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Neue 4Vrprvz. Japanische Anleihe. Der Prospekt ist 'nun mit kleinen Acnderungen für die deutschen Börsen genehmigt worden. Bei dcr vorgestrigen Abnahme sind zweifellos Vollzahlungen in beträchtlicher Menge erfolgt. Auf ^ls Gro s der bedeutenderen Posten scheinen jedoch, namentlich soweit Dankierzahlungen in Betracht kommen, nur Teilzahlungen erfolgt zu sein, .weil die Zinsvergütung bis Dezember von 21/2 Prvz. selbst bei dem heutigen Geld schon wenig Reiz bot. Der Erschein- ungstag der neuen Japaner dürfte auf Mitte nächster Woche festgesetzt werden.
Erz-Kuxe.
F e r n i e. Angebot 4050, Nachfrage 3950. Ausbeuten und Zu« büßen 1903: 225; 1904: 300.
Märkte.
(Hießen, 3. Aug. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmark kosteten: Butter vr. Pfd. 1.15—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Psg. 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 15—OO Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Ps., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linien pr. Liter 32 Psg., Tauben vr.PaarO,80- 0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 55—65 Psg., Ochsenfleisch pr. Pfund 72—82 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 72—74 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Psg. Kartosseln pr. 100 Kg. 7,50—8,00 Mk., Zwiebelnpr. Ztr. fi,00—10,00 Mk., Aiilch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00—00 Psg., Kirschen pr. Pfd. 00—00 Pfg. Knietschen per Zentner 0.00-0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 7—1 Uhr.
Frankfurt a. M., 2. Ailg. Am frühen Vormittag war das Geschäft auf dem Arbeitspferde markt nicht so lebhaft, wie man es von den Frankfurter Märkten seit Jahren gewohnt ist. Der Grund hierfür liegt wohl zum Teil in der schlechten Futter- ernte unb dann in dem Umstande, daß die Händler an den geforderten Preisen festhielten. Erst gegen Mittag wurde das Geschäft besser und eine größere Anzahl Verkäme abgeschlossen. Mehrere auswärtige Firmen setzten auch eine Anzahl der zugetriebenen „Schlacht"pserde ab. Pierde mittleren Schlages gälte»: 700 bis 900 Mk., schwere Arbcitspserde 1200 bis 1500 Mk. Der Besuch des Marktes war heute vormittag gut. Auf dem Platze konzertirte die Feuerwehrkapelle. — Der Herb st-Pferdemarkt, mit dem wie alljährlich eine Verlosung verbunden ist, wird vom 17. bis 20. September abgehalten.
Limburg a. d. L., 2. Aug. Fruchtmarkt. Durchs schnittspreise pro Malter. Roter Weizen 00.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn, Mk. 11.30, Gerste 00.00 Mk., Hafer 8.15 Mk^ Saathaser 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
Kerichtslaat.
R. B. Darmstadt, 4. Aug. Die Ferienstr afkamnter hielt heute ihre erl'te Sitzung im neuen Juftizgebaude av, das erst am 1. Oktober definitiv seiner Bestimmung übergeben werden soll. Die heuttge Hauptverhandlung drehte sich bemerkens- werterweise um eine Offenbacher Straftat, deren d:e hiesige Strafkammer so unverhältnis-mäßib vftle abzuurteilen hat. Der Gastwirt Louis Geier u.ch beneu
Jliä&riflc Marg. Kröll, waren der Kuppelei und des Der-1Kln-streiix
FamMen-Uachrichten.
Verlobte. Alice Kehrmann (Biebrich a. Rh.), vr. med. Ferdinand Wagschal (Mainz).
Angina t-Draljtmetdungen.
Berlin, 3. Aug. Die Frau des Gasarbeiters Bockhold ist unter dem Verdachte, ihr dreijähriges Kind zu Tode geprügelt zu haben, verhaftet worden. Die Leiche des Kindes wurde polizeilich beschlagnahmt.
Aachen, 3. Aug. Aus Anlaß der Kündigung einiger Arbeiter des Aachener Hüttenaktienvereins „Rote Erde" macht ich unter den 3600 Arbeitern große Beunruhigung bemerkbar. Die Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften drängen auf den partiellen Streik, dem sich der christliche Verband widersetzt.
Paris, 3. Aug. Einer Privatmeldung aus Fez zu« olge gab der Sultan dem Maghzcn seinen Wunsch kund, die Finanzverwaltung Marokkos nach dem Muster des Kongostaates von belgischen Fachmännern regeln zu lasten und als Erzieher für die Armee Schweizer Offiziere und Unteroffiziere zu gewinnen. Der Maghzen wird diesen Wunsch zur Kenntnis der Konferenz bringen.
Wien, 3. Aug. Die „R. Fr. Pr." erfährt angeblich aus gut informierter Quelle, die Zusammenkunft Kaiser Wilhelms und des Zaren habe der Großherzog von Hessen vermittelt.
Tanger, 2. Aug. Um sich Geldmittel zur Fortführung seines Feldzuges gegen den Sultan zu verschaffen, hat der Thronwerber Buhamara Unterhandlungen mit einigen französischen Unternehmern angeknüpft, denen er zur Gründung von Faktoreien Landkonzessionen beim Kap Agua und bei Marschica an der Rifküste zu erteilen gewillt ist.
Newyork, 3. August. Die Friedenskonferenz wurde wie ein Kampf homerischer Helden eingeleitet. Morgens ließ sich Sato, der Sprecher Komuras, zu einem erstaunlichen Ausfall gegen Rußland hinreißen. Nachdem er hervorgehoben, daß selbst Roosevelt die japanischen Forderungen nur in Umrissen kenne, nannte er Wittes bei seiner Abfahrt gemachten Aeußerungen einen Bluff. Die japanischen Forderungen entsprächen den verfassungsgemäß zu berücksichtigenden Wünschen des japanischen Volkes, während die russischen Vertreter Delegierte ihrer Regierung seien, die ihr Volk über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplätze im Dunkeln ließen und die Ansichten dieses Volkes mißachtete::. — Witte seinerseits versicherte den Prestevertretern, daß die Japaner sich auf Grund ihrer Siege Rußland noch lange nicht als QuantilS negligeable vorstellen dürsten. Diese Siege ließen den Rusten die Japaner noch durchaus nicht als die furchtbaren Feinde erscheinen. Ueberhaupt unterschätze die Welt Rußlands latente Macht. Die Presse schlägt jetzt auch bezüglich der Friedenskonferenz pessimistische Töne an. Der Herald meldet aus Oysterbay, Roosevelt sei durch Komura über die japanischen Forderungen unterrichtet und halte sie für zu hoch, als daß ihre Annahme durch Rußland wahrscheinlich rväre.
baten zurückkehren zu dürfen. Trepow unterbreitete das Gesuch dem Höchstkommandierenden, General Linewitsch, der den Wunsch des Blessierten erfüllte.
* Schauspielerreklame und Gerichtsentscheid. Ein treffliches Strcifticht auf zwei Dinge, die sonst nicht zu- sammenliegen, die selbstherrliche Reklamesucht der Schauspieler und die Rechtsanschauungen deutscher Gerichtshöfe wirft ein Fall in Erfurt. Der Kunstwort berichtet darüber: In Erfurt wird ein Schauspiel zum ersten Mal aufgefiihrt. Ein Mime, der eine Hauptrolle in dem Stücke dargestellt hat, setzt sich des- selbigen Abends noch hin und berichtet ans Berliner Tageblatt von einem Bombenerfolg. Und wie er das Stück lobt, so lobt er einige Mimen, unter ihnen auch sich selbst. Dann setzt er ftöhlich den Namen eines Erfurter Redakteurs darunter und schickt die Depesche ab. Nur um das Lob der Mimen verkürzt, erscheint sie am andern Tag. Soweit der erste Akt. Der ahnungslose Redakteur erfährt Vvn dem Streiche und alarmiert die Polizei. Der Täter wird entdeckt, und der Träger des mißbrauchten Namens stellt Strafantrag gegen jenen wegen Urkundenfälschung. Woraus nach sechs Wochen der erste Staatsanwalt zu Erfurt '«scheidet: „
„Auf Ihre Anzeige gegen den Schauspieler Max Meyer, genannt Günther, wegen Urkundenfälschung, teile ich Ihnen mit, daß ich das Verfahren eingestellt habe. Günther hat zwar das Telegramm mit der Unterschrift (folgt der betreffende Name) aufgegeben. Um den Tatbestand des § 267 des Strafgesetzbuches zu erfüllen, mangelt cs jedoch dem Telegramm an der Erfordernd, daß es zum Beweise von Rechten und Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit ist, es handelt sich um eine Rellame für das aufgeführte Stück und die Darsteller, die irgend einen Einftuß auf das Rechtsleben auszuüben nicht imstande ist." „
Der Künstwart nimmt gegen diesen Bescheid energisch Stellung. Er bemerkt:
„Diese juristische Gerechtigkeit dürfte wohl selbst die verblüffen, die das unbedingte Vertrauen zu unserer RechDPflegc verloren haben. In jedem Fall aber fragen wir: Soll es bei dieser Entscheidung bleiben? Bliebe es wirklich dabei, so würden wir, statt zu fragen, rund heraussagcn müssen: wir verstehen nicht mehr, nach welchen rechtlichen und sittlichen Begriffen denn ein solcher Bescheid zustande kommt. Er fordert ja geradezu heraus, daß es nun auf diesem zweideutigen Gebiet noch unverfrorener gemacht werde, als es bislang gemacht wird."
* „Neigungstzeirat". In, der jüngsten Nummer der „Deutschen Bühnengenossenschaft" finden wir folgendes schöne Inserat: !! Neigungsheirat!! wünscht fein gebildete Dame — on dit elegante Erscheinung — vermögend, Besitzerin eines künstlerisch geleiteten Ateliers in Hannover, mit erstklassigem, wenn auch unbemitteltem Künstler, Dramaturg oder Literat von interessantem, brünettem Aeußern und vornehmem, idealem Charakter in den 30 er Jahren. Witwer Mit einem Kind nicht ausgeschlossen. Offerten, am liebsten mit Bild, welches sofort zurückgesandt wird, usw. usw.
* Ländliche Devotion. Fremder: „Wie lange bleibst denn immer auf der Weide mit Deinen Kühen?"
Kuhhirt: „Bis s' g'nug hab'n!" , .
Fremder: „Ja wann haben sie denn nach Deiner Meinung .genug ?"
Hirt: „Wenn ’m Bürgermaster feine Nix mehr mag! — * Kleine Tageschrvnik. In Berlin überpel an Heft Ecke der Spandauer und Heiligegeiststraße ein ettva 18 20 jähriger Bursche ein junges Mädchen und entriß die,em Uhr und Kette. Don Passanten und Schutzleuten verfolgt, gelang es, den Straßenräuber zu verhaften. Die geraubten Gegenstände wurden bei ihm nicht mehr vorgefunden; er hatte sic wcchrend der Flucht unbemerkt fortgeworfen. — In Merlenbach im Elsaß verletzte eine explodierende Dynamitpatrone eine Anzahl Bergmannkinder, die mit der Pakrone gespielt hatten. Einige mußten schwer verletzt nach dem Krankenhause gebracht werden.
Im städtischen Elektrizitätswerk zu Plauen i V. wurde der 37 jährige Arbeiter Fugmann durch den elektrischen -ström getötet. Er arbeitete im HochspaNnraum und ist jedenfalls den elektrischen Leitunaen zu nahe gekommen.
brechens der Verleitung zum Meineid an geklagt. Sis hatten in der Wirffchaft Unsittlichkeiten geduldet imd dairn in einer Prozeßsache mehftre der Beteiligten zu falschen Aussagen verleitet. Der Gerichtshof — Vorsitzender Landgerichtsrat Dr. Buff — verurteilte den Geier zu 1V< Jahren Zuchthaus und die Kröll zu 1 Jahr, ersteren auch zu drei Jahren Ehrverlust. Die Verhandlung sand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt.
d. Mainz, 2. Aug. Vor der Ferien st raskammer hatte sich heute der vorbestrafte 33jährige Tüncher Philipp Koch von hier wegen schwerer Mißhandlung seiner Frau zu verantworten. Am ersten Pfingstfeiertag kam der Angeklagte vom „Frühschoppen" erst am Nachmittag um 4 U h r nach Hause. Kaum hatte er sich am Tische zum Mittagessen niedergesetzt, als er sein Taschenmesser ergriff und auf seine Frau, die vom Tische sich erhoben hatte, losstürzte und ihr einen wuchtigen Stich in den Unterleib versetzte. Schwerverletzt mußte' die bedauernswerte Frau ins RochuShoSpital verbracht werden, während der rohe Patron ins Gefängnis marschierte. Ter Angeklagte gibt die Tat zu, er will aber durch den Genuß von 10 bis 14 halben Schoppen Wein sinnlos b etrunkci^ gewesen sein. Er will dann seine Tat sehr bereut haben. Die Frau, die erst kürzlich aus dem Hospital entlassen wurde, erzählte den Vorgang, wie er sich zugetragen hat. Ihr Mann habe sic schon öfters mißhandelt. Sehr häufig sei er betrunken-, wenn er angetrunken sei, sei er geiährlich. Kreisarzt Medizinalrat Dr. B a l s c r schilderte den Angeklagten als einen Gewohnheitstrinker, der schon einmal vor Jahren wegen Deliriums Ausnahme im Rochushospital gesunden hat. Der ganze Akt charakterisiere sich als die brutale Tat eines Gewohnheitstrinkers. Nach der Tat habe
Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt.
M ü l h e i m a. d. Ruhr, 2. August 1905.
Auch heute war das Geschäft am Kohlenkux enm ar kt' außerordentlich geringfügig. Die Kürse haben kaum Verandcr- ungen aufzuweisen. Es bestand nur Nachfrage für Freie Vogel und Unverhofft, Borussia und von schweren Werten für Dorstfeld. — Das Geschäft auf dem Kalikuxen markte war beute etwas ruhiger, ohne daß die Kurse wesentlich nachgeben Von schweren Werten besteht Interesse für Glückauf bei-sondnshausen dagegen sind Hercyma, Hedwigsburg Bürbach, Reustaßmrt und Wilhelmshall zum Teil etwas ntebrtger erhältlich. Mittlere Werte kaum verändert, u. a. Gunthershall, Heldrungen, Immenrode, Deuffchland-Justenberg cttvas befestigt und mehrfach umgesetzt. Von leichten Werten Emilienhall wesentlich niedriger. Umgesetzt wurden noch Adolssglück, Benthe-Aktien, Hansa -Silber- berg, abg-st. Hansa, Verden Oel, Hattorf und Prinz Adalbert, letztere tarnten ihren Preis wesentlich aufbessern — DasGe- schäst in Erzkiiren ist ruhig. ?ycrme und Kuhlenbergerzug abgeschwächt, die übrigen Werte find unverändert
Hlmversitäts-Aachrichten.
— Die 50jährige Doktorjubelfeier begeht am 6. August der Leiter des chemischen Instituts und Vertreter der allg. Chemie an der Universität Halle a. S., Geh. Regierungs- rat Professor Dr. Jacob Bolyard (der Vater des Pros. V0l- Hard in Gießen). Geboren 1834 in Darmstadt als Sohu des Rechtsanwalts Justizrats K. Volhard, absolvierte ^acob Vol- hard mit 17 Jahren das humanistische Gymnasium ferner Vaterstadt. Die Chemie war damals durch Liebig's rasch erwachsenen Weltruf bei uns in Hessen bekanntlich die populärste Wissenschaft geworden: es lag daher nahe, daß der nut Siems eng befreundete Vater den Sohn der Chemie zuzuwenden wünschte. Er veranlaßte ihn daher, noch ein Semester in Darmstccht dw höhere Gewerbeschule zu besuchen. 1852 bezog Volhard die Universität Gießen, wo er noch von Liebig in dre Aiifangsgrunoe der Chemie eingeführt wurde. Er setzte dann das Ltudnrm der 1855 in Gießen promoviert, studierte er noch ein ecme ter rn Chemie hauptsächlich unter Wils Leitung fort. Shu 6. Aumist Heidelberg bei Bunsen. Inzwischen hatte Altmeister Liebig lewer seinen Wirkungskreis von Gießen nach München verlegt Volhard folgte ihm und wirkte von Ostern 1856 bis Herbst 1858 als dessen Assistent. 1860/61 war er bei A. W. Hofmann im Royal College of Chemistry mit einer Arbeit über mehratomige Harnstoffe beschäftigt. 1862 entdeckte er in Marburg im Laboratorium Kolbes eine der ersten Synthesen tierischer Substanzen, die des Sarkosins. Ostern 1863 habilitierte er sich in München. Zwei Jahre später wurde er zum Adjunkten am pflanzenphysiologischen Institut der Akademie der Wissenschaften in München ernannt, dazu übernahm er die Leitung der von dem Verein zur Gründung landwirtschaftlicher Versuchsstationen in München errichteten Versuchsstation. 1869 wurde Volhard Extta- ordinarius für organische Chemie in München, ftihrtc nach Liebigs Tode interimistisch die Leitung des dortigen chemischen Jn- stittlts und von 1872 bis 1879 die der anorgnn. Abteilung dieses Instituts. 1879 folgte er einem Rufe nach Erlangen als Ordinarius für Chemie. 1881 erfolgte seine Ernennung zum 0. Professor und Direktor des chemischen Laboratoriums m Halle. 1897 war er Rektor der Halleschen Hochschule. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer haben Volhards 2(rbeiten große Anerkennung in den Kreisen der chemischen Wissenschaft gefunden.^ Seme „Neue Methode der maassanalytischen Bestimmung des Silbers wird jetzt in vielen staatlichen Münzstätten und ganz allgemein in den privaten Silberwerken zur Bestimmung des F-emgehaltes von Silberlegierungen benützt. Seit 1871 ist Volhard Redakteur und Herausgeber der I. Liebigs Annalen der Chemie und Phar- maeie, in Gemeinschaft mit Liebig, Wöhler, Kopp, Erlenmeyer, Hofmann, Kekulö, Fittig, v. Baeyer und Wallach. Der Gelehrte ist seit 1894 Präsident der Natursor)chenden Gesellschaft zu Halle an der Saale. ,, , . „ , . r
— Der Weimarer Kartellverband Neuphilologischer Vereine hat auf Grund der Eisenacher und Weimarer Beschlüße folgende Resolution gefaßt: Der Weimarer Kartcllverband Neuphilologischer Verein Deutscher Hochschulen spricht den k 0 n s e s s i 0 n e l l e nK 0 rp 0 r a t i 0 n e n die Existenzberechtigung ab, da sie eine schwere Gefahr für die Einigkeit des Vaterlandes bilden. Der Verband, der auf ivissenschaftlicher Grundlage gegründet ist, hält es für feine Pflicht, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln gegen Korporationen zu kämpfen, tu denen freie, wissenschaftliche Forschung gefährdet ist.
Aröetterbewkgung.
Vom rhernisch-lvestfälischen Bauarbeiter- ttusstand. Nach einer Nachricht aus Bochum beschlossen am 2. d. M. die Bauarbeiterdelegierten nach fünfstündiger geheimer Sitzung gemeinsam mit der Sechserkommission, erst dann in erneute Unterhandlungen mit den 'Uroeitgebern einzutreten, wenn der ^Arbeitgeberverband sich zur sofortigen Regelung der Lohnfrage bereitsindet. Ist den Kreisen Dortmund, Hörde, Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Ruhrort und Recklinghausen ist die Zehnstundenschicht bei 55 Pfg. Stundenlohn für Maurer und Zimmerer sowie von 45P,g. für Hilfsarbeiter zu erkämpfen. — Der Einigungs- Vorschlag der Arbeitnehmer des Baugewerbes, welcher der Bundesversammlung der Arbeitgeber in Witten zur Be- schlußfaffung vorgelegt würde, lautet folgendermaßen: „In venr ganzen rheinisch-westfälischen Jüdustriebez/irk, soweit sich der Arbeitgeberbund erstreckt, sollen unter Außerkraftsetzung der jetzt bestehenden Lohnsätze, nach Wiederaufnahme der 'Arbeit am 1. September er. die Löhne der Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter um 2 Psg. und ab 1. Januar 1906 um einen weiteren Pfennig per Stunde ,erhöht werden, unter Festlegung dieser erhöhten Löhne bis zum 1. Mai 1907. Da die Bundesversammlung der Arbeitgeber beschlossen hat, bis zum 1. April 1906 keine Lohnerhöhung eintreten zu lassen, die Vertreter der Arbeitnehmerorgani-' sation aber bei den ganzen Verhandlungen das Zugeständnis einer Lohnerhöhung noch in diesem Jahve als erste Voraussetzung bezeichneten, so versprechen die weiteren Verhandlungen vor der Hand keinen Erfolg." — In Dellwig drangen ungefähr 200 Maurer in den Bahnhofswärte- saal ein, um eben angekommene Arbeitswillige zur Wiederabreise zu veranlassen. Es tarn' zu schweren Tu- mu lten. Die Polizei schritt mit blanker Waffe ein. Mehrere Personen wurden v e r w u n d e t, die Mführer verhaftet.
Hagle geltend, daß et nicht beabsichtigt habe, den Damen das Bild feiner Tabakdosc zu zeigen, zudem fei cm Eif-nbahnwagen kein öffentlicher Ort und Ne Beeidigung daher keine öffentliche. Das ^'berlandesgericht verwarf aber die Revision und führte aus, daß das Bild der ominösen Dose unzüchttger Natur sei. Der Eisenbahnwagen sei als öffentlicher Ort gttzu- sehen, denn die einzelnen, durch niedrige Wände von einander getrennten Abteile seien duvK einen langen Gang von einander getrennt, so daß die Fahrgaste von einem Abteil zum andern gelangen können. „ ,£ _ ,
* Ein jüdischer Held. Dem nn Hospital von Jrkust befindlichen jüdischen Gefreiten der 31. ruft. Artilleriebrigade, Lasar Lichtmacher, der für seine Tapferkeit mit dem Georgskreuz dekoriert wurde, mußte unlängst eine Hand amputiert werden. Trotz dieser Verstümmelung wandte sich der Geftcite an General Trepow mit der Bitte um die Erlaubnis, in die Reihen der in Osiasien kämpfenden Sol-
Israelitische Religionsgemeinde.
Hottesdien» in der Synagoge (Südanlage).
Samstag den 5. August 1905:
Vorabend: 7.30 Uhr. Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr.
Schi rfterklärung.
Sabbathausgang 8.50 Uhr.
Israelitische Rcligionsgesellschaft.
Gottesdienst.
Sabbathfeier am 5. August 1905.
Freitag abend 7.40 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Predigt.
Nachmittags 4.00 Uhr.
Sabbathausgang 8.55 Uhr.
Wochengottesdienst: morgens 6.00, abends 7.30 Uhr.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag den 4. August 1905: Meist trüb und windig, vielfach Negenfalle, kühler. Näheres durch die vlleßener Wetterkarte.
Handel und Verkehr. Dolksmittschast.
Chemische Werke Albert in Biebrick)-Amöne- bürg Auf die fortgesetzte Kurssteigerung der Aktien bei* Gesellschaft bin hat sich die Leitung veranlaßt gesehen betaut^ wrrriVn daß diese Hausse Über das normate. Maß hinaus ge gangen ist. Eine Meldung, daß die Gesellsckwft größere Abschlüsse auf Superphosphat besonders günfhgen fßreifeii abgeschwssen habe, wird als den Taffachen nicht ent-
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»r Kuvvetci und des Der-i Kurstreiberei das em-ige Mvttv.
sich der Angeklagte sehr vernünftig und nüchtern benommen. Die verletzte Frau habe anfänglich in Lebensgefahr geschwebt. Der Staatsanwalt beantragte 3 Jahre Gefängnis; das Gericht erkannte auf l‘/2 Jahre Gefängnis.
fc. Frankfurt a. M., 2. Aug. Leutnant Alexander Cramer von der hiesigen Abteilung des 63. Feldarlilleri'eregiments hatte einen polizeilichen Strafzettel über 15 Mk. erhalten, weil am Abend des 16. Juni, als er mit seinem A u t 0 m 0 b i l über den Hohenzollernplatz fuhr, die Nummer an seinem Fahrzeuge nicht beleuchtet war. Gegen diesen Strafbefehl hatte der Leutnant Einspruch erhoben, der einen negativen Erfolg hatte. Das Kriegsgericht erkannte nämlich mit Rücksicht darauf, daß er wegen derselben Uebertretung in drei Fällen vorbestraft ist, auf 30 Mk. Geldstrafe. Sein Einwand, daß die Laterne ohne sein Wißen wieder ausgegangen sei und ihn der Schutzmaiin hätte darauf aufmerksam machen müssen, wurde zurückgewiesen, da er doch nicht verlangen könne, daß ihm der Schutzmann nachlaufe.
Dresden, 1. August. Das Kriegsgericht der 3. Division verurteilte den Hauptrnannvon Hoden berg vom Regiment Nr. 108 wegen Beleidigung und vorschriftswidriger Behandlung Untergebener zu 3 Wochen und 3 Tagen Sttlbenarrest_________


