Ausgabe 
22.7.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Samstag 22. Juli 1905

Gießener Anzeiger

Genera!-Anzeiger

8.20; durch

Amts- Mzeigeblatt für ö« Kreis Gschen

155. Jahrgang

Kr. 170 ©»fettet nette außer Sonntags.

Den, Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Vefstschen Landwirt die Gießrner Kamillen- «Stier viermal in der Woche beigelegt.

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Ze'^rnvreiS: ..qf-uja^L cn'SwLrlA Ät -.öij.

Derantwo^il'ch jiif j den polit und cJ -.ei ». Teil: P. Wtttko: für »Stadt und finntr und »GerichtSsaal*: August Goetz; für den An­zeigenteil: HanS Beck-

Die Heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Zum neuesten Kochschutstreit in Meußen.

Wir lesen heute in derNordd. allg. Ztg.":

In Anletracht der widerspruchsvollen Zeitungsnachrichten Über den Inhalt einer Verfügung, die der Kultusminister an die Technischen Hochschulen in Sachen der studentischen Ausschüsse und Verbände erlassen hat, sind wir in die Lage versetzt, den Wortlaut des nach Danzig gerichteten und den übrigen Technischen Hochschulen mitgeteilten Erlasses nachstehend zu ver­öffentlichen.

»Berlin, den 19. Juli 1905.

An den Herrn Oberpräsidenten

S« Danzig.

Nach den mir vorliegenden Berichten hat sich an der dortigen Technischen Hochschule neuerdings ein studentischer Ver­band auf nichtkonfessioneller Grundlage gebildet. Gegen derartige Vereinsbildungen von Aufsichtswegcn einzuschreiten, liegt zwar im allgemeinen kein Anlaß vor. Es muß aber voraus­gesetzt werden, daß dabei jeder S ch e i n vermieden bleibt, als ob es sich gleich wie bei den Studentenausschüssen um eine organisierte Vertretung der ganzen Studenten­schaft handele. Dieser Gesichtspunkt ist in den von dem Senat der Technischen Hochschule genehmigten Satzungen des. dortigen Verbandes schon insofern nicht festgehalten, als den, Vorstande des Verbandes die irreführende BezeichnungA u s s ch u \V* beigelegt wird. Es finden sich aber auch sonst noch in den Satzungen verschiedene Benenn,mgen und Wendungen, welche mit der vorbezeichneten, auch von der neulichen Konferenz der Rektoren der Technischen Hochschulen geteilten Auffassung nicht im Einklänge stehe«,. Demnach erscheint eine Neuredaktion der Satzungen erforderlich, die indes mit Rücksicht ans den unmittelbar bevorstehenden Schluß des Sommersemesters bis zum nächsten W i n t e r s em e st er zu vertage«, sein wird. Ew. Ex­zellenz ersuche ich ergebenst, dem Rektor der dortigen Hochschule vo«, dieser Verfügung gefälligst Kenntnis zu geben."

Nach diesem Erlaß hat es den Anschein, als ob es zu einer schärferen Zuspitzung des Streites diesmal nicht zu kommen brauchte. Tas Schreiben des Ministers nennt die neuen Zusammenschlüsse der preußischen Studenten, so- locit sie die katholischen Verbindungen ausschließen,Ver­einsbildungen", und scheint ihnen keine Hindernisse in den Weg legen zu tootten; wenn sie auf die BezeichnungMs- schuß" verzichten. Den Gefallen werden, glauben wir, die Studenten dein Minister gern tun. Denn der Nenne ist Schall und Rauch.

Aus Hannover Tommi gleichzeitig die Nachricht, daß Authentischem Vernehmen nach sich der Senat und das Professoren-Kollegium der dortigen technischen Hochschule für die Aufrechterhaltung des bisherigen, die Konfessions-Vereine ausschließenden Studenten- Z u s a m «n e n s ch l u s s e s erklären.

Die Taktik des preuß. Kultusininisteriums, die im »Rüdesheimer" ihren Urquell hatte, mit dem man seiner­zeit in Berlin die Delegierten zu gefügigen Instrumenten umstimmen wollte, die aber damals erfolglos versucht wurde, scheint aber fortgesetzt werden zu sollen. Der alte Weisheitssatz: »Mit Speck fängt man Mäuse", soll doch noch seine Wirkung tun. In denAkadem. Blättern" liest man die Mitteilung eines Mitgliedes des Vereins deutscher Studenten, daß er die hohe Auszeichnung, als Gast des Kaisers an einer von der Hamburg-Amerikalinie veranstalteten Nord­landfahrt, zusammen mit zwei S. C.-Mitgliedern und zwei nicht inkorporierten Studenten teil­nehmen zu dürfen, in erster Linieder Güte Sr. Exzellenz des Herrn Ministerialdirektors Dr. Alt ho ff" verdanke. Bekanntlich sind gewisse seinerzeit zurückgewiesene Versuche, einen Teil der Studentenschaft von der Gemeinbürgschast von Eisenach und Weimar abzusplittern, gerade bei«n Kösener S. C. und bei den Vereinen deutscher Studentei, gemacht worden. In den jetzt vorliegenden amtlichen Mitteilungen über die Pfingsttagung des S. C.-Verbandes in Kösen und über de«,Alteherrentag" in Godesberg liest man den energischen Protest gegen diese Versuche, in Verbindung mit dem freudigen Bekenntnis zu einer nationalen Gesinnung und gegen konservative Engherzigkeit. Sollte«, bei den Vereinen deutscher Studenten, die in Weimar ebenfalls energisch protestierten, gewisse Lockungen neuerdings besser angeschlagen haben? Der Berliner V. D. St. plant einen neuen Ausschuß oder Vorstand der Studentenschaft an der Universität ohne klerikale Beimischung. Das Vorgehen ge­wisser Greife derfreien" Studentenschaft, die zu un­gelegener Zeit mit ihrer Gegnerschaft und manchen an sich vielleicht nicht völlig ungerechtfertigten Beschwerden gegen die Korporationen hervorgetretcn sind, könnte ebenfalls im Sinne solcher Absplitterungsversuche gedeutet werden, wenn wir auch selbstverständlich jeden Zusammenhang zwischen jenendurch die Güte Seiner Exzellenz" vermitteltenAuszeichnungen" und einer etwa veränderten Stellung einzelner studentischer Kreise von diesen selbst weit abweisen.

DieKreuzztg." führt jetzt den Vereinen deutscher Stu­renten zu Gemüte, daß sie allen Anlaß gehabt hätten, an der Seite der katholischen Verbindungen für christlich-ger­manisches Studententuin zu kämpfen, statt sich in das Lager derFreiheitskämpen vom Evangelischen Bunde" ziehen zu lassen. Der christlich - germanischeReichsbote" aber meint :

Wir^bebauvten natürlich nicht, daß diese Liebenswürdigkeit einen nachweisbaren Zusammenhang mit den jetzigen Kämmen be- sb-e nur wird ihr von vielen Studenten bei ihrem einmal erregten Mißtrauen diese Deutung beigelegt werden. Wenn es dahin ge­kommen ist, so trägt das Verhalten der Behörden selbst daran den stärksten Anteil."

Voiitische Tagesschau.

Dr. v. Meister.

Von dem neuen Regierungspräsidenten in Wiesbaden Dr. v. Meister erzählt man uns:

Außenstehende mag die rasche Beförderung des erst am Anfang der Vierziger stehenden Herrn v. Meister überraschen; Eingeweihte wissen längst, daß nicht nur hervorragende persönliche Qualitäten ihm eine schnelle Laufbahn Voraus­sagen ließen, sondern auch, daß er zu den Männern gehört, die sich des besonderen Vertrauens des Kai­sers erfreuen. Das Regiernngspräsidium in Wiesbaden ist nicht nur mit Recht aus mancherlei Gründen eins der begehrtesten im Königreich Preußen, es gilt auch als das Durchgangsstadium zu den höchsten Aemtern. Den Wies­badenern aber kann man gratuliere,!, daß sie Herrn von Meister zum Präsidenten erhalten. Denn sie bekommen in ihm einen modernen Mann als Berwaltungschef, einen Mann, der nicht in den engen Grenzen des Bureaukratismus groß geworden ist. Herr v. Meister ist der Sohn eines Frankfurter Großindustriellen, und diese Tatsache empfiehlt ihn vielleicht am besten. Die Familie, der er entstammt, und deren Spuren in der Pfalz, in Neu­stadt a. H, münden, gehört zu jenen tüchtigen deutschen Bürgergeschlechtern, die fast in jeder Generation unserem Vaterlande einen Mann stellten, dessen Wirken ihm ehrende Erinnerung noch lange nach dem Wschluß seines Daseins sicherte. Geistliche, Gelehrte, Industrielle, Staatsdieuer gingen aus ihr hervor und wechselndes' Schicksal ver­pflanzte sie von der Pfatz nach Thüringen, nach .Halle und nach Detmold, nach Hamburg, Bremen und schließlich Frank- ficrt a. M. Des nunmehrigen Regierungspräsidenten Vater, Wilhelm Meister, wer denkt da nicht an Goethes im­sterbliche Romangestalt! war der Enkel eines weitbe­kannten Predigers und der Sohn eines Hamburger Kauf­manns. Jahrzehnte lebte er als Chef eines bedeutenden Handlungshauses in Manchester, bis ihn die Gesundheit seiner Gattin, einer Tochter des Malers Jakob Becker, ver­anlaßte, sich in Frankfurt a. M. niederzulassen. Hier wurde er mit seinem Schwager, dem allzu früh verstorbenen Dr. Lucius (einem Bruder des späteren Lcmdwirtschaftsmini- sters Freiherrn Lucius v. Ballhausens der Begründer der weltberühmten Höchster Farbwerke, die erstMeister, Lucius u. Co.", dann, nach Eintritt des inzwischen ver­storbenen iDr. v. Brüning,Meister, Luzius und Brüning" hießen und jetzt eine ^Aktiengesellschaft sind. Wilhelm Meister zählte zu den angesehensten und geachtetsten Bürgern Frankfurts und hat 'm Stillen unendlich viel Gutes gestiftet. So trauerte, als er 1895 starb, die Stadt um ihn als einen ihrer Vesten. Im Heim seines Schwiegervaters hatte Wilhelm Meister den damaligen Bundestaggesandten v. Bismarck kennen gelernt, der mit Jakob Becker innig befreundet blieb. Und bis zum Tode des Altreichskanzlers bestanden die herzlichsten Beziehungen zwischen ihm und der Meisterschen Familie. Jil der Billa Meister in Homburg v. d. H. erschien fast in jedem Jahre die Fürstin Bismarck auf einige Zeit als Gast. Wilhelm Meister stand mit den Stumm, Lucius usw. auf der Liste Derer, die Kaiser Friedrich III. bei seinem Regierungsantritt zu adeln sich vorgenommen hatte. Wer er bat, die Aus­zeichnung erst nach seinem Tode seinen beiden Söhnen zuteil werden zu lassen.

Von diesen Söhnen ist der Wiesbadener Regierungs­präsident der ältere. Karl Wilhelm von Meister wurde 1863 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Bonn und Berlin. 1886 bestand er in Heidelberg die Doktor­prüfung und 1891 mit Auszeichnung die große Staats­prüfung. Er war dann zunächst als Regierungsassessor in Hana u und Höchst beschäftigt und wurde 1893 zum .Land­rat in Höchst ernannt 1902 ward er in gleicher Eigen­schaft nach Homburg v. d. H. versetzt, nachdem er 1896 zugleich mit seinem Bruder nobilitiert worden war und von 189899 eine Reise um die Welt unternommen hatte. Jüs Ministerium des Innern am 1. Januar 1903 berufen, erhielt er nach wenigen Monaten seine Beförderung zum Geh. Regierungsrat und Vortragenden Rat. In Homburg trat Dr. v. Meister der Kaiserin Friedrich, in der letzten Lebenszeit der hohen Frau, näher. Ihm ist die Schöpfung des Kaiser Friedrich-Krankenhauses in Crou- berg zu danken, und bei seiner Mutter lernte der Kaiser den damaligen Landrat v. Meister kennen und schätzen. 2(ber in Homburg traf diesen auch eins der schmerzlichsten Ereignisse seines Lebens: der durch einen banalen Zufall herbeigeführte tragische Tod seiner ersten Gattin, eines Fräulein Adele Jordan de Rouville aus Frank- firrt a. M. Er schloß dann 1900 eine zweite Ehe mit einer Engländerin, Miß Leila Gard nee Tropmann. Bei dem dieser Verbindung 1903 entsprossenen Sohn stan­den der Kaiser und der Kronprinz zusammen Pate.

Mil den Höchster Farbwerken ist die Familie Meister bis auf den heutigen Tag in engster Beziehung geblieben. Der Gatte der einzigen Schwester des Wiesbadener Regier­ungspräsidenten, Walter vom Rath, ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Farbwerke, und sein einziger Bruder, Herbert v. Meister, Chemiker von Beruf, gehört deren Di­rektion an.

Erwähnt sei schließlich noch, daß Regierungspräsident Dr. von Meister, früher Reserveoffizier des 13. Husaren- Regiments, jetzt als Rittmeister der Landwehr-Kavallerie geführt wird. Mit einem vorteilhaften Neußern, das ihn junger erscheinen läßt, als er in Wirklichkeit ist, mit welt­männisch sicheren Umgangsformeu, der Kenntnis fremder Sprachen und musterhafter Beherrschung der freien Rede verbindet der neue Regierungspräsident von Wiesbaden große Menschen- und Lebenskenntnis, einen scharfen, schnell

auffassenden und verarbeitenden Verstand und einen offenen Sinn für Probleme, die unsere Zeit erfüllen. Er ist ge­wiß erst am Anfang seines Weges und deshalb war es wohl angebracht, seiner Persönlichkeit und seines Werde­ganges hier etwas ausführlicher zu gedenken, als sonst in den Verhältnissen unseres Raumes liegt.

Die neue deutsche Auslandsbank.

R. Berlin, 21. Juli.

Die in Aussicht genommene Gründung einer deutsch» bulgarischen Bank in Sofia läßt keinen Zweifel an dem Zustandekommen des Handelsvertrags zwischen beiden Ländern. In dieser Beziehung werden sich die be­teiligten Großbanken zweifellos informiert haben, ehe sie ihre Entschließungen faßten. Daß das politische Moment der angeblich für die nächste Zeit zu erwartenden Proklamierung Bulgariens zum Königreich eine Nolle gespielt hat, ist weniger wahrscheinlich. Abgesehen davon, daß es mit dieser Erhebung wohl noch gute Wege hat, müßte es auch fraglich erscheinen, ob sie für die wirtschaftliche und kommer­zielle Entwicklung des Landes durchaus vorteilhaft wäre. In Sofia heißt es zwar stets, ein durch die Erhebung zum Königreich befriedigtes Bulgarien biete bessere Bürgschaft für ein friedfertiges Verhalten. Vielleicht muß aber mit größerer Berechtigung angenommen werden, daß die Gegen­sätze zwischen Türken, Bulgaren, Serben und Griechen sich verschärfen müßten, wenn Fürst Ferdinand mit der Königs­würde ausgestattet wäre. Jedenfalls nimmt es der Sultan nicht ruhig hin, wenn Bulgarien sich seiner Oberherrschaft zu entwinden suchte, gesetzt selbst den Fall, die interessierten Großmächte wären mit solchem Vorgehen einverstanden. Vom geschäftlichen Standpunkt und die deutsch-bulgarische Bank will auf dem ganzen Balkan Geschäfte machen er­scheint es danach wünschenswert, daß dort politisch der be­stehende Zustand erhalten bleibt. Das deutsche Kapital wird sich dann bald das umfangreiche Arbeitsgebiet inHalb­affen" erschließen. Soweit die Türkei in Betracht kommt, ist durch dieOrient-Bank" und diePalästina-Bank" vor­gearbeitet, so zwar, daß ein Budapester Blatt vor einiger Zeit schrieb, Kleinasien sei wirtschaftlich von den Deutschen okkupiert. Der deutsch-bulgarische Handelsvertrag wird das ©einige tun, den deutschen Export auch nach dem Lande des Fürsten Ferdinand zu steigern, und damit der neuesten deutschen Auslandsbank in Sofia einen kräftigen Rückhalt geben._______________________________________________________

Ein Attentat ans den türkischen Sultan.

Wieder ist ein fluchwürdiges Verbrechen verübt worden, das sich gegen das Leben eines europäischen Monarchen richtete, aber zum Glück sein Ziel verfehlte. Doch eine Menge unschuldiger und friedlicher Leute ist ums Leben ge­kommen, und Soldaten, die da§ Leben des Monarchen zu schützen berufen waren, haben gleichfalls den Tod gefunden^ Der Mordbube selber hat allem Anschein nach sein Verbrechen auf der Stelle durch den Tod gebüßt.

Wir erhielten heute nacht folgendes Telegramm, das kurz vor 2 Uhr aufgegeben worden ist:

Konstantinopel, 21. Juli. Durch eine Dynamik- bombe, welche auf der Straße vor der Moschee explodierte, als der Sultan nach dem Selamlik die Moschee verließ, find vierzig Personen, Eingeborene und Soldaten, aber keine Fremden, getötet worden. Der Sultan kehrte unverletzt und vollständig ruhig ins Palais zuruck, wo er bald darauf den österreichischen Botschafter empfing. Der Tater ist wahrschein- lich getötet worden. ___________________________________

Km deutsches Keschrvader in Kopenhagen.

Kopenhagen, 21. Juli.

Das deutsche Geschwader passierte heute morgen 8% Uhy Kronborg. Gegen 10 Uhr verkündete Kanonendonner, daß das Geschwader auf der Rhede eingetroffen war. Tausende von Zuschauern bewunderten das großartige Schauspiel. Rhede und Hafen sind mit Flaggen geschmückt.

Das Geschwader besteht aus den Schiffen »Kaiser Wilhelm II.",Wittelsbach", Zähringen",Mecklenburg", Wettin",Kaiser Wilhelm der Große" und AvisoBlitz".

König Christian empfing um 21/? Uhr im Schlöffe Bornstorff den Großadmiral v. Köster mit dem Stabe des Geschwaders. Bei dec Audienz überreichte der König dem deutschen Admiral den Elefantenorden. Sodann fuhren die Herren ins Schloß Charlottenlund, wo sie vom Kronprinzen, empfangen wurden.

Hellte nachmittag wurde für zweihundert deutsche und fünfzig dänische Matrosen imTivoli" ein Festessen ver­anstaltet, bei dem Marinekapitän Hansen einen Trinkspruch auf den deutschen Kaiser und die deutsche Marine ausbrachte. Der deutsche Kapitänleutnant Ackermann brachte ein Hoch auf König Christian und die dänische Marine aus. Nach dem Effen besuchten die Matrosen die Kolonialausstellung.

Abends fand bei dem deutschen Gesandten v. Schoen ein Diner statt, an dem teilnahmen: Prinz Waldemar, Groß­admiral v. Köster, Vizeadmiral Graf Baudissin, Minister­präsident Christensen, der Minister des Aeußern Graf Raben- Levetzau, der dänische Vizeadmiral v. Wandel. Der Gesandte v. Schoen brachte cm Hoch auf den König von Dänemark aus, worallf die dänische Nationalhymne gespielt wurde. Prinz Waldemar toastete auf den deutschen Kaisex.