Zur Verstaatlichung des Kohlenbergbaues. Der' Reichstagsabg. Gothein hielt jüngst in der freihändlerisch gesinnten volkswirtschaftlichen Gesellschaft zu Berlin einen Vortrag über die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues. Die Ausführungen Gotheins, die auch in dem 210. Heft der von der genannten Gesellschaft herausgegebenen „Volkswirtschaftl. Zeitfragen" Aufnahme gefunden haben, lassen sied dahin festsetzen, daß Gothein zwar nicht den Staat an die Stelle der Syndikate gesetzt wissen will, wohl aber wünscht er, daß die staatliche Konkurrenz möglichst energisch eingreife, um die Macht des Kartells einzuschränken. Es soll der Staat seine Kvhlenfelder weit energischer in Angriff nehmen, als dies bisher geschah, um gegenüber der Förderung der Privatgruben als Machtfaktor aufzutreten. Sodann soll die Verleihung von weiteren: Bergwerkseigentum auf Steinkohlen an private Muter ausgechflossen werden. Dann soll die Einfuhr ausländischer Kohle erleichtert werden. Ter „Hamb. Korresp." meint dazu, daß alle diese Mittel nur dann die erhoffte Wirkung ausüben werden, wenn der Staat seinen Besitz wirklich im Juteresse der Gesamtheit verwaltet.
Deutsche Eisenbahn-Einnahmen. Die deutschen Eisenbahnen vereinnahmten im Januar auf dem Personenverkehr 35 408112 Mk. (mefrr 1352 003 Mk. gegen das Vorrahr), aus dem Güterverkehr 96 638144 Mk. (mehr 1 284 808 Mk.), zusammen 132 136 256 Mk. (mehr 2 636 811 Mk.). Aus der abermaligen Steigerung des Güterverkehrs ergibt sich, daß die Jnduitirie in fortgesetzter Ausbesserung sein muß, zumal wenn man bedenkt, daß der Verkehr gegenüber dem Jahr 1903 schon eine erhebliche Steigerung erfahren hat, und weiter in Betracht zieht, daß infolge des Streiks ein bedeutender Ausfall für Kohlentransport eingetreten fein muß.
Kohlentranspvrte bei der Hamburg-Amerika- Linie. Die russische Regierung hat sich bereit erklärt, den ab- aesch(lossenen Ko hie nlief eruri gs vertrag zu gunsten der Hamburg- Amerikw-Linie dahin festzusetzen, daß das Risiko bei einer etwaigen Beschlagnahme der Schiffe von der russischen Regierung getragen wird. Ferner behalten die abgeschlossenen Verträge ihre Giltigkeit selbst wenn vor Ablauf derselben der Frieden zum Abschluß gelangt.
Deutsche Petroleum-Industrie. Tie Vereinigte Deutsche Petroleumwerke-Akt.-Gei. in Peine schlägt eine Dividende von 472 Proz. vor; es ist dies das erstemal seit 1886, daß eine Dividende verteilt werden kann. Gleichzeitig wird gemeldet, daß die gesamte Oelproduktion für 1905 zu besseren Preisen bereits verschlossen ist.
Oerichtssaal.
Brüssel, 20. Febr. Heute wurde das Urteil im Prozeß des Königs verkündet. Ter Gerichtshof wies die Berufung der Prinzessin Stefanie sowie der Gläubiger der Prinzessin Luise zurück und verurteilte die Kläger zu je einem Drittel der Kosten. Die Begründung folgt im allgemeinen den Ausführungen der Anwälte des Königs. Tie Heiraten der Fürsten seien als politische Verträge anzuschen. Ter angefochtene Heiratsvertrag des Königs sei ein unzertrennbarer Bestandteil dieser Heirat.
Aniversttäts-Hrachrichten.
Halle a. S., 20. Febr. Nachdem der Rektor der hiesigen Universität die Behandlung der Marburger Protest-An
gelegenheit in einer allgemeinen öiut>entenDer)«mm* lung nicht gestatte t hatte, fand in den „Kaisersälen" eine öffentliche Versammlung der Akademiker Halles statt. Tie Versammlung^ war start besucht von Farbentragenden und Nichtverbindungs-Ätudierenden, wie auch Oon Alten Herren. Auch verschiedene Dozenten waren erschienen. Nachdem der Minister inzwischen die bekannte Verfügung erlassen hat, erübrigte sich ein weiterer förmlicher Protest, wie er beabsichtigt war, und die Versammlung faßte nur eine Resolution, die dankend Kenntnis nimmt von der Erklärung des Ministers und die Wahrimg voller akademischer Freiheit in den gegebenen, von der Resolution präzis fierten Formen vertritt. Tie Resolution wurde einstimmig angenommen und soll dem Minister, dem Rektor der Universität und den anderen Hochschulen mitgeteilt werden.
Braunschweig, 20. Febr. Am Schmusen Brett der Technischen Hochschule wurde heute eine von sämtlichen Professoren u nterzeick-nete Erklärung angeschlagen. Si« betont, daß der Streit an der Hochschule auf Mißverständnisse zurückzufüljren sei und erkennt au, daß die Zulassung der Ausländer einer Neuregelung bedarf. D arm wird erfrört, daß die Professoren in vollem Umfange für die Wahrung der akademischen Freiheit eintreten. Sie erkennten der Studentenschaft das Recht zu, in ihren Versammlungen zu akademischen Tagesfragen Stellung zu nehmen, Wünsche und Beschwerden zu äußern und sie zur Kenntnis der Organe der Hochschule zu bringen, soweit es rn angemessener Form geschieht, ebenso das Recht, mit der Studentenschaft anderer Hochschulen in Stimmungsaustausch über studentische Tagesfragen zu treten.
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Derbstangen: 128 Fichten = 9,37 Fstm.
Scheiter: 39 Kiefern.
Knüppel: 324 Kiefern (darunter 54 Rm. 3 Mtr. lang).
Reisig: 3500 Eichen-Wellen, 3100 Kiesern-Wellen, 200 Fichten-Wellen.
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Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr am Pflanzgarten.
Leihgestern, 18. Februar 1905. 934
Großh. Bürgermeisterei Leihgestern.
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Fürstlich Solmfische Obersörsterei Hohensolms.
Dienstag, 28. Februar 1905, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Eastw. Führer zu Hohensolms:
Nutzholz: Distr. Scheuernwald, Hollerberg, Eichelsberg, Gruudwald rauch Buchenberg):
Eicheu-Stammh. I.—III. Kl., 36 St. mit 26,66 Fstm. (21—46 Ltm. D., 5—14 Nttr. L.), Bucheu-Stammh. II. Kl., 4 St. nut 2,23 Fstm. (34-41 Etm. D., 4—6 Mtr. L.), Buchen-Nutzscheit 4 Rm. mit 2,80 Fstm. (1,25 Mtr. lang), Eschcu-Slammh. IV. Kl., 7 St. mit 0,88 Fstm. (12—23 Ctm. D., 2—10 Mtr. Länge), Eschen-Derb- staugen 3 St. mit 0,24 Fstm., Nadelh. (Fichte, Lärche, Kieier) 41 St. mit 17,40 Fstm. (13—40 Ctm. D., 5—20 Nltr. L.), Fichten- Terbslangen 169 St. mit 8,22 Fstm., Reisstaugen 1530 St. mit 11 Fstm.
Von mittags 1 Uhr ab Breunholz-Veriteigerung: Aus den Distr. Scheuernwald, Hollerberg, Eichelsberg und Buchenberg: Buche: 122 Rm. Scheit u. Kn., 27 Rm. Stockh., 1500 Wellen. Eiche: 23 Rm. Scheit u. Kn., 33 Rm. Stockh., 2800 Wellen und 50 Rm. Lohknüppel. Radelh.: 2 Rm. Kn., 200 Wellen. Ferner aus den Dtslr. Jnnkernwald, LcmPerwieS, FnchSlöcher u. Allee: Buche u. Eiche: 3 Rm. Scheit u. Kn., 700 Wellen, 20 Nm. Reisig. Weichh.: 200 W. u. 125 Rm. Stamm-Reisig. Kiefer: 66 Rm. Stanun-Reisig. B -/'
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