Ausgabe 
3.7.1905 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

sah,-nde - Musik, einige Herren be8 ELrenäüSschuffeS, sowie Schiedsrichter- und Preisrichterkollegiums, gleichfalls m Wagen, waren in die Zuge der irolj der Hitze leicht und schneidig fahrenden Rabsahrervcreine eingeordnet. Diese im ri-azelnen aufzusiihren, ist nicht möglich; es mochten nahezu 20 gewesen sein. Der Radfahrer-Verein Wetzlar in feiner '.schmucken blauen Sammettracht erregte besonderes Aufsehen.

Bei dem Korso durch die Stadt wurde folgende Preis- eoerteiluna vorgenommen: _

I. Kl.: Pamftäbh 93(loc;neb-RIub mit 11,74 PuukUm 1. Preis: TT Kl.' R -D. Wan eri ebe-Frcmkiurl a. M. mit 11,80 P. 1. Preis;

R.°V. Marburg mit 10,71 P. 2. Preis.

.iTI.Kl.: R.-V. Gerrnania-Frankiurt a. M. mit 11.32 P. 1. Preis: R.-V. Kermania-Bornheim mir 11,0 P. 2. Preis;

R.°V. Blitz'Lirchhain mit 10,93 P. 3. Preis.

IV. Kl.: R.°V. Herborn mit 10,70 P. 1. Preis:

( Radi.-Quartett Frankfurt mit 10,56 P. 2. Preis;

R.-V. Tentonia-Frankiurt mit 10,47 P. 3. Preis; R.-V. Weidenau-Siegen mit 10 07 P. 4. Preis;

R.-V. lieber Perg nnh Tal-Siegen mil 9,72 P. 5. Preis.

<9 Vereine hatten in Klasse IV konkurriert.)

Auf dem Sportplatz auf der Hardt begannen im ^Beisein ungezählter Zuschauer etwas verspätet die Kunst- ureigen- und Gruppensohren, die lebhaftes Interesse wach 'riefen. Das Preisresultat war folgendes:

©djufretgcnfabrcr: Delocived-Klub Darmstadt mit 5.32 Punkten 1. Preis; R.-V. Herborn Ehrenpreis.

Hauptfahren: Kronenberger-Gießen, 1. Preis, Ceber- Fransturt 2, Preis.

Motorrennen' a. über 21/« Pferdekröi Karr er - Frankfurt 4. Preis, Ho es-Gießen (schwächerer Motor) 2. Preis, b. unter 21/, PfkrbettäfU: Hoes'Gießen 1. Preis, Vogel-Gießen 2. Preis.

Mannschaftsfahren. R.-V. Germania-Frankfurt 1. Preis.

Nach den Darbietungen auf dem Sportplatz, bei denen /Radler, deren Räder aneinander gerieten, in vollerFahrt stürzten, ohne indessen Schaden zu nehmen, wurde oben, auf BichlerS Hardt, die Verteilung der Preise vorgenoinmen. Es hatte mittlerweile auch Hunger und Durst gegeben, und so ent wickelte sich auf der Terrasse ein lebhaftes Treiben, das sich nach der Befriedigung be§ Notwendigsten in einen Tanz um« setzt?, wobei die Hanauer Ulanen unter Assistenz einiger bewährter Gießener aufspielten. Im Tanzsaal fehlte es auch nicht an sonstiger Unterhaltung. Zwei Wetzlarer Mechaniker, Aug. Schirmers und Fritz Lang, dieser ein geborener (Siebener, boten auf einem Rad zu Zweien die schwierigsten Kunststücke dar. Der Abend verlief sehr unterhaltend, und ... e Erwartungen auf die Ergebnisse des heutigen Montags 'nb aufs höchste gespannt. Heute kommen u. a. auch der st ei? des Fürsten von Lich (ein Service im Preis von 1.0t Mk.) und der Gaupreis (ein Pokal im Preis von 100 Mk.) Zur Verteilung.

Aus Stadt Md KauS.

Gießen, 3. Juli 1905.

Ihre König!. Hoh. die Großherzogin ist gestern abend V28 Uhr, mit dem Pcrsonenzug von Lich kommend, von hier aus wieder nach Schloß Wolfsgarten zurückgekchrt. Auch S. K. H. der Großherzog ist nach feiner Mainzer Reise, wie uns aus Darmstadt gemeldet wird, gestern abend wieder auf Schloß Wolfsgarten ein­getroffen.

** Feuerwehrfest. Die Nähe des Festes bedingt, so schreibt man uns, bei allen für die Jubelfeier tätigen Ausschüssen ein besonders fleißiges Arbeiten. So auch für unsere Sänger, welche durch verschiedene auswärtige Ge­sangswettstreite in ihren Vorproben gestört waren. Um so zahlreicher müssen jetzt die Proben aufeinander folgen; um so pünktlicher von den Sängern besucht werden. Diens­tag und Mittwoch sind Einzelproben (s. Inserat!), Donners­tag und Freitag Gesamtproben.

"Verdächtiger Besitz. Man fand bei einer ver­dächtigen Person mehrere Wecksäckchen. Diejenigen, denen solche in letzter Zeit entwendet morben sind, werden ersucht, der Kriminalpolizei Mitteilung zu machen.

** D i e F o l geN e i N e r B a l ger c i 9(m tibriqen Samstag f. ml- it sich ;:i ber Sonnenstraße zwei 12 jährige Buben. Hierbei warf der cim Den anderen so unglücklich zu Boden, daß er einen Beinbruch erlitt.

Ertrunken. Gestern früh begaben sich von der Herberge aus fünf Arbeiter in das Neustädterfeld an die Lahn, um sich dort ihre Hemden zu waschen. Während sie die Hemden an der Sonne trockneten, trieben sie allerlei Zeitvertreib, insbesondere renomierte der Spengler ©umhin aus Neuwedel, daß er ein gewandter Schwimmer sei und vom Militär aus noch eine Schwirmnkarte besitze. Er zog sich dann vollends aus, sprang in die Lahn und schwamm dis in die Mitte des Flusses. Seine Begleiter, welche merkten, daß seine Schwimmkunst nich weit her war, mahnten ihn ;ur Umkehr, was er auch befolgte. Er war noch etwa drei D?cier vom Ufer entfernt, als ihn die Kräfte verließen und rr plötzlich unterging, ohne wieder um Vorschein zu kommen. Die Leute am Ufer konnten nicht schwimmen; es war auch keine Stange ober dergleichen zur Hand, und so mußten sie zusehen, wie ihr Kollege ertrank, ohne etwas zu seiner Rettung unternehmen zu können. Die Leiche wurde heute gelänbet.

. ** Gesangs wett st Veit in Vilbel. Bei dem gestern /ont GesangvereinLieder!ranz"-Vilöel ans Anlaß seines 50 jähr. Jubiläums veranstalteten GesaNfls Wettstreit errang, wie man uns mittellt, bet ,,P an er'scke G e s a u g v c r e i n"-Gießen mit 233 Punkten, der höchsten non sämtlichen 32 lonfitrrierenben Vereinen erreichten Punktzahl, in Klasse 2 b ben ersten Preis, tin vom Fahrrad-Seip-Frankfurt n. M gestiftetes silbervergoldetes Trinkhorn: der GießenerMaschinenbauer-Gesang-, Verein" erwarb mit 223 Punkt' u den 2 Preis, einen von der Bittreler Feuerwehr gestifteten silbernen Pokal. Beim Ehren- ^reidiinr-m errang der.Bamr'sck' Gei .ngverein^ mit 305 Punk­ten den 2. Ehrenpreis, eine von der Stadt Vilbel gestiftete silberne Bowle. Preise nebst Diplome Eden demnächst im Laden von Gehr'. Im Heuser hier ausgestellt.

' Die Zeit der sauren Gurke ist heute außer für den Gemüsehändler nur noch für einen kleinen Teil der Menschheit von Bedeutung. Die Presse im 20. Jahrhundert stimmt an ihr keinen Anteil mehr angesichts der sich über­stürzenden Weltercignisse. Nicht mehr in den Zeitungen, son­dern im Publikum aber treten immer noch alljährlich zu dieser Zeit Erzeugnisse einer wilden Phantasie als Gerüchte auf, die sich mit einer lächerlichen Zähigkeit aufrechterhalten und nach dem berühmten Muster von Schnaken und Kaninchen ins thifontroUirbürc fortpflanzen. Seit 36 Stunden werden wir unausgesetzt telephonisch, brieflich und selbst in persona ange- ob sich das Gerücht bewahrheite, daß der deutsche

Botschafter in Paris, Fürst Radolin, ermordet morden fei. Am Samstag mittag fragten wir telephonisch bei dem offiziösen deutschen Telegra>)henbureau deswegen an und erhielten die Versicherung, daß davon nichts, bekannt ist, und bis zu dieser Stunde liegt von keiner Seite eine Meldung vor, die zu diesem tollen Gerüchte hätte Anlaß geben können. Wir erfahren, daß aus Limburg kommende Reisende an einem Hoteltische hier die Schauermär erzählt haben, die, wie gesagt, eine üble Ente ist. Im Weiter­erzählen wurde dieses Gerücht sogar umg^dreht und be­hauptet, der französische Botschafter in Berlin sei ermordet worden. So gebiert erie Ente die andere.

-s-Heuchelheim, 2. Juli, llttsir Stiftungsfest des GesangvereinsTeutonia" i. erlief recht schön. _ 29 Ver- r.ite waren erschienen, und alle nrtt nen an dem Festzug teil, bcc durch einen Wagen mit einer B-mg er gruppe und mit der Göttin des Gesangs geschmückt war. Auf dem Festplatz, herrschte reges Leben.

R. B. Darmstadt, 3. Juli. (Eigener Draht­bericht.) Der Landesausschuß der national- liberalen Partei Hessens trat gestern nachmittag im städtischen Saalbau hier zu einer Beratung über die Stellung­nahme der Partei zu den nächsten Landtagswahlen zu­sammen. Die Verhandlungen waren streng vertraulich. Be­sonders die Vertreter der 25 Wahlkreise, in denen im Herbst Nemvahlen stattzufinden haben, waren anwesend. Die von der Köln. Volksztg. verbreitete Nachricht, Justizminister Dittmar werde wegen geschwächter Gesundheit baldigst in den Ruhestand treten, bc [tätigt s ich nicht.

/Tb.) Darmstadt, °. Juli. mie 50 '"ihrige Jubelfeier des Gesangvereins ,.L ie de r z w e i g", der unter dem Protektorate der Großherzogin Eleonore steht, wurde gestern abend durch ein großes Festkonzert eingeleitel, welchem der Groß Herzog und seine Gemahlin nebst (befolge sowie eine starke Zn Hörerzahl bei­wohnten. Ter Grostherzog überreichte mit huldvoller Ansprache frem Präsidenten Schneider die dem Verein gewidmete silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft.

ld.) Mainz, 3. Juli. Das Kr e i s - S ch lv i m m f e st des deutschen Schwimmverbandes Kr.ü? 5 (Süddcntschlcmd) fand gestern bei zahlreicher Beteiligung im städtischen wllhasen statt. Der Gr oßh erzog, der einen Ehrenpreis gestiftet batte, traf einige Minriten vor 3 IIbr mittels Automobils auf dem Festvlatz ein, lebhaft vom Publikum begrüßt. Um 5 Uhr verließ der hohe foerr das Fest wieder.

Vevir-Ldchtes.

* Berlin, 1. Juli. Die große Hitze, die gestern .hren Höhepunkt erreicht zu haben schien, ist heute noch im Steigen begriffen. Um ll1/, Uhr vormittags wurden 30,4 Grad beobachtet, zwei Stunden später in der Sonne 46 Grad Celsius als höchste Temperatur abgelesen.

* K o b l e n z, 2. Juli. De r Rüdesheimer Na ubmör- der wurde verflossene Nacht im Walde bei Brodenbach verhas- t e t und im Arntsgcrichtsgesängniß Boppard interniert.

* Ein schreck lichesDr am a wird aus .Hettstedt (Prov. Sachsen) gemeldet: Der dort beim Amtsgericht beschäftigte Refe­rendar Engelmann aus Halle wurde in seinem Bett erschossen aufgefunden Reben ihm lag die Leiche einer jungen Dame, O'ren Personalien nicht festgestettt werden konnten. Sie trug eine Eisen'oahnfahrkarle aus .Holle bei sich. In Berlin i'er giftete aus Eifersucht eine 26 jährige Handwerkersfrau sich und ihr ^Deiiäfrigev Kind mittels Lysol. In hoffnungslosem Zustande wurden beide ins Krankenhaus gebracht. Ein Privat- i'"' wamm des BrüsselerSoir" berichtet, daß in einer Kohlen- g v u b e von Makhnowka eine Explosion schlagender Wetter staltgefundeu hat, wobei 460 Arbeiter umgekommen sind. In Sülz iRhld.) fand man die Leiche der fünfjährigen Ka­tharina Engels mit zertrümmertem Schädel auf einer Wiese. Dem armen Gesckstipf war die Cchädeldecke mit einem harten Ge­genstand eingeschlagen worden Der Kriminalpolizei ist es ge­lungen, den Mörder des Kindes in Kirdorf festzunehmen. Er geriet mit seinen Brudern in Streik. Aus Wut darüber riß er aus einer Schar spielender Kinder eins heraus und schlug ibm, wie er int Verhör gestand, mit einem schweren Stein den Schädel ein. Alsdann warf er die Leiste in den W^ssertümpel.

ßt ä ts-Äsch ri rfften"

Jniolge Protestes aus akademischen Kreisen versagte der Senat der Universität F r e i b n r g i. Breisgau ber neu gegründeten katholischen Verbindung Hohenstaufia die ®e- nehm igun g.

In München ist der Laryngologe Prof. S ch e ch ge­storben.

Berlin, 1. Juli. Vor der 1. Strafkammer des Landgerichts 2 wird am 15. d. M. ein neuer Prozeß gegen den Grafen P ü ck l e r beginnen, der einen erheblich größeren Umfang annehmen wird als die bisherigen. Graf Pückler ist angeklagt wegen Auf- re i $ u n ii zum Klassenbaß , verübt in verschiedenen Reden. Die Anklage stützt sich hauptsächlich auf eine Rede, die er in Ber­nau gehalten hat, als ihm in Berlin das Reden verboten war, doch werden auch Reden in Potsdam u. s. w. herangezogen. Die meisten Aiitglioder der Pückler-Vereinigung sind als Zeugen geladen. Inzwiseben werden wieder Flugblätter verteilt, in benen zum Be­such einer Versammlung am nächsten Dieristag aufgekordert wird.

Düsseldorf, 1. Juli. Wegen Herausforderung zum Zweikampf mit Pistolen und gegenseitiger Mißhandlung verurteilte die hiesige Strafkammer den Ingenieur Hugo Jakobi w einer Woche Festung unb 200 Mk. Geldstrafe, den Pro­fessor Emil Bablsen zu 10 Mk Geldstrafe.

Sport.

Paris, 2. Juli. In dem W e t t f a h r e n um den großen Preis der Union Velocipediqne Fransaise wurde der Deutsche Mayer erster vor dem Franzosen Poulein unb dem Amerikaner Kramer.

Märkte.

Gießen, 3. Juli. V i e h m a r k t. Bei dem am 27. und 28. Juni d. Is. avgehaltenen Markte waren atlsgetrieben 1416 Stück Rindvieh, 441 Schweine. Der nächste Markt findet am 18. und 19. Juli statt, am letzteren Tage ailch Krämermarkt.

fc. Frankfurt a. M., 3. Juli. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen her heutigen Fruchtmarkt preise. We>z<m Mk. 18.50-00.00, Kurhessischer Mk. 18.50-18.75, La Mata Mk. 18.2519.25, Kansas » 18.5019.25, Roggen thiesiqer) Mark 15.7516.00, Gerste (Wetteraner) Mk. 17.7518.00. Franken- <elber Alk. 00,0000,00, Haier Mk. 15.00-15.50, Mais Mk. 12.2512.50 Weizenmehl 0 Mk. 26.75-27 75, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 8. Qualität Mk. 22.5023.00, Roggenmehl 0 Mk. 22.7523.25,1. Qualität Mk. 20.2520.75, Weizenkleie Mk. 10.75 bis Alk. 11.00, Noggenkleie Mk. 11.5012.00, Maiskeime Mk. 11.50 bis Mk. 12.00, Franken, Pfälzer, 9iied Aik. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab-hier.

i. Frankfurt a. M., 3. Juli. (Telegr. Orig.°Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Rotiert,ngen der heutigen Viehmarkt- oreise. Zum Verkanie standen: 533 Ochsen, 257 ans Oest­reich, 36 Bullen, 16 aus Oestreich, 756 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 184 Kälber, 212 Schafe unb Hämmel, 1116 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bemhll wurde nir lOOPnmd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 7478-JJlf., 2. Qnat 68-70 Alk., 3. Qual. 6165Mk_: Bullen 1.Qual. 65 bis 67 Mk., 2. Qual. 6264 Mk.; Kühe 1. Qual. 6870 Mk., 2. Quai. 6264 Mk., 3. Qual. 4951 Mk, 4. Qual. 4244 Mk., 5. Qual »0-00Mk. Kälber: 1. Qual. 8488Pkg., Lebendgewicht 50-52 Pf., 2. Qual. 7580 Pia.. Lebendgewicht 4347 Pfg., 3. Qual

00- 00 Pfg., Schlachtgewicht 6!«0 Psg Schake- l.Q'.iak. 72-T4 2 Qual. 6466 Pfg., 3. Quv! 0000 Mg. : Hw eine 1. Qua!. 70-00 Pfg., Lebcndaew. 55.05 P^g., 2. Qual. 6^ Lebendgcwich! 54.0500 Pfg., 8. Qual. 6365 Pfg., Lebende wch! 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh -utt, Uebeiitanb keiner, bei Kleinvieh: Schaf« und Schweine mit Kälber gedrückt, fein lieber1"1? nb.

^ießencr landivirtfchaftlichev We terbienft

Sro aussichtliche 2Üitternua in Heflcrr -ür Dienstag, den 4. Juli 1905: Zeitweise wolkig, langsam abküh end.

Näheres burch die Gießener W<"? karte.

7^-7--7-V . "-T ___ _ "

Onqinas-Dral)imt'sdu aen.

In FLußkand wird weiter ^meutert!

Sewastopol, 2. I"li. Das C schwader kehrtt gestern ohne die KriegsschiffeGer/ i Pobjedonos^ew", Potemkin",Wecha" und ein Torpl-/ boot zurück. Gleich nach Ankunft fand ,an Bord des Adm'' l.schiffesRostißlaw" unter dem Vorsitz des Vizeadmirals Krieger eine Beratung der Admirale und Schifsskommr'/ fr.ten statt, der das An ha l t e n d e r C ch i f f s m a s ch " n e n folgte. Den Offi­zieren und Matrosen, die bar um' nachsuchten, wurde die Erlaubnis erteilt, an Land zu ff fielt. Gestern wurde^ der Befehl gegeben, diejenigen Mal. vsen, die Reservisten der Jahresklassen 1886 bis 1890 sind, zwei Monate in die Heimat zu beurlauben. T / < Panzer . Katharina II.", der zum Uebungsgeschwader ge: cte unb sich auf der Reede von Sewastopol befand, hat ab gerüstet. Die Stadt ist ruhig.

Odessa, 2. Juli. Gestern abend fuhr der Dampfer Georgi Pobjedonoszew" tu die Bucht ein und trat in Unter­handlungen mit den Behörden, Aus diesen ging folgendes hervor: 2lls das Schis, sich Odessa näherte, wurden alle Offiziere bei Bofino an Land gesetzt. Nach seiner Ankunft in Odessa hatte er sich auf Die Seite desKnjaes Potemkin" gestellt, später brachen aber Zwistigkeiten aus. Endlich forderte ein Teil der Besatzuirg die Rückkehr zum Geschwader. Diese Partei wuchs allmählich derart an, daß beschlossen wurde, in Verhandlungen mit den Lokal- behördcn einzutreten. Die Besatzung willigte ein, die russ. Flagge auf demPobjedonoszew" wieder zu hissen. Heute entfernte sie die Geschützverschlüssc. Die Landung ver­weigerte die Besatzung, schlug jedoch vor, die Offi­ziere wieder an Bord zurückzurufen, und erklärte, daß sie dann bereit sei, ihren Befehlen zu gehorchen, DerPob- jebonoszew" liegt bis jetzt im inneren Ouaramtänehafen. DerPotemkin" ging in See, ber Fahrrichtung nach der rumänischen Küste. Heute erschienen Zeitungen in der Stadt, die noch immer in Aufregung ist. Der Präfekt ordnete die Schließung des Krimhotels an, aus dessen Fenster ge­feuert worden war.

Sewastopol, 2. Juli. Die Panzer®eorgi Pobjedo» nos,ew",Dwjenabsad Apostolow", ein Kreuzer, der Tor- pedobootszerstörerKäsarski" und mehrere Torpedvbovte unter dem Oberbefehle des Admirals Mnfchnewetsky gingen am 28. Juni von Sewastopol nach Odessa. Cstne zweite Abteilung, zusammengesetzt aus denRostislaw" undSi- nope" folgte am 29. Juni unter dem Kommando des Ad­mirals Krieger. 9lv' der Reede von Odessa befahl Krieger demPotemkin", sich dem Geschwader anzuschließen. Die Antwort lautete. Wir bitten den Oberbefehlshaber, an Bord zu kommen. Endlich fuhr derPotemkin", klar zum Gefecht, mit Volldampf an dem ganzen, Geschwader vorbei. Das Schiff fuhr so dicht vorüber, daß man seinen Oberbefehlshaber erkannte, einen Mann mit dichtem Barte in bürgerlicher Kleidung. Einige behaupten sogar, an Bord etwa 30 Leute in Ziv ilkleidun g bemerkt zu haben. Krieger ließ das Signal geben: Wir fahren nach Sewastopol. DerPetem- kin" antwortete: Wir bleiben hier. Auf den Befehl ant­wortete der Schiffskommandant Gonzewitsch vomGeorg Pobjedonoszew": Maschinen defekt. Auf den nochmaligen Befehlwir fahren nach Sewastopol" antwortete derPob- je'oonoszew". Wir bleiben hier Der Panzer wendete und legte sich neben denPotemkin". Endlich hißte derPob- jedonoszew" das Signal: Wir wünschen die Offiziere M landen. Dies war das letzte Signal, das das GeschMdep bei seiner Abfahrt nach Sewastopol sah.

Sewastopol, 2. Jüli. Laut einem Berichte des Ge-» schwaders tötete die Besatzung desPotemkin" auf dem Wege von Tendra nach Odessa am 29. Jüni alle O ffizier e außcp fünfen, hauptsächlich Maschineninge4 nieuren. An Bord desPotemkin" befanden sich 300 Fabrik-' arbeitet. Während der Unruhen int Hafen fuhr derPotem­kin" nach Otschako, um Vorräte zu holen.

Petersburg, 3. Jüli. Die russische Regierung hat die Mächte ersucht, ihre Statiionsschiffe von Konstantinopel nach Odessa zu entsenden, um bei der Wiederherstellung der Ruhe behilflich sein.

Odessa, 3. Juli. Im Ananjewar-Kreise ist, wie ver­lautet, eine Gutsbesitzersfrau mit ihren Kindenr von den Bauern ermordet worden. Auch in Nikolajew ist das Standrecht publiziert. . , \

Berlin, 3. Juli. Nach einem Streit verletzte der Gelegen­heitsarbeiter Heppner seine nm 20 Jahre jur. rc Fi au ans benrinibeter Eifersucht durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich. Während die Frau dem Krankenhause überführt wurde, wurde der Mann verhaftet. Die großeHitze hatte zahlreiche Falle v on .H itzschlag zur Folge, von denen zweitödlich verliefen. Unter der Hitze hatten auch besonders' die Pferde zu leiden, von denen viele auf der Straße verendeten.

London, 3. Juli.Daily Telegraph" meldet aus Shang­hai: Die Javaner rücken gegen Wladiwostok vor. M.rn glaubt, daß es in der Nähe von Tjuman zur Schlacht kommt.

Paris, 3. Juli. DerFigaro" veröffentlicht eure Aeußer^ intg des Fürsten von Monaco, der Frankreich auffrrdert, der großen Aufgaben der Wel.tpolitik eingedenk zu sein, die Deutschland und h-rankreich noch gemeinsam zu lösen haben. Frankreich möge daran denken, wie ost dec deutsck-e Kaiser seine und des deutschen Volkes Empfind­ungen für Frankreich hochherzigen Ausdruck gegeben habe. Ver­gessen in weiter Ferne wird bald der maro^anische Zwischenfall sein. Deutschland wird Mittel finden, mehr als jemals zum Wohlergeben Frankreichs beizutragen. Auf stiedlichem Wege kann Frankreich die Erfüllung feiner auf Größe und Gedeihen gerich teten Wünsche erbasstu.

I! ij "iqrr-lt-f.harrh.

Zur Sommerfrische

Myrrholinseife. b71t.