Ausgabe 
23.10.1905 Erstes Blatt
 
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II

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brachte. Fran ProfeW er WeiseDithPambc" ur ' Cchnbcrtschen Vertonnnz einige von Schillers @5 Te'tvhl üortruij. Ein sied 'm Wit, dem Sogen" ;ir.) 'n irischen Soümg uei biente nemischten LhorrS ck ilich der Tchluhgesang, ,da bev einfachen schönmVM Der instrumentale Teil >: rren Gernhard (der |i erbient machte) und Kaste tsisicke auf Klavier und M rge bestens ansgeiüM T- c durch die gejchnackv' er Schillers Büste, umg- cn Platz getunben W Y

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Fleiß, seine auf Erfahrung beruhende Lebensauffassung, seine Ncberzeugungstrene. Sachlichkeit und Schlichtheit her- iwr. Einen von sSerrn Jul. Baer verfaßten Festgruß trug Frl. Hedwig Rothschild innig und zu Herzen gehend vor. Lehrer Marr feierte in schwungvoller Weise die Gattin des Jubilars als treuen Kmnerad und Genossin seiner Arbeiten und Erfolge. Sie sei das getreue Abbild jenes hochsinniaen Weibes, das der Spruchdichter besungen, an dem er nicht so sehr die zarten wie die energischen Seiten des Franencharaktcrs bervorhebt In ihrer 35jähr. Ehe habe sie ihn stets in der harmonischsten Weise ergänzt durch ihren heileren Sinn, durch ihren praktischen Blick und durch ihre Energie, die stets zur Tat aufsordert. An manchem Werke von dauerndem Werte, das dem Gatten ge­lungen, habe sie einen größeren Anteil, als man gemeinhin vermute. Herr N. Stamm toastete auf den Jubilar als Kollegen im Vorstand. Herr Kommerzienrat Heichelheim dankte tief gerührt für alle Ehrungen. Seine Verdienste um die Gemeinde wollte er bescheiden auf ein Minimum reduziert wissen. Wenn er Erfolge zu verzeichnen habe, so sei das nur möglich gewesen durch die Unterstützung der übrigen Vorstandsmitglieder, durch bte überaus große Pflichttreue der Beamten und durch btc Einigkeit in der Gemeinde. Es folgten noch eine ganze Anzahl zündender Ansprachen, teils launigen, teils ernsten Inhalts, und konnte man bei dieser Gelegenheit so recht merken, welch' außerordentlicher Beliebtheit sich der Gefeierte erfreut. Möge Herr Kom­merzienrat Heichelheim noch bis ins höchste Greisenalter segensreich an der Cpi*-" der Gemeinde wirken!

Rennerod, 22. Oft. Selbstmord verübte der 37- jährige Landmann Franz G. von Zebnhausen, ein dem Trünke ergebener Mensch. Er wollte am Sonntag nachmittag nach Emmerichenhain zumArzt gehen, ging aber anstatt zum Arzt in? Wirtshaus und kam stark angetrunken nach Hause. Eine gefüllte Schnapsflasche hatte er noch in der Tasche; diese nahm ihm seine Frau weg. Als G. am Montag früh gegen 6 Uhr erwachte und nach seiner Schnapsflasche greifen wollte, war diese weg. Dies scheint ihm zu Herzen gegangen zu sein; denn gegen 1/2 8 Uhr verließ er das Haus mit dem Bemerken, er werde sieh erschießen. Kaum hatte er das Dorf verlassen, so krachte schon ein Schuß in dem Wald zwischen Zehnhausen und Salzburg. Als der sofort verständigte Bürger­meister an die Stelle kam, war G. bereits tot; er hatte sich eine Dynamitpatrone auf die Brust gelegt und mittelst Zündschnur angezündet. (A. f. d. Dillk.)

X Nidda, 21. Oft. Der Vater des Metzgers und Wirts L. Kullmann verunglückte auf einer Fahrt mit dem Wagen seines Sohnes auf der Straße NiddaDauern- heim; er erlitt einen schweren Schädelbruch und liegt schwer franf darnieder.

)( Ettingshausen bei Lich, 22. Oft. Anläßlich deS Kirchweihfestes wurde dem Krieg er verein, der im Mai sein 30jährigeS Bestehen feiern formte, die vom Kaiser ver­liehene Fahnenschleise überreicht. Um 2 Uhr wurde der Festzug ausgestellt, an dem sich der Gesangverein, der Orts­vorstand und die Kriegervereine aus Harbach, Münster und Ober-Bessingen beteiligten. Vor dem neuen Schulhaus fand die Feier statt. Bürgermeister Keil begrüßte den Vertreter der Regierung und die auswärtigen Kameraden. RegierungS- rnt Dr. Wagner- Gießen überreichte die vom Kaiser ver­liehene Fahnenschleife. Der Präsident des Vereins sprach hierauf Danf aus, gelobte namenS des Vereins Treue zu Kaiser und Reich und brachte ein Hoch auf den obersten Kriegsherrn aus. Pfarrer NieS wies auf den 18. Oftober als hohen patriotischen Gedenftag hin und toastete auf das Vaterland. Kamerad I. Alt überbrachte die Glückwünsche deS Präsidiums der Hassia und des Bezirfs Lich und über­reichte den Mitgliedern und Veteranen, die seit 30 Jahren dem Verein angehören, eine Medaille, und zwar I. Münch, K. Sommer, H. Vogler, H. Opper, H. Brock, Ph. Keil, H. Keil II., H. Heil XI., H. Pfeiffer und H. Stein. Mit dem Gesang der Wacht am 'Rhein nahm die Feier ihr Ende.

p. tzeln, 22. Oft. Ein 1 Ojähriger Junge von hier, dem das Hüten einer Kuh anvertraut war, band das Leitseil um seinen Leib. Plötzlich scheute das Tier und schleifte den Knaben eine große Strecke hinter sich her. Furchtbar zugerichtet und lebensgefährlich verletzt wurde der bedauernswerte Knabe in die Gießener Klinik verbracht.

lll Wetzlar, 22. Oft. In verflossener Nacht wurde von Unbekannten in einem hiesigen Kaufmannsgeschäft ein gebrochen und Kleidungsstücke aller Art, wie Pelz­waren und Schirme im Werte von ea. 600 Mk. gestohlen. Die Diebe scheinen sich nach Frankfurt a. M. gewandt zu haben, denn ihre Spur konnte bis zum Bahnhofe Gießen festgestellt werden. Sie trugen ihren Raub in zwei großen Pappkartons.

f) Marburg, 22. Oft. Zu einem Weihnacht?- geschenf für die in dw esta frif a kämpfenden Soldaten wurden hier außer eine Menge Naturalien über 1500 Mk. gesammelt. Ein fremder anscheinend geistes­gestörter Mann verfolgte gestern nachmittag am Haupt- bahvbof den Wagen des zur Firmung hier cingetroffenen und von den Katholiken großartig empfangenen Bischofs Adalbert von Fulda. Als der Fremde drohende Worte ausstieß und sich auf den Wagen stürzen wollte, nahm ihn tue Polizei fest.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Miehlen wurde der in den 40er Jahren stehende O^emeindebullenhalter Gastwirt E r e c e l i u s von dem wütend gewordenen Dullen so schwer verletzt, daß er noch an demselben Tage gestorben ist. Tie preußisch-hessische Enenbalmgemeinschaft hat nach demBergstr. Anzeigeblatt" be­richtet, daß Bau undBetriebderLindenfelserVahn unter noch näher zu vereinbarenden Bedingungen von ihr über­nommen werden soll.

* Die Voruntersuchung wegen des Sprem- berger Eisenbahnunglücks ist abgeschloffen. In An- lagezustand versetzt werden der Stationsasststent Stullqu? und die Weichensteller Schmidt und Wiedemann. Der Straf- vrozeß kommt vor dem Landgericht in Kottbus zur Ver­handlung.

Budapest, 22. Oft. Heute abend sand zwischen den Abgg. Franz Herczeg und Josef Madaras? jr. ein Säbelduell statt. Beim zweiten Gang erhielt Herezeg eine 8 Zentimeter lange leichte Wunde am Kopfe, sowie eine Schramme an der Nase. Madarasz blieb unverletzt.

* Kleine Tageschronik. In München wurde am Sonntag die Hausbesitzerin Hedwig Radlinger im Keller ihres Hauses von einem jungen Burschen durch einen Stich in die Lunge ermordet. Ter Täter entkam. In dem Mvendorf Grub in gen drangen in das Haus des Dauern und Straßenivärters Straub drei vermummte Gestalten ein, die den 68 Jahre alten Mann mit einem Hammer zu Boden schlugen. Al? er nach kurzer Zeit wieder zu sich kam und den Tieben in die Wohnstube folgte, versetzten ihm diese fünf Stiche, durch die Straub schwer verletzt wurde. Ein Stich traf einAuge, sodaß es auslief. In einem der Täter erkannte Straub seinen eigenen Enkel. Ten Tieben fielen nur 12 Mark in die Hände. Tie ersten Opfer hat bereits die winterliche Kälet gefordert. In B e r l i n wurde eine Arbeiterin, im L u r cm- burgi schen ein Ackerer erfroren aufgefimden. In Ma- ria-Theresiopel wurde der ungar. Reick'staqsabg. Miloszavljevits von dem Pferdehändler Ulrich aus offener Straße mit einem eisernen S t o ck e erschlagen Ulrich ach bei seiner Verhaftung an, er habe die Tat vollführt, weil M. ihn bei einem Zivilvrozeß übervorteilt habe. Schnee­fall und Kälte, wie bei uns in Hessen, werden au? zahl­reichen Gegenden Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz gemeldet. In Vervier griff eine Wöchnerin, die in der Dunkelheit Zitronenlimonade trinken wollte, eine Flasche mit Phonolsäure. Unter furchtbaren Schmerzen ist die Fr"u neftnrfx'n

Kunst und Wissenschaft.

Hebet die Jubiläumsvorstellung im Frank­furter Opernhause wurde uns geschrieben:

In Frankfiirt wurde am Freitag das 25 jährige Jubiläum der Eröffnung des Opernhauses festlich begangen. Jene Er- äffnungs Vorstellung, in Anwesenheit des damals 83jährigen Kaiser Wilhelm und des damaligen Kronprinzen vor 25 Jahren wurde eingeleitet durch einen von WilhelmlJordan verfaßten szenischen Prolog. Tie Damen, die darin mitwirkten, erfreuen sich fern von der Bühne voller Gesundheit. Frau E o l l o t al? Gattin Robert Tavidsohns in Florenz, Fräulein Weiße als Frau Stadtrat Magnus in Berlin. An der Spitze des Auf­sichtsrates steht heute wie damals der greife Geh. Justizrat Dr. Hamburger. Seine Kollegen aus jener Zeit sind auch zumeist gestorben, lieber die Wahl der zur Festvorstellung auserkorenen OverD i e M e i st e r s i n g e r v o n N ü r n b e r g" wurden manche ^fällige Aeußernnaen laut. Unsere Zeit steht freilich im Zeichen Wagners und gerade dieses Meisterwerk übt einen nie versagenden Reiz aus. Aber es wäre, doch pietätvoller gewesen, die Erösfitungs- ovcr wieder zu bringen. Daß der Kapellmeister Rotten berg einfach ausgeschaltet wurde, und die Leitung der Opern- auffühnmg dem erst seit ganz kurzer Zeit engagierten ^Kapell­meister Reichenberger übertragen ist, hat vielfach Befremden erregt, zumal Rottenberg mit den Geschicken der Pensionsanstalt, zu deren Gunsten die Aufführung stattfand, seit Jahren eng,ver­wachsen ist. Das Haus war bis auf den letzten Platz von entern glänzenden animierten Publikum besucht. Die Vorstellung der Meistersinger nahm einen glänzenden Verlauf, besonders war bpr Choral Wach auf. unter Mitwirkung sämtlicher Solisten der Over von-ßtiger Wirkung. Die Darsteller boten sämtlich her­vorragende Leistungen. Voraus ging ein von unserem in Berlin lebniden P^TiSarnnriu R " a f f w 7- k» 3 f> I> r verfaßter Vrolog.

Hlnivrsttäis-'Nackfrichil'n.

N. Berlin, 22. Oktbr. Prof Kehrbach, Herausgeber der ..Monnmenta Gennnniae pnedasog-ica, ist gester a e st 0 r b e 11.

In Bonn ist der Geb. Regierunasrat, Professor der klasstfchen Philologie Dr. phil. et theol. Herrn. U Jener am 21. ds. im Alter von 71 Jahren einem Herzschlag erlegen. Er stammte aus Weil­burg an der Lohn.

9)}ärftc

fc. Frankfurt a. M., 23. Oft. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmark tvreife. Weizen Mk. 17.5000.00, Kurhessischer Mk. 17.5000.00, La Vlata Mk. 18.5019.25, Kan'as Mk. 18.5019.25, Noaaen ihiesigerl Mark 15.7500.00, Gerste (Wetterauerl Mk. 17.2517.75, Franken­felder Mk. 17,5018,00, HaferMk. 14.7515.75, Mat? Mk. 13.5013.75 Weizenmehl 0 Mk. 26.7527.75, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.5023.00, Roggenmehl 0 Mk.23.5024.25, 1. Qualität Mk. 20.0021.75, Weizenkleie Mk. 10.50 bi? Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.5012.00, Maisreime Mk. 10.75 bis Mk. 11.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. .17.5018.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 23. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz/l. Amtliche Notierungen der beuttgen Viehmarkt- vreise. Zum Verkattfe standen: 399 Ochsen, 154 aus Oest­reich, 58 Bullen, 3 aus Oestreich, 787 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 284 Kälber, 585 Schafe und Hämmel, 1476 Schweine, 0 Zieoen, o Ziegen-, 0 Schallämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht- Ochsen 1. Qualität 8185 Mk., 2. Qual 7476 Mk., 3. Qual. 6872Mk.: Bullen l.Qual. 67 bis 69 Mk., 2. Qual. 6466 Mk.: Kühe 1. Qual. 7274 Mk., 2.Qual. 6870 Mk., 3. Qual. 5355 Mk, 4. Qual. 5152 Mik., 5. Qual. 0000Mk. Kälber: 1. Qual. 8690Ma., Lebendgewicht 5254 Pf., 2. Dual. 8386 Bfg., Lebendgewicht 4952 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg., Schlachtgewicht 6366 Pfg., Schale: l.Qual. 7072, 2. Qttal. 6062 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfa.: Schweine 1. SD.ua! . 7879 Pfg., Lebendgew. 61.50 Pfa., 2. Qu.77-78Pfg., Lebendaew. 6061 Pfg., 3. Qual. 7274 Vfg., Lebendgewicht <"000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh aut. bei Kleinvieh aut: kein Neberstand.

Kirlsi licke ^l ackrickten. Evangelische Gemeinde.

Montag, den 23. Oktober, abends 8 Uhr: Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskircke. Briefe Pauli an die Thessalonicher. Pfarrassistent Sattler.

(?)rtnin<tr-Pratilnirfhiinfl(n.

Berlin, 23. Oft. DemBerl. Tgbl.^ wird vom Rhein geschrieben, daß Finanzminister FrHr. v. Rheinbaben mehr­fach dem Wunsche Ausdruck gegeben hat, das Ober-

Präsidium der Rheinprovinz zu übernehmen. Man rechnet mit der Möglichfeit, daß Oberpräsident o. Schorlemer auf den Posten des La n dwirtschaftSm inisterS berufen und Freiherr v. Rheinbaben nach Koblenz übersiedeln werde.

Kiel, 23. Oftober. DaS finnische Barfichiff Augusta", mit einer Kohtenladung von England nach der Ostsee tintenvegs, ist seit 14 Tagen überfällig. Mau be­fürchtet, daß die Bark mit Mann und MattS unter» gegangen ist. Die SegelschiffePrimula" undFremad" find an der Nordseeküste gestrandet. Die Schiffe sind ver­loren, die Besatzungen wurden gerettet.

Swinemünde, 23. Oft. An Bord des englischen Handelsdampfers ^Emperor", der sich auf der Fahrt von Westindien nach Swinemünde befand, brach eine Meuterei au5. Zwei russische Matrosen ermordeten den Kapitän und den Koch. Gegen die AufsichtS- ratsmitglieder der VermögenSverwaltungsstelle für Offiziere und Beamte, sowie gegen den persönlich haftenden Gesellschafter Solman soll die Regreßflage eingereicht werden. Solman ist seit acht Tagen von Berlin abwesend.

E i f e n a cki, 23. Oft. Im Thüringer Walde liegt Schnee bis 30 Zentimeter hoch Die Höhenorte unterhalten be­reits S ck' l i 11 e u v e r k e h r. Tie Zahnradb-'hn Jlmenau-Schleu- fingen ist eingeschneit. Bei Salzungen ist ein Arbeiter er­froren.

Posen, 23. Oft- Zwölf adlige polnische Ritterguts- hefiher erließen eine Verrufs erklär ung gegen die Verkäufer polnischer Güter an Teutsche. Tiefe Er- lläw'Ng wird sämtlichen Besitzern tniTnif-^cr Güter zugesandt mit der Bitte, ihren Llnschauunaen sich anzuschließen.

Ebristiania, 22 Oft Ter ehemalige Minister- Präsident Mehr hielt heute abend in der Tonhalle entert Vortrag, in dem er sicki bezüglich der zukünftigen StaatsformI Norwegens für eine Volksabstimmung und für Einführung der Republik aussprach. Der Präsident der Republik, sollte nach seinem Vorschläge vom Storthing gewählt werden. Tie aus etwa 1000 Mann bestehende Versammlung nahm schließlich mit ii-nher Mehrheit eine ResoOition an, in der sie sich für die Viv l k s a b st i m m u n g aussprach. (

Paris, 23. Okt. In politischen Steifen läuft das Gerücht um, Deleassä habe einen Selbstmordversuch unter­nommen und sei nur durch d">s zufällige Eintreten seines Dieners d 'ran verhindert wvrden. (Notiz des W. D.: Dies Gerücht hat bisher keinerlei Bestätigung erfahren.)

Petersburg, 23. Okt. Graf Wittes Ernennung zum Premierminister gilt als zweifellos. Doch wird er diesen Posten nur annehmen, wenn er mit außerordentlichen Vollmachten ausgestattet würde. Wie versichert wird, will Witte als Premier­minister dahin wirken, daß die Eröffnung der Neichs- dnma noch mindestens zwei Monate über den jetzt in Aussicht genommenen Termin h i n a n s g e s ch o b e n wird, damit unter­dessen das ganze unzweckmäßige B n l v g in'sckw W a hl pr o j e kt einer gründlichen Aenderung unterzogen und den Bedürf nissen nn d Wünschen des Volkes mehr angepaßt' werden könne.

Newpork, 22. Oft. Aus Newark wird gemeldet: Von 304 eingesandten Gedichten für ein Preislied bei dem im nächsten Jahre stattfindenden Wettsingen um den 1900 gestifteten Kaiserpreis wurde das Gedicht des Lehrers Robert S ch m i d t-Großlichterfelde bei Berlin preisgefrönt.

Tanger, 22. Oktober. Heute abend traf der Kreuzer Phathfinder" mit den von El Valiente auf Betreiben des Scherifs von Uezan freigegebenen beiden englischen Offizieren hier ein.

Telefonisch® des Giessener Anzeigers, mitcrc und Indnsti Frankfurter Kör 3J4°/o Reichsanleihe . . 100.75 3% do. . . 89.15 3^70 Konsols .... 100.80 3% do 88 90 3%°/0 Hessen 100.00 3%0ln Oberhessen . . .. 4"ä Oesterr. Goldrente. . 101.15 41/6 9.1 Oesterr. Silberrente 100.90 4 °6 Un£rar. Goldrente . . 96.80 4% Italien. Reute . . .. 4 Portugiesen Serie I . 68.40 3% Portugiesen III 68.00 4%0/n russ.Staatsanl. 1905 97.30 4 « japan. Staatsanleihe 94.20

1 % Conv. Türken von 1903 90 70 Türkenlose 137.50 4% Griech. Monopol-Anl. . 53.30 äussere Argentinier . 90.20 3% Mexikaner .... 68 20 4%°/0 Chinesen . . . 97.70

Aktien:

Bochum Guss 257.75 Buderus E. W. .... 143.70

Tendenz: ruhig.

Berliner Börse, !

Canada E. B 175.20 Darmstädter Bank ., . . 152.60 Deutsche Bank .... 243.10 Dortmunder "Union C. . . 105.50 Dresdner Bank .... 168.10 Tendenz: still.

Kursberichte

teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.

»e. 23. Okt., 1.15 Ehr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 145.00

Elektriz. Schuckert . . . 138.25 Eschweiler Bergwerk . . 281.30 Gelsenkirchen Bergwerk . 256.25 Hamburg - Amerik. Paketf. 170.00 FTarpener Bergwerk. . . 223.00 Lanrabntte 270.50 Nordd. Lloyd 132.90 Oberschics. Eisen-Industrie 141.00 Berliner Handelsires. . . 177.25 Darmstädter Bank . . . 152.30 Deutsche Bank . . . 242 90

Deutsch-Asiat. Bank . . 185.00 Diskonto-Kommandit. . . 193.30 Dresdner Bank .... 168.00 Kreditaktien 212.50 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn 115.35 Gotthardbahn. Lombard Eisenbahn . . 25.25 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.30 Prince-Henri-Eisenbahn . 129.20

3. Okt., Anfangskurse.

Harpener Bergwerk . . 223.20 Lanrabütte 271.00 Lombarden E. B ... 25.50 Nordd Lloyd . . . . 132 70

Türkenlose ..... 137.90

bewährtest© Nahrung für

gesunde u. mager.- darmkranke k 5 n d c r»

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Eercnlesa-Bßleine-Corsets.

Grand Prize St. Louis 1904.

Jedes Corset muss den StempelHerculesa-Baleine tragen.

Tic Ansicht, daß die Lchädlichkeit deS Tabakranches au?- skhlichlich feinem Gcbalt an Nikotin zugeschrieben werden müßte, ist viel

verbreitet. Ein Beispiel für die Unrichtigkeit dieser Meinung findet mancher Raucher in einer Erinnerung aus der Jugendzeit. Der erste Rauchversuch mit einer wirklichen Zigarre au? Tabak ist einigermaßen glimpflich abge­tönten, aber eine bei Gelegenheit, in Ermangelung von Tabak, mit Papier. Pflanzenlaub ?c.. also nikotinfreien Stoffen, unternommene Wwderbolitng ist in ihren Folgen oft derartig, daß fich schon dem Knaben der Tabak als das kleinere Hebel darstellt. DaS diese primitive Be- obachtnng lebrt, bestätigt in vollem Maste die chemische Untersuchung.

Der Tabakrauch bestebt im wesentlichen an5: Nikotin und dessen Gvaltungsprodiikten lPpridinbafenL ferner auS Ammoniak, Methylaminen, Pyrrolen, Schwefelwafferstoff, Blausäure, Buttersäure, Kohlensäure, Koblen- oryd, Wasserdampf und emphreumatifch-teerigen Produkten, unter letzteren kleine Mengen von Phenolen beobachtet werden. Gefur. schädlich sind besonders die basischen Körper: Nikotin, Pyridinvu

Ammoniak, ferner Schwefelwafferstoff, Blausäure und Kohlenoxyd, wenn in größerer Menge dem Organismus zugeführt. DaS Alkaloid Nikotin findet sich bereit? vorgebildet im Tabak, während die übrigen Bestandteile des Tabakrauches erst infolge des Rauchens entstehen; sie sind die Produkte einer trockenen Destillation.

ES ist hiernach klar, daß auch der Rauch von nikotinfreiem Tabak gesundheitsschädliche Bestandteile enthält. Es seien hier genannt Kohlen­oxyd. Ammoniak, Methylamine, Schwefelwafferstoff, Blausäure. Diese Stoffe liefert nun aber verbrennender Tabak keinesfalls in größeren Mengen als sic die Perbrennung deS LaubeS anderer Pflanzen ergibt ES schneidet vielmehr noch den zahlreichen Versuchen deS Verfassers der Tabak verhältnismäßig recht günstig ab. Don Zigarettenpapieren zeigten sich, in derselben Weise wie Tabak verraucht, einine Sorten giftiger al; alle anderen untersuchten Stoffe. Do:-, 'yaleni-' Standvunkte auS können allein solche Tabak- fnbrifate cir erden, bei deren Verrat' n nicht nur die Nikotin-

Wirkung au*g..;uVcn roirV sondern auch t Produkte der trockenen

Destillation unschädlich gemocht werden. Beides wird ohne Beeinträch­tigung des Wohlgeschmacks der Fabrikate erreicht durch das Verfahren deS Geheimrats Prof. Dr med. Gerold und deS Universitätsprofessors Dr. Thomß -Berlin. Verschiedentlich wurde von autoritativer Seite auf die Methode dieser bekannten Gelehrten hingewiesen. So berichtete auf der 73. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte zu Hamburg SanitätSrat Dr. Forst in der hvaienis.tzeu Abteilung über Versuche, welche mit nach Vorschrift dieser Gelehrten hergestellten Fabrikaten int physiologischen Laboratorium des Instituts für medizinische Diagnostik zu Berlin vorgenommen wurden. Der Vortragende wieS nach, daß schädliche Beeinflussung des Herzens und der Blutgefäße, sowie des Nervensystems beim Rauchen dieser Zigarren nicht beobachtet werden kann. Hergeflellt werden diese Fabrikate von W e n d t's Zigarrenfabriken A.-G., Bremen, und als Wendt's Zigarren u. -Zigaretten tu den Handel gebracht. Dr.Lbg, hv/10