Ausgabe 
24.5.1905 Erstes Blatt
 
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bootrennenS Algier-Toulon und tadelt die Ne­gierung, daß sie der von einer Zeitung veranstalteten Wettfahrt ihre Mitwirkuug geliehen habe. Der Marine- tninister rechtfertigt die Teilnahme von Schiffen der Kriegsflotte damit, daß die Versuchsfahrt für die Kriegs­schiffahrt von Interesse gewesen sei und daß dieselbe für die Teilnehnienden Gefahr dargeboten habe, in der sie sich bewähren konnten. Der Gegenstand wird daraus verlassen. Das Haus nimmt die Besprechung des Gesetz­entwurfes betr. die Trennung von Kirche und Staat wieder auf.

Jnbezug auf die zwischen Frankreich, England unb Italien schwebenden Verhandlungen über Skbessynicn ver­sichert derTenrps", daß es sich lediglich um die Regelung der äthiopischen Eisenbahn handle. Die Verhand­lungen seien einem Einvernehmen nahe, das jedermanns Rechte berücksichtige, indem es für die Hauptbahn den Cha­rakter eines französischen Unternehmens bewahre, allerdings unter Reorganisation der unternehmenden Gesellschaft und ihres Verwaltungsrats. Die Frage der Z u f a h r t s - bahnen, die den englischen und italienischen Interessen entsprechen, würde reserviert werden. In der Kammer vereinigte sich eine aus Deputierten und Senatoren be­stehende Gruppe von Kolonialinteressenten, die beschloß, eine Deputation zu Rouvier und Delcasse zu schicken, um folgende drei Punkte zu empfehlen: daß die Eisenbahn wenigstens Lis zur Hauptstadt Abessyniens französisch bleibe, daß Frank­reich sich die Gleichheit mit anderen Nationen sichere und daß es für die Erhaltung der Unabhängigkeit Äbessyniens '«in trete.

Mad rid, 23. Mai. AuS Melilla wird gemeldet, daß General Segura, der Kommandant des Ortes, von den zwölf wichtigsten Kabylenstämm.en des Rif die Zustimm­ung dazu erhalten habe, einen stärkt für die dortige Gegend zu eröffnen. Dieser Markt würde von großem Nutzen für den Absatz der spanischen Fabrikate sein. Die Negierung unterstützt dieses Projekt, das wahrscheinlich in kürzester Zeit verwirklicht wird.

Madrid, 23. Mai. Abends kursierte das Gerücht von /iner schweren Erkrankung Silvelas. Sein Zustand ist nicht bedenklich.

Lissabon, 28. Mai. Der Herzog von Oporto ist nach Berlin abgereist, um der Hochzeit des Kronprinzen beizuwohnen.

Rom, 23. Mai. Der Präsident des Ministerrats Fortis ernannte zu Vertretern Italiens bei der bevorstehenden Kon­ferenz des Internationalen Ackerbauinstituts den Minister des Aeußeren, Tittoni, Schatzmeister Carcano, Acker­bauminister Rava, die Senatoren Eugenio Fama und Mal- vano, die Deputierten Luzzatti, Chimirri, Cappclli, Ottavi, Pen Generaldirektor des Ackerbaues Siemoni, den Direktor pes Arbeitsbureaus Montemattini und Professor Pantaleoni. Die Konferenz wird am 28. Mai in Gegenwart des Königs sim Saal der Horatier rund Kuriatier auf dem Kapitol er­öffnet werden. Die Sitzungen beginnen am 29. Mai und werden im Palais Corsini. dem Sitze der Accademia Lincei, abgehalten.

Bern, 23. Mai. Der Bundesrat fordert von der Bundesversammlung für Beschaffung von Kriegsmaterial 'im Jahre 1906 die Summe von 3 690 079 Franken.

Wien, 23. Mai. Wie verlautet, haben die Ber­liner Signatarmächte sich dahin geeinigt, die Athener Regierung wegendes griechischen Bandenunwesens in Südmacedonien und Vorschubleistung seitens griechischer Re­gierungskreise entschieden zu verwarnen.

Belgrad, 23. Mai. Der König hat die Demission beS Kabinetts noch nicht angenommen. Er behielt sich Bedenkzeit vor, um mit hervorragenden Führern aller Parteien die Lage zu besprechen.

Aer Krieg.

Admiral Birilew.

Admiral Birilew ist zum Kommandierenden der Flotte im Stillen Ozean mit den Rechten des Kom­mandierenden einer selbständigen Armee ernannt worden. An seine bisherige Stelle tritt Vizeadmiral Nikonow. Die Nachricht von der Krankheit Roschdjestwenskis muß also fyxfy TMtyc sein.

In bet Mandschurei.

Linewitsch telegraphiert vom 21. Mai, daß am 19. Mai eine der russischen Abteilungen das Dorf Sch aho t s e besetzte und daß am nächsten Tage der Vormarsch nach Süden fortgesetzt wurde. Am 19. Mai hatte eine andere Kolonne ein Artilleriegefecht in der Nähe der Bahnstation Tchantufu zu bestehen. Sie zwang die Japaner, die Station zu räumen und am 20. Mai sich nach Süden zu- ruckzuziehen. Auch diese Kolonne setzte den Vormarsch nach Süden fort. Die Kolonne, die sich am 20. Mai Nanchentse genähert hatte, verbrannte den Ort. Am 20. Mai fand in der Nähe des Dorfes' Armagan, vier Werst westlich von Kinchouantse, das von einer starken japa­nischen 'Abteilung besetzt war, ein Infanteriegefecht statt.

Nach japanischer amtlicher Bekanntgabe sind die russischen Kavallerietruppen, die vom rechten Ufer des Liauho auf Umwegen gegen Fakumen vorrückten, von der japa­nischen Nachhut in zahlreichen Scharmützeln geschlagen worden. Sie lagerten sich, nachdem sie auch in der Um­gebung von Tusangschen einen Mißerfolg erlitten hatten, am 20. Mai mit der Hauptmacht bei Siautatzu, 26 Meilen von Fakumen. Am 21. Mai zogen sie sich auf das rechte Ufer des Malienho zurück. Mehrere Kompagnien, die auf dem linken Ufer des Flusses geblieben waren, wurden seitdem von japanischen Truppen besiegt und zogen sich in Unordnung nach Norden zurück. Auf anderen Teilen des Kriegsschauplatzes sind keine Veränderungen eingetreten.

Die Japaner in Port Arthur.

Wie aus Tschisu gemeldet wird, versuchten die Be­amten der russisch-chinesischen Bank in Port Arthur seit der Kapitulation vergeblich, von den Jia- ranern die Freigabe der Bücher und der Ko.rre- p o n d e n z der Bank zu erlangen. Nachdem die Postanstalt in Port Arthur durch das Bombardement zerstört worden war, wurden die zur Versendung bereiteten Poststücke in das Dicherheitsgewölbe der Bank gebracht, bis sich die nächste Gelegenheit zur Beförderung bieten würde. Da die Japaner die Geschäftsbücher zurückbehalten, ist die Bank nicht im­stande, die schwebenden Geschäfte zu Ende zu führen, wobei es sich um Verschiffungen nach Port Arthur von Amerika, Deutschland, England und Frankreich handelt. Die Korre­

spondenz enthält Rimessen, zurückgesandte Rechnungen und Dokumente für Waren, oie beschlagnahmt wurden oder sonst- wie in Verlust geraten sind.

Rußland in Sturm und Prang.

Die Meldung von der Hin r icb.tung Ko l aj ew s war verfrüht. Wie die Petersb. Telegr.-Ag. meldet, ist der Mörder des Großfürsten Sergius am 23. d. M. früh um 3 Uhr gehängt worden. Man sagt, er habe einen Geist­lichen empfangen, jedoch darauf bestanden, daß in das Protokoll eingetragen werde, daß er ihn als Privatperson und nicht als Geistlichen empfängt. Vor der Hinrichtung er­klärte er es als eine Lüge, daß er um Begnadigung gebeten habe. Er sterbe mit Freuden. Seine Verteidiger waren zu dem 'M der Hinrichtung nicht zugelassen worden.

Warschau, 23. Mai. Ein Student aus Schito- ntir brachte hierher eine hektogravhierte Proklamation, in der zur Ermordung der Juden und der christ - lichen Intelligenz von Schitonnr aufgefordert wird, und in der Geldpreise für die Ermordung der Jüden, Arbeiter und Intelligenten versprochen werden.

Aus StM mw Kau-.

Gießen, 24. Mai 1905.

** Zum Ausstand der Schneider. Wie wir hören, haben die im Aus st and befindlichen Schneider das hiesige Gewerbegericht als Einigungsamt ange­rn f e n. Die Schneidermeister haben jedoch eine Ver­handlung vor dem Einigungsamt abgelehnt, da sie sich dem Allgemeinen Deutschen Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe gegenüber verpflichtet hätten, nicht selbständig mit den Streikenden zu verhandeln.

** Der Zirkus Altho ff ist, wie ein heutiges- serat bekannt macht, hier auf Oswaldsgarten eingetroffen. Donnerstag abend ist Eröffnungsvorstellung. Auswärtige Zeitungen loben den Zirkus, der ein reichhaltiges imb ab­wechslungsvolles Programm haben soll. Edles Pferdemate- rial, graziöse Reiterinnen und Reiter stehen im Vorder­gründe des Interesses der Besucher. Daneben gibt es Trapezkünstlerinnen, eine Drahtseilkünstlerin, einen musi­kalischen Clown u. a.

"Obdachlose. In der vergangenen Nacht mußten mehrere Obdachlose in Polizeigewahrsam genommen werden.

" Ei n betrunkener Fuhrmann. Gestern abend 10 Uhr sand man den Fuhrknecht eines hiesigen Bauunter­nehmers in total betrunkenem Zustand vor den Nädern seines mit Steinen schwer beladenen Wagens in der Senken­bergstraße liegend vor. Die Pferde waren glücklicher­weise beim Herunterfallen des Knechts vom Wagen stehen geblieben; andernfalls wäre er überfahren worden. Der Knecht wurde im Haftlokal untergebracht, während die Pferde durch Schutzleute dem Eigentümer zugeführt wurden.

" Ein Diebstahl? Am 30. März l.Js. wurde, wie man uns mitteilt, in der Gemarkung Großen-Linden in einem Kanal ein Packet mit etwa 5 Pfund Strickwolle von weißer, brauner und grauer Farbe gefunden. Die Wolle trug die Marke: Merkel u. Kienlin, Eßlingen; Qualität Nr. 16 J. Es besteht Verdacht, daß die Wolle gestohlen worden ist. Zweckdienliche Mitteilungen über deren Herkunft nimmt der Großh. Amtsanwalt in Gießen entgegen.

"Ein neues Verzeichnis der Fernsprech­stellen in Gießen ist im Verlag von Ernst Balser hier erschienen. Da zahlreiche neue Verbindungen hinzugekommen waren, mußte man zu einer neuen Ausgabe des Verzeichnisses schreiten.

"Neue Schulbauten im Kreise Gießen. In diesem Jahre werden in folgenden Orten des Kreises die ini vergangenen Jahre begonnenen neuen Schulbauten fertig- gestellt werden: Weiiershain, Odenhausen, Birklar, Annerod und Hausen. In diesem Jahre wird auch in Wieseck und Weickartshain an weiteren Schulhäusern zu bauen angefangen.

" Die Verbandssitzung des hessischen Bücker- Jnnungsverbandes begann, wie uns berichtet wird, gestern mittag 1 Uhr in Michelstadt i. O. bei einer Be­teiligung von ca. 300 Personen aus dem ganzen Großherzog­tum. Den Vorsitz führte Jckrath-Mainz. Der Verband um­faßt 16 Innungen mit ca. 350 Mitgliedern. Als Vertreter der Regierung waren anwesend der Großh. Kreisamtmann Dr. Merck aus Mainz und Großh. Kreisamtsassessor Dr. Reuß-Erbach. Ueber das Kinderschutz-Gesetz und seine nachteiligen Folgen für das Bäckergewerbe sprach der Vor­sitzende Jckrath-Mainz. Es wurde ein Antrag der Innung Mainz angenommen, bei der Regierung vorstellig zu werden, daß Kinder in Ausnahme- und Notfällen eine Stunde vor dem Vormittagsunterricht mit Austragen von Back­waren beschäftigt werden dürfen. Winkler-Mainz referierte über die Bestrebungen der organisierten Gehilfenschaft und die verschiedenen Lohnbewegungen im Bäckergewerbe. Ein Antrag der Innung Eberstadt, der Verband möge sich der deutschen Mittelstandsbewegung anschließen, wird angenommen. Die Verhandlungen werden am Mittwoch fortgesetzt. Mit dem Verbandstag ist eine sehr reichhaltige Fachausstellung verbunden. Mittags 4 Uhr fand ein gemeinsames Festessen, abends 8 Uhr Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins Liederkranz statt. Das Städtchen ist festlich geschmückt.

Hungen, 22. Mai. In den letzten Tagen ist die schwierigste und interessanteste Arbeit an der hiesigen Wasser­leitung, die Legung der zwei Rohrleitungen durch die Horloff, nach Angabe und unter Mitwirkung des Berg­ingenieurs Schiffmann durch die Firma Bopp u. Reuther ausgeführt worden. Am Mittwoch wurde ein Damm quer durch die Tränke gebaut, ein zweiter im Bogen kurz oberhalb der Brücke. Ueber beide Damme wurde ein breiter Ueber- lauf von Bohlen gelegt, der das ganze Horloffwasser über­führte. Donnerstag wurde das Wasser ausgepumpt, die Gräben ausgehoben, und abends waren schon die Rohre ver­legt. Freitag mürbe der Durchstich zwischen Tränke unb Mühlgraben bis östlich von letzterem fertig, in der folgenden Nacht wurde die Villinger Chaussee mit einem tiefen Ein­schnitt unb Tunnel durchstochen, und Samstag mittng war die ganze schwierige Arbeit glücklich vollendet. Allgemein wird anerkannt, daß die Arbeiten an der Wasserleitung sehr rasch voranschreiten. Bis auf die Eisenbahn-Unterführung sind sämtliche Straßenrohre mit dem 10. April verlegt worden und viele Hausanschlüsse sind auch schon fertig. An der Pumpstation wird jetzt das zweite Stockwerk mifgemmtert und auch der Hochbehälter ist seit einigen Tagen mi Bau be­griffen. Man kann deshalb wohl mit Sicherheit erwarten,

daß Öte ganze Wasserleitung bis zum 1. Juli d. IS. fertige gestellt sein wird. (L.-P.)

sd. Darmstadt, 24. Mai. (Eigener Draht- bericht.) Der gestrige tzofball war von ca. 300 Personen besucht. Neben dem Großherzogspaar nahmen die Prin­zessin Dorothea von Solms-Äch, Prinz und Prinzessin Franz Josef von Battenberg, der Erbprinz von Erbach-Schönberg', Prinzessin Edda von Erbach-Schönberg, die Gesandtschaften, Hofchargen und Spitzen' der Behörden teil. Die Groß­herzogin trug ein hell-lila Spitzenkleid, sehr reich mit gleich­farbigen Fayetten bestickt. Um Vs2 Uhr war der Ball beendet.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen, und den Nachbar st aaten. Der GesangvereinEintracht" in Wieseck feiert in den Tagen vom 13. Juli sein lOjährigeS Stiftungsfest. Die Vorarbeiten werden schon jetzt, so schreibt man uns, mit außer­ordentlichem Eifer betrieben.

vermischte».

* Berlin, im Mar. Eduard Bernstein ist von den Berliner Sozialdemokraten mit der Abfassung einerGeschichte der sozialistischen Bewegung Berlins feit 1848"' betraut worden.

* Kiel, 23. Mai. Ein schwerer Nord ost sturm über­raschte bei Langeland im Großen Belt den von Kiel ausgelaufenen, mit Holz beladenen D r e i m a st s.ch o n e rGungner". Das Schiff, dem die AUkerketten rissen, wurde auf den S t r a n d g e s ch l e u- dert und sitzt fest. Es ist total verloren. Kapitän Johansen hat die Notflagge gehißt, die Besatzung befindet sich an Bord.

* Paris, 23. Mai. Die Polizisten von Lyon haben im Vertrauen auf die Nachsicht der Regierung beschlossen, morgen vormittag ihren Dienst wiederanzutreten.

* Madrid, 23. Mai. Die Polizei verhaftete eine S ch w i nd- lerbande, die unter der Vorspiegelung, zur Hebung angeblich verborgener Schätze verhelfen >zu können, deutsche und französische Handeltreibende ausgebeutet hat. Aus dem beschlag­nahmten Briefwechsel ist zu ersehen, daß die Betrüger mit allen Ländern Eurovas und Amerikas Beziehungen haben.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 23. Mai. Der bisherige Leiter des Neuen Theaters und des Kleinen Theaters, Max Reinhardt, übernimmt vom 1. Juli ab die Leitung des Deutschen Theaters.

Paris, 23. Mai. Der Direktor der Ecole des Beaax Arte, Bildhauer Paul Dubois, ist heute q e st o r b e n.

Kerichtssaal.

(f.) Gieß en, 23. Mw. Vorm Schöffengericht kam folgender Fall zur Verhandlung. Ein hiesiger Großkausmanst war nach der G e w i ch t s r e v i s i o n in Strafe genommen wor­den, da verschiedene Gewichte die gesetzliche Fehlergrenze um ein Geringes überstiegen. Er hatte hiergegen gerichtliche Entscheidung beantragt. Er bestritt, daß die gesetzlichen Bestimmungen btefer Art auf seinen Geschäftsbetrieb Anwendung fänden, da er keine öffentliche: Verkaufsstelle besitze. Das Gericht erachtete jedoch, da festgestellt wurde, daß er trotzdem Rohstoffe und fertige Fa­brikate an gewisse Personen verkaufte, den Begriff der Oeffent- lichkeit für gegeben und auch diese Geschäftsvertriebe den bezüg­lichen gesetzlichen Bestimmungen ftir unterworfen, da die Oeffent- lichkeit des Verkaufs nicht durch einen offenen Laden bedingt fei, fonbeim auch in solchen Betrieben gegeben fei, die in ihrem Lager oder auf ihren Kontoren kleinere Mengen, wenn auch nur an gewisse Personen, abgeben. Das Gericht fetzte allerdings wegen der begleitenden Umstände die Strafe auf ein geringeres Maß herab.

Arbeiterbewegung.

Mannheim, 23. Mai. Die zwischen den Brauereien imb der Brauer eivrg-anisation geführten Tarisverhand- lnngen haben zu einer Einigung geführt. Heute mittag tourbe vor dem Gewerbegenchr der Lohntarif unterschrieben.

Stuttgart, 23. Mai. Die von dem^ hiesigen Arbeitgeber­verbande feit einiger Zeit ins Auge gefaßte Aussperrung der S chneider gesell en, etwa 500, ist heute Tatsache ge­rn orben. Der erste Teil der Betriebe wurde heute nachmittag ge­schlossen, der andere Teil folgt morgen nach.

Gießener lanbwirtschaftlicher Wetterdienst.

VorauHsichttiche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 25. Mai 1905: Meist trüb, nach etwas milderer Nacht am Tage fortdauerub kühl, stellenweise (in Oberhessen) geringer Regen.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Märkte.

ke. Frankfurt a. M., 23. Mai. Heu- und Strohs markt. Heu kostete heute Mk. 3.10-3.50, Stroh Mk. 2.60 bis Mk. 0.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: in Heu flau, in Stroh fest.

te. Fr cr n kfurt a. M., 23. Mai. (Orig.-Telegr. desGieß. Anz.") B i e h m a r k t. Zum Verkauf standen 203 Kühe. Fersen, Stiere, Rinder u. Kälber, 876 Schweine. Kälber 1. Qual. 8790Pf,. Lebendgewicht 5254 Pfg., 2. Qual. 7880 Psg., Lebendgewicht 4648 Psg., Schlachtgewicht 6266 Psg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 7274 Psg., 2. Qualität 6466 Pfg. Schweine 1. Qualität 6768 Pfg., Lebendgewicht 53.50 Pfg., 2. Qual. 66-00 Pfg., Lebendgewicht 52-00 Pfg., 3. Qualität 6062 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Kälber lebhaft, Ueoerstand unbedeutend, bei Schweinen gut, kein Ueberstand.

Arisiinak-Draytmeldungen.

Berlin, 23. Mai. Dem heutigen parlamentarischen Abend bei 'beut Staatssekretär Grafen v. Posadowskh, zu toelchem Vertreter aller bürgerlichen Parteien erschienen waren, wohnten bei die Minister Schönstedt, v. Einem, Frhr. v. Rhein- baben, v. Bethmann-Hollweg' und Hausminister v. Wedel, die Staatssekretäre v. Tirpitz, Nieberding, Frhr. v. Stengel und Krätke, Reichsbankpräsident Dr. Koch, Oberbürgermeister Kirschner, sowie Vertreter von Künst und Wissenschaft.

Stuttgart, 24. Mai. Zum Gedächtnis' an die Schiller­feier haben Frauen und Jungfrauen von Speyer bem' Mar- bacher Schillermuseum einen vergoldeten Lorbeerkranz aus massi­vem Silber gestiftet.

London, 24. Mai. DieMorningi Pos^ meldet aus Shanghai, es verlaute dort aus glaubwürdiger Quelle, daß sich die F l v 11 e T o g o s noch auf der Höhe bei M a s a m p h p befinde.

London, 24. Mai.Daily Telegraph meldet aus Tokios Die EisenbahnverbindungmitWladiwostok ist.un- terbrochen. Die Festung ist infolgedessen jetzid abges chnitten.

P a r i s, 24. Mai. Die AkademiefürMediziü wählte, den Frankfurter Bakteriologen Prof. Dr. Ehrlich zum aus­wärtigen Mit gl iede.

Paris, 24. Mai. Nach einer Privätmeldund aus Saigon sind am letzten Sonntag morgen auf der Höhe der Insel Jkushima mehrere japanische Kriegsschiffe mit dem Kurs nach dem Süden gesichtet worden.

Paris, 23. Mai. Die Kammer nimmt in der weiteren Beratung Artikel 5 des Gesetzentwurfs betr. die Trennung von Staat und Kirche an, wonach die kirchlichen Güter, auf denen mildtätige oder nicht zum Kültus gehörige Stiftungen ruhen, den verschiedenen staatlichen VerwaltungAzweigeN Mgewiesen werden.

Lyon, 23. Mai. Der AuZstand der Poli^eibeamten ist be»v endet.

Madrid, 24. Mai.Eorreo Espagstol" meldet, daß Ober­stallmeister Marguis de la Mina, begleitet von einigen anbern Persönlichkeiten, sich nach Berlin begibt, um den König bei der Hochzeit des Kronprinzen zu vertreten.

New York, 23. Mai. (Reuter.) Die Bureaus' der Mar­chant Trust-Company sind auf Anordnung des Bankvor­stehers geschlossen worden. Die Bank, deren Kapital etwa eine halbe Million Dollar beträgt, schuldet ihreu DeposUoreu etwa zwei Millionen. . - -

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