veont ra gt hiernach: Bewilligung der geforderten 7 2 0 00 Mark als erste B a u r a t e.
Die Abgg. Müller und Dr. Buff beantragen:
Johe zweite Kammer wolle beschlieben, die Großh. Regierung 511 ersucbe», baldigst den Ständen einen Gesetze»! ivurs vor- zulegen, der die städtischen Verwaltungen ermächtigt, den Mangel an geeigneten Baustellen im Interesse einer gesunden W 0 bn ung § fürs 0 rge durch U »lieg u n g von Grund- st ü ck e n zu beseitigen. .
Der Abg. Hauck und Genossen beantragen die Erbauung einer Nebenbahn von Babenhausen — Schaafheim — bayrische Landesgrenze.
Deutsches Reich.
Berlin, 18. Febr. Der Kaiser besuchte heute den Reichskanzler Grafen von Bülow.
— Aus Meiningen teilt man mit, daß die Baronin oon Held bürg, die morganatische Gemahlin des Herzogs Georg II. v. Meiningen, seit längerer Zeit ernstlich leidend ist. Frau von Heldburg, die mit ihrem Mädchennamen Ellen Franz hieß und der Bühne angehört, vollendet in einigen Monaten ihr 66. Lebenswahr.
— Der Fürstenlitel soll, wie der „Magdeb. Ztg." aus Berlin gemeldet wird, dcni Grafen Bülow nach der Annahme der Handelsverträge verliehen werden. Dem Eisenbahnminister v. Budde ist noch eine besondere Auszeichnung für die Annahme der Kanalvorlage zugedacht. Er soll den Kaiser auf der Mittelmeerfahrt begleiten dürfen.
— In Graudenz sollte aus freiwilligen Spenden ein Kaiser-Wilhelm-Brunnen errichtet werden. Der Denkmals-Ausschuß hatte den Entwurf des Bildhauers Günther-Gera angenommen, der Kaiser aber versagte die Genehmigung zur Ausführung des Projekts. In dem Schreiben des Kultusminisleriunis und des Ministeriums des Innern an den Regierungspräsidenten von Marienwerder heißt es:
r<5. M. der Kaiser sind der Ansicht, daß die Anbringung des kleinen Porträtreliess S. 2)1. des Hochselige» Kaiser Wilhelm des Groben an dem verhältnismäßig großen Bildwerk der Absicht der Stadt Graudenz, der Ecknuerimg an bc» Heldenkaiser ein würdiges Denkmal zu widme», nicht genügend Ausdruck zu geben vermag/
— In der Privatklagesache des Redakteurs S chw eyn ert gegen den oldenburgischen Justizminister Ruhstrat wegen des von diesem im Landtage gebrauchten Ausdruckes „2 4- jähriger Bengel" hat das Amtsgericht in Oldenburg die Eröffnung des Hauptverfahrens ab gelehnt. Gegen diesen Beschluß hat der Verteidiger Schweynerts, Rechtsanwalt Dr. Hcrz-Altona, Beschwerde eingelegt.
Aüb tzluöl iillü Kw'ö.
Gießen, den 20. Februar 1905.
** Zur Interpellation David. Die Schüler der oberen Klassen des Gymnasiunis Übergaben, wie uns heute
ein Oberprimaner schreibt, Herrn Geheimrat Schädek'fol- gende Resolution:
„Hochgeehrter Herr Geheimerat!
Hochverehrter Herr Direktor!
Im Hinblick auf die kürzlich im hessische» La» d tage gegen Ihre geliebte Person laut gewordenen Beschuldigungen sahen wir, Schüler der obere» Klassen des hiesigen Gymnasiums, uns veranlaßt, unserem hochverehrte» Herr» Direktor unsere Sympathie durch die Darbringung eine5 Fackel- zuges zu bezeigeii. Ta Elv. Hochwohlgeboreii jedoch diese Art der'Huldigung äblehnten, wolle» ivir auf diesem Wege Misere Hochachtuiig und unser Vertrauen zum Ausdruck bringen.
In uiiwandelbarer Ergebeiiheit
Tie Oberprimaner Die Unlerprimaiier Die Oberseeundaner (folgen die Name»)."
* * Zentral - Zuchtviehmarkt in Darmstadt. Dem Vorgehen des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins für Oberheffen in Gießen, einen Zuchtviehmarkt für angekürtes Vieh zu errichte», schließt sich, iuie man erfährt, der Schwester- verein in der Provinz Starkenburg an. Man plant, in Darmstadt einen Zentral-Zuchtviehinarkt zu errichten, welcher nur mit Vieh der Mitglieder der Züchter-Vereinigungen aus der Provinz befahren werden darf.
- m- Klein-Linden, 19. Febr. Die hiesige Filiale der Zigarrenfabrik von Bethge u. Co. aus Hamburg geht am 1. April d. Js. mit allem Zubehör an die Firma Klingspor in Gieße» über.
- 111- Großen -Linden, 19. Febr. Zur Renovierung unserer Kirche, welche zu den ältesten in Deutschland gehört, wurden vom Landtag 9000 Mk. bewilligt. Wie man hört, soll mit der inneren Umgestaltung unseres altehrwürdigen Gotteshauses noch in diesem Jahre begonnen werden, da die Sitzgelegenheiten bei dem starken Besuche nicht mehr ausreichen.
- t- Krofdorf, 19. Febr. Ueber die interessante Jagdverpachtung ist bereits kurz berichtet worden. Die hiesige Jagd, ein ziemlich großer Feld- und Wald-Bezirk, war bisher zu dem Preise von 3000 Mk. jährlich unter der Bedingung verpachtet, daß der Jagdpächter die Verpflichtung hatte, die Kosten des Wildschadens zu tragen. Dieser bezifferte sich jährlich durchschnittlich auf 1200 Mk., sodaß also die Jagd den Pächter jährlich mindestens 4200 Mk. kostete. Nach dem hier geltenden Rechte ist der Bürgermeister Verpächter. Die Jagd war bis zum 1. April mit der Maßgabe verpachtet, daß, wenn der Bürgermeister nicht kündigt, die Pachtzeit noch bis zum 1. April 1908 dauern sollte. Nach der Suspendiermig des Bürgermeisters vom Amte, der für weitere Gültigkeit des Jagdpachtvertrags bis 1908 war, kündigte man die Jagd. Heute stand Termin ziir Neuverpachtung an. Wenn nun der Beschluß des Gemeinderats, auf den Ersatz von Wildschaden durch den Jagdpächter völlig zu verzichten, schon mit Recht Befremden und Kopsschütteln unter den Steuerzahlern hervorrief, so ist es noch viel bedauerlicher, heute zu erfahren, daß auf die Jagd das Höchstgebot von sage und schreibe 1600 Alk. abgegeben, also ein
Mindcrerlös von jährlich 2600 Mk. erzielt wurde. Jahre, lang hat der Verdacht bestanden, daß der Bürgermeister für die bisherigen Jagdpächter in dieser Angelegenheit zum Schaden der Gemeinde Partei genommen habe. Der Schaden für die Gemeinde ist sehr zu beklagen, und das Ergebnis der Iagdverpachtung lehrt, daß das Verfahren des bisherigen Bürgermeisters in dieser Angelegenheit das rechte war. Die Gemeinde hat nun dadurch bis 1908 einen Schaden von 7200 Mk. zu verzeichnen.
g. Büches, 16. Febr. Der Taglöhner M. aus Ober* Lais fiel am Samstag in hiesiger Gemarkung ein Mädchen aus Llulendiebach an und suchte sie zu vergewaltigen. Als aus das Geschrei des Mädchens Leute herbeieilten, lief er in der Richtung nach Büches davon. Er wurde bei Eckartshausen durch die Büdinger Gendarmerie verhaftet. Er soll sich hier auch gegen den § 175 des R.-Str.-G.-B. vergangen haben.
Darmstadt, 18. Febr. Nach einer Verfügung des Ministeriums der Justiz können für die Folge kriminelle Irrsinnige, deren alsbaldige Unterbringung mit Rücksicht aus die Art ihrer Geisteskrankheil geboten ist, ohne Verzug in eine Landesirrenanstalt untergebracht werden, ohne daß die seither vorgeschriebenen Ausnahmebelege, deren Beschaffung stets längere Zeit in Anspruch nahm, beigebracht zu werden brauchen. (Frkf. Ztg.)
^errchtsjaal.
Kiel, 16. Febr Das Marine-Kriegsgericht verurteilte den M ar in el eutna n t v. Wittgenstein von der nautischen Abteilung d.s Re.chsmarineamtes wegen unerlaubter Enifernungg zu 6 W ochen und einem Tage Festungshaft. W. war vom 11. zum 12. Februar von Berlin nach Wilhelmshaven kommandiert und hatte seinen Tienst nickt angetreten.
W a n c y, 17. Febr. Das Schwurgericht verurteilte gestern die beiden Schweizer S ch a n z e r und Schnapp zum Tode. Sie hatten am 21. ,2rvvember einen Russen ermordet und b e r a u b t.
WhkulliHk yrbtrhdft brr Todesfälle in der Lindt Kietzen
1. Woche. Vom 1.—7. Januar 1905.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (infl. 1600 Mann Militär Sterblichkeitsziffer: 18,90
nach Abzug von 4 Ortsfremden: 11,34 °/w.
Kinder
Es starben an:
Zusammen: Erwachsene:
im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr
Tuberkulose der
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An m.: Tie in Klammern gesetzte» Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
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