— Das Programm zum Feuerwehrjubiläum. Nach dem vorläufig festgesetzten Programm beginnt die offizielle Feier am SamStag dem 16. Juli abends 8 Uhr mit einem Zapfenstreich durch die Stadt nach dem Festplatze. In der Festhalle findet darauf Festkommers statt und die ganze Kapelle (42 Mann) des Infanterieregiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 unter der Leitung deS Musikdirektors Krauste wird konzertieren. Nm Sonntag dem 16. Juli früh erfolgt Weckruf, um 11 Uhr ist Paradeausstellung auf dem Festplatze, hiernach Brandangrisf auf dem Brandplatze an der früheren Universitätsbibliothek, um 1 Ubr ist in der Festhalle ein Festesten vorgesehen und um 21/? Uhr stellt sich der Festzug am Wallthor auf. Pünktlich um 3 Uhr bewegt sich der Zug durch die Stadt nach dem Festplatz; in der Festhalle wird deS Nachmittags die ganze Kapelle des hiesigen Regiments spielen, während auf dem Festplatze während des ganzen Nachmittags und abends die Feuerwehrkapelle in Tätigkeit tritt. Abends 8 Uhr werden die vereinigten Gießener Gesangvereine unter der Leitung deS Musiklehrers Franz Bauer und unter Mitwirkung der hiesigen Negimentskapelle Vorträge geben. Am Montag vormittag sind Spaziergänge vorgesehen. Von 11 Uhr ab ist Frühkonzert auf dem Festplatze und nachmittags von 3 Uhr ab Tanz- und Volksbelustigung auf dem Festplatze; abends 8% Uhr wird die Gießener Turnerschaft Aufführungen (Pyramiden) bieten. In der Festhalle ist Konzert und auf dem Festplatze wiederholt sich Tanz- und Volksbelustigung; bei eintretender Dunkelheit kommt ein Brillant- Feuerwerk zur Abbrennung. Die Schaubuden werden auf dem freien Platze hinter dem Eisenbahndamm ihre Werke verrichten; auf dem Festplatze werden nur eine Waffelbäckerei und eine Zuckerbude Aufstellung finden.
*• Der verkannte Schweinehirt. In einem ober- hestischen Dorfe trug sich, so berichtet man un8, folgender Vorfall zu. Seit einigen Wochen war ein neuer Schweinehirt ernannt worden. Die „Zapfenstreich-Trompete^, die der Hirte zum Heraustrommeln der lieblichen Tiere benutzte, hatte einen ähnlichen Klang wie eine Automobilpseife. An einem heißen Nachmittag ertönt nun an einer Straßenkrümmung mitten im Dorfe der bang mahnende Ton. Die Frau eines Landwirts, die neben ihrem Manne auf einem Wagen saß, schrie entsetzt: „Herrje, ein Autom ebil!" TaS Pferd wurde durch diesen Aufruf schon halb scheu und seine Verwirrung steigerte sich, als der Landmann vor dem nahenden Ungetüm auSweichen wollte. Nur mit Müße war das Tier zum Halten zu bringen, nachdem der Wagen die halbe Ecke eines Hauses mitgenommen hatte. Und da sah man um die Ecke den friedlichen Schweinehirten auftauchen.
" Feri entarten. Die Eisenbahndirektion in Frankfurt schreibt un§:
Im Bereiche der preußisch hessischen Staatsbahnen werden wie fm Vorfahre so auch in diesem Jahre für die Zeit der großen Schulserien überall da, wo diese nicht aus einen Kalendermonat fallen, sogenannte Ferienkarten für die 1. bis 3. Klasse ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt unter denselben Bedingungen, unter denen Monatskarten ausgestellt werden; auch ist der Preis der gleiche, gegebenenfalls mit einem der längeren Geltungsdauer ent- sprechenden Zuschlag für die Zeit, die den entsprechenden Zeitraum eines Monats übersteigt. Werden Karten stir mehrere Angehörige eines H a u § st a n d e § gelöst, so wird nut für eine, die Ferien-Stammkarte, der volle Preis, für die übrigen (Ferien-Nebenkarten) dagegen nur die Hälfte erhoben. Tie Ausgabe der Ferienkarten erfolgt auf allen Stationen an jedermann, der sie beantragt. Tie näheren Bedingungen sind bet den Fahrkartenausgabestellen zu erfahren.
•• Eine internationale Ausstellung für Kochkunst, Hotel- und Wirtschastswesen, verbunden mit einem Weinmarkt, wird vom 30. September bis 11. Oktober 1905 in Frankfurt a. M. stattsinden.
pn. Lang-Göns, 22. Juni. Ein gefährliches Familiendrama spielte sich gestern hier ab. Der Tagelöhner Heidt, der ziemlich ost betrunken nach Hause kommt, war am Nachmittag sehr laut auf der Straße und rief, daß es jeder hören konnte: „Heut' wird meine Frau kalt gemacht"! Als er dann nach Hause kam, warf er alle Kleider, die im Zimmer waren, und andere Gegenstände auf die Straße. Seine Frau war nicht da. Als diese endlich kam, gab es einen kurzen Wortwechsel, und dann zog der Betrunkene sein Messer und stach nach seiner Frau. Entsetzt und fürchterlich schreiend sprang diese in ein Nachbarhaus, und nur mit Mühe brachten einige Leute, die herbeigeeilt waren, den Wütenden zur Ruhe.
1. Laubach, 23.Juni. Gestern abend verunglückte oas Söhnchen der Eheleute Heinrich Krauß hier. Da§ Kind war seinem Onkel August Krauß beim Dickwurzsetzen behilflich und führte diesem die Kühe, wobei eS zu Fall kam und ihm die eine Kuh auf die Brust trat. Das Kind mußte nach Hause getragen werden; wahrscheinlich hat es innere Verletzungen davongetragen. — Daß in Laubach eine gesunde Lust weht, beweist folgender Fall: Dieser Tage stand ein 78jähriger Greis (I. B.) in seiner Wiese und mähte; als ihn jemand fragte, ob er das Mähen noch könnte, erhielt der Fragesteller die Antwort: „Das macht mir nichts aus/ Hoffentlich wird es dem arbeitsamen Greis noch lange Jahre vergönnt sein, zu sprechen: „Das macht mir nichts aus/
Darmstadt, 23. Juni. Der hier abgehaltene Delegiertentag desVerbandesDeutscherJournalisten- und Schrift stell ervereine (vgl. unsere Nr. 136 und 142) faßte in einer geschloffenen Versammlung einstimmig folgende Resolution:
„Ter Darmstädter Journalisten- und Schriftstellerverein ei'« / ennt an, daß bei den Vorbereitungen zum Delegiertentage in Darmstadt Ungeschicklichkeiten vorgekommen sind, die geeignet erscheinen konnten, das Ansehen des Journalisten und Schriststellerstandes zu schädigen. Nachdem es sich herausgestetlt bat, daß die Vorgänge, die der Delegiertentag nicht billigt, zum Teil durch untergeordnete Organs veranlaßt und inzwischen vom Vorstand des Darmstädter Vereins nach Möglichkeit wiedergut gemacht worden sind, erkennt der Telegiertentag seinerseits sie bona fides d e s Darmstadter Vereins an, und geht zur Tagesordnung über, wird aber Sorge tragen, daß eine Wiederholung derartiger Vorkommisse für die Zukunft v e r --! mieden wird. Im übrigen bedauert tmb verurteilt der Verband deutscher Journalisten-- und Schriststellervereine die gehässigen Uebertreibungen, mit denen einige auswärtige Blätter die Vorbereitungen für seinen Darmstädter Delegiertentag besprochen haben."
zg. Frankfurt, 23. Ium. Schon vor zwei Jahren §at die Direktion des zoologischen Garten für ihre Elefanten eine Badewanne von entsprechender Größe n^ben dem Schwimmbassin des Nilpferds Herrichten lassen. Aber „Fanny", der indische Elefant, war wohl der Ansicht, daß jo etwas in Europa lehr überflüssig sei, und das
wöchentliche Abspritzen und Abreiben dttrch den Wärter für sie das Nichtigere ist, zumal es doch seit 16 Jahren — das Tier kam 1889 tn den Garten — so gemacht wurde. Kurzum, sie weigerte sich von der Einrichtung Gebrauch zu machen und kehrt jetzt noch bei zeitweiligen Versuchen, sie von der Zweckmäßigkeit zu überzeugen, auf der obersten Stufe kopfschüttelnd um. Anders denkt darüber augenscheinlich „Bachita", die kleinere Afrikanerin, die täglich bald nach 3 Uhr in das mit lauwarmem Wasser bis zur Hälfte gefüllte Becken hinabsteigt. Es ist ein wahres Vergnügen, die dicke graue Mamsell sich „Puddeln" zu sehen, sich bald aus die eine, bald auf die andere Seite niederlegend und mit dem Rüffel nachhelfend, damit ja kein Fleckchen der dicken Haut trocken bleibe. Die Sache bereitet ihr sichtlich das größte Behagen. Beneidenswert!
r. Rüsselsheim, 23. Juni. Gestern abend wurde hier ein „Heimatsverein Rüsselsheim" gegründet, dessen Ziele mit denen der landläufigen Verschönerungsvereinen nur wenig gemein haben. Der Verein erstrebt nach § 1 der Satzungen: Erstarkung des Heimatsinteresses und der Heimaisliebe — die Erforschung der Heimat in jeder Beziehung, die Verbefferung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Verhältniffe Rüsselsheim, die Verschönerung des Ortes und der Umgebung — die Pflege des Verständnisses für die künstlerische Eigenart der Heimat und Pflege des Kunsthandwerks. Diese^Ziele sucht der Verein zu erreichen durch: Anregung gesundheitfördernder Einrichtungen — Schaffung von Anlagen und schattigen Wegen, Aufstellung von Bänken — Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und Hebung des Fremdenverkehrs, Forschungen über Geschichte, Geographie, Natur, Sprache und Kunst der Heimat—Verbreitung der Ergebnisse dieser Forschungen durch Schriften, Vorträge, Vorführungen, Ausstellungen, Spaziergänge — durch Anlegung von Sammlungen aller Art (Bibliothek, Archiv rc.). — Soviel wir wissen, besteht ein gleichartiger Verein, der so wie dieser alle Interessen der Heimat zu- sammenfaßt, in unserem Hessenland noch nicht.
Eine sommerliche Stille
ist unS in diesem Jahre nicht beschiedeu. Auf dem Gebiete der äußeren Politik überstürzen sich unablässig die Er- eigniffe. Tie Marokkosra ge, die England so gern benutzt hätte, um Frankreich in einen Krieg mit unS zu hetzen, harrt noch der Lösung. Tie von Amerika angeregten Fried en §- verhandlungcn zwischen Rußland und Japan nehmen wohl demnächst ihren Anfang, ohne freilich darauf schließen zu lasten, daß daS entsetzliche Völkerringen im fernen Osten sich tatsächlich seinem Ende nähert. Die inneren Verhältnisse im Zarenreiche geraten in immer gefährlichere Gärung unb auch im Norden ist noch keine volle Klarheit zwischen den Bruderreichen Schweden und Norwegen geschaffen.
Wir Hesse» aber stehen vor einer Umwälzung deS Gemeindcstcuersystems. Die Wahlrechtssrage harrt gleichfalls ihrer endlichen Klärung und ist infolge der letzten Beschlüsse der Ersten Kammer in ein durchaus neues Fahrwasser geraten, aus dem sie aufs Trockene hinauSzubugsieren zum Besten der gesamten Bevölkerung deö Landes unsere Negierung berufen und befähigt ist. Ferner steht die Beratung des preußisch-hessischen Lotterie-Vertrages, sowie einer Reihe von anderen, kleineren, aber kaum weniger wichtigen und tief in die Verhältniffe bestimmter BevölkerungS- gruppcn des Landes eingreifenden Gesetzes-Vorlagen bevor, und im Herbst werden sich die Laudtagswahlc» vollziehen, zu denen die Agitation selbstverständlich schon in den nächsten Monaten einzusetzen haben wird.
Wer könnte bei solcher Fülle wichtigster Ereigniste trotz des Hochsommers eine sorgfältig die Nachrichten sichtendeTageszeitung entbehren? Wer mit der Zeit geistig fortschreiten will, muß eine TageSlektüre wählen, die keineswegs nach Sensation strebt, sondern sich bemüht zeigt, ein tieferes Interesse für alle politischen und wirtschaftlichen Fragen wachzuerhalten, die Freude an allem Schönen zu wecken, mit Schnelligkeit, Kürze und abgeklärtem Urteil über alle Fragen des öffentlichen Lebens erschöpfend zu unterrichten. Ein solches Blatt ist der
Gießener Anzeiger.
Er unterwirft alle wesentlichen Fragen in Staat, Stadt und Provinz einer freimütigen, selbständigen Besprechung und berichtet zuverlässig au8 allen Teilen des Reiches und der ganzen Welt alle bedeutenden Ereignisse auf schnellstem Wege.
Zum bevorstehenden Qtrartalswechsel bitten wir um rechtzeitiges Abonnement b»i den Zweigstellen oder Postanstalten zur Verhütung sonst eintretendec Unregelmäßig- citen im Eintreffen der Zeitung.
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Wir machen darauf aufmerksam, daß laut Verfügung des Staatssekretärs des Reichspostamts vom 19. Dezember 1900 die Einziehung von Abonnementsgeldern auch durch die Briefträger erfolgen kann. Diese im Jn- tereffe des Publikums eingesührte Art der Einziehung der Zeitungsgelder kann durch ein kostenloses Schreiben bei der zuständigen Postanstalt beantragt werden. Die Quittungen der Briefträger besitzen Rechtsgiltigkeit.
* Kl e iue Ta ge s chroni k. Durch den Genuß von S ch i er-- l ing wurde in Merzig a. d. Mosel eine g an z e Familie vergiftet. Eine Frau, Mutter von vier Kindern, hatte beim Kochen Schierling statt Petersilie gebraucht. Mutter und Kinder schweben in Todesgefahr. — In Brüssel verhaftete die Polizei neun Mitglieder einer internationalen Bande, welche sich mit dem 23ertrieb von gestohlenen Aktien und Wertpapieren beschäftigte. 60 000 Fr. worden beschlagnahmt. Die Wertpapiere stammten §um größten Teil aus Frankreich.
KisLnbahn-ZsUurig.
— Die B e t r i e b s e r g e b n i s s e der v r e u ß i s ch » h e s -> s i s ch e n E i s e u b a h u g e m e i n s ch a f t beliefen sich int Mai aus insgesamt 135025 00J Mk., das sind mehr gegen beit gleichen Monat des Vorjahres 6 215 000 Mk., oder auf ein Kilometer 3988 Mk. (4- 111). Davon entfielen auf den Personen- und Gepäckverkehr 38 423 000 Mk. (— 4 601 000), auf den Güterverkehr 89 041 000 Mk. ("4- 10 732 000 Mk.). In der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres betrugen die Einnahmen 263 863 000 Mk. (4- 13 428 000), oder aus ein Kilometer 7803 Mk. (4- 268). Davon entfielen aus den Personen- imb 6)epäcfuci 78 787 000 Mk. (— 378 000), auf den Güterverkehr 170 151 00 Pik. (8- 13450 000).
— Minister von Bud de erklärte einem Redakteur auf De« fragen, er denke nicht daran, die bestehendenden SonntagS- fahrkarten bei der Durchführung der Personentarifresorm zu beseitigen. Alle für bestimmte Wohlfahrtszwecke bestehenden Vergünstigungen, wie Arbeiterwochenkarten, Sonntags- fahrkarten, F e r i e n s o n d e r z ü g e usw. b l e i b e n in dem gleichen Umsange wie bisher und in derselben Art auch bei der erwähnten Nesorrn bestehen. Der Minister habe sich bei den Verhandlungen bezüglich der Tarisgemeinschast der deutschen Eifenbahnverwaltungen ausdrücklich die Beibehaltung dieser Wohlsahrtszwecken dienenden Ausnahmen vorbehalten.
Kolonialpost.
Sidney, 23. Juni. In dem Westdistrikte Peauhill et» mordeten Eingeborene n eun Weiße. Die Täter wurden! verhaftet.
4‘/8%' Oesleir. Silberrente . 100.75
Tendenz: matt.
3Yi% 3"/o 3V,% 3°/o
3% Mexikaner 4V2n/o Chinesen . Electric. Sobnckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandit DarnißtHdtar Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gottbardbahn . . Laurahütte . . Bochum . . . llarpenor . . - Staatschatzscheine .
99.00 00.00
67.10
67.20
87.80
134.80
53.70 00.00
Hessen . . B1/, % Oberhessen . 4% Oestorr. Goldretitö
Relohsanleihe do.
Konsols . do. . .
101.25
90.20
101.20
90.25
100.40
99.30
101 50
' 67.50 . 96.55 . 136 00 . 122.00 . 206 90 . 18960 . 140.10 . 155 20 . 168 90 . 14280 . 18.40
4% Ungar. Goldrente , , 4% Italien. ROnH , . .
4% Portugieser I . . . 3°/v Portugiesen. III . . 1$4 Unif. Türken . . « Türkenlose ...... 4% Grioob. Monopol.-Anl. 4l/9% äussere Argentiner
. 265.00
. 250.50
. 212 10
. 100.50
Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Zur Lage der deutschen Werkzeugmaschinen- Jndustrie. Im neuesten Geschäftsbericht des Vereins der deutschen Werkzeugmaschinenfabrikation wird über eine Sache geklagt, die das Geschäft schon früher hemmte. Es wird darüber geschrieben: Eine für sämtliche Maschinenfabriken sehr lästige und nachteilige Erscheinung des Geschäftslebens war Die Forderung von Gegenlieferungen, die seitens mehrerer großen Hutten- und Stahlwerke erhoben wurde und großenteils fjeiite noch unverändert erhoben wird. Diese verlangten Gegenlieferungen betrugen zuweilen 40 Prozent des Wertes der Maschinen, abgesehen von den für diese selbst verwandten Rohstoffen. Die großen Hüttenwerke nützten Damit ihre wirtschaftliche Ueberlegenheit in einer Weise aus, die einer gesunden Entwicklung des Werkzeugmaschinenbaues durchaus schädlich sein muß. Es würde sich dringend empfehlen, Mittel und Wege zu finden, um die Maschinenfabriken gegen derartige übermäßige Anforderungen zu schützen, die namentlich bei schlechten Zeiten an sie gestellt werden, aber auch in besseren nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden. Auch in Bezug auf die Zahlungsbedingungen erlauben sich manche große Werke immer wieder erhebliche Abweichungen von den gesunden Grundsätzen, die in den Lieferungsbedingungen der Maschinenfabriken und auch seitens unseres Vereins festgelegt sind. Gegen solche willkürlichen Maßnahmen kann nur durch festes Zusammenhalten der davon betroffenen Maschinenfabriken eine Wirkung erzielt werden. Zu einer solchen Annäherung der Fabriken hat sich allerdings im Berichtsjahre keine Gelegenheit geboten, nachdem in der jüngsten Hauptversammlung die Verhandlungen ergeben hatten, daß an die Bildung einer Interessengemeinschaft vorläufig nicht zu denken sei.
3Vsproz. deutscheReichsanleihe. Wir teilten jungst mit, daß die Auflösung des Kvnsortiums für die Begebung dieser Anleihe im Betrag von 330 Mill. Mark stattgefunden habe. Dies ist nach den neuesten Mitteilungen nicht ganz richtig. Es dürfte die vollständige Begebung erst nach dem Quartalstermin, also im Juli, erfolgen. Wenn auch die zur Subskrstttion aufgelegten 300 Mill. Mark und die ferner übernommenen 30 Milt. Mark aus erster Hand begeben sind, so scheint es doch, daß man die seinerzeit im Markte aufgenommenen Stücke erst noch arrsverkaufen will, bevor man zur Auflösung des Konsortiums schreitet. Erwartet wird, daß das Quartalsgeschäfl wieder einen lebhaften Umsatz für alle Staatsanleihen bringen wird und wenn nicht, so wird halt das Konsortium noch weiter bis zu seiner definitiven Auflösung warten.
Die russischen Schiffswerften. Es ist schon des öftern Gegenstand der Besprechung gewesen, wie sich nach Beendigung des Krieges die Erneuerung der Flotte usw. gestalten wird. Dabei sind wie üblich die konfusesten Vorschläge in die Oeffent- lichkeit gebracht und geglaubt worden. Wir erinnern nur an das famose Projekt des Hernr Schwab, einstiger Präsident des Stahltrust. Nun wird Nneder aus Newhork telegraphiert, daß bie russischen Schiffswerften vom amerikanischen Stahltrust, erworben oder gepachtet worden seien. So soll laut „Birschewija Wiedo- mosti" die Petersburger staatliche baltische Schiffswerst an den Stahltrust übergehen und dieser hätte die Verpflichtung, jährlich eine gewisse Tonnage an das Marineministerium abzulrefern. Andere Petersbirrger Bettungen aber, wie der „Nrtß", erklären, daß alle diese Nachrichten unbegründet seien, der Plan sei allerdings vor einiger Zeit erwogen, aber wieder aufgegeben worden. Präsident Gary von der United States Steel Corporation lehnt es ab, irgendwie und irgendwelchen Aufschluß zu geben.
Märkte.
Gießen, 24.Juni. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg. 2 Stck. 00—OO Vsg., Gänseeier 15—OO Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80—0,60Mk., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stiick 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 55—65 Pfg.. Qchfenfieisch vr. Pfund 70—80 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pjd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Pfg. Kartofieln pr. 100 Kg. 7,50—8,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00-00 Vig., Kirschen pr. Psd. 80-00 Pfg. Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 7—1 Ubr.
r. Alsfeld, 23. Juni. Der diesjährige Pferde- und F 0 h l e n in a r k t findet Montag den 31. Juli hier statt. Im Vorjahre betrug der Atli trieb an Pferden und Fohlen zirka 350 Stück; der diesjährige Austrieb verspricht noch bedeutender zu werden. Mit dem Markte ist eine Verlosung verbunden, bei der 20000 Lose zur Ausgabe gelangen. Der Verkauf der Lose ist im ganzen Großherzogtum Hessen gestattet.
w. Frankfurt a. M., 23. Juni. Heu- und Strohs markt. Man notierte: Heu Mk. 3.20 bis Mk. 3.50, Stroh Alk. 2.20 bis 2.60. Alles ver 50 Kilo. Tendenz: fest.
Kursbee’icht.
Frankfurt a. Mm 23. Juni Offlzielle^S^ilusskurse.
Für Haushalh.Kücheistdie condansirfe Alpenmilch Nesfle imenfbehrlich,säuer? nicht, sfefs gebrsuchsferHg als Sahne f.Kaffee&Te K k 3 o^Ch Reisen.
Ma» verlange ausdrücklich die Originalmarke „Dr. HommeFs66 Haematogen und lasse sich Nachahmungen nicht aufreden. 07,


