Ausgabe 
24.5.1905 Zweites Blatt
 
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paten verlohn. x»ie erhaltenen souanörounöen flnö entsetz­lich. Obgleich Ärztliche Hilfe schnell zur Stelle war, wird das bedauernswerte Kind doch den Verletzungen erliegen.

Frankfurt, 23. Mai. Der Oberstaatsanwalt in Frankfurt weist in einer Verfügung an die Staatsanwälte seines Bezirks, wie derGen.-Anz." mitteilt, daraufhin, daß sehr oft gegen Volksschullehrer Anzeigen wegen Mißhandlung von Schulkindern erstattet werden, bei deren Untersuchung sich überhaupt keine Ueberschreit- ung de§ Züchtigungsrechtes finden lasse. Statt der Orts- behörden sollen nun, um das Ansehen der Lehrer zu schützen, die zuständigen Kreis- und Stadtschulinspektoren von der Staatsanwaltschaft mit der Untersuchung und Ver­nehmung der Kinder betraut werden. Die Regierung in Wiesbaden hat ihre Kreisschulinspektoren angewiesen, einem solchen Ansinnen der Staatsanwälte bereitwilligst nachzu­kommen. (Kl. Pr.)

* Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten. In Braunfels hat sich im großes Weiher der Bureougiehilfe H. Buchholz ertrankt. In der Nähe der Station Stockhausen lieü 'sich mit Absicht der Ortsdiener Zipp zu Niedershausen von einem Schnellzug überfahren. In Groß-Hausen wurde am Freitag der Landwirt Johannes Hedderich auf dem Felde vom Blitz erschlagen; ebenso das eine der beiden Pferde, während das andere unverletzt blieb. Auch in Dietesheim wurden am Samstag zwei Frauen durch einen Blitz schwer betäubt; sie kamen aber wieder zur Besinnung. In Stamm heim erhängte sich der verwitwete Spezereihändler David Kassel.

vermochte«.

Brandenburg a. H., 22. Mai. Der Bankier Theodor Börner und dessen Frau erschossen sich heute nacht, nachdem sie zuvor ihr vierjähriges Kind erschossen hatten. Die Ursache der Tat ist demBrandend. Anz." zufolge in dem Zusammenbruche des von Börner geführten Bankhauses zu suchen.

* Köln, 22. Mai. Man erhält Mitteilung von einem Gebers all der Abends unweit der Station Brühl auf einen in einem Coups allein fahrenden Mann ausgeführt wurde. Letzterer erhielt von einem plötzlich das Coupä betretenden Burschen schwere Hiebe über den Kopf und wurde, nachdem er ausgeraubt war, ausdemfahrendenZuggeworfeu. Man fand den tödlich Verletzten bewußtlos auf dem Bahndamm liegen und transportierte ihn alsbald ins Hospital. Der Tater verließ auf der Station Brübl den Zug. Bisher konnte man seiner nicht habhaft werden. Er raubte Mk. 187, Schmucksachen, sowie Uhr und Kette.

Chicago, 22. Mai. Ein Schenkkellner eines Wirtshauses erschoß gestern nacht einen schwarzen Lastfuhrkutscher, der der Union nicht angehörte. Er selbst wurde darauf durch einen Regerpolizisten tödlich ver­wundet. Eine etwa tausend Köpfe zählende Volksmenge zer­störte daraufhin die Einrichtung des Lokales, in welches der Schutzmann sich geflüchtet hatte.

*New-Pork, 22. Mai. In der dritten Avenue ereignete sich ein Zusammen st zwischen zwei Zügen der Hoch­bahn. Infolge Kurzschlusses geriet das Hochbahngerüst in Brand. Die Reisenden, welche von panischem Schrecken ergriffen wurden, suchten sich dadurch zu retten, daß sie aus den Fenstern kletterten. Eine Anzahl kletterte die Pfeiler, hinunter, durch die die Hochbahn gestützt wird. Bei dem Zusammenstoß wurden 20 Personen verletzt.

* Ein Schneider und Poet dazu. In Berlin war dieser Tage das dramatische Erstlingswerk eines wackeren Schneider­meisters über die Bretter gegangen. Die Kritik hatte jedoch dem armen Autor fast einstimmig geraten, die Feder doch lieber wieder mit der Nadel zu vertauschen. Nun hat der Gekränkte an die Redaktion desB. B.-C/ folgenden klassischen Brief gerichtet: Geehrte Redaktion! Für Ihre Zeilen in Ihrem werten Blatte sage ich Ihnen meinen herzlichen Dank. Da Sie aber mehr Freude an meinem Anzuge als an meiner Schriftstellerei gefunden haben, -lade ich Sie ergebenst ein, sich bei mir einen Anzug machen zu laffen. Meine Werkstatt ist klein, aber reell, die Preise mäßig, aber fest und verstehen sich in bar. Nun bitte ich sehr um einen Versuch, vielleicht kommen Sie dann nebenbei doch zu der Ueberzeugung, daß ein Schneider auch mal einen eigenen Gedanken haben kann. Nun ohne Scherz, nochmals vielen Dank, es war mir schon eine Ehre, daß auch Sie von dieser Erstlingsarbeit Notiz genommen haben. Ob ich aber die Feder ganz aus der Hand lege, fann ich Ihnen heute noch nicht versprechen, dariiber sprechen wir, wenn Sie sich den Anzug bestellen. Es empfiehll sich Ihnen ergebenst Bruno Stephan."

* Von Fliegen belagert. Aus London wird berichtet: Line merkwürdige Plage hat die Stadt Cardiff befallen. Millionen von Fliegen belagern ihr Docks. Nach fortgesetzten An­griffen haben sie die meisten Hauptstraßen besetzt, so daß mau den Verkehr nach Nebenstraßen ablenken mußte. Am Dienstag wieder­standen die Schließer am Pier und die Dockpolizisten stundenlang tapfer den Angreifern. Aber schließlich siegten die Fliegen durch ihre Ueberzahl, die Leute flohen und schlossen sich in die Wachthäuser ein. Die Insekten sind größer als die britischen Fliegen, kriechen sehr langsam und stechen sehr. Man glaubt, daß ein Fischerboot sie eingeführt hat, während die Sanitätsbehörden meinen, daß ein südlicher Wind sie herangeführt habe.

Kerichtssaal.

(n.) Gießen, 23. Mai. Die Strafka mmerverurteilte Heute den Dienstknecht Käsvar K. von Queckboru wegen Betrugs und Betrugsversuch zu vier Jahre Zuchthaus und 450 Mark Geldstrafe und zu 5 Jahre Ehrverlust. K. ist ein wiederholt rückfälliger Dieb und Betrüger, der sobald er aus dem Zuchthaus entlassen ist, sich wieder auf die Bahn des Verbrechens begibt. Seine Spezialität ist, sich als DiensÜnecht einstellen zu lassen, und mit dem empfangenen Mietgield das Weite zu suchen, ohne den Dienst anzutreten. Dies gelang ihm auch bei dem Bürger­meister von Lang-Göns, wo er 3 Mk. erhielt. Auf Hof-Güll machte er einen ähnlichen Versuch, der aber erfolglos blieb, da man. ihm nicht traute. Bei einem Spezereihändler entnahm er Zigarren und Bier ohne zu zahlen. Das Gericht sah sich veranlaßt, den gemeingefährlichen Schwindler auf längere Zeit unschädlich zu machen. Der gesetzlichen Vorschrift entsprechend, wurde auch auf Geldstrafe erkannt. Wegen Sittlichkeits- verbrechen an einem zehnjährigen Kinde im Jahre 1896 wurde der Gastwirt Georg H. von Romrod zu 1 Jkchr 9 Monate Zuchthaus, und 3 Jahre Ehrverlust verurteilt. Er wurde vor einiger Zeit unter dem Verdacht sich an einer geisteskranken Person unsittlich vergangen zu haben, in Haft genommen. Im Laufe der Untersuchung stellten sich die obengenannten Verbrechen heraus. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oefseutlich- keit statt; doch konnte aus den öffentlich verkündeten Urteils- gründen entnommen werden, daß der Angellagte zu derartigen Ausschweifungen neigt, da ihm in der Verhandlung, außer den unter Anllage gestellten Vorfällen, noch mehrere Angriffe auf Kinder nachgewiesen wurden. Der hier wohnhafte Taglöhner Heinrich I. Lützellinden, dessen Strafliste 16 Strafen aus­weist, wurde wegen Urkundenfälschung und Betrugs- Versuchs zu 1 Jahr Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Er halte versucht, auf Grund eines von ihm ge­fälschten Schriftstücks von einem Landwirt zu Mendorf a. d. Lahn einen Geldbetrag von 5 Mart zu erschwindeln, was ihm aber nicht gelang. Ein Urteil des Schöffengerichts Friedberg sand seine Bestätigung. Der Gastwirt Georg F. in Frankfurt a. M. hatte den zur Zeit in Jugenheim wohnhaften Gastwirt Jakob,

«US Fchedverg wegen Beleidigung verklagt, weil er

ibn öffentlich einen ,,Meinewsbruder'' genannt hatte. Das Schöffengericht verurteilte W. zu 1' Woche Gefängnis'., Er focht das Urteil an und glaubte beim Berufungsgericht mit einer Geld­strafe durchzukommen. Die Ausführungen, des Schöffengerichts wurden aber auch von diesem Gericht gebilligt, sodaß hie Be­rufung erfolglos blieb. Der Schuhmacher Maier Sch. und der Handelsmann Hermann G. von Grebenau hatten sich gegen­seitig wegen Beleidigung verflecht. G. hatte sich abfällig über die Vermögensverhältnisse des Sch. geäußert, sodaß ihm eine Bürgschaft gekündigt wurde, und Sch. hatte sich ausgedrückt, ,,er wolle G. die Haut abziehen bis auf die Knochen". Das Schöffengericht Msfcld erkannte beide der Beleidigung für schuldig und verurteilte jeden zu 20 Mark Geldstrafe. Sch. wollte freigesprochen sein, weshalb er Berufung erhob. Es trat aber in der Berufungsinstanz mir eine Aendenmg bezüglich der Kosten ein, das Urteil wurde im übrigen bestätigt.

0 Marburg, 23. Mai Der schon vielfach vorbestrafte Handlungsgehilfe Lorenz C h r z a w s k v aus I a r a t s ch h a u- land in Posen zog im Laufe dieses Jahres in den Kreisen Marburg. Biedenkopf Wittgenstein und Frankenberg umher und nahm Bestellungen auf fromme Sprüche und Bilder auf, indem er sich als Reisender der AnstaltBethel" bei Bielefeld augaab. So lagen bis beute ungefähr 200 Fälle vor, in denen er das Vertrairen der Leute mißbraucht und sich Mschlagszahl- ungen in Höhe von 50 Pfg. bis 3 Mk. auf die Sprüche und Bilder, die gar nicht geliefert wurden, geben ließ. Die Straf­kammer erkannte heute auf IV2 Jahre Zuchthaus, 180 Mk. Geldstrafe und drei Jahre Ehrverlust.

Leipzig, 23. Mai. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Grasen Pückler-Kl ein Tschirn e, der am 12, Januar vom Landgericht 1 Berlin, wegen Aufreizung verschie­dener Bevölkerungsklassen zu Gewalttätigkeiten gegen einander zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.

M ü n st e r, 23. Mai. Der evangelische T i v i s i 0 n s p s a r r e r Bachstein in Minden wurde heute von der Anklage, in einem am 19. Januar in dem Osnabrücker Zweigverein des evangelischen Bundes gehaltenen Vortrage die Einrichtungen der k a t h 0 l i s ch e n Kirche beschimpft zu haben, von dem Kriegsgericht der 13. Division f r e i g e s p r 0 ch e n.

Ein sauberer Bäckermeister, ein Muster der Reinlichkeit, wurde am Montag von der Strafkammer in Hana u der Oeffentlichkeit vorgestellt. Wir drucken einen ausführlichen Bericht troü der ekelerregenden Sache ab, weil der saubere Herr weiteren Kreisen bekannt zu werden ver­dient und Bäckern und Metzgern als abschreckendes und warnendes Beispiel dienen soll. Es ist der Bäckermeister Karl Kalten­schnee von Hanau, Hirschstraße 22. Die in der Ver­handlung zutage geförderten Tatsachen sind mebr wie ekelerregend, der reiche Bäckermeister hat in seinem Geschäft nicht die aller- notwendigsten Forderungen der Reinlichkeit erfüllt. Sein Mehl­boden war nicht verschalt, sodaß das Mehl direkt unter den Ziegeln lag und fortgesetzt durch eindringenden Staub und herab­fallende Spinngewebe verunreinigt wurde. Eine Tür hatte der Mehlboden auch nicht, Katzen und H ü hner liefen ungehindert ein und aus und täglich fanden die Bäckergehilfen die Exkre­mente dieser Tiere im Mehle vor, das aber trotzdem ver­backen werden mußte, nachdem es einmal durchsiebt war. Dazu kam ferner, daß die Mehl kam mer direkt über den Schwei- ne ft allen und den Aborten lag, deren Dünste in den Mehl­raum einströmten. Wenn Kaltenschnee seinen Schweinen das Futter bereitet und gebracht hatte, dann wusch er in der Regel seine dabei beschmutzten Hände in der Backstube in dem lauwarmen Wasser, das zum Anmachen des Teiges ver­wendet wurde, und goß diefe kchmutzigeBrüheindenTeig. Die Vacktücher, auf die die frischgeformten Backwaren gelegt wurden, sollen nur sehr selten gewaschen worden fein, infolgedessen waren sie mit einer dicken Scbmutzkruste bedeckt gewesen, ebenso die Dackbretter. Das Brot, das eben aus dem Back­ofen gehoben worden war, wurde gewöhnlich zum Erkalten aus die ungescheuertcu Fnstbodenplatten des Hofes gestellt: dabei kam es nicht selten vor, daß die int Hofe umherlaufenden Schweine die Brote befchnuvperten und benagten. Die also ver­unreinigten Brote wurden aber nicht etwa beseitigt, sondern gleich den anderen zum Verkauf gebracht. In der Verhandlung wurden 27 Zeugen, meistens frühere Gehilfen Kaltenschnees, und vier Sachverständige vernommen. Medizinalrat Dr. Eichenberg bekundete in seinem Gutachten, daß Kaltenschnee nicht nur gegen § 10 des Nahrungsmittelgesetzes, der den Verkauf ekelerregender und verdorbener Nahrungsmittel unter Strafe stellt, verstoßen habe, sondern auch gegen $ 12 dieses Gesetzes, seine Backwaren seien direkt gesundheitsschädlich gewesen. Das Gericht trat je­doch der letzteren Ansicht nicht bei, sondern verurteilte den Ange­klagten nur auf Grund deis! § 10 des genannten Gesetzes zu 300 Mk. Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis beantragt. Bemerkt fei noch daß dieser Bäckermeister seit Jahren in das Spital geliefert hat. Die Strafe erscheint durchaus zu niedrig, Die beantragten drei Monate wären dem Herrn dienlicher gewesen. Nun, wenn er auch noch weiter Brot backt, abkaufen wirds ihm hoffentlich niemand mehr.

Bom deutschen Landwirtschastsrat.

Stuttgart, 23. Mai.

Der ständige Ausschuß des deutschen Landwirtschasts- rates setzte heute seine Beratungen fort. Wie derSchwab. Merkur" berichtet, wurde über die reichsgesetzliche Regelung des Privatversicherungswesens, ferner über die Er­hebungen des Landwirtschaftsrates über die einheimische Fleischproduktion, über die Entwicklung der Preis­berichtsstelle des Landwirtschaftsrates, über die Verwendung der vom Reichsamte des Innern bewilligten Summe von 20000 Mk. zur Ausführung von Fütterungsversuchen, über den Beschluß der diesjährigen Plenarversammlung über die Verwendung von Kart off elsyrup bei Herstellung von Nahrungs- und Genußmitteln, sowie über die Errichtung einer internationalen Agrarkommission (in Rom) verhandelt. Damit war die Tagesordnung erledigt. Heute nachmittag fuhren die Teilnehmer nach dem Burgholzhof, wohin sie der Minister des Innern Dr. v. Pischek zum Abend­essen geladen hat.

Landwirtschaft.

(p.) Aus dem Kreife Wetzlar, 24. Mai. Die Zeit, in der das Jungvieh herausgetrieben wird, ist wieder ha. Aller­dings geschieht dies nur noch in ben wenigsten Orten unseres Kreises. Es fehlt eben an den nötigen Weideflächen. Die , Forst­behörde dürfte daher b~n Wunsch so vieler Landwirte in Er­wägung ziehen, im Möglichkeitsfalle einen kleinen Walddtstrikt an die Gemeinden zur Anlage von Viehweiden abzutreten. Gar­benheim und Hof Altenberg haben bereits Gemeinde-Weide­plätze. Die Schafzucht ist in den letzten Jahren im Greife Wetzlar zurück gegangen; denn auch da fehlt es an 23ti5c» gnägen. __________________

AvsM ««s den Atmdes«mtsre«lstero der $fnM Eießro.

Aufgebote.

Mai 13. Wilhelm Micbel, Polsterer und Tapezierer in Ober- lahnstein, mit Marie Elisabeths Reh dahier. 9tudolf Frenzel, Sattler dahier, mit Amalie Schweitzer hierselbst. David Strauß, Kaufmann dahier, mit Gutta Feuchtwanger in Fürth. 14. Dr. med. Ludwig Krieg in Stockheim, mit Emmy v. Ml'mchow dahier. 15. Karl Hermann Paul, Bäcker dahier, mit Johanna Christine Alwine Noerenberg in Butzbach. Hermann Weller, Musiklehrer dahier, mit Marie Stiehl hierselbst. Heinrich Löwenstein TL, Postbote in Wiefeck, mit Katharine Geißel dahier, 18. Adosi Römheld, Kaufmann in Mainz, mit Emma Siegeletz da­hier. Emil Braun, Bautechniker dahier, mit Margarete Keßler hierselbst. Karl Grüner, Diener dahier, mit Wilhelmine Otter- bein hierselbst. 19. Bernhard Maymann, Tlener dahier, mit Ulatia Hammerl hierselbst.

Eheschließungen.

Mai 18. Karl Berg, Geschastsiührer dahier, mit Marie Will hierselbst. Karl Krämer, Taglöbner dahier, mit Elisabeth Wisker hierselbst. August Lehrnnmd, Erdarbeiter dahier, mit Anna Marie Spill hierselbst.

Geborene.

Mai 6. Dem Schlossermeister Heinrich Schön eine Tochter Wilhelmine Frieda. 7. Dem Laternenwärter Josef Schumann eine Tochter. 9. Dem Weißbindermeister Konrad Dürr ein Sohn Adam. Dem Buchbinder Hugo Sann eine Tochter 10.Dem Bureauvorsteher Karl Kreß ein Sohn Arthur Willy. Dem Bierbrauer Christoph Rudolf Loos eine Tochter Marie. 11. Dem Bäcker Karl Schnell ein Sobn Karl. Dem Schuhmachermeister Theodor Eißseller ein Sohn Friedrich Theodor Wilhelm. l 2. Dem Kaufmann Arnold Schönau eine Tochter Helene. Dem Former Wilhelm Köhlinger eine Tochter. Dem Kaufmann Heinrich Junker ein Sohn Erich Alfred Reinhold Karl. 13. Dem Bahn­wärter August Klös eine Tochter Erna Katharine. Dem Friseur Georg Wahl ein Sohn Georg. 14. Dem Taglöhner Heinrich Peter Schmidt eine.Tochter Lina Elisabethe. Dem Lokomotiv­heizer Ludwig Klein eine Tochter. Dem Gastwirt Johann Richard Urmersbach ein Sohn Peter Richard. 15. Dem Metzger Heinrich Huhn ein Sohn. 16. Dem Veterinärmediziner Gerhard Wilhelm Meese eine Tochter Melitta Friederike Luise Gertrud. 18. Dem Lokomotivführer Karl Gerlach eine Tochter.

Gestorbene.

Mai 15. Heinrich Ludwig Klös, 24 Jahre alt, Kanzleigehilfe dahier. 16. Elisabethe Steinmüller, geb. Zimmermann, 31 Jahre alt, Ehefrau des Straßenkehrers Heinrich Steinmüller dahier. Andreas Wilhelm König, 81 Jahre alt, Rentner dahier.- 17. Wilhelm Lippold, 55 Jahre alt, Wirt dahier. Helene Fenßer, geb. Schneider, 54 Jahre alt, Witwe des Weißbinders Heinrich Feußer dahier.

Kandet «i'd VerKcl-r. Poskswirlschaft.

Berliner Börse vom 23. Mai 1905.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2*/4 Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

Oest. Kredit .... 210.25 210.37

Deutsche Bank . . . 237.20 237.12

Darmstädter Bank . . 140.50 140.75

Bochumer Guß . . . 240.60 241.00

Harpener Bergbau . . 212.00 212.26

Tendenz: Ziemlich fester.

Erz-Kuxe.

F e r n i e. Angebot 3450, Nachfrage 3400. Ausbeuten und Zu­bußen, 1903: 225; 1904: 300.

Essen, 22. Mai. TieRhein.-Westkäl. Ztg/ berichtet aus Bochum: Die Aprilstatistik des Zementsyndikats, an dem 38 Werke beteiligt sind, weist nach, daß der 7 687 500 Faß betragenden Jahresbeteiligung im Avril 302 005 Faß innerhalb der vertraglichen Abladungen zur Ablieferung kamen, was einen Prozentsatz von 3,93 auf die Jahresbeteiligung entspricht. Da innerhalb der ersten drei Monate des Jahres 1905 6,70 pCt. der Jahresbeteiligung untergebracht wurden, erhöht sich damit die vom Januar bis einschließlich April 1905 erzielte Versandmenge auf 10,93 pCt. der Jahresbeteiligung, gleich 817 396 Faß.

Kleine Finanzchronik. Das Ergebnis der Drachen­berger Zuckersiederei wird etwas besser geschätzt als das vor­jährige, in dem 7 Prozent verteilt wurde. Beim Bergischen Gruben- und Hüttenverein in Hochdahls hat sich die Unterbuanz verringert. Eine Dividende kann aber nicht verteilt werden. Im vorigen Jahr wurden 3 Proz. aus Refervemitteln gezahlt. Der Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation wird den zu Be­ginn des Bergarbeiterstreiks ausgeblasenen Hochofen anfangs Juni wieder anblasen. Die Manusakturwarenfirma M. Schneider in Stuttgart bietet ihren Gläubigern 40 Prozent. Die.Passiva betragen 190 000 Mark. Von beteiligter Seite wird mttaeteut, daß die bisherigen Anmeldungen für die Rumänier-Konverfum in dem erwarteten großen Umfang erfolgt find. Am 27. d. M. findet in Midesheim die Generalversammlung des Verbandes deutscher Farbenfabriken statt, der seit acht Jahren besteht. Dre Mitgliederzahl ist in diesem Jahre auf 55 gestiegen; nup noch wenige Farbenfabriken stehen aus'. Der. Äufsichtsrat der Deutschen Gold- und Silberscheideanstalt Frankfurt a. M. wird die Dividende mit 18 Prozent tn Vorschlag bringen gegen! 16 Proz. i. V. Die Dividende der Suezkanalgesellschafi für 1904 be­trägt auf die Aktie 141 Fr. netto (i. V. 130 Fr.) und auf die Gründeranteile 70 926 Frs. (64 565 Fr.) gleich '66 570 Fr. netto (60 506).

Deuts chlands Außenhandel JanuapApril 1905. Die Ziffern für die ersten vier Monate des laufenden Jahres zeigen gegenüber den beiden Vorjahren eine erhebliche Steigerung der Einfuhr. Sie betrug 160 715 816 Doppelzentner und überstieg die des Jahres 1904 um 18 734 060 Dz. und die des Jahres 1903 um 26 303 955 Dz. Die Gesamtausfuhr blieb in den ersten vier Monaten mit 119 197 498 Dz. um 5 584140 Dz. gegen 1904 und um 1 392 243 Dz. gegen 1903 zurück.

Kleine Banknoten. Die Micht der FinaNzverwaltuntf, flehte Banknoten in größerer Zahl als seither in! Umlauf zu brtngen, hat bei den Gewerbe- und Handeltreibenden, vielen Beifall ge­funden. In einigen Zeitungen hingegen wird opponiert und zwar in einer Weise, als stünde die ganze Goldwährung ttt Gefahr. Diese tat sich jedoch so fest eingeMrtiert, d-ck sie keinesfalls durch die Ausgabe neuer Banknoten irgendwie. irritiert werden kann. Ohne Papierwertzeichen sagt das' Berliner Finanzblatt Plutus^ mit Recht, kann das moderne Geschäfisleben nickst existieren; es ist währungspolitisch absolut gleichgiltig, ob die Bevölkerung das bare Geld selbst oder eine Anweisung auf bares Geld in der Hand hat.

Märkte.

() Kirchhain, 23. Mai. Auf dem heutigen Rindvieh» ntarkt waren etwa 550 Kühe und Rinder auf getrieben, die zu hohen Preifen verkauft wurden. Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 3444 Mk., Säufer 5070 Mk. und Schlachtschweine 80120 Mk. pro Paar je nach Qualität. Die Zufuhr belief sich auf 600 Stück.

Telephonischei* Kursbericht.

23. Mai. Offizielle Schlusskurse.

Frankfurt a. M.

4% Ungar. Goldrente

4o/a

Italien. Rente

4% Portugieser I .

Tendenz: ruhig.

106.40

67.00

67.20

88.40

185.20

53.40

00.00

30/

1%

3Ve% 80/0 3V,°/o 3 %

Portugiesen. HE

Unif. Türken

. 101.50

. 90.33

. 101.55

. 90.25

. 100.15

. 99.- . 101.95

80/ Mexikaner 4V2o/o Chinesen . Electric. Sohuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstadter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . » LaurahÜtte . . Bochum . . . Harpener . . .

Staatschatzscheine

Türkenlose ...... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41/a% äussere Argentiner

8*/a% Hessen . .

31/, % Oberhessen .

4% Oesterr. Goldrente

. 66.69 . 96.30 . 135 90 . 124.10 . 210 50 . 186.40 . 140.70 . 153.90 . 169 30 . 143.90 . 15.70 . 00.00 . 265.00 . 239.70 . 211 50 . 100.45

Reichsanleihe do.

Konsole « do. . .

4l/s % Oesterr. Silberrente . 101.50

~ . 99.75

Für die Gesamt-Redaktion verantwortlich: i. V. August Goetz.

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