Dienstag 26. September 1905
Nr. 226
Zweites Matt.
155. Jahrgang
Gieheim AMiger
Eeneral-Anzelger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe«.
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diesen Vorwurf
übt einen Druck auf Baden aus
Der
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gegen Preußen herausfühlen. Eisenbahnreform soll Baden
daß ein ganz und gar nicht kultur- etwas sagt, macht die Pille noch
pfinden bereiten; und kämpferisches Blatt so bitterer.
Amtliche Nachrichten über Viehseuchen.
In einem Gehöft zu Büßfeld (Kreis Alsfeld) sind die Backsteinblattern (Rotlaufseuche) unter den Schweinen ausgebrochen. Gehöftsperre ist verhängt.
StotattonSbrucf und Verlag der Brühl'sch« UniversitätSdruckerei. ÖL Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.V.
Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr. r Anzeiger Dießen.
Erscheint ttgNch mit Ausnahme de« Sonntags.
Die „Gießener Zamllitnblätter" werden dem „Anzeiger viermal wöchenlltch beigelegt Der ^tzesstsch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.
, 5rL mit fl. Handfchnil uim ichrisU. Alb. in und airj-:: ?r hause. LchrisL 'llelb. u W an den Gieß. Anzeiger nfe.
jWjeWuf>i!nen'der Hinter empfohlen-—/
Mann des Tages.
N. Verl in, 25. Sept.
„Mit der Einführung der „verpreußt" werden; Preußen
konnte man oft in jenen Versammlungen, wo die Eisenbahnreform zur Diskussion stand, vernehmen. Eine derartige Auffassung beruht indes wohl auf Verkennung der tatsächlichen Vorgänge, welche zu dem umfassenden Plan einer allgemeinen deutschen Cisenbahnbetriebsmittelgemeinschaft und den damit zusammenhängenden Tarifreformen führten. Preußen hat, so wird behauptet, nicht daran gedacht, auf einen deutschen Bundesstaat einen Druck in dieser Angelegenheit fühlbar zu machen, sondern — nachdem die preußisch-hessische Betricbsgemeinschaft so außerordentlich günstige finanzielle Ergebnisse für Hessen herbeiführte — ging die Wiederaufnahme der Reformgedanken nach einer Schlummcrzeit derselben von fast zehn Jahren jetzt zuerst von Württemberg und Baden aus, denen Bayern, Sachsen und Mecklenburg nachfolgte.
Wiewohl das Kilometerheft in der badischen Bevölkerung sich eingelebt hat, bedeutet es doch vom betriebstechnischen Standpunkt aus, wie von dieser Seite aus behauptet wird, einen Rückschritt und gern möchte die badische Eisenbahn- oerwaltung diese Einrichtung wieder los sein. Soll dieser Schnitt in eine eingebürgerte Gewohnyeit gemacht werden, so darf man das Odium dieser Operation aber doch wohl nicht auf Preußen fallen lassen. Unrichtig ist auch die in Baden allgemeine Ansicht, als ob die Personcntarife in Baden billiger seien als in Preußen. Das Gegenteil ist der Fall: der Durchschnittssalz für das Personenktlometer beträgt auf den preußisch-hessischen Bahnen 2,51 Pfg., auf den badischen
Staatsbahnen 2,95 Pfg. Mit dec Einführung dec vierten Wagenklasse wird sich auch in Baden der Personentarif vei> billigen und das Vorurteil gegen die vierte Klasie als sozialen Rückschritt verschwinden, sobald erst jene Erfahrungen vorliegen, welchen sich bekanntlich auch Hessen nicht entziehen konnte; hier sträuble man sich ebenfalls gegen die vierte Klasse; nun kann man es aber nicht fasten, daß auf der badischen Strecke der Main-Neckarbahn diese Einrichtung nicht in die hessische Betriebsgemeinschaft einbezogen wurde. Der Hinweis auf Bayern, welches die vierte Wagenklasie nicht einführt, ist hinfällig. Denn die dort beabsichtigte Teilung der dritten Wagenklaste in zwei Kategorien erkennt doch im Prinzip die vierte Wagenklaste an — die Zifferzahl tut da nichts zur Sache.
Wenn bei der in Aussicht genommenen Eisenbahnreform von darzubringenden Opfern gesprochen wird, so muß Preußen die größeren leisten; dies geschieht im Jntereste einer größeren nationalen Einheit auf dem Gebiete unseres leider noch immer stark partikularistisch angehauchten Verkehrswesens. Für diese Bestrebungen aber Preußen als den Sündenbock hinstellen, der den änderen Staaten die Eisenbahnreform aufzwingen will — vor einer solchen Auffaffung sollte sich Baden bewahren. Die badische Regierung wird bald dem Landtag Aufklärung über die geplante Eisenbahnreform zu geben im stände sein; jedenfalls ist, wie einst bei uns in Hessen, auch diese badische Angelegenheit vom Standpunkt einer rein wirtschaftlichen und finanziellen Frage zu betrachten.
Nolilijche Tagesschau.
Da8 Kolouialamt und die „Kölnische VolkSzeitmrg".
Die „Nordd. Allg. Zig." bespricht gegenüber der (doä gestern in der „Polit. Wochenschau" erwähnten) Be-
Kekmmtmachmlg.
Betr.: Die Abgabe der Einkommen-, Vermögens- und Kapitalrentensteuererklärungen für das Steuerjahr 1906.
Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachungen in obigem Betreff vom 10. August l. Js. (Kreisblatt Nr. 97, 100, 101) verden die Pflichtigen der Stadt Gießen darauf aufmerksam gemacht, daß die Einreichung der Steuererklärungen für das Steuerjahr 1906 bis 30. September l. Js. zu erfolgen hat.
Gießen, den 25. September 1905.
Großh. Steuerkommistariat.
Dr. Metzler.
iucfjt
Herr v. Witte, der heute abend Berlin verlassen hat, ist der Mann des Tages und als solcher auch hier von ^Vertretern der Presse lebhaft umworben worden, zumal nach der heutigen Besprechung mit dem Reichskanzler und im Hinblick aus seine morgige Audienz bei Kaiser Wilhelm im Romintener .Jagdschloß. (Sine besondere politische Bedeutung dürfte die Audienz allerdings Eaum haben; der Kaiser wird dem durch den Abschluß des Portsmouther Friedens um sein Vaterland hochverdienten Staatsmann persönlich seine Genugtuung zum Ausdruck bringen wollen. Die Audienz mit dem Projekt einer in Deutsch la n d neu aufzunehmenden r u s s r s ch e n A n l e i h e in Zusammenhang zu bringen, liegt fein Anlaß vor. Wenn, wie namentlich in England gemutmaßt wird, Herr v. Mtte sich in tag
Awang Umber M! Men oder llmgeqciib ive Mnftiidje perlen unter M Mlar, LlwMsjc 20, Meres Mädchen, wch oLenu.M Hausarbeit veisl ttchl 5 teile als Haushälterin, b| m lungerte Mädchen cl tls Eilige, ]LI
Näheres Steiuslraße 7oj
Zur Verteidigung des Kenerals von Hrotya veröffentlicht die „Zukunft" einen 'Artikel, der Beachtung verdient. In dem Artikel soll bewiesen werden, daß die jüngst von der „Köln. Ztg." veröffentlichten Pläne des Herrn v. Lindequist nichts neues seien. Es heißt darin il a.:
„Die Deportation der Witbois hat auch Trotha geplant; nur über den Ort, wohin sie gebracht werden sollten, bestanden noch Zweifel, scheint man in Berlin anders gedacht zu haben, als in Windhuk. Am 24. Juli telegraphierte der General:
„Ueberführung der Togo-Witbois nach einer Binnen- station gänzlich ausgeschlossen. Ueberwachung auch an einem der beiden Küstenpl'itze ohne Kette von mir abgelehnt. Jeder Deuffche, der von einem dieser hierher gesandten Witbois erschossen wird, kommt aus das Haupt dessen, der ihre Ueberführung anordnet. Vorschläge, sie nach dem Kilimandscharogebiet im Osten zu senden."
Dorthin sollten auch die Leute Hendriks kommen, wenn man sie niedergeworsen hatte. Und der Friede mit Morenga? Schon am 18. Juli meldete der General:
„Verhandlungen des Hauptmanns Salzer mit Moren ga, der sich auf Grund der Proklamation (Trothas) ergeben will. Deutsche seien ihm immer aus den Fersen, selbst in Gebirgsschluchten, die er für uneinnehmbar gehalten hatte; ließen ihm keine Ruhe und raubten sein Vieh. Kühe gäben keine Milch mehr. Rinder durch ewiges Hin und Her fußlahm. Kleinvieh gehe zu Grunde. Besonders Mangel an Tabak und Kaffee."
In Berlin scheint man die Verhandlung dantals nicht gern gesehen zu haben. Denn am 23. Juli telegraphierte Trotha an den Kanzler:
„Euer Exzellenz haben, glaube ich, keine Veranlassung, von mir eine schwächliche Kriegführung oder socche Politik vorauszusetzen. Ich muß aber mit den Etappen rechnen und mit den Schwierigkeiten, die ich übersehe. Deshalb erschien mir ein Abschluß mit dem einzigen anständig Krieg führenden Morenga nicht nur erwünscht, sondern geboten. Die Lage ist durchaus rncht so, daß eine Beendigung des Aufstandes vor der Tur steht."
Und vorher hatte er über neue Verhandlungen Salzers berichtet und gesagt, gegen Morenga könne sonst noch Jahr und Tag ohne Erfolg gekämpft werden. Ob die Exzellenzen der Wilhelmstraße für oder gegen den Frieden mit Morenga waren: daß Trotha ihn wollte, ist erwiesen. Erst als Salzer nicht ans Ziel gekommen war und Hendrik Witboi mit beträchtlicher Macht in einem westlichen Nebenrevier des Leberflusscs erfchien, mußte mit Morenga wieder als mit einem zu bekämpfenden Feind gerechnet werden. Auch damals aber, am 3. August, schrieb Trotha:
„Um Zersplitterung zu vermeiden, will ich Morenga nicht gleichzeitig angreisen, sondern alle verfügbaren Truppen gegen Hendrik heranziehen. Wenn Hendrik geschlagen ivird, ist weiterer Widerstand auch für Morenga unmöglich."
Diese paar Zitate (die auf Wunsch vermehrt werden können) beweisen schon, daß der Herrn v. Lindequist zugeschriebene Plan nichts enthält, was nicht auch dem General eingefallen war."
Gießen, den 22. September 1905. Betreffend: Die Ausführung be5 § 3a des Krankenversicherungsgesetzes.
Das Grohherzogliche Kreisamt Gießen an die Vorstände der Gemeindekrankenverficherungen des Kreises Gießen.
Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom L6. Juli l. Js. (Kreisblatt Nr. 93) noch nicht entsprochen haben, werden wiederholt an deren Erledigung mit Frist von 5 Tagen erinnert.
_________________I. V.: Dr. Fink.__________________
Kekannlmachung.
Betr.: Gesuch des Theodor Löb von Bellersheim um Genehmigung zur Erbauung eines Schlachthauses.
Theodor Löb zu Bellersheim beabsichtigt auf dem Grundstück Fl. I Nr. 88 und 89 der Gemarkung Bellersheim ein Schlachthaus zu errichten.
Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang oom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeitung, bezw. im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Bellersheim zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Eimoendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Bellersheim voczubringen.
Gießen, den 22. September 1905.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Dr. Wagner.
mängelung der von ihr gegebenen Darstellung der Vorgeschichte der Kameruneisenbahnvorlage durch die »Köln. Volksztg." nochmals die Hauptpunkte, auf die der Korrespondent des Kölner Blattes seine Anschuldigungen aufgebaut hat. Die „Nordd. Allg. Ztg." betont dabei u. a.:
1) Das Renö'sche Buch ist nicht nur ohne jede amtL Anregung oder Unterstützung entstanden, sondern hat auch dem Kamerunbahnkonsortium einen Zuschuß zu den Truckkosten weder geleistet noch zugesagt. 2) Die Personen, mit welchen bie Hfllomalabteilung sich wegen Verleihung von Bergrechten an das Syndikat besprach, waren entgegen den Behauptungen der „ftflln. Volksztg." vom Syndikat in alter Form als bevollmächtigt zu den Verhandlungen bezeichnet. — Die „Nordd. Allg. Ztg/ werft bamt 3) nochmals nach, baß bereits in ber Synbikatsfitzung vom 6, Dezbr. 1904 bie Finanzierung ber Kamerunbahn ohne Reichsgarantie als unmöglich bezeichnet würbe unb Vertreter für bie Verhandlungen aus ber Grundlage einer partiellen Reichsgarantie benannt würben. Die „Nordd. Allg. Ztg." schließt ihre längeren Ausführungen:
Es bleibt dabei, daß der Korrespondent der „Kölnischen Volkszeitung" Beläge für seine schweren Beschuldigungen weder beibringt, noch überhaupt besitzt, daß er mithin seine öffentl.Anklage in fahrlässiger Weise auf der unzureichenden Grundlage ganz lückenhafter und unrichtiger Informationen erhob. Zu der Schlußbemerkung des Korrespondenten: „Das Syndikat wollte ohne Reichsgarantie eine Kolonialbahn bauen; wäre ihr das gelungen, so hätte der Reichstag nicht wieder die Zinsgarantie für andere Kolonialbahnen übernommen. Frellich gibt es Leute, „die ein Interesse daran haben, dies zu verhindern", bemerkt die „Nordd. Allg. Ztg.": das ist eine schwere Verdächtigung der Kolonialverwaltung, wonach sie geflissentlich das Zustandekommen der Kamerunbahn ohne Zinsgarantie hintertrieben hätte. Diese Verdächtigungen, für bie vorsichtigerweise „Beläge" nicht in Aussicht gestellt werden, steht durchaus auf der Höhe der bisherigen, als un» begründet und unwahr nachgewiesenen Behauptungen.
Die „Köln. Volksztg." hat für ihre „Enthüllungen" in der kolonialen Frage zuerst von der mittelparteilichen und der liberalen Presse die Wahrheit zu hören bekommen, dann hat ein sozialdemokratisches Organ von „Revolverblattmanier" gesprochen und jetzt nimmt sich auch noch die sonst den Klerikalen gegenüber sehr vorsichtige „Kreuzztg." das rheinische Zentrumsorgan vor. Sie nennt den Angriff auf die Kolonialoerwaltung ein überflüssiges und gegenstandsloses Gerede. Noch schmerzlicher als diese grobe Kritik dürfte dem rheinischen Blatte die Andeutung der „Kreuzztg." sein, daß der Angriff auf ein Geschäftsmart ö v e r zurückzuführen ist. Die „Kreuzztg." schreibt nämlich: „Wir sehen in der ganzen Sache nichts anderes, als einen mißglückten Versuch zu einer der jetzt so beliebten Zeitungssensationen." Mit dem von ihr so oft bekämpften „S ch erliSmus" auf eine Stufe gestellt zu werden, wird der „Köln. VolkSztg." sicherlich ein recht bitteres Em-
Bügeltuchs!
SlauzbügelvkannM/'MÄ l ttiod). grunbl. eil ■■■ -ad)m. SdaUtorfW Wt H, u] Eingang
Morenga, der Feldherr der Hereros, der zurzeit den Truppen des Generals v. Trotha in Deutsch-Südwestafrika so viel zu schaffen macht, wird in der neuesten dtummer der „Zukunft folgendermaßen geschildert:
„Em baumlanger, schlanker Herero aus Damara- lanb. Mitte der dreißig. Ein kluges, ausdrucksvolles Gesicht. Kleidung: entweder deutsche Offiziersuniform oder vornehmer englischer Reitanzug; am Lederriemen hängt das Gorzglas. Immer begleitet ihn, der sich Jakob Ma- rinte, den Feldtornet und jetzigen Oberführer der Bon- delzwarthottentotten nennt, ein britischer Sekretär und Kriegsberichterstatter. Kein anderer Kapitän im Schutzgebiet hält den Vergleich mit diesem Jakob aus, der auf seine Weise ein ganz genialer Kerl ist. Wo er die Schwarzen geführt hat, ist mehr Blut geflossen als sonst irgendwo; und auch wenn man vorher nicht wußte, daß man ihm gegenüberstehe, war an der Gefechtsanlage aus den ersten Blick zu merken, daß er die taktische Führung habe. Seine Leute zittern vor ihm und schleichen sich auf seinen Wink fast bis in die deutsche Front hinein. Er ist, je nach Bedarf, tollkühn oder vorsichtig und hat den Ehrgeiz, den Krieg nach Europäersttte zu führen. Weil er die feige Ermordung deutscher Farmer und die Verstümmelung der Verwundeten nicht billigte, hat er sich mit Hendrik Witboi entzweit . . . ."
Der Artikel klingt in folgende ernste Sätze aus:
„Trotha hat diesem Gegner die Anerkennung nicht versagt; ließ sie ihm sogar ausdrücklich verkünden. Daß er noch nicht zum Frieden mit Morenga gekommen ist, Ivar nicht seine Schuld, sondern die Folge unseliger Zufälle, die selbst der genialste Führer nicht abwenden tonnte. Wenn Morenga die Waffen streckt, ist im Süden Ruhe und der schwerste Teil des Hottentottenkrieges hinter uns; Eornelius, Christian, Morris, Stürmann und die anderen Kapitäne hätten dann keine Hofstiung mehr. Bis wir aber soweit sind, muß gekämpft werden. Und dieser Kamps ist wirklich nicht so leicht und bequem, wie in der lieben Heimat mancher zu wähnen scheint. Bei den Truppen, die ins Gefecht gekommen find (nie mehr als zweitausend Mann zur selben Zett), sind die Verluste ungeheuerlich groß; jeder dritte Offizier, jeder zehnte Mann ist gefallen. Mit dem Kochgeschirr wurde diesen Tapferen von den überlebenden Kameraden das Grab geschaufelt; ein paar Klippen steine drüber und ein rohes Hartebestkreuz in die Scholle gepflanzt Wer nach zwei, drei Wochen die Stätte dann, etwa auf einem Patrouillenritt, wiedersah, fand das Grab aufgewühlt, ein Stück schioarzweißen Bandes, vielleicht eine Ehinamedaille (für Afrika war ja keine Denkmünze nötig) und ein bleichendes Knochengerüst: mehr hatten die Schakale und die Hereroweiber nicht übrig gelassen. So leben, so sterben und faulen deutsche Menschen in SüdttEstasrika. Statt mit untauglichen Mitteln jetzt den Beweis zu versuchen, daß Trotha sein Geschäft nicht versteht, sollte man ui der Wilhelmstraße dafür sorgen, daß der Krieg endlich mit voller Kraft geführt wird und nicht jeder, der hin üb ergeht, im voraus wissen kann, nach der Abschiedsrede im Hamburger Hafen habe er von den Landsleuten nur noch Hohn unb Schimpf zu erwarten "
Nord uud Süd.
Während bei uns in Hessen die Wahlbewegung nur langsame Fortschritte macht und in größerer Ruhe sich vollzieht als man hätte ermatten sollen, geht es im benach- batten Baden lebhafter zu. Nach den verschiedenen Kundgebungen zahlreicher Versammlungen und Körperschaften im Frühjahr und Sommer kann es nicht fehlen, daß bei dieser Wahlbewegung auch vielfach die Frage der Eisenbahn- re form wieder aufgecollt wird. Wiederholt wurde nach Baden die Mahnung gerichtet, diese wichtige wirtschaftliche Angelegenheit nicht zu einer politischen Pacteifrage zuzuspitzen oder gar die Einführung der vierten Wagenklasse und eventuell Abschaffung des Kilometerheftes zur Bedeutung einer Wahlprobe zu gestalten.
In der äußerst lebhaften Agitation gegen die vierte Wagenklasse und für Beibehaltung des Kilo - meter heft es ließ sich stets ein Beisatz von Erbitterung
MUK
e ' .Iw. Waise. 28 I. milch Mild Uond.Amwg.MW ^.Herrii,w.a.o.l!erm..ied.m^.
slj_____
Sektion Gies» D, L Oe. A.-Y.
DonnerM den 28. W M
SSSSd ■au L- S71* öeiufc SK'E'S* Ä- ————^Tcipkl.
Garten) (früher Steins gasfest
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