Ausgabe 
22.3.1905 Erstes Blatt
 
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Professor von RenverS berufen wurde, unter sehr schwierigen Umständen die Behandlung der Kaiserin Friedrich zu über­nehmen. Seit 12 Jahren ist er ärztlicher Direktor des städtischen Krankenhauses.

Der Entwurf eines Wohnungsgesetzes ist heute 6cm preußischen Abgeordnetenhanse zugegangen.

Bremen, 21. März. Auf der neuen Werft der Aktien­gesellschaftWeser" lief heute nachmittag der für die kaiser­liche Dlarine neu erbaute kleine KreuzerN. J." glücklich vom Stapel. Die Taufrede hielt im Auftrage deS Kaisers der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Justizrat Dr. Troendlin. Der Redner hob hervor, wie der Kaiser un­ablässig bemüht sei, dafür zu sorgen, daß Deutschland oud) als Seemacht unter den Nationen den Platz einnehme, aus den es Anspruch habe. Schließlich taufte der Redner den Kreuzer auf den FlamenLeipzigs.

Kolornalpost.

Brüssel, 21. März. Wie jetzt bekannt wird, ist der Tod des Vizegouverneurs des Kongo st aates, Eostermans, auf Selbstmord zuruckzuführen. Eostermans war infolge Ueberanslrengung und des ungesunden Klimas derart nervös geworden und solchen Fleberallsällen ausgesetzt, daß er beschloß, sich in Europa zu erholen. Trotzdeni eine diskrete Ueberwachung durch ferne Freunde auSgeübt wurde, gelang es ihm, sich vor Betreten des portugiesischen Schiffes, das ibn nach Belgien bringen sollte, zu töten. Offiziös wird versichert, daß der Tod Eostermans keineswegs in Zusammen­hang zu bringen sei mit den Ergebnissen der nach dem Kongo- slaat auf Englands Betreiben entsandten belgischen Linier» suchungskommlssion.

rttuStand.

Kopenh agen, 21. März. Der Folketing nahm in zweiter Beratung mit 56 gegen 46 Stimmen den Gesetz­entwurf betreffend die Einführung der Körperstrafe in der vom Landsting beschlossenen Fassung an. Tie Durch­führung des Gesetzentwurfs ist damit gesichert.

Paris, 21. März. (Kammer.) Das Haus beginnt die Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Trennung von Staat und Kirche. Berry (Nationalist) sagt, die Annahme der Vorlage werde im Lande eine Erregung Hervorrufen, die mit Gewalt unterdrückt werden müsse.

In dem heute im Elysöe abgehaltenen Ministerral machte Delcassv Mitteilung vom Berichte des französischen Gesandten in Tanger vom 11. März, m dem es heißt, daß die dem Sultan bezüglich der Vorschläge und Ratschläge Frankreichs gegebenen Wrifllärungcn einen günstigen Eindruck gemacht und allen Gerüchten die Spitze abgebrochen hätten, die darauf hinzielen, die Absichten Frankreichs und den Eha- rakter seines Vorgehens zu entltellen.__________________________

AliS ^luöt uni) £iuij).

Gießen, den 22. März 1905.

** Empfang. Der Großherzog und die Groß- h erzog in empsingen am 21. März, vormittags 10 Uhr, im Neuen Palais das Bureau der Landessynode, bestehend aus Prof. I). Stamm-Gießen, 1.Vorsitzender, Direktor Brand- Mamz, 2. Vorsitzender, Oberamtsrichter Wahl-Schlitz, Schriftführer, Pfarrer D. Schlosser-Gießen, Schriftführer, ferner die von Sr. K. H. dem Großherzog ernannten Mit­glieder der Landessynode: Se. Erlaucht Graf zu Solms- La ub ach - Darmstadt, Pfarrer Widmann-Darmstadt, Pfarrer Hildebrand-Echzell, Prof. I). Drews-Gießen und Landgerichtsrat Schmeckenbecher-Gießen.

** Bienenzucht. Die zweite diesjährige Versammlung des Bienenzüchtervereins für Gießen und Umgegend, die am 19.. d. DL hier stattgefunden hat, war überaus gut besiicht. Gegen 50 Mitglieder hatten sich eingefunden, die den Aus- fübrungen des Herrn H en sek-Hirzenhain mit der größten Spannung folgten. Gilt doch Herr Hensel als einer der ersten Imker Oberhessens, und seine Betriebsweise im Vieretager ist mustergültig. Nach kurzer Einleitung über die Entwickelung der Bienenzucht führte der Redner seinen Hörern den Vieretager in Theorie und Praxis vor, sich über die Bevölkerung und weitere Behandliing, die Ein- und Auswinterung mit allen ihren Nebenfragen verbreitend. Den­jenigen Imkern, die mit Dreietagern wirtschaften, empfahl er das Schiedbrett auszumerzen und den Betrieb entsprechend dem im Vieretager einzunchten. Zum Schluß beantwortete Hen Hensel alle aus der Versammlung an ihn gerichteten Fragen. Tie nächste Versammlung findet anfangs Mai statt.

** Die Preise der wichtigsten Lebens- und (yuttcrmittel haben im Februar ihren Stand wiederum erhöht. Nach derStatist. Korresp." betrugen sie pro Tonne (1000 Kilogramm): Weizen 170 Mk., (im Januar ebenfalls 170, im Februar 1904 162), Roggen 139 Mk. (138 bezw. 130), Gerste 151 Mk. (150 bezw. 135), Hafer 143 Alk. (143 bezw. 126), gelbe Erbsen zum Kochen 235 Alk. (238 bezw. 230), weiße Speisebohnen 333 Nil. (330 bezw. 286), Linsen 391 Alk. (394 bezw. 356), Eßkartoffeln 67,4 Mk. (65,7 bezw. 56,1). Die Fleischpreise betrugen für Rindfleisch im Großhandel 1110 Mk. (1112 bezw. 1228); im Kleinhandel für 1 Kilogramm: Rindfleisch von der Keule 1.42 Mk. (1.42 bezw. 1.43), vom Bauche 1.21 Mk. (1.21 bezw. 1.20), Schweinefleisch 1.37 Mk. (1.35 bezw. 1.30), Kalbfleisch 1.43 Mk. (1.43 bezw. 1.44), Hammelfleisch 1.37 Mark (1.38 bezw. 1.41), inländischen geräucherten Speck 1.54 Mk. (1.53 nn Januar dieses Jahres und Februar vor. Jahres), Efzbutter 2.38 Mk. (2.40 bezw. 2.29), inländisches Schweineschmalz 1.58 Mk. (1.58 bezw. 1.53). Tie Preise der vier Getreidearten haben sich demnach gegen den Vormonat nur unwesentlich verändert. Tie Eßkartoffelpreise dagegen sind in den meisten Marktorten noch weiter gestiegen.

5 Bad-Nauheim, 21. März. Bei dem überaus milden, sonnigen Frühlingswetter herrscht hier allenthalben ein reges Treiben, gilt doch, alles für die Ankunft der bald zu erwartenden Kurgäste bereit zu machen. Die begonnene Bautätigkeit an den Badehäusern, Hotels und Privatgebäuden wird beschleunigt. In den Parks, Anlagen und Promenaden ist man nut der Instandsetzung der Beete, Wege rc. beschäftigt; die Fußpfade werden nut Kies bestreut, die Hauptstraßen gewalzt. In dem Kurhaus und den Bade- häusern find Schreiner, Weißbinder re. nut den ErneuerungS- atbetlen beschäftigt. DaS schöne Wetter hat innerhalb weniger

gestellt worden.

e* r- it !

die Ge- sei den, sich ibed ker ch,

beim Menschen verhalte, wisse man nicht genau. Ein gejui Mensch könne wohl etwas schweflige Säure vertragen, ein krai aber nicht, und diese genössen doch in erster Linie das Flei

wirken daß das Fleisch eine frische Farbe bekommt. Dr. B o n h o s s vom hygienischen Institut fügte hinzu, Zersetzung aber kaum verhindert werde. Das Attest des richtschemikers in Berlin sei unwesentlich, denn der Man kein Mediziner. Die neuen Versuche an Tieren hätten erg daß diese schweflige Säure sehr schädlich wirte. Wie es

Die beiden Kugeln, die in das Gehirn eingedrungen sind, konnten jedoch nicht entfernt werden. Der Z istcmd ist hoffnungslos.

ensalz und Februar 1902 V Polizei bei 3 3ur llnter- ^suchsanstalt

^ebebranb hatte aber künstliche Färbung festgestellt. Das richt hielt die liebertretung des Gesetzes für erwiesen und e kannte argen zwei Angeklagte auf je 40 Mark, gegen eine auf 30 Mar k und gegen die beiden lebten auf je 15 Mar Geldstrafe.i

Urgroßmutter, Großmutter und Mutter verwenden

Werner Breuer5 Caffe-Sinrogat. Die wachsende Generation bleibe dem Urfhell der Vor» fahren treu! t

Q>eri(4)tsiaal.

n. Gießen, 21. März. Tie Strafkammer verhandelte heute gegen die Zimmermeister Gebr. F. von Groi;°Karben wegen Vergehens gegen die Bauordnung. Es ist ihnen zur Last gelegt, daß sie' bei der Aufführung eines Tanzfaales zu Klem- Karben von dem behördlich genehmigten Bauplan abgeivichen lind und sonnt gegen die anerkannten Regeln der Baukuult verltoßen haben. Ter fragliche Bau stürzte ein, nachdem er bis zum Tellen des Taches fevtigge|tc(lt nmr, glüllllchertvetse zu einer Zeit, als keine Arbeiter daran tätig waren, so daß nicmaiib Schaden nahm. Nach Aussage des Sachversiändigen war der Plan, trotz seiner behördlichen Genehmigung, derart mangelhatt, bau, lueim and) genau danach gearbeitet tvorden wäre, der Einsturz hätte erfolgen müssen. Weiter war er der Ansicht, daß die Angeklagteii belirebt wareti, den Platt ztt verbessern; sie hätten sich aber als Bau- Handwerker trotzdem deßeu betvußt fein müssen, daß die Gefahr des Emimrzes bestehe. Ter Fall mürbe sehr milde behandelt, indem das Gericht je 15 Mk. Geldstrafe als entsprechende Luhne erachtete. Tie Strafkammer verurteilte ferner den Tagtohner H.H. von Alsfeld tvegen Zechprellerei zu 4 Aiouaten Gefängnis. H. hatte sich in einer Wirtschaft unter der unwahren Behauptung, fein Arbeit­geber werde Zahlung leisten, Genutzmittel verabfolgen taffen. Ter Taglohner Fr. 'DL aus Neustadt a. S. wurde durch das Schöffengericht Bad-Nmihenn wegen Hausfriedensbruchs zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. Seme Berufung wurde wegen uneutichuldigten Ausbleibens verwonen. Wegen groben Unfugs hatte das Schöffengericht Friedberg den Arbeiter I. AL aus Kilianstädten zu 10 'Dir. Getdstrcue verurteilt. Er soll am Bahnhof zu Hetdenbergeu laut gelungen haben, und nachdem ein Gendarm zur Feststellung seiner Per,onalien schritt, diesem jede Auskunft verweigert haben. Tas Schöffengericht hatte das Haupt­gewicht auf das letztere Verhalten des 'DL gelegt und darin etnen groben Unfug crbiicit. Im Gegensatz hierzu erklärte die Straf- innuner, daß es das gute Recht eines Beschuldigten sei, seine

Kundci ob Keikehr. Ao.äsrvinjchalt.

Kleine F i n a n z ch r o n i k. Ter Stadt Offenbach i die Genehmigung zur Ausgabe von 5 Mill. Mk. 3 %% Schuld­verschreibungen erteilt worden. Tas Bankhaus Gebr. Beth man t hat die Einführung von 6 'Dliü. Mk. 3 V/Zo Anleihe der Stadt Dl a i n z von 1905 an der Frankfurter Börje beantragt.

Berlin, 21. März. Das Deutsche Reich Ipt bekanntlic nn Jahre 1900 80 Mill. Mk. 4 proz. Schatzanweisunge! begeben, von denen Sepie 3 über 20 Millionen Mark am 1. Api 1905 fällig wird. Während die beiden vorhergegangenen ar 1. April und aut 1. Juli 1904 fällig gewesenen Serien 1 und 1 den Inhabern gegen 3y2 Proz. Schatzanweijungen umgetauscht wurH den inub, soweit der Umtausch nicht erfolgte, zur baren Nück-U zahlung gelangten, werden die am 1. April fälligen 20 Mill.» Mark der Serie 3 ihrem vollen Betrage nach bar eingelöst.7 Tie Verzinsung hört am 1. April auf. Im Interesse der Inhaber liegt cs daher, diese Schatzanweisungen rechtzeitig zur Einlösung! vorzuiegen, zumal die bei den Reichsbankstellen außerhalb Ber-H iins zur Einlösung gelangenden Schatzanweisungen vorher derH Kgl. Preußischen Staalsschuldentilgungskasse in Berlin zur An- j er Leimung, eingesmidt werden müssen. Von den Serien 1 und 2, | deren Zotseiuauf am 1. April und 1. Juli 1904 aufgehört f)at, \ sind 70 000 Mart bisher rwch nicht zur Einlösung gelangt

Märkte.

ke. Frankfurt a. M., 21. März. Leu» unb Stroh- martt. Heu kostete heute Mt. 3.20-3.50, Stroh Mk. 2.10 di- Alk. 2.30. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.

rer Entschuldigung Konservensalz, F

t gut empfohlen

......

Personalien zu verweigern; ob er damit gut tue, lei eine andere .Frage. Ta nach den Zeugenaussagen DL auch nicht gelungen, Mdern nur laut gesprochen hat, tarn das Gericht zur Frei- ivr^ung. Turch das Schöffengericht Herbstein wurde der ^ipidwirt H. S. II. zu Engelrod wegen eines von jemem jährigen Sohn verübten Feldfrevels in Straw genommen, Ta er bei Aufruf nicht anwesend war, wurde feine LeVU'ung ohne Beweisaufnahme verwonen. H. St. von Rödgen hatte den Gastwirt H. wegen Beleidigung verklagt. Tas Schöffengericht fom zur Freiiprechung, was St. Anlaß zur Berufung gab. H. soll'tn einer Gememderatslitzung m Bezug auf Lt. geäußert haben Uen» St. heute keine Arbeit hat, so hat er morgen mchts zu effeif*, ?nb -wenn ihm etwas pafftert, fällt er der Gemeinde mr traft". (S^nfoivenig als ui enter Jmtanz konnte das Berufungsgericht feststelle"' 5ic 2leußerung jo gelautet habe und bau sie beleidigend fer erfolgte deshalb Bestätigung des Urteils. Tie Frau V. y. Pou Wmgershau|en wurde eben- 'alls mit ihrer Berufung abgeivid'611*. l)atte in der Wohnung des Landwirts A. Llaudal gemodn- fobau bie|er sich genötigt sah, sie aus dem Haus zu entfernen. Er 'siwg sie dabei etwas derber angefaßt haben, als nötig war. Eme^Körperverletzung, dessen sie Appel beschuldigte, konnte nicht fe|lge'lellt werden. Uebngens waren Zeugen bei dem Vorfall nicht zügeln, -tas erftuiltanzliche Urteil mußte somit bestätigt werden. , . . .

() Diarburg, 21. Mürz. Ein b)0T^e,r'> ^E ^ngeurigen des Fleischergewerbes, nicht minder auu) bie Flei|ch- ionsumenten interessieren der P r o z e " befchastigte heute in mehrsiünLfiger Verhandlung die hiesige ^trastammer. Fünf Metzgermeister aus Homberg bei \aOel ivareit an* geklagt, durch Zusetzung von K o n s e r i Farbstoffen znm Fleisch das Gesetz vom 18. übertreten zu haben. Im vorigen Jahre hatte ihnen Flrischproben entnommen, und diese wa suchung nach Marburg in die landwirtschaftliche _ geschickt worden. Auf Grund des gewonnenen Resul^aren nun die fünf Metzgermeister unter Anklage gestellt )oc?rE>cn- gaben heute übereinstimmend zu ihrer Entschuldiguw^ an, oav sie schon seit langen Jahren das K einem Gerichtschentiter in Berlin hier gm cuivivyitn v - , . > nutzten, von einem Zusatz von Farbstoff zum Fleisck>' r} nichts bekannt. Zudem wäre auch noch niemand i usoige.J** Genusses des so behandelten Fleisches erkrankt, sie es in ihren eigenen Familien. Interessant waren achten der beiden Sachverständigen. Dr. H e b e b r a n hiesigen landwirtschaftlichen Versuchsstation bekundete, uJnfpi den 10 Proben 6 beanstandet worden wären, in 5 hie»x schweflige Säure und in 3 außerdein noch der Farbstü ^^ 1 <'

Die schweflige Säure des &onferocnfai^7^ r?

Tage die Natur verwandelt. Ein gutes Frühjahr iff für die Saison von größter Bedeutiing.

-f- Friedberg, 21. März. Die Errichtung einer elektrischen Bahn von hier nach Bad-Nauheim ist jetzt einen Schritt weiter gerückt, nachdem zwischen dem Land- tagsabg. Damni und dem Bürgermeister Dr. Kayser eine Besprechung slattgefunden hat. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. In Bad-Nauheim scheint man endlich seinen Widerstand gegen das Projekt anfztigeben, dessen Ver- ivirklichung von Friedberg schon lange erstrebt wird.

-j- Hel den bergen, 20. Viärz. Die Bahnstrecke Hel den bergen Stockheim ist jetzt so weit ferliggestellt, daß die Eröffnung im Juli oder August erfolgen kann; die Stationsgebäude werdeii jetzt im Innern ausgebaiit. Halte­stellen haben bekommen Heldenbergen, Eichen, Höchst, Oberau, Altenstadt, Lmdbeun, Heegheim, (tilmibcrg und Stockheim, Die Teilstrecke HeldenbergenVilbel wird dagegen erst im Sommer 1906 vollendet sein. Ta die Äiidder in dieser bergigen Strecke viele Wuidilngen macht, so sind hier erheb­liche Geländeschivierigkeiten. Zwischen Heldenbergen und Gronau find allein fünf Brücken über die 9tidder erforderlich, ivelche zum Teil begonnen find. Der Tunnel bei Büdes­heim, dessen Durchsuch lürzlich erfolgte, wird jetzt zwei Dieter breiter und tiefer aiisgeschachtet. Die hier gewonnenen Basalt, massen werden zur Besd)ollerung des Oberbailes uitd zum Bau der Brücken benutzt.

Frankfurt, 20. Marz. In der GöRv.straße 22 in Bockenheiui stürzte das v i e r Di o n a t e a l 1 e T ^,ch t e r ch e u der Ehelciite Hiltner aus dem Kinderwagen in ein? Daneben flehende Badewanne und ertrank. Ter Korbflechter Lorenz Schreiber hatte eine kleine Werkstatt in der Lad??-' reihe der Gelben Hirfchgasse 9. Mit seiner Frau lebte cf ständig in Unfrieden. Tas Geschäft ging nicht besonders und um seine Sorgen zii betäuben, trank er. Irgend etwas muß ihn in den letzten Tagen vollends aus deni Gleich­gewicht gebracht haben. Ter junge, kaum dreißigjährige Diann hat sich in seiner Werkstatt durch Oeffneu des Gashahns getötet.

Frankfurt, 21. März. Nach der von dem Statisti­schen sjlmt heransgegebenen tabellarischen Ucberficht war die mittlere Iah re sb evö Ikerung Frankfurts im letzten Jahr 316 000 Seelen.Ter große FlußdauipferJn- duslrie 18*, der heute früh nach Antwerpen abgehen wollte, hat bei seiner Ausfahrt schweres Unheil angerichlet. Der mächtige Kahn wollte nach seiner Aiissahrt ans deui Hafen durch die Schleuse fahren, niußte aber vor der Eifenbahn­brücke drehen. Em kleinerer Dampfer half ihm dabei. Trotz- deui bekam ^Industrie 18* die Kehre nicht und rannte nm der Bugspitze denRuf* (Hinterteil) des vor dem Kohlen­lager von Kleinschmidt liegenden' beladenen K oh l en sch i ff e s Heinrich von Diühlhcim" an. Das Kohleiischiff erhielt ein Hartes Leck und sank mit dem Hinterteil. Durch den heftigen Anprall fiel in der Kajütenwohnung der Ofen um und setzte zwei Zimnier in Brand. Zum Glück waren Frat> und Kinder des Kapitäns in der Stadt. Der kleine Dampfer zog das befchädigte Kohlenschiff in den Kohlenhafen, wo es entladen, atisgepunipt und repariert wird.

Offenbach, 21. März. Das Frauenkomitee, welches in allen Schichten der hiesigen Bürgerschaft mit großem Er­folge Sammlungen zur Erwerbung eines hervorragenden Erzeugnisses der Offenbacher Industrie als Hochzeits- gefchenk der Stadt Offenbach für das Groß herzogliche Paar veranstaltet hat, hielt gestern eine Sitzung ab. Es wurde beschlossen, als Geschenk einen Vierspänner-Break- Iagd wagen, der in der Hofivagenfabrik Dick u. Kirschten erbaut worden ist, als Geschenk anzukailfen und den Rest der gesammelten Geldsumme dec Großherzogin Eleonore zu einem von ihr selbst zu bestimmenden wohltätigen Zwecke zur Ver­fügung zu stellen. Der große und doch leicht und elegant gebaute Wagen wurde vor einigen Jahren für die Pariser Weltausstelliing hergestellt, wo die Firma mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Das Gefährt ist für zwölf Personen eingerichtet; es hat zwei Quersitze für je drei und zwei Längssitze für je zwei Personen; außerdem ist noch ein zweisitziger Rücksitz für Kutscher und Diener vorhanden und io angeordnet, daß ein rasches Abspringen möglich ist. (O. Z.)

w. Eronberg, 20. März. Heule fand hier der 6 6. Feldbergfest-Turntag statt, der, wie der Vor­sitzende Röbig-Rödelheim konstatierte, die bestbesuchteste Versammlung war. 104 Vertreter waren anwesend. Die Unfall» und Haftpflichtfrage nahm einen hervorragenden Teil der Tagesordnung in Anspruch, und es wurde gewünscht, daß die beteiligten Vereine selbst für beide Fälle Sorge tragen. Als Uebungen für das diesjährige Feldbergsesl wurden bestimmt: Freihoch, Stabhoch, Freiweithoch und Steinsloßen. Bis zu 24 Punkte sollen Diplome gewährt werden.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Chauffeur Mai von der Firma L. Peter fuhr von Niederrad nach Frankfurt. In der Nähe vom Mummschen Garten fließ er mit einem Wagen zusammen, wobei er so schwer an der Brust verletzt wurde, daß ec gleich nach deni Unfall starb.

* Kleine Tages cyronit. In Dortmund kehrte in animierter Stimmung in der Nacht der Anstreicher Kraerner in feine Wohnung zurück und begab sich in seine unter dem Dach gelegene Schlafstube. Dort ist er durch das Fenster auf das ^acl) gestiegen und hat sich dort niedergelegt. Jedenfalls ist er nicht mehr Jperr über sich selbst gewesen und unten auf einen hchzerncn Staletenzaun gefallen, von dem ihm vier Spitzen tief in den Untcrieib und in den rechten Oberschenkel drangen und schwer verwundeten. Bald nach seiner Einlieferung in das Krantenhans trat der Tod ein. In K ö l n gelang es der Kriminatpoli-ci einen 21 jährigen stellungslosen .Handlungsgehilfen seuzunehmen, der in letzter Zeit in etwa 20 Fällen dadurch Be­trügereien verübte, daß er fiu) als Arzt Dr. Elassen, Dr. Earnap oder Dr. Grüneberg ausgab unb augab, in einem der hiesigen Hospitäler angestellt z>u sein. Der Verhaftete hat sich bei Leinen Geld erschwindelt und auch Betrügereien in verschiedenen Ge­schäften ausgeführt. In Ansbach feuerte der 17 Jahre alte Sohn des Buchdruckereiarbeiters Blumberger auf seinen Water, da dieser in trunleiiem Zustande seine Frau mißhandelte, zwei R e v o l v e r s ch ü s s e ab und verletzte ihn schwer. Daraus orachte sich der Solm selbst dura) zwei Sck)üsse tödliche Verletz­ungen bei. Bsi finer G r u b e n - Ex P l o s i o n im Berg . wert Drenkove in Süd-Ungarn fanden 12 Bergleute den . Lod. Zwei^ wurden lebensgesuhrlich verletzt. In Paris mußte Our Schriftsteller Antonin Proust, der in der Nacht vom 20. auf den 21. ds. einen Selbstmordversuch gemacht hatte, einem operativen Eingriff in die Schädeldecke unterzogen werden. I

dem man durch Konserveuscuz ein frisches Aussehen gebe. DH cc Zusatz von Farbe wurde zwar von den Angeklagten beftritten,