im vertage von 100 OY' Mk. und ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 47955 (nach Oldenburg); 50 000 Mk. und Gewinne von 1000 Mk. auf Nr. 3049 5439 50962 74080 90119 94515; 10 000 Mk. und Gewinne von 400 Mk. auf Nr. 13145 16532 21944 34645 (nach Heldenbergen) 35514 36256 51156 63427 74674 (nach Lauterbach) 77510. — Ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 32280. (Obne Gewähr.)
** Weiße Ostern. Das war wirklich kein Osterwetter, wie es Tausende und Abertausende sich wünschten, um in ihren neuen Frühlingskleidern auf den Straßen zu paradieren. Unseren Damen hatte die rechtzeitige Fertigstellung ihrer schönen Frühlingstoiletten keine größeren Schwierigkeiten als sonst bereitet, das stärkere Geschlecht aber hatte diesmal den Kürzeren gezogen, und viele Gießener Herren hatten wegen des Schneiderstreiks auswärtige Kleidermacher in Anspruch genommen, freilich oft mit keinem anderen als negativem Erfolge, denn auch die auswärtigen Schneider hatten vor dem Feste zu wenig Hände. Aber man war schließlich froh, wenn man sich ins alte Winterhabit geworfen hatte. Schneidender Wind und regenschwere Wolken mahnten schon in der Frühe des Ostersonntags zur Vorsicht. Es dauerte ja auch nicht lange, bis der Himmel wirklich seine Schleusen öffnete, und wer sich noch nicht auf dem Wege zur Landpartie befand, blieb ruhig zu Hause oder suchte sich in vier wetterfesten Wanden zu vergnügen. Ein längeres Verweilen rm Freien bei der rauhen Witterung, die sogar Schnee und Hagel brachte, war einfach unmöglich trotz des außerordentlich spaten Festtermins. Sollen wir nun noch reden von dem Ostereiersuchen, das wohl manchen alten Gießener immer noch an die Iugcnd- rosenzeit und den Ostereiermarkt auf dem Kreuzplatz, an den alten Eierfärber Messer und das schöne Spiel , Spitz auf Spitzt erinnert; von dem Maffenkonsum an echten und anderen Ostereiern aus allerlei süßer Materie, oder den in Attrappenform, die in ihrem Innern die aufmerksamsten und merkwürdigsten Ueberraschunqen boten? Von den guten Aepfelwein-Bowlen, die dem Weisen Oftergedanken und Unterhaltung im vertrauten Kreise gaben und von den Armen, denen das Fest nach dem entbehrungsreichen Winter eine neue Hoffnung auf bessere Zeiten brachte? Die Tage sind gegangen und alle Reflexionen können sie nicht zurückrufen. Gaben sie trotz üblen Unwetters allen Betrübten einen ermunternden Lichtstrahl und allen Fröhlichen neue Kraft zum ehrlichen und heiteren Weiterwirken im betriebsamen Gewimmel des Lebens, so sind sie nicht nutzlos im Schoß der Zeiten versunken, und wir dürfen getrost an das Auferstehungsfest des Jahres 1905 zurückdenken.
** Schillerfeier. Neber das Programm der für den 6» bis 7. Mai in Aussicht genommenen Schillerfeier erfahren wir folgende Einzelheiten. Die Feier wird Freitag, den 5. Mai, abends mit einer Theater-Aufführung im Leib'schen Saale eröffnet werden. Zur Darstellung gelangen nach einem als Prolog gedachten Festspiel die Rütli- Szene und Wallensteins Lager durch Studierende unserer Hochschule. Die Einstudierung hat Direktor Stein- igoetter in liebenswürdigster Weise übernommen. Samstag, den 6. Mai, nachmittags 5 Uhr, findet in der Turnhalle des Turnvereins Gießen ein Festakt mit folgendem Programm statt: 1. Schillermarsch von Meyerbeer. 2. Nanie, Dichtung von Schiller, für gemischten Chor und Orchester komponiert von Karl Goetz. 3. Festrede des Geh. Hofrates Professor Dr. Behaghel. 4. Letzter Satz der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven mit dem Schlußchor: Freude, schöner Götterfunken. Abends folgt ein allgemeiner Kommers im Neuen Saalbau (Steins Garten). Sonntag, den 7. Mai, eventuell Montag, den 8. Mai, Wiederholung der Theater- Aufführung bei kleinen Preisen. Näheres bezüglich der Preise und des Arrangements wird im Anzeigeteil später bekannt gegeben werden.
•* Männer-Turnverein. Einen wohlgelungenen Verlauf nahm der Turngang, der am Charfreitag nach Lich stattfand. Zirka 80 Turnerinnen und Turner hatten sich am Sammelprmkte eingefunden, und so wanderte man denn vom Wetter begünstigt über Steinbach dem Ziele zu. Das zur Zusammenkunft bestimmte Lokal erwies sich bald als zu klein. Bei der ungünstigen Zugverbindung kehrte die Mehrzahl frühzeitig wieder nach Gießen zurück, während die frohe Jugend in Gemeinschaft mit den Licher Turnbrüdern noch einige vergnügte Stunden verlebte. Die starke Beteiligung hat wieder gezeigt, welcher Beliebtheit sich solche Turngänge bei Alt und Jung erfreuen und ist nur zu wünschen, daß die übrigen Turngänge und Familienausflüge, die der Verein für diesen Sommer in Aussicht genommen hat, eine ebenso rege Teilnahme finden möchten.
Bad-Nauheim, 24. April. Verschiedene Vereine haben beschloffen, am 14. Mai abends eine Vorfeier zum 50jährigen Jubiläum des Friedrich-Wilhelm- Sprudels zu veranstalten. Die freiwillige Feuerwehr veranstaltet einen Fackelzug, die Gesangvereine singen zwei gemeinschaftliche Lieder, welche von Lehrer Bechtholsheimer dirigiert werden. Die übrigen Vereine sollen demnächst zur ^Beteiligung eingeladen werden.
R. B. Darmstadt, 24. April. Zum ersten Male seit ihrer Rückkehr aus Rußland besuchten heute abend II. KK. HH. der Groß Herzog und die Großherzogin wieder .das Hoftheater, in welchem Ermanni-Ferraris musikalische Komödie „Die neugierigen Frauenvor ausverkauftem Hause zur Aufführung kam. Auch Prinz Heinrich von Preußen und .Prinz Sigismund wohnten der Vorstellung bei. — Sicherm Vernehmen nach wird Oberleutnant Frhr. v. Massenbach tzum Flügeladjutanten des Großherzogs ernannt werden. Die beiden jetzigen Flügeladjutanten treten demnächst wieder m die Front zurück. Hauptmann Frhr. o. Schäff er - Bernstein wird zum Schwadronschef im 6. Husaren-Regt. 'ernannt, das demnächst nach Mainz verlegt wird. — Ter hiesige Platzmajor, Hauptmann v. Ehaulin, wird zum BezirkSofsizier des Landwehrbezirks Eisenach und Platzmajor v. Stangen in Bitsch zum Platzmajor in Darmstadt Ernannt
Darmstadt, 24. April. II. KK. HH. der Größter) og und die Großherzogin begingen das Osterfest hier in Gemeinschaft mit der Prinzessin Dorothea zu Solms- Hohensolms-Lich, der Schwester der Großherzogin, und dem Pcmzen Waldemar von Preußen.
VermifcbU»«
• Ein Vater von seinen Kindern ermordet. Ein kaum glaubliches Verbrechen wurde, in dem Orte St. Piere- Eappelle tn Belgien verübt. In der Familie des Gutspächters B. entstanden häufig Strettigkeiten, die durch das leichtsinnige Leben der beiden ältesten Tächter, sowie bnburct) hervorgerufen wurden, daß der älteste Sohn Karl, der bei einem Regiments in Antwerpen diente, zu oft nach Hause kam. Der strenge Vater wurde den Kindern lästig und daher beschlossen sie i m E i n v e r st ä n d n i s mit der Mutter, sich seiner einfach zu entledigen. Emes Abends, als der Vater bereits schlief, während die übrigen Familienmitglieder, aus der Mutter und 14 Kindern bestehend, sich noch in der Küche befanden, wurde zur Ausführung des reiflich erwogenen Entschlusses geschritten. Ter Soldat Karl begab sich, von seiner 17 jährigen Schwester Luise begleitet, nach dem Schlafzimmer des Vaters, und während Luise die mitgebrachte Petroleumlampe hoch in die Höhe hielt, damit der Bruder auch gut sehen könnte, schlug dieser dem Vater mit einem Hammer erst den Schädel ein und schnitt ihm hierauf mit einem Mester die Kehle bitrd). Tann kehrten beide und) der Küche zurück, um die Mutter und die alteren Geschwister zu rufen, worauf sich alle zusammen neben der Leiche aus die Knie niederlieben und eine Stunde lang laut beteten. Nunmehr luden Karl und Luise die Leiche auf einen Wagen und fuhren mit ihr bis btebt an den Bahnhof von Vicme, wo sie den Ermordeten auf bas Schienengleis legten, damit er vom Zuge überfahren und so der Glaube an einen Unglücksfall hervorgerufen würde. Indessen wurde die Leiche. von dem Maschinisten des nächsten Zuges noch rechtzeitig bemerkt, dieser brachte den Zug zum Stehen, und so kam das Verbrechen an den Tag, was zur Folge hatte, daß bereits am aridem Tage die Mutter sowie vier ihrer Kinder verhaftet unb nach Brüssel in Untersuchnngsl^aft abgeiührt mürben. Vor dem Untersuchungsrichter gestanden sie die Tat ohne weiteres unb mit einer Miene ein, als waren sie sich überhaupt nidit bewußt, etwas Strafbares begangen zu haben. Luise meinte z. B., sie hätten doch wohl das.Recht gehabt, eine in ihrem Hause ganz überflüssige Person zu beseitigen. N
* Kleine Tages chroni.k In Posen wurde eine Kindesmörderin verhaftet, die im Ofen iljr neugeborenes Kind verbrannt hat. — Dem deutschen Journalisten Dr. Weiße wurden in R o m auf brr Straßenbahn 30 000 Mark in barem Gelbe und Wechseln geraubt — Die gesamten Anlagen der Deutschen Dampffischerei-Gesellschaft „Nordsee" in Nordenham (Oldenburg) gerieten am Karfreitag in Flammen. Die Dampfer und das Segelschiff „Union" konnten rechtzeitia in den Hafen geholt werden und sind gerettet. Menschen sind nicket verunglückt. Nach weiteren Meldungen sind sämtliche aus leichtem Material errichtete Gebäude in Flammen, aufgegangen: nur die Pieranlagen konnten durch das rcdjt&eitige Eintreffen der Feuerwehr und des von Bremerhaven zur Hilfe geeilten Spritzendampfers gerettet werden. — Im Dom zu Mailand erschoß sich am ftarfreitao während des Gottesdienstes die Freifrau Pallavicini-Visconti aus Trient. — Ein Feuer zerstörte das Kloster Sainte Genevieve nahe Montreal vollständig. Eine Nonne, acht Kinder und drei Frauen sind ver- b rannt.
Nnivclsttäts-Nachrichten.
— Die amtliche „Wiener Ztg." publiziert die Ernennung des ehemaligen Ministers Dr. Böhm von Bawerk zum ordentlich frt Professor der politischen Oekonomie an der Wiener Universität.
SpidplaK der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus.
Mittwoch den 26. April*): „Der Obersteiger/ Donnerstag den 27. April: „Figaros Hochzeit/ Freitag den 28. April „Mignon." Samstag den 29. April: „Der Freischütz." Sonntag ben 30. April: „Othello."
Schauspielhaus.
Mittwoch den 26. April*): „Tie Karlsschuler." Donnerstag ben 27. April: Schiller-Zyklus, 2. Abend: „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua." Freitag den 28. April: Vortrags: Abend. Gedichte von Friedrich Schiller. Samstag den 29. April: Schiller-Zyklus, 3. Abend. Neu einftubiert: „Kabale und Liebe." Sonntag den 30. April, nachmittags halb 3 Uhr: „Die Räuber." Abenbs 7 Uhr: „Kabale unb Liebe." Montag den 1. Mai: Wiederholung des Vortrags-Abends. Gedichte von Friedrick) Schiller.
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Familien Nachrichten.
Verlobte. Frl. Kälbchen Rüfer (Wistelsheim), Herr Karl Gries (Bad-Nauheim). — Frl. Elisabeth Popp (Grcfelb), Herr Arthur Schönwaster (Bad-Nauheim). — Frl. Lina Breiter (Grünberg), Herr Heinrich Korell (Frankfurt a. M.) — Frl. Emmy Thomas (Friebbergh Herr Heinrich Pflug (Grimberg.)
Gestorben. Frau Elisabeth Höres, geb. Keller (Bauernheim). — Wwe. Katharina Müller, geb. Wetz (Griedel. — Frida Christine Will (Bad-Nauheim). — Frau Professor Dr. Raßmann, geb. Kohlbof (Mainz).
Kandel und AerKeKr. ♦So(4swirtf'{)afL
— Goldfelder inDeutsch-Oftafrika. Daß an dieser Sache wirklid) etwas ist, und daß sie mir aller Vor- und Umsicht in die Wege geleitet zu werden scheint, geht aus einer Zuschrift des Herrin Hauptmann Schloifer hervor, in der mitgeteilt wird, baß er Anfragen darüber erhielt, ob die im Gebiet der Zentral- Afrikanischen Seengeseksichost gemachten Goldfunde bereits Gegenstand amtlicher Unters,nhnngen gewesen seien. In dem an5gegebenen Prospekt sei. über die Resultate nichts enthalten. Wahrheitsgemäß konstatiert nun Hauptmann Schloifer, baß allerdings aus ben frag» lichen Golblagerstätten entnommene Proben von der Kgl. Chemisch- techntschen Versuchsanstalt zu Berlin auf ihren Goldgehalt hin untersucht worden find, daß aber der Gesellschaftsausschuß vor- gezogen fiat, diese über alles Erwarten günstigen Resultate nicht zu oeröffentttdien, um jeden Schein einer Beeinflussung des Publikums, welches zur Zeichnung der Anteilscheine aufgeforbert worben ist, zu vermeiden.
— Folgen des Bergarbeiter ft reiks. Erst jetzt werden die Betriebsergebniste des 1 Quartals der gewerkschaftlich betriebenen Bergwerke bekannt gegeben. Die meisten müssen infolge des Streiks von der Verteilung einer Ausbeute absehen. Wenige, darunter Zeche „Herkules" und „Graf Schwerin", verteilen 100 Mk. pro Kuxe.
Die Einnahmen derturkischenTabakregie-Ge- sellfchaft betrugen im März 2u 100000 lPiafter gegen' 18 400 000 Piaster i. V.
Markte.
fc. ftrantfurt a. M., 25. April. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Znm Verkaufe standen: 330 Ochsen, 159 ans Oestreich, 34 Brillen, 2 auS Oestreich, 466 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 ans Oestreich, 167 Kälber, 108 Schafe unb Hämrnel, 1184 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 73—75 "UW., 2. Qual 68—70 Mk., 3. Qual. 60—64 211!.; Bullen 1. Qual. 63 bis 65 Ack.. 2. Dual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 68—70 Mk^ 2. Qual. 60—62 Mk., 3. Qual. 50—52 Mk, 4. Quai. 40—44 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: 1. Qual. 88—90Pkg., Lebendgewicht 52-54 Pf., 2. Qrral. 70—80 Pfg., Lebendgewicht 50—52 Pfg., 3. Qrral. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 60—64 Pfg., Schafe: 1. Dual. 73—74, 2 Qual. 64—66 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 67—68 Pfg., Lebendgew. M.50 Pfg., 2. Qual. 06 Pfg.. Lebendgewicht 52—00 Pfg., 3. Qual. 60-62 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut, kein Ueberftanb.
fc. ftratirfttrt a. 9L, 35. April. (Crig.telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notiernngon der heutigen Fruchtmarktpreise. Wetzen Mk. 18.25—00.00, Kurhessischer Mk. 18.00—18.25, La Plata Mk. 18.25—19.25, Kansas Alk. 18.25—19.25, Roggen (hiesiger) I Mark 14.25—14^0, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.75—18*00, Franken-
Velber Mk.00,00—00,00, Hafer Mk. 14.50—15.00, Mais Mk. 12.25—12.50 Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.25, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.75—23.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.00—23.25,1. Qualität Mk. 19.50—20.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.25, Roggenkleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 11.50 bis Mk. 11.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
VorauHsichtliche Witternng in Hessen für Mittwoch, 26. April 1905: Neuerdings Trübung und Regen, etwas wärmer, besonders nachts.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Kriflinal-DroöjMt'kdunql'n.
Berlin, 25. April. Wie die .Zeit am Montags von einer politischen Persönlichkeit erfahren haben will, sei au8 Anlaß der Vermählung de§ Kronprinzen eine Amnestie zu erwarten. Diesmal sollen auch politische Verbrecher in den Straferlaß mit einbegriffen werden. Die Amnestie soll sich auch auf alle bis zum Tag ihres Erlasst?? anhängig gemachten Strafverfahren erstrecken. — Ein furchtbares Familiendrama hat sich heute nacht im Haufe Taubenstraße 5 abgespielt. Dort hat die Frau des Portiers l^anfmann sich und ihre beiden Kinder, ein Mädchen von 9 und einen Knaben von 6 Jahren mit Lysol vergiftet. Während die Kinder sofort tot waren, lebte die Frau, welche gleichfalls Lysol getrunken hatte, noch, als Kaufmann heimkehrte. Cie wurde nach der Charite gebracht. Die Beweggründe zur Tat sollen in zerrütteten Farnilienver- hälinifsen zu fnd)en fein. — Der Kellner Ramm, der unter dem Verdacht, bei einem Einbruch bei dem Schankwirt Grabow dessen elfjährigen Sohn erstochen und seine Tochter durch Mefferstiche schwer verletzt zu haben, festgenornrnen wurde, bat ein Geständnis abgelegt. — Gestern wurde ein neuer Fall von Genickstarre bei einem Monteur fest- gestellt. Es wurden sofort die umfaffendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen. Der Erkrankte wurde nach dec Charite überführt.
Wien, 25. April. In der Nacht ist im Bezirk Leopoldstadt eine Frau Johanna Natzler, die neben einem Darmhandel auch Geldgeschäfte betrieb, ermordet worden. Eine Aushilfsmagd ist verschwunden. Die Leiche der Frau wies 12 Beilhiebe, die meisten auf dem Kopf, auf. Der rechte Arm war gebrochen, auch ein Ohr fehlte. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Vorläufig wird von dem Eigentum der Ermordeten nur eine goldene Uhr vermißt. Ob Geld ober Wertpapiere geraubt sind, konnte noch nicht fest- gestellt werden.
P e t e r s b u r g, 24. April. Gegenüber anderslcmtenden Meldungen bezüglich "des Aufenthaltes des russisch en Geschwaders in der Kamran hbucht kann die Petersb. Telegr.-A«g. mitteilen, der Generalgouverneur von Französisch-Jndochina habe sich nicht mit irgend- welchen Bitten an die russische Regierung gewandt, noch habe Roschdjestwenski irgend eine Aufforderung erhalten, die Territorialgewässer Jndochinas z-u verlassen, da er Zweifellos alle Neutralitätsrcgeln genau beobachtet habe. — Heute fand die erste Sitzung der „Ru s si- f d) e Wiedergeburt" genannten Gesellschaft statt, die bezweckt, die Regierung zur schleunigsten Durchfiihrung des kaiserlichen Reskripts vom 3. März, zu veranlassen und den Terrorismus zu bekämpfen.
Milwaukee, 24. 'Slpril. Der Präsident der First Nationalbank, Bigelow, wurde der Unterschlagung von 1 200 000 Doll, angeklagt, aber auf freiem Fuße belassen. Der Verwaltungsrat der Bank brachte 1635000 Doll, aus, um die Stellung der Bank zu festigen. Ferner wurden 1500 000 Doll, von Bankiers aus Chicago gesandt, die ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt haben. Die Besitzer von Üernen Bankeinlaaen bestürmen die Bank.
New York, 25. Wril. Der Berichterstatter einer hiesigen Zeitung meldet aus Bmrghoi (Cochinchina) unterm 23. April über Dongkong, er habe sich von Saigon aus in einem Boot nach der Kamranhbucht begeben. Am Sonntag vormittag um 10 Uhr seien, als er sich 30 Meilen südwestlich von Kamranh befand, neun große Dampfer an ihm vorbcigekommen, die nach Nordosten dampften. Er habe ein Schlachtschiff und einen Kreuzer unterschieden, die vermutlich zum russischen Geschwader gehörten.
Tanger, 24. April. (Agence HavaS.) Die Post anfc Mogador, die am 17. April von dort abging, meldetr Zenagui, der Dolmetscher des Reisenden Marquis de Se-, g o n z a e, der diesem vorausreiste, sei in der Kasbah (Zitadelle) von Taroudant mit seiner ganzen Karawane eingeschlossen. Nach einer anderen bisher unbestätigten Meldung solle Zenagui freigelafien und nach Marakesch ge* bracht worden fein. Marquis de Segonzae sei noch immer in der Gefangenschaft. Gerüchte besagen, der Prätendent sei nach Zarza zurückgekehrt und ein Teil deS Hyainastarnmes sei nach Fez geflüchtet. Die ganze Lage im Süden sei. verwirrt.
Telephonischer Kursbericht*
. 101.60
. 90.90
. 101.65
. 90.80
. 100.50
. 99.00
4V2o/6 Chinesen . .
Electric. Sobuckert .
Nordd. Lloyd . .
Kreditektien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstadter Bank .
37,% 3% 3V,% 3% W/n
Reiohsanleihe do.
KonsoU . do. . .
Hessen Oberhessen
31/ %
4 % Oesterr. Goldrente . . 102 20
Frankfurt a. M., 20. April, 2% Uhr 3°/n Mexikaner . .
4Mb% Oesterr. RHberrento . 101.15 496 Unerar. Goldrente . . 100.00
40/ Italien. Renfr» , . . 105.80
4 % Portneries^r I . . 67.70
3°' f>orhi(?io8en. IU . , 67.70
1 % Unit. Türken . . . 89.00
Türken lose .....—.—
Dresdener Bank . . BerHnor Handelssres. Oesterr. Staatsbahn , Lombarden . . . Gotthardbahn « . , Laura Hütte . . . Bochum . . . .
4 % Grleoh. Monopol -Anl. 51.60 Harpener . ,
4‘/»% äussere Argentiner 45.55 Staatschatzscheine . Tendenz: fest.
mittags.
. 35.5t
. 96.45
. 139 50
. 125.70
. 208 70
. 189 20
. 14320
. 157 00
. 170 70
. 141 40
. 16.90
. 189.00
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