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21.7.1905 Zweites Blatt
 
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Meld, unter 04802 an An,, erbeten.

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altert Witwe ohm hl Stelle im daushatt nick halbe Tage. Neid, unter 04803 an In,, erbeten.

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Zweites Blatt

155. Jahrgang

p^chetnt lLgii- mit VuSnahrne drS Sonntags.

Die »Gietzener $mitlHenblälter* werden dem .Vnzetge, viermal wöchentlich betgelegt. Der Etzeiflich, £0HÖU>trt* erfcheüu monatlich einmal

Giehener Anzeiger

Freitag 31. Juli 1905

Stolatümßbrud und Verlag bet DrÜb-lch« Univ erst tätödrnckerei. BL Lang«, Bietzeo.

Redaktion,Expedition «.Druckerei: 8chu!str.f.

Tel Str. 6L Telegr.-Adr., vn-cig« vietz«.

General-Anzeiger, Amt;- nnd Anzeigeblatt für den Kreis Giehen.

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Deutsches Reich.

Berlin, 20. Juli. Man meibct aus der nordschwedi­schen Hafenstadt Nvlanbe DieHostenzollern" traf gestern vor Nyland an. Das Wetter war gestern recht wechselnd. Heute unternahm der Kaiser auf einem gemieteten Dampfer eine Fahrt den Angermannelf hinauf. Auch heute ist das Wetter sehr zweifelhaft. An Bord ist alles wohl.

Man heilt es für ausgeschlossen, daß der Kaiser nach Kopenhagen kommen wird, während das den +***- Beschwader dort ankert.

s Kronprinz en paar ist heute von Aarhus d in See gegangen.

f das von den Abgg. v. Kardorff, v. Normann, asche usw. eingereichte Gesuch um Begnadigung des früheren Neichskommissars Dr. Karl Peters hat der Kaiser die Rechtsfolgen des gegen Dr. Peters ergangenen Erkenntnisses des DisziplinarstofcS vom 15. Rov. 1897 in Bezug auf Verlust des Titels aufgehoben. Dem weiteren Anträge auf Bewilligung einer Pension konnte nicht stattgegebcn werden, da eine Uebernabme auf die ordentlichen Pensionsfonds nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich war, die Gewährung einer Pension aus dem kaiserlichen Dispositionsfonds bei der Reichshauptkasie aber grundsätzlich nur im Falle vorliegender Bedürftigkeit erfolgt. Gestern fand eine Protest Versammlung der Berliner Fleisch ermeister und Gesellen gegen die Fleischteuerung statt, in der eine Resolution gefaßt wurde, die von der Negierung die Aufhebung der Grenzsperre für Vieh fordert, um die große Fleisch­not, durch die Tausende von Fleischergesellen und Meistern existenzlos geworden sind, zu beseitigen.

Köln, 20. Juli. Gestern abend fanden sechs zahlreich besuchte Volksversammlungen statt, in welchen die gegenwärtige Fleisch teuer ung und die Mittel zur Her­beiführung ^normaler Verhältnisse besprochen und beschlossen wurde, das Stadtverordnetenkollegium zu ersuchen, durch den Oberbürgermeister die Initiative zur Aufhebung der Grenzsperre zu ergreifen. Außerdem wird das> Stadtverordnetenkollegium ersucht, die Fleischversorg­ung der Stadt durch die Stadtverwaltung zu organisieren, wie es durch die Stadtverwaltung Wien in letzter Zeit mit gutem Erfolg geschehen ist.

Kiel, 20. Jüli. Der Groß Herzog und die Groß­herzogin von Hessen, sowie Prinz Heinrich be­gaben sich heute von Hemmelmark nach Hamburg, von wo iyeute abend 11 Uhr das Großherzogspaar nach Wolss- garten und Prinz Heinrich nach Hemmelmark zurück- kehrten. Prinzessin Heinrich begab sich heute abend mit den Prinzen Waldemar und Sigismund zu mehrwöchigem Aufenthalt nach Igels in Tirol.

M ü n st e r (b. Hannover), 20. Juli. VoM hiesigen Trup­penübungsplatz wird am 22. Juli eine neue Feldzugs­kompagnie in Stärke von 300 Mann nebst Pferden zur Einreihung in das Expeditionskorps in S ü d w e st a fr i k a ab gehen.

Stuttgart, 20. Juli. Wie derSchwäb. Merkur" meldet, wird die Erledigung der Verfapungsreform auf den Herbst verschoben. Der Landtag wird zu Anfang der nächsten Woche vertagt.

Die Verfassun gskommission erledigte heute ln zweiter Lesung die Verfassungsvvrlage. Angenommen wurde ein Antrag Hieb er, daß in die zweite Kammer die 17 Zusatzabgeordncten durch Verhältniswahl für das ganze Land berufen werden sollen. Ferner wurde der Be­schluß, die Stichwahl nach dem ^Antrag des Zentrums durch die relative Mehrheit zu ersetzen, aufgehoben und beschlossen, die Stichwahl in der bisherigen Weise beizu­behalten. Älnschließend hieran teilte Ministerpräsident v. Breitling mit, daß der Landtag unter diesen Um­ständen am Montag vertagt und voraussichtlich im Oktober zur Erledigung der Verfassungsrevision wieder einberufen werden wird.

Fürth, 20. Juli. Nach den bis zur Stunde vorliegen­den Resultaten der R e i ch s t a g s n a ch w a h l im 2. Wahl­bezirk Erlangen-Fürth ist der Sieg Barbecks (fr. Vp.) gesichert mit bisher 500 Stimmen Mehrheit. Etwa 20 Ortschaften, die für Varbeck günstig sein müssen, stehen noch aus.

Leer und Ilotte.

Ein'tzena bz eichen für den Flotten- Verein. Seitens der Mitglieder des Deutschen Flotten- Vereins war mehrfach der Wunsch geäußert worden, daß neben dem vom Kaiser genehmigten Vcreinsabzeichen (Radel, Hänger, Brosche) und neben dem Vereinsstander noch ein Abzeichen geschaffen werde, das an der Mütze zu tragen ist und dazu dienen soll, daß sich die Mitglieder beim Segeln, bei Reisen nach der Wasserkante, beim Aufenthalt in den Seebädern usw. leicht erkennen können. Auf einen Bericht, den der Präsident des Flotten-Vereins, Fürst zu Salm- Horstmar, dem Kaiser unterbreitet hatte, ist zusagender Be­scheid erfolgt. DaS Abzeichen zeigt auf dunkelblauem Tuch das schon früher von bem Kaiser genehmigte Abzeichen des Deutschen Flotten-Vereins, den Anker in Goldstickerei, die Boje in roter Stickerei bezw. Emaille und den Adler in schwarz-roter Stickerei auf gelbem Grunde. Umgeben ist das Abzeichen von einem Taukranz.

Ausland.

London, 20.Juli. (Unterhaus.) Fitzmaurice fragt, ob in der letzten Zeit zwischen der englischen und der fran- -ösischen Regierung irgend welche Roten ausgetauscht worden seien überden Bau eines Tunnels unter dem Kanal, und ob die Regierung vorschlagen würde, den weiteren Fort­schritt der Arbeiten auf der englischen Seite des Kanals zu verhindern. Der Unterstaatssekretär des Handelsamts, Bonar Law, antwortete, er wüßte nicht, daß in letzter Zelt Ver­handlungen über den Tunnelbau stattfanden oder daß sich irgend etwas ereignete, was auf den m Bezug auf diese L-ache eingenommenen Standpunkt von Einfluß gewesen wäre.

Lüttich, 20. Juli. Vom 7. Oktober ab findet hier der zweite internationale Rechtsanwalts-Kongreß tatt. Ehrenpräsident ist der belgische Justizminister. Aiis der reichhaltigen Tagesordnung heben wir folgende Punkte hervor:

Soll man ausländische Anwälte gelegentlich zum Plaidoyer vor einheimischen Gerichtshöfen zu­lassen? Welche Bedingungen müßte man ihnen eventuell auf- erlegen?

Wie läßt sich eine ständige intern ation ale Organ i- Nation schaffen, die entweder die offiziellen Anwaltskammern in den verschiedenen Ländern oder die einzelnen Rechtsanwälte unter­einander verbindet? Welche Form muß zu diesem Zwecke den Wünschen gegeben werden, die der erste internationale Nechts- anwalts-Kongreß ausgesprochen hat?

Brüssel, 20. Juli. Hier feiert man in diesen Tagen die Erinnerung an die Wahl des Prinzen Leopold von Sachsen- Koburg-Gotha zum belgischen König. Am 21.Juli 1831 hielt der neue König seinen Einzug in Brüssel. AuS diesem Anlaß fand heute ein glänzender Umzug von Bannerabordnungen vieler Vereine statt, darunter die Gilde der Goldschmiede mit Kleinodien und die alten Gilden. Die königliche Familie wohnte der ersten Aufführung eines Ritterturniers bei. Die Stadt ist festlich geschmückt.

Paris, 20. Juli. Ein soeben eingetroffenes Telegramm des Königs von England an den Ministerpräsidenten Rouvier lautet:

In dem Augenblick, wo die englische Flotte Ihre gastfreund­liche Küste verläßt, halte ich daraus, Ihnen persönlich zu danken für den sympathischen Empfang, den Ihr großes Land dieser Flotte bereitet hat."

Rouvier antwortete, die Regierung der französi­schen Republik habe sich gefreut, durch die englischen Offizieren und Mannschaften bereitete Aufnahme bekunden zu können, wie sehr sie sich zu dem gegenseitigen herzlichen Ein­vernehmen beglückwünsche, welches zwischen England und Frankreich bestehe. (Es ist bemerkenswert, daß der König sich viel vorsichtiger als Rouvier ausdrückt und nicht von einem .herzlichen Einvernehmen* spricht. D. Red.)

Die französischen Korrespondenten in Tanger be­richten, daß die Nachricht von dem deutsch-französischen Akkord auf den Sultan großen Eindruck gemacht habe. Der Sultan habe am 15. Juli Herrn v. Tattenbach rufen lasten, der den Eindruck abzuschwächen suchte, indem er erklärte, Deutschland werde auf der Konferenz energisch gegen Frankreichs Abmachungen mit England und Spanien auf treten.

Madrid, 20. Juli. DerEpoca* zufolge wird König Alfons am 10. September nach Berlin abreisen, da er zu den Neuwahlen wieder in Spanien sein will. Die Reise nach Wien soll erst im November erfolgen.

Madrid, 20. Juli. Zu schweren Unruhen Hut die Frage der städtischen Verbrauchsabgaben, die in Spanien noch in weitestem Maße bestehen, in Sala­manca geführt. Ms der Stadtrat darüber beriet, ob das Oktroi von der Stadt verwaltet oder einem Pächter über­geben werden soll, kam es zu einem Volksausruhr. Eine wütende Menge drang in den Beratungssaal. Der Bürger- m e i st e r und mehrere Stadträte wurden ver­wundet. Der republikanische Stadtrat Martinez Beira, besser: Kopf der Pöbel verlangte, sprang vom Fenster zwölf Meter tief auf die Straße hinab und erlitt verschiedene Knochenbrüche. Die Menge wollte ihn fortschleppen, als ihn Gendarmerie noch rettete. Sein Zustand ist be­denklich. Neue Unruhen werden erwartet.

Spezia (Italien), 20. Juli. Ein ernster Zwischenfall, der trotz des Geheimnistes, welcher ihn umgibt, durchsickert, ruft großes Aufsehen hervor. An Bord des Marovini, der augenblicklich im Hafen von Spezia liegt, soll eine Meu­terei ausgebrochen sein. 36 Offiziere, und Matrosen seien an der Meuterei beteiligt. Ursache der Meuterei seien die übermäßigen Anstrengungen, welche der Komman­dant in den letzten Tagen von der Besatzung verlangt hatte.

Salonik, 20. Juli. 38 türkische Bauern aus dem Dorfe Kerbesch Islam bei Doiran gingen nach Velesch Pla- nina zum Holzfällen. Sie wurden unterwegs von einer bul­garischen Bande und zahlreichen Bauern überfallen, aus­einandergesprengt, erschlagen und mit Bomben beworfen. Nur wenige entkamen. Er herrscht infolgedessen große Auf­regung bei den Türken; man befürchtet Repressalien.

Konstantinopel, 20. Juli. Die türkischen Blätter veröffentlichen folgendes halbamtliches (Kommunique: Ueber die Lage in fernen berichtet Schakir Pascha aus Menacha, daß Marschall Feiji Pascha mit einigen Bataillonen am 15. ds. die Ortschaften ErladjeSbi, Eluban und Djellalras nahm. Ueber 200 Aufständische wurden getötet. Auf türkischer Seite ist ein Soldat gefallen. Am selben Tage hißten die Einwohner von über 80 Ortschaften die weiße Flagge und ergaben sich. Auch der Rest der Bevölkerung fahre fort, sich reumütig zu unterwerfen,

Konstantinopel, 20. Juli. Hier ist die Nachricht vom Tode des Emirs von Mekka eingetroffen. Diese Meldung gewinnt in dem Augenblick, wo Pernen und teil­weise auch Hetjas von einer Insurrektion heimgesucht wer­den, größere politische Bedeutung. Der Sultan, dessen geistige Autorität in Südarabien stark erschüttert ist, wird sich beeilen muffen, einen Nachfolger des Emirs zu er­nennen. Gestern morgen wurden alle hier anwesenden Scherifs nach dem Pildiz berufen, und man glaubt, der Sultan werde den hier lebenden Bruder des verstorbenen Emirs zum Nachfolger in Mekka ernennen.

Sudde vorm AeichsgerichL!

(Nachdruck oerbnten.)

R. Leipzig, 20. Juli.

Der Metzgergeselle Oskar Hudde von Schalke wurde bekannt­lich am 8. Juni vom Schwurgericht Gießen wegen Mordes in ideeller Konkurrenz mit Raub sowie wegen schweren Diebstahls zum Tode und Ehrverlust, sowie zu einer Zuchthausstrase ver- urteilt. Die Revision des Angeklagten war lediglich prozessualer

Natur. Zunächst wurde die Fragestellung hinsichtlich der Jdeal- konknrrenz für unrichtig bezeichnet, da vielmehr die beiden Ver­brechen des Mordes und de? Raubes, die rechtsirrtümlicherweife als ideell konkurrierend getrennt in die Fragestellung ausgenommen worden seien, in einer Frage hätten vereinigt werden müssen. In der Tat sind auch wegen des Mordes und des Raubes zwei be­sondere Fragen gestellt worden, zu denen sich noch eme britte wegen der Jdealkonkurrenz (als Nebenirage) gesellt. Bezüglich der letzteren wurde auch noch gerügt, daß das Stimmenverhältnis nicht angegeben worden sei. Tie Gegenerklärung der Staatsanwalt­schaft erachtet dies sür unerheblich, da ja der Angeklagte dadurch nicht belastet werde. (Sine weitere Beschwerde ging dahin, e§ sei eine Menge Zeugen kommissarisch vernommen worden wegen zu weiter Entfernung, obwohl e5 sich um gar keine großen Ent­fernungen im Sinne des Gesetzes Handle, da man bei den heutigen Verkehrsverhältnissen mit Schnellzügen in wenig Stunden von den Wohnorten der Zeugen nach Gießen gelangen könne. Diese Be­schwerde, die sich aus die Diebstähle bezog, ist aber nicht nähere substantiiert (nach konkreten Orten rc.). Hierbei soll übrigens auch eine polizeiliche Aussage als Bestandteil des Protokolle? zu Un­recht verlesen worden sein. Ein Zeuge war nämlich erst von der Polizei vernommen worden und bei seiner kommissarischen gericht­lichen Vernehmung wurde auch barauf zwecks Bekundung der Uebercinstunmung Bezug genommen. Bezüglich einer in der Hauptverhandlung vorgelegten Jnoalidenkarte auf den Namen Oskar Hüttemann, Alzey, lautenb, wurde gerügt, es sei picht be­urkundet, daß sie als Beweismittel von irgend einer Seite vor­gebracht worden sei; auch hätte sie verlesen werden müssen. End­lich wurde die Vorlage dou Photographien, die der die ersten Er- mittelungeu bewirkende Amtsrichter hatte ausnehmen laffen, als unzulässig bezeichnet, da dadurch der Vernehmung dieses Zeugen vorgegriffen worden sei.

Der Reichsanwalt bezeichnete die Beschwerde für unbegründet, da die einzelen Rügen nicht genügend sub­stantiiert seien. Die gerügte Verbindung der zwei Hauprschuld- fragen ist statthaft, auch bei Annahme von Jdealkonkurrenz in der Judikatur für zulässig erklärt, den Fragestoff in zwei Fragen zu zerlegen und dann eine weitere Frage betr. der Zusammengehörig­keit anzufügen.

Der Ferienstrassenat erkannte aüf kostenpflichtige Ver» wersung der Revision des Angeklagten, dessen TodeS» urteil dadurch rechtskräftig wird.______________________________

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 20. Juli.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Curschmann und Heyligenstaedt unb die Stadtverordneten Dr. Ebel, Eichenauer, Euler, Faber, Gabriel, Dr. Gutfleisch, Dr. Haberkorn, Haubach, Heichelheim, Helm, Huhn, Jann^ Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Orbig, Petrßl Schaffstaedt, Schwall, Wallenfels und Wimmenauer.

Oberbgm. Mecum macht der Versammlung zunächst Mitteilung von einer Einladung des Rektors der Landes- Universität zu der am 29. d. Mts., abends 6 Uhr, auf der Hardthöhe stattfindenden Grundsteinlegung der Bis--' mateffaule durch die hiesige Studentenschaft.

Baugesuche.

Ein Baugesuch des W. Valentin für das Grund» stück An der Hardt 12 (außerhalb des Bebauungsplanes)^ wobei es sich um Vergrößerung eines Wohnhauses handelt^ tüurbe genehmigt, dagegen wurde das Baugesuch deS Konrad Nübsamen für den Wismarer Weg, wegen der Wieder­errichtung einer Feldscheuer, abschläglich beschieden. Ein Bau- gesuch des Phil. Horn für die Große Mühlgaffe wegen dev Erbauung eines Erkers wurde genehmigt.

Auf das Baugesuch des A. Geisse für Ecke Seltersweg und Kaplansgaffe, der Keller und Erdgeschoß umbauen will und die Fluchtlinie einhalten müßte, wenn die Stadtverord­neten eine solche durchführen wollen, hat Oberbgm. Mecum vorbehaltlich der Genehmigung der Stadtoerordneten-Ver- sammlung mit dem Gesuchsteller am 9. Juli einen Vertrag abgeschloffen, wonach Geiffe die Bauerlaubnis erhält, aber bei einem späteren Umbau der Stadt das zur Straße fallende Terrain zum Preise von 100 Mk. pro Quadratmeter abtritt

Vom Lumpenmagazin.

Dann stand das schon in der vorigen Sitzung verhandelts Gesuch der Witwe Rothenberger wieder auf derDages-^ ordnung. Oberbgm. Mecu n t'ilte mit, daß nun festgestelltf sei, daß die drachbarn rechtzeitig benachrichtigt worden seien« aber keine Einwendungen gegen'den Bauplan erhoben hätten.- Die Baudeputation stellt daher wieder den ^Antrag vom 4.. Juli. Stadtv. Huhn bringt feine- früher geäußerten Be^ denken wieder vor, während Stadtv. Leib den geplantenl 25 au auch für häßlich hält. Stadw. Dr. Hab er körn führt aus, daß nach seiner Meinung der Bau an die Fluchtlinies müßte: er sei aber im Zweifel darüber, ob die Bedingung, daß Fron Rothenberger ihr Litmpenmagazin aus dem Grundstück verlegt, gesetzlich erhoben und verlangt werden könne. Oberbgm. Mecum weist darauf hin, daß eine Polizeiverordnung vom Jahre 1888 an ordne, daß Lumpen­magazine usw. mindestens 300 Meter von Wohnhäusern entfernt sein müßten. Es handelt sich affo im vorliegenden! Falle nur um das kleine Hintergebäitde der Frau ffiothen^ berger, worin sie seither Lumpen aufbew'ahrte. Dtadtvtz Wallenfels unterstützt den Antrag der Baudeputation: mit der Bedingung, daß Lumpen und bergt airf dem Grund­stück nicht mehr gelagert werden dürfen. Stadtv. Schm all meint, man möge die Zwangslage der Frau berücksichtigen unb in Hinsicht darauf, daß seither Belästigungen der Nach­barn nicht bekannt geworden seien, die Lagerung von Knochens und Lumpen in kleinem Umfange gestatten. OberbgnL Mecum bestätigt, daß in den letzten Jahren Klagen von Nachbarn nicht erhoben worden sind. Stadtv. Heichel­heim stimmt dem Antrag der Baudeputation zu. Man dürfe aber der Frmr Rothenberger keine großen Schwierigkeiten machen, da sie ityr Geschäft doch weiter betreiben müsse. S-tadtv. Orbig fürchtei die Feuergefahr und meint, eS fiefse sich vielleicht machen, daß die Anlieger gleich^eittgj vorrückten. Stadtv. Löber ist für nochmalige Vertagung. Stadtv. H a u b a ch führt aus, daß mit der Einhaltung der Baufluchtlinie doch einmal der Anfang gemacht werden nnksse. Man könne die Nachbarschaft doch nicht dazu bringen, Plötzlich zu bauen. Mit einem kleinen Mißstand müsse man rechnen, denn schön werde der Neubau zunächst nicht aus­sehen. Was die Bedingung der Beseitigung des Lumpen»