Telephonischer Kursberichti
90/0 Mexikaner
Tendenz: fest.
Fig®. Dreimal täglich x|4 Ltr
Ochsen
Kälber
Schweine
. 102.30 . 91.60 . 102.45 . 91.60 . 100.65 . 99.70 . 102.20
101.10 . 100.40 . 105.50 . 67.95 . 68.00
132.00
52.40
4</g9/n Chinesen .
Electric. Seb.ackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . .
Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelspes. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum ...» Harponer . . . Staatsschatzscheine
3V2% »Vo IV,0/0
3°/r, »Vt’/fl
7, Kg. 70-80 Pfg.
7, - 70-74 y
„ 60 72 „
Höchste Schlachtviehpreise in Frank f u r t a. M.
Getrcidepreise in M a n n h e i m
Weizen 100 Kg. 18.75 Lik.
Roggen 100 „ 1-1,60 „______
Die Marktpreise für Vieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 20. Februar 1905.
Kerichrslaal.
Gießen. 21. Febr. Tie Strafkammer verhandelte freutd.i nter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen den 18 jährigen Landwirt Heinrich R. von Willofs. Er wurde des Srttlich- keitsverbrcchens an 8 Kindern unter 14 Jahren in sün vollendeten und 3 versuchten Fällen überführt erachtet, und zu einer Gesamtstrafe von 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Tas Gericht zog die Jugend und den guten Leumund, sowie die geringe Schädigung der Kinder strafmildernd in Betracht. — Sodann Ivurde der Tünck'rr Georg K. von Harbach wegen Körperverletzung zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Er war zu Harbach m einer Wirtschaft in e ine Rauferei geraten und wurde mit andern aus der Wirtschaft entfernt. Darüber geriet er in Zorn und stach mit seinem Taschenmesser um sich, wobei er einen lungen Burschen lebensgefährlich verletzte. — Ter Schreiner Johannes W. IV von Bad-Nauheim hat gelegentlich einer Festveriammlung des Kriegervereins einen von ihm angefertigten Nähkasten verlost. Er wurde wegen strafbaren Eigennutzes zu 3 Mark Geldstrafe verurteilt.
50 Kg. Schlachtgewicht 70-73 Mk.
Kg. Schlachtgew. 81—83 Pi.
17 3 „ 63-64 „
4° o Griech. Monopol.-Anl. 4*/.,% äussere Argentiner,
. 36.10,
. 95.10
. 141 50
, 105.10
. 214 00
. 194.10
. 144.10
. 161.10
. 165.00
. 139.70
. 17.40
. 191.50
. 251.50
. 248.00
. 212.30
4% Oesterr. Goldrente 4l/c% Oesterr. Silberrento 4% Umrar. Goldrente . 40/ Italien. Rente , . 4V,% Portugieser » . 30/ Portugiesen. . . . \% C. Türken . . . Tiirkenloso.....
Kriefküsteii der Redaktion.
(Anonyme Nnfragen bleiben unberttcknchtigt.l
K. in B. Der Geburtstag I. K. H. der Groß Herzogin Eleonore ist mit 17. Sevtember.
M. Frl. H e l l b e r g ist, so viel uns bekannt, vom früheren Gießener Theaterdirektor Helnr nacf) Kaiserslautern engagiert worden. Wo Frl. K e l l e r m a n n hingekommen ist, wissen wir nicht. Weiteres können wir Ihnen nicht sagen. — Der Roman „Villa Falkonieri" von Rich. Voß ist bei Jul. Engelhorn io Stuttgart als Buch erschienen.
I. L. tu D. Nach § 14 der Verkehrsordnung kann dem, Reisenden bei Platzmangel ein Platz in der höheren Wagenklasse^ überwiesen werden. Nach den bestehenden besonderen Bestimmungen' für das Zugbegleitpersonal, darf die llnterbringtmg der Reisendem in Abteile höherer Klassen als der auf der Fahrkarte verzeichneten' nur dann gestattet werden, wenn die vorhandenen Plätze der letzt»! erwähnten Klasie schon sämtlich besetzt sind, oder wenn dem Sc-; dürsnis an Plätzen für Frauen, Raucher und N i ch t r a u ch e r> aus andere Weise nicht genügt werden kann. Liegen diese Voraus-, setzungen nicht vor, so ist kein Beamter berechtigt, Reisende in eine, böHere Wagenllasse zu plazieren.'
Ans Stadt und Kand.
Gießen, den 21. Februar 1905.
** Personalien. Durch Entschließung des Ministe- trumS des Innern wurde der Gerichtsakzessist Dr. Ernst Schmitt in Groß-Gerau zum Regierungsassessor ernannt.
Lü. Dem Assistenten am chemischen Laboratorium der Landesuniversität Dr. phil. Karl Th omae aus Wiesbaden wurde die venia legendi für das Fach der Chemie erteilt.
•’ Besitzwechsel. Da§ weit und breit bekannte Gasthaus „Zum'Jagdschlößchen" in Dutenhofen ist durch Kauf an Herrn Michael Weber von Ehrenbreitstein, einen alten Bekannten des verstorbenen Besitzers, übergegangen. Der neue Besitzer gedenkt die Wirtschaft in der seitherigen Weise fortzuführen.
•• Die Theater- und Saalbaufrage soll in der /tm nächsten Donnerstag vom Bürgerverein einberufenen öffentlichen Versammlung besprochen werden. Der Bürgerverein will als solcher mit diesem Abend in keiner Richtung Partei ergreifen oder Stellung nehmen, sondern nur der Bürgerschaft Gelegenheit geben zur Aussprache über eine städtische Angelegenheit, die ihrer Natur nach vor die Oeffentlichkeit gehört. Denn selbst abgesehen von ihrer .großen Bedeutung haben doch zum mindesten die bisherigen und zukünftigen Zeichner von Beiträgen ein Recht auf tieferen Einblick in die Bedingungen des geplanten Unternehmens in den verschiedenen denkbaren Formen seiner Ausführung. Der Abend soll eingelcitet werden durch ein oder zwei kurze Referate, die sachlich und unparteisch über Entwickelung und gegenwärtigen Stand der Frage unterrichten. Im Anschlüsse daran soll ja ein ausgesprochener Freund des Saalbaues und des Theaters um Darlegung seiner Auffassung gebeten werden. Den Schluß würde die freie Aussprache bilden. Wenn der Bürgerverein selbst in dieser seiner ersten Veranstaltung unparteiisch „programmlos* bleibt, so will er doch dadurch seiner Aufgabe dienen, daß er bei der Erörterung dieser städtischen Angelegenheit unter Hintenansetzung privater Wünsche den Blick der Bürgerschaft zuoberst auf das Wohl der Stadt zu richten sucht, kommunalpolitische Dinge unter kommunalpolitischem Gesichtspunkt zu betrachten anleitet. In dieser sozialerzieherischen Aufgabe erblickt er ein ausreichendes
Reichsanleihe do.
Konsole do . .
Hessen Oberhessen
heiße Milch mit 5—6 Pastillen, sogen. Fay's echte eobener Mineralpastillen, dann ausgelöst in kleinen schlucken genommen, mirfeii äußerst günstig auf einen qualvollen pulten, und Heiserkeit. Die Schleimabsonderung ryirb ungemein gefördert und dadurch freieres Atmen und Allgemembesmden begünstigt. Aus Magen und Darm üben die Pastillen einen wohltuenden Einfluß aus. Bei Jnfluen-a-Epwennen von vorzüglicher Wirkung. Für 85 Pfg. überall zu haben, hv1/.
dacmmg zum Lcyutz des PuvlMrm's gegen nas nercnrmnntttöe» Regen- und Tau wasser anbringen möge. Es ist aber nichts ge»; sckehen. Der Passant muß sich nach wie vor gefallen lassen,, seine Kleider oder den Schirm durch das mit Staub, häufig. aber, auch mit Oelteilchen vermengte Tropfwasser verunreinigt zu sehen.' Warum wird dem berechtigten Wunsche der Bürgerschaft. nichts Rechnung getragen? Bei dem Mein-Lindener Viadukt ist eine' Schuvverdachung angebracht, und man sollte meinen, was auf! einer Chaussee außerhalb der Stadt für notwendig erachtet wurde, das müsse in erheblicherem Maße in der Stadt selbst am Platze' sein. Hoffentlich genügen diese Zeiten, um endlich eine Be-^ seitigung des Mißstandes herbeizuführen.
Einer, der beim Passieren des Viadukts schon öfter aus dem Regen in die Traufe aekonimen ist
Gin gesandt.
fftür heu Inhalt der unter dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.,
Bei der Höherlegung der Träger der Eisen bah n ü b e r- fübrung in der Lu dwigstr.atze war der Wmpch auSgc sprachen worden, daß man bei Meier Gelegenheit auch eine Ver-
Litterarisches.
** Ein Prospekt für den „Tag" liegt der heutigen NrnNmer des „Gieß. Anz." bei. Er zeigt, welche Leistungen der ^Tan" im Jllustuationsdruck auf der Rotationsmaschine erzielt. Solche Leistungen werden kaum von den großen illustrierten Zeitschriften erreicht. Zur Bestellung eines halbmonatlichen Probeabonnements dient die dem Prospekt beigefügte Bestellkarte.
Vom Kriege. ,
Kon hon, 21. Febr. Die „Moming Post" meldet .aus Schanghai: Tie Japaner erwarten in Niutschwang erneu) Angriff der Russen und errichten rasch Verteidigungswerke.
Paris, 21. Febr. Nach einer Meldung her Agence fonnation aus Petersburg verlautet dort gerüchtweise, daß Generap Grodekow zum Ober kommandierenden der manch chur sichen Ar-, mee an stelle Kuropatkins ernannt werden wll. Roftychest-- wenski soll zum Oberstkommandierenden her rupischen .Jcaiuuy streitkräfte in Ostasien ernannt sein.
veV^niichtes.
* Denkmalschändungen in Weimar und K öIn. Ein unerhörtes Bubenstück wird aus Weimar gemeldet, ^.as un vorigen Jahr in Weimar enthüllte Shakespeare-Denkmal ist nächtlicherweile durch eine schwarze, ätzende Saure ruiniert worden. Auf Ergreifung des.Täters wurde eine Belohnung von 200 Mark ausgesetzt. Eine zweite derartige Freveltat wird aus Köln gemeldet. Am Südportale des Kölner Doms wurden von den Sockeln her Statuen mehrere Ornamente von ftevelhafter Hand abgeschlagen.
* (Sin fürchterliches Grubenunglück. Aus Birmingham (Alabama) kommt folgende Meldung: In den Vir- ginia-Gniben, (Eigentum der Alabama-Steel and Wire Company, fand eine Expl 0 sio n statt, durch die 107 Personen ihr Leben eingebüßt haben sollen; viele andere sollen noch verschüttet sein. m ,
* Ein Mord wird gemeldet: In dem Paris benachbarten Orte Asnierös wurde ein gräßlicher Mord entdeckt. Tie 80 Mrrge, seit langem schon int Orte ansässige Rentnerswitwe Lebe! wurde von ihrer Wartefrau in ihrem Blute schwimmend tot auf- gefunden. Der Kopf wies zahlreiche Messerstiche auf, der ganze Körper war mit Wunden bedeckt, und der Unterleib durchs zwei Schnitte, die mit großer Gewalt geführt sein müßen, vollständig geöffnet. Da die Wartefrau ihre Herrin erst gegen 2 Uhr verlassen hatte, kann der Mord nur kurze Zeit vor 1 einer Entdeckung begangen worden sein. Tie im Zimmer befindliche Kommode ist zwar durchwühlt, die 600 Fr. in barem Gelde, die ]ie enthielt, sind jedoch nicht entwendet worden. Jii Polizeckrepen ist man deshalb der Ansicht, daß die Tat von einem Jrrftmugen beagngen wurde. Nähere Anhaltspunkte fehlen noch.
K l e i n e T a ge s ch r 0 n i k. In S a r 0 nn 0 in der Lombardei erschoß sich aus gekränktem Ehrgeiz der Buchhalter der Firnta Tarley 11. Eie., Heinrich Oechsle aus Neu-Ulm. — In dem französischen Ort Burbures bei Bethune (Pas de Calais) explodierte in der letzten Nacht vor einer Wem- wirtschast eine Spreugkartusche. Es wurden einige. Fenster zertrümmert. Tier Urheber des Anschlages, ein Minenarbeiter, wurde verhaftet. Er gibt an. er habe die Tat aus Racke verübt.
Der 5kamps'
Sport.
Concours hippique in Franksurt a. M. Auch in diesem Jahr veranstaltete der Frankfurter Renn-Klub ein zweitägiges Preisreiten und Preisspringen in der „landwirtschaftlichen Halle im Osten der Stadt. Prinz und Prinzeffin Friedrich Karl von Hessen, die in den Jahren vorher zu den ständigen Besuchern der Preisreiten gehörten, blieben wegen der plötzlich durchs den Tod des Großfürsten Sergius eingetretenen Trauer der Veranstaltung fern "Am ersten Tage stand im Mittelpunkt des Interesses die Kais-erpreis - Jagd - S pr in g-Kon kurr enz für die her Kaiser zum ersten Male einen Ehrenpreis gestiftet hatte, und die nur für Pferde offen war, die sich im Besitze von aktiven Offizieren befanden 1111h 1904 zweimal unter dem Besitzer xm Zagdfeld gegangen waren. Gegen 33 Konkurrenten errang Oblt. ftrfer v Bellersheim aut „Verlegenheit" den ersten Preis. Ter ’ zweite Tag wies einen sehr guten Besuch auf. Dre Starre her Beteiligung an den einzelnen Konkurrenzen litt am zweiten Taa darunter, daß in den Stallungeii der landwirtschaftlichen Halle 23 P f e r d e aii I n f l u e n z a erkrankten. Teii Ehrenpreis des Großherzogs von Hessen in der Reftkon- kurrenz errang illme r <
^Programm" im besseren Sinne.
** Evangelischer Bund. Am Sonntag feierte der hiesige Zweigverein des evangelischen Bundes seinen zweiten! FamiliLnabend im Neuen Saalbau. Der Vorsitzende konstituierte zunächst eine Generalversammlung iunb gab Rechenschaft über Mitglied erzähl und finanzielle Lage, die beide günstiger geworden sind. 'Die Darbietungen des Mends wurden, so schreibt man nUs, eingel'eitet durch, zwei Ehöre des Maschinenbauer-Gesangvereins unter der Leitung seines Dirigenten Gernhardt, die vortrefflich die Stimmung für den folgenden Vortrag zu wecken wußten. Pfarrer Strobel-Frankfurt a. M.-Bockenheim sprach daun über „Paul Gerhardt, die Frühlingslerche auf dem Saatfelde der Reformation." War Luther die Wittenberger Nachtigall, so könne man Paul Gerhardt die Frühlingslerche auf dem Saatfelde der Reformation nennen, lieber all war her Same der Reformation aus- gestreut worden, aber die junge Saat mußte die Unbill des 30jährigen Krieges ertragen. Das evangelische Kirchenlied hat diese Stürme überdauert, und das war besonders das Verdienst von Paul Gerhardt. 1607 in Gräfenhainichen in Sachsen geboren, besuchte er später die Schule in Grimma, dann die Universität Wittenberg. In den unruhigen Kriegszeiten wird er mit 36 Jahren Hauslehrer in Berlin. Hier verlobt er jich miit der Tochter des Hauses, doch muß er noch 9 Jahre warten, bis er sie heim führen kann. Endlich, 1652, wird er Pfarrer in Mittenwalde, bis ihn ein ehrenvoller Ruf an die Nikolai-Kirche in Berlin erreichte. Doch zwang ihn schon 1667 ein Konflikt mit dem reformierten großen Kurfürsten, sein Amt niederzulegen, um als guter Lutheraner sein Gewissen nicht zu vergewaltigen. Froh und fröhlich ergriff er den Wanderstab, kommt 1669 nach Lübben, wo er 70jährig tun 7. Juni 1676 stirbt, nachdem ihm schon seine treue Frau und alle Kinder bis auf eines in den Tod vorangegangen waren. Unzählig fast sind die Lieder, die wir dem Gottesmann verdanken; mit ihm beginnt der Subjektivismus auch im Kirchenlied, d. h. der Ausdruck des persönlichen Empfindens gegenüber den .Heilstaten Gottes. Der Redner führte die Versammlung hindurch durch all die reichen, kostbaren Schätze, die wir in Gerhardts Liedern besitzen; von Advent an („Wie soll ich Dich empfangen") begleiten wir ihn über Weihnachten („Ich steh an Deiner Krippe I)ier") bis nach Golgatha („O Welt, sieh hier dein Leben" und „O Haupt voll Blut und Wunden"). Die Beziehungen gerade dieses letzten Liedes zur Nwtthäuspajsion von Joh. Seb. Bach sind ja bekannt. Zu diesen Liedern gesellen sich noch Oster- und Psingstlieder, aber weniger geläufig. Und wie herrlich sind die Lieder, die Familie u.nd Haus und die Natur betreffen: das Morgenlied : „Wach auf. mein Herz und singe", das Abendlied: „Nun ruhen alle Wälder" (Schillers Lieblingslied). All- aemein bekannt sind weiter der Preis der Ehre: „Wie schön ist's doch, Herr Jesus Ehrist^, oder die Lieder: „Geh aus mein Herz und suche Freud", und „Die güldne Sonne voll Freud U.nd Wonne" usw. In Zeiten der^ allergrößten persönlichen Not aber sang P. G. sein wundersames „Befiehl Du Deine Wege". — Reicher Beifall lohnte den Redner. Darauf erfreute Frau Pros. Rahn die Versammlung durch den vollendeten Gesang einiger Lieder und erwarb sich durch ihre Kunst den herzlichen Tank aller Anwesenden. Nachdem auch der Maschinenbauer-Gesangverein durch den Vortrag einiger Volkslieder und besonders einer reizenden Komposition seines Dirigenten: „Im Buseckerta'l" betitelt, noch einmal schöne Proben seines Könnens abgelegt hatte, konnte der Vorsitzende den woblgelungeneu Abend mit einigen Worten des Dankes schließen.
r Mainz, 20. Febr. Im hiesigen Hafen sind in her verflossenen Nacht zwei Matrosen, die gemeinsam ihre Schiffe aufsuchten, ins Wasser gestürzt; beide sind ertrunken. Obwohl man ihren Sturz in das Wasser wahrnahm und alsbald Rettungsversuche machte, war eine Bergung nicht mehr möglich. Heute morgen wurden die Leichen geländet. — Zu der am 9. Mai stattfindenden Schillerfeier ist jetzt das Pro» grannn zusamniengestellt. An der Ovation vor dem Schlller- denkmal werden sich 20 Gesangvereine beteiligen, die sich auch am Vorabend dem Fackelzuge anschließen. Bei der akademischen Feier in her „Stadthalle" wird der Stadtverordnete Juftizrat Dr. Horch die Festrede halten. Die Leitung des umsikalischen Teiles bei der Feier hat Hofrat Steinbach übernommen, der bereits jetzt Proben abhält.
Brotpreise in Gießen
Weißbrot 2 Sxg. 52 Plg. ecbivarzbrot 2 Kg. 48Pßi.
Neueste Meldungen.
R. B. Darmstadt, 21. Febr. Die zweite Kammer begamt1) heute unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Tr. Schmitt die,' Beratung des I u st i z e t a t s. Eine längere Debatte entspann sich nur bei Kapitel „Oberlandesgerichtsrät e", bei welcheml der Ausschuß die von der Regierung g forderten zwei neuen?' Oberlandesgerick-Lsratsstellen wieder zu streichen beantragt Ter Justizminister trat m längeren Ausführungen für die Bewilligung > dieser Forderungen ein, während Abg. Dr. Gutfleif ch die» Zwecklosigkeit dieser Forderung darlegte. Nachdem Abg. Tr. B u ff! für die Bewilligung der Regierungsforderung eingetreten warZ. vertagte sich das Haus um Vs2 Uhr auf morgen früh 9 Uhr. 1
Berlin, 21. Febr. Ueber die Ausnahme der Nachricht' von dem Bomben-Attentat auf den Großfürsten Sergius durch den Zaren erzählte Prinz Friedrich Leopold, daß! er sofort nach Bekanntwerden des Attentats dem Zaren durchs einen Adjutanten fein Beileid aussprechen ließ und von dev>, an ihn ergangenen Einladung zur Familientafel Abstand nehmen wollte. Der Zar ließ dem Prinzen daraufhin sagen, er bitte ihn, trotz des Trauerfalles zu erscheinen. An der Tafel nahmen der Zar und die Zarin-Mutter teiL’ während die Zarin nicht anwesend war. Gegenüber.^ der Bestürzung, die sich der Offiziere des Hofes bemäch-j tigt hatte, war der Zar auffallend ruhig. , Er! war sehr ernst und machte aus feinem Schmerz keinen j Hehl, unterrichtet sich aber wie sonst eingehend über! jede der zahlreichen Tagessragen. Die Tafel rourhej nicht eine Minute früher als vorgesehen, das heißt zu, der für die Abreise des Prinzen bestimmten Zeit mifgehoben.>
Paris, 21. Febr. Aus Petersburg wird gemeldet: Ein Mgesandter des Generals Smirnow sei in Petersburgs eingetroffen. ^Derselbe überbrachte dem Zaren einen ^Brief des Generals, welcher heftige An kl aaen ge gen Stö sseL, erhebt. General Smirnow versichert darin, Port Ar t b.urS hätte ganz- gut sich noch einen Monat, vielleicht! gar noch 6 Wochen halten und den Japanern .noch(> große Verluste verursachen können, ferner, daß der Kriegs-" rat einstimmig beschlossen hätte, den Widerstand fortzw-! setzen, daß aber Stössel durch den Told des Generals Kow-> dratenko einen altzn ernsten Verlust erlitten hatte unty infolgedessen hei Uebergabe der Festung verfügte.
Petersburg, 21. Febr. Die Zarin ist nicht, wie im Auslande behauptet wird, erkrankt, doch hat die surcht-i bare Katastrophe in Moskau sie sehr ergriffen. Da sie selbst den kleinen Thronfolger stillt, trat infolge der Aufregung der letzten Tage eine leichte Störung in der Gesundheit des Säuglings ein. Professor Korwin wurde nach Zarskoje Selo berufen, doch ist der Fall durchaus nicht ernst. Von den weiblichen Mitglieder des Zarenhauses ist noch niemand nach Moskau gereist.
Petersburg, 21. Febr. Die Nachricht, daß der Zar nach Kopenhagen zu gehen gedenke, dürfte nicht richtig sein, denn es ist bekannt, daß er den Sommer^ über in Zarskoje Selo verbleiben und nicht nach Peterhof übersiedeln wird.
Fleischpreise in Gießen
Frankfurt a. M., 20. Febr.
zwischen Metzgern und Viehhändlern hat nunmehr die der Innung nicht angehörigen Metzger bewogen, zu einer sie empfindlich berührenden Frage Stellung zu nehmen. In einer Versammlung, welche von diesen abgehalten wurde, besprach man die von den Händlern aufgehobene Währschaft für Tuberkulose. Rechtsanwalt Dr. Wurzmann erklärte, daß ein gesetzwidriges Verhalten des Viehhändlervereins in der Aufhebung der Währschaft nicht liege. Da aber die Befürchtung naheliege, daß durch die Aufhebung der Währschaft ungesundes Bieh auf den Markt komme, so könne der Magistrat immerhin einschreiten. Schließlich wurde beschloffen, den städtischen Behörden eine Resolution zu unterbreiten, in der ausgesprochen wird, die Versammlung der Frankfurter Metzgermeister sei der Lieber» zeugung, daß durch den Ausschluß der gesetzlichen Währschaft dem Bestreben, krankes Vieh auf den hiesigen Markt zu bringen, Vorschub geleistet werde. Sie beauftragt ihren Vorstand, den Magistrat als Eigentümer des Schlacht-und Viehhofs, sowie die Stadtverordneten-Versammlung zu ersuchen, den Mitgliedern des Viehhändlervereins den Eintrieb von Vieh zum Verkauf an die hiesigen Metzger nur bann zu gestatten, wenn jener Beschluß aufgehoben wird.


