesehen. Stv. Löber weist darauf hin, daß die Landwirte im Oktober noch mit der Ernte zu tun gehabt hätten und deshalb kein Fuhrwerk hätten stellen können. Wenn ein paar Tage trockenes Wetter sei, werde wohl Besserirng eintretcn. Wenn aber geklagt werde, so sei die größte Klage wohl bezüglich des verlängerten Asterwcgs zu führen. Der Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daß der Asterweg noch nicht aiisgebaut sei und deshalb die Anlieger die Verpflichtung hätten, ihn in Ordnung zu halten. Auf eine weitere Bemerkung des Stv. Löber, daß auch der ausgebaute Teil in schlechtem Zustand sei, erwidert Ober» bürgerm. Mecum, daß hieran die Kanalisation Schuld sei.
Stadtv. Helfrich fragt an, ob die Post nicht zur besseren Instandsetzung des Trottoirs in der Grünberger Straße verpflichtet sei, das durch die Kabellegung sehr schlecht sei. Der Vorsitzende bejaht dies unter dem Hinzufügen, daß über die Kostenhöhe noch Verhandlungen schwebten. Stadtv. Kirch spricht sich bezüglich der vorliegenden Gesuche für den Antrag ,der Baudeputation aus, wenn erst einmal die Kanalisation fertig sei, könne man der Sache nähertreten. Die Klagen über den schlechten Zustand der Straßen seien berechtigt und e§ müße Abhilfe geschaffen werden, auch wenn es mehr koste. Ihm scheine cs, daß die Reinigung nicht mehr so intensiv vorgenommcn werde wie früher. Oberbürgermstr. Mecum bestätigt dies und bemerkt, es seien keine Leute zu bekommen, weil die Stadt dem allgemeinen Steigen der Tagelöhne noch inicht gefolgt sei. Nachdem nunmehr der Arbciterausschuß (genehmigt sei, werde es eine der ersten Aufgaben sein, die ;£öbne entsprechend zu regulieren. Stadtv. Petri erwartet !iu dieser Hinsicht Besserung, wenn erst einmal die großen >Bauarbeiten, wie Kanalisation und Klinikbautcu, die viel iLeute erfordern, fertig sind. Stadtv. Haubach bemerkt, es könnte bezüglich des Zustandes der Straßen vieles besser sein, wenn der Unternehmer der Kanalarbeiten zur ordnungs« «mäßigen Wiederherstellung der Straßen angehalten werde. jOberbürgermstr. Mecum bemerkt, daS sei früher schon geschehen und geschehe auch jetzt wieder. Stadtv. Huhn plaidiert für Genehmigung des Gesuches für die Stephan- fftraße. Auf Antrag des Beigcord. Georgi wird sodann die Angelegenheit nochmals an die Baudeputation zurück- v erwiesen.
Verkauf städtischen Geländes.
Für drei Bauplätze an der Licherstraße war bei der Versteigerung nicht die Taxation erreicht worden. Für einen derselben hat sich in Herrn Hellmold nunmehr ein Käufer gesunden, der den Taxwert — 12 Mark für den Quadratmeter — bezahlen will. Auf Antrag der Baudeputation stimmt die Versammlung zu, während bezüglich zweier Gebote auf andere Plätze, die erst heute cingegangen sind, Verweisung an die Baudeputation beschlossen wird.
Dem nunmehr vorliegenden Kaufvertrag über den Ver- -Tnuf eines Grabens an der Marburgerstraße, der schon früher genehmigt wurde, wird zugestimmt.
Gebühren für die Benutzung des Sektionszimmers.
Wie Beig. Curschmann ausführt, ist bei den hiesigen Aerztcn aus Anlaß eines Falles, in dem so verfahren wurde, die Ansicht laut geworden, daß die Benutzung des Scktions- zimmerS gebührenfrei sein solle, wenn die Angehörigen der Leiche nichts bezahlen. Dadurch sind nunmehr 3 Sektionen vorgenommen worden, wofür Erlaß der Gebühren gefordert wird. Die Fricdhofsdcputation beantragt, in diesen Fällen dem zuzustimmen, im übrigen aber die Gebühren zu belasten.
Stadtv. Dr. .H a b e r k o r u führt aus, daß er als Vor- «steher des Kreisgesundheitsamtes beantragt habe, die Benutzung des Sektionszimmcrs kostenlos zu gestatten, oder doch wenigstens in den Fällen, in denen die Aerzte die Sektion unentgeltlich vornehmen, die Gebühren zu erlassen. Die Neigung, Sektionen vornehmen zu lassen, sei in Gießen sehr gering, trotzdem eS in vielen Füllen sowohl zur Beruhigung der Angehörigen iiber die Todesursache, wie auch zur Belehrung der dlerzte gut fei, eine Leichensektion vorzunehmen. Dadurch, baß man diese gebührenfrei vornehmen lasse, werde man mit der Zeit wohl mehr Sektionen bekommen. Einige Aerzte Hütten sich bereit erklärt, Sektionen unentgeltlich vornehmen zu wollen. Den dicserhalb von ihm gestellten Antrag habe er allerdings zurückgezogen, weil er in der Friedhofsdeputation nur geringe Neigung dafür gefunden habe. Oberbürgermeister M e c u m macht darauf aufmerksam, daß der Stadt durch die Vornahme von Sektionen doch erhebliche Kvsten erwachsen, mit den 10 Mark Gebühren hierfür würden bloß die Barauslagen gedeckt. Beig. Georgi hält die Anregung des Stadtv. Dr. Haberkorn für sehr wertvoll und wird dafür stimmen, wenn der Antrag wieder eingebracht wird. Stadtv. S ch m a l l äußert sich ähnlich. Beig. E urschmann betont demgegenüber, das; das finanzielle Interesse der Stadl doch nicht so gering sei, wie es scheine. Wenn man die Gebühren aufhebe, könnte es dahin kommen, daß es gewissermaßen zum guten Ton gehöre, Sektionen vorzunehmen. An und für sich habe die Stadt doch nicht die Aufgabe, die Wissenschaft zu fördern, auch könne mit einer Vermehrung der Sektionen durch die Aerzte bem pathologischen Institut wertvolles Material entzogen nerben. Stadtv. Dr. Haber- koru hält letzteres Bedenken für unbegründet. Stadtv. Haubach meint, man soll" die Sache von Fall zu Fall entscheiden, da doch in vielen Füllen die Gebühr bezahlt werde. Nachdem Stadtv. Dr. Haberkorn seinen Antrag wieder eingebracht hat, sprechen sich Beig. Georgi, die Stadtv. Schm all und Petri für Annahme des Eventual
antrags aus. Auf Anregung der Stadtv. Brück, Kirch und Haubach wird die Sache an die Fricbhofsdeputation zurückverwiesen.
Dom Fischmarkt.
Beig. Curschmann berichtet über die nochmalige Verhandlung der Fischmarktkommission mit den Fischhändlern. Die Kommission habe diesen den Vorschlag gemacht, daß die Stadt die Fische einkaufcn solle und die Händler unter Hinzurechnung eines gewissen Gewinnes den Verkauf gemeinsam oder abwechselnd vornehmen sollten. Beim letzten Markt hätte sich der Verdienst der Händler, wenn so verfahren morden sei, nach Abzug der Unkosten auf 50 Mk. belaufen. Das hätten die Händler nicht angenommen und bei der nochmaligen Verhandlung am letzten Samstag nur gefordert, daß die Stadt Fische nur an Leute verkaufen solle, für die der Fischmarkt in erster Linie bestimmt sei, also an die Unbemittelteren. Man habe ihnen erwidert, daß daL praktisch unmöglich sei. Nach stundenlangem ergebnislosen Verhandeln habe sich dann ergeben, daß die Fischhändler vor einigen Wochen untereinander sich verpflichtet hätten, mit der Stadt keine Vereinbarung zu treffen. Damit betrachte die Kom- mission ihre Tätigkeit als erledigt.
Verschiedenes.
Dem Vorarbeiter de§ Filial-Arbeitshauses wird ein Dien st mantel bewilligt.
Die hiesigen Firmen Gebrüder Kaufmann und P. I. Möbs ersuchen um Ucberlastung einer Fetteinkauf st eile im Schlachthaus. Tie eine vorhandene Stelle ist an eine Frankfurter Firma, die seinerzeit Meistbietende war, noch für eine Reihe von Jahren verpachtet. Den beiden hiesigen Gesuchstellern soll dies mitgeteilt nnb in Aussicht gestellt werden, daß beim Erweiterungsbau des Schlachthauses ihrem Gesuch entsprochen wird. Im übrigen erklärt die Versammlung daS Gesuch für erledigl. ______________________
Ain. HUM und £tmö.
Gießen, 3. November 1905.
•• Gießener VolkSba d. Im Oktober wurden 8399 Bäder verabreicht gegen 9371 im September 1905 und 9618 im Oktober 1904, ober im Durchschnitt pro Tag 271 Bäder gegen 312 im September 1905 und 310 im Oktober 1904. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:
Schwimmbad 4534 Männer, darunter 722 zu 10 Pfg.,
„ 956 Frauen, „ 199 „ 10 „
Wannenbäder 1. Klasse 226 Männer, 99 Frauen, „ 2. , 514 „ 402 „
Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 136 Männer und 41 Frauen, Brausebäder 1278 Männer und 213 Frauen. Die Personenwage wurde von 220 Personen benutzt und das Bad von 10 Personen besichtigt.
IV. Bad Nauheim, 2. Nov. Heute vormittag kurz nach 8 Uhr wurde unsere Einwohnerschaft durch Feuersignale in Schrecken versetzt. Größere Rauchmaffen ließen vermuten, daß in dem Kegclmann'schen Hause in der mittleren Fürstenstraße ein Brand ausgebrochcn sein mußte. Da das Hau? gegenwärtig unbewohnt ist, mußten von der Feuerwehr erst die Türen aufgybrochen werden, um zur Brandstätte zn gelangen. Wie sich herausstellte, waren in einem Raume Vorräte von Salzsäure und Schwefel durch Selbstentzündung in Brand geraten. Es gelang der Feuerwehr, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken.
4- Nidda, 2. Nov. Gestern wurde unter großer Beteiligung das 25jährige Bestehen der hiesigen höheren Bürgerschule gefeiert. Nachmittags fand im „Gambrinus" ein Festaktus statt mit Gesang, Deklamation, musikalischen Darbietungen und einem Neigen der Schüler. Die Festrede hielt der frühere Leiter, jetzt noch Lehrer der Schule, Pfr. Werner. Er wies auf die Notwendigkeit guter Schulen für eine Stadt hin, erwähnte der früheren Anfänge zu unserer Schule in den Privatinstituten der Geistlichen. Im weiteren führte er die verschiedenen Stadien der Schule an. Abends fand noch ein gemütliches Zusammensein statt, wobei noch manches ernste und heitere Wort geredet wurde. Der Schule aber für die Folge ein herzliches vivat crescat floreat!
* Kleine Mitteilungen aus H e s s e n n n b den Nachbarstaaten. Bei Wiesbaden fand zwischen Soldat e n, der P o l i z e i und hundert Zigeunern eine mehrstündige blutige Schlägerei statt. Die Zigeunerweiber hieben mit Steinen und Kuüvveln auf die Soldaten ein, während die Zigeuner Messer und Revolver gebrauchten. Nach zwei Stunden gelang es, die betrunkene Zigeunerbande über die hessische Grenze zu treiben. (Also jetzt kann der Unstig auf hessischem Boden losgehen? So respektiert preuß. Polizei die Deutsche Freizügigkeit). — Der Kaiser hat der Augenheilanstalt für Arme in Wiesbaden ein Geschenk von 5000 Mark zur Deckung der Bauunkosten zu ihrem Neubau bewilligt.
Vermochte».
• Sin Lehrer als Bauernknecht. Bei einem jütischen Hofbesitzer trat voriges Jahr ein Bauernknccht in Dienst. Er war aus Island und hieß Haakon Finson, und sein Prinzipal hielt ihn für einen der fahrenden Gesellen, die gerade von der Sagainsel her häufig in den nordeuropäischen Ländern umherschwärmen. Später stellte sich aber heraus, daß er einen dreijährigen Bildungskursus auf einer Realschule durchgemacht hatte und später winters Lehrer und sommers Bauer gewesen war. Er wünschte indes die Welt zu sehen und sparte sich allmählich das Geld für eine Tampferfahrkarte nach Dänemark zusammen. Von Dänemark will er nach England reisen und dort wieder eine Bildungsanstalt besuchen, um dann auf der Heimatinsel einen Posten als Lehrer an einer Bauernhochschule zu übernehmen. Derartige Lebensläufe sind nicht ganz selten im hohen europäischen Norden, der darin eine Aehnlichkeit mit der nord- amerikanischen Union zeigt. So war der frühere norwegische GroßthingSpräsident Sören Nielsen in seiner Heimatgegend unweit des Nordkaps ursprünglich des Sommers Bauernknecht und des Winters Lehrer, bis er in daS Großthing gewählt wurde, dort zum Präsidenten aufi'tieg, ein Ministerportefeuille au8schlug, um endlich als Postmeister mit dem dort sehr ansehnlichen Gehalt von 6000 Kronen eine wohlverdiente Altersmuße zu genießen.
(SmditsiaaL
0 M arbura, 2. Nov. Die Folgen eines Pferde- handels beschäftigten heute bas Schöffengericht. Der
Pferdehändler Michel auS Gladenbach hat dem Landwirt Barth in Deitershausen ein Pferd verkauft, das der letztere jedoch nicht behüten wollte, weil cs nicht im Geschirr gehe. M. er- hielt deshalb das Pferd zurück, führte es aber am andern Tage wieder nach Deitershausen. Nachdem er wieder fortgeritten war, kam plöklich Barth mit seinem erwachsenen Sohn und dem Pferd wieder hinter ihm her und nun versuchte der Sohn, das Tier an sein Reitpferd zu koppeln. M. versetzte dem jung.-, Manne mit dem Stocke mehrere Schläge über den Kopf und hatte sich aus diesem Grunde heute zu verantworten. Er wurde zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt, das Pferd hat er auch 'wieder zurückgciwmmen.
München, 2 Nov. In dem Beleidigungsprozeß des Grafen Hvensbroech und des $5erau5gcber5 der „Hoch-. schuluach richten". Tr. v. Saloisberg in München wegen eines Artikels über die Stellungnahme des Grafen Hoensbroech zur Frage der akademischen Freiheit wurde heute Gras Hoeiisbrocch zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt,. Dr. v. Salois. berg dagegen bezüglich der Did'rllage freigesprocben.
ArSciterkervcgung.
Essen a. d. Ruhr, 2. Nov. Die Siebenerkommission warnt in einem Aufrufe die Bergleute des Ruhrrcviers, die neue AÄeitsordnung zu unterschreiben, da sie den gesetzlichen Bestimmungen in einzelnen Punkten widerspräche, und bie. Abänderungsanträge der Verbände bisher nicht berücksichtigt seien. Tie Kommission richtete heute folgende Eingabe an den Reichskanzler: „Auf einer großen Anzahl Zechen im Ober« bergamtsbczirk Dortmund werden diejenigen Arbeiter, welche ordnungsmäßig von einer Zeche abkehren, nicht eher auf einer enberen Zech: in die Arbest eingestellt, bis sie neben dem von dem Gesetz vvrgeschriebenen Abkehrfchein von der abkehrenden Zeche noch den Ueb'rweisungs- bezw. Nebernahmcschein vorzeigen. Kann nun ein solcher, ordnungsmäßig abgekehrter Arbeiter den verlangten. Uebernahmeschein nicht vorzeigen, so kann er von einer Zeche zur anderen geben und um Arbeit nachfragen, wird aber nirgends eingestellt. Geht ein solcher Arbeiter nun zu der- jenigen Zechenverwaltung, wo er abgekehrt ist, und beansprucht einen solchen Uebcvweisungsschein, so wird derselbe ihm verweigert. Durch diese Verweigerung wird dem Bergarbeiter jeder Arbeitswechsel im Rheinisch-wcstfälifche n Ber g- bau genommen. Unseres Erachtens verstößt eine solche Handlungsweise sowohl gegen die guten Sitten als auch gegen das Gesetz über die Freizügigkeit, ja sie hebt für die Berg, arbeitet letzteres geradezu auf. — Aus diesen Gründen richten wir an Ew. Durchlaucht die ergebenste Bitte, in dieser Hinsicht energisch für eine Remedur sorgen zu wollen, eventuell durch eine Vorlage für die Abänderung der Reichsgewerbe, ordn un g". Gleichzeitig richtete die Siebenerkommission an den Handelsminister einen Antrag, in dem dieser gebeten wird, der von dem Bergbauverein veröffentlichten und von den Zechenverwaltungen acceptierten Normal arbeitsordnung nur dann seine Zustimmung zu geben, wenn die Umgebungen unb Widersprüche gegen die Gesetznovelle, die im einzelnen ausneführ: werden, ans der Normalarbeitsordnung beseitigt sind, (tarnet wird der Minister gebeten um eine Interpretation der Gesetzesbestimmung in § 93 c der genannten Novelle vom 14. Juli.
Arriverstläts-Bachrichten.
— Der Berliner Universitätsprofessor H. O n ck e n , der von der Chicagoer Universität cingeladen wurde, nachdem Francis I. Dewes, einer der reichsten Bürger jener Stadt, die Mittel dazu zur Verfügung gestellt hatte, hat seine dortige Tätigkeit begonnen. Er liest in englischer Sprache ein vier- stündiges Kolleg über Deutschland und die Deutschen in der Weltgeschichte und hält allwöchentlich eine Vorlesung, in der er eine Einführung in die deutsche Geschichtsforschung und Gc- schichtsschreibung des 19. Jahrhunderts gibt. Daran anschließend werden Uebungen als Einführung in die Geschichte der Begründ- ung des neuen Deutschen Reiches vvrgenvmmen. Auf Anregung' mehrerer Personen hat Professor Oncken sich außerdem bereit erklärt, an jedem Freitag auf der Novdseite in deutscher Sprache ein einstündiges Kvlleg über die Geschichte des 19. Jahrhunderts zu lesen. — Diese Mitteilung ist von besonderem Interesse, da sie einen Gegensatz zu der eben begonnenen Tätigkeit des Proftssors Peabodv an der Universität Berlin enthält. Prof Oncken liest in Amerika in englischer Sprache und über em spezifisch deutsches Thema, über das er zweifellos mehr zu sagen weiß als die amerikanischen Universitätslehrer, — Prosessvü Peabodv dagegen liest nicht in deutscher Sprache und über cm völlig indifferentes ethisch-soziales Thema. Professor Oncken Tmt also jedenfalls den richtigeren Weg eingeschlageu, um den beutfdv amerikanischen Professoren-Austausch zu einer nutzenbringenden Angelegenheit zu machen.
Würzburg, 2. Nov. Heute abend starb der Anatom an der hiesigen Universität, Geheimrat Albert v. Koelliker
Evangelische G enternde.
Am 20. Sonntag nach Trinität is, den 5. November. Reformationsfest.
<&6ttesb(tnfL
In der Stadtkirche.
Vormittags 9‘/j Uhr: Piarrer D. Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.
Plärrer D. Schlosser.
Abends 5 Uhr: Plärrer Schwabe.
Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Plärrer jeder Ge- metnbe erbeten.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.
Mittwoch, den 8. November, abends 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Mackusgemeinde.
Donnerstag, beu 9. November, abenbs 8 Uhr, im Matthäus' saal, Kirchstraße 9 : Bibel stunde. Offenbarung Johannis.
Plärrer D. S ch l o s s e r.
In der FohauneSkirchc.
Vormittags 9'/, Uhr: Plarrassistent Sattler.
Vormittags 11 Uhr: Kinbergottesbienst für bie Johannes« gemeinbe. Plarrassistent Sattler.
Abenbs 5 Uhr: Plärrer Eule r.
Beichte unb heiliges Abenbmahl für die Lukas- unb die Johannesgemeinde im Abenbgottesbienst. Anmelbungea vorher bei bem Plärrer jebev Gemeinbe erbeten.
Nach allen Gottesbiensten Kollekte für bie G u st a v - A b o 11' Stiftung.
Montag, ben 6. November, abenbs 8 Uhr: Bibelstunde im Konsirnmubensaal der Johanneskirche.
Plarrassistent Sattler.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 4. N o v e m b e r 1905.
Nachmittags tun 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 5. November 1905.
21. Sonntag nach Pfingsten.
VornnttagS von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
■ um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor unb in derselben Austeilung der heil. Konunuuion.
, um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe.
um 9'/, Uhr: Hochamt mit Prebigt.
Nachmittags um o1/, Uhr: Christenlehre; barauf Anbacht luk bie Abgestorbenen.
93ei der immer mehr in bie Erscheinung tretenben Verteuerung del LebenSunrerhaltcs verdient die Hervorhebung gesunder, bitligel Geuußnutkel bei nbere Beachtung. Als bestes Getränk emvßeliu stch PteßmerS Tee, bev außerordentlich ausgiebig, baher billig int Gebrauch unb von heroorragenbem Wohlgeschmack tfi, bl,/e


