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den begütertsten Divlomaten bo5 Hosgut Friesen beim bei SchoenhäuSl in Berchtes- der kaiserlichen Familie bei
Bei Periode
Nack seinem eigenen Geständnis wollte er die Ermordete berauben, «.nrb* 1- iebocf- b-'rr^ Prrrg h^rnn verbindet. —'
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 23. Oktober 1905.
Bei der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. hat die Handelskammer das A «hakten des Zuges 538 Fulda —Gieße« (Gießen an 7.43 nachmittags) in Rod gen in Vorschlag gebracht. Dem Anträge konnte aber für den Winterfahrplan nicht mehr statt- gegeben werden.
7. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.
Protokoll-Aus zug.
Gießen, den 18. Oktober 1905.
Anwesend die Herren: Kommerzienrat K'och, Vorsitzen- oer, Türbcck, Friedberger, Ihring, Klingspor. Now-ack, Rinn, Rohr, Kommerzienrat Schirmer, Schwall, Steinecke, Zur- buch, sowie der Syndikus Dr. Knippcr.
1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mit- zuteilen:
Kontingents geführt. Er zählt zu Deutschlands und besitzt u. a. Ludwigshafen, sowie die Villa gaben, wo er öfters Mitglieber sich sah.
Häufung der Meincidsverbrechcn.
der Eröffnung der gegenwärtigen Schwurgerichts- in Braunschweig hat der dortige Erste Staats-
Sachsen-Koburg. Nach besten Tode würbe er am 1. Januar 1900 zum Gcsanbten in Kopenhagen ernannt. In biesem Frühjahre begleitete er ben Kaiser als Vertreter des Auswärtigen Amtes auf der Mittelmeerreise, und man darf annehmen, baß seine jetzige Ernennung schon bamals entschieden wurde. Herr v. Schoen erhielt den hessischen Adel am 18. April 1885, kurz ehe er sich in Brüste! mit der Freiin Bertha Stephanie v. Groote verheiratete, die einer alten niederländischen, seit 1613 auch in Bayern angesessenen Familie entstammt und eine Tochter des verstorbenen belgischen ©e» sandten in Japan, sowie eine Schwester des derzeitigen belgischen Gesandten in Athen Baron Paul de Groote ist. — Herr v. Schoen wird noch als Major L la suite des Hess.
Spidplas brr vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus.
Dienstag den 24. Oktober"): ,Frühlingslust." Mittwoch der.
Oktober: „Earmen." Donnerstag den 26. Oktober, abend"
Vermochte».
• Runde Häuser sind nach dem „Jllustrated Scientifie News" die neueste Mode in der englischen Architektur. WaS die Billigkeit, Wärme und die allgemeine Nützlichkeit anbelangt, so soll ein „rundes HauS" dem rechteckigen Bau sehr vorzuziehen sein. Das erste Haus dieser Art ist für Mr. Barber Starker in Knock Ehannok, Schottland, gebaut worden. Es sieht angeblich gar nicht häßlich aus, ist durch Erkerfenster und bedeckte Hallen verschönert und bietet ein sehr angenehmes Wohnen. Tas Haus ist zweistöckig; um die Mittelhalle läuft eine Gallerie, von der man in die Schlafräume gelangt. Das kegelförmige Dach wird von einem durchbrochenen Türmchen gekrönt, das die Halle erleuchtet.
* Kleine Tageschronik. Ein Automobil, das von Mannheim zur Reparatur abgeholt werden sollte, stieß bei Neustadt a. d. H. auf der steilen Hambacher Straße auf einen Daum und wurde zertrümmert. Zwei Personen wurden schwer, drei leicht verletzt. Die Sclmld an dem Unfall soll den Ehauffeur treffen. — In Madrid wurden große Diebstähle in der Bibliothek des k ö n i g l i ch e n S ch lo s s e s entdeckt. Wertvolle Manuskripte und Bucker sind entwendet worden. Zwei Palastbeamte und c'in Mitschuldiger außerhalb des Schlosses sind verhaftet. — Ter Schooner Johanna Luise mit einer Rogaenladung von Lübecr nach Ehristianssund unterwegs ist verschollen. Man vermutet, daß er im letzten Sturme unter- gegangen ist. — Der HerinaSfänger Gambetta aus Havre der am 15. September zum dritten HeringSfang in die Nordsee gegangen ist, wird vermißt. Er ist am 2. Oktober zum letzten Male gesehen worden und seitdem verschollen. Wie nun von der holländischen Küste gemeldet wird, kann kein Zweifel mehr bestehen, daß der Gambetta mit seiner 24 Mann starken Besatzung untergeganaen ist. — Die Leiche des am Freitag in Wien 'verstorbenen Spaniers Don Ios6 Zenil war dort im Salon de» spaw Gcsandtschafts-Palais im offenen Sarge aus- gebahri. Durch Kurmcklug der elektrischen Pritung gerieten plötzlich die schwarzen Stoffe, mit dem« die Wände und bic t'd’c bc5 Saale? verkleidet waren, in Brand. Der gan^e Salon war bald, von flammen erfüllt. Die Leiche wurde von der -iicnmcW t«fc$ «u5 dem Sarge gehoben und in dm Hof getragen und babirrd) vvr Derbrennimg gesetzt. — In Mün- rf,e n- ' & e t der HauSbesiperm Ratlinger, der 26 •»
•Ite Laustursche Irlbacher, in seiner Wohnun, verhvftet wvrdem
halb 7 Uhr: Der Ring des Nibelungen. 1. Tag: „Die Walküre? Freitag den 27. Oktober geichlossen. Samstag den 28. Oktober; abends halb 7 Uhr: Der Ring des Nibelungen. 2. Tag: »Sieg- trieb/ Sonntag den 29. Oktober, nacknn'ttags halb 4 Uhr: „Der Trompeter von Sn'kkiugeu." Abends 7 Uhr: „Der Troubadour/ Montag ben 30. Oktober: „Frühlingslust/ Dienstag den 31. Cft., abends 6 Uhr: Ter Ring des Nibelungen. 3. Tag: „Götterdämmerung/
Schauspielhaus.
Dienstag den 24. Oktober*): „Tie Frau Dom Meere/ Mittwoch den 25. Oktober: „Stein unter Steinen/ Donnerstag den 26. Oktober: „Tie Journalisten/ Freitag den 27. Oktober: „Romeo und Julia." Samstag den 28. Oktober: „Stein unter Steinen." Sonntag den 29. Oktober, naelnn. halb 4 Uhr: „Ter Veilcheniresser/ Abends 7 Uhr: „Stein unter Steinen." Moistag den 23. Oktober: „Ter Schwur der Treue/
•) Anfang, wenn nicht anders bemcrft, abends um 7 Uhr.
Thcater-Aufaug.
Von alters her ist es bei uns in Gießen Sitte daß das Theater um 8 Uhr beginnt, so daß der Schluß mitunter erft in der mitternächtlichen Stunde erfolgt. Man scheint dabei allgemein von der Ansicht auszugehen, daß das Theater heutzutage nur Leute besuchen, die auf eine gesunde NacktruL' nichts geben, oder denen es nicht btrrauf ankommt, am andern Morgen ein Stündchen länger zu schlafen. Ich erlaube xnvt zu bemerken, baß dies eine recht einseitige Anschauung ist. An all die Beamten, Lehrerinnen, selbständiger: Kaufleute usw., dic sich solchen Luxus nicht erlauben können, denkt man nicht, während doch die Erwägung nahe liegt, daß, wenn solche Leute es sich gestatten können, am Morgen ein Stündchen zu sckioänzen, sie auch in ber Sage sind, sich am Mend ein halbesStünd- chen früher freizumachen und zur normalen Zeit im Theater zu sein. Im weiten Kreise meiner Bekannten herrscht die Gepflogenheit, nach dem Theater noch ein Stündch.'N gemütlich in einer Restauration beieinander zu sitzen. Tas aber führt bei dem späten Beginn der Theateraufsithrnngen dazu, daß man die Nacht zum Tage macht. Besser wäre m. E. ein systematisch festgelegter Anfang der Vorstellung. Aufführungen von durch- scknittsmäßiger, von normaler Länge beginnen um halb acht Uhr. kurze um acht Uhr Bei ganz besonders ausgedehnten Aufführungen möge man es getrost so rnacl en, wie in den Großstädte« : Anfang um 7 Uhr. Der Grundsatz müßte festgehalten werden, daß der spateste Schluß einer Theatervorstellung 11 Uhr ist, der normale aber zwischen 10 und 10’ '■ Uhr stattfindet. Tie Leute, die da befürworten, daß es ein allgemeines Bedürfnis ist, zu möglichst später dlbendstunde ins Theater und in möglichst früher Morgenstunde nach Hause zu kommen, geben nur die Wünsche eines ganz bestimmten Kreises wieder. Ich kenne Leute, die sehr gern einmal eine klassische Aufführung besuchen würden, aber davon absehen, weil ihnen die Nachtruhe dock noch lieber und für ihre Lebens- und Gesundheitsverhältnisse un- bedingt notwendig ist. Und darum behaupte ich: Die Tauer der Theateraufführungen bis gegen Mitternacht auszudehnen, entspricht nicht den allgemeinen Wünschen und trägt durchaus nicht zur Erhöhung des Theaterbesuches bei!
Anm. d. Red. Wir glauben allerdings auch, daß in btefen Bemerkungen Beherzigenswertes steckt und eine Regelung des Theateranfangs nach dem hier vorgeschlagenen Prinzip dem allgemeinen Interesse am meisten entspräck>e. Man muß bei Erwägung dieser Frage immer bedenken, daß — wann die Wochentagsvorstellungen auch beginnen und schließen — einem großen Teil des Publikums trotzdem nur der Sonntag für den Theaterbesuch bleibt. Und ist dies im Grunde nicht gut so?
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller un.. i r >iubrif stellenden Artikel übernimmt die Redaktz^" >"' (V-"r,(i?nm gegenüber keinerlei
Verantwortung)
In den, kommunalen Wahlkampf der z. Zt. in der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg geführt wird, spielt u. a. der Gehalt des Küsters eine wichtige Nolle. Es dürfte deshalb im Interesse der Gemeindemitglieder liegen, von der Angelegenheit, welche vielfach falsch dargestellt wird, ein richtiges Bild -u bekommen und die Rechtslage kennen zu lernen Bis zum Jahre 1K93 hatte der erste Lehrer in Krofdorf bezw. Gleiberg die Küsterdienste zu versehen. Hierfür bezog der Lehrer in Krofdorf von jedem Hausbesitzer ohne II n t c r t d) i e b der Eonfesston daS sogen. Glockenkorn, der Lehrer in Gleiberg von jedem Haus ein ogen. Hausgeld. Diese seit Jahrhunderten bestehende Leistung der (S i ü i I gern c i n b e Kroidors-Gleiberg erfuhr nun in dem genannten Jahre dadurch eine Umwandlu n g , daß auf Veranlassung der Königlichen Regierung zu Koblenz die Küsterdienste von den Lehrerstellen abgetrennt wurden. Es wurde nämlich für die beiden Gemeinden Kio'dorf und Gleiberg em gemeinschaftlicher Küster und für Gleiberg ein besonderer Lauter angestellt, für welche der Gemeinde- rat in seiner Sitzung am 16. Dez. lc93 einen dem Wert der bisherigen Leistungen entsprechenden Gehalt zu zahlen beschloß. Dieser Beschluß »and bie Genehmigung der beteiligten königlichen Behörden.
Infolge der geringen Beteiligung an der letzten Gemeinderatswahl seitens der kirchlich gesinnten Gemeindemitglieder kamen vor 3 Jahren einige Sozialdemokraten in den Gemeinderat, weiche es durchsetzten,. daß der Gemeinderat vor etwa einem halben Jahn den Beschluß faßte, vom 1. April 1906 ab den seit 11 Jahren gezahlten Gehalt des Küsters und Glöckners nicht mehr zu zahlen, mit andern Worten : eine s e i t I a h r h n n d e r t e u bestehende Leistung der Eivilgememde auf die Kirchengemeinde abzuwälzen. DaS Merkwürdige an diesem Beschluß ist, daß z. T. dieselben Leute, welche im Jahre 1893 „ja" sagten, jetzt „nein" sagen. Selbstverständlich wird die Kirchengemeinde, sobald die Eivilgemeinde die Zahlung einstellt, den Prozeß anftrengeu, den sie mit derselben Sicherheit gewinnen wird wie den früher mit der Eivilgemeinde geführten. Für die Kosten mögen sich dann die Krosdorser bei dem vcrehrlichen Gemeinderat bedanken!
Ferner Hut die Kammer beantragt, in den Zügen 515 Hungen —Gießen (Gießen an 5.24, bezw. 7.40 morgend und 516 Gießen —Hungen (ließen ab 6.25 nachmittags) je einen Wagen, der einige Abteile 2. Klasse mitführt, einzustellen.
Ministerium der Finanzen zu Darmstadt hat die Handelskammer die Bitte gerichtet, für bic schleunige Beseitigung der differentielle« Behand- limg des Lahn- und Tillgebietes einerseits urtb des Siegerlandes andererseits im Au s n a hme t ar i f ko ui 15. Januar 19 05 für die Beförderung von Steinkohlen uttd Koks für Hüttenwerke usw. einzutreten, da die Werke an der Lahn imb Dill jetzt gegen» über öenen an der Sieg benachteiligt und in ihrer Konkurrenzfähigkeit geschädigt werden
^er Eisenbahndirektion Fraulfurt a. M. wurde ein Gericht über die üagc des Erzbergbaues im Kammerbezirk im 3. Vierteljahr 1905 erstattet.
Zu den bevorstehenden Kartellverhandlungen im Reichsamt des r i wurde dem Großh Ministerium des Innern ein Gutachten über die Wirksamkeit der Kartelle in der Tapetenindustrie und im Tape tett Han del, sowie über die Tätigkeit der Spiritus zentrale erstattet. Während die Vereinigungen in der Tapetenbranche für den hiesigen Dundel überwiegend günstigere Verhältnisse gebracht haben, sind durch die Tätigkeit der Zentrale für Spiritusverwertung d • weiterverarbeitenden Industrien des Kammerbezirks (Branntwein- und Likörfabrikation, Essigindustrie), wie auch der Konsum schwer beschädigt worden.
.. 2- Gr-tcilung von Einfuhrscheinen nach
dem Inkrafttreten der neuen Handelsverträge.
gilt, Spalt — werd ich mich plag n!
kauf' im Monat 12 Schachteln Fan's Sodener ' nieral-Pastillen und wer von meinem Personal er- kallet. ist, kriegt eine Schachtel. Das kostet mich 'ne Kleinigkeit, aber dafür hab' ich immer gesunde Leute * s'Uo mir fehlt nie jemand wegen Krankheit, das mach
,c,t Jahren so und ich bleib dabei: gegen alle Er- Innungen nur „Sodener"! Preis 85 Psg. m allen ^voflcn' und Mineralwasserhaudlungen jju
anwalt von der „Änhäufting der Meineidsverbrechen" gesprochen. Nach seiner Auffassung hat nicht der Mangel an Respekt vor der Justiz die Meineide „so häufig werden lassen", sondern die geminderte Religiosität.
Es mag sein, das; gerade bei einer Schwurgerichtsperiode die Zahl der abzuurteilenden Meineide besonders groß ist, aber der vorliegende Fall beweist wie bedenklich es ist, einen vereinzelten Fall zur Verallgemeinerung zu benutzen. Tatsächlich hat die Zahl der Meineide eher abgenommen, als Zugenommen — d. h., um uns vorsichtig auszudrücken, die Zahl der Verurteilungen hat eher abgenommen, denn leider ist ja die Zahl der Meineide, die tatsächlich geleistet werden, unendlich viel größer als die Zahl der Anklagen wegen Meineids. Tas letzte Vierteljahrsheft der Statistik des Deutschen Reiches für 1901 gibt nun eine Vergleichung der Bestrafung"« weg?« Meineids für den Zeitraum von 1898 bis 1903. Danach sind in dieser Zeit bestraft worden wegen Meineids 783 bezw. 680 bezw. 615 bezw. 725 bezw. 631 bezw. 628 Personen. Im Jahre 1903 sind also 155 Personen weniger wegen Meineids bestraft worden, als fünf Jahre vorher. Hingegen sind in dem Jahre 1903 wegen Vergehung gegen Reichsgesetze überhaupt ■505 000 Personen bestraft worden gegen 477 800 im Jahre 1898. Während also die Gesamtzahl der strafbaren .Handlungen in einem, wenn auch nicht erheblichen, Maße zu- .genommen hat. haben die Bestrafungen wegen Meineids abgenommen, sodaß also diese Abnahme nicht nur eine absolute, sondern auch eine relative ist. Daß die Leistung eines Meineids mit wahrer Religiosität völlig unvereinbar ist, geben wir natürlich ohne "weiteres zu, daß aber die bloße Kirchlichkeit kein sicherer Schutz gegen denMeineid ist, geht wohl schon daraus hervor, daß gerade in dem frommen Oberbahern recht leichtfertige Auffassungen über den Eid herrschen. Sehr amüsant erzählt der frühere Münchener Rechtsanwalt Dr. jur. Ludwig Thoma, jetziger Simplizissimus-Redakteur, in feiner köstlichen Humoreske „Ter heilige Hies" von dem in Ober» boyern üblichen sog. „kalten Eid". Der Schwörende legt die den Schwursingern der Rechten entsprechenden Finger der linken Hand an die Hosennaht, und so geht nach oberbatzer. Volksglauben der mit der rechten Hand geschworene Eid durch die Linke hinab zum Teufel in die Hölle; der aber schützt den Meineidigen vor allen Strafen des Himmels und der Erde!
Tie Erhöhung der Getreidezvlle in den neuen Handelsverträgen wird zu einer großen Voreinfuhr von (^treibe bor dem 1. März 1906, dem Zeitpunkt bc5 Inkrafttretens ber neuen Handelsverträge führen, sie durch das System der EtnfuhrungSscheine «och eine wesentliche Vermehrung erfahre:' wird. Es ist zu befürchten, daß ohne den Erlaß von Ucbergangsbestimmunaen vor dem Inkrafttreten der neuen Vertrage im Inland eine große Ueberfülkung mit
Getreide und Mühlenfabrikaten eintreten wird, auf die nach dem 1. März eine starke Ausffilr und plötzliche Preissteigerung folgen wird. Da hierdurch sowohl der Reichsfiskus, wie auch ein Teil des Mühlengewerbes, der Handel und der Konsum geschädigt werden, so beschloß die Handelskammer, den Erlaß von UebergangsbestimTMtngen zu beantragen, wonach innerhalb einer 4—5monatrieften Frist nach dem 1. März 1906 bei der Ausfuhr von Roggen, Weizen, Spelz, .Hafer, Buchweizen und Speiscbohuen und den daraus her- gestellten Mühlenfabrikaten Einfuhrfcheine auf Grund der alten Zollsätze und nach Maßgabe des § 11 des neuen Zolltarifgesetzes erteilt werden sollen. Einfuhrscheine auf Grund der neuen Zollsätze solle« für die genannten Ware« innerhalb der UebergangSzeit nur dann erteilt werden, wenn nachgewiesen wird, daß sie zu den neuen Zollsätzen verzollt worden sind. Desgleichen sollen für Miihlenfabrikate und insoweit Einfuhrscheine auf den erhöhten Zollwert ausgestellt werden, als die Verwendung höherverzollten Getreides nachgewiesen werden kann, wobei jedoch den Mühlen die tunlichste Erleichterung des Identitätsnachweises zuzugestehen ist.
3. Vereidigung von Bücherrevisoren.
Bei der Handelskammer ist beantragt worden, einen Bücherrevisor öffentlich anzustellen und zu vereidigen. Die Handelskammer erkannte dzs Bedürfnis für die öffentliche Anstellung und Vereidigung eines Bücherrevisors für ihren Bezirk an und beschloß zunächst, daS Großh. Ministerium des Innern um die Genehmigung der im Entwurf fest- gestellten Vorschriften für die Tätigkeit von öffentlich an- gestellten Bücherrevisoren zu bitten.
4. Vereinfack>tes Abfertigungsverfahren im Güter- und Tierverkehr.
Tie Handelskammer zu Le'p'.ia statte in einem an den Deutschen Handelstag gerichteten Schreiben berichtet, daß von Firmen ihres Bezirkes über das neue vereinfachte Abfertigungsverfahren im Güter- und Tier Verkehr wiederholt Klagen geführt worden seien. Tie Hauptbeschwerden gipfeln darin, daß sich seit Einführung dieses abgekürzten Abfertigungsverfahrens die wüterverschleppunge« in außerordentlichem Maße vermehrt hätten und daß Reklamationen von Gütern teils mit großen Umständlichkeiten und Verzögerungen verknüpft, teils nahezu unmöglich gemacht seien. Eine Umfrage hat ergeben, daß im hiesigen Bezirke Mißstände der gerügten Art im allgemeinen nicht wahrgenommen worden sind. Nur in vereinzelten Fällen wurde über Güterverschleppungen nid Erschwerung der Reklamation berichtet. Tie Handelslammer sah deshalb davon ab, Die Wiederaufhebung des vereinfachten Mfertigu.ngsver- fahrens in Vorschlag zu bringen, beschloß jedoch, die Eintragung des Empfängers in : io Versandliste zu befürworten.
5. Vertretung von Industrie und Handel in den Kommunalverbänden.
Ter Deutsche Handelstag teilte mit. daß von preußischen Handelskammern Befchweteen i’b?r die mangc hafte Vertretung von Industrie Und Handel in den Kommunalverbänden, insbesondere in de« Kreistagen, erhoben worden seien und ersuchte um eine Aus kamst, ob auch in anderen Bundesstaaten ähnliche Verhältnisse vorliegen. Die Handelskammer beschloß, dem Handelstage mitzuteilen, daß sie in_ben Bestimmungen des hessischen Gesetzes vom 12. Juni 1874, befr. die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen, sowie in dem neuen Entwurf, betr. Kreis- und Provinzialordnung, eine Zurücksetzung von Industrie und Handel hinsichtlich ihrer Vertretung in den Kommunalverbänden nicht erblicken könne.
6. EintragungeinerJirmaindasHandels- r e g i ff e r.
Aus die Anfrage eines Amtsgerichts über die Eintrag- ungsvflicht einer Firma bofhloß die Kammer zu erwidern, daß der Umfang des betreffenden Unternehmens nicht über denjenigen eines Kleingewerbes hinausgehe und daß somit von der Eintragung abzujehen sei.
7. Eingänge.
Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen 31tgegangen über rumänische Eisenbahnen, die Gründung einer Aktiengesellschaft zur Ausbeutung der gruben in Bulak und Schirbut (Rußland). Aussichten auf Absatz von Stahl und Stahlwareir nach Baku, Warenabsatz- und Kreditverhältnisse in Südafrika, insbesondere in Bloemfontein, Port Elizabeth, Grahamstow«, East London und Laurenzo-Marquez, ferner über zweifelhafte Firmen in Utrecht, Vaals (Limburg) London, Bukarest und Eraiooa (Rumänien).
Die Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit im Bureau der Handelskammer eingesehen werden.
Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50^Kg.^Schlachtgewicht 'Kg. Schlachtgew. 86-90 Pi. '/* » 79-00 „
V, Kg. 72-82 Psg.
V, , 70—80 „
V, „ 76 86 „
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Weizen 100 ..iq. 18.60 Mk.
Roggen 100 Kg. 16.40 Mk.
Weißbrot 2 Kg. 52 Pig.
Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pig.


