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Erstes Blatt.
155. Jahrgang
Mittwoch 22. Februar 1905
Schulstratze 7.
Übrefie für Depeschen:
Anzeiger Gtetzen.
^ernsvrechanlchluß Nr. 61.
Nr. 45
•rieftet esgltch
außer Sonntag«.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giehener Kamillen, »lütter viermal in der Woche beigelegt.
Alotationsdruck u. Verlag der Brü h l'scheu Univers.-Buch-u. ©teilt- »ruderet. R. Lange. Redaktion, ExvedMoa
Be-ag»pret»r ▼ VW JE&ök UM monatlich 75 Pi., viertel-
Gietzener Anzeiger
w ®tneral.äniciger * SSM!
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen WS . iiiiLLiiwii»iiiLL>i^!tw*,n^n-juM.r.jjinn.j — ■ ■ ।L-_ zeigenteil: Hans Beck.
3)ie öeutiqe Nummer umfaßt 10 Seiten,
Zur Lage in Kußkand.
Die Einberufung eines Zemski Sobor
die im Prinzip bereits beschlossene Sache war, wird nach privaten Meldungen vorläufig unterbleiben. Die Hoffnung, daß es möglich sein werde, die innere verworrene politische Lage Rußlands auf diesem Wege mit. Hilfe der gesamten Bevölkerung zu klären, muß demnach als gescheitert betrachtet werden. Die maßgebenden Kreise befürworten die schärfste Reaktion!!
Der „Schles. Zig." zufolge soll sich indeß die russische Regierung durch ihre Berliner Botschaft alles Materiäl über die deutsche Arbeiterversicherung ausgebeten haben, offenbar, um es bei der geplanten sozialpolitischen russischen Gesetzgebung zu benützen.
Die Reformberatungen.
Petersburg, 21. Febr. In der heutigen Sitzung des Ministerkomrtees wurde mitgeteilt, daß der Kaiser auf den Antrag der Synode die Befreiung von sieben Personen aus Klosterkerkern gestattet habe. Hierauf ging das Komitee zur Besprechung des Sektenwesens über, behandelte die Lage der altgläubigen Geistlichen und erörterte sodann die Fragen, betreffend die Erteilung des Pastorentitels zur Verrichtung privater und öffentlicher kirchlicher Handlungen, zur Erteilung des Religionsunterrichts an Kinder von Sektierern und zur Führung von Zivilstandsbüchern unter behördlicher Kontrolle. Ferner erörterte das Ministerkomitee die Frage, ob es zulässig ist, den Altgläubigen zu gestatten, eigene Schulen zu eröffnen, Druckschriften herzustellen und Mischehen einzugehen.
Berlin, 21. Febr. Eine Deputation des Fürsten- watder Ulanenregiments Rr. 3, Kaiser Aleran^r II. von Rußland, dessen Chef Großfürst Sergius war, wird sich zufolge einem von der russischen Botschaft in Berlin an den Regimentskommandeur gewandten Telegramm nicht zu den Leichcnfeierlichkeiten in Rußland begeben.
Großfürst Paul
ist am Dienstag in Zarskoje Sselo angekommen. Seine Gattin hat er indes an der Grenze verlaffen müssen, da die Erlaubnis zum Ueberschreiten der Grenze für sie nicht gewährt wurde. Sie ist bekanntlich die geschiedene Frau des Obersten Pistohlkors, mit der sich der Großfürst gegen den Willen des Zaren heimlich hatte trauen lassen. Frau von Pistohlkors hatte kurz vor der neuen Ehe vom bayrischen Prinzregenten den Titel einer „Gräfin von Hohenfelsen" erhalten. Die Vermittlerrolle zwischen Zar und Großfürst spielte, wie man hört, die an ihrem Bruder zärtlich hängende Herzogin-Witwe Marie von Ko bürg. So hat die Ermordung des Großfürsten Sergius und die durch sie hervorgerufene Verstärkung des Gefühls der Zusammengehörigkeit zwischen den einzelnen Mitgliedern des Zarenhauses die Versöhnung nicht eigentlich herbeigeführt, sondern nur beschleunigt.
Unruh n.
Die Unruhen in Baku (Kaukasus) dauern fort. Die gegenseitige Erbitterung steigert sich bis zum äußersten. Die Leute fällen auf den Straßen übereinander her. Viele wurden getötet odex verwundet. In einzelnen Stadtteilen wurde geplündert. In einem Stadtteil stehen Häuser in Flammen. Die Lage der friedfertigen Einwohner ist schrecklich. Es herrscht allgemeine Panik. Auch in Balakhanakh sind Unruhen ausgebrochen. Die in Baku stehenden Truppen sind offensichtlich unzureichend, um die Ordnung wieder herzustellen.
In Warswau wurde der Leder Händler Zwiebel in seinem Hause von jüdischen Arbeitern ermordet. Aus den Direktor der Warschauer Spitzenfabrik Körner wurde, als er von einer Besprechung mit den Arbeitern zurückkehrte, ein Mordversuch gemacht, der jedoch mißlang.
In Suchum-Kalö (Gouv. Kutais) ist der Generalausstand ausgebrochen. Infolge der Drohungen der Agitatoren sind die Geschäfte geschloffen. Sowohl Fuhrleute wie Boots- sührer fehlen. Es gibt weder Brot noch Fleisch, noch sonstige Eßwaren zu kaufen. Am Dienstag abend wurden unter militärischem Schutz zwei Fleischbuden geöffnet. Auf den Straßen ist eine Menge Arbeitsloser. Üeberall sieht man Militär. Viele Einwohner der Stadt hungern. Die Führer der Arbeiter versprechen baldigste Beilegung des Ausstandes.
Aehnliche Alarmmeldungen liegen aus zahlreichen anderen -Orten vor.
Rach einer Meldung der Daily Mail aus Petersburg rvurde befohlen, daß die Kutschen der Großfürsten keine Abzeichen mehr tragen sollen. Bei verdächtigen Personen rvurden Haussuchungen vorgenommen, wobei vierBomben gefunden wurden. Die Untersuchung derselben durch Sachverständige ergab, daß die Bomben ausländischen Ursprungs waren und eine enorme Zerstörungskraft besaßen. — Der Standard meldet aus Moskau, die dortigen Behörden seien sehr beunruhigt infolge der kürzlich in die Kasernen gelangten zahlreichen revolutionären Proklamationen. Die Soldaten werden fast täglich einer Leibesvisitation unterzögen und diejenigen, welche im Besitz derartiger Schriften befunden werden, erhalten schwere Gefängnisstrafen.
Gapon.
Paris, 21. Febr. Libre Parole berichtet, daß sich der Priester Gapon in Paris in sicherem Versteck aufhalte. Er teilte in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter des genannten Blattes Einzelheiten über die Petersburger Vorgänge mit. Gapon erzählte u. a., daß der Konflikt anfänglich nur ein solcher zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gewesen sei und später erst, nachdem der Generalstreik erklärt war und darauf innerhalb 5 Tagen 240 000 Arbeiter in 1800 Fabriken streikten, politische Momente hinzugekommen wären. Gapon versichert, daß die Truppen schon schossen, ehe aus der Menge zwei Schüsse abgegeben worden seien. Er ist jedoch der festen Ueberzeugung, daß die beiden Schüffe von Polizeibeamten abgefeuert wurden, um das Militär zu provozieren.
Attentatfurcht.
Wie aus Nizza berichtet wird, muß das dortige russischeKonsulat von der Polizei streng bewacht werden, da man ein Attentat gegen dasselbe befürchtet. An der Front des Gebäudes wurde nämlich nachts von unbekannter Hand in Oelfarbe die Inschrift angebracht: „Nieder mit dem feigen Kaiser, es lebe die russische Revolution". Verschiedene Protestmeetings gegen die blutigen Ereigniffe in Rußland sind angekündigt und man erwartet tumultuöse Kundgebungen.
Der Krieg.
Vom Kriegsschauplätze.
Petersburg, 21. Febr. Ein Telegramm des Ge- nero.ladjuta.nten Kuropatkin vorn-20. Februar an den Kaiser meldet: Die Japaner setzten ihren Angriff auf Tsink- hecheng fort, wurden aber von unfern Abteilung zurück- gewDrfen, welche -am 19. Februar Dapin buch an besetzte. Am 18. Februar verbrannte eine KosakenpatrouiNe in der Nähe des Dorfes Lichagu, 10 Werst nordwestlich von Chugurnin, ein feindliches Depot für Lebensmittel, nahm zwischen Lichagu und Chagumin einen Provianttransport fort und verbrannte denselben, als sie von drei Seiten vom Feinde eingeschlossen war, woraus sie zu unseren Truppen durch die Berge zurückkehrte.
Tokio, 21. Febr.. (Reuter.) Marschall Oyama berichtet: Gestern fand ein unbedeutender Jnfanterieangriff auf Fangschop statt. Tie Russen beschossen in der Nacht zum Montag Lapatai mit schweren Geschützen.
Russische Mißhelligkeiten.
Petersburg, 21. Febr. Ganz Petersburg verfolgt mit gespanntester Aufmerksamkeit die einzelnen Phasen des Konfliktes Gripenbera-Kuropatkin. Eine dem Hofe nahestehende Persönlichkeit erzählte, Gripen- berg habe in seiner Audienz beim Zaren einen unangenehmen Mangel an Takt und selbst an Patriotismus an den Dag! gelegt. Wenn alle Einzelheiten, die man von der Audienz berichtet, wahr sind, kann kein Zweifel darüber bestehen, daß Gripenberg vor ein Kriegsgericht gestellt wird. AN die Stelle des aus Gesundheitsrücksichten zurücktretenden Generals Kuro- patkin soll Großfürst Nikolai Nikolajewitsch treten.
London, 21. Febr. Aus Petersburg wird berichtet, daß aus der Mandschurei eingetroffenen Meldungen zufolge die jüngsten Niederlagen der russischen Truppen sowie die zwischen den Führern der russischen Armee bestehenden Meinungsvers chiedenheiten auf die Mannschaften einen deprimierenden Eindruck gemacht hätten. Es verlautet, daß auch General Linje- witsch, dem Beispiele Griepenbergs folgend, nach Rußland zurück kehre n vsird. Linjewitsch wird Mangel an Initiative vor geworfen.
Die Mörder der Attaches.
Tschifu, 21. Febr. (Reuter.) Tie beiden verhafteten Chinesen sagen über die Ermordung der beiden Marineattaches Frhr. v. Gilgenhe im'b und de Cuverville folgendermaßen aus: Die Attaches hätten zusammen mit russischen Zivilisten eine mit fünf Chinefen bemannte Tschunke genommen. Ms sie auf der Höhe von Liaoschan waren, hätten die Chinesen, die das Herannccheu eines Sturmes befürchteten, darauf bestanden, in die Taubenbucht zurückzukehren. Tie Reisenden hätten jedoch versucht, sie zur Weiterfahrt zu zwingen. Darauf entspann sich ein Kamps, bei dem drei Europäer über Bord geworfen wurden. Daraus seien die fünf Chinesen, da sie nach Port Arthur zurückzukehren sich fürchteten, mit der Tscyunke nach Liao tschau fu nördlich von Tschifu gefahren. Tie der Mordtat schuldigen Chinesen wurden hier durch Flüchtlinge aus Port Arthur identifiziert, die seinerzeit: die Tschunke für die Attaches mieteten. Tie Verhaftung der andern drei in diese Angelegenheit verwickelten Chinesen wird erwartet.
Reue Russische Torpedoboote.
Kairo, 21. Febr. Ter große amerikanische Schiffbauer Lewis Nison hat sich auf der Durchreise nach Sewastopol hier aufgehalten und erzählt, daß er 50 Torpedoboote 2. Klaffe für die russische Regierung in Sewastopol zu bauen hat. Das Material für zehn davon hat er schon in Amerika binnen zwei Monaten fertig gestellt und nach Sewastopol geschickt, die anderen wird er in Sewastopol selbst mit entern Stab amerikanischer Techniker und Arbeiter bauen, sie werden dann in einzelne Teile zerlegt und per Eisenbahn nach dem Amur geschafft werden.
Vom FriedenMingklang.
Der „Köln. Ztg." wird von einem mit , Einmischung und Vermittelung^ nverschriebenen Artikel am. Berlin vom 20. Februar Mschriebeu: Neuerdings will mau wissen, daß Deutschland und der deutsche Kaiser Rußland sowohl darin b estä r kten, den Kvieg bis. auf 5 äuß.e.r $$
durchzuführen, als auch den Liberalen im Jinnerh keine Zugestäindnisse zu machen. Beides ist vollkommen falls ch So wenig Deutschland an eine Friedens- Vermittelung denkt, ebensowenig kann es als seine Aufgabe betrachten, die Kriegspartei in Rußland zu stärker, oder Rußland im Innern eine liberale oder reaktionäre; Politik zu empfehlen. Weder im diplomatischen Verkehr! der beiden Reiche, noch in den sehr freundschaftlichen Beziehungen des deutschen Kaisers zum Kaiser von Rußland! ist jemals der Versuch gemacht worden, in irgend welcher! Weise die innere Politik Rußlands zu beeinflussen oder? auch nur ihm freundschaftliche Ratschläge zu erteilen. Beides würde dem Grundsatz der unbedingten Neutralität und Nichteinmischung in die äußeren und in noch höherem Grade aber in die inneren Angelegenheiten eines befreundeten Staates nicht entsprechen.
Aus Paris kommt folgende Meldung: Von den in bett letzten Tagen verbreiteten Gerüchten von Verhandlungen! zur Herbeisührunjg des Friedens scheint nur das eine richtig zu sein, daß die russisch e Regierung allerdingA v ow Paris auS sondiert worden ist, ob sie zu Konzessionen; bereit wäre, welche den Frieden herbeiftchren könnten. Die Antwort, welche von russischer Seite gegeben wurde, läßt jedoch keinen Zweifel bestehen, daß man in Petersburg! vorerst jede Verhandlung vertagt sehen möchte, in der Hoffnung, daß ein '.venn auch geringer Erfolg der russischen Waffen in Ostasien den Friedensschluß unter ehrenvollen^ Bedingungen gestatten wird. Unter diesen Umständen darf man immerhin voraussetzen, daß Rußland sich nach der nächsten Schlacht in jedem! Falle zu einem Friedensschluß geneigt zeigen! wird, und daß die Bedingungen dieses Friedens nur oavo-nj abhängen werden, ob diese künftige Schlacht günstig oder ungünstig für Rußland ausfällt.
Von japanischer Seite wird gemeldet, daß die japa». nische Regierung bereit wäre, Frieden unten folgenden Bedingungen zu schließen: Annektierung der Insel Sachalin durch Japan, japonisisches Protektorat über Korea und Oeffnung der Mandschurei die ganze Welt.
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MMische Tagesschau.
„Fürst Bülow."
Zu den jetzt wieder auf tau drüben Gerüchten, der Kaiser beabsichtige, den Reichskanzler Grafen von Bülow, sowie die Hcmdels- üertrage unter Dach rrnd Fach gebracht seien, in den prenßisch-ert Fürstenstand zu erheben, schreibt man uns:
Es ist den politischen Kreisen Berlins kein Geheimnis, daß der Kaiser dem obersten Beamten des Reiches diese Auszeichnung nicht nur bereits bei früherer Gelegenheit zugedacht hatte, sondern datz der Reichskanzler tatsächlich sebon einige Stunden l a n g F ü r st g e w e s e n ist. T-as war, als es der staatsmännischen Geschicklichkeit des Grafen Bülow gelungen war, die vielumstrittene- Zolltarifvorlage im Reichstage zur Annahme zu bringen. Voll Dankbarkeit hierfür teilte der Monarch dem Kanzler in einem eigenhändigen Schreiben mit, daß er ihm den Fürsten titel verliehen habe, und adressierte dieses an „Seine Tmchlaucht den Fürsten von Bülow". Tas Schreiben enthielt zugleich eine Einladung 511 einer an demselben Tage stattfindeuden Tafel int Neuen Palais zu Potsdam. Als der Reichskanzler zu dieser erschien, stattete er seinem kaiserlichen Herrn zuvörderst seinen ehrerbietigsten Tank für die ihm zugedachte Erhöhung ab, bat dann aber von ihr A b st a n d zu ne hm en, da er das Bestreben habe, künftighin größere Tienste zu leisten, und das Werk, das er bis jetzt vollbracht, einer so außerordentlichen Anerkennung nicht für wert ansehen könne. Der Kaiser gab diesen Vorstellungen schließlichnach und zo g die Verleihung zurück. Nicht ohne Einfluß war das Verhalten des Grasen von Bülow, mögen hierbei auch zwei Umstände privater Natur gewesen sein: einmal der, daß er keinen Erben besitzt, da seine Ehe kinderlos ist, und dann der andere, daß der Furstenstand ihm noch vermehrte Repräsentationspflichten auferlegen würde, während, tote Eingeweihte versichern, zu denen, die jetzt auf ihm ruhen, nicht nur fenr Gehalt nicht ausreicht, sondern auch Jahr für Jahr von seinem eigenen Vermögen ein Stück zusetzt. Und da diese Umstände noch heute die gleichen sind, ist anzunehmen, daß der Reichskanzler' auch 'jetzt, soweit es in seiner Macht steht, zum Mindesten nichts, dazu tun wird, um Rang unter den preußischen Fürsten zu erhalten, — vor denen allen er übrigens, kraft seines.2ü»Les, nach der Hofordnung den Vortritt genießt.
*
Akademische Freiheit.
Tie Maßregelung der beiden Führer der HannoverKkett Studentenschaft, die jetzt zu einen Studenten streik geführt hat, (vgl. den heutigen kleinen Artikel „Hochischulkonfllkck.) muß zu scharfen Protesten herausfordern. Es muß den Herren, die für diese Maßnahmen verantwortli^ sind, zum Bewußtsein gebracht werden, daß nickts so verletzend wirkt, wie ein Eingriff in daS Solidaritätsempfinden. Nickt mit kleinlichen Mitteln durfte man der Studentenschast begegnen, nicht mit disziplinären Rutenstreichen durste man die Anerkennung der Auwrität bei gebildeten Men-- sck.en erzwingen wollen. Wer glaubt, mit Maßnahmen dieser Art sich Achtung imd Geltung verschaffen zu müssen, der dient wahrlick nicht dem Jnteresie des deutschen Hochschulwesens, der drückt das deutsche wissenschaftliche Korporationswesen auf ein Niveau herab, auf dem wir es nickt zu sehen gewünscht hätten, der zeigt, daß er den hohen Anforderungen, welche die Leitung eines Hochsckml-Inststuts in kritischer Zeit an diplomatische und persönliche Gewandtheit stellt, in nur beschränktem Maße gewachsen ist.
Wie leicht ist es, mit der Studentenschast anszukomMen, trenn man sich nur ernstlich Mühe gibt, wenn man ihr Vertrauen ent* gegcnbr'.ngt. Wie leicht hätten es Rektor und Senat ht Hannover gehabt, ein friedliches Einvernehmen herzu stellen. ~ Sie hätten mir die ihnen von der Studentensckvsit odiotene Hand anzunehmcn brauchten: aber nicht die akademische Freiheit lag den Leitern der Hochschule am Herzen, sondern allein die aka- denrische Tisziplin. Sie haben keinen ffiedkicken Ausgleich gewollt, sondern eine Unterwerfung und nun hat der Konflikt zu seinen prinzipiellen Tifser ,!>... uoi m pcrß ■. u gehässiges Gepräge angenommen, io daß vollends ausgesällofsen erscheint^ in den zur Zeit die Sei tung der technischen Hochschule in Hannover innehabenden Pevfonen die richtigen Männer zur Besiegung dütz


