Hat das mtt diesem Sprncb gar nichts zu tun. Sie fzu den Sozial- bemofraten) behaupten da etwas, was Sie nie beweisen können, (llnritlie bei den Sozialdemokraten.1 Ich kann Sie daZ nicht glauben machen. Sie bleiben bei Ihren Behauptunaen, die sitzen so kernfest. Sie können sie gar nicht los werden. s.Hcitcrkeit.)
Nun qu der Resolution ans Aenderuna des Militärstraiaesetz« buches! Daß Militarstraf^esetz i,'t kein Gesetz für sieb, sondern steht m einem^ Abbanqiokeitsverbältnis zum Reichßstrafgesetzbuch und ist auf dessen allgemeinen Bestimmungen aufgebaut. So besteht die Notwehr für den Soldaten in derselben Weile, wie für jeden Zivilisten lHört, hört!), aber arf Grund des Gesetzes in den gesetzlichen Bestimmungen. Aber da? genügt Ihnen (in den Sozialdemokraten) nicht: der Soldat soll gleich seinen Vorgesetzten Niederschlagen. So weit dürfen wir nicht geben. Diesen Vorschlag des Abg. Gradnauer wollen wir dem Zukunftsstaate oder der Zukunftsarmee überlassen. (Heiterkeit.) Redner geht sodann auf die Ent- ftebungsge'chichte des Militärstrafgosktzbuches ein. Das Gesetz ist garnicht allein von Militärs verfaßt, sondern hier im Reichstage eingebend beraten worden und von den gesetzgebenden Faktoren deß Reiches der Armee gegeben worden, einer Armee, die eben aus einem siegreichen Kriege, in der sich ihre Diszivlin besonders bewahrt batte, in die Heimat zurückgekehrt war. Es unterliegt keinem Zweifel, datz die von höchster Anerkennung für die Armee durchdrungenen Volksvertreter dem siegreichen Heere die mildesten Bestimmungen im Gesetze haben geben wollen. Auf der anderen Seite aber war auch klar, daß die Siege im innigsten Zusammenhänge standen mit der ausgezeichneten Disziplin des Heeres im Kriege. Und daß ist auch wohl der Grund, warum damals die Volksvertreter die schärfsten und schwersten Strafen gegen Dis- zivlinarverletzunaen im Gesetze festgesetzt haben. Es handelt sich darum, daß unter allen Umständen und unter allen Verhältnissen die Disziplin aufr'cht erhalten werden muß. nicht nur im Frieden, sondern auch in schweren und ernsten Zeiten, im Kriege. Nun ist gesagt worden, die Gerechtigkeit erfordere eine Aenderung des Mili- tärftrafges' '"aches daß die Strafen für Vorgesetzte verschärft. für Untergebene gemildert würden. Nur dem Laien könnte es erscheinen, als ob die Unteroffiziere und Offiziere bei Verleb- lungen gegen dw Disziplin milder bestraft werden, als die Soldaten. Das ist völlig unzurreffend. Gegen tätlich sich widersetzende oder meuternde Unteroffiziere oder Offiziere würde jedenfalls dieselbe Strafe zur Anwendung gelangen. Der Offizier i?i denselben Strafbeitimmungen unterworfen wie der Soldat. Bei manchen Vergehen aber ist es allerdings nach militärischer Ansicht unerläßlich, daß der Untergebene, wenn er sich gegen einen Vorgesetzten tätlich oder wörtlich vergeht, ernster bestraft werden muß als umgekehrt. (Sehr richtig! rechts. Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Dieser vergreift sich nur an dem Rechtsgut der einzelnen Person, jener aber an der Allgemeinheit, an der Grundlage für die Armee. (Lehr richtig! rechts. Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Es wird gesagt, daß wir in der deutschen Armee die schärfücn S^'-afbestimmunven haben. Das ist nickt richtig.
Ich möchte hervorheben, daß gerade nirgends schärfere Strafen weaen Drs^vlinbruchs befanden haben, als m den Heeren, wie
sie von der Linken angestrebt werden: in den französischen Revolu- tionsheeren, auch in dem Heere Gambettas. Ich meine: es ist auch ein Gebot der Menschlichkeit, den Vorgesetzten gegen die Untergebenen zu schützen. Der Vorgesetzte ist verantwortlich dafür, daß die Disziplin aufrecht erhalten wird und Gehorsam zu fordern auch in den Fällen, wo die Ausführung der Befehle mit Lebensgefahr verbunden ist.
Haben sich nun die Verhältnisse in den letzten dreißig Jahren nach der Richtung geändert, daß man setzt an eine Herabsetzung der Minimalstrafen denken fofl? Ich möchte das verneinen. Das Gefühl für Autorität, für Unterwerfung ist zweifellos stark geschwunden. Wir haben jetzt Elemente in der Armee, die schon im Gefängnis gesessen haben wegen schweren Körperverletzungen. Glauben Sie, daß es denen darauf ankommt, daß sie ein paar Monate oder and) ein paar Jahre Gefängnis bekommen, wenn sie dafür ihr Mütchen an dem Vorgesetzten kühlen können? Wir tun gut, an den schweren Strafen festzuhalten, weil wir dadurch die gewalttätigen Elemente im Zaume halten. Ich gebe ja zu, daß A-äHe eintreten, in denen man vom menschlichen und moralischen Standpunkt aus die Härte des Urteils bedauern kann. In solchen »Fällen tritt eben das Begnadigungsrecht in Kraft. (Lacken links.) Aber aus solchen Fällen dann gleich 311 folgern: das Strafgesetz muß geändert werden, daß halte ich nicht für angebracht. Außerdem zeigt ja gerade der bedauerliche Dessauer Fall, daß der Soldat gegen früher durch die Einführung des Berufungsrechtes viel geschützter dasteht.
Es ist gesagt worden: das Volk verstehe so schwere Strafen nicht. Wäre das richtig, so wäre es kein günstiges Zeichen. Das lvürde nur beweisen, daß das Volk den Sinn und das Gefühl für Autorität eingebüßt hat. (Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Zweifellos ist es falsch, von vornherein mit schweren Strafen vor- zligehen. Aber es siebt fest, daß für derartige Verfehlungen, wie Meuterei, die allerschäri'ie Strafe als Beispiel sofort am Platze ist. Das verlangt die Disziplin. Und öaburdi dienen wir nicht der Armee allein, sondern auch der Allgemeinheit.
Es sind hier so viele Wünsdn und Vorschläge zur Reform des Militärstrafgesetzes vorgebracht worden, daß wohl jeder sid) darüber klar sein wird, daß sie nur erfüllt werden können, nachdem das allgemeine Strafgesetz revidiert ist. Daß hier und da eine Bedürftigkeit zur Reform vorliegt, erkenne auch ich an.
Zum Schluß noch einen Wunsch an die Herren Sozialdemokraten ! Sie haben im „Vorwärts" geradezu eine Sammelsiellc ttir ioldie Urteile wegen Mißhandlungen aufgetan, und da schreiben Sie darüber: „Aus unserer herrlichen Armee." Wenn Sie damit anzeigen wollen, welch ein Geist in unserer Armee herrscht, und wenn Sie gerecht sind, so möchte ich Vorschlägen: Nehmen Sie dann audi eine Statistik auf über die in jedem Jahr an Soldaten wegen Lebensrettung mit eigener Lebensgefahr verliehenen Rettungsmedaillen! Dann würde sich zeigen, meld) ein Geist von Selbstlosigkeit unb Opfermut in der Armee herrscht, und es würde' ein ganz anderes Bild herauskommen, als das, was Sie bieten. Als vor zwei Jahren Truppen deS 6. und 5. Armecke rvs in der Provinz Schlesien die Bevölkerung von großer Wassersnot rettete als die Bevölkerung von Liebe und Dankbarkeit zu den Truppen erfüllt war, als die Beweise und die Beispiele des bewunderungS- '
würdigen Geistes in unserem Heere durch alle Blätter gingen da haben Sie (zu den Sozialdemokraten) geschwiegen! Und das sagt alles. (Lebh. Zustimmung rechts. Lachen bei den Sozial» demokraten.)
Bayerischer Bundesratsbevollmächtiger von Dorrer stellt cinev Fall richtig, wo die Vertreter der Preste bei einer Kriegsgerichtsverhandlung aus dem Hause gewiesen sein sollen. Es handle sid) um einen einzigen Zeitungsberichterstatter. Und dieser sei nur deshalb fortgewiesen worden, weil er bei den Partien, in denen die Oeffentlichkeit ausgeschlossen gewesen sei, an der Tür gehorcht hätte.
Abg. Dove ffreif. Vgg.): Meine Freunde werden den beiden Resolutionen zustimmen. Sehr gewundert habe ich mich über die Rede des KriegSministers, von einzelnen Fällen kann man heute wirklich doch nicht mehr reden. Die Beweisführung des Ministers war mehr als sonderbar. Er sagte: Die Kabinettsordre von 1903 war nicht gegengezeichnet, folglich kann sie nichts anderes sein, al§ eine Wiederholung der Kabinettsordre von 1899.
Mg. Gröber befürwortet nochmals seine Resolution unter Volemik aeaen die Sozialdemokraten. Diele machten sieb die Sache doch zu leicht, sie stellten unausführbare Anträge und lehnten dann das ganze Gesetz ab, nachdem die Anträge nicht angenommen seien. Die Sozialdemokraten sollten doch den bürgerlichen Parteien dankbar sein» daß sie das Gesetz angenommen hätten, sonst hätten sie dock» heute nicht ihre Reden halten können. (Heiterkeit.)
Hiermit schließt die Diskussion über die Resolution.
Die Resolution Müller-Meiningen wird in alle« Puntten mit großer . Majorität a n g e n 0 m m e n . gegen Punkt 2 stimmen außer den Konservativen auch die Nationalliberalen.
Die Resolution Gröber wird ebenfalls angenommen.
Die Diskussion über den Titel „Gehalt des Kriegsministers* geht weiter.
Auf eine Bemerkung des Aba. Wallbrecht (nl.) erwidert
Kriegsminister von Einem: Ich weiß nicht, wie der Mg. Walk» brecht sich die Stadt Hannover ohne Reitschule denkt. Die Milnär- verwalttmg wird nicht so grausam sein, die Reitschule von Hannover wegzunehmen.
Auf eine Bemerkung des Abg. von Ncventlow (Antis.) erwidert Kriegsminister v. Einem: Mir ist nicht bekannt, weshalb mein ?lmtsvorgänger nicht gegen den Oberst Hüger Klage erhoben hat. Ich habe, nachdem ich von der neuesten Broschüre des Obersten Kenntnis genommen, sofort die Klage eingeleitet.
Würtlembergischer Oberstleutnant von Dorrer: In Württemberg ist derProzeß Hüger durch alleJnstanzen gelaufen, alle feine Klagen sind genau geprüft worden. Die Bemerkungen seiner Broschüre über Rechtsbeugung und Rechtsverweigerung wurden nicht ernst genommen. Erst nachdem er sich in seiner neuesten Broschüre auf das Gebiet der persönlichen Beleidigung begab, haben auch wir geklagt.
Hierauf vertagt das Haus die lucitcre Beratung aut Mittwoch 1 Uhr. * Außerdem Etat für die 0 st a s i a t i s ch » Expedition.
Schluß 6 Uhr.
Kvaiigcrgchl.- Land sjy oöe.
K B. D a r in sl a b r, 21. März,
Tas Eingangsgebet sprach heute Syn. H 0 s m a n n. Zur Beratung kam zunächst der Antrag der Syn. Brand u. Gen., den Tolcrauzantrag der Zentrumspartei im Reichstag beir.
Syn. B raub begründet kurz den Antrag und empfiehlt, demselben einmütig zuzustunmen.
Oberkonnsiorlalpräs. D. Buchner sprach seine volle Zustimmung unb große Freude über diesen Antrag aus. Derselbe wird daraus einstimmig augeuommeu.
Das Oberrontt>U)ri.um ljat an die Landessynode bezüglich der. Sammlung von geistlichen Volksliedern als Anhang zum Gesangbuch ein Anschreiben gerichtet und um Bildung eches Sonderausschusses dafür ersucht. Auf Vorsa-lag des Syn. Wahl- Schlitz werden die Syn. Backes, Dingeldey , D. Drews, D. Schlosser, Völling, Wagner und Weber für diesen Sonderausschuß ernannt.
Zur Beratung lommt darauf der Anttag der Syn. Dr. Lucius-Mainz und Gen. über
die Ergänzung der Verfassung
der evang. Lanoestira-e Eilens dura) Einfügung eines § 107 a in das Edikt vom 6. Jan. 1874: „Die Landessynode hat das Recht, dura) Abgeordnete, die sie aus ihrer Mitte wählt, an einer etwaigen (synodalen) Gesamtvertretung der deutschen evangclü- schen^Äirchen reüzunehmen^.
_ ..Syn. Dr. Lucius begründet seinen Antrag in eingehender Weife. Namens des Aussa)usses berichtet Syn. Wahl-Schlitz, daß der Ausschuß durchaus die Bestrebungen des freien Verbandes deutscher evang. Synodalen, eine aus synodaler Grundlage ausgebaute (Vesamtveluretung der deutschen evang. Landeskirchen zur Unter,Atzung und Förderung der dem evang. Kckrcyen- aussa)Utz ge'iteUtcn Ausgaben ins Leben zu rufen. Jndesseir er- icherne iyrn der Antrag auf Vorlegung eines Gesetzesvorschlags nicht gangbar, schon aus formellen Bedenken nicht. Der Aus- ,a)ug empsichtt dagegen foigenben Antrag, nachdem die Antrag- 'leller^ihren Antrag zu Gunsten desselben zurückgezogen haben: „Dre Synode wotte Grogh. £berum|i|.uruim um die Vorlage eines Gesetzentwurfs ersuchen, wonach es der Laudessynode ermögttcht wirb, an einer synobeuen Vertretung o„r beiufcycn evang. Laubes- nrcyen dura) von chr zu wählende Vertreter reilzuueymen."
Syn. Wahl- Langen spricht sich ganz im Smne dcs Antrags '^r. Lucius aus und stimmt durchaus dem Bestreben desselben zu. Es hanole sich bei der deutschen Synobawertreiung rno)t um eine politijche, sondern um geistige Machtentsattung und um eine^etärmng des lebendigen evang. Bewußtseins. Der Wormser Synodattag haue bewiesen, daß es einer Gesamt- vertremng gewiß nicht an Gelegenheit zu einer praliischen Betätigung lehren werde.
Syn. Dingeioey hegt cntsdiiedene Bedenken gegen die formier Besann),e bezügtriy des Veroandes deutscher evange- liiiyer ^ynodrnen, jeden,aus müßten in emer solu.wn alle Riastungen g^eja,mäßig vertreten sein.
Obertoniiiwrialpräs. u. Bua)ner betont, daß eine innere Einigung in der zerklüfteten evang. Kirche uoiwendigcr sei, als eine auyere Macht,leuüiig derselben. Er sei natürttu) kein Gegner der letzteren, aber es erscheine ihm doch, man wotte zu rasch mar,aderen, man sötte erst einmal dem Deutsch-cvang. ttiraun- «uö,a)up Zeit und -,iaum zur Arbeit lassen. Eine fiäriere äußere chea^tiieriung der Kira-e halte er zur Z.c. nia-t für erwünschst, es im C v ' bie ^^ura-tung begründet, daß die ^ucht naa) äußerer chcaa)t der viel wia-tigeren und segensvotteren Arbeit an der tnneren Einigung hindernd in dm Weg treten funnie, Jeden saus l^der ttcoereilung in dieser Frage warnen.
I der Syn. D. Sa) l 0 sser - Gießen, Wahr-Langen und Wahl-Schlitz wurde der Ausschuß- Antrag einstimmig angenommen.
jcunmeiyr begab sich das Bureau drr Synode zur Audienz ^ch Wieo-erauinahme der Si^ung teilte Usrof. V. Stamm mit, dog r-ei der Audanz zur gro^^.n ^reude hihi öugegm gewesen sei und er den Auftrag
^0^, ber Ci)noi>e jur ihre Giuaiv^nsche den herzliajsten Dani des Gro»tt/-izog^a^n Baares auszusyrechen.
(tabt^über^ben11119 0elan0t nUui;ieryC Antrag Stamm-Siock- Vorsitz im Schulvorstand.
161 1 v -L11 i*1? ■tLj 1 p1' kJ' U) ner ein Schreiben
der Schulaoteckung dcs Mininenums des famern in rnelmpm dargelegt wird, baß die Beteiligung der Eleistlichcn im Sa u^ vorgant) eine geietzlia-e Verpsiia)tung bilde. Die oberue Saiui- behörde würde es sehr bedauern wenn sie die schätzbaren Dienste der Geistlichlett im Lchulvorslande entbehren müßte. 5)err 1) Buchner hält ebensatts die Beteiligung der Geistliche» für sehr notwendig unb ersucht, den Antrag Stamm abzulehnen
_ Syn. c 1 ei i^o r t A.stiag S.umm, während
<^yu. t a m m - ü.r? ttist. . g näher begründet und bcmcrlt,, er haoc sie) erst k-.ta) jahrelanger reisttchcr Heberlcgung und Erfahrung zu dem "Antrag entschlossen.
Syn. Backes empfiehlt als Aussarußberichterstatter die Annahme des Antrages Stamm, und erklärt, er halte die Organisation des Schulvorstandes und besonders die Instruktion für denselben für unzeitgemäß und einer Revision dringend bedürftig. ^0 lange die gegenwärtige Organisation noch zu Recht besteht, und der Lehrer niajt Vorsitzender sein darf, gebe er dem Geistlichen als VorsitzendLN den Vorzug. Die Teilnahme der Geistlichen am Schuwor,rand sei allerdings gesetzlich bestimmt, aber die Ueber- nahme des Vorsitzes in demselben sei lediglich eine Bestimmung der Kirchenbehörde.
Oberlonsiiionalpräs. D. Buchner geht aus die Einwendungen der Vorredner näher ein und wünscht, man solle nicht das Tischtuch zerschneiden, sondern auf dem Wege friedlicher Verständigung eine Abhilfe etwaiger Mißstände herbeiführen, die dock) meist nur lokaler Natur sind. Die katholischen Geistlichen hätten ein Verlangen nach Niederlcgung ilytci Stellung im Schulvorstand nicht geteilt, denn sie wüßten tooltf,. welche Unzuträglichreiten das mit sich bringen würde. Er ersuche auch die evang. Geistlichen in ihrem Amte auszuhalten.
Die Syn. Schrimpf und Köhler treten für den Antrag ein, Syn. Schaub und Pfaff sind dagegen, die Syn. Keil und Singel bein, Wahl- Langen, Iaudt, Dr. Lucius unb D. Schlosser dafür.
Nach einem längeren Schlußwort des Syn. Backes erfolgt über den Antrag ^namentliche Abstimmung, in welcher derselbe mit 32 gegen 19 Stimmen angenommen wird.
. Die Synode erklärt darauf noch dem Antrag des Ausschusses entsprechend die Wahlen zur Landessynode in den Dekanaten Offenbach und öcodhttm für giltig, dtt Wahl in Eberstadt (Ober- beffen) für ungiltig. Die beiden letzten Beratungsgegenstände werden daraus der vorgerückten Zeit wegen von der Tagesordnung abgesetzt: daun wird die 7. ordentliche Landesjynode mit dem Schlußgebet des Syn. Iaudt geschlossen.
Aus S!aö! uuö Lauö.
Gießen, 22. März 1905.
** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog haben der am 27. Februar 1905 durch die Stadtverordneten- Versammlung der Stabt Worms erfolgten Wiederwahl des blsherigen Beigeordnelen Binder zum Bürgermeitterel-Bel- gcordneten der Slabt Worms die Bestätigung erteilt, — der Handelslehrer Gelb zu Leipzig loucoe zum Lehrer an der höheren Handelsschule zu Btainz ernannt.
•* Auszeichnung. Tas Komturkreuz erster Klasse des Großh. Hess. Berdieniiordens Philipps des Großmütigen wurde verliehen dem Generalarzt z. D. Dr. Großhetm zci Frankfurt a. SJ)L
** Die Zweite Kammer d er Lan d st ände tritt am 30. März wieber zusauilnen.
** Sitzung des Provinzialausschusses. Am Samstag, den 2o. d. M., vormittags x]<i 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzial-Äusschnsses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des ^rtsarmcnverbandes Gießen gegen den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des Bonaventura Fault aus Brandlos. 2. Klage des Ortsarmenverbandes Großen-Linben gegen den Landarmenverband Gießen wegen Berpslegung der Balthasar Häuser Ehefrau von Grotzen-Linden. 3. WirtschaflS- belrieb des Andreas Schlldheuer nn Haufe Bleichslraße Ätr. 5 zu Gießer^ Antrag auf Konzesslonsenlziehung.
** Stellenvermittlung für weibliche Bedien st c 1 e. Ter Poisiand des Gießener HauSfrauen-Vereins ichreibt uns, daß es dem Verein erfreulicherweise möglich iü, die SteUenvermittliing schon am 1. April Seltersiveg 56, 1 Stock, eröffnen zu lönnen. Alle diejenigen Hausfrauen und Geichäftsmhaber, die die Liste des Vereins zur Ein- zeichnung noch nicht erhalten haben, oder die jetzt gesonnen sind, dem Verein beizutreten, werden gebeten, sich gegen Zahliing des Jahresbeitrags von 0 Mk.. nachmittags von 3—4 Uhr Südanlaae 10 1. in die Liste einruschretden. Nacb
dein 1. Llpril wird diese im Vereinslokal, Seltersiveg 56, zu mcrtcrcn Einzeichnungen offen liegen. Die Stellenverniittlimg übernimmt jede 9!achlvcisuug von Stellen für Dienst--, Laiif- ilnd Lehrmädchen, Kindersräulein, Stützen, Hausbeamtinnen, Verkäuferinnen, Ladnerinnen, Buchhalterinnen rc., auch für Privatpflege und vorübergehende Beschäftigung. Alle Suchenden werden gebeten, sich auf der Stellenvermittlung zu melden, damit das Publikum bedient werden kann. Das Publikum selbst möge sich un eigenen Interesse bemühen, die Stellen- und Beschäftigung - Suchenden auf die Vermittlung hinzuweisen.
** Die Gemälde-Ausstellung am Brand ift von heute an wieder geöffnet und es sind zwei umfangreiche Kollektivausstellungen vorhanden; 19 Gemälde von Paul H0ecker-Oberlangenau und 31 Gentälde von Paul Schad- Roß a-Berlin. In Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt, wo diese Bilder seither ausgestellt waren, haben sie allgemeines Interesse hervorgerufen.
Grün berg, 20. März. Heute sand hier eine Versa m in lung der Bürgermeister des Kreises Gießen nnter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geheimrats Dr. Breidert statt. — Herr Heinrich Sehrt und Frau haben anläßlich ihrer in voriger Woche stattgehabten silbernen Hochzeit unsere Stadtkirche mit einer sehr wertvollen und schätzenswerten Stiftung bedacht, indem sie sämtliche Gänge im Kirchenschiff mit Teppichen belegen lassen.
R. B. Darmstadt, 19. März. Die zahlreichen Freunde des Odenwalds fomrnen alljährlich beim Herannahen des jungen Frühlings zu einem Rendezvous nach Darnistadt, um im städtischen Saalbau an den Freuden des Dekorierungsfestes teilzunehinen und im geselligen Verkehr gute Freundschaft zu pflegen oder neue Anregung und Liebe zur schönen heiniatlichen Natur zu empfangen. Auch zu dem gestrigen Fest waren sie wieder von 9iah unb Fern herbeigeeilt, Vertreter aus Heppenheim, Reichelsheim, Eberstadt, Jugenheim, Bensheiin, Worms, König, Lichtenberg, Felsberg, Beedenkirchen, Lindenfels, Schönau, Großumstadt, Fürth, Höchst und Niannheun, sodaß die großen Räume vollständig überfüllt wurden. Nach einer herztichen Begrüßung aller Odenwakdfreunde durch den Sektionsoorsttzenden, Gehcunrat Braun, erfolgten deklamatorische Vorträge des> Hofichaii'pielers Wagner, Liedervorträge dcs vortrefflichen Schuberl-Doppelqiiartetts, Gesänge und lebende Bilder. Den Mittelpunkt des Festes aber bildete die feierliche Deko- rieriing der besten Odenwaldwanderer, Deren es diesmal nicht weniger als 35 gab. Zum ersten mal dekoriert wurden 17 (die aflo sämtliche Touren im vorigen Jahr bis zum Schluß mitgemacht haben), zum zweiten mal 7, zum dritten mal 7, zum vierten mal 3 und zum fünften und sechsen mal je einer.
Schreib kb was schon längst bekannt: j Z Kassler Hafer-Kakao Ost' Pacht gesund und
'Wiinr , frisch und froh- = WW WWW MMWWNp


