155. Jahrg.
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Donnerstag, 26. Januar 1605
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General-Anzeiger. Amts- und Anzeigebiatt für den Kreis Netzen
ttisa-rzo*
Schluß 64 Uhr.
Parlamentarische Pertzansinnqen.
Xachdruü ohne Dsreinbarurk nicht gestattet.
Derrilchrr Reichstag.
127. Sitzung vom 25. Januar.
tausende von Postsachen in Hohensalza anlangen mit der Aufschrift „Jnowrazlaw". Diese Sachen werden alle anstandslos be> fördert. So lange der Brief also mcbi wieder aufgefunbcn wird kann ich nur der Vermutung Ausdruck geben, daß wahrschein l ick „In Jnowrazlaw unbekannt" und nicht „Jnowrazlaw in Posen unbekannt" darauf gestanden hat. Ich mutz aber nochmals solche ft alle für ungehörig und vollständig undenkbar erklären. u>ir können Sie nur bitten, uns solche Sachen vorzulegen Wenn jemand aber sagt, er besitze den betreffenden Bries nicht wehr dann ist auch keine Aufklärung möglich. Sie haben dann auch rem
Recht, sich bei uns zu beklagen. Wir befinden uns völlig auf dem
Nechtsboden. Die Sendungen, die wir, befördern, müssen so beschaffen sein. daß . wir wissen, wohin sie geschickt werden sollen
Wir müssen den Empfänger kennen. Wenn wir Briefe bekommen mit fremdländischen Aufschriften, und es befindet sich an dem be. kreffenden Ort kein Mann, Der dieser Sprache kundig ist, ,o müssen wir den Brief an einen anderen Ort senden, wo Die Auftckrttl übersetzt wird. Dies erfordert natürlich Zeit. Wir bekommen doch Aufschriften in allen möglichen „Sprachen um
können doch nicht verlangen. daß stch an allen Orten Dolmetscher dieser verschiedenen sprachen Nnden wUen. (Zuruf: ..Aber in der polnischen!) Aba, das Polnsiche ist also die Weltsprache, die jeder verstehen muß! (Heiterkeit.) ;tie Polen haben auch feine Veranlassung, von einer Verletzung be« JötttT’ geheimnisles zu sprechen. Wenn wir den Empfänger nicht, ermitteln können, so sind wir doch gezwungen, den Bries au oftt^r.
Staatssekretär Kraetke: Wenn manö hört, könnts lettlick klingen. Von der Rednertribüne machen sich solche Sachen wohl sehr hübsch, aber in Wirklichkeit liegen die Dinge doch etwas anders Der Herr Vorredner behauptete, daß er tausende von Briefen be käme, die alle durch die Uebersetznngsstelle müßten, wodurch ihre Beförderung bedeutend verzögert würde. Da läßt, Herr v., Ehla- powski seiner Phantasie doch einefi etwas au freien Lauf. In Posen gehen täglich 280 000 Briefe ein, von Denen nur 200 an die Uebersetzungsstelle gelangen. Wenn wirklich sämtliche Briefe des Vorredners zur Uebersetzungsstelle wandern, so ist das doch nur ein Zeichen dafür, wie sorgfältig die Post arbeitet. (Heiterkeit. Sie werden es nie erreichen, daß wir Ihnen zuliebe unsere bewährten Grundsätze aufgeben. Wir tun, was wir im Interesse des Dienstes und des Publikums für nötig halten. Sie müssen doch selbst einsehen, daß Sie uns mit Ihren polnischen Aufsclzriften viel unnütze Arbeit machen. Wenn in dem einen Falle eine falsche Uebersetzung gegeben ist, so kann dies doch nur daher kommen, daß im Lexikon dis amtlich gegebene Uebersetzung stand. Die Ueber- setzer können sich doch nichts aus den Fingern saugen. Was nun den Fall aus Hohensalza anlangt, so muß ich bemerken, daß, wenn er wirklich vorgekommen wäre, ich ihn lächerlich finden müßte. Ich habe, nachdem ich in der Zeitung diesen Fall las, Erhebungen anstellen lassen, und da hat sich herausgestellt, daß der betreffende Redakteur behauptete, den Brief nicht wiederfinden zu können. Auch der Briefträger kann sich nicht entsinnen, einen solchen Brief abgegeben zu haben. Im übrigen muß ich bemerken, daß noch täglich
^^Aby Eickhoff lfr. Vp.'l stimmt dem Abg. Rocren in Sachen der B^'andlmm volni'cber Briete vollständig zu.
Ich wäre dem Staatssekretär dankbar, wenn er uns imtreilen würde, wann wieder Anwärter für den höheren Postdienst angenommen werden. Jetzt herrscht in weiten Kreisen eine ..stroße Unsicherheft die ein Wort des Staatssekretärs beseitigen wurde Viele Klanen sind uns wieder aus Veamtenkreisen zugegangen, auch auv Südwestmrika. Deshalb begrüße ich auch die ZentrmnSresoluiion, die eine Statistik über die Postverhältnisse in den deutichen Schutzgebieten und im Auslande verlangt. Wir werden der Resolution zustimmen. Die Stellenzulage sollte man am besten beseitigen, da sie eine Quelle fortwährender- Unzufriedenheit ist. Wenn die Finanzlage es irgend gestattet, müssen wir di" Verba tuisse ,der Unterbeamten verbessern, namentlich müssen wir die Landorieftrager den Stadtbriefträgern gleichstellen. Ferner mutzte man den Te- legrapheiiarbeirern den Beamtencharakter verleihen. Bezüglich Der tM umstrittenen Position zur Unterstützung von in Not geratenen Postbeamwn i: Posen stehen wir auf genau demselben ablehnenden Standpunkte wie im Vorjahre bei der Ostmarkenzulage, dagegen ^grüßen wir freudig die in Aussicht gestellte Erhöhung des Woh-
werden. . . , ...
<luf die Gefahr bin, ungalant zu erscheinen, tritt Redner dafür ein, daß Frauen im Postdienst nicht mehr angestellt werden sollen. Nicht billigen kann er es, daß her Staarssekretär keine verheirateten Beamten in die Kolonien senden will. Der Einfluß der Frauen wirke doch gerade veredelnd auf die rauhen Sitten in den exotischen Gegenden. Wenn der Staatssekretär meine, die Häuserwände seien ui den Tropen viel zu dünn für ein Familienleben, so sei eS in Berlin nicht vi-'l besser damit bestellt. Durch die dünnen Berliner Wände hörn man auch alles und jedes. (Heiterkeit.) schließlich müsse doch auch ein Postbeamter eine Wohnung nehmen, die (einen Verbältnisier entspreche, und nch nach der Decke strecken.
Staatssekretär STrnctfe: Ich kan-, nur wiederholen, daß es unter den gegebenen Verhältnissen besser ist, wenn nur unverheiratete Beamte in die Kolonien gesandt werden. Denn einmal und jetzt noch die Wohnungsverhältnisse in. Den Kolonien schlecht und dann können die Frauen auch das tropische Klima schlecht vertragen. Im Postdienst werden Frauen falt garnicht beschäftigt. Wir haben sie nur im Telephon dienst angestellt. Und dazu eignen sie sich sehr gut, sie sind ruhiger und werden nicht so leicht grob sgroße Heiterkeit), wenn sie auch etwas schnippischer sind. (Hetter- keit.s Auch sind sie schon deshalb für den Telephondienst geeigneter als die Manner, weil ihre Stimme hoher liegt. Ich kann daher nur sagen, daß sie sich im großen und ganzen sehr bewahrt haben. Herr Eickhoft hat ein großes Bouquet von Wünschen vorgebracht, auf alle kann ich nicht eingehen. Ein Einheitsporto für Pakete ÖOn 5—10 Kilo ans dem Auslande ist so lange nicht möglich, als wir im Inlands kein einheitliches Paketporto haben. Wenn wir eine Haftpflicht für verstümmelte Depeschen einführen wollten, müßten wir weit höhere Gebühren erheben. Jetzt schon setzt die Post bei der Telegraphie Geld zu. Einem Postwechselprotest stehen wir nicht univmvathisch gegenüber, ehe wir ihn aber fügten fönnten, mükre man das Wechselrecht vereinfachen, damit die Postbeamten sich leicht damit zurechtfinden könnten.
Abg. Erzberger iZtr.) befürwortet die Zentrumsresolution, nach der für Arbeitsnachweise eine Herabsetzung der Telephon- aebühren verlangt wird. In Württemberg habe sich dies sehr bewährt. Ueberhaupt müßten die Telephongebühren auf dem platten Lande und in den kleinen Städten herabgesetzt werden. Es fei kein richtiges Verhältnis, wenn inan in einem kleinen Orte für 50 Anschlüße 80 Mark, >n Berlin aber mit 100 000 Anschlüssen 180 Mk. bezahlen müßte. Sodann beschwert sichRedner darüber, daß seitens derOberpostdireklwn in Metz den katholischen Blattern die amtlichen Annoncen entzogen ieien. Die amtlichen Annoncen müßten den Blättern aller Parteien übergeben werden. Auf weitere Beschwerden des Redners erwidert
Staatssekretär Kractke davon, daß in den hohenzollernschen Landesteilen die gesetzlichen Feiertage nicht immer gehalten wurden, sei ibm nichts bekannt. Er werde jedoch den Fall untersuchen. Er sei auch dagegen, daß es von (eiten der Postdirektoren Postbeamten, die zu Stadtverordneten gewählt seien, unmöglich gemacht . werde, die Stadtverordnetenversammlungen zu besuchen. Allerdings könne man nickt verlangen, daß der Postdienst nach den Stadtverordnetenversammlungen eingerichtet werde. Die ^bmoncen ter Post würden den Blättern zugeteilt, die von den Orttsbehorden benutzt würden. Politiiche Gesichtspunkte spielten dabei nicht mit.
ÜnterstaaiSsekretär Sydow erklärt, daß die Reichstelegraphenverwaltung der Resolution, den Arbeitsnachweisen billigere Gebühren zu gewähren, sympathisch gegenüberstehe. EsmUßte zu diesem Zwecke allerdings die Fernsprechgebuhrenordnung geändert werden, und ferner würde dies weitgehende Komequenzen für andere Wohltätigkeitsveranstaltungen haben. Am besten Ware es daher, wenn man die Zeit für billige. Abonnements, die setzt von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens sestgesetzt sei, biS 8 Uhr oerlänqcre. Die? könnte auf administrativem Wege geschehen Die Telephongebühren auf dem Lande seien teuer, denn die Leitungen auf dem Lande seien weit langer aI8 m den Städten und verursachten weit größere Anlagekosten.
Hierauf vertagt das Haus die weitere Beratung auf Donnerstag 1 Uhr.
um ihn dem Absender wieder zuzustellen.
Abg. Noercn (Ztr.): Ich bitte Öen etaat^efretar, dieser Art Germanisierung wie sie von einzelnen Postbehorden bei^)estellung polnischer Briefe getrieben wird, ein Ende zu machen. Sie Ist ad- folut ungesetzlich Nach der Postordnung bat die Pog alle Bricu zu bestellen, be* denen der Adressat zweifellos zu ermitteln ist, gleichviel, m welchei Sprache die Adressen abgefaßt sind wenn mir die Identität fcststcht. Tie Postverwaltung soll gch doch nicht öie großen Svmpatbien verscherzen, die sie gerade wegen ihrer -prompt» heft und Exaktheit genießt, mit der sie ihren Dienst versiebt, ohne auf Parteistellung oder Nationalität Rücksicht zu nehmen^ |ei- ber habt es eleb. daß Briefe an den Erchisckof Dr von Ltablewski in dem Landsitz Kröben nicht bestellt wurden, weil „Adressat nicht zu ermitteln Kröben ist ein Ort von 1000—-1500 Einwohnern, und „Dr. v. Stablewski" stand deutlich auf der Adresse (Hort, hört!) aber weil das Wort „Erzbischof" auf Polngch stand, war der Adressat n'cht zu ermitteln 1 (Hört, hört!) Mit derartigen Kindereien bekämpft man nicht das Polentum. Gewiß wird auch auf polnischer Sette der Postdienst erschwert durch abnchttiche Er-- sebwerung bei Ermittelung infolge der Anwendung der polnttchen Sprache. Aber das sind dann auch Kindereien, die man am besten ignoriert: dam sterben ne von selbst ab. Die ganze „Ueberietzungs- stelle" sollte man abschaffen. Sie hat keinen Zweck Man kann schon die Adre«aten ermitteln, trenn man keine anderen Zwecke verfolgt, als nin postalische. So ist z B ein Brief mit polnndtcr Aufschrift an 'ic Uebersetzungsstelle gegangen. Nachher ist em Brief an dieselbe Adresse mit hebräischer Briefaufschrift ohne weiteres bestellt worden. (Heiterkeit.) , . e
Redner verläßt sodann das Polestigebiet und acht auf daS^aiige' mein postalische über. Er wünscht vor allem Ausdehnung der sonn' tagsruhe. Es macht ihm einen sonderbaren Eindruck, wenn cne Postwagen aw: Kirchieit auf den Straßen herumrasscln. .Tonnen denn die Pakete nicht evensogiit am Montag bestellt werden/ Am Sonntag ob'nd sollte der Schalterdienst unbedingt eingeschrantt werden. Redner läßt sich sodann über das jetzige Sb st em der tpg gehobenen St.llen aus, das er ziemlich abfällig beurteilt, er wünscht keineswegs die Absclrnffung der gehobenen Lttellen überhaupt, sondern, daß di- Beamten dem Dienstalter nach in die geflohenen Stellen au fr i'- i. rc-~
Staatssekretär 5t: :c: In Berlin ist bereits mit kwer Einschränkung d'-s Paketdienstes am Sonntage begonnen worden. Wahrend der Kirchenzeit wird überhaupt nicht bestellt, sondern vis 10 Uhr muß die Bestell'ma beendet fein. Durch bic)e Aenderung wird erreicht, daß am Sonntag nicht soviele Pakete au^zetragen werden wie an Wochentaaen. Das Publikum hat Zett, lick an den Zustand zu gewöhnen. 9lck hoffe, daß noch größere Eimchrantungen eintreten fonnefi, aber die Sacke bebarf eingehender Prüfung, und wird fick immer nach den örtlichen Verhältnisse^rickten mubem
Eine Einfck-änftmg deS Schalterdienstes am Sonntage wurde , gerade den kl-"'nen freuten, den Dienstmädchen usw. unangenehm sein die wochentags feine Zeit haben, ihre Sachen auf die Post zu
nungsgeldzuschusseS für die Unterbeamten, wünschen jedoch, daß sie auch den mittlerer Beamtenkategorien zugute kommt. Auch wir gönnen den Postbeamten eine ausreichende Sonntagsruhe, aber so weit wie das Zentrum genen wir dabei nicht. Der Verkehr darf darunter nicbi leiden, den Geldverkehr darf man am Sonntage nicht aniebränfer, ebensowenig den Paketverkehr. Darunter würden mhlreiche tzndustrien leiden. Denken Sie nur an die Thüringische Vuritindustrie. ebner wünscht dann noch eine Ermäßigung der
■ Postanweisungsgebühr für Beträgt von 5 bis 10 Mark, ein einheitliches Paketporto für Pakete von 5 bis 10 Kilo, eine Haftpflicht der Post bei unrichtig telegraphierten Depeschen, eine bessere Be- üellung von Briefen auf Schiffen, die im Hafen liegen, eine Vermehr mm der Postnwrken-Automaten, Herabsetzung des Portos sur Weltpostkarten von 10 auf 8 Pfennige, und eine Herabsetzung der •IBertrmrtomfv für Drucksachen und Warenproben.
Abg. Böckler (Antis.) Am besten wäre eS, wenn man die Heber* setzungsitelle in Posen absckaffte, denn ick sehe in ihr nur ein Entgegenkommen gegen die Polen. Wenn die Adressen nicht zu Jefew und, müssen sie eben nicht befördert werden. Bedauerlich ist eS, oaß die Ostmarken Zulage für die Postbeamten nicht bewilligt ist, während die preußl'chen Beamten sie bekommen. Dadurch werden die Postbeamten zu Beamten zweiter Klasse degradiert. Die Oft» markenzulage muß daher unverkürzt und unwiderruflich bewilligt
1 Uhr. Tas Haus ist schwach besetzt.
Am Vundesratstisch: Kraeike u..a.
Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Post etats. Titel „Gehalt des Staatssekretärs".
Abg. Dr. von Chlapowo-EhlnpowSki (Poleft Wir sehen uns 6u& in diesem Jahre gezwungen, eine Reihe von Klagen über dw Post vorzubringen. Wenn ein Postoer Walter, der der polnischen Sprache mächtig ist, Briefe mit polniicken Äldressen erhalt, so muf; er sie an die Uebersetzungsstelle einsenden, und von tort geht es weiter zur Oberpostdirektion. Das ist doch höchst unnötig. Wa» bann die Verdeutschung polnischer Namen in deutsche anlangt, wie Jnowrazlaw in Hohensalza, so muß jeder anerkennen, daß man hier viel zu weit geht. Ein Fall ist bemerkenswert. Ein Pawt mit Drucksachen wird nach Jnowrazlaw in Polen gcianvt. ?ommt aber zurück mit der Bemerkung, daß ein Jnowrarlaw m Vosen unbekannt sei. Das Paket ist aber versehen mit dem Stempel „Jnowrazlaw". Aus Versehen hatte man einen allen Stempel gegriffen. (Große Heiterkeit.) Auch sonst Wender man die tollsten Chikanen an. Redner führt eine Reihe von Fallen an und l-.gr ein dickes Paket mit Briesen auf den Tisch des Hames nieder, welche nickt befördert wurden, weil sie mit polnischen Namen geschrieben waren. Wie die Orte zur Zeit heißen sollen, weiß oft niemand. Wenn der Kriegsminister des Innern (groye Heiterkeit) einen polnischen Namen ändert, dann muß die Post sofortsick fügen, und sie kennt die alten Namen nicht mehr. Selbst das Won „Prälat" sieht man für polnisch an. So wurde aus Polen ein Paket an den Landtagsabgeordneten Prälaten Dr. Srvckel geiandt. Dem Mädchen, welches das Paket auf die Post schaffte, sagte der Beamte, er könne das Paket nicht abnehmen, da auf der Beglett- adresse „Prälat" stände. Das Wort kenne er nickt. Als man nun „Prälat" misstrick und das Wort „Propst" darüber ftüneb. erklärte der Beamte, jetzt fönen er das Paket erst recht nicht nehmen, denn ein Wort sei durchgestrichen. (Heiterkeit.) In einem anderen Falle wurde ein Brief nicht befördert, da Kompagnie durch Eo. gekürzt war. (Heiterkeit.) Postkarten mit der richtigen Frankatur von 5 Pi. mürben mit 15 Pf. Strafporto belegt, weil es NnstchlS' Torten mit Bildern aus der polnischen Geschichte waren. . Eme Karte aus Warschau ließ man sogar so lange lagern, bis der Adressat verstorben war. Angesichts all solcher Fälle kann man vielfach von orientalischer Willkür sprechen. Wie steht es nun mtt der „Uebersetzungsstelle", richtiger „Verzögerungsstelle genannt? Ein Bries dauerte vor 2000 Jahren von Rom nach der Dalmattni- schcn Küste per Pferdepost 8 Tage. Ebenso lange Zeit braucht ein Brief heutzutage von Ostrowo nach Posen, welcher die Heben setzungsstelle passieren muß. In einem Falle, als auf ein Paket geschrieben wurde, Paket mit Zigaretten, wurde dies übersetzt „Zigaretten aus Papier". Ein ftanzösischeS Sprückwort sagt wohl von den Kosaken, daß sie Talglichter äßen, aber daß wir Papier, zigaretten rauchen, wird uns wohl niemand zumuten. (Heiterkett.l Die im vorigen $abre abgelehnte Ostmarkenzulage für die Post' beamten scheint in diesem Jahre unter einer anderen Ueberschrift wieder eingeschmuggelt zu sein, setzt heißt es unter Titel 3na und k' „Zu Unterstützungen für in Not geratene Beamte." Aber im Grunde genommen scheint das derselbe Titel zu fein., Wegen dieier vielen Ehikanen. welche die polnische Bevölkerung bei der Beförde« rung ihrer Postsachen über sich ergehen lassen muß. benutzen die Polen die Post auch nur so wenig als möglich. So nimmt die Zahl der polnischen Neujahrskarten von Jahr zu Jahr ab, unb damit gehen natürlich auch die Einnahmen zurück, was der^Poit doch sicher nicht angenehm sein kann. Ich werde alle angeführten Briefe auf den Tisck deS Hanfes niederlegen, und bin bereit, die von mir gemachten Ausführungen gegen jedermann zu verteidigen.
Komische Tagesschau.
Ucber bcu Verein deutscher Studenten, der biefer Tage gclegcnUich dcö ÄcjuchS dcö K r v n p r i n z e n auf feinem KormncrS auch politisch gewertet würbe, totib ^Ti^Vcreine deutscher Studenten sind au3 konservativen und antiswütischcu Ströuiuugen erwacl/en: bicfelbe W-lle die cmsi Oie „Vor! hier Bcwoguna" cmporhvb, trug auch fie ans -and.
lonialverwaltung, 4G500 Mk. für die Verirc.ltung b.3 y^u.,2- hecrcS, 510 000 Mk. für die b..r. ,<7o..- und 4ccirv; maiimia genclmngt. Tcuu ord-entuMN Ciat |ur ^uD.ui.cLiium werden^ die Titel Ziviivcrwaltung, ÜDlonialdicn^Lulage und Pen- ion.cn genehmigt, ebenso weitere Titel und Kapitel.
— Die Z.nlrmnösraktion des preußfluM AbgcoronctenhauieL brachte einen Antrag ein, die Regierung, zu ersuchen, josort eure Lommisjimi unter Zuziehung von muidestens ? Diitgttedern oev AbgeoronetenhauseS zur U n t c r f u ch u n g o c r A r b e itcrvc r- bältnisse int 5kohlenbcrgbau emzusetzen und aus Grund des C-rgebnifses einen Gesetzentwurf zur Bcsettigung der sestge-- stclltcn AiißstänLe schleunigst einzubrmgcn.
^arlümcutarisches.
B erlitt, 25. Jan. Die Budgetkommisslon des Reichstages beriet über die Forderung zur Veschleunigung des Baues der Otavibahn bis Omaruru von 1 750UOO^Jjiari. KoloniaDirektor Dr. Stübel erklärte gegenüber Müller-Sagan, es handle sich hier lediglich um eine aus militärischen Gründen notwendige Beschleunigung der Bahn, die ohnedies und zwar aus privaten Aeitteln gebaut werde. Schließlich wurde nach An- nchme deS An ragS Bachem die Forderung bewilligt. Einnahmen werden ebenfalls genehmigt. Die einzelne!'. Titel wcrdr.i nach kurzer Debatte genehmigt. Im Gesetz selbst wird nach Antrag (Siern und dem Zusatzantrag die auf § 3 bezügliche Aenocrmrg mit großer Mehrheit angenommen. Dadurch wird dem Reichskanzler für die bereits geleisteten Ausgaben ^.ndemnität erteilt. Bei der Beratung des Etats sur die Expedition in das f üd w e st a f r i ka n i f che Schu tz- gebiet für 1905 lverden zunächst die Ausgaben anläßli.ch, des Emgeboren-enaufstandes von 4 5 Millionen M k. bewilligt, eben io wettere Titel. Bei Titel 5 werden für Bagger statt der «-forderten 800 000 Mk. nur 600 000 Mk. bewilligt. Schließlich wird der g a n z e E t a t b e m i 11 i g t. Bei dem außerordentlichen Etat werden die Forderungen von 4G 708 610 Mk. für die Ko-
:y -n ‘ nach dem f bilingschen
“ciC-^'V/l r.r'.ch'rS dirponierl nlG heute. Zu sorgen, daß eL qV C'itiue ^ifertreu gesinnt za sein und ,ybi5niy.rdi|a) jaiL> pprase" schien der damaligen akadeniischen Jugend, cm ]o natur- W -ib-A. daß sich Tausmd- b«°UwiUig unter otc D-lnen dcS B T St. fwiitni, die an sich nicht bie ncnttgfte SeWfluns Mim antifemitis'^n und wnservativcn Parteimann hatten, verr iSffÄato bat am vorigen Donner tao bowezttÄ Ä s bic alten B. L. St.et in den flammt« »u m et ft auf der Linken siitzen. Die Klage A »vm Standpunkt bei Mcrni von Liebermann nut zu beteajtigt. ollgans keine var bis in bie »weite Witte seines Sie,erendarmts..attrr Stti" des SB. D. Lt-.SLerlW. v-limuth v. Gerlach w« es noch bü vor wenigen Jahren: Vr'edr^ch ^aum^-n« ist heute nod) alter Vcrr von Leipzig und Di. . anr
brcchcr war eS biS zu dem Tgc, wo Parteikkretariat mtt dem foslaldemottatstchen w>l■ ES. 2?Ä M


