Ausgabe 
25.9.1905 Erstes Blatt
 
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Krone zu erkennen, dem sie einst in monarchischer Treue zu huldigen berufen find.

Derartige Auffassungen sind erstaunlich. Wir meinen, oaß ein kräftig entwickeltes Ncchtsbewußtsein eine der schönsten Eigenschaften des Menschen sein kann und daß es gerade beim deutschen Volke lebhaften Widerhall finde. Gilt doch Michael Kohlhaas, der aus gekränktem RechtSgefühl gemordet und gesengt hat, dem Volke viel mehr als Held, denn als 93er- brecher. Der deutsche Kronprinz hat es ja aber nicht nach der Art Kohlhaases getrieben, sondern er bat schlicht bürger­lich die geordneten Instanzen nnqernfcn. Daß er den Prozeß verloren hat, spricht in keiner Weise gegen ihn, denn man kann von dem, der einen Prozeß anstrengt, nur verlangen, daß er subjektiv im Rechte zu sein glaubt, nicht aber daß er objektiv auch Recht hat, sonst müßten ja alle Prozesse gewonnen werden. Die Erwägung, daß es den im Kreis- ausschusse sitzenden konservativen Männernunbehaglich" sein mußte, den Kronprinzen abzuweisen, ist ganz ungeheuer­lich. Sie hatten nur ihre Pflicht zu tun und die haben sie getan. Gerade der Umstand aber, daß alle Instanzen den Kronprinzen abgewiesen haben, beweist, daß die deutsche Justiz ohne Ansehen der Person urteilt und er widerlegt am besten das Gerede der Sozialdemokratie von unserer angeb­lichen Klassenjustiz. So weit also politische Folgen des Prozesses überhaupt in Frage kommen, hat er eine der Sozial­demokratie abträgliche Wirkung gehabt. Damit aber kann das deutsche Bürgertum doch eigentlich vollauf zufrieden sein und in diesem Sinne muß man dem Kronprinzen eher danken, als chm ungerechtfertigte Vorwürfe machen.

Aeutsch-Kstaftika.

Graf Götzen telegraphiert, daß nach einer über Jringa beim Gouvernement von Deutsch-Ostafrika eingetroffenen Meldung die auf Mähenge gerichteten Angriffe der Aufständischen Ende August erfolgreich abgewiesen wurden, nachdem der geplante Ueberfall verraten worden rvar. Die aufständischen Waporogo verloren 3 50 Tote. Die Gefahr wurde einer Missionsnachricht aus Ubena zufolge durch das energische Vorgehen der Kompanie in Mahenge unter Hauptmann v. Hassel beseitigt. Die Kolonne Grawerth, mit der die Verbindung seit vier Wochen unterbrochen war, ist von Liwalde aus in Kilwa eingetroffen. Sie hatte sechs für den Gegner verlustreiche Gefechte, ohne ihrerseits Verluste zu erleiden. Die Leichen des Bischofs Spieß und des Feldwebels Faupel wurden beerdigt. Die Verbreitung der Bewegung wurde durch falsche Gerüchte über Niederlagen der Weißen veranlaßt. Auch wurde viel­fach ein bisher unbekannter heimlicher Fanatismus der Kämpfenden bestätigt, der dauernd angefacht wurde durch Begießen mit geweihtem Wasser seitens der Zauberer.

Am Südufer des Nufij kehren die Eingeborenen in ihre verlassenen Dörfer zurück und liefern ihre Waffen aus. Die Landschaften südlich Kilwa sind von Aufständischen gesäubert, .wobei Unteroffizier Gohr leicht verwundet wurde. Aus Neu- Langenburg wird gemeldet, daß ganz Ugoni sowie ein Teil des Küstengebietes bei Wiedhafen sich im Aufstande befinden.

Russische Neuigkeiten.

Vom Zaren.

Nach telegraphischer Meldung aus Warschau unter­bleibt die beabsichtigte Reise des Zarenpaares nach dem Jagdschloß Spala bei Skierniewice (Polen).

Ministerpräfidcut v. Witte wird sich nach kurzem Aufenthalt in Berlin nach Rominten begeben, wo er am Dienstag vom Kaiser Wilhelm in Audienz empfangen werden wird. Von dort aus reist Witte direkt nach Rußland weiter, um sich beim Zaren zu melden.

In höheren russ. Regierungskreisen verlautet, daß Witte bei seiner Rückkehr nur den Andreasorden erhalten wird. Gleichzeitig wird versichert, daß man über den Friedensakt nicht sehr erbaut ist und ihn für keinen dauernden er­richtet. Daher macht sich in leitenden Kreisen als Folge der Kaiserbegegnung bei Björkö eine starke Neigung nach Deutschland bemerkbar. Man spricht andeutungsweise da­von, daß in dieser Richtung mehr bevorsteht, sobald JSwotSki definitiv von Kopenhagen nach Berlin als Botschafter entsandt worden ist. Von Witte erwartet man, daß er, je nachdem sein Empfang beim Zaren ausfällt, mehr oder weniger energisch für die Aufhebung des jüdischen Ansiedelungsrayons eintreten wird. Man nimmt an, daß diese Frage auf keine Schwierigkeiten stoßen wird.

Feuer und Schwert.

In Petersburg brach in einem Gerichtshöfe ein großes Schadenfeuer aus, wodurch Akten im Werte von '50 000 Rubel vernichtet wurden.

Am Samstag wurde Pastor Schilling in Mitau (Livland) in seinem Hause erschossen.

In der Warschauer Vorstadt Wo la wurden zwei patrouillierende Soldaten durch Revolverschüsse schwer ver­wundet.

In Schuscha ist, wie von dort gemeldet wird, die Ruhe scheinbar wieder hergestellt. Die Zahl der Opfer der letzten Katastrophen wird wie folgt angegeben: Getötet wurden 5 4 8 Armenier, verwundet 135. Unter den Tataren gab es 104 Tote und 48 Verwundete. 445 armenische Häuser wurden niedergebrannt und 37 Tataren-Häuser. Für die nächste Zeit sollen etwa 10,000 Mann Soldaten, die be­reits zum Teil unterwegs sind, dort stationiert werden.

In Odessa wurden drei Armenier, welche unter der Anklage vor Gericht standen, aus politischen Gründen auf Befehl des armenischen Reoolutionskomitees auf offener Straße einen Mord begangen zu haben, trotzdem zwei von ihnen sich als schuldig bekannten, von den Geschworenen frei­gesprochen.

Der Militär-Gouverneur von Warschau informierte 4>as Publikum, daß alle Personen, welche einem Totschlage oder einem versuchten Totschläge beiwohnen, ohne den be­drohten Opfern Hilfe zu bringen, oder welche sich weigern, den Behörden über den Vorfall Mitteilungen zu machen, mit Gefängnis bis zu 3 Monaten bestraft werden.

Von den Universitäten.

Moskau, 23. Sept. Von 6000 Studenten der Uni­versität Moskau hielten 1814 eine Versammlung ab, in der vier Programme ausgestellt wurden. Ein von 231 Stu­

denten unterzeichnetes Programm erklärt: Die Unterzeichner geben den passiven politischen Kampf und den Streik auf und betreten wieder die Universitätsräume, aber ausschließlich zum Zwecke der revolutionären Agitation und Propaganda unter den breiten Schichten der Bevölkerung. Die Universität, heißt es in diesem Pro­gramm, verwandelt sich jetzt in eine revolutionäre Tribun e. Ein zweites Programm mit 1202 Unterschriften erklärt die Absicht, die Moskauer Universität zu einem Revo­lutionsherd zu machen und ihre Auditorien in eine politische Schule zu verwandeln. Dies solle aber nicht ausschließen, daß denjenigen, die unter den gegebenen Verhältnissen ihren Studien obliegen können, die Möglichkeit dazu erhalten bleibe. Ein drittes Programm mit 102 Unterschriften hält an der Obstruktion fest als der für die Studenten einzig mög­lichen Form des politischen Kampfes und erachtet die Fort­setzung der Obstruktion für notwendig. Das vierte Pro­gramm mit nur 79 Unterschriften spricht sich für Eröffnung der Vorlesungen aus und erklärt, eine parallel gehende politische Erziehung beeinträchtige die Studien nicht. Von den an der Versanunlung teilnehmenden Stlidenten beteiligten sich im ganzen 1736 an der Abstimmung.

Odessa, 23. Sept. Professor Zantschewski, Kan­didat der Fortschrittspartei, wurde zum Rektor der Uni­versität gewählt. Von den Studenten lebhaft begrüßt, be­merkte er, die Kluft zwischen den Studenten und Professoren müsse überbrückt werden, und auch unter den Studenten müsse Einigkeit herrschen.

Kcer nnb Zssotte.

Karlsruhe, 23. Sept. DieKarlSr. Ztg." veröffent­licht das Handschreiben, durch das der Kaiser dem Erb- großherzog von Baden seine Ernennung zum General- o b er ft mitteilt. Dasselbe lautet:Durchlauchtigster Fürst, freundlich geliebter VetterI Bei Beendigung der diesjährigen Herbstübungen gewährt es mir eine besondere Freude, Eure königliche Hoheit im Gefühl dankender Erinnerung und wärmster Anerkennung Ihrer in damaliger Stellung als kommandierender General meines rheinischen Armeekorps ge­leisteten vortrefflichen Dienste hierdurch zum Generalobersten zll befördern. Ich verbleibe mit besonderer Wertschätzling lind Zuneiglmg Eurer Königlichen Hoheit freundwilliger Vetter, gez. Wilhelm, Rex".

Blumen-Ausstellung der Stadt-Mädchenschule.

. Gießen, 25. Sept.

Durch eine kleine Feier wurde heute vormittag 11 Uhr die bierte Blumenausstellung der Stadt-Mädchenschule eröffnet. Zu dieser Feier hatte sich neben dem Kollegium und den Schülerinnen der beiden obersten Klassen der Schule ein zahlreiches Publikum aus allen Kreisen unserer Einwohnerschaft eingesilnden. Ins­besondere beehrten auch Provinzialdirektor Geheimrat Tr. Brei- dert und Fran Gemahlin, Kreisschulinspektor Kleinschmidt, sowie zahlreiche Mitglieder des Stadtverordnetenkollegiums,. des Schulvorstandes und der Kreisschnlkommission, teilweise mit ihren Tarnen, die Feier bezw. Ausstellung mit ihrem Besuch. Die Turn­halle war in einen Blumenhain verwandelt und, soweit sie nicht mit Blumen bestellt war, bis zum letzten Platz besetzt. Unter der Leitung des Lehrers Trautmann sangen Schülerinnen der ersten Klasse drei Volkslieder. Dann hielt .Hauptlehrer Schaaf eine kurze Ansprache, in der er aus die Bedeutung der Blumen- pflege für das a lltägliche Leben, für Gemüts- und Herzensbildung bei der Heranwachsenden Jugend hinwies und auch die soziale £xnte solcher Veranstaltungen beleuchtete. Nach dem Vortrag einiger Gedichtchen durch kleine Schülerinnen ergriff Rektor Hahn das Wort, um weitere Steife der Erwachsenen zu bitten, ihre Sym­pathien dem nod) jungen Unternehmen der Schule zuzuwenden. Er dankte dann mit watmen Worten dem edlen Blumen-, Kinder- und Menschenfreund, durch dessen Freigebigkeit es gelungen war, vor vier Jahren dieses für die Heranwachsende werbliche Jugend so segensreich wirkende Unternehmen einzuleiten. Dann richtete er auch herzliche Worte des Dankes an Lehrerinnen und Lehrer, die den Schülerinnen durch Rat und Tat treu zur Seite gestanden, sowie an die zahlreichen Besucher, die durch ihr Erscheinen ihr reges Interesse für die Ausstellung an den Tag gelegt hatten. Ter Gesang weiterer Volkslieder beschloß die einfache aber wirftrngs- volle Feier.

Nachdem die Schülerinnen den Saal verlassen hatten, nahmen die Erwachsenen die einzelnen Gruppen und Exemplare der aus­gestellten Blumen und Blattpflanzen in Augenschein. Und wahr­lich, wer Sinn für Natur, für Schönheit und Anmut hat, dem müßte bei dem Rundgang das Herz aufgehen im Betrachten der einzelnen Pflanzen. Von wieviel liebevoller Pflege und sorgender Hingabe seitens der jugendlichen Pflegerinnen zeugten all die herrlichen Exemplare von Palmen, Rosen, Fuchsien, Lilien, Arauearien, Cyprus, Geranien, Begonien und wie sie alle heißen mögen, die lieblichen Kinder der Natur, die wie nichts anderes geeignet sind, unser Heim zu schmücken, unser Auge zu erfreuen und nmfer Gemüt zu erheben und zu veredeln! Und die Saat, die durch dieses Unternehmen in die jungen Herzen der Schülerinnen gestreut wurde, wird sicher herrliche Früchte tragen. Zwar soll es den Schülerinnen, deren Blumen nach fach­kundigem Urteil die beste und sorgfältigste Pflege erkennen lasten, auch nicht an äußrer Anerkennung fehlen, denn in langer Reihe standen, lagen und hingen Gicßkännchen, Vasen, Zerstäuber, Blumenstöcke, Bücher (Schillers Gedichte Geschenke der akadem. Ortsgruppe Gießen des Dürerbundes), Fenstergitter, Ampeln nsw., die als Preise morgen zur Verteilung kommen sollen; aber der schönste Lohn das ist die Hoffnung uiid der Wunsch eines jeden Kinderfreundes möge den Kindern ganz im stillen er­blühen, int eigenen Herren, in der reinen Freude am Schönen und fönten!

Auch in den Nachmittagsstunden erfreute sich die Ausstellung eines außerordentlich regen Besuches, auch von auswärts, ein Beweis für das lebhafte Interesse, das man in weiten Steifen der Bevölkerung dem Unternehmen entgegenbringt.

Are ßßolera.

In Stettin wurde die Leiche eines 9 Monate alten Kindes beim Schiffsüberwachungsdienst eingeliefert, dessen Eltern auf einem Kahn von Nakel eingetroffen waren. Die bakteriologische Untersuchung ergab asiatische Cholera. Die Eltern und das zweite Kind, sowie der Bootsmann wurden der Cholera-Station zur Beobachtung überwiesen.

In Graudenz sind bei einer Arbeiterfrau Cholera-Bazillen festgestellt worden, die Frau ist jedoch gesund. In letzter Zeit ist, wie zuständigerseits von dort festgestellt wird, bereits b e i einigen Personen die Wahrnehmung gemacht worden, daß Cholera-Bazillen gefunden wurden, ohne daß die Be­treffenden erkrankten. Eine Krankenpflegerin aber ist dort unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt.

Vom 22. bis 23. Sept, mittags sind im preußischen Staat 8 choleraverdächtige Erkrankungen und 3 Todesfälle an Cholera amtlich neu gemeldet worden. Tie Gesamtzahl der Cho- lerafälle beträgt bis jetzt 243 Erkrankungen, von denen 8 tödlich verliefen.

Ferner wird gemeldet:

Bei einem unter choleraverdächtigen Erscheinungen in B e r l i n verstorbenen Schiffseigentümer aus Fichtwerder lag tatsächlich Cho­lera vor.

Sämtliche in der Isolierbaracke befindlichen zehn Personen, die n*:* dem verstorbenen Schiffer in Berührung gewesen sind.

beftnden sich wohl ti.nb munter. Die Kontrolle des Schiffs- Verkehrs in und um Berlin wurde verschärft. Tie Stadt wurde in 160 Sanitätsbezirke mit ebensoviel aus Bürgern bestehendem Sanitätskommissionen eingeteilt, welchen die Hausrevisionen ob­liegen.

Unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben ist fernem eirt Arbeiter in Bromberg. Bei zwei erkrankten Personen in La bi sch in (Posen) wurde Cholera festgestellt.

Im Gouvernement Lomscha, Polen, sind zwei Todesfälle a» Cholera vorgekommen. In Wlaelawek wurde ein neuer Cholera- fall, in Lodz fünf festgestellt.

Lung nnb Wissenschaft.

Aus Mainz wird geschrieben, daß der für Mainz eng» gierte Heldentenor Brozel in Wiesbaden vor dem General­intendanten v. Hülsen Probe sang, der ihm sofort ein Angebot für drei Jahre bei von 20 000 bis 30 000 Mark steigender Gage gemacht habe. Ein Abschluß sei noch nicht erfolgt.

Frankfurt a. M., 23. Sept. T>er gestrige Mend brachte m Residenz-Theater Otto Erich Hartlebens Komödie An g e l e", welche vollen Erfolg erzielte und stürmischen Beifall entfesselte. Freundlich ausgenommen wurde Hartlebens kleine PlaudereiL o r e". Gespielt wurde vorzüglich.

Berlin, 23. Sept. InDer Schwur der Treue", seinem neuen Lustspiel, das heute int Schauspielhause zum ersten Male gegeben wurde, hat Oskar Blumenthal ein altnieder­ländisches Malerleben mit seinen süßen Reimlein verschont. Der kecke Künstler will dem Weib, um das er wirbt, den Schwur der Treue nicht leisten, er wird nachher vor der Versuchung zur Untreue dadurch bewahrt, daß seine Frau ihm jede Freiheit zugesteht. Das alles ist, wie zahlreiche klatschende Hände dor- tfiten, sehr geistreich durchgeführt. Tie Aufführung wurde dem Werk des Tichters voll gerecht, sie bot sogar einzelne wirklich gute Leistungen. (Frks. Ztg.)

Kerichlssaal.

Perugia, 23. Sept. Das Schwurgericht sprach den Leut« n a n t M o d u g n o , der im Jahre 1900 am China-Feldzug teil, nahm, von der Anllage, seine Frau erschossen zu haben, frei.

Ein Dienstmädchen, das seine Herrin ermor­dete. Vor dem Schwurgericht in Wien begann der Prozeß gegen das 29 jährige Dienstmädchen Franziska Nawratil wegen meuchlerischen Raubmordes. 'Die Angeklagte ist beschuldigt, in der Nacht zum 22. April ihre gewesene Herrin Johanna Natzler, eine alte, kränkliche Frau, ermordet und beraubt zu haben. Fran­ziska Nawratil war kurz vorher aus dem Dienste entlassen worden, wußte aber Frau Natzler zu bewegen, sie am 21. April noch für eilte Nacht bei sich aufzunehmen. Erst zwei Tage später wurde die alte Frau, die sehr einsam gelebt hatte und mit wenigen Personen verkehrte, ermordet aufgefunden. Der Verdacht fiel sofort auf das entlassene Dienstmädchen. Franziska Nawratil war nach der Tat in ihre Heimat nach Böhmen gereift, hatte ihren Verwandten Geschenke mitgebracht und wurde dort verhaftet; Sie gestand, daß sie Frau Natzler mit einem Mörserstößel er« schlagen und aus der Scbreibtischlode 200 Kronen geraubt habe.

Sport.

Berlin, 24. Sept. In dem heutigen Radrennen im Sportpark Steglitz um das kleine Goldene Rad über eine Stunde siegte Huber-München. in dem Rennen um das große Goldene Rad über hundert Kilometer siegte Robl-München in 1 Stunde 12 Min. 24 dreifünftel Sek., zweiter wurde Demke- Berlin (91/2 Runden zurück), dritter Guenther-Koln, vierter Wal- thonr-Newyork. Walthour, an zweiter Stelle liegend, stürzte bei 89 Kilometers und gab das Rennen auf, obgleich er anscheinend nicht verletzt war. 20 000 Zuschauer wohnten dem Rennen bei.

Aröettervewegung.

Solingen, 23. Sept. Sämtliche Mitglieder deS Vereins zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der Solinger Industrie beschlossen, ihren Arbeitern zu kündigen, sobald sie dem Metallarbeiterverband angehören. Es kommen 27 Fix. men in Solingen und llmaeaend in Betracht.

Kandek und Perkesir. Volkswirtschaft.

: fest.

Tendenz

Berliner Börse vom 23. September 1905.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 31/l Prozent.

Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau

Anfangs- u. Schlußkurse.

. 215.90

214.50

. 243.50

243.62

. 152.30

152.30

. 258.00

258.37

. 226.90

226.87

Berlin, 23. Sept. Auf Grund des von der ZulassungS« stelle genehmigten Prospektes sind 2 500 000 Mark Aktien bet Döring ü. Lehrmann, Aktiengesellschaft für Bergwerks-, Erd- und Bauarbeiten zu Helmstedt, Stück 2500 zu je 1000 Mk. Nr. 12500 zum Handel und zur Notierung an der Berliner Börse zugelassen worden. Hiervon wird ein Teilbetrag von noM. 1000 000 Mar! zur Zeichnung aufgelegt: 1. Tie Zeichnung findet am 26. Sept, statt. 2. Ter Zeichnungspreis beträgt 145 Proz. zuzüglich 4 PrG Zinsen vom 1. Januar 1905.

Konversion der inneren japanischen Anleihm. lieber die bereits von uns mitgeteUte Konversion der japanischen inneren Anleihen an der auch deutsche Banken beteiligt werden sollen, erfährt man,- daß über diese Frage vorläufig nur theo­retische Verhandlungen stattfinden.

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