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25.10.1905 Erstes Blatt
 
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155. Jahrgang

Erstes Blatt.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen

,ahrl. arrSschl. Beselig Annahme von Anzeige» ür die Tagesnrnnnre, i£ DonnütngS 10 Uhr.

Jeilrprcis: lokal 12M* us'närts 20 'Big.

era twortlich füt Oe;. poliL und allqem. Teil: V. Will ko: für ctabt und Land' und Gerlchlssaal*: Ernst Heb, für den An­zeigenteil: Hans Beck.

fRr. 251

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die (filzener Zainitten- hlätler viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unioers.-Buch-u. Stein­druckerei. R. ßange. Redaktion, Ervedrtwn und Druckerei:

Schulstraße 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exoed.LEöl Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Mittwoch 25. Oktober 1905

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Holstein, lebte sic bei dieser in Dresden, hat aber jetzt ihren Wohnsitz abwechselnd bei ihrer raifertidxm Schwester mrd ihrem Bruder, dem Herzog Ernst Günther.

Pie heutige 'Nummer umfaßt 10 Seiten,

Volitil'che Tagesschau.

Die Firma v. Tippelskirch und Co.

richtet an dieNordd. Mlg. Ztg." eine Zuschrift, in der zu der Behauptung desBerl. Tagebl.", in den Büchern der Firma befänden sich zwei mysteriöse Teilhaber-Kvnten P. und St-, deren Inhaber Minister v. Podbielski und Kolonialdirektor Dr. Stübel feien, erklärt wird:

Weder unser ehemaliger GeschäftSmit in Haber, der jetzige Staatsminister v. Podbielski, ist jetzt für seine Person an unserer Firma mitbeteiligt, nock hat jemals unsere Firma irgend­welche geschäftliche Beziehungen zu dem Kvlonialdirektor ge­habt und hat sie selbstverständlich auch gegenwärtig nicht." Ter schwer kompromittierende Hinweis desB. T." mußte weithin Aufsehen erregen. Tie persönliche Ehrenhaftigkeit des Herrn v. Podbielski und des Kolonialdirektors Tr. Stübel ist noch niemals in Zweifel gestellt worden. Wer auch nur im mindesten annimmt, das; sich hohe deutsche Beamte durch Er­langung von Vorteilen beeinflussen ließen, und wer diese An­nahme durch die Presse weiterverbreitet, der muß in der Lage sein, sofort ganz bestimmte und klare Beweise beizubringen! Was soll man im Auslande dazu sagen, das; auf Männer, die an der Spitze großer Verwaltungen stehen, ein derart bedenk­liches Licht geworfen wird? Wer ausländische Matter lieft, weiß, mit welchem Behagen Fälle angeblicher Korruption in Deutschland erörtert werden. Von der Richtigstellung dagegen wird in jenen ausländischen Blättern kaum Notiz genommen, um den Eindruck der Sensation nicht abzuscltwächen. Nach dem völligen Fiasko, das der jugenMidre Gewährsmann derKöln. Volksztg." jüngst mit seinen Enthüllungen gegen das Kolonial- amt erlebte, )unr Zurückhaltung doppelt am Platz. Wir be­dauern insbesondere den Kolonialdirektor, der aus der Auf­regung nicht herauskommt. Lag es doch nahe genug, bei Herrn v. Podbielski und beim Kolonialdirektor direkt anzufragen, um den Angegriffenen die Möglichkeit zu geben, von diesen Verdächtigungen Kenntnis zu nehmen und sich dagegen entsprechend zu schützen. DasBerl. Tagebl." hätte audj nach der obigen ErNärung der Firma Tippelskirch u. Cie. Gelegenheit zum Ein- 1 euren gehabt. DasBerl. Tagebl." vermißt indessen an dieser ErNärung dieobjektive Beweiskraft" und fordert eine amtliche Aeußerung. Wir glauben nicht, daß die Regierung für, nötig erachtet, unbewiesene Ausstreuungen ausdrücklich zu kennzeichnen.

W. B. meldet:

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes hat wegen der kmB. T." enthaltenen Verdächtigung deS Kvlonialdirektors Dr. Stübel Strafantrag gestellt.

Zu den badischen Stichwahlen.

Man schreibt uns aus Heidelberg:

Tie Gefahr einer sonst unvermeidlichen ultramontan­konservativen Kammermehrheic hat ein Stichwahl- kompromiß zwischen dem liberalen Block und der Sozialdemokratie herbeigeführt, sodaß letztere nun­mehr das Zünglein an der Wage bildet. Das bayerische Zentrum hat erst jüngst von vornherein ein Wahlbündnis mit der Sozialdemokratie abgeschlossen, und das .Verhalten des badischen Zentrums erklärt zur Genüge, wie die Tinge jetzt sich entwickelt haben. Seit Jahren hat die badische Zentrumspartei aus Haß gegen den Liberalismus in der Stichwahl der Sozialdemokratie Mandate verschafft es jet nur an die Reichstagswahlkreise Mannheim, Karls­ruhe und Pforzheim erinnert. Auch bei der bevorstehenden Landtagsstichwahl denkt die badische Zentrumspartei nicht entfernt an die Unterstützung liberaler Kandidaten gegen­über der Sozialdemokratie, erklärt vielmehr öffentlich., v-a.ß sie weder die Liberalen noch die Sozialisten unterstütze. Welche Nutzanwendung die klerikale Wählerschaft aus dieser Parole ableiten wird, kann nach der bisherigen Stichwahl- tattik des badischen Zentrums nicht zweifelhaft sein. Außer den Erfahrungen mit dem Klerikalismus hat das Verhalten der badischen Konservativen und des Bundes der Landwirte die badischen Liberalen zu -brer Kompromißtaktik gedrängt. Wer, wie Konservative und Bündler in Baden es taten, trotz schärfster Zuspitzung des Gegensatzes zwischen Kleri- kalismus und Liberalismus mit dem Zentrum sich ver­bündet, hat nicht das Recht, die liberale Kompronrißtaktik rnzuklagen.

Fürst Ferdinand von Bulgarien auf Freiersfußen?

In verschiedenen auswärtigen Blättern wird behauptet, Fürst F-erdinand von Bulgarien, der soeben dem Präsidenten der französischen Republik einen Besuch in Paris abstattete, habe die Absicht, zu einer zweiten Ehe zu schreiten, und zwar bewerbe er sich um die Hand der Prinzessin Feo­dora zu Schleswig -Holstein, der jüngsten Schwester der deutsche n Kaiserin.

Dieses Gerücht so schreibt man uns aus Berlin taucht nicht zum ersten Male auf. Wir hörten von ihm schon im vergangenen Winter, nach dem Besuche des Fürsten am deutschen Kaiserhofe. In Berlin und in Potsdam sprach man davon. Wir haben uns jetzt bemüht, zu erfahren, ob etwas Wahres daran ist, hören jedoch, day an zuständiger Stelle nichts bekannt ist. Daß aber eine ehe­liche Verbindung des bulgarischen Herrschers, durch die er der Schwager desdeutjchenKaisers werden würde, in Bulgarien ihres politischen Gewichtes wegen mit außer­ordentlicher Freude begrübt werden würde, bedarf kaum der Versicherung.

Fürst Ferdinand ist )cit 1899 Witwer von der Prin­zessin Marie Luise von Bourbon und Parma, einer Tochter des entthronten, in Oesterreich lebenden Herzogs Robert von Parma. Dieser Ehe -rn'd vier Kinder entsprossen, der jetzt elfjährige Erbprinz Boris, Prinz Cyrill und die Prin­zessinnen Eudoxie und Nadeschda, die Geburt der Letzt­genannten kostete ihrer Mutter das Leben. Die Prinzessin Feodora zu Schleswig-Holstein wurde 1874 in Primkenau geboren, steht also im 32. Lebensjahre. Bis zum Tod chrer 1900 verstorbenen Mutter, der Herzogin Adelheid von

Englische Liebenswürdigkeiten.

Tie Londoner WochenschriftTruth", die über die Stimmungen am englischen .Hofe recht gut unterrichtet zu ein pftegt, widmet in ihrer letzten Nummer der kürzlich vollzogenen Bermählunr» des Herzogs Karl EduardvonSachsen-Koburg und ^-otha nachträglich olgende freundliche und in mehr als einer Hinsicht lehr­reiche Morte:

Tie Heirat des Herzogs von SachsewKoburg und Gotha (der bekanntlich em englischer Prinz ist. D. Red.) hat in England kein Interesse erlveckt und der Hof sah ihr mit Gleichgiltigkeit zu. Tie Partie war ganz allein das Werl des Kaisers Wilhelm, der sie als einen neuen Triumph seiner Haus-Politik betrachtet. Tie Verlobung wurde in Potsdamhinge­hudelt" (huddled up"), und die englischen Verwandten des Herzogs erfuhren von der ganzen Sache erst, als alles abgemacht und erledigt war Es ist kein Geheimnis, daß die väterliche Familie des Herzogs eine ganz andere Heirat für ibn aernaes-'ben hätte."

Loubct in Madrid.

Zur Feier des Besuches des Präsidenten Loubet in Spanien veranstaltete, wie aus Madrid gemeldet wird, am Montag König Alfons ein Galadiner, welchem die könig­liche Familie, die Minister und andere beiwohnten. Zn dem Toast, den der König ausbrachte, sagte er u. a.: Spanien wünsche immer seine Interessen denen Frankreichs an zu gliedern. Tie fried­liche Verbindung zwischen beiden Ländern habe immer bestanden und werde auch in Zukunft weiter bestehen bleiben. Tie herzliche Freundschaft Franfteichs mit Spanien stehe im Einklang zu den guten Beziehungen zu den anderen Mächten.

Loubet erwiderte u. et, die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern sollten noch herzlichere werden im Interesse der beiden Staaten und des allgemeinen Friedens.

Loubet empfing am Montag abend auch die Mitglieder des Madrider diplomatischen Korps, mit jedem unterhielt er sich einige Zeit. Tie sehr s r eu n d liche Un ter Hal­tung mit dein deutschen Botschafter v. Rado­witz gilt nach einer Madrider Privatmeldung als bezeich­nend dafür, daß das in Fez begonnene einheitliche deutsch-französische Vorgehen seine Fortsetzung in Algeciras finden werde, und daß bezüglich der Mittel­meerpolitik anderer Staaten, wie Spanien und Italien, gegenwärtig keine erhebliche Verschiedenheit der Anschauungen zwischen Deutschland und Frankreich bestehe. Ter ftanzösische Botschafter in Madrid Cambon soll zum Delegierten Frankreichs in Alge­ciras ausersehen sein. Zwischen ihm und Radowitz, der vermutlich der deutsche Vertreter bei der Konferenz sein wird, bestehen angenehme persönliche Beziehungen.

Ter König und Loubet wohnten einer Truppenschau im Lager von Carabanchel vei Während die beiden Staats­oberhäupter vorbeizogen, senkten sich die Fahnen. Nach der Truppenschau fand im Stadthause ein Frühstück statt. Ta­bei brachte Ministerpräsident Montero Rios einen Trinkspruch aus, in dem er Frankreich und Loubet feierte unb schließlich aus die Freundschaft trank, die Spanien für Frankreich hege, eine Freundschaft, die nur eine Befestigung des Friedens unter allen Völkern, mit denen Spanten Freundschaften zu unterhalten wünsche, her­beiführen könne. Ter Vorsitzende des Pariser Gemeinde- ratcs B r o n s e brachte einen Trinkspruch auf bie Gemeinde- behörbe und auf die Bevölkerung von Madrid aus. Lon- b et dankte für den ihm bereiteten Empfang und fuhr fort:

Diese ergreifenden Kundgebungen bilden ein ge­schichtliches Datum. Sie bringen hohe Gesinnungen zum Ausdruck, die ich in allen gehörten Worten:Freiheit, Fortschritt, sozialer Frieden, Anhänglichkeit an Heer und Vaterland, Einigkeit, Bestrebungen zur Linderung von Not und Elend" wiederfinde. Tas Zusammenwirken so vielen guten Willens kann für die Menschheit nicht ver­loren sein. Die Annäherung, die wir in diesem Augenblick feiern ,wird fruchtbare unu dauerhafte Ergebnisse zei­tigen."

Loubet trank schließlich auf das Wohl Spaniens, des Königs, der königl. Familie, der Mitglieder der Regierung, des Bürgermeisters und der (Gemeindebehörden von Madrid und die Stadt Madrid selbst.

Tie Republikaner, denen verwehrt wurde, Loubet eine Adresse zu überreick-en, ließen diese in den Blättern veröffentlichen. In der Adresse, welche von den republi­kanischen Senatoren und Teputierten unterzeichnet ist, wird Loubet als Vertreter Frankreichs, der Vorkämpferin ber demokratischen Freibeit in Europa, gefriert.

Deutsches Reich.

Berlin. 24. Oktober. Gestern nachmittag unternahm das Kaiserpaar in Potsdam einen Spaziergang. Zur Abendtafel waren Staatssekretär v. Tirpitz und Admiral Büchsel geladen. Heute vormittag hörte der Kaiser die Vor­träge deS Chefs deS Militärkabinetts und deS Chefs deS AdmiralstabeS. . ,

__ Wie derPost" nütgeteilt wird, ist an zuständiger Stelle nichts davon bekannt, daß der Kaiser beabsichtige anläßlich einer neuen Jtalienreise auch den Papst Pius m Nom zu besuchen. .

__ Die Verhandlungen der Bundesrats-Ausschüsse über die Reichsfinanzreformen sollen einen günstigen Fort­

gang genommen und zu einer vollständigen Einigung über die grundlegenden Punkte geführt haben. Es dürfte daher wahrscheinlich sein, daß sie bereits heute zum Abschluß gelangen.

Der König von Spanien kommt am 6. Noo. in Berlin an und begibt sich nach dem Königlichen Schloß, wo er als Gast des Kaisers wohnen wird. Abends findet ein Gala-Bankett und ein großer Empfang statt. Deic König wird eine ihm zu Ehren veranstaltete Hofjagd in Springe bei Hannover mitmachen. Sodann wird der König sein Magdeb. Ins.-Neg. Nr. 66 besuchen. Von Berlin begibt sich der König nach Wien und München.

t Die Gesetzsammlung enthalt eine Verfügung de- Iustizministers, betreffend die Anlegung eines Grundbuchs für einen Teil des Bezirks deS Amtsgerichts Gladenbach, ferner betreffend die Anlegung eines Grundbuchs für einen leit der Bezirke der Amtsgerichte Hadamar, Idstein, Langen- schwalbach. Marienberg, Nunkel, UFingen und Wiesbaden.

Koburg. 24. Okt. Großfürst Cyrill von Rußland ist mit seiner Gemahlin Melitta heute zu längerem Auf­enthalt nach der Riviera abgereift.

München, 23. Okt. (Kammer der Abgeord­neten.) Im Laufe der heutigen Budgetberatung führte Hammerschmidt (Lib.) auS, in der deutschen auswärtigen Politik habe sich vorher eine gewiße Unsicherheit gezeigt, aber in der Marokko- Angelegenheit habe sich der Flügel­schlag des deutschen AarS wieder .bester bemerkbar gemacht. Ministerpräsident Fhr. v. PodewilS erwiderte, daS Thema der auswärtigen Politik des Reiches sei für Einzellandtage nicht geeignet. Rach der Reichsoerfasfung habe der Kaiser das Reich völkerrechtlich zu vertreten. DaS deutsche Volk sollte dankbar sein, daß daS Oberhaupt deS Reiches keine Anstrengung und Mühe scheue, um seinem Beruf in jeder Beziehung gerecht zu werden. Was die neulichen Aeußerungen des Äbg. Gaffelmann betreffe, so habe er, der Minister, jene Aeußerungen als eine schwere Beleidigung empfunden und in diesem Empfinden neulich geantwortet. Die Frage, ob die Regierung nach wie vor über den Parteien zu stehen gesonnen sei, könne er in unbedingter Weise bejahen. Segitz (Soz.) wahrt dem Landtage das Recht, auch die Reichspolitik zu besprechen, und schließt mit den Worten:Wir lasten und dieses Recht nicht verkümmern!" Ministerpräsident Frh. v. P o d e w i l S erwidert, Reichsangelegenheiten können im Land­tage nach Belieben besprochen werden, aber nur insoweit, als den Einzelregierungen durch die Reichsverfastung der Ein­fluß zuerkannt ist. DaS trifft zu, soweit die Zuständigkeit des Bundesrates gebt. Die auswärtige Politik deS Reiches wird trotz des BundeSratsauSschustes für auswärtige An­gelegenheiten nicht vom Bundesrat, sondern vom Kaiser und dem Reichskanzler gemacht. Hier im bayrischen Landtage ist kein verantwortlicher Minister für Reichspolitik. Also auch vom praktischen Gesichtspunkte wäre diese Sache im Reichs­tage zu behandeln. Präsident Orter er erklärt, er werde diese Angelegenheit prüfen und dafür sorgen, daß dem Landtage in keiner Weise verkürzt werde, waS er bisher ex lege et usu in Anspruch genommen habe. Er werde ge­gebenenfalls eine Beschlußfassung deS Hauses hierüber herbei­führen. Schließlich wurden die größten Teile des Budgets dem Finanzausschuß überwiesen.

Deutsch-AfrikanischeS.

Ein Telegramm auS Windhuk meldet: Am 16. Oktober auf Patrouille in der Nähe des SeeeiSbergeS gefallen: Reiter Adolf Köhler, Reiter Valentin Feickert, geboren zu Worms, früher Dragoner-Regiment Nr. 24, und Reiter Edmund Schmied. Verwundet: die Reiter Golda, Labahn und Gefreiter Goelfert. Außerdem Reiter Kahlert an Herz­schwäche nach TyphuS gestorben.

Auf die Proklamation deS Generals v. Trotha, welche denjenigen Aufständigen, die sich freiwillig stellten, Schonung des Lebens, Arbeit und Verpflegung ver­spricht, soll Hendrick Witboi brieflich geantwortet haben, er lasse sich nicht einschüchtern, hege kein Bedauern, wisse allein, waS er wert sei, könne seine Lage selbst am besten beurteilen und werde einen Frieden, der ihm daS Leben und seinem Volke den Untergang koste, nicht machen.

Wie eine Korrespondenz mit Bestimmtheit erfahren haben will, wird der Gouverneur von Kamerun, IeSko v. Putt- kamer im Dezember 'm Deutschland eintreffen, um nicht wieder auf seinen Posten zurückzukehren. Als sein Nach- folger wird Dr. Tbeodor Seitz genannt.

Ausland.

Rotterdam, 24. Okt. DerNieuwe Rotterdamsche Courant" meldet au5 Batavia: Bei Pakatto auf der Insel CelebeS ist eS zwiscben den Regierungstruppen und den Ein­geborenen zum Kampfe gekommen, in dem 23 Ein­geborene fielen. Auf der Seite der Regierungstruppen wurden zwei Offiziere und drei Mann verwundet.

Paris, 24. Oft. Der Berliner Korrespondent deS Eclair berichtet, es sei ihm von einer hochgestellten Persönlichkeit bestätigt worden, daß zwischen England, Frankreich, Rußland und Italien vereinbart worden sei, eine Flotten-Demonstration gegen die Türkei zu ver­anstalten, um den Sultan zu zwingen, die Vorschläge der I Mächte betreffend die Einführung einer Finanzkontrolle