Ausgabe 
23.9.1905 Zweites Blatt
 
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Ed)treine in Frankfurt 7475 (Ochsen), 8488 (Kälber), 70 (Schweine), in Gießen 7080, 7074, 7080; am 10. Jutt 1905 in Frankfurt 7173, 8287, 70, in Gießen: 7080, 7074, 7080; am 17. Juli 1905 in Frankfurt: 7476, 8287, 7071, in Gießen: 7080, 7074, 7080; am 24. Juli 1905 in Frankfurt: 7580, 8185, 7172, in Gießen: 7080, 7074, 7080; am 31. Juli 1905 in Frankfurt: 7580, 8185, 7273, in Gießen: 7080, 7074, 7080; am 7. August 1905 in Frankfurt: 7580, 8387, 74, in Gießen: 7282, 7074, 7080; am 14. August 1905 in Frankfurt: 77 80, 8690, 75, in Gießen: 7282, 7080, 7080; am 21. August 1905 in Frankfurt: 7780, 8690, 75, in Gießen: 7282, 70SO, 7686; am 28. August 1905 in Frankfurt: 7779, 8690, 75, in Gießen: 7282, 7080, 7686; am 4. Sevt. 1905 in Frankfurt: 7880, 8690, 75, in Gießen: 7282, 7080, 7686; am 11. Sept. 1905 in Frankfurt 7882, 8690, 75, in Gießen 7282, 7080, 7686; am 18. Sept. 1905 in Frankfurt 7882, 8690, 75, in Gießen: 7282, 7080, 7686.

Das Schweinefleisch sei um 9 Proz. im Preise gestiegen.

Der Rechner der Ortskrankenkasse, Fourier, habe am 7. d. Mts. ein Schreiben eingereicht, worin die Stadtver­tretung um Stellungnahme zu der Fleischfrage gebeten wird, und der Verein der Gastwirte habe dasselbe getan und ge­beten, die Stadtverwaltung möge für die Aufhebung der Grenzsperre eintreten. Die Gastwirte hätten unter der Teuerung zu leiden, da es wegen der Konkurrenz nicht jedem Gastwirt möglich sei, die Preise zu steigern.

Inzwischen habe, so führte Oberbgm. Mecum aus, eine Vereinigung der sozialpolitischen und der Finanzkommission getagt, und es sei darin beantragt worden, wie viele süd­deutsche Städte, so solle auch die Stadt Gießen für ihre Be­völkerung einmal in der Woche Seeslsche beziehen. Da aber geltend gemacht worden sei, es muffe auf die hiesigen Fisch­händler Rücksicht genommen werden, denen die Stadt keine Konkurrenz machen möge, so sei man übereingekommen, die Fischhändler aufzufordern, die Stadt in ihren Bemühungen zu unterstützen. Ferner schlägt die Kommission vor, für die Oeffnung der Grenzen für gesundes Schlachtvieh bei der Regierung zu petitionieren. Dagegen sei von der Aufhebung des Oktrois abzusehen, weil die städtischen Finanzen sonst in eine heillose Verwirrung geraten müßten. Der Ausfall der städtischen Einnahmen hierdurch würde nämlich 6 Proz. der Steuern betragen!

Stadtv. Krumm führte au§, daß er von Petitionen nicht viel halte. Die Regierung würde nicht darauf ein» gehen, weil ihre Politik ja darauf gerichtet war, die Lebens­mittelpreise zu verteuern, angeblich um berechtigte Interessen der Landwirtschaft zu vertreten. Diejenigen, die in dieser Politik Mithilfe geleistet hätten, bränchten sich jetzt über das Resultat nicht zu routrbern. Man möchte vielmehr für die Zukunft die Augen besser aufmachen. Die wichtigsten Lebens­mittel, nicht nur Fleisch, seien in unerträglicher Weise teurer geworden: Eier, Butter, Milch, Obst und Hülsenfrüchte. In den letzten 10 Jahren seien solche Teuerungen nicht vorge­kommen. Der arme Mann befinde sich in der schwierigsten Lage. Von der Regierung sei festgestellt worden, es gebe keinen Fleischmangel. Er, Krumm, gebe zu, daß Fleisch ge­nug da sei; für denjenigen nämlich, der Geld genug habe, die hohen Preise zu zahlen. Wa§ die Fischversorgung an» lange, so bezweifle er, daß die paar Händler imstande seien, unseren Bedarf zu decken. Wenn man diese Leute erst ein­laden müsse, die Zeit der Teuerung zu benutzen, um Ge­schäfte zu machen, dann seien es die Leute nicht, uns zu helfen. Er sei der Ansicht, die Stadt solle es auf sich nehmen, an einem oder 2 Tagen in der Woche einen Fisch­verkauf zu veranstalten. Es gehe nicht an, wegen ein paar Existenzen das Wohl der Gesamtheit in Frage zu stellen. Die Abschaffung des Oktrois sei eine unumgängliche Not­wendigkeit. Es stehe nun auch eine Milchteuerung vor der Tür, und es sei unerhört und ungehörig, daß nun Alle auf einmal kämen, um die wichtigsten Lebensmittel zu verteuern. Diesen fortgesetzten planmäßigen Preissteigerungen gegenüber hätten Resolutionen keinen Wert; sie seien Strohfeuer, Messer ohne Stil. Der Vorschlag der Finanzdeputation befriedige ihn nicht; die Stadt müsse dafür sorgen, daß wirklich etwas geschehe. Er hoffe, daß aus der Versammlung heraus andere Vorschläge gemacht würden.

Stadtv. Schmalk tritt diesen Ausführungen scharf entgegen Diese ganze Rede sei nur ein Schlag ins Wasser 'gewesen. Die Kommission habe sich auch die Köpfe zer­brochen, was am besten zu tun sei und sei gewiß willens gewesen, alles zu tun, was in ihren Kräften stehe, um die Fleischteuerung beseitigen zu helfen. Mein sie fei nicht in der Lage, mehr zu tun, als in dem Vorschlag beabsich­tigt werde. Herr Krumm habe von einemMesser ohne Stil" gesprochen; er könne gar nicht sehen, was damit gesagt werden sollte. Wenn mir das Oktroi aufheben wollten, dann mußten wir unsere städtischen Einnahmen auf eine andere Weise decken, und wie Herr Krumm sich das denke, habe er noch nicht gesagt. Seine Ausführungen seien ein Strohfeuer gewesen, ohne irgend einen gangbaren Weg an­zugeben. Diese Nörgeleien ohne Zweck hätten gar keinen Sinn Der Oberbürgermeister habe in lobenswerter Weise statistisch bewiesen, daß die Fleischguantität nicht zurück­gegangen sei; die Versanrmlung sei machtlos, etwas zu tun, um billigere Preise zu erzielen. Herr Krumm stelle Anforderungen, die nicht zu erfüllen seien, und rede ohne Zweck und Ziel. Er nehme es ruhig auf sich, daß die Mitteldeutsche SonntagSzeitung" ihn nun wahrscheinlich für seine Aeußerungen tüchtig vermöbeln werde. Die Kommission habe nach bestem Wissen und Gewissen ihre Pflicht getan und die einzig mögliche Vorlage gemacht. Der Ausfall durch das Oktroi würde 40 000 Mk. betragen, und diese 6 Proz. der Steuer könnten doch nicht auf andere Art eingebracht werden.

Stadtv. Tr. Gut fleisch: Wir können die wichtige Frage der Teuerung unserer Lebensmittel nicht lösen; sie ist "in ein falsches Fahrwasser gekommen. Im Reichstag ist die Angelegenheit entschieden worden, indem eine agra­rische Mehrheit darauf Bebaut war, die Preise zu erhöhen, angeblich, weil cs nötig ]ei, daß die Landwirtschaft besser prosperiere. Aus Debatten über diesen Gegenstand komme nichts heraus: jeder habe in dieser Frage schon seine Mein­ung. Es heiße nur, bei den künftigen Reichstagswahlen den richtigen Standpunkt einzunchmen. Das wird dann viel­leicht einen langjährigen Prozeß der Besseruna herbei­führen« den viele von uns nicht mehr erleben werden. Eine

Eingabe an das Reich oder cm unsere hessische Regierung fei voraussichtlich ganz nutzlos: die bisherigen Aeußerungen Podbielskis bewiesen dies. Immerhin wird ein bescheidener Wunsch, eine Demonstration Wirkung haben, wenn er auch ohne praktischen Nutzen bleiben wird. Was die Oktroifrage anlange, so freue er, Gutfleisch. sich, wenn der Tag der Be­seitigung gekommen fein werde. Es gehe aber nicht an, das Oktroi, das wir seit 10 Jähren haben, auf einmal heute aufzuheben, mitten int Jahr, wo die Steuer schon festgesetzt ist. Ein Preisabschlag der Lebensmittel würde auch gar nicht so ohne weiteres eintreten. Selbst wenn die Regierung zur Abschaffung des Oktrois ihre Genehmigung erteilen würde, was aber wahrscheinlich nicht der Fall sein würde, ginge es nicht 'a:n, eine solche Maßnahme ganz plötzlich zu treffen. Es müsse der richtige Zeitpunkt abgewartet werden, nämlich die Beratung des nächstjährigen Haushal- tungsvoranschlags im nächsten Februar. Die Fleischteuer­ung würde bis 'dahin leider andauern, ja, noch zunehmen. Er, Gutfleisch würde sich freuen, wenn Herr Krumm seinen Antrag auf Aufhebung des Oktrois zurückzöge. Wir wollen als praktische Männer, die nicht vergeblich arbeiten wollen, unter allem Vorbehalt für später, heute die Mschafsung des Oktrois nicht beschließen, aber mit der Annahme des Vorschlags der Kommission wenigstens eine demonstrative Wirftmg er­zielen, zumal in einer Zeit, wo auch die Landwirtschaft uns ihre Wünsche so laut entgegenschreit.

Stadtv. Krumm, der offenbar über die energischen Ausführungen seines Kollegen Schmall nicht erbaut war, ergriff nochmals das Wort. Auch er sei der Meinung, daß die Annahme einer Resolution keinen praktischen Erfolg verspreche. Er erkenne auch die Gründe von Dr. Gut- fteisch an, daß die Mschaffung des Oktrois jetzt nicht an­gehe. Ich habe mich aber, so fährt er fort, wieder einmal an eine Kommission gewagt, in der Herr Schmall sitzt. Der bezeichnet nun meine Rede als einen Schlag ins Wasser. Nun, ich habe mich nie befleißigt, inhaltslose Reden los­zulassen. wie cs öfter von Seiten des Herrn Schmall ge­schieht Wenn Herr Schmall glaubt, daß dieMitteldeutsche Sonntagszeitung" unbedingt gegen ihn das Wort ergreifen würde, so schätze er seine Persönlichkeit sowohl wie seine Reden zu hoch ein.

Stadtv Krumm bemerkt daun noch, daß er ifter die Abschaffung des Oktrois auch nur wenige Worte gesprochen habe, daß er es aber für unrecht gefunden habe, daß die Stadt es gänzlich den Fischhändlern überlassen wolle, ihre Bewohner mit Seefischen zu versorgen. Hier mußte Hr. Krumm seine Ausführungen berichtigen lassen, indem Oberbgm. Mecum ihm vorhielt, daß die Stadt keineswegs beim Seefischmarkt untätig bleiben wolle. Der Antrag gehe vielmehr dahin, die hiesigen Fischhändler zu einer Besprechung einzuladen, worin über ihr gemeinsames Vor­gehen mit der Stadt verhandelt werden solle. Damit erklärte dann Stadtv. Krumm sich einverstanden.

Stadtv. Schmall richtete darauf noch scharfe Worte an die Adresse des Hm. Krumm. Warum er denn nicht in der Sitzung der sozialpolitischen Kommission, zu der er eingeladen war, anwesend gewesen sei, um seine Weisheit loszulassen? Jetzt komme er mit Bekrittlungen, die Aufsehen machen sollten, ohne der Sache selbst auch nur im geringsten positiv fortzuhelfen und einen anderen Weg anzugeben. Er verbitte sich die Aeußeruna. daß er, Schmall, inhaltslose Reden halte; er tue seine Pflicht, und es wäre ihm leid, wenn er in Versammlungen so leeres Geschwätz verbreiten würde, wie es oft von anderer Seite geschehe. Doch mit diesen Bemerkungen habe Krumm nur eine Retourchaise ans seine berechtigten Vorhaltungen machen wollen. Er wiederhole es, die Ausführungen Krumms seien nur ein Schlag ins Wasser gewesen.

Stadtv. Haubach unterstützt die demonstrative Reso­lution und erklärt, nachdem er noch auf die Oktroiabschaff­ung eingegangen war, die er auch noch im nächsten Jähr sich sehr überlegen wolle, sich ebenfalls für die Einrichtung des Fischmarktes unter Mithilfe der Stadt.

Oberbgm. Mecum konstatiert danach, daß die Ver­sammlung mit den Vorschlägen der Kommission einver­standen ist. Die Resolution, für die Oeffnung der Grenzen cinzutreten, wird angenommen, und ferner wird ein Kredit von 7800 Mk. bereitgestellt für den Fall, daß die Verhandlungen mit den Fischhändlern innerhalb acht Tagen zu keinem Ergebnis führen, damit die Stadt alsdann allein die Cache in die Hand nehmen könnte.

Es wurden darauf einige Dispensgesuche ver­handelt. Das Gesuch des Ph. Horn für die große Mühl- aasse wurde genehmigt; ebenso dasjenige des K. Schmidt für den Selttrsweg wegen der 'Anlage von Fenstern und eines Balkons, der nicht mehr als 50 Etm. Auslage haben darf. Die Anbringung eines Schaufensters in dem engen Flur des Hauses, der den einzigen Ausgang aus dem Ge­bäude bildet, bezeichnet Oberbgm. Mecum als unzulässig wegen der Gefahr, in der beim Ausbruch eines Brandes die Bewohner des oberen Stockwerkes sich befinden würden. Er müsse die Verantwortung dafür ablehnen.

Louis Becker erhält für den alten Steinbacher Weg den nachgesuchten Dielens wegen der Erbauung zweier Treibhäuser außerhalb des Ortsbaustatuts. Louis Hell­mold will in der Schwarzlach dem Bahndamm entlang eine Reihe von Häusern erbauen. Das Gesuch wird nicht genehmigt, weil zuerst die Straßen, die ins Freie führen, fortgesetzt und ausgebaut werden sollen.

Tie Mtienbrauerei Gießen will das Gebäude Ka­tz l a n s g a s s e 10 rückwärts verlegen und benötigt dazu einen Teil des dahinter liegenden Flutgrabens, der ihr für 30 Mk. pro Quadratmeter über lassen werden soll. Der Kauf bezw. Tausch sowie ein Dispens werden der -Aktien­brauerei genehmigt.

Das Gesuch des K. Häuser für Riege ltzfad 22, wo er zwi­schen ein Vorder- und ein Hinterhaus noch ein zweites Hinttr- Gesuch 'bedeutet, so wurde festgestellt, eine Ausnutzung eines Grundstücks, wie sie hier kaum jemals dage­wesen ist. Die Versammlung konnte indessen nur be­schließen, daß das Hinterhaus zeitlich nicht vor dem Vorder­haus erbaut werden darf.

Für die Erbauung der Irrenanstalt an der Licherstraße werden im voraus die erforderlichen Dispense erteilt Der Bau des Pförtnerhauses ist bereits in An­griff genommen.

Tie Einsprüche von Bischofs und Appel gegen den F l u ch t l i n i e n p l a n für die Wilhelm st raße zwischen Ludwig- und Ebelstraße werden abgelehnt. Der Plan sieht eine Vorgarttnbrcitt von 8 Metern vor; die beiden Herren wollten eine Breite von 5 Metern.

An der Licherstraße vor der Lanömcnmstraße wird, nachdem die Versammlung dies genehmigte, die Stadt drei kleine Bauplätze versteigern. Stadtv. Ebel nimmt hierbei Veranlassung, seinen bodenreformerischeu Standpunkt zu betonen, da es sich aber um kleine, un- zusammenhängende Grundstücke handelt, erhebt er feinen Einwand

Es hat sich nachträglich herausgestellt, daß da^_ zur Universitätsbibliothek eingezogene kleine Stück Gelände, der frühere Sttphanswea (14,7 Quadratmeter) der Stadt gehörte; die Stadt tauscht nun dafür ein Stück Gelände an der Gabelung der Kepler- und Bismarckstraße dafür ein.

Tas Gesuch des H. W i n n um Erlaubnis zur Ueber- brückung des Stadtbaches int Zuge der großen Mühlgasse wird genehmigt. Es soll ein nicht mehr als 1 Meter breiter Fußsteig werden, für den eine jährliche An er kennungs gebühr zu zahlen ist von einer Mark.

Die Herstellung eines schienen fr eien Neber» gangS über die Eisenbahn im Zuge der Frank­furt er Straße ist ein Projekt, das vor einiger Zeit schon bekannt geworden ist. Es sollte sich darum handeln, die Liebigstraße auf ihrer höchsten Steigung durch das Gebiet der alten Kliniken einzuschwenken, um, ansteigend, über die Bahn hinweg und an einer anderen Stelle als bisher auf die Frankfurterstraße zu treffen. Auf der anderen Seite würde die Liebigstraße durch das Gebiet der katholischen Kirche weitergeführt werden müssen. Der Nachteil dieses Projekts wäre, daß der seitherige gerade Fuhrverkehr durch die Frankfurterftraße künftig sehr umständlich werden würde. Die Eisenbahn, die ein Interesse an der Bahn hat, würde wohl einen großen Teil der Kosten tragen, aber trotz der Geländeerschließungen, die die Stadt durch das Projekt machen würde, würde sie schließlich doch noch ca. 120000 Mark Kosten dafür aufzubringen haben. Das Projekt wird einstimmig abgelehnt. Die Frankfurterstraße und der Blick von ihr in die Stadt würde durch das Projekt verun­staltet werden. Oberbgm. Mecum bemerkte zwar, daß voraussichtlich die Bahnbehörde später mit einer lieber« führung der elektrischen Straßenbahn über die Geleise nicht einverstanden sein werde, aber sie wird, wie Stadtv. Gabriel an der Hand der neuen Eisenbahnbetriebsordnung nachwies, wenn die nötigen Schritte getan werden, der Stadt Entgegenkommen zeigen können und müssen. Gs sind viel Beispiele ähnlicher Fälle vorhanden. Uebrigens gibt es, wie Oberbgm. Mecum ausführte, auch andere Wege, mit der Elektrischen oder mit Automobilomnibusse in die Frankfurter- straße hinaus zu kommen.

Für die Entwässerung der Straße neben der Veterinär­klinik werden 225 Mark bewilligt. Die Arbeiten werden freihändig an die Firma Jäger u. Rumpf übergeben.

Der Eintritt des Fabrikanten Throm in das Pacht­verhältnis der Gemeindejagd wird von der Versamm­lung genehmigt.

Bekanntlich erhalten die unbemittelten Kinder der Volks­schule freie Lehrmittel. Am Ende des Schuljahres müssen die Schüler die ihnen überlassenen Bücher, sofern sie noch brauchbar sind, zurückgeben, damit sie anderweitig ver­wendet werden können. Die Kosten betrugen seither 824 Mk. Wenn nur neue Bücher ausgegeben werden, was gestern au§ sanitären Gründen beantragt wurde, entstehen 221 Mk. Mehr­kosten. Stadtv. Haubach meint, die gesundheitliche Vor­sicht gehe zu weit; man möge die 221 Mk. sparen. Auch Stadtv. Löb er ist dieser Meinung und bemerkt, die Kinder könnten durch die Pflicht der Ablieferung dazu erzogen werden, ihre Bücher in gutem Zustande zu erhalten. Stadtv. Jann teilt ebenfalls die Haubach'sche Ansicht, verweist aber doch daraus, daß die häufigen Neuauflagen der Schulbücher, die ost nur ganz unwesentliche Aenderungen enthalten und aus geschäftlichen Interessen veranstaltet werden, doch ost eine längere Beibehaltung der alten Bücher schwierig machen. Stadtv. Schmall ist für den Antrag des Schulvorstandes, die Mehrkosten zu bewilligen. Der Betrag sei im Hinblick auf die nicht gering zu schätzenden gesundheitlichen Gefahren unwesentlich. Gerade die Kinder hätten zum größten Teil die Gewohnheit, die Finger am Munde zu näffen und damit in den Büchern zu blättern.

Die Versammlung ließ aber die Sparsamkeit sprechen und lehnte den Antrag ab.

Außerhalb der Tagesordnung wurde die Kabellegung von der Moltkestraße bis Großer Steinweg ge­nehmigt.

Folgende Wirtschaftskonzessionsgesuche wurden genehmigt: des Heinr. Rusch für Kanzleiberg 5, des Jakob W Örn er für Westanlage 64, des Karl Leven für Aster­weg 7, des Hein. Blum III. für Licherstraße 57, des Friedr. W. Schmidt für Bahnhofstraße 77 (Hotel Viktoria), des Herrn Sehrödel für Wolkengaffe 27 (Weinhandlung Schott), des Friedr. Kahle für Wetzlarerweg, des Franz Buch­berger für Riegelpfad 35, des Karl Textor für die Liebigshöhe, des Heinr. Buß für Neuen Saalbau.

Damit war die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erschöpft.

Märkte.

Gieße«, 23. Sept. Marktb ericht. Aus heutigem Wocbeumarkt kosteten: Butter pr. Pkd. 1.001.10 Mk., Hühnereier 1 St. 78 Psg. 2 Stck. 00OOPfg., Gänseeier 15OO Pfg., Enteneier 67 Pfg., Käse vr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 56 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tanbenpr.Paar0,80-0,90Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Halme pr. Stück 0,80-1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse nr. Pfd. 7000 Pfg., Ocbsenfleisch pr. Pfd. 7282 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7686 Pfg Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5076 Pfg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,006,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel ver ZenMer 7 bis 10 Mk., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 5060 Pfg., Zwetschen per Zentner 46 Mk., Birnen per Zentner 8 bis 10 Mk. Weißkraut 0.100.15 Mk. Marktzeit 82 Uhr.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

September

1905.

Barometer aut 0° reduziert

Temperatur der Lltst

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

22. 2

748,9

14,9

6,7

53

ENE

4

Sonnenschein

22. 9

7492

10,2

7.0

76

NE

2__

Bed. Himmel

23.! 72*

746,4

8,2

6,7

82

ENE

2

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1

Höchste

Temperatur a

n 21.'

-22.

Septem

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