4n Mazedonien anzunehmen. Deutschland habe eS ob- gelehnt, sich hieran zu beteiligen.
Mussische Deuisikcitcn.
Vorgestern begab sich Grcn Witte nach Peterhof zum Zaren. Diese Audienz hing mit der Bildung eines Ministerkabinetts zusammen. Graf Witte soll bereits seine Ernennung zum Premier- und Finanzminister erhalten haben, ebenso soll die Ernennung des cz^neralgouverneurs Durnow'» zum Minister des Innern beschlossen sein. Ferner wird für die nächsten Tage die Veröffentlichung einer Kundgebung erwartet, welche eine Erweiterung der Rechte der Reichst)uma bringen dürfte. Es soll dieser Vorbehalten sein, eine Konstitution auszuarbeiten, nach dem Muster der westeuropäischen konstitutionellen Staaten.
Der Eisenbahn st reit b? 'inn‘ sich zum Genera l- streik auszuwachsen. Fast alte Bahner streiken, keine Ausfuhr ist möglich. D. Schaden ist schon jetzt enorm. Die Weichensteller, die bis zuletzt auf ihrem Posten geblieben waren, streiken auch. Sie verlangen die sofortige Absetzung der BetricbscheiS der Station Petersburg, der ihnen für die geringsten Dienstvera.'l .n unbarmherzig? Geldstrafen auferlege. — Dem Eisenbahnerstreik hat sich auch ein großer Teil der Hafenarbeiter angeschtossen. Viele Exporteure, Vertreter von Borsenkow und Gouverne- menlsbehörden sowie and-.re Interessenten haben sich au das Ministerium für Wegebauten gewandt mit der Bitte, dafür Sorge zu tragen, daß der Streik so schnell wie möglich beendet werde, da die Ansammlungen g''I r Warenmassen auf verschiedenen Stationen enorme Verluste zeitigen.
An der Betvegung ..ehmen die Frauen bervorragen- 6en Anteil. Bei einer Massen)..rsammlr'.ng in Moskau hielt eine Dame eine feurige Ansprache und flehte die Streiker auf den Knieen an, fest zu bleiben. Tie Menge war hingerissen, viele brachen in Tränen aus, und alles rief: „Ja, das werden wir!" Tas Volk entfaltete dann eine rote Fahne und sang die Marseillaise. Tie Wasserleitung zwischen Moskau und Mytitschi wurde von Ausständigen beschädigt. Verschiedene CladAcMe sind ohne Wasser.
Minister Fürst Chilkow führte auf seiner Reise von Moskau nach Petersburg era^nb^uaig eine Lokomotive. Von den streikenden Lokomotivführern, di? er zur Wiederaufnahme der Arbeit zu überred -■ sucht ließ sich ein einziger dazu bestimmen. Ta dieser jedoch ; erfahren war, legte der Fürst selbst den Anzug eines Lokoewtivführers an und führte einen Pepsanau- "n,> r/ülerz?:a.
Tie kommen dcrr ^audtagswrrhlen iu Hessen
Man schreibt uns:
Heute wird der Landtag geschlossen und in Kürze werden die Wahlvorbereitungen für die in etwa 4 Wochen stattfindenden hälftigen Erneuerungswahlen zur zweiten Kammer rascher in Fluß kommen, nachdem sie bis jetzt in den meisten der von 25 in Betracht kommenden Wahlkreisen überhaupt noch nicht über die Kandidatenaufstellung hinaus gediehen sind und in manchen Bezirken selbst über diese Vorfrage noch keine Klarheit herrscht. Selbst der Umstand, das; die Wahlen noch einmal nach dem indirekten Wahlsystem slattfinden müssen, hat die große Masse der Wähler nicht besonders erregt, sodaß voraussichtlich die Zusammensetzung der Kammer sich nicht viel ändern wird. Von den 50 Abgeordneten gehörten bis jetzt 18 der nationalliberalen Partei an, 12 bildeten als freie wirtschaftliche Vereinigung die zweitstärkste Fraktion, ein Gemisch von Antisemiten, Baucrnbündlern und Bund der Landwirte, die eigentlich nur durch die gemeinsame Gegnerschaft gegen die Städte zusammengehalten wurden und in allen rein agrarischen und auch in manchen politischen Fragen auf Zuzug aus dem Lager der ländlichen Nationalliberalen rechnen konnten. Die drei anderen bestehenden Fraktionen waren wesentlich kleiner; das Zentrum zählte 7, die Sozialdemokratie 6, der Freisinn Richter'schen Färbung, mit einem starken sozialpolitischen Einschlag, drei Mitglieder und 2 ihm nahestehende Wilde, doch übten alle 3 Gruppen durch ihre geschickte Führung und ihr geschlossenes Auftreten einen über ihre Zahl hinansgehenden Einfluß aus. Von den 2 noch weiteren Mitgliedern konnte man den einen den Liberalen, und den anderen den Bauernbündlem zu- rcchncn. Es scheiden nunmehr auS: je 8 National- liberale und Vauernbümdler re., 5 Ultramontane, 2 Sozialdemokraten und 2 freisinnige Wilde, während 10 National- liberale, je 4 Bauernbündler und Sozialdemokraten, drei Freisinnige, 2 Ultramontane und 2 Fraktionslose im Landtag noch 3 Jahre verbleiben.
” Zur L a n dta gsw a h lb ew eg nng. Wie bereits mitgeteilt wurde, ist im Wahlkreis D a r m sl a d t - La n d einmütig der bisherige Abgeordnete Negierungsrat Noack, wieder als Kandidaten der bürgerlichen Parteien aufgestellt. Dahingehende Erklärungen gaben in der Vertrauensmänner- Versammlung am letzten Sonntag sowohl die Vertreter der nationalliberalen und freisinnigen Partei, w c die dc§ Zentrums und der Antisemiten ab. Allgemein wird dagegen bedauert, daß der Bund der Landwirte es ablehnt, sich an dem gemeinsamen Vorgehen der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zu beteiligen. Der Bund der Landwirte will mit einem besonderen Kandidaten auf dem Schauplatz erscheinen. Damit wird er nicht viel Glück haben. In Bessungen haben die Landwirtebündler nach dem Ergebnis der lei; en Neichstags- wahl, bei der in ganz Darmstadt der Bundeskand'dat mir einige 60 Stmunen erhielt, keine AiiSsicht, mehr als einige Dutzend Stimmen zu erhalten. Da Bessungen aber 20, die zum Bezirk gehörigen Landorte Arheilgen, Ober- Naunstadt, Nieder-Namstadt, Roßdorf, Messel, Traisa und Nieder-Bcerbach zusammen nur 26 Wahlmänner wählen, ist ein Erfolg des Bundes von vornherein ausgeschlossen, selbst wenn, was ganz unwahrscheinlich ist, sämtliche Landorte büiidl(mische Wahlmänner wählen würden._________________
Zur Fleifchteuerung.
2u der „Allg. Fleischerei3." finden wir heute eine Zu- fajrijt aus Gießen. Es ist darin die Rede von der im Gieß. Anz. erschienenen bekannten Annonce des Obermeisters Ernst Ludwig Sack, durch die er 100 fette Schweine ;uchte. Daraufhin hätten sich nur zwei Bauersleute gemeldet, l.clche -- em Tier anboten, die auch gekauft wurden. Die ; ist fährt d.wn fort:
. Bbi dem Bedarf der Garnison und der Universitätskliniken M unjerer Stadl, zu beiten Deckung sich einige unserer Meister
(Eigener Trahtbericht
Gießener Strafkammer.
's Selters Streit mit ihn er nke geborene Knecht Stefan niederschlng und ihm zwei -ndcrn, der inzwischen baoon-
fühlbar gemacht.
R.-B. Darmstadt, 25. Oft
X Frankenbach, 24. Okt. In der Ho fraicke von y1^ wel^?"mrch ^oh. Nink brach gestern gegen 8 Uhr ein Brand auS, der In dieser sich mit großer Schnelligkeit über vier g e fü l l te S ch eu ern
Zur Frage des Fleischmauoels und der Schlachtvieh- Knappheit, insbesondere der Behauptung des hessischen Landwirtschaftsrats, daß die Metzger die Hauptschuld an den hohen Fleischpreisen hätten, werden, wie man uns mitteilt, die Obermeister her hessischen Metzger- Innungen in einer am nächsten Freitag in Darmstadt stattfindenden Beratung Stellung nehmen.
Zur Milderung der Fleischteuer ng hat das Tirektorium des Zentralverbandes Deutscher Indu - ft r i e 11 e r, im Anschluß an seine Eingabe an den Preu ß. Landwirlschaflsminister, stch nur Anregung aus den Kreisen feiner Mitglieder auch an das bayerische und sächsische Ministerium mit Eingaben gewandt. Ter Zentralverband beantragt, daß wie für Oberschlesien die russ. Schweineeinfuhr, so für Bayern und Sachsen die Einfuhr von Schweinen aus O e st e r r e i ch - U n g a r n in dem durch die neuen Handelsverträge zugelassenen erweiterten Umfange erlaubt werde, nm so beit deutschen Markt von der Bersorguna Oberschlesiens, Bayerns und Sa ' ' ns wenigstens teilweise zu entlasten.
des Gieß. 9ln.) Heute vormittag 10 Uhr fand in Anwesenheit des Großherzoalichen Paares, des Prinzen Franz Joses von Battenberg nebst Gemahlin und der Fürstin zu Erbach. Schönberg nebst Tochter, sowie der Staats-, Stadt- und Schulbehörden die Enthüllung des Prinzeßchen- Den kmals statt. Das Töchterchen des Stadtpfarrers Walz hielt eine mit den Worten ,Es war einmal* beginnende poetische Ansprache, worauf ein Schülerchor da§ altnieder, ländische Volkslied „In dem Himmel ist ein Tanz, Hallelujah*, iang. Die Schulkinder Darmstadts, etwa 11 000 an der Zahl, hatten in der Nähe des Denkmals, in den breiten Wegen und auf den Rasenflächen des Herrngartens Aufstellung genommen.
fc. Frankfurt a. M., 24. Okt. Offenbar um den nächsten Schnellzug zum Entgleisen zu bringen,
Gießen, 25. Oktober 1905.
* Eine Abschiedsfeier in Form eine? Kommerses für den nach Darmstadt versetzten Kreisamtmann Dr. K ra n z° bühler findet am Donnerstag nachmittag im Cafv Ebel statt.
** Die Belohnung für HuddeS Ermittlung. Für die Ergreifung des NaubmörderS Hudde war seinerzeit eine Belohnung ausgesetzt worden und zwar in Höhe von 1000 Mk. Kriminalkommissar Daniel in Darmstadt hat davon 550 9)1 f. als Anerkennung für seine damalige Tätigkeit erhalten.
•’ Einen Schillergedenkstein soll die Stadt Gießen bekanntlich 511m bleibenden Andenken an das Schillerjahr 1905 sowie zur Erinnerung an die allgemeine Schillerfeier im Jahre 1859 demnächst erhalten. Die Einweihung des Gedenksteins und besten Ucbergabe an die Stadt soll am Sonntag, 12. November, durch eine einfache Feier erfolgen, zu der die Gießener Turnerschaft, die das Arrangement der Feier übernommen bat, die Mitwirkung der Bürgerschaft und der gesamten bürgerlichen Vereine erwartet und zwar in der Art, daß sämtliche Vereine sich bei der Feier durch eine Fahnenabordnung vertreten lasten. Tie Vorsitzenden der Gesangvereine waren zu einer Bc- sprechung über die Mitwirkung der Sänger ins Cafö Ebel eingeladen und sagten dabei grundsätzlich zu, daß ihre Vereine bezw. einzelne Mitglieder derselben, zu einem Gesamtch 0 r stch vereinigen wollen, um die Feier durch den Gesang geeigneter Lieder zrl verschönern. Wie der Einberufer der Be- sprechung, Stadtv. Helm, und auch Stadto. Dr. Ebel mitteilten, soll mit Rücksicht auf die Jahreszeit das Programm sehr einfach gehalten werden und nur aus 1. Orchestervor- trag, 2. Gesangsvortrag, 3. Festansprache, 4. Uebernahme des Gedenksteins durch die Stadtverwaltung, 5. Gesangsvortrag, 6. Orchestervortrag bestehen. Durch die ganze Veranstaltung, wie durch den Gedenkstein an der Schiller-Eiche ivitl man dartun, daß, wie im Jahre 1859, auch 1905 die Gießener Bürgerschaft Schiller zu feiern weiß als den deutschesten Dichter,' und man hofft deshalb auf allgemeine Anteilnahme aller bürgerlichen Kreise.
Der Bürgerverein Gießen faßte in seiner gestrigen Versammlung nach sehr angeregter Besprechung den Beschluß, sich bezüglich der Verkehrsverhältnisse aus dem hiesigen Güterbahnhof an die Handelskammer zu wenden, um durch deren Vermittelung eine Besserung der bestehenden Verhältnisse herbeizufübren. (Der von uns mit der Berichterstattung über die Versammlung beauftragte Berichterstatter hatte leider bis Redaktionsschluß seinen Bericht noch nicht eingeliefert. Red.)
Besitzwechsel. Frau H. Karpf verkaufte ihre Hof. raite, Kavlansgaste 25, an Restaurater Peter Berg, Bahn, hofstr. 11, zum Preise von 17 000 Mk. Dieser beabsichtigt, das gekaufte Terrain au sein HauS anzubauen, um verschiedene VercinSzimmer sowie einen Saal zu errichten.
,.lieber die Straß werd nix 0 b gerne". AuS Darmstadt wird der ..Kl. Pr." folgende lustige Erinnerung an einen alten Darmstädter Bürger und besten „Männerstolz vor Königsthronen" mitgeteilt. Zu bem alten Brauerei, besitzet: W., allerdings einem echten Demokraten, der ein hochfeines Märzenbier braute, sandte in den 60er Jahren der damalige Hosinarschall ein Schreiben durch einen Lakaien, worin W. ersticht wurde, für die Tafel S. K. H. ein Dutzend Flaschen Märzenbier zu liefern. Der alte W. lag das Schreiben, gab dasselbe dem ivartenden Lakaien wieder und >agte: „Nehme Se das widder mit und sage Se dem Hos- marschall, wenn er oder der Großherzog Märzenbier trinke
. dm einen mit einer Bahnens i- in den Rücken versetzte. T,
kontraktlich verpflichtet haben, war dies natürlich nur ern Tropfen wollte, solle Se in die Wirtschaft gehe, wo's oerzappt werd', auf den heißen Stein. Da außerdem die Meister, fomeit solche Ucber bc Straß werd nix abgewe". Der Lakai zog betrübt ÄiKSrSKÄ’Ä "mcr ®c9c. Ob et b!°'Aniwor. be- alten W. bel-ell.^ Stobt mit fetten Schwenen sonst zu versorgen pflegen, schlacht- misten wir nicht, aber der letztere ist wohl nicht wieder ersucht reife Ware für d i e nächste Zeit nicht 511 haben ist, worden, Bier für die Hoftafel zu liefern.
so ergab sich die Frage, ob sie ihre Geschäfteschließen sollen ~ ...
ober wie Schweinebe schafft werden können. ~' berief eine Versammlung ihrer Mitglieder ein, „ sämtliche Händler mit Schweinen eingeladen waren, t. _
Versammlung bestätigten die Handelsleute die K'napp- verbreitete. Die alten (Schöffe und die vielen Strohvorräte $Ci£rnt,°n- s ° At isen Schweinen boten den Flammen reichliche Nahrung und auch das Wohn-
im Allgemeinen und ganz besonders in den Gebieten, welche , _ • ..., , .... . .
sonst in normalen Zeiten die Stadt Gießen d^mit verselr'n. Man rourbe emgeaichert. Von ben ^uttervorraten konnte riet jedoch von einer gänzlichen Bttriebseinstelluna der Schweine- nichts gerettet werden und zwei Landwirten ist alle Frucht mcfajercicn vorerst ob, selbst wenn der einzelne Meister weniger im Stroh verbrannt. Leider sollen auch hier wieder sämtliche ns r^C,STeutC.,.flctIt"r in baJVic 'Betroffene ihre Vorrat- qeqen RenerSqefobr nicht vmichrrt
nach Möglichkeit )ich bemuben wollten, ihren seitherigen festen , , . _ , , ' ' _ ' .,, . r. ,, ’ ,
?lbnehmern Ware zu beschaffen, verhehlten aber auch nicht, daß haben, roie das hierzulande noch vielfach nicht geschieht. Bei dies nur ausführbar wäre, wenn für die Tiere etwas mehr diesem Brand bat sich wiederum der Mangel der schon lang als die bisherigen sehr hohen Preise bezahlt ersehnten Telephonverbindung nach den Orten am Dünsbera tnerde., Die Meister beschlossen, vorläufig zu versuchen, ihre ...... - ■ d
Betriebe weiter z u führen obgleich unter den heutigen Verhältnissen von einem Rude,- bei dem Geschäft keine Rede sein könne. Aber auch die H a n de l s l e u t e versicherten daß ihnen bei ihrer Tätigkeit ein entsprechender Nutzen unter den heutigen Verhältnissen nicht bleibe und daß es besonders ungerecht sei, ihnen die Schuld zuzuschreiben, daß die Fleischpreife so hoch sind. Es mürbe in ber Versammlung mehrfach konstatiert, daß den Meistern beim direkten Einkauf vom Produzenten oder Schweinemäster d's Schlachtvieh höher zu sieben käme, als wenn sie den Bedarf beim Handelsmann decken. Tie Meister erllärten, daß, nach Lage d^s Gesi ; sie des Handelsmannes nicht entbehren können -i udel nicht nur im Interesse des Mehger- gewerbei , .tbern au -, der Viehproduzenten in Deutschland für nötig hielten.
„ . w (n.) Gießen, 24. Okt.
Uniek dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Prätorius vcrh'nd-'lte die Strafkammer gegen einen Bürgermeister, der wegen Vergehens gegen das PersonenstandSgesey unter Anklage stand. Er hat gelegentlich einer Eheschließung, die er als Standesbeamter im November 1904 vornahm, beurkundet, daß der int Jahr 1881 geborene Bräutigam bereits 21. L^bensiahr zurückgeelgt h'be und daß deshalb eine schriftliche Einwilligung seilens seines Vaters nicht nötig sei. ■ ,c,r,^cr Eheschließung feinen Jrrttim merkte, stellte er
eine Urkunde über die Demilliguug des VatcrS des Bräutigams auS die er mit einem vor der Erschließung lauiendeii ^etmn vcrnh. Doch die Polizeibehörde d's Hümatsoris des Bräutigams beglaubigte die Urkunde unter Beifügung des richtigen Datums, sodaß darai-s bervorgina, daß H. erst nach der Ehe- cluießung um d'.c schriftliche Cinwilligiing nachgesucht hat. Gc- legentlif’ der diesjährigen Revision der Standesregister wurde oie Sacbe entdeckt und zur Anzeige gebracht. Dcs Gericht nahm an, daß nur cm fahrlässiger Verstoß gegen den 5 63 des Perionenstandsg-ietzes vorti-gt und erkannte auf eine Geld- [träfe von 25 Mark. —■ Wegen Mißhandlung seiner ’vr.n 11 nmr bnt -.nsch^reibesitzer Albert R. von Bad-Nau- 9c L’J! d s Schuf engcri-cht zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Er cr,.'vb Berufung, die z n r ü ck g e w i e s e n wurde, —.^.er vielfach vorbestrafte Schl, ssergeschse Anselm P. von Hult- sann ,st nac.'ts m die Wohnung eines Kaiifmanns zu Nidda cuigeiiicqen und h't dessen Knecht den Kosscr, in dem sich seine g'nze Habe befind, gestohlen. Trol'dem er die Tat, bei deren Aussuhrung er nicht gesehm wurde, leugnete, hat er hm born in einer Weye verbäch-tig gemacht, daß an seiner Scb-.ild mcht gezwc'.fest wurde. Dos Gericht zog bie Tatsache, daß et etnen armen Arbeiter um die ganze H'be brachte, straferschwerend in Betracht und verurteilte ihn zu 3 Jahren Zuchthaus, sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ab und ellte ian unte^ Polizeiaufsicht. — Der 15 jährige Weber Jo- h'nnes vs. üon Schlitz ist ziveirnal in die Wohnung eines Gkiil* * ** emgeftiegen. Das erste Mnl fielen ihm nur eine Anzahl Zigaretten in die Hände. Das zweite Mal gelang es ihm den Schlusiel zur Gelds sse zu bekommen, aus der er 14 Marl entweudete. vterbei w ii r h e er von dem Hausbesitzer ertappt, der ihm eine gehörige Tracht Prügel verabfolgte. Beide Male brachte er lerne Beute in die Wohnung seines 30iährigen ver- beiratetcn ^ruders, dem er die Sachen zum Aufbewahren iibergab Letzterer wurde weg n Hehlerei unter Anklage gestellt, was ihm ^ Monate Gefängnis cintrug. Er selbst wurde mit Rücksicht auf eine ^uigeud, zu der mäßigen Strife von 3 Wockwn und 5 Tagen (wfangni§ verurteilt, die durch die erlittene Untersuchungshaft 2}-’ üfrjl. wurde. — Zwei Burschen aus Effolderbach
hatten mit Mädck>en aus Selters Verhltnis. Als sie am LI September abends dorthin k<' -cn, um die Mädckwn 311 be- uchen, fingen einige junge Leut an. in dessen Verlauf der in Scl
Arveirerbewesiunq.
Berlin. 24. Okt. Da vor dem Gewcrb>'gmicht zwislheu den am Streik in der W ä sch e - I n dn st r i e beteiligten beiden Parteien eine E i:: i g n n g n i ch t zustande kam. hat das Einig- nngsamt heute ein Urteil erlassen, über dessen Anerkennung sich Fabrikanten und 9rrri11"<.-r inverifffi drei Taa^u entsck^ei'den müssen
war beule morgen quer über das Hauptgeleis nach Darmstadt in der Nähe der Station Louisa eine schwere H 0 lzschwelle gelegt worden. Der Lokomotivführer be5 von Heppenheim kommenden Zuges 909 bemerkte im Vorüberfahren daß Hindernis und machte bem Vorsteher ber Elation Louisa bauon Mitteilung, worauf noch rechtzeitig' die Entfernung erfolgte.
Kassel, 21. Okt. Auch hier ist ein guter vcrsvrechendn Anfang zu einer Sammlung der liberalen Parteien gemacht. In einer Versammlung des Wahlverein- der freisinnigen Volkspartei, zu welcher auch 'Mitglieder de; Wahlverents der Liberalen erschienen waren, erstackete .Herr Derlit einen Bericht über die Verhandlungen b-s Parteitages in Wiesbaden. An diesen Bericht schloß sieb eine stb'ssvrache über den Beschluß bezüglich der Ausschließung nationalsozialcr Gruppen bei etwaigen Einigungsbestrebungen, und es wurde von Volks- parteilicher Seite hcrvorgehobcn, daß, sofern National-Soziale in einem liberalen Verein Aufnahme fänden, jene Klausel hin« fällig sei. Allseitig wurde betaut, daß, wenn Hessen Ixm Liberalismus wicdergewonnen werden wlle, dies nur durch eine Zus.ammcn- fassung aller Liberalen möglich sei. Da der hiesige Wahlverein der Liberalen noch den Zusatz „National-Soziale" fuhrt, wurde seitens dessen Vorskondes die Zusicherung abgegeben, diesen Zusatz fallen zu lassen. Es mürbe beschlossen, in aller Kürze eine Besprechung abzuhalten, in der über bie vereinte Tätigkeit Beschluß gefaßt w-'rdan soll.
* Kleine ^aaeschronil Am 24. b. Mts. wurde ein Einwohner von Werneuchen, Hermann ßh’mfevberg, als er mit einem Hand'udrwerk aui der Elmusiee nach B'riezen ubetfM Gcleiie ber Nebenbahn Berlin - Werneuchen hinter bem Balmhoi Ahrensfelde fuhr, vorn Zuae Nr. 680 überfahren und getötet Der Schrankenfchl'eßer veriäumte, die Schranke zu schließen. — Zn T ~ n 11 (Elfaßl sind bie drei Kinder der Stundenfrau Lorenz m 9(bmeieii()cit der Mutter in rauchgcst'illtem Zimmer e r ft i cf t


