Ausgabe 
26.5.1905 Erstes Blatt
 
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155* Jahrgang

Erstes Blatt

General-Anzelger

Königs von Rumänien begiebt sich der Kaisers. Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein am 27. Mai nach Kuestendsche, um der Schiffstaufe des neuen rumäni­schen SchnelldampfersRumänien", sowie der Einweihung des soeben durch den Kabeldampferd. Podbielski" gelegten Kabels Kon st antinopel Kue st endsche beizuwohnen. Von Rumänien aus tritt der Kaisers. Botschafter einen Urlaub von zwei Monaten an, während dessen Dauer der Bot­schaftsrat Freiherr v. Bodmann die Geschäfte führen wird.

Acer und D otlc.

Stuttgart, 25. 9)?oi. Nach kurzem Leiden ist dem .Schwäbischen Merkur" zufolge der Venera! der Jwamerie z. D. von Woelckeru, von 1890 bis 1805 konunandiercnder General des württembergischen Armeekorps, im Alter von 75 Jahren ge- storben. . ...________

Die Verhältnisse haben sich geändert. Die Erkenntnis, daß die jungen Heranwachsenden Landwirte nicht allein mit den Fäusten zu arbeiten haben, sondern auch mit dem Kopfe, das; die jungen Leute mehr lernen müssen, um ihrer wenn auch kleinen Gutswirtschaft mit besserem Erfolge vorstehen zu können, bricht sich unter unseren Landwirten in der Provinz immer mehr Bahn. Der Bau zahlreicher Nebenbahnen erleichterte cs den jungen Leuten, die Ackerbauschulen zu be­suchen, da sie meist nicht genötigt sind, am Orte der Schule zu nächtigen. Sie können vielfach am Spätnachmittag heim­kehren und bleiben» so während ihrer freien Stunden in der elterlichen Obhut. Die Ausgaben für den Besuch der Acker­bauschule sind unter solchen Umständen bedeutend geringer. Die bessere Einsicht der Eltern und die Erleichterungen durch die Verkehrsmittel haben zur Folge gehabt, daß die Ackerbauschulen gut besticht sind und daß die Ackerbauschule in Friedberg überfüllt ist, derartig überfüllt, das; der Unter­richt darunter leiden muß. Unter diesen Umständen ist bie Negierung nunmehr geneigt, den Wünschen des Kreises Gießen in dieser Beziehung Rechnung zu tragen.

Man hatte angenommen, die Stadt Gießen würdr die Ackerbauschute mit besonderer Freude in ihren Mauern behaglich und gut unterbringen wollen und zu dem Zweck Gebäude re. zur Verfügung stellen. Die Väter der Stadt scheinen aber eben mit eigenen Angelegenheiten so beschäftigt zu sein, daß sie nicht geneigt sind, für ein Institut, wie daS einer Ackerbauschule, irgend welche Opfer zu bringen. Um so eifriger bemühen sich um die zu errichtende Ackerbauschule die Städte Lich, Hungen und Grünberg. Alle drei erklären sich bereit, die notwendigen Räumlichkeiten, Wasser, Heizung, Licht, unentgeltlich zu stellen. Die Negierung würde die Landwirtschaftslehrer anstellen und besolden, der Kreis die Verwaltungskosten voraussichtlich in Zukunft übernehmen. Bis dieser Beschluß des Kreistages herbeigeführt ist, tritt der landwirtschaftliche Bezirksvercin in die Bresche mit seinen für diesen Fall sorgsam seit Jahren angehäuften Schätzen.

Eine Kommission prüft die Verhältnisse in den ge-, nannten Landstädtchen, ein Vertreter der Negierung wird sich übet die örtlichen Verhältnisse gleichfalls ein Urteil verschaffen imd in einigen Wochen wird die Entscheidung fallen, in welcher der genannten Städte die Landwirtssöhne des Kreises Gießen im Spätherbste zusammenströmen sollen, um sich die theoretischen Kenntnisse anzueigncn, ohne die der Landwirt heute nicht mehr mit ausreichendem Erfolge seiner Wirtschaft vorstehen kann.

Mit dieser Maßnahme allein begnügt sich aber der land­wirtschaftliche Vezirksverem Gießen nicht. Seine Fürsorge er­streckt sich nicht allein auf die Söhne dec Landwirte, auch die Töchter der Landwirte sollen mehr lernen, damit sie im besten Sinne ihren künftigen Männern Gehilfinnen sein können. Es gibt ein altes Bauernsprichwort, welches besagt, daß eine unverständige Hausfrau oft mehr in der Schürze hinaustrage, als der Mann mit dem Viergespann herein­zufahren vermöge. Dies Sprichwort bewährt sich oft im Leben. Wir haben ja nun schon seit Jahren eine HauS- haltungßschule in Lindheim, in dec junge Mädchen lernen sollen, einen kleinbäuerlichen Haushalt ordentlich zu führen. Aber wie wenig Schülerinnen können dort ausgebildet werden? Und in wie seltenen Fällen können die Mütter, welche einen kleinbäuerlichen Haushalt zu führen haben, bte selbst schwer zu arbeiten haben, ihre Heranwachsenden Töchter für Monate entbehren, um sie in einer Haushaltungsschul^ ausbilden zu lassen? Alls dieser Erkenntnis hetaus ist man im Kreise Wetzlar schon vor fünf Jahren aus den Gedanken gekommen, auf die Dörfer hinauszugehen, um dort sogenannte wandernde Haushaltungskurse unter der Leitung einer lüchtigcn Lehrerin abzuhalten. Ein Kursus bauert sieben Wochen. Tas gefaulte Kücheninventar beschafft der Kreis. Allch übernimmt er den Transport dieser fliegenden Küche von Ort zll Ort. Die Teilnehmerinnen an benx Kursus werden abwechselnd mit Waschen, Flicken, Stopfen, Kochen beschäftigt, m dell Zwischenzeiten empfangen sie theoretischen Unterricht in der Behandlung von Kranken, Verunglückten, sie lernen Verbände anlegen bei Knochenbrüchen, Verbrennungen und sonstigen plötzlich eintretenden Unfällen, bei denen in der Regel der Arzt erst nach Stunden zur Stelle sein kann.

Eine Anzahl Mitglieder des Kreisausschusses des Kreises Gießen haben der Schlußprüfung eines solchen Haushaltung-- kursllS in Ehringshausen im Kreise Wetzlar auf Einlad­ung durch den Landrat Dr. Sartorius angewohnt und be­richten Erstaunliches über die Erfolge eines solchen fieben» wöchigen Kursus. Richt allein, daß die jungen Mädchen unter tüchtiger Leitung in sieben Wochen meist gut kochen lernen, sie lernen alich glit einkaufen und das Eingekauste sehr wirt­schaftlich verwerten. Sie stopfen und flicken und legen Ver­bände an trotz der bestausgebildeten Krankenschwester, sie kochen Krankensuppen und wissen gute Ratschläge zu geben. Und das alles hat den weiteren Erfolg, daß diese in den wandernden Kochschulen ausgebildeten jungen Mädchen sehr begehrt sind und wie ein Blitz unter die Haube kommen. So berichteten die Gewährsmänner. Es ist ein bißchen viel für lieben Wochen. Aber wenn nur ein Teil von alledem zu- lrisft, so ist dec Erfolg dieser wandernden Kochschulen doch ein recht großer. Und wie will man allen den jungen Mädchen, die heutzutage nicht selten alles andere können, nur nicht ordentlich kochen, anders beikommen? Wie viele junge

Heneralversamnitunfl des landrv» ZZeznksvereins Gießen.

(Original-Artikel desGießener Anzeigers")

Die Generalversammlung des landw. Bezirksvereins Gießen fand am Dienstag, den 23. Mai, nachmittags im Safe Ebel unter dem Vorsitz des Direktors des Vereins Geheimrat Dr. Breidert statt. Tie Versammlung war stark besucht; die Bürgermeister des Kreises waren wohl fast ohne Ausnahme erschienen, da sich an die Versammlung des landwirtschaftlichen Vereins eine Bürgermeister-Ver­sammlung des Kreises anschtoß.

Zur Verhandlung im landwirtschaftlichen Verein kam neben geschäftlichen Mitteilungen in der Hauptsache zur Sprache die Errichtung einer Ackerbauschule im Kreise Gießen. Schon vor Jahren hat man diese Maßnahme gewünscht. Da aber die übrigen Ackerbauschulen in Ober­hessen: Alsfeld, Büdingen, Friedberg kaum ausreichend be­sucht waren, ein zwingendes Bedürfnis nach einer vierten Ackerbauschule nicht zu begründen war, außerdem die Regie­rung in jener Zeit abgeneigt war, sich weitere finanzletle Opfer aufzuerlegen, trat der Wunsch, im Kreise Gießen eine vierte 'Ackerbauschule zu errichten, nur ganz schüchtern hervor.

Nr. 123

außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem vesflschen Landwirt bie Siehener Familien. Wärter viermal in der

Woche be,gelegt. RotatwnSdruck tu 93er- lag bet Brühl 'lchen Unwerf.-Buch-u. Stein­drucke«!. 8L Lange. Redaktion, Ervedttüm tmb Druckerei:

G-ulftsatze 1.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

FkrnsprtchonichlußNr 51.

Der Hnea. Eine Seeschlacht?

Gestern abend schon erhielten wir folgendes.Tele­gramm, ohne daß bis zur Stunde weitere Nachrichten eingelaufen sind. Vielleicht ist das Gerücht nur durch die zweite Meldung, die wir, gleichfalls aus Manila datiert, hier abdrucken, entstanden. Tie erste Meldung lautet:

Manila, 25. Mai. (Meuter.) Ein unbestätigtes Gerücht besagt, die Flotten seien im Süden von Formosa zusammen- gestoßen und die Japaner seien geschlagen worden.

Manila, 25. Mai. (Reuter.) Nach einer amtlichen Depesche aus Vigan (Luzon) wurden am 2 0. M a i über 5 0 K r i e g s s ch i f f e an der Ostküste der B a t a n i n s e l n (liegen südlich von Formosa. D. Red.) nordöstlich steuernd, gesehen. Es wird angenommen, daß es russische waren.

Der Gesundheitszustand NoshestwenSkis.

Einem Mitarbeiter desRuß" gegenüber erklärte der Verweser des russischen Marineministeriums, Avellan, die beunruhigender: Mitteilungen über den Gesundheitszustand des 'Admirals Roschdjest- w e n s k t seien mit großer Vorsicht aufzunehmen. In einen Berichten teile er mit, er s'lhle sich besonders infolge eines Nierenleidens ermüdet, doch habe sich sein Befinden seit dem Antritt der Fahrt nicht verschlimmert. Admiral Fi'lkersahm sei jedoch krank. Roschdjest- wenski stehe wie bisher an der Spitze des Geschwaders und führe es zuversichtlich seinem Ziele zu. . Die Ernennung eines neuen Kommandierenden der Flotte im Stillen Ozean sei zu erwarten gewesen, da er nur Ehef seines Ge­schwaders sei. Admiral Avellan sprach ferner die Ueber- zeuauna aus, zwischen Noscbdjestwenski und Birilew werde kein Antagonismus auskommen. Eine Seeschlacht sei bald zu erwarten. Noschdjestwensli verfüge über viele Mittel, die Japaner zur Schlacht zu zwingen. Tas Unglück von Port Arthur werde sich nicht wiederholen.

Vieles von diesen Musterungen ist wohl auchmit großer Vorsicht" aufzunehmen.

Linewitsch

meldet dem Kaiser in einem Telegramm vom 24. d. M.: Am 22. Mai griffen unsere Abteilungen das Dorf Nan- t s ch e n d z y und die feindlichen Stellungen auf dem linken Ufer des Kaohe, südlich von Schandaohe, an. Nach einem andauernden Gewehrfeuer wurde Nanlschendzy von den Ja­panern verlassen, die mehr als 10 Tote und Verwundete hatten. Eine russische Abteilung griff ferner die Japaner in ihren Stellungen südlich von Schandaohe an und ticr* trieb sie aus einer Ortschaft vor dieser Stellung.

Kuß'and in §furm und Drang-

Warschau, 21. Mai. (Pelersb. Telegr.-Ag.) Die Schlä­gereien dchnien sich auch auf andn--Straßen ans und dauer­ten lüs Mitternacht. 20 Sterb en de wur^n m Kranken Häm cr acbracht. Tie Zahl brr Verwundeten ist nach nicht bekannt. Tie S^'lägereien sind dad'^ck) entstand^, daß bAr bessere Teil b-er scheu B.'vb.'crung bn-5 arbei'.'.scheue si''di'che GesmdÄ, durch das sie f"'l>lte, aiiSrothm waslte.,

Marschau, 25. Mai. ie Plünderung dauert fort. Die Juden, die sich zusamw"nr^t^u'l, »cr^rten die öffentlichem 'ussr. * bdn denen hrcif:' schon geplündert wurden. Die Spaßen, in den-u diese fünfer liegen, finh mit V-ttstdern, zer­rissenen Klchderstücken und HauZPeröt bedeckt. Nach dm Fest­stellungen der Nettunas'atian wurdm heute über vierzig Personen schwer b e y wn,ndet und innrere getötet.

Freitag 2G. Mai 1905

monatlich 76 otertiU [abrheb Mk. 8.20. durch Abhole- u. 3metflfleUen monatlich 65 Pf.; durch diePost Alk.2. menet« jährl. auSschl. Bestell^.

Annahme van Anzelc» it die X* utr»-amtier 8 do'mittig® m) 'Ulte

^sc 'ennreiS:

aufwärts 3j.

antroorti,cä fj'ht den poltt und (J u Teil. P. Witiko; für .Stadt und Land'' und Gerichlssaal": August Goetz, für den An­zeigenteil. £>an§ Beck-

Re Kl?.

Berlin, 25. Mai. Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung je einem zweiten Nachtragsetat zum Neichs- hanshaltsetat und die Schutzgebiete für 1905 zu.

Die Hochschulen Berlins haben ihre Betei- /igung an der Spalierbildung bei dem E in z u g e der Herzogin Eeeilie heute einstimmig zurück- genommen Sie haben dies damit begründet, daß die Tracht der Chargierten nach dem stunden­langen Verweilen im Spnlier so gelitten haben dürfte, daß sie darauf zu dem Kommers und dem F a ck e l z u g , die bekanntlich gleichfalls von der Studenten- schast geplant sind, nicht mehr erscheinen könnten. An die Stelle der Hochschulen, die vor der Universität hätten Ausstellung nehmen sollen, werden die Kadetten kommen, deren Teilnahme an der Spalierbildung der Kaiser ohnehin gewünscht hatte.

Für die Hochzeitsreise des Kronprinzen soll der Kaiser, mie ans Potsdam gemeldet wird, dieHohen- zollern" zur Verfügung gestellt haben, auf der das junge Paar eine mehrwöchige Reise von Kiel aus unternehmen sott, um bann erst das Marmorpakais zu beziehen. Der kleine Kreuzer ,Berlin" wird angeblich derHohenzollern" als Be­gleitschiff beigegeben werden.

Altona, 25. Mai. Prinz Heinrich von Preußen ist zum Besuch der landwirtschaftlichen Ausstellung eingetroffen.

Hagen, 25. Mai. Der Abg. Müller-Sa ga n er­klärte in einer Versammlung, zur Zeit hindere ein Augen­leiden den Abgeordneten Eugen Richter selbst zu lesen und zu schreiben. Es ist aber unrichtig, daß er an Zucker, Rieren- oder anderen konstitutionellen Leiden erkrankt ist. Es sei zu hoffen, daß Richter sich im Herbst wieder an den parlamentarischen Arbeiten beteiligen iverde.

Stuttgart, 25. Mai. Aus Anlaß der bevorstehenden Tagung d's'Deutschen Flottenvereins sind die Aiit- gliedec des Präsidiums bereits hier cingctroffen, desgleichen der Präsident bc§ Flottenvereins Fürst zu Salm-Horstmar. Heute abend findet Hoftafel in der Spiegelgalerie des Kgl. Schlosses statt, zu der die schon erschienenen Gäste und die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses des württem­bergischen Landesoereins Einladungen erhalten haben.

München, 25. Mai. In den Räumen des bayerischen Landwirtschaftsrats sand eine einleitende Beratung der Delegation statt, die vom Reichsamt des Innern für die in Rom zusammentretende Konferenz von Landwirten und Ne­gierungsvertretern abgeordnet ist, die über das Projekt eines internationalen landwirtschaftlichen Instituts beraten wird. Unter den Delegierten befinden sich Niinisterlal- birektor Dr. Thiel-Berlin, Prinz Schönaich-Carolath auf Saabor Landesökonomierat Winkelmann-Münster, Geh. Ne- (Vmmqsrat H°°s-D°nnst°dt, Beft.. Dtfonomwrot eteifler. Sachsen und Dr. Roesicke, d-r Vorsitzende des Bandes der Landwirte. Die Herren werden die Reise nach Nom tm Laufe des Tages fortsetzen. __ ------

Arrskinrd.

Paris 25 Mai. Die Deputiertenkammec genehmigte -ent- einen Kredit von 17 000 Fres. für die BMlignne, des Ministeriums für den öffentlichen N>üerr,cht und die schönen Künste an der Ansstellnne, in Muncyen.

Stockholm, 25. Mai. Durch freiwillig- Beteiligung /vurden heute morgen die Hanptstrabcn der Waiailadt einiger- mähen gereinigt. Eine stark- Polizc.adte,l,ing war kom­mandiert; die Ordniing ist ungestört. T,e Mortzenbiatter veröffentlichen -in von 12 Delegierten verschiedener Hoch- schulen unterzeichnetes Schreiben, in welchem gc^en ba^ . u - treten ber Studenten in dem Arbeiterkonslilt protestiert wird. Ein sozialdemokratischer Studentenverem proielliert ebenialL.

Konstantinovel. 25. Mai. Auf eine Einladung des

5)te Leutige Kummer nmsaßt 10 Seiten.

Jas Kaiserpaar in Wiesvaden.

Wiesbaden, 26. Mai.

Das Befinden der Kaiserin ist andauernd günstig. Bulletins werden daher nicht mehr ausgegeben. Gestern vormittag unternahm die Kaiserin eine Ausfahrt nach dem Nabengrund. Der Kaiser unternahm gestern morgen einen Ausritt imd hörte vormittags die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus imb des Chefs des Militärkabinetts Grasen Hülseu-Häseler.

Gestern nachmittag kurz vor 4 Uhr machte das K>aiser- M,ar bei schönem Wetter eine Spazierfahrt, deren Ziel wiederum, wie am Tage zuvor, der Schloßpark in Biebrich war. Der Kaiser mit den Herren seines Gefolges fuhr per Automobil, die Kaiserin im geschlossenen Wagen. Gegen 5 Uhr traf Ihre Majestät wieder in Wiesbaden ein: der Kaiser, welcher noch einige Zeit im Parke verweilt hatte, kehrte etwa eine halbe Stunde später zurück. Gestern abend begab sich der Kaiser zur VorstellungDer Vcttel- student" ins Königl. Theater.

Ueber die Mreise des Kaiserpaares sind noch keine defini­tiven Dispositionen getroffen, jedoch verlautet, daß sie heute abend um 8 Uhr erfolgen wird. Dieser Termin der M- reise ist umso wahrscheinlicher, als der Kaiser beabsichtigen soll, der morgen (Samstag) in Charlottenburg stattfinden­den Feier des 200jährigen Bestehens der Stadt und der gleichzeitig damit verbundenen Enthüllung des Kaiser Fried­rich-Denkmals beiz-uwohiien.