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«rfftelnt ISgllch anher Sonnlag».
Bem Gießener Anzeiger teerben im Wechsel mit tum kesflschrn Landwirt bit Gichcner Kamillen« blähet otennal in der Woche beiqelegt.
Motal»on4drud u. Der- Icq der Brtihl'ichen Univeri.-Buch-u.Steirr- bruderet. 'n Lange. Redaktion, (irpebuüm und Druderet:
Lch ulftraße 7.
Nedaklion 112
Verlag u.Exved.«^Kb1 Adresse für Depeschen: Anzeiger Vtictzeu.
Erstes Blatt.
Montag 20. November 1905
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jfibrltcb DL 8^0; durch Abhole- u. §roetQfteQen monatlich 6o Df.; durch diePoft Mk.2.— viertel- ätjrL auSsdil. Beflellg.
Unnahme von Hnjetgei iir die TageSnumm« i? nonnüiagS 10 Uhr. ,eilr’pret6: lolall2Ps* -ufimärtS 20 Psg.
era troortUd) ffl® oe.. ooltt. unb allgem.
155. Jahrgang
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
Die heutige Kummer tunfaßf 10 Ketten.
politische Tooevschau.
Von der Tabaksteuer.
Nach der ,6flbb. Tabakztg.* sind auf dringendes Ersuchen der meisten süddeutschen Regierungen (darunter auch Hessen), die Sähe in der Tabaksteuervorlage lUiierdingS abgeändert, für Jnlandtabak uon seither 45 auf 63 Mk., auf ausländischen Schneidtabak von selther 85 (ivf 110 Wit., andere Rohtabake für Zigarren von 85 auf 1?15 Mk., die Papierstempelsteuer bleibt bei 2 Mk. für tausend Vllättchen. Ter Zoll auf Auslandfabrikate sei festgesetzt für Starren auf 700 Mk., für Zigaretten auf 800 Mk. per Doppelzentner gegen bisher 270 Mk. Die süddeutschen Regierungen wollten für die Besteuerung des Inland- tabakS nicht höher als auf 57 Mk. gehen, Preußen foibcrte 70 Mk„ Sachsen 80 Mk. Hinsichtlich der Zigaretten- vapierstempelsteuer sei bereits eine in Düsieldorf konstruierte Slcmpelmaschine in der RcichSdruckerei ausgestellt, wobei daS srenzösische System der Wasserstempelung adoptiert sei.
Wer, so fragt angesichts desien daS genannte Blatt, erleidet den größten Nachteil bei einer so großen Konsum- vlrteuerung, da die billigsten Preislagen gewöhnlich 16 Pfd. unb mehr pro Mille wiegen, während die 10, 15 und 10 Pfennigzigarren oft erheblich weniger schwer sind? $n erster Linie selbstverständlich wieder daS billigste Produkt und daS ist das inländische, daS obendrein noch durch die Ll-engelbelastung erheblicher benachteiligt wäre. Man ersieht ■t daraus, daß man trotz der Erweiterung der Spannung, bei einer so hohen Verteuerung des Konsums und bei einer so großen Üinwälzung in der Zigarrenfabrikation, dem In land s- tafcat nur schaden kann.
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Die Marinevorlage bereitet eine angenehme En Täuschung für die Steuerzahler, eine unangenehme für den Flottenverein, dessen Förderinnen, unsere Seewehr zu verstärken, bedeutend weiter ge-- qaiigcn waren. Was die Mari ne Verwaltung in der Vorlage für notwendig erachtet, find insgesamt 165 Millionen, auf
Jahre verteilt, mithin eine durchschnittliche jährliche Steigerung der Ausgaben rür Schisssbanten um I6V2 Mill. .Äos sind die „einmaligen Ausaaben". Nun kommen hinzu Ne „fortdauernden Ausgaben", für Mannschaftsbestand, I>öf>ere Betriebskosten der trt erheblich größeren Dimensio- ncm zu erbauender! neuen Panzerkreuzer usw. Diese „fortdauernden Ausgaben" wachsen durchschnittlich jährlich um 8 Millionen Mark So ergibt sich als Gesamtrechnung für die neue Marinevorlage eine Steigerung um rund 24V2 Millionen Mark pro Jahr. Da im Laufe der Jahre die Materialpreise steigen werden, dürften bei den Schiffsbauten noch etliche Millionen auf den Anschlag hinzuzw- ßih'agen sein. Im ganzen aber bleibt die Gesamtsumme er- 1) blich hinter den Voraussagen zurück, und es läßt sich kohl nicht behaupten, daß dem deutschen Volk mit dieser Jluttenrüstung eine unerträgliche Last aufgebürdet werde.
Die Regierung wiederholt im wesentlichen die Forder- intifl, die im Jahr^ 1900 6er der Beratung des in Kraft befindlichen Flottengesetzes vom Reichstag abgelehnt worden war. Daß der Reichstag jetzt nochmals zu einer ab- Iklutenden Entscheidung gelangt, daran ist nicht zu denken. Tcmn die Weltlage hat ficb feit dieser Zeit von Grund aus ^üindert. Im russisch-japanischen Kriege ist die Bedeutung brr Flotte klar geworden, Japan verdankt seine Erfolge in ■ erster Linie der Üebermacht zur See. Ausschlaggebend ‘ isi aber, daß Deutschland mit England als dem Gegner üt einem Zu kim ft s kriege notgedrungen rechnen muß. So- »28t kann natürlich die Rüstung nicht gc, daß neben einem Heere ersten Ranges eine Flotte gle.chwertig der er gl. gehalten wird. Selbst wenn hierfür die ungeheuren iltcl aufaebracht werden k"nuten, wäre es technisch voll
kommen unmögliche innerhaich kurzer Zeit eine solche Flotte zu schaffen. Aber können nich so und soviel neue große Kreuzer gebaut werden, so erfahren andererseits die Mittel zur Zerstörung der vom Feinde ins Gkfcdjt gesandten Kolosse eine Vermehrung, an deren Wirksamst ebenfalls nach den Erfahrungen des ostasiatischen Krieges nicht gezweifelt werden kann: Die im geltenden Flottengesetz vorgesehenen 15 Torpedobootsdivisionen sollen auf die Zahl von 21 gebracht werden, d. h. statt 96 sind 144 Torpedoboote in Aussicht genommen Auch die Torp.doboote werden größer als bisher gebaut we. 1, damit, wie die Begründung bemerkt, die deutsck)cn Schiffe und Torpedoboote an Gefechts- kraft nicht hinter den Schiffen und Torpedobooten anderer Rationen zurückbleibm Die Begründung spricht überhaupt nur von „anderen" Rationen im Hinblick auf den Kriegsfall. Lediglich England und Frankreich können gemeint fein. Rach alledem, was der Sommer dieses Jahres an Enthüllungen über die ftiedensfeindlichen Strömungen g bracht hat, ist die V e r st ä r k u n g der Rüstung Deutschlands ein Gebot der Selbsterhaltung.
Dom preußischen Juslizm'nistennm.
In einem Teil bet preußischen Preße sand sich die bestimmte Nachricht, baß die Ernennung be§ Oberlandesgerichts- präsibenten Dr. Beseler in BreSlau zum preußischen Justizminister bereits vollzogen sei. Demgegenüber weist bie „Neue polit. Korresp.* darauf hin, baß das Abschiedsgesuch deS bisherigen Justizministers Dr. Schönstedt noch gar nicht vorliegt. UebrigenS halt auch diese Korrespondenz die Ernennung Dr. BeselerS zum Justizminister für bevorstehend. Die Gerüchte, daß die Ernennung bereits erfolgt sei, sind vielleicht auf den Umstand zurückzuführen, daß Dr. Beseler von seiner bevorstehenden Ernennung vermutlich bereits ver- stänbigt worben ist und seine Vorbereitungen für die Heber» siedelung nach Berlin trifft.
Dieser offiziöse Wink an Schönstedt läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Wenn er nun noch nicht freiwillig sein Abschiedsgesuch einreicht, dann wird vorausstchtlich Herr v. LucanuS eingreifen. DaS offiziöse ,W. T. B " hatte bereits gemeldet, daß »nach ZeitungSmeldungen" die Ernennung Dr. BeselerS erfolgt sei. e
Die ReichStagSpräßdenteu.
Von Tropensonne und Seeluft gebräunt, wird Abg. Prof. Dr. Paasche (natlib.) beim Wiederzusammentritt des Reichstags der Gruppe parlamentarischer Asrikasahrer sich zu- gesellen, die als neueste Errungenschaft parlamentarischen Lebend, gewißermaßen als inoffizielle Fraktion, dem hohen Hanse sich präsentieren wird. Daß Dr. Paasche zum Wiederbeginn der Session sich einfindet, läßt auf das Bestehen seiner Kandidatur für die Vizepräfidentschast im Reichstage schließen. Weiterhin auch darauf, daß die nationalliberale Fraktion mit der Möglichkeit der Ungiltigkeitserklanmg der Wahl deS Abg. Büsing rechnet unb deshalb wohl von vornherein den Abg. Paasche für daS Amt deS zweiten Vizepräsidenten in Vorschlag bringen wird. Geeigneter wäre allerdings nach wohl allgemeinem Urteil Büsing, aber die Konservativen nehmen den betreffenden mecklenburgischen Wahlkreis für sich in Anspruch und haben Aussicht, daß die Wahl- prüfungSkommission daS Mandat deS Liberalen kassiert. Die Wiederwahl der Grasen Ballestrem zum Präsidenten unb Stolberg (kons.) zum ersten Vizepräsidenten steht außer Frage._______________________________________________
I)as Iorpkdobootsunsttück.
DaS deutsche Torpedoboot 3 126 ist, wie wir bereits am Samstag meldeten, am Freitag abend in der Nähe von Buelk bei Kiel mit dem kleinen Kreuzer ,Unbine* zusammengestoßen und gesunken. Oberleutnant Kayser und
3 2 Mann der Besatzung sind ertrunken. Außer dem Obermaschinisten Dammann und einem Heizer, die schwer verbrüht sind, haben 4 Offiziere Verletzungen erlitten. Die. Verletzten wurden im Gatnisonlazarett in Kiel untergebracht. DaS Torpedoboot, das eine Bemannung von 3 Offizieren unb etwa 70 Mann hotte, ist so schnell gesunken, daß nur die Rettung von 2 Offizieren und 40 Mann gelang. Nach der im Reichsmarineamt gegebenen amtlichen Auskunft ist daS Torpedoboot infolge einer bei dem Zusammenstoß erfolgten Kessel-Explosion gesunken. Hieraus ist auch die große Zahl der Verunglückten zu erklären. Bei einem Scheinwerfer-Manöver ist daS Boot, deßen Besatzung durch die Scheinwerfer geblendet war, vor den Bug deS Kreuzers geraten und von diesem angerannt worden Die „Unbine* suchte nach dem Zusammenstoß vier Stunden lang mit Booten die Unfallstelle ab. Tas gesunkene Boot wurde durch Taucher gefunden. Es lag nach Backbord geneigt auf kotigem Grund. Die Beschädigung der „llnbine', die unmittelbar nach dem Unfall ankerte und bei dem Wrack eine Boje auSwarf, ist unbedeutend. Die Taucherarbeiten sind deS hohen Seegangs wegen eingestellt worden. Sie werden wieder ausgenommen, sobald das Wetter eS erlaubt. Vier Leichen wurden bisher geborgen. Obermaschinist Dammann ist seinen Verletzungen erlegen.
Ein ztveite8 gräßliches Schiffsunglück wurde heute aus dem ftanz. Hasen St. Servan (Bretagne) gemeldet: Der englische Dampfer .Hilda" von der Südwestgesellschaft ist auf der Fahrt von Southampton bei Nebel und Sturm in der Nähe der Insel Zözembre auf einen Felsen gestoßen; 125 Personen von der Besatzung und den Paßagieren sind verloren unb nur fünf sind gerettet worben.
<Hccr nnd Ilotte.
Wie aus dem Nachtrag zur Marine-Nangliste fjerüot* geht, steht Großfürst Cyrill von Rußland nicht mehr in der Liste der a la suite der Marine geführten Fürstlichkeiten.
— Eine Vergrößerung der austral ische n Flotte steht bevor, der Senat in Sidney hält die Beschaffung von 8 Kreuzern, 16 Zerstörern, 15 Torpedobooten für notwendig. Zunächst werden 4 Zerstörer und 4 erstklassige Torpedoboote gebaut. Der Rest wurde auf sieben Jahre verteilt.
New York, 18 Rov. Der Marineingenieur EtokeS teilte in einer Konferenz der Marineingenieure mit, daß! er ein sogenanntes schwimmendes Fortsschiff er-, f unb en habe, dem er den Namen „Ultima" bei gelegt! habe. Dieses Schiff werde eins der gefürchtetsten Kriegsschiffe der Weit werden. Das Schiff ist kreisförmig gebaut und mißt ?70 Meter in der Länge und 190 Meter in der Breite. Es wird eine Wasferverdrängungl von 30 000 Tonnen und 10 000 Pferbekräfte besitzen, was einer Schnelligkeit von 8V2 Knoten pro Stunde entspricht. Die Armierung besteht aus zwei fi'mfzöll'gen Geschützen, 16 zwölftöllioeii und 20 drelchll'rren Geschützen.__________
Ans Stadt mti Laub.
Gießen, den 20. November.
** Pers on alien. S. K. H- der Großherzog habe« zum 9. November dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten August Kleisinger zu Gau-Mges- heim die Krone zum Silbernen Kreuz des Mrdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. S K. H- der Großherzog haben dem Steuerkommissär des Steuer!ft>nrmissariatS Zwingenberg Ferdinand Welcker zu Zwingenberg den Charakter als Regierungsrat verliehen. S. K. H- der Großherzog haben den Hauptsteueramtsrendanten bei dem Hauptsteueramt Bingen Heinrich Hellwig in gleicher Diensheigenschaf: an das ^auvtsteueramt Mainz verseht.
Konzertverein.
Gießen, 20. Nov. 1905.
Erster Künstlerabend! Mir. dieser Bezeichnung kann ich »ich nicht einverstanden erNären. Nicht daß ich den Aus- ütirenben des gestrigen Abends nur ein Jota von dem Rechte, sich Künstler zu nennen, bestreiten will; davon bin i(i) weit entfernt. Ich will damit sagen: es war nicht der kiste, sondern der zweite Künstlerabend. Oder fönten die ilrssührenden des ersten Konzertes nicht auch auf diesen Rnrennamen Anspruch erheben können? Zeigten nicht ihre Lei'stungen, daß alle Mitwi^kenden. von dem Geiste wahrer kumst durchdrungen, ihr Bestes gaben?
Die weihevoUe Stimmung, welche die Coriolan-Ouver- hiDe hinterließ, war doch nur eine Folge des echten künst>» laüschen Erfassens des großartigen Werkes.
Unser Publikum scheint leider noch nicht so zu denken. Lar doch der gestrige Lieder-Abend ausverkauft, während cm ersten Abend noch manche unbesetzte Stühle zu sehen timen. Da? Programm des 1. Konzertes hätte m. E. arte Nuisikfreunde und solche, bie es sein wollen, in Scharen tzrlbeiführen müssen. Dem gestrigen Programm gelang dies, irG oder wegen seines reinen vokalen Charakters. Daß in erster Linie die bedeutende Künstlerschaft der Aus- sihilenden bewirkte, ist anzunehmen, aber auch etwas Lcksckpatriotismus sprach nut So kam denn das Publikum kn Künstlern, Frau Wederindund Herrn Hans Suff* giltf?en aus Dresden, ton vornherein mit besonderer §re:ube entgegen, und dies mit boHem Recht.
Das Programm erthielt in seinem 1. Teile nur Werke ton deutschen Tonmeistern, von welchen ich als ganz be- scnüders gute Leistungen hervorhebe Schumanns „Liebes
garten" und Cornelius' Margiana und Purredin, aus dem „Barbier von Bagdud". Ganz wunderschön verbanden sich die beiden Stimmen, insbesondere in dem Duett von Cornelius. Glockenrein und mit packendem Ausdruck erklang: „Das eine Wort: Ich lieb' dich". — Von den Einzelgesängen gelang es Frau Wedekind in der „Untreue" von Cornelius wohl am besten, dem Publikum die Macht ihrer Kunst zu zeigen. Auf mich wirkte es ergreifend. Weniger gefiel mir der Vortrag des Wiegenliedes von Mozart. Ich stehe hier offenbar im Gegensatz zu den Ansichten des Publikums, das nach diesem Liede großen BeifaU spendete. Mich ließ der Vortrag kalt; ich bin der Meinung, daß nur Mozart den Erfolg errang, nicht die VortrageTche.
Herr Buff gefiel mir am besten in dem Beethovenschen Liede „Wonne der Wehmut. Hier traf er die in Dichtung und Komposition vorherrschende Stimmung auf das innigste. Bei seinen übrigen Vorträgen kam es mir manchmal vor, als sei eine kleine Indisposition vorhanden.
Der zweite Teil des Programms enthielt Werke italienischer und ftanzösischer Meister mit Ausnahme von Nicolai. Offenbach darf man wohl, wenn er auch in Köln geboren ist, zu den Franzo,en rechnen. Tie Arie der Frau Fluth, aus Nicolais mit echtem Humor erfüllter Oper „Tie lustigen Weiber von Windior^d brachte Frau Wedekind*) den größten Erfolg des Abends. Hier zeigte sie ihre Koloraturtechnik. Mit verblüffender Sicherheit setzte sie die höchsten Töne rein an. Glicht endenwollende, glockenreine Triller, Staccatis auf- und abwärts mit größter Deutlichkeit, kurz mit allen diesen Kunstfertigkeiten wirkte sie ge
*) Tie übrigens in diesen Tagen in Frankfurt und Wiesbaden konzertiert hat und dort mit ihrem Bruder, dem bekannten Schriftsteller Frank Wedekind, zusammentraf. D. Red.)
radezu faszinierend auf ms Publikum. Tosender Beifall und Kranzspenden zeigten den Dank der Zuhörer.
Auch 5)errn Buff gegenüber geizte man nicht mit Beifan, und eine Kranzspende verdiente er sich mit der Leonca- valloschen Arie aus Medici und den beiden das Konzert, abschließenden Duetten vonauf.
Die Begleitung am Klavier führte Herr.Hofkapellmeister Hermann Kutschbach in feinsinniger unb diskreter Weise aus.
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— Ein Redakteur als Bauernknecht, daS ist Stoff des neuesten Romans des beliebten und gemütvollen Dichters Peter Rosegger, der bekanntlich der Sproß eines armen Bauernhauses ist. „Erdsegen, vertrauliche Sonntagsbriefe eines Bauernknechtes", nennt sich dieser Roman (erschienen bei L. Staatsmann in Lefttzig als Lfg. 17—23 der 3. Serie von Roseggers Schriften, Preis pro Lfg. 35 Pfg.). Der Dichter bietet uns hier eine prächtige Gabe für den Weihnachtstisch, eine Bauerngeschichte, die zu dem Besten zählt, was der überaus fruchtbare Autor bis jetzt geschrieben hat. Em Zeitungsredakteur hat in übermütiger Weinlaune gewettet, ein jahrlang als Bauern- knecht dienen zu wollen; anrangs hält er es für unmöglich, auszuhalten, aber der Erdsegeu erweist sich an ihm immer mächtiger und durch lernen, schaffen, raten, leiden, lieben wächst er mit dem armen, aber ehrenwerten Bauernhause von altem Schrot und Korn nach und nach so zusammen, daß es ihm eine Heimat wird, wie er in der "modernen Kulturwelt keine besessen und von keiner geträumt hat, und zuletzt alle Glieder des Han es, die noch am Leben blieben, an ihm ihren festen Rückhalt finden. Dabei weiß Rosegger alles so natürlich, so reizvoll zu erMlen b- eine«? bie


