Ausgabe 
25.7.1905 Erstes Blatt
 
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Einwirkungen des Sommers geltend gemacht haben: man hoffe jedoch, im zweiten Halbjahr im allgemeinen ein günstigeres Er­

len geleit yaven. rvegnningr starken Regengüsse der lebten

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nister arbeitete Paüvatkapitals

sich bis morgen. ,

Luxemburg, 24. Juli. Nach einem aus Anlaß de» Geburtstages des Großherzogs abgehaltenen Zapfen­streich kam es zwischen dem Militär und dem Publikum zu Tumultszenen. Die Gendarmerie war machtlos.

Petersburg, 24. Juli. Der Finar einen Entwurf aus behufs Heranziehung zum Bau von Eisenbahnen in Rußland. Das Mi­nisterkomitee und das Reichsratsdepartement für Staats­ökonomie habe beschlossen, denjenigen Privateifenbahnen, die ökonomische Bedeutung für das Land haben, eine Reihe von Privilegien zu gewähren. Der Entwurf des FinanK- ministers ist vonr Kaiser genehmigt worden.

Konstantinopel, 24. Juli. (Wiener Korresp.-Bur.)

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Mittwoch den 26. Juli: Ausflug der Kinderkirche der Lukasgemeinde nach der L i e b i g s h ö h e. Zusammenkunft um 3* *4 Uhr bei der Johanneskirche.

Pfarrer Euler.

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Bekanntmachung.

Betr.: Maßnahmen gegen die Tollwut.

Nach Mitteilung der Wutschutzabteilung des Königlichen Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin ist bei einem am 21. Juni l. Js. dahier getöteten Hunde Tollwut festgestellt worden.

Unter Bezugnahme auf unsere frühere Bekanntmachungen wird deshalb die angeordnete Hundesperre für den Bezirk der Stadt Gießen, der Gemarkung Gießen, einschließlich der Gemarkung Schiffenberg, bis auf weiteres bis auf den 22. September l. Js. ausgedehnt.

Gießen, den 22. Juli 1905.

Großh. Polizeiamt Gießen.

Herberg.

Schnell und dauernd

troffene Dr. Thompsons Seifeupulver, Marke Schwan, die Gunst der Hausfrauen erworben. Minderwertige Nachahmungen weife man zurück. Ueberall zu haben. ss^/.

wieder ausgenommen worden.

London, 24. Juli, (U n t e r h a u s, Fortsetzung.) Andre Erklärungen Balfours schloß sich eine hitzige Erörterung darüber, welches Verfahren einzuschlagen sei. Endlich schlug Balfour vor, daß ein Minister formell den Antrag auf Vertagung des Hauses stellen und die Erörterung bezüglich Balfours Er­klärung bei diesem Anträge stattfinden solle, welcher als Ver­trauensvotum betrachtet werden solle, indem die Mitglieder, die die Regierung unterstützen, für, die Gegner der Regierung gegen den Antrag stimmen sollten. Daraufhin stellte Acland Hood den AMrag auf Vertagung des Hauses. Campbell Bannerman be­zeichnete das Verhalten der Regierung als gänzlich ver­fassungswidrig und führte aus, Balfour scheine zu glauben, er könne noch einige Monate dahinstolpern im vergeblichen Be­mühen, die konservative Partei zu rehabilitieren. Redmond (Rat.) erklärte, das Mandat der Regierung sei erloschen und fragt, welches Recht Balfour habe, sich besondere Fähigkeiten für die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten des Reiches anzu­maßen. Sie haben sich auf die großen Interessen des Reiches be­zogen. Welches Recht hat der Premierminister, anzudeuten, daß er allein genügend Rechtschaffenheit und Vaterlandsliebe besitze, um die Interessen des Landes zu wahren? Diese Anmaßung tft etwas Unehrenhaftes. Es ist die Pflicht aller Verfaffungs- treuen, sich zusammenzuschließen und die Fortsetzung der Existenz dieser Regierung in diesem Parlament un­möglich zu machen. (Beifall bei den Oppositionellen). Was die Nationalisten betrifft, werden wir Pardon weder geben, noch onnehmen. (Erneuter Beifall.) Wenn dieser Geist bte ganze Oppo­sition erfüllt, werden wir mit dieser Regierungde r F e tz e n und Flicken kurzen Prozeß machen. Redmond fragte im weiteren Verlaufe der Verhandlungen an, ob Song nach der Abstimmung vom 20. ds. im Amte bleiben werde. Balfour er­widerte, der Gedanke, daß Lang abdanken sollte, wahres die Regierung im Amte bleibe, sei ihm niemals gekommen. (Beifall bei den Ministeriellen.) Da die Oppositionellen aus taktischen Gründen wünschten, sich der Abstimmung zu enthalten, wurde die Debatte in unerwarteter Weise geschlossen. Das Haus vertagt

gebnis zu erzielen. , ,,

Paderborn, 24. Juli. (Amtlich.) Der gestrige Unfall im Altenbekener Tunnel ist vermutlich auf daS Durch- chlagen eines Steines durch das Tunnelgewölbe, der ein etwa 21,5 Quadratmeter großes Loch gerissen hat, zurück­zuführen. Die nachdringenden Schuttmassen verschütteten darauf den Tunnel. Vermutlich war über dem Gewölbe ein hohles Terrain vorhanden, in dem sich die Steinmassen gelöst haben. Begünstigt wurde der Vorfall durch die enorm starken Regengüsse der letzten Zeit. Mit Airsnahme eines Falles sind sämtliche Verletzungen! der Personen leichter Natur. Die Aufräumungsarbeiten dürsten etwa drei bis vier Wock>cn beanspruchen.

K i e l, 25. Juli. Kapitänleutnant Schultz, Konrpayure^ chef einer Matrosenartillerieabtcilnngin Kiel, ist vom Kriegs­gericht zu zehntägigem Kammerarrest wegen Er- tattung einer wissentlich unrichtigen Dienst- Meldung gegenüber dem Kommandeur, Fregattenkapitän v. Lewetzow, verurteilt worden.

.Hamburg, 25. Juli. Beim Baden am Putloser Strande versank der Gärtner Wiedemann. Der 'Apotheker Heinrich wollte ihn retten, beide jedoch ertranken.

Glauchau, 25. Juli. Zwei größere, dem Färber- ringe nicht angehörende Firmen bewilligten den Arbeiternihre Forderungen; die Arbeit ist daselbst

ri albe fehl vom 15. Juni 1810 mußten diese Schlachthäuser ge- chlossen werden, und erst mit der Errichtung des städtischen Zen- ttal-Viehhofes sind mustergiltige Schlachteinrichtungen in Berlin geschaffen worden.

Arbeiterbewegung.

Dresden, 24. Juli. Von streikenden Klempnern wurden vor einer Fabrik Arbeitswillige und Schutzleute tät­lich angegriffen. Die Polizei nahm fünf Verhaftungen wegen Aufruhrs vor.

Juli 1905. ta"i Soetbeet

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oN der leb, hemalige Berliner, r Men (Nicht. ,e Endung einer

erfolgte. An, ttqanon von den Hener Finkenschast enheit geben, sich

ihrer Interessen, $en Frohsinns zu en durch Gründung >rt, Kunst, Literatur l^ritten war, be« ' Wanderabteilung, 1 und weitere Um« ldcn Winter ist bi; sowie einer wissen« teilung, endlich bit sussicht genommen. :je§ Dasein zurück« >eise von einer an« Sympathien ent« h mancher Nicht« doch nur sein Beste? egenüber. Zu be< iwegs korporations- häufig dieser Vor- nur mit aller Ent- htkorporieckn eint gilt K-Krcht ur ritb \\t \W 'M 5 unserer Nchdm- dortiger Univechtäi

So wird die Zeit tliche Bewegung an den festen Fuß ge-

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Ein Ra drenn en wird nächstens wieder auf dem hiesigen Sportplätze stattsinden. Es handelt sich um ein Dauerrennen mit Motorschrittmacher. Die Preise betragen insgesamt 1000 Mk. bar, und zwar erhält der Sieger Mk. 500, sowie ein echt goldenes Ehrenzeichen, das goldene Rad von Gießen mit Lorbeerkranz, der zweite 300 Mk., der dritte 200 Mk. '

** Das 23. Turnfest des Lahn- und Dill- ' kreis es fand am Sonntag unter großer Beteiligung der Turner auch aus Gießen und Umgebung in Braunfels statt. Unter den Nichttumern, die das Vergnügunasprogramm mit genießen wollten, befand sich auch eine größere 'Anzahl hiesiger Studenten, die bei der Abfahrt des letzten Zuges der Ernstbahn keinen Platz mehr fanden und mit halb fröh­lichen, halb traurigen Gefühlen den in der Kleinbahn fort­dampfenden glücklicheren auswärtigen Festteilnehmern nach­schauten. Die Gesichter wurden aber länger, als die Herren in der Stadt auf der Suche nach Unterkunft erfahren mußten, daß weaen der Einquartierung der auswärtigen Turner (über 300) nur noch ein bescheidenes Strohlager für die Nacht übrig war. Vermutlich wurde in dem romantischen Nachtlager viel Kurzweil und Frohsinn getrieben, ja man spricht sogar von einem nächtlichen Gelage.

Frankfurt a. M., 24. Juli. Am Sonntag früh überfielen einige junge Leute von hier im Stadtwald einen Eisenbahn-Assistenten aus Neu-Isenburg. Dieser gab, als er angegriffen wurde, zwei Schüsse ab und verletzte einen der Angreifer. In Sachsenhausen wurden die Burschen festgcnommen. In der Meisengasse lief heute vormittag der drei Jahre alte Knabe des Kaufmanns C. Müller, der im Hause Nr. 10 wohnt, vom HauSgang auf die Straße und direkt in einen vorüberfahrenden Rollwagen der Spedi- tionssirma Gebr. Wolff. Das Kind kam zwischen Hinterrad und Trottoir zu liegen. Die Verletzungen sind so schwer, daß das Kind kaum am Leben erhalten werden kann.

"Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aaten. In Mainz stürzte eine Droschke mit Insassen, vier Herren, in den Rhein. Alle vier und der Kutscher, konnten sich retten. Auch die Pferde wurden lebend aus dem Wasser gebracht.

Der Tabak und der Esta ratter. Uebcr den Einfluß des Tabaks auf den Charakter plaudert eine englische Wochenschrift: Wer die Geschichte überblickt, wird sich der Tatsache nicht ver­schließen können, daß der Gebrauch des Tabaks aus die öffentlichen Sitten stets besänftigend eingewirkt hat. Ueberstitzte Diplomaten werden durch das Rauchen einerFriedenspfeife" in die Sanft­mütigsten aller Sterblichen verwandelt. Ueberdies gewannen sie während des friedlichen Rauchens Zeit zu ruhiger Ueberlegung, ehe sie handelten. Kurzum der Tabak erweist sich als ein wichtiger Faktor für die öffentliche Wohlfahrt, gleichviel, ob man ihn in Form einer Pfeife, Zigarre, Zigarette oder als Schnupftabak konsumiert. Welchen Wert man im 18. und zu Ansang des 19. Jahrhunderts auf den Schnupftabak als Besänitigungsmittel legte, zeigte der Aus­spruch des deutschen Geschichtsschreibers Jacoby:Wenn jemand Zeichen von Gereiztheit zeigt, wird ihm die Schnupftabaksdose gereicht, und wir alle haben uns zu sehr in der Gewalt, selbst unter den schwierigsten Umständen, um dieser Macht jemals zu wider­stehen." Selbst die Frau en jener Zeit, die nicht selbst schnupften, hatten Schnupftabaksdosen bet sich, um Streitigkeiten zwischen ihren Bewunderern vorzubeugen. Man hielt es allgemein für eines der wirksamsten Mittel, um freundschaftliche und angenehme Beziehungen aufrecht zu erhalten. Jetzt ist der Schnupftabak nicht mehr modern. Aber an die Stelle der Schnupftabaksdose ist bei dem heutigen Diplomaten die Zigarettentasche getreten. Es ist bemerkenswert, daß die Russen, die dem Studium der Diplomatie so besonders grobe Bedeutung zumessen, immer die besten Ziga° retten rauchen. Dagegen war einer der Gründe, warum der frühere Khedive von den verschiedenen Ministern und Konsuln, die an seinem Hofe akkreditiert waren, so sehr unterdrückt und unauf­hörlich belästigt wurde, sicherlich seine scheußlichen Zigaretten. Es gehörte die stärkste Dosis Höflichkeit dazu, um nur so zu tun, als ob man sie rauchte. Infolgedessen wurden alle unliebenswürdigen uni) verstimmenden Gedanken, die seinen Besuchern in den Sinn kamen, noch verschärft. Diese Zigaretten inspirierten den Geist nicht zu ruhiger Ueberlegung, reizten die Gemüter eher, statt sie zu besänf­tigen. Für den inneren Zusammenhang zwischen diplomatischer Begabung und Tabakskonsum spricht auch die Tatsache, daß alle Frauen, die in der Diplomatie bekannt sind, wie die Fürstin P a tl l i n e M e 11 e r n i ch, die Fürstin Life Troubetskoi, die Fürstin Croy, Frau v. Nivikoff u. a. m., eingefleischte Raucherinnen waren. Während sie friedlich die Rauchwolken ihrer Zigaretten verfolgten, schmiedeten sie ihre diplomatischen Pläne und überlegten, ehe sie handelten. Die gelassensten und lenksamsten Frauen des Weltalls sind die Orientalinnen, die den ganzen Tag rauchen. Mit Ausnahme der Zarin, der Königin Alexandra und der Königin der Nieder- lande rauchen fast alle Frau en der regierenden Häuser Europas. Selbst am dänischen Hofe, an dem stets, besonders zu Lebzeiten der Königin Luise, die strengste Etikette herrschte, rauchen fast allekaiserlichenundkönrg- I i ch e n D a m e n, die sich im Sommer in Fredensburg zusarnmen- finden, und nicht nur im Schloß, sondern auch in der Oeffent- tichkcit . . . .

* Fleischpreise in Alt-Berlin. Im Jahre 1398 oesaß Berlin 47 Schlächter und 3 Wurstmacher, die alle gute Geschäfte machten. Damals war der Fleischverbrauch auch sehr groß, man berechnete ihn durchschnittlich pro Kopf, der Bevölker­ung auf 23 Pfund täglich. Interessant ist eme Poltzewer- orbnung vom Jahre 1514, die u. a. folgendes vorschreibt:^eder Bäckermeister, der seinen Gesellen zur Mühle mahlen schickt, tft

verpflichtet, ihm für den Tag 8 Quart Bier, für 5 uhg. Brot und 4 Pfund Fleisch mitzugeben". Die Preise für Rind-, und Hammelfleisch waren damals äußerst gering, so daß such

selbst derkleinste Mann" einen guten Braten an ^onn- und Feiertagen leisten konnte. So bezahlte man im ,^ahre 1657 sirr ein Pfund bestes Rindfleisch 810 Pf., für Schweinefleisch 10 Pfennig, und für Hammelfleisch 12 Pfg. Vorzügliches Kalb- fleisch kostete höchstens 9 Pfg., Lunge und Leber nur 5 Pfg- das Pfund Die Preise wurden durch amtliche Probetchlachtungen festgesetzt. Im Jahre 1723 erstand das Berliner Schlachtergewerk auf 'bent Breslauer Johannismarkt 412 -Ochsen. Die Berliner Polizeidirektion suchte sich die sechs fettesten und das Berliner Gewerk die sechs magersten Ochsen aus. Letztere wurden in das Rathaus eingeliefert und hier geschlachtet. Dann wurden die Unkosten genau berechnet und es stellte sich heraus, daß den Schlächtern das Pfund Rindfleisch einschließlich aller NeberEb- aaben nur 20 Pfennig kostete. Danach wurde der Verkaufspreis für Rindfleisch auf 24 Pfg. pro Pfund festgesetzt. Die Preye blieben jahrzehntelang die gleichen, bis sich ungefähr mit dem Beainn des 18. Jahrhunderts auch hierin ein Umschwung vollzog. Noch im Jahre 1834 kostete Rindfleisch 26 Pfg Hammelfleisch 20 Pfg. und bestes Schweinefleisch 25 Pfg. Wie das hand­schriftliche Corpus bonorum des Berliner Magistrats besagt, wurde im Jahre 1750 von den hiesigen Schlächtern alles RiA- fleisch in drei öffentlichen Schlachthäusern geschlachtet, und für tedes Stück mußte ein Silbergroschen in der Kämmerei erlegt werden Das älteste von diesen drei Schlachthäusern befand sich in der Nähe der ehemaligen Paddengasse und geriet 1852 bereits in einen so baufälligen Zustand, daß die Schlächtermeister sich aeAtmmacn sahen, eine Eingabe wegen Erbauung eines neuen Schlachthauses an den Magistrat zu richten. Dieser berechtigte Wunsch der Berliner Schlächtermeister ging auch bald m Er­füllung und einige Jahre später wutt>e an derBlaksbrucke (heutigen Waisenbrücke) ein zweites Schlachthaus und dann in der heutigen Dorvtheenstadt ein drittes erbaut. Durch Mimste-

Landwirtscßaft.

Landwirtschaftliche Landes- und Jubilä- u ms-Ausstellung Mainz. Vom Hess. Landwirt­schaftsrat wird uns geschrieben: Da es außerordentlich schwierig ist bei Beurteilung landwirtschaftlicher Erzeugnisse auf Ausstellungen zum Zwecke einer Prämierung allein nach dem äußeren Ansehen, ohne Berücksichtigung ganz bestimmter Eigen­schaften, die Preisverteilung vorzunehmen, hat der Hessische Land­wirtschaftsrat beschlossen, bei der Prüfung in der Gruppe Acker­bau des Preisbewerbsplans auf der Landes -Ausstellung in Mainz bei einigen Erzeugnissen ein besonderes Punktierverfahren zur Durchführung zu bringen. Auf diese Weise wird es ohne Zweifel auch möglich sein, eine gerechtere Beurteilung der ausgestellten Produkte zu erreichen. So werden z. B. Braugerste und Hafer in der Weise beurteilt, daß für bestimmte, als besonders wertvoll zu bezeichnende Eigenschaften dieser Fruchte je eine festgesetzte Höchstpunktzahl in Anrechnung gebracht werden kann. Die eumme der für die einzelnen Veurtcilungsmomente zusammen zugeteil­ten Punktzahlen stellt das Gesamturteil dar. Diejenigen aus­gestellten Proben, welche die höchste Punktzahl erreicht haben, können als die besten mit Preisen bedacht werden. Mgesehen davon, daß diese Beurteilung der Proben, bereit Aussteller den Preis­richtern nicht bekannt sind, eine sehr gerechte ist, giebt sie auch weiter dem Landwirt selbst Aufschluß über die Beurteilung der Eigenschaften seiner ausgestellten Früchte und zeigt ihm den Weg, nach welcher Richtung hin er bestrebt sein muß, Qualitäts­verbesserungen seiner Produkte vorzunehmen. Jeder Aussteller kann Gelegenheit nehmen, sich über die Einzelbeurteilung seiner Proben zu orientieren und erhält damit Aufschluß über die Gründe, welche event. maßgebend sind, wenn, ihm kein oder nur ein niedriger Preis zuzuerkennen ist. Wir möchten nicht versäumen, unsere praktischen Landwirte auf den ausgedehnten Preisbewerbsplan in Gruppe Ackerbau hinzuweisen, nach welchem Gelegenheit geboten ist, die verschiedensten Getreidearten, Rüben­arten, Kartoffelsorten, ferner Samen, Grünsutter- und Grün­düngungsgewächse, Hülsenfrüchte, Korbweiden, Hopsen, Tabak n. a. m. zur Ausstellung zu bringen. Der Anmeldeschluß für diese Abteilung ist der 1. August.

)( Frankenberg, 22. Juli. Im Anschluß an die gestern hier abgehaltene General-Versamnilung der kurhessischen Land- wirffchastskammer fand heute früh um 7 Uhr beginnend, hier eine Tierschau mit Prämiierung für ganz Kurhessen statt. Auf den großen Edderwiesen hatten außer Pferden, Schweinen, Schafen und Ziegen über 500 Vogelsberger, Waldecker, Schwalmer und Simmentaler Bullen, Kühe und Rinder Aufstellung gesunden. Der Vorsitzende der Landwirtsckaflskammer wies in einer Ansprache darauf hin, daß die Viehzucht in Hessen erfreuliche Fortschritte mache. Cs gelangten an die besten Züchter etwa 8000 Mark an Prämien zur Verteilung. Der landwirtschaftliche Fest- zug, welcher sich mittags durch die Stadt bewegt, gewährt mit seinen zahlreichen Wagen und den Trachten der Insassen ein farbenprächtiges Bild. Das Fest geht Sonntag abend zu Ende.

Das Gerücht, der Urheber des Attentates am ver­gangenen Freitag sei bereits verhaftet worden, bestätigt sich nicht.

Athen, 24. Juli. (Havas.) Telegramme aus Monastir berichten von neuen bulgarischen Greueln im Distrikt Perlepe. Eine Bulgarenbande, die sich in Kriko gebildet hat, griff das griechische Dorf Lorikovo-Gradesnitza an, brannte 64 Häuser nieder, plünderte das Dorf und tötete den Priester nebst 7 angesehenen Griechen. Eine andere bulgarische Bande griff zu derselben Zeit ein kleines Dorf in demselben Distrikt Namens Petalina cm, brannte einige Häuser nieder und tötete mehrere Griechen. Der Angriff auf Gradesnitza rief allgemeine Entrüstung hervor.

Tanger, 24. Jüli. (Reuter.) Eine französische Jacht, welche in Tanger und anderen marokkanischen Hafett Vermessungen vornahm, um von dem Maghzen den 'Auftrag zur Verbesserung der Häfen zu erhalten, war in Mogador angekommen und nahm Lotungen und Vermessungen in der Bucht vor. Dies rief unter den Eingeborenen großeErregung hervor. Die Eingeborenen warfen mit Steinen nach den Vermessungsingenieuren, als diese sich ausschifften, und drohten, sie zu erschießen, falls sie landen sollten.

New-OrleanS, 24. Juli. Amtlich wird bekannt ge» geben, daß hier am gelben Fieber 17 Personen erkrankt und 6 gestorben find.

Dlindel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Essen (Ruhr^. 24. Juli. In her heutigen Zecbenbesitzer- versammlung des Kohlensyndikats brachte der Vorsitzende Kudors Auslassungen über die Stellung des Fiskus zum ^Kohlen- yndikat in der Hi bernia-Angelegenheit zur Sprache. Er erllärte, das Syndikat sei an den Erörterungen unbeteiligt. Wenn etwa die Preßerörterungcn wegen der Regelung der Hiber- nia-Angelegenheit und des etwaigen Beitritts des fiskalischen Gruben zum Syndikat dem Wunsche des Fiskus entspringen sollten, dann glauben Vorstand und Auffichtsrat, daß in ^dem mit Genehmigung der Zechenbesitzerversammlung vom 16. Sep­tember 1904 dem Handelsminister gemachten, von diesem aber ab- gelehnten Anerbieten, in eine Verhandlung über die Beitritts- srage einzutteten, der Weg hierzu gegeben sei. da das Kvhlen- svndikat seine Bereitwilligkeit noch jetzt aufrecht erhalten habe. Die Versammlung nahm von der Erllärung unter Zustimmung Kenntnis. _

Ernteaussichten in den Vereinigten Staaten Wie das FachblattCincinnati Price-Current" meldet, wurde das Wachstum der Maispflanzen durch die fruchtbare Witterung der letzten Woche begünstigt. Die Ernteaussichten für Mais werden als vorzüglich bezeichnet. Im Stand der Winters- und Früh­jahrsweizensaaten ist eine Veränderung allgemein nicht einge- treten, nur vom Winterweizen wurde berichtet, daß dieser stellen­weise durch Feuchtigkeit leichte Schäden erlitten hat. Die Dresch­arbeiten wurden infolge ungünstiger Witterungsverhältnisse auf- gehalten. Das Angebot der Farmer ist ziemlich,umfangreich.

Aus der Dünger-Industrie. Tie Societä de Mines et Fondieres de Zine de la vieille Montagne in Angleur bei Lüttich will demnächst eine Superphosvhatfabrik errichten.. Diese Nach­richt dürfte geeignet sein, in den Kreisen der deutschen Dünger- Herstellung Aufsehen zu erregen, weil zu befürchten ist, daß das neue Werk, nachdem die belgischen Fabriken schon seither infolge ihrer großen Mengen Schwefelsäure aus dem Zinkhütteugewerbe an Uebererseugung leiden, seine Erzeugnisse im Rheinland und im westlichen Deutschland unterzubringen sucht.

Erz-Kuxe.

F e r n i e. Angebot, Nachträge 3950. Ausbeuten und Zu- wißen 1903: 225: 1904: 300.

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FamilienUachrichten.

Gestorben: Bürgermeister a. D. Georg Reitz in Södel. Frau Mathilde Könnecke Wwe. in Wetzlar-Niedergirmes.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

VoranSfichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 26. Juli 1905: Zeitweise aufheiternd, Temperatur unverändert.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Original-Vraljtmetvunqen.

Essen, 24. Juli. Die Beiratssitzung des K o h l e n s y n d i - kats beschloß die Richtpreise für das Winterhalbjahr 1905/06 unverändert zu lassen, dagegen die Richtpreise für Briketts um 40 Pfenni g für bic Tonne zu erhöhen. In der Zechenbesitzer-Versammlung berichtete der Vorstand wie folgt: Im Juni betrug der Absatz bei 22 drei Achtel Arbeitstagen 4 605 345 Tonnen, das ist gegen den Voranschlag mehr 248 008 Tonnen, also gegen die veranschlagten 77 Proz. 81,38 Proz. der Beteiligung, gegen Mai 1905 beträgt er mehr 2,99 Proz., gegen Juni 1904 9,18 Proz. Die Förderung betrug im Juni 1905 pro Arbeitstag 240 283 Tonnen, das ist gegen Mai 1905 pro Arbeitstag weniger 0,04 Proz., gegen Juni 1904 pro Arbeits­tag mehr 7,74 Proz. Das Versenden von Kohlen, Koks und Bttketts betrug im Juni pro Arbeitstag 220 963 Tonnen, das ist gegen Mai mehr 2,44 Pro-., gegen Juni 1904 mehr 8,71 Proz. Der Absatz im zweiten Quartal betrug 79,77 Proz. der Be­teiligung. Pro Arbeitstag stellte sich der Gesamtversand um 7,51 Prozent höher gegen den des zweiten Quartals im Vorjahre. Zum Schluß gab der Vorsitzende des Syndikats einen Ucberblick über die Geschäftslage und betonte, daß sich im Juli bereits die