Erstes Blatt.
Hcholstrab«
ftbrefle für Depeschen: Anzeiger Gtetzeu.
FerniprrchanfchlußNr 51.
155. Jahrgang
Donnerstag 3. August 1900 _ QqigHwIlt kW monalUch 75 Di viertel-
V jährlich ML. 8.20; durch
Abhole- u. Zweigstellen , toTvärt 2»s iWw monatlich 65 Pf.- durch
Nr. ISO
evfftftst t«<ne außer Sormtag-.
Dem Gießener Anzeiger «erden im Wechsel mit dem vefßschen Landwirt di« Lietzener Kamillen- tziiMer viermal in der Woche beigelegt.
KotationSdruck u. Verlag der Brühl'schen U«tt>ers.-Buch-u. Stein» brurferrt. SL Laaga.
■ n l - MV« ■ ■ X MTB e ■ ffl V ■ diePostML.2.-viertel»
Illi WM ■ I || <4k Ä< Hl ■ ausichl. Bestell«,
vivilvllvl 4411 ssse
M General-Anzeiger & 3®$£
den polit und xjjau,
Amts- mö Anzeigeblatt sKr den Kreis Siegen M?Z
zeigenteil: Han? Bech
England in Deutschland und Deutschland in England»
.Iw englischen Unter hause hatte der Nationalist O'Dowd die Anfrage angekündigt, ob angesichts der in Deutschland erhobenen Proteste die Manöver des engl. Geschwaders in der Ostsee nicht stattfinden sollten. Er hat aber diese Anfrage nicht gestellt. Er erklärte, er habe sie unterlassen, weil die ursprünglichen Vorbereitungen für die Manöver der englischen Flotte aufgehoben worden seien und daher keine Gefahr für internationale Verwickelungen vorläge. Das Reutersche Bureau bemerkt indes dazu, daß „O'Dowd vollkommen falsch unterrichtet sei, wenn er annehme, daß die Ma- növervorbereitungen aufgegeben seien und daß die 'Antwort, die der Parlamentssekretär der 'Admiralität hat abgeben wollen, lautete: Ein Grund zum Protestieren liegt nicht vor, es sind auch keine Proteste an uns gelangt. Das offiziöse engl. Telegr.-Bureau hält also die ganze Sache für durchaus nicht so harmlos. Dem Londoner „Daily Graphic" wird dagegen aus Berlin telegraphiert: Schon im Mai habe man in Berlin gewußt, daß ein Besuch der britischen Flotte in der Ostsee beabsichtigt sei. Der freundschaftliche Zweck des Besuches sei kürzlich durch eine freundschaftliche Mitteilung König Eduards an den Fürsten Bülow, die Gras Seckendorfs überbrachte, hervorgehoben worden. König Eduard erklärt hierin, es sei sein dringender Wunsch, daß zwischen Deutschland und England gute und freundschaftliche Beziehungen herrschen. Fürst Bülow sei über diese Mitteilung lebhaft befriedigt gewesen.
Etwas verspätet versichern ferner gleichzeitig „Südd. Reichskorr." und die „Mitteilungen des deutschen Flottcn- vereins", daß das Erscheinen des englischen Kanalgeschwaders nichts auf sich habe. Die „Südd. Reichskorr." bringt folgende Berliner Zuschrift:
Von der Ostseefahrt einer englischen Flotte hat man in leitenden deutschen Kreisen nicht erst durch die in ihrer Tragweite stark überschätzte Meldung des Bureau Reuter erfahren. Es war schon bekannt, daß mindestens seit dem Mai d. I. in der englischen Marine von geplairten baltischen Gcschwader-Uebungen gesprochen wurde. Ms dieser Plan die Gestalt bestimmter Anord- mingen der britischen Scebehörden angenommen hatte, erfolgte auch in korrekter Form die übliche amtliche Anzeige an Deutschland auf diplomatischem Wege In hochpolitische Zusammenhänge wird diese Flottenfahrt vor: keiner der beiden Regierungen eingeschoben. Soweit die englischen Geschwader^ deutsche Küstenpunkte berühren sollten, können sie auf die Gastfreundschaft rechnen, die der wiederholt deutschen Kriegsschiffen in britischen Häfen gewährten bereitwilligen Aufnahme entspricht.
Für merkwürdig hält es das „Berl. Dagebl.", daß die Deutsche Regierung von dem Flottenbesuch bisher nichts verlauten ließ." Mindestens, möchten wir hinzufügen, konnte die Bekanntmachung von der „korrekten" amtlichen 'Anzeige des Geschwaderbesuchs erfolgen, als die lebhaften Erörterungen des Besuchs in der OeMntlichkeit begannen. Gar so selbstverständlich und bedeutungslos sind nach dem obigen eigenen, wenn auch etwas versteckten Zugeständnis Englands die englischen Ostseeübungen denn doch nicht, wenn man die gespannte internationale Situation in Betracht zieht. Eine Neuerung sind die Hebungen der Kanalflotte in der Ostsee jedenfalls, eine Neuerung, auffällig durch den Zeitpunkt der Einführung.
Bemerkenswert bleibt auch die gestern von uns mitgeteilte Aeußerung des Premierministers B also ur bei der erneuten Besprechung des Ankaufs englischer Kohle n selber durch ein deutsches Syndikat, der doch neulich noch Heiterkeit im englischen Unterhause erregt hatte, daß die englische Regierung „im Notfall durch Gesetz Ausländer an dem Erwerb dessen verhindern werde, was für die Verteidigung Großbritanniens notwendig sei. „Verteidigung" ist gut, das Wort Rüstung wäre richtiger gewesen. Einen Angriff hat England c-m deutscher Seite doch nicht zu befürchten, diesen Way.. verbreiteten bisher nur unverantwortliche Personen. Wir wissen nicht, wieweit die Verhandlungen über jene Kohlenfclder gediehen sind. 'Aber an den deutschen Börsen erzählt man sich, daß große deutsche Banken in diesem (^schäft ihre Hand haben. Auch werden Summen bis zu 60 Millionen genannt. Also es handelt sich um keine Kleinigkeit, und für wertlose Erwerbungen nicht Millionen anzulegen, sind doch wohl deutsche Kaufleute verständig genug.
Kaiser Wilhelms Abreise von Kopenhagen.
Kopenhagen, 2. August.
Der Kaiser und der König fuhren um 12 i/2 Uhr mittags von Bernstorfs nach dem Kopenhagener Zollamt, wo sie von dem Kronprinzen und der Kronprinzessin und den Prinzen empfangen wurden. Der Kaiser und die gesamte Königsfamilie begaben sich an Bord der „Hohenzollern", wo das Frühstück eingenommen wurde, wozu auch der deutsche Gesandte eingeladen war. Als der König an Bord der „Hohenzollern" erschien, paradierten die Mannschaften und die Kriegsschiffe feuerten Salut. Bei der Tafel dankte der König in überaus herzlicher Weise Kaiser Wilhelm für den freundlichen Besuch, worauf der Kaiser seinen wärmsten Dank für die herzliche Aufnahme aussprach und ebenso seine Freude, daß er in trautem Familienkreise habe weilen und sich dem König als dänischer Admiral habe vorstellcn dürfen. Um 3 x/2 Uhr verließen der König und die übrigen Mitglieder des königlichen HauseS unter dem Salut der Kriegsschiffe die „Hohenzollern". Die Mannschaften paradierten und die Musik spielte die dänische Rationalhymne. Kaiser Wilhelm verabschiedete sich
in sehr herzlicher Weise vom König. Beide Monarchen umarmten und küßten sich verschiedene male. Auch die Verabschiedung von dem Kronprinzen und den übrigen Mitgliedern der königlichen Familie war äußerst freundschaftlich. Um 5 Uhr nahm der Kaiser in privatem Kreise beim Prinzen Karl den Tee ein. Nach einem privaten Diner heute abend beim deutschen Gesandten kehrte Kaiser Wilhelm um 10% tlfrr nn der „Hobenzollern" zurück.
Doiiüsche Tagesschau.
Noch immer in der Marokko-Krise.
Unser R.-Korrespvndent schreibt uns aus Berlin, 2. Aua.: Von einem Diplomaten, der vor kurzem eine Erholungsreise airtrat, hörten wir die Bemerkung: „In diesem Sommer gibt es keine Ferien st immun g. Es ist schon das beste, die Koffer gar nicht erst anszupacken". Das ahnungsvolle Wort scheint sich zu erfüllen. Denn eben jetzt entfalten die französischen und die englischen Diplomaten, unbekümmert um das Erholungsbedürfnis ihrer Kollegen, eine anßerordentlieb-e Rührigkeit. Die Sprache des Organs der fr an z ö si sch en R e g i eru n g , des Pariser „Temps", wird täglich um eine Nuance schärfer, um nicht zu sagen herausfordernder gegen Deutschland. Heute wünscht der „Temps" nichts Geringeres, als daß drc deutsche Regierung ihren Gesandten in Marokko zur Ordnung rufe! Und weshalb? Weil Graf v. Tattenbach sich angeblich um wirtschaftliche Pläne bemüht, wie die Erlangung von Hafenarbciten in Tanger für deutsche Unternehmer, Legung eines deutschen Kabels, und,, was das Schrecklichste ist, Ausgabe einer marokkanischen Anleihe. Herrn Dclcasstz ist seinerzeit von der „Nordd. Allg. Ztg." bedeutet worden: Deutschland könne nicht dulden, daß Frankreich auS Marokko ein Tunis mache. Nunmehr schreibt der „Temps": „Wir wollen nicht, daß Deutschland aus Marokko eine Türkei mache!" Es scheint fast, als ob der franz. Ministerpräsident Rouvier, nachdem er sich von feinem Kviegsschrecken erholt hat, die Aufzeichnungen Delcasses benützt. Ganz ebenso selbstbewußt und zugespitzt waren die Noten Delcasses im „Temps", als dieser Verehrer Englmrds und Deutschenhasser sich noch im Amte befand. Der „Temps" verlangt geradezu Aufschluß über die Haltung des Grafen v. Tattenbach.
An unterrichteter Stelle bemerkte man uns:
„Die Frage des „Temps" ist mehr wie naiv, ob Graf von Tattenbach nach Berlin über seine Schritte berichtet habe. Darüber kann der „Temps" beruhigt sein: tvir sind vollständig orientiert. Es ist eine nicht ernsthaft zu nehmende Zumutung, daß die deutsche Regierung Herrn v. Tattenbach verleugnen soll. Der Gesandte ist den französischen Politikern ein Darn im Auge, weil er der deutschen Interessen mit Tatkraft und Umsicht sich annimmt. Solche Eigenschaften beeinträchtigen doch nicht etwa den Wert einer diplomatischen Vertretung. Wenn die deutsche Industrie und der deutsche Handel Fuß fassen in Marokko und Aufträge bekommen für die eine und andere wirtschaftliche Unternehmung, so steht cs ja der französischen Industrie frei, durch günstigere Bedingungen oder bessere Arbeit den Wettbewerb aus dem Felde zu schlagen. Das ist die Gleichberechtigung, die man in Berlin stets im Auge gehabt hat. Nie und nirgends wurde mit der französischen Regierung vereinbart, daß etwa die deutsche Regierung deutschen Unternehmern in den Arm fallen soll, wenn sie sich um Aufträge in Marokko bemühen. Und der Sultan steht doch auch nicht etwa unter französischer Vormundschaft, er ist unumschränkter Herrscher und kann also Konzessionen nach Gutdünken erteilen. . . ."
♦
Soweit unser Berliner Gewährsmann. Die „Frkf. Ztg." berichtet nun heute folgendes:
Paris, 2. Aug. Ministerpräsident Rouvier hat der deutschen Botschaft heute nachmittag die langcrwartete ausführliche Denkschrift über die in Marokko^durchzuführenden Reformen zugehen lassen. Man hofft hier nunmehr, daß beide Regierungen sich möglichst bald über dieses Reftirmprogramm einigen werden, damit der Sultan zur Einberufung bei: internationalen Konferenz bestimmt und zugleich die beiden Gesandten in Fez einbcrufen werden können. Denn das Nebencinanderwirken dieser beiden Gesandten war im Begriff, Anlaß zu ernsten Mißverständnissen zu geben.
Ein späteres Telegramm, desselben Blattes besagt:
Die Denkschrift erläutert diejenigen Reformen, die nach der französischen Anschauung in Marokko nötig und möglich sind. Sie bezeichnet als besonders dringend die Organisation der Polizei in den Gegenden des Sultanats, wo bereits Handel und Gewerbe bestehen, sowie die Reform des Finanzwesens. Für die Einleitung dieser Reformer: soll dem Sultan eine bestimmte für je Frist festgesetzt werden. Man hofft, daß Deutsch- ldnd dieses Programm im wesentlichen billigt und cs gemeinsam mit Frankreich dem Sultan empfehlen wird. Sobald dies durch die beiderseitigen Gesandten geschehe:: ist, können diese a:is Fez abberufen werden, entsprechend dem Abkommen vom 8. Juli. Darüber dürste jedoch Anfang September hcran- kommen. — Frankreich hat sich über das Verhalten Tatten- bachs in Fez nicht formell beschwert, sondern in einer persönlichen Aussprache eine beruhigende Aufklärung äus Berlin erhalten, sodaß auch in dieser Hinsicht heute wieder eine ziemlich optimistische Stimmung vorherrscht. __________
Ein neuer „Jrrlehrer".
Die orthodoxen Preußen haben, seitdem nach der Entscheidung des preuß. Oberkirchenrats gegen den Pastor Fischer von St. Markus in Berlin nichts mehr zu unternehmen ist, ein neues Opfer auserkoren; das ist der Pfarrer Jatho in Köln. Auch dieser hat am starren Buchstabenglauben zu rütteln sich erkühnt. Pfarrer Jatho, einer der bekanntesten Geistlichen des Rheinlandes übt als Kanzelredner eine ganz ungewöhnliche Anziehungskraft auf die protestantische Bürgerschaft Kölns aus. Seine Predigten werden seit Jahren stenographiert und sind in zahlreichen Abdrucken verbreitet.
„Mit vollem Bewußtsein", so zitiert die „Voss. Ztg." aus einem Referat, „lehnt Jatho die doppelte Buchführung der Orthodoxen ab und ruft zu einer versonl:chen Religwn mit den Hilfsmitteln des modernen Denke n s. „Rede keiner von einer allein seligmachenden Wahrheit, von einen: einzig möglichen Wege zu Jesus. Was Dir frommt, braucht nicht nur zu frommen, was einst galt, braucht darum nicht auch heute noch zu
gelten. Jedes Zeitalter muß die in ihm auftauchenden Fragen s e l b st lösen, jeder Christ muß sich seine Stellung s e l b st erobern. Hier tritt kein anderer für ihn ein, hier gibt es nur persönliche Verantwortung und darum unbedingte, persönliche Freiheit des Kommens und Gehens, des Forschens und Bekennens/ Auf diesem Wege, gewinnt Jatho der Religion einen neuen Inhalt. „Wir lernen allmählich religiöses Leben, göttliches Leben in allen Dingen zu suchen und zu finden, die uns umgeben: uns ist auch die Wissenschaft eine Offenbarung Gottes; uns ist auch die K u n st eine laute Predigt der Religion, uns ist die s i 11 l i ch e S ch ö n h e: t des Menschen — daß er edel denke, daß er vernünftig sei, daß er gut ui erde — die reifste Frucht der Religion. In jeder Regung der Menschenliebe spüren wir Gottes mächtiges Walten, in jedem Sieg geistiger Bildung begrüßen wir einen Triumph des ewigen Geistes, der ein Geist des Lichtes und der Wahrheit ist..." In der nüchternen Beurteilung der geschichtlichen Hergänge ist ihm die Bedeutung Jesu die, daß er das R e ch t der G e g e n w a r t geltend gemacht hat gegenüber der Vergangenheit und das Recht der Persönlichkeit gegenüber dem Buchstaben und der Satzung. In dem Enthusiasmus seiner religiösen Empfänglichkeit aber steigert er dieses Urteil zu den Bekenntnissen eines persönlichsten Verhältnisses. Tie Kirche aber ist Jatho im großen und ganzen eine Einschränkung und Hemmung dieser persönlichen Beziehungen, und namentlich der Zank und Streit der Konfessionen ist ihn: em Greuel. „Daß wir doch endlich einmal aufhören möchten, den Menschen nach seiner Konfession, nach seiner Zugehörigkeit zu einer Kirche zu tarieren! Daß wir uns, durch den kindlichen Geist Jesu befreien ließen zu schöner Menschlichkeit, zu einer Religion des Lenzes und der Liebe, zu einem Leben in Gott weit über alle Kirchenschranken hinaus, zu einem Denken Gottes ohne Buchstaben und Formel, zu einem Erleben Gottes ohne Unterlaß in der eigenen Seele!Ä Das gilt ihm besonders für die protestantische Kirche."
Solche Anschauungen einer freien Menschlichkeit genügen der preußischen Orthodoxie, um deren Mundtotrnachung zu verlangen. Wir in Hessen haben die Genugtuung, daß durch die Gießener theologische Fakultät ein anderer, neuer Geist in unseren Geistlichen großgezogen wird, der weltenfern ist allem Zelotismus.
Die ungarische Krise.
W. T. B. meldet heute aus Budapest:
23 liberale Abgeordnete beschlossen, die liberale Partei z:rm 17. August zu einer Beratung einzuberufen, um ihr eine Vorlage m unterbreiten, welche die Entwirrung auf der Grundlage des Ausgleichs von 1867 befürwortet und betont, es sei die Pflicht: eines jeden Abgeordneten, die von der Koalition angeftrebte: Lösung b er Krise zu unterstützen. Sollte die Konferenz den Vorschlag nicht annehmen, so wollen die Abgeordneten aus der liberalen Partei austreten.
Die gegen die habsburgische Monarchie revoltierenden Männer von der ungarischen Unabhängigkeitspartei setzen sich ohne weiteres über die Tatsache hinweg, daß das magyarische Element kaum die Hälfte der Bevölkerung Ungarns au8- macht. Es leben dort noch andere Volksstämme, die nichts weniger als einverstanden sind mit den staatsfeindlichen Agitationen der magyarischen Heißsporne. Für nationale Differenzen ist Ungarn ein besonders günstiger Boden. In den Kroaten z. B. haben die Magyaren einen gefährlichen Feind im eigenen Hause. Dieser Umstand bietet eine gewisse ®e- währ für die Aussichtslosigkeit der magyarffchen Revolutionspolitik. Denn in dem Maße, in dem „das national-ungar. Leben gegenüber Oesterreich fortentwickelt roirb', werden die Kroaten darauf ausgehen, für sich eine besondere staatliche Gemeinschaft heranzubilden. Schwanken also die Pfeiler der habsburgischen Gesamtmonarchie, dann erst recht die des ungarischen Gebäudes. Jedenfalls sind die Bemühungen der genannten 23 Liberalen sehr löblich.
Deutsch-Südwestafrika.
Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Bei dem lieber* fall auf Entasche! am 27. Juli verwundet: die Reiter Hubert Elsenbroich, Max Sommer, Rudolf Kob, Hugo ®reffet. — An Krankheiten gestorben: Sanitäts-Unteroffizier Alexander Dudenhöffer, Unteroffizier Erich Krull, Reiter Wilhelm Könker.
Are Iriederisverhandlurrgerr.
New-Pork, 2. Aug. Der Präsident des russischen Ministerkomitees Witte ist heute mit dem Lloyddampser „Kaiser Wilhelm der Große" hier eingetroffen. Witte bestritt n: einer Unterredung mit Entschiedenheit, daß er geäußert habe, er fürchte, Japans Friedensbedingungen würden unerträglich fein, oder, daß er gesagt hätte, die Friedenskonferenz würde innerhalb einer Woche ergebnislos beendet sein. — Das Empfang 8-Programm ist festgestellt. Die Frage, welcher Mission der Vortritt gebührt, wurde von der Bundesregierung zu Gunsten Rußlands entschieden. Beide Missionen treffen in Portsmouth am Montag um 10 Uhr morgens ein. Der Kommandant der dortigen Schiffswerft besucht zuerst die Russen, dann die Japaner. Darauf wird von beiden Seiten der Besuch erwiebert. Um 11 Uhr findet ein Frühstück beim Admiral und daraus eine Fahrt nach Portsmouth statt, wo der Gouverneur von New- hampdshire die Delegierten im Nathause begrüßt. Dann folgt die Fahrt nach dem Hotel. Die Bundesregierung wird während der Konferenz, natürlich ohne Teilnahme, durch den dritten Staatssekretär Peiree vertreten sein.
111 gJiLJ__'L__ - _ - '-T 1 '■ "
Kuslilche Neuigkeiten.
Der „Regierungsbote" sagte heute unter Verschweigung alles Wesentlichen in einem Bericht über die Kon se renz, welche am 1. August unter dem Vorsitz des Kaisers in Peter Hof stattsand:
Nach Besprechung der Frage, ob der von dem Ministerrat revidierte Gesetzentwurf Bulygin mit dem in dem kaiserlichen Re-,
Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.


