unter die öffentlich verschänkten Getränke ausgenommen zu werden. Warum auch nicht! Ist sie doch eins der besten Erfrischungsgetränke, die die Nahrungsmittelbranche kennt, nicht nur ein Getränk für Kinder und Fronen, sondern hervorragend auch für die Männerwelt geeignet. Dieser letzte Umstand wiegt am schwersten, denn er schlägt handgreiflich in das Gebiet der Alkoholbekämpfung, das den städtischen Verwaltungen besonders nahe gehen soll. In Rheinland und Westfalen, wo die ersten systematischen Versuche mit besonderen Milchhäuschen gemacht worden sind, war man vollkommen überrascht von der Tatsache, daß zu den Hauptkunden der Milchschanlitellen die männliche Arbeiterschaft gehörte. Soll man angesichts dieser Erscheinung in den Rathäusern noch zögern, die Sache des öffentlichen Milchausschants zu einer städtischen Angelegenheit zu machen? In den fortgeschritteneren Stadtverwaltungen hat man auch nicht gezögert. Man hat entweder die Bestrebungen der „Gemeinnützigen Gesellschaft für Milch- ausschank' durch freie Hergabe der Plätze unterstützt oder den Betrieb durch sorgfältige Ortsbestimmungen so unter Kontrolle gestellt, daß bas Publikum hinreicheno vor Ueber- vorteilnng geschützt ist. Es ist ja ausgeschlossen, daß die Gemeinde als solche den Milchausschant selbst betreibt. Sie wird feinen besseren Weg wählen können als den, den Köln, Dresden und Königsberg betreten haben, lvo man mit Privatunternehmern entsprechende Verträge abgeschlossen hat.
** Ein unvorsichtiger und nachlässiger Radfahrer. Gestern abend gegen y2ll Uhr ereignete sich kurz vor Gießen in der F r a n t f u r t e r st r a ß e ein Unglücksfall. Ein aus der Richtung von Klein-Linden mit großer Geschwindigkeit ohne Laterne kommender Radfahrer rannte einen in entgegengesetzter Richtung gehenden jungen Mann vom hiesigen Hochbauamt so an, daß dieser zu Boden geschleudert wurde und Verletzungen am Kopfe davontrug. Einige Herren, die glüetlicher- weise zugegen waren, nahmen sich des stark blutenden Menschen an und schassten ihn in die Klinik, wo er verbunden wuroe. Zu bemerken ist noch, daß der Radfahrer, der nur einige Hautabschürfungen davon trug, ohne sich weiter um den Verwundeten zu kümmern, die Flucht ergriff. Seine Nummer war aber gesehen worden, und heute früh ist er, wie wir von der Polizei hören, ermittelt worden.
G a n a l g e s h e i m, 23. Aug. Ter Landwirt Joseph Luckas wollte gestern au einer sehr abschüssigen Stelle der Straße nach Appenheiui den mit zwei lpserden bespannten Dreschwagen, der infolge Versagens der Bremsvorrichtung ins Rollen gekommen war, aufljalten, indem er den Pferden in die Zügel fiel. Hierbei wurde er über fahren und blieb auf der Stelle t o t.
Wiesbaden, 23. Aug. Die Kurverwaltung verunstaltet im Kurhause und Kurparke am Samstag, den 26. Aug. ein um 8 Uhr beginnendes Sommerfest mit Doppelkonzert, großem Balle, großer Illumination usw. Der große Ball findet auch bei ungültiger Witterung statt. Der Eintritt ist im Promenadeanzug gestattet. Bei den günstigen abendlichen Bahnverbindungen mit den Nachbarstädten dürfte das Fest jedenfalls auch von, außerhalb sehr besucht werden.
Zur Fleifchvcrteueruug.
München, 23. Aug. Eine von der Mittelstandspartei abgehallene V o l k s v e r s a in in l u n g beschloß eine Resolution an den Bniidesrat, worin dein preußischen L a n d w irisch a f t s in l n l st e r das größte 2)! i ß t r a u e n ausgesprochen, gegen das Fleischbeschaugesetz, Grenzsperre für Lebensmutes und gegen die Bestrebungen des Junker- und Agragierlums protestiert, die Einführung von lebenden Schweinen aiis Oesterreich und Italien unter den vorgeschriebenen Vorsichtsinaßregeln und, solange die gegenwärtige Vieh- und Fleischkrisis andauert, die Aushebung der Zolle auf lebendes Schlachtvieh verlangt wird.
Die bayrische Regierung, die in der Korrespondenz Hofmann eine ganz im Stile des preußischen Landwirtschafts- inlnisters gehaltene ofsiziöse Kundgebung als Antwort auf die Fleischnoltlagen veranlaßt hat, hat von den liberalen Kreisen berechtigte Vorwürfe zu hören bekommen. Namentlich die Münchcner bleuesten Nachrichten tun m der schärfsten Tonart die amtlichen Beschwichtigungsversuche ad und verweisen mit Recht darauf, daß die Landivlrtschaft gegen vorübergehende Gefahren Schutz und amtliche Unterstützung erfahre (z. B. bei Hagel, Unwetter re.), während die unter der Fleischnot leibenden Voikskreise auf das Vorübergehende der Erscheinung vertröstet werde. sJ)ht Redensarten, wie daß die Landwirtschaft „im allgemeinen" und „an sich" imstande sei, den Vieh- bedarf in Deutschland zu decken, sei gar nichts getan. Auch die statistischen Darstellungen bedeuteten Spiegelfechterei.
Wir brauchen keine Schweine „an sich", sondern Schweine, die gegessen werden können, die die bedürftige Bevölkerung vor Unterernährung bewahren.
Alles wenn auch derbe, so doch sehr berechtigte Vorwürfe!
vermttzctzrr».
* Braunschweig, 23. Aug. Ein Berliner Automobilfahrer überfuhr hier heute einen siebenjährigen Knaben, der bald darauf starb.
♦ Langendreer, 23. Ang. Heute nachmittag brannte bas Stallgebäude t^s Einwohners Timmerbeil nieder. Zwei Kinder, ein Mädchen von 10 Jahren und ein Knabe von 8 Jahren, sind verbrannt. Wie man vermutet, hallen die Kinder mit Feuer gespielt. , .
* Posen, 23. Äug. Unter Ve rgNtungserschein- ungen erkauften hier, wie das „Posener Tagcbl." meldet, etwa zehn Teilnehmer einer Hochze its f eier, seriter acht Personen, die von den Speisen der Hochzeitstafel nachträglich gegessen hatten. Es handelt sich vermutlich um eine Vergiftung dura) den Genuß von F i s ch e n oder um G r ü n s p a n v e r g i s t - ung. Während bei der Mehrzahl der. Erkrankten eine leichte Vergiftung vorzuliegen scheint, sind einige von ihnen schiver erkrankt. .
* Driburg, 23. Aug. Bei den Arbeiten am A l t e n b e k e - ner Tunnel entstand heute nacht zwischen 12 und 1 Uhr wahrsweinlich infolge eines Kurzschlußes der elektrischen Beleuchtungsanlage ein Brand, der den größten Teil des Baugerüstes einäscherte. Während des Brandes st ü r z t e der zum /teil to i e - der herge st eilte Tunnel ein und riß gewaltige ^chutt- massen mit sich. Während des Brandes explodierte auch das im Tunnel lagernde Sprengpulver. Die Arbeiten sind eingestellt.
* Tas größte Dock der Welt. Ende 1907 wird Hamburg das größte Dock der Welt aufzuweisen haben. Die Werft von Blohm u. Voß läßt deinnächit nut dem Bau eines Rlesendocks beginnen, das eine Hebekraft von 35 500 Tons erhalten wird. Tas jetzige größle Dock der Werft batte 17 500 Tons Hebekraft. Die größten Schiffe der Handelsmarine können in dem neuen Dock, das 170 Fuß lang werden soll, gedockt werden. Bei dem Bau des Docks wird Rücksicht darauf genommen, daß es eventuell nach der Untcrelbc bei Brunshausen geschafft werden kann, was z. B. im Falle eines Seekrieges nötig werden würde.
* Die "Ausrottung der Wale. Die Ausrottung der Wale fchreitet im noroiichen Atlantischen Ozean unaufhaltsam vorwärts. Nach bau neuesten Berichten der Walfischer in Neufundland jüu im vorigen Jayre im ganzen 1270 Wall ^.sangen morbai gegen 8o*J im Jayre lb03. Diese Tatsaeye jeyeint oer Behauptung, daß u.<. Wale abu men.
zuwiderzulaufen, aber im vorigen Jahre waren 11 Dampfer beim Walfang tätig, 1903 nur 4 Dampfer, sodaß im ersteren Falle auf jeden Dampfer 116, int zweiten 215 Wale entfielen. Es ist auch gar nicht anders zu erwarten, als daß die Wale schnell abnchmen und vielleicht sogar aussterben müssen. Ihre Fortpjlanzung ist nicht stark genug, um einen entsprechenden Nachwuchs an Stelle der durch die forcierte Jagd getöteten Tiere schaffen zu können. Es könnten allerdings auch andere Gründe im Spiele sein, indem sich die Wale aus den Gegenden, wo sie am meisten verfolgt werden, zurückgezogen haben. Jmmerhtn ist ein Fang von fast loüu Walen in dem beschruumell Meeresgebier nm sJieU|Uiiblanu eine ganz ungeheuerliche Leistung, die bei weiterer gleichartiger Fortsetzung zur raschen Vernichtung dieser großen Meeressaugetiere führen muß. Die Fischer selbst geben be- greiflicherweise niemals zu, daß der Grad ihres Betriebes irgend einen Eindruck aus die Verminderung oer von ihnen gejagten Tiere ausube. Es iuiru einfach oeyaup.et, dap Die Wale, Seehunde unö Fische iyre Schlup,wintel zu finden wissen, wo sie sich vor der Ausrottung schützen. Außeroem hat die Verminderung der Wate wahrscheinlich eine Wirkung auch aus die übrige Fischerei, und in Norwegen haben die Fischer es durchgesetzt, daß der Walsang in gewissen Meercs- teilen überhaupt vervoten worden ist. Die Wale leben hauptsächlich von Heilten Krebsiieren, die zur Familie der Asseln gehören und ihrerseits wieber Feinoe oer Fischbrut jinb. Lius diesem Grunde tunnte ihre Ueverhandnahme durch Ber- nichtung der Wale zu einer ernsten Schädigung der See- sischerct führen. Völlig tlargestellt ist, wie die „Denische Rundschau für Geographie uno Statistik" der Wochcnschrist „Science" entnimmt, dieser Zusammenhang allerdings noch nicht.
* Davon fahren oder stehen bleiben? Zu der von der „Allg. Aulomobll-Zlg." unter die Juristen des Automobil-Klubs geschleuderten und in der letzten Zeil viel erörterten Frage: Was soll em Auiomobitlst tun, der einen Menschen niedergefahren Hal; joll er bei dem Verletzten bleiben unb sich eveniuell vom Piibllknin lynchen lassen, oder soll er davoniahren, den Verletzten liegen laßen und auf der nächsten Polizeistation sich melden? Zu diejer Frage hat in launlg-satiiijcher Weife nun and) die „Jugend" Stellung genommen. Sie jchreibt: „Jedenfalls soll er natürlich davonfahren ! Ader aui der nächsten Polizeistation sich inetden, wäre Wahnsinn! Tenn wer bürgt dafür, daß dort Beanue sitzen, die kutuoieri genug sind, die höheren Rechte, die der ^lutomobUifi auf unsere Straßen unb bas Leben seiner Mitmenschen hat, bedingungslos anzuerlennen ? So lange man Menschen und Pferde überhaiipt auf bet Straße bulbet, ist ber Autler in einer fo meberträchiigen Weise benachteiligt, baß ihm nur bie ausgiebigste Selbsthilfe jem ungestörtes Vergnügen sicherr. Wir ruunbetn uns, baß noch nieinanb an bas 'J)la|cl)uien- gewehr gebachi hat, bas einfachste 2Jhtiel, bie Straße mittels einer Gefchoßgarbe frelzuhatle>i. Es läßt sich nett unb praktisch vornen am Wagen anbringen. Zur Sicherung nach rüclwarts gegen eiivaige Verfolger, bie wegen ein paar lolgesahreiier Kälber Spek- lakel machen, ‘ genügt em guter Revolver. Auch Hanbgranateli ließen sich mit Erfolg anroeiiben, nainemlich in Ortschaften, wo der Genileinan im Auto trotz seines b0-Kllomeier-Tempos immer' noch gewissen Roheiten ausgesetzt ist. Uebrigens liegt bereits ein Projekt vor, den Fußgänger-, Radler- und Wagenverkehr in Tunnels unter bte Landstraßen zu verlegen. Tie Diuicl zu dieser etwas kostspieligen Einrichlnng müßten eben durch enljprecheube Besteuerung ber 2lid)tautomobili|ten ausgebracht werben!"
* Ueber ben gegenwärtigen Staiib bes Protestantismus auf ber Erbe gibt einen Uederblick bei Göttinger Togmenhistoriker F. Kattenbufch m bem eben erschienenen 16. Bande ber Realenzyklopäbie für proteslanlljd)e Theologie unb Kirche (3. An st.) Tie meisten Anhäiiger zählt ber Protestantismus m beu vereinigten Staaten von Rorbainerika, iuo bei einer Gc- samtbevölkerung von 79 'JJhllioiien seine Belenner auf 65—66 iDüll. aii schätzen fiub. Tann kommen Großbritanien mit etiua 37 'JJliU. Protestanten (insgejaml 42'/, Dtillioueil Emmohner) unb bas Ternsche Reid) mit stark 35 Millionen Protefianien, bie sid) auf nicht wemger als 37 „Lanbeskirchen" verteilen (Gejamibevölkermig rcid)lid) 56 Mill.) Tazn Sd)iveben unb Viorwegen 71/, 'Dlill. Protestanten. Täiieniark 21/, Mill., Nußlanb (besonbers Ostsee^ provmzen unb Fmnlanb) 6 Dlill., Ungarn gegen 4 Mill., Hollaiib 3 Schweiz 2 'DiiU., Frankieid) */, All 11., Oeslerreld) u/4 iliill. (?); sowie außerhalb Europas: bie englischen Kolonien (bejoubers Kanaba, Aufirallen, Jnbien, Sübasrita) runb 10 Mill, unb bie Missionskiichen mit etiua 4 sJ)li(honeu Protestanten. Tie Gesamtzahl ber letzteren auf ber ganzen Erbe ist banad) runb 180 Dlill. Rad; beu Häuptrichlungen innerhalb bes Protestanttsinus verteilt sid) biese Summe solgeliberniaßen: 1. Lutheraner insgesamt 56 Millionen, wovon 32 Millionen auf Teuljd)lanb fasten (bie „liniierten" wesentlich ben Lnlheranern zugerechnet), 2. angtlkamjd)e Kirche etwa 29 Dlill., 3. Reiornnerle, b. h. bie nut bem Ealvmis- mus in Berbinbung zu bringenben Kird)en unb Sekten, in Europa 32—33 Millionen, m Amerika etwa 57 Dlillionen, anberswo etwa 10 Dlillionen, insgesamt runb 100 Dlillionen. Diesen Protestanten — stehen nad) ben neuesten Statistiken — aus ber ganzen Erbe 250—260 Dlillionen römische Katholiken unb 100—110 Dlillionen Anhänger ber orientalischen („orthoboxen") Kirche gegenüber.
• Wozu? Swift wollte ausreuen imb verlangte seine Stiesel. Ter Bebiente brad)te sie. „Warum finb sie nicht reiiigemacht?" fragte ber Techant. „Ta Sie kie Stiesel bod) luiebet jchniutzig machen, so bachle ich, es verlohnte sid) nicht ber Mühe, sie zn piitzen." Swift sd)wieg. Als er zurüdkehrle, forberte ber Bebieme bie Schlüssel zum Eßschrank. „Wozu?" fragte sein Herr. „Um zu frühstücken." „Ah," erwtberte Sivtst, „es ist nicht ber, Dlühe wert, zli esjen. 2!ad) zwei Slunben Inst du bad) wieder htlngrig."
Zinwersitäts-Muchrlchten.
hc. Marburg, 23. Aug. Der bis 1896 an ber Universität Marburg tätig gewesene seitherige Direktor bes stänbischen Lanb- lrankenyauses zu Hanau, L>r. med. Otto von Büngner ist in St. Blasien im Sd;warzwalb gestorben.
hc. Berlin, 23. s2lug. Amtlich ivirb bie Wahl bes o. Professors ber klassischen Philologie, Geh. Regierungsrals Tr. Hermann Diels zinn R e t r o r ber B e r 11 u e r Univerjiläl lür das Stliblenjahr 1905/06 beftähgl. Diels ist Mitglied und bestänbiger Sekretär der preußischen Akademie der Wissenjchaiten.
^erichtsjaal.
sd. Darmstabt, 23. Aug. Der Dekan Keil in Neunkirchen un Obenwalb hat im April bs. Js. einem wohlhabenben Bewohner von Langenbrombach, ber in nervösem Zustanbe Hanb an sid) legte, bie Grabrebe verweigert. Tie Angelegenheit Hal seiner Zeit großes Ansehen erregt, zu emer umiang- relchen Zeillmgspoleinlk geführt unb ist auch in ben Beryanblnngen bet Desiychen Lanbesjynooe besprochen worben. Zwei Angehörige bes Verstorbenen richteten einen Brief an ben Telan, ber in scharfen Ausbrucken gehatten war. Der Tekan haue gegen bie Verfasser bes Briefes Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. Tie Tarmfiäbler Strafkammer beschäsiigie sid) heule nut der Angelegenheit. Ter Dekan erklärte, das; er bem langjährigen Gebrauch unb ber Stimmung bet Bevölkerung emsprechenb gebabbelt habe. Der Vorsitzenbe ivies barauihm, baß man selbst in geisltichen Kreisen über bie Jrage, ob Setbstinörbern ein kirchliches Begräbnis; zn gewähren sei, verschiebene Ansichten habe. And) in beit Synobawerhanbluugen sei bies seiner Zeit zum Ausbruck gekommen. Schlleßlid) erklärten bie Angektaglen, fie hätten ben Bries in ber (megung geschrieben unb sie feien bereit, bie Kosten zu ubeluehmeu. . er Pfarrer z o g hieraus seinen Strafantrag z u r ü ck.
Im Lehrer-Seminar in Ufingen herrschte anfangs März unter den Schülern, mehr aber nod) unter den Präparanden, eine hou-grudige Erregung. Em Schüler der ersten Präpacauden- klasse war ivegen der Teilnahme an einer Kneiperei entlassen worden, i.nb dem Entlassenen folgten um so mehr die allgemeinen Sympal, n, als er feine Kvulneipaiiten nicht verraten Halle.
Die Anzeige hatte ein Lehrer erstattet, ver Jtaj> att sich schon keiner besonderen Beliebtheit erfreute. Man beschloß deshalb, ihm einen ganz besonderen Streich zu spielen uns betraute zwei Präparaiidenschüler mit der Ausführung des Plar«S. Am 9. März spät abends schritt man zur Ausführung. tBorptl Halle man sich aus Pulver unb einer Kakavbüchse ein „Bombe' hergestellt. Diese versah man am Boden mit verschiedenen Lochern, steckte einen brennenden Zünder hinein.und warf das Dmg dann durch eine vorher zerlriimmerte oensterschcibe in das Handes Lehrers. Die Explosion trat auch alsbald ein unb veranlasste einen Brand, den ber Lehrer unb sein Hausherr glücklicherweise halb löschen konnten. Die beiden Attentäter sind gleich nachher von der Anstalt entlassen worden. In Wiesbaden lianben sie, der Sachbeschädigung und salnlässigen Jnbrandfetz- ung cmcs von M en säst n bewohnten Hauses angeklagt, vor der S t r a s k a m ni e r unb wurden auf Grund ihres Geständnisses jeder zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt.
Artz itmeivißung.
Flensburg, 23. Aug. Von den un Mai 1905 in den Aus st and getretenen AiM um der >Lchifssbaugesellfcyast haben 1300 die Arbeit aus ber Werst heute toieber aufgenommen.
ui 0 Airkeyr. ^oi4iöwin|u)att.
Rheins chiffahrtsbetrieb. Gestern würbe bie Nachricht verbreitet, bie Firma DiatthiaS Stinues habe bie Aktien- Gcselljchait für Hanbct unb Schiffahrt H. 21. Disch m Dlainz auf- gekaufi. Ties stunml nicht. Es iuivb vietmehr eine Jnteressen- gememjchaft angebahnt unb es befiehl gute Aussichk, baß sie zu- jianbe kommt. Diöghd), ja wahrscheinlich ist, baß biese Jnleresscil- geniemsd;afl weiter ansgebehnl unb noch anbere Firmen ein- beziehen wirb.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Boiaussichtlichc Witterung i» Hessen für Freitag, ben 25. August 1905: Vonviegenb heiler, uad)t§ kühl, lags übet wärmer.
Näheres durch bie Gießener Wellerkarte.
lUöiijnHUjliflitniM irr CMsjrm rüüerrtadl Bietzen
20. Woche. Vom 14.-20. Mal 1905.
Einwohlierzahl: angenommen zu 28 000 (inTL 1600 Mann Militär.
Lterbllchkeilszisjer: 22,28
nach Abzug von 5 Lrlsiremben: 13,0 Voo.
Kinder
Es starben an:
Zusammen: Erwachsene:
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Tuberkulose ber Lungen
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1. Lebensfahr: 2.-
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An in.: Die m Klaminerii gesetzien Ziffern geben an, wie viel ber Tobesfaste in ber belreffenben Krankheit aui von auswärts nach Gießen gebrachte Kraule kommeii.
§djif)5Hud)ruijl£ii.
9t e b Star Lime.
Der Postbanipser „Zeetanb" ber 91 cb Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegraimn am 21. August wohlbehalten in New- york angekoniinen.
C-riguiat-Irupunetoungen.
Halle a. S., 24. Aug. Der hiesige Bankbeamts Schenk stahl in einem größeren Bankhause für 19000 Mark Bcrgmerkskuxe. Er verkaufte dieselben in Hannover und flüchtete ins Ausland.
H a m b u r g, 24. Aug. Die Schlächtermeister des Bezirks Hamburg, Altona-Wanosveck-Harburg-Euxhaven beschlossen, eine Audienz bei dem Kaiser in Sachen der F l e i f ährt o t nachzusuchen.
Eisenacy, 24. Aug. Der russische Landrat und Kreischef Baron v. Maydell, dessen Güter in Livland durch' Baueru niedergebranut sind uno der aus Rußland geflohen ist, weil ihn das anarchistische Komitee zum Tooe verurteilt hatte, erschoß sich infolge erneuter Droh-unaen in der 9iähe eines Sanatoriums bei Eisenach, das er feit Juni bewohnte.
Köthen, 24. Aug. Die anhaltinische Staatsregierung plant die Umwandlung des hiesigen Technischen Instituts in eine Technische Hochschule.
Warschau, 23. Aug. Auf gemeinsamen Beschluß der agitierenden Parteien wurde der Aus st and heute mittag aufgehoben. Die Abendblätter erschienen. Morgen beginnt wteder die Fabrikarbeit. Dagegen beschloß eine ©tu- dentenversarnmlung einstimmig, auch weiterhin keine Vorlesungen zu belegen.
Bem, 23. Aug. Von dem im Bau begriffenen Kulissen* und Detvrationsmagazin des Stadttheaters stürzte zwischen 6 uni) 7 Uhr der mittlere Teil ein, als sich noch, wie angenommen wird, etwa acht Arbeit er dann aushielten. Es fini) bereit) dreiLeichcn unb mehrere Schwerverwundete geborgen worden. Die genaue Anzahl der Opfer ist noch unbekannt.
Portsmouth, 23. Aug. (Reuter.) Tie Unterschrift der Protokolle wurde nicht erledigt. Vier Artikel wurden unterzeichnet. 9tummcr sieben wurde vermutlich ücrfdjoben, unb drei Punkte werden nod) in Betracht gezogen. Japan machte einen Vorschlag, den Wille als eine alle Bedingung in anderen Formen bezeichnete, und bat um Zeit, um schriftlich antworten zu können. Japan hat in diesem Vorschläge, der bis Samstag zu entscheiden ist, eine Million Pfund Sterling verlangt unb ferner vorgeschlagen, Rußlanb solle die Hälfte von Sachalin für 1200 Millionen Mark zurückkaufen. Japan wird auch Artikel 10 und 11 aufgeben.
Tokio, 24. Aug. Die Kurse an der hiesigen Börse gingen sprungweise in die Höhe.
101.00 । 3u/e Mexikaner
und Moutauwerte sehr anziehend. Jlxw
läua.sche Kenten abgeschwächt.
4% Oesterr, Ooldrente .
4',,-z Oesterr. bilberrente
101.80
101.45
97.60
. 267.00 . 254.30 . 223.30 . 100 45
89.90
101.20
89.80
100.70
68.76 . 96.70
. 140 00 . 137.00 . 210.30 . 194.20 . 147.80 . 165 70 . 172.00 . 144.30 . 19.40
68.90
68.60
89.60
134.20
55.—
Ungar, (ioldrente Italien. Rente , Portugieser I i ortugiesen. UI Unit. Türken
4%
4°/l
3»/
1%
Reichsanleihe do.
Konsole . do . .
Hessen Überliessen
37a"/u 3‘/j
3 VA >u/o 3‘/i% 3'/,?6
4l/2 /. Chinesen . . Electric, sol uckert . Nordd. Lioyu . .
Kredite kt>en . . . Diskonto-Kommandii. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeiige» Oesterr. btautsbahu , Lombarden , , , Uottbaruhahn , , . Laurahütte , , . l.ocbum , , , , arponer . . . , Sta atschatzsebeine .
Telephonischer Kursbericht.
JtrauKiurt tu Ai., 24. August 1905.
l'ürkenioBu.....
4Xo unech. Monopol.-Aul.
4U 0 äussere A rguntine< Börse sehr fest. Banken
Verantwvrtlid) f.. g-.|auue bicuuttion; August Goetz.


