Ausgabe 
24.6.1905 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für Len Kreis Sietzen

en

des Ministerpräsidenten als inhaltlos. Er warf dem zur

als

Rotationsdruck und Verlag der Veli HI Ich« UnwersitätSdruckerel. N. Sange, Dletzr»

Redaktton. Expedition u. Druckerei: Schulstr.I, Tel. Nr. 5L Letegr.-Adr, 4 Anzeige, Giehe»

Hin Koch auf den deutschen Kaiser im öster­reichischen Parlament.

Vertretung nicht verantwortlich ist. Ein solches cäsaristisches Armeesystem verträgt sich nicht mit der inneren Freiheit einer Nation." Das Ideal der Sozialdemokratie seieine Volkswehr mit demokratischem Auf­bau und mit modernem Recht, die das Werk der all-

der eine nur geringe Bildung besitzt. Die größten Soldaten- r r "" r;"<*----'kanntermaßen diealten Leute", die leider

Veut?eher Reich.

Kiel, 23. Junr. Au Der heungeu Regatta nahm der Kaiser auf demMeteor" teil. Oente abend fand an Bord derHohenzollern" beim Kaiser ein Diner statt. Der Kaiser befahl zum Herbst die Formierung zweier Geschwader der aktiven Schlachtslotte von je 8 Linienschiffen mit 5 Flaggoffizieren. Es treten- die Schlacht­schiffe Preußen, Hessen, Kurfürst Friedrich Wilhelm hinzu. Der Panzerkreuzer Prinz Heinrich wird durch den Panzer­

preis !"

Nach Beendigung der ersten Lesung des Budgetprovr- foriums wird der Dringlicbkeitsantrag Schönerer auf Auf­lösung der Gemeinschaft mit Ungarn verhandelt. Nach Be­fürwortung durch Schönerer und den Sozialisten Resel er­klärt Ministerpräsident Gautsch, die R e g i e r u n g könne sich meritorisch an der gegenwärtigen Debatte nicht betei­ligen. Bei der Abstimmung ergibt sich Beschlußun­fähigkeit des Hauses. Der Präsident muß die Sitzung schließen Für die Dringlichkeit stimmten die Mdeutschen, Sozialisten, deutsche Volkspartei und Fortschrittspartei. Die Alldeutschen sind über den Schluß der Sitzung entrüstet 3b machen großer: Lärm. Schönerer ruft:Das ist -gekartet, schämt Euch!" Jro schreit:Ehen zssuth!" und singt dabei krächzend die Bolkshymne.

gemeinen geistigen und körperlichen Volkserziehung nur vollendet, indem sie allen jungen, waffenfähigen Männern die letzte Ausbildung für den Kriegsfall gibt." Um tüchtige Soldaten zu bekommen, solle man neben der rationellen Förderung der körperlichen Tüchtigkeit der Heranwachsenden Jugend besonders deren geistige Ausbildung durch natur­wissenschaftlichen und geschichtlichen Unterricht betreiben.

David beweist durch diese Briefe wieder, daß er ein Mann von umfassender Bildung ist und, wenn er Lust hat, auch die Fähigkeit zeigen kann, auf Ansichten der Gegner gerecht und leidenschaftslos einzugehen. Einzelheiten seiner Ausführungen sind allerdings sehr anfechtbar. Jedenfalls bat der gegenwärtige oberste Kriegsherr noch nichts unternommen, das zu der Kritik, die David an un­serem Armeesystem übt, Anlaß geben könnte. Wenn David ferner bemängelt, daß der Einjährige viel schneller mili­tärischer Vorgesetzter wird als der Sohn des Minderbe­mittelten, der zwei oder drei Jahre dienen muß, so scheint uns das gerade im Interesse der Mannschaft zu liegen;

t der junge Mann, der über eine gewisse Bildung verfügt, z. B. der, der ein akademisches Studium hinter, sich

melle corpus academicum:

An seinem heutigen 70. Geburtstage erfülle ihn vor allem die Empfindung tiefster Dankbarkeit gegen die göttiidye Vorsehung, die ihn und die Seinigen abgesehen von einer allerdings höchst schmerzlichen Heimsuchung bis dahin , gnädig geführt habe. Wenn er die größere zweite Hälfte seines Lebens in der ihm lieb gewordenen Stellung auf dem durck feine drei Vorgänger Hundeshagen, Karl und Gustav Heher berühmt g<> wordenen Lehrstuhle der Forstwissenschaft an der hiesigen Universi­tät verbrachte habe und lobenden Anerbietungen von auswärti­gen Hochschulen nicht gefolgt sei, so erkläre sich das' einmal durch die nahen und herzlichen Beziehungen zu seinen früheren Schülern, die jetzt den größten Teil der amtlichen Stellen tnt Lande teilweise bi3 zum Ministerium hinauf inne hätten; dann aus dem wahrhaft kollegialen Zusammenhalten der hiesi­gen Vrofessorenschaft und endlich aus dem Umstande, daß er hier der großen philosophischen Fakultät angehöre, in der seiner Ueberzeugung nam für das Studium der Forstwissenschaft der richtige Platz gegeben sei. Er danke allen Erschienenen herzlich für ihre guten Wünsche und gebe zugleich bekannt, daß er der seinerzeit von ihm begründeten Hundeshagen-Stiftung am heutigen Tage die Summe von 1000 Mark zugewendet habe."

Mehrfache Blum endenden, zahlreiche Briefe und Tele­gramme darunter auch ein solches vom Großh. Ministe­rium des Innern legten Zeugnis ab von der auf weite Kreise sich erstreckenden Anerkennung der Verdienste deß greisen belehrten. Ganz besonders erfreut war er aber durch eine Ovation, die ihm am Vormittag durch seine Zuhörer im Auditorium bereitet worden war. Auch die Studieren­den der Forstwissenschaft brachten ihrem verehrten Lehrer eine Huldigung dar. Am Vormittag zu Beginn der Vor­lesung überreichten sie ihm im festlich geschmückten Hörsaal ein Bild (Kupferstich) als Zeichen ihrer Dankbarkeit und Ver­ehrung. In ihrem Namen sprach cand. lorest. Blumenau etwa folgendes:

Es sei eine große Freude für die Schüler des Jubilars, ihm heute ihre Huldigung Vorbringen zu dürfen. In so hohem Alter noch vollständig in seinem Berufe aufzugehen, das fei fürwahr etwas Großes und eine besondere Gnade, und voll Dankbarkeit gedächten die ehemaligen und jetzigen Schüler dcS Herrn Geheimrat Heß dessen, was er für die Wissenschaft durch Wort und Schrift bisher geleistet habe. Dabei sei es ihm ge­lungen, sich die Liebe seiner Schüler zu gewinnen, denn immer habe er im Verkehr mit der Jugend selbst ein noch jugendliches Herz ihr entgegcngebracbt. Und im letzten Grunde fei es stets das Z'el aller feiner Tätigkeit gewesen, für das Gedeihen deS Waldes zu wirken, der für uns alle, einerlei, ob wir dem forst­lichen Beruf angehören oder nicht, von so großer Bedmtung sei. Die Ansprache endigte mit dem Wunsche, daß der Jubilar^noch recht lange Zeit in ungeschwächter Kraft und Frische zum eegen aller weiterwirken möge."

Hierauf dankte Geheimerat Heß für die ihm zuteil ge­wordene Ehrung. Wenn er jetzt über seine langjährige Lehr­tätigkeit zurückblicke, so sei eS ihm die größte Freude, zu sehen, wie seine Arbeit auch reiche Früchte getragen hätte. Denn im Verkehr mit früheren Schülern habe er oft Gelegen­heit gehabt zu der Beobachtung, daß sie in der Praxis ihre Tätigkeit gemäß den Grundsätzen ausübten, die er einst in sie gepflanzt habe. Auch gereiche es ihm zur Freude, daß einige seiner Schüler wieder wie er für die akademische Lehr­tätigkeit gewonnen worden seien. Und auch weiterhin sei es sein Wunsch, solange er dazu die Kraft habe, in dieser Weise weiterzuwirken. Die Zinsen der HundeShagen-Stiftung sollen für Studierende der Forstwissenschaft als Unterstützung zu Studienreisen, Doktorarbeiten u. dgl. verwandt werden, sobald das nötige Kapital angesammelt worden ist.

** Eine neue Regierungsvorlage betrifft den Entwurf eines Gesetzes, welches das Spielen in außer- hessischen Lotterien regelt.

* Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hat Dienstag den 27. d. MtS., abends 8 Uhr, im Hörsaal deS Zoologischen Instituts eine Sitzung, wobei Privatdozent Dr. Groß über die Mendelschen Ver­erbungsgesetze und die moderne Zellforschung sprechen wird. Gäste sind dazu willkommen.

* Gemälde-AuSstellung. Wir wollen nicht unter­laßen, unsere Kunstfreunde darauf aufmerksam zu machen, daß die zurzeit im AuSstellungslokal hängenden Bilder nur noch acht Tage ausgestellt bleiben. Vom 4. Juli ab wird eine : SonderauSstellung moderner deutscher Exlibris im ' Kunstverein veranstaltet.

Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Olwertur« > z. Op. Undine von Lortzing. 2. Valse bleue von MargiL. 3. Finale a. d. Op. Mda von Verdi. 4. Hessischer Präsen­tiermarsch, komp. von Ludwig YLLI.

DoiiTche Tagesschau.

Neue fremdländische Gäste.

E. Berlin, 23. Juni.

Den sich in Lobpreisungen der Reichshauptstadt ergehen­den englischen «Niisten werden binnen kurzem franzö­sische folgen. Es sind aber nicht Mitglieder von Kam. munalverwaltungen, sondern Landwirte, und während die Engländer vom Rhein her kamen, werden die Franzosen über Süddeutschland den Kurs nehmen. Es ist in Deutschland noch in bester Erinnerung, dass bei der Hoch- Wasserkatastrophe des Jahres 1903, unter der besonders die Landwirtschaft zu leiden hatte, auch Präsident Loubet einen ansehnlichen Betrag zur Linderung der Not übersandte, ob- wohl Frankreich selbst eine Mißernte zu verzeichnen hatte. Die Deutsche LandwirtschaftSgcsellschaft wird denn auch vor. nehmlich der französischen Gäste sich annehmen. Man geht wohl nicht fehl in der Vermutung, daß in diesem Besuch der französischen Landwirte di- Annäherung zum Ausdruck kommt die das Projekt des König? von Italien, ein intern ahona (e § Institut für Agrarstatistik zu be- gründen, bei den Landwirten der verschiedenen Staaten in die Wege geleitet hat. *

Sozialdemokratie und H-eresversassung.

Fn der ZeitschriftDie neue Gesellschaft" setzt Dr. Eduard Da v i d j eine sozialdemokratische. Briefe über Vaterlandsliebe" fort und kommt dabei aus die Cd eit unn der Sozialdemokratie zu unser em heuti- aen Seereswesen zu sprechen. Auch die Sozialdemo- kratie^s/ siihrt^er aus,^erkenne die Pflicht der Waterlands- Verteidigung an und erstrebe aus dresim Grunde eme Wch- lmstmacbuna des Volkes. Wenn die Partei heute alle Aus­gaben für das Heer ab lehne, so geschehe das E, werl man dem herrschenden System jede Stutze ^sage^w heutige Armee ist ein gefügiges Werkzeug m der Hand erues ein* zelnen Mannes, auf dessen Person Ne e.Eschworen it, dessen Wünsche ihr G^ey sind, der selbst aber der Volks

ausgesprochen.

Metz, 23. Statt. Heute nachmittag hielt der König von Sachsen Parade über das sächsische Fuß-Artillerie- Negiment Nr. 12 ab. Nach dem Parademarsch ließ der König das Regiment im offenen Viereck Aufstellung nehmen und hielt eine Ansprache an dasselbe, in der er tn sehr ehrenden Worten seine Anerkennung für die Leistungen des Regiments und die Erwartung aussprach, daß der Geäst, den er heute im Regimente gefunden habe, immer derselbe bleiben werde. Darauf verteilte der König eigenhänoig mehrere Ordensauszeichnungen und nahm mehrere Beförder­ungen vor. Nach beendeter Parade fuhr der König unter Hoch- und Hurrarufen der Menge zum Frühstück zum Negr- mentskommandeur des 12. Fußartillerieregiments.

Koblenz, 23. Juni. Der König genehm: gte das Rücktrittsgesuch des Oberpräsidenten Nasse. Der Tag des Rücktritts ist noch nicht bestimmt.

kreuzer Jork ersettz.

DerStaatsanz." veröffentlicht die in jüugfter Zeit erfolgten Verleihungen des S eh w a r z e n Adlerordens, darunter die an den österreichisch-ungarischen Geh. Rat und Präsidenten des österreichischen Herrenhauses Fürsten Alfred zu Windischgrätz.

DerReichsanz." berichtet: Auf Veranlassung des Staatssekretärs des Innern fanden vom 19. bis zum 21. Juni Besprechungen zwischen Vertretern des Weißblechsyn- dikats und der St ahlwerksverbände und der an den Erzeugnissen der Weißblechindustrie und des Stahl­werksverbandes interessierten Kreise, sowie der sonstigen Sachverständigen über die Verhältnisse und die Wirksamkeit der genannten Verbände statt. An den Verhandlungen be­teiligte sich eine große Reihe von Sachverständigen. Neben den Vertretern der beteiligten Behörden toaren bei der Be­sprechung über den Weißblechverband 59, und über die Stahlwerksverbände 94 Sachverständige anwesend. Die stenographischen Berichte über die Verhandlungen werden imReichsanz." veröffentlicht.

Die englische Kommission für das Studium städtischer Einrichtungen im Auslände besuchte heute nach­mittag Potsdam; am Abend folgte sie mit Damen einer Einladung der Stadt Berlin im Festsaale des Zoologischen Gartens. Anwesend waren die Oberbürgermeister von Berlin und Eharlottenburg, die Minister v. Bethmann-Hollweg, Möller, Dr. Studt usw. Der Oberbürgermeister von Berlin Kirschner sprach die Hoffnung auf dauernde Freundschaft zwischen den beiden großen Schwester­nationen aus und schloß mit einem Hoch auf die englischen Gäste. Lord L y v e r d e n dankte für die liebenswürdige von 1813 besichtigen und die damaligen Stellungen der feindlichen Armeen an der Hand von Karten studiert.

48Offiziere der Berliner Kriegsakademie haben unter Führung des Majors Friedrich vom Großen General­stabe einen mehrtägigen Ausflug nach Leipzig unternommen Die Herren werden während dieser Zeit das Schlachtfeld besichtigen und die damaligen Stellungen der feindlichen Armeen an der Hand von Karten eingehend studiert.

Die Elberfelder Schiller-Zensur" (man erinnert sich, daß der Rektor einer kathol. Volksschule, Förster, mehrere Dramen aus den Schillerschen Werken, die unter Schulkinder am 9. Mai entfernt wurden, entfernt hatte.

.pädagogisch anstößig") hat nun auch ihre Wirkung r dortigen Stadtverordnetenversammlung gezeigt. Em

in der dortigen Stadtverordnetenversammlung gezeigt. Em aus der städtischen Schuldeputation ausscheidendes konser­vatives und hochkirchliches Mitglied wurde in geheimer Sitzung durch einen liberalen Stadtvater ersetzt. Die beiden ausscheidenden liberalen Mitglieder wurden wieder­gewählt. Da die Regelu.ng der Schiller-Afföre, mit Bezug auf die Uebergabe. der vom Schwäbischen Schillerverein ge­stifteten Werke Schillers an die Kinder einiger Volksschulen, auch nicht erfolgt ist wie Schulrat Dr. Boodstein mit­teilte, hatte er dazu noch keine Zeit, hat die Versamm­lung übrigens in der letzten Sitzung in dieser Angelegen­heit ihre Mißbilligung des Verfahrens des Schulrats

Prüfung der Frage eingesetzten Ausschuß Untätigkeit vor denn und legte dar, daß die von dem ungarischen Abgeordneten- nerfnü_, . ............ Haus angenommene Resolution Vanffvs, weil sie sich auf hat, wird sich weit seltener dazu verleiten lassen, einen die Verweigerung der Beitragsleistungen zu den gemein* Untergebenen schlecht zu behandeln, als der Vorgesetzte, samen Ausgaben bezieht, rechtswidrig und ungesetzlich sei, der eine nur gerbte,.

weil das beide Reichshälften betreffende, von dem Mon-schinder sind anerkanntermaßen diealten Leute", die leider archen sanktionierte Gesetz nicht durch den einseitigen Be-j nur zu-oft in der brutalsten Weile die R^kritten behandeln. schluß des ungarischen Abgeordnetenh-auses aufgehoben ---"" "".............

werden könne. Da aber beide Häuser des ungarischen Reichs­tages in unzweideutiger Weise zu der Frage des staatsrecht­lichen Verhältnisses beider Reichsteile Stellung genommen hätten, so sei es die Pflicht des österreichischen Parlaments, dies auch zu tun. Deshalb unterbreite er (Redner) einen Dr inglichkeitsantrag, welcher besagt:Das Ab- ge ordnetenhauS spricht sich für die Aushebung der bestehenden Gemeins amkeit mit Ungarn aus. Die Regierung wird aufgefordert, die entsprechenden Vorarbeiten hierfür zu unternehmen". Der Redner trat endlich für die Aufhebung deS § 14 ein und verlas das alldeutsche Programm, welches in der bundesrecht­lich en Angliederung Deutsch-Oesterreichs an dasdeutscheReich gipfelt. Die Alldeutschen seien Ver­ehrer deS großen Germanenkaise rs Wilhelm, der in Marienburg das stolze Wort vom flavischem Ueber- mute gesprochen habe. Kaiser Wilhelm habe große Herrscher­ziele vor Augen. Mit lauter Stimme ruft Schönerer: Hoch Wilhelm der Zweite!" und fügt lächelnd bei, das Präsidium werde hoffentlich gegen diese Kundgebungen nicht Einspruch erheben. Er müsse aber bedauern, daß Antt- nationale, Rote und Schwarze im Berliner deutschen Reichs­tage sitzen und daß dort zersetzende Simplizissimuselemente herrschen.Wir bleiben treue Bismarck an hänge r", schließt Redner,und geben kern Fußbreit deutschen Landes

Ans Stadl und Land.

Gießen, 24. Juni 1905.

** Personalien. Se. Kgl. Hob. der Großherzoq haben den Militäranwärte'- Fuchs zll Darmstadt zum Diener für das Erdgeschoß der Technischen Hochschule zu Darmstadt ernannt.

Pensionierung. Der Königs. Eisenbahnaffistent Jeremias Wolf ist aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhe­stand getreten. ES ronrbe ihm auS diesem Anlaß der Kronen­orden 4. Klaffe und die Verdienstmedaille für 40 Dienstjahre verliehen.

** Der 70. Geburtstag des Professors Heß. Unterem gestrigen Bericht über die Geburtstagsfeier des Geh. Hofrats Dr. Heß fügen wir noch folgendes zu: Nach­dem auch der Spezialkollege des Jubilars, Geh. Forstrat Prof Dr. Wimmenauer, in kurzen Worten noch den Gefühlen persönlicher Verehrung und Dankbarkeit mit dem Wunsche Ausdruck gegeben hatte, daß beiden noch manches Jahr gemeinsamen Wirkens in altbewährter Freundschaft beschieden sein möge, ergriff Geh. Hosrat Dr. Heß in tiefer Bewegung das Wort zu einer Ansprache an bas versam-

Nr. 146 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Samstag 24. Juni 1805

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Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MM N I W XJL, [| &L U äk, P N.'Ä M,

tanöwlrt*1 erscheint monatlich einmal. 4

Wien, 23. Juni. (Abgeordnetenhaus.) In der Be­ratung des Budgetprovisoriums sprach u. <l Schönerer (alld. Vereinigung); er protestierte im Namen der Alldeut­schen gegen die von dem Ministerpräsidenten an­gekündigte Einführung der inneren tschechisch Amtssprache, durch die dieser sich offiziell als Totengräber der deutschen Staatsspriache be­kannte. Die Einführung der inneren tschecbtschen Amts­sprache bedeute für die Tschechen eine wichtige Etappe in der Erfüllung ihrer staatsrechtlichen Bestrebungen, für die Deutschen aber das Ende jedweden Ansehens und jeder Autorität. Redner wandte sich dann gegen die fortge­setzte Slavisierung der Beamtenschjaft Böh­mens, sowie gegen die für die Deutschen gefährliche und ungerechtfertigte Bevormundung der Tschechen, ferner gegen die bedeutende Wirksamkeit des tscheck. Lands­mannministers. Außerdem protestierte er gegen oen Ver­such, das Deutschtum von Eger und dem Egerlande in Frage zu stellen. Redner besvrach sodann das Verhälfiiis zu Ungarn und bezeichnete Die darauf bezüglichen Erklärungen