Ausgabe 
23.6.1905 Zweites Blatt
 
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im Sinne des Gesetzes sind.

6. Nachdem bte and.rui beuijüjcn DundtzSftaatcn lange genug ein vriiiuicu ^üry-eijJi PrcutZenS im Sinne der Eulenburg-

Regelung übernehmen ober alsbald in ihrem Gebiet die Für­sorgeeinrichtungen schassen. . c ,ri a ££ r .

Das Wandern, so legte er bar, wird nicht ausznrotten fein, so lange cs noch Arbeitslosigkeit gibt. Aber eingeschränkt und geregelt kann es werden. Das Hauptmittel ist eine möglichst umfassende und zentralisierte Regelung des Arbeitsnachweises unter weitgehender Benutzung des Telephons und der Eisenbahn (mit womöglich herabgesetzten Preisen), Verbindung der Arbeits­nachweisstelle mit einer Wanderarbeitsstätte, und die Forderung eines Ausweises, das; die Wanderer den Arbeitsnachweis in Anspruch genommen, oder doch die Wanderarbeit geleistet haben (Wanderschein). Das alles ist aber nur durchzuführen,. wenn die städtischen Armenverwaltnngen für diejenigen, die sich bei Wanderordnung nicht fügen, eine Obdachlosenverforgung mit strengerer Arbeitsforderung einrichten. Sie ist durchführbar, wenn die Vagabunden in solchem Fall vor die Wahl gestellt werden, sich diesen Forderungen zu fügen oder.dem Amtsgericht wegen Landstreichens überwiesen zu werden. Die staatlichen und städtisüMi Behörden dafür allgemein zu gewinnen, ist die große Aufgabe. Diese soll die Kirche und ihre innere Mission, als Vertreter der Barmherzigkeit Christi, unermüdlich auf sich nehmen. c.

Welch großen Schwierigkeiten die notwendige Regelung des Wanderwesens tatsächlich begegnet, ergab die weitere Besprechung. Allerdings tonnte Oberregierungsrat Falch aus Württemberg die erfreuliche Erfahrung berichten, daß der dort sehr ausgebaute Arbeitsnachweis das Wandern bereits vermindert habe. Aber für das Gros der Wanderer ist schwer, Arbeit zu finden. Ueber- haupt versagen lokale Mittel, es geht nicht ohne staatliche Re­gelung und Kontrolle. Zugleich wurde aber doch die zuversicht­liche Hoffnung ausgesprochen, daß die Erkenntnis der Notwendig­keit einer solchen Regelung durchdringen werde. Der anwesende Vertreter des Württembergischen Ministeriums des Innern, Re­gierungsrat Köhler, konnte die erfreuliche Versicherung geben, daß die Kgl. Württemb. Regierung einer solchen durchaus geneigt ei. Mehrseitig iuurbe die Erhöhung des Preises für einen Wan- derfchein von 25 auf 50 Pfg. als sehr erschwerend beklagt. Von einer Resolution wurde abgesehen, sondern jedem Anwesenden die Resolution, der feste Entschluß, empfohlen, diese Sache nach Kräften mit Wort und Tat, vor allem auch durch Aufklärungs­arbeit in der Presse, zu fördern.

Aus Stadt and AmÄ.

Gießen, 23. Juni 1905.

** Auf den Hoherodskopf unternimmt der Vogels­berger Höhenklub am Sonntag, dem 2. Juli, seinen Haupt- Ausflug. Beginn des Festes ist um 12 Uhr mittags, dann folgt Konzert und geselliges Zusammensein. Die Festwirt- schast ist dem Klubhauswirt I. Stern übertragen. Um weit- möglichste Mitteilung dieser Einladung in Freundeskreisen wird gebeten. Letzte Züge: Schotten ab 8.30 nachm., Gedern ab 8.18 nachm. (Anschluß nach Frankfurt, Gießen, Fried­berg), Mücke ab 9.06 nach Gießen, 10.02 nach Fulda, 10.08 nach Laubach, Ilbeshausen ab nach Lauterbach 6.14.

* Der Männerturnverein veranstaltet am nächsten Sonntag einen Familienausflug nach dem idyllisch gelegenen ,Goetheplatz" bei Garbenheuu (j. a. I.).

*Sommer-Wohnungen im Vogelsberg", ist oer Titel eines vom Vogelsberaer Höben-Klub her-

Oas bleiche Aussehen

die eingefallenen, matten Augen, der unreine Teint, Mangel an Appetit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, Müdigkeit, Abge- pannlheit, nervöse und noch manch' andere Erscheinung

bei jungen Mädchen

jungen Frauen, bei Kindern, Rekonvaleszenten u. s. w. beweisen, daß das Blut derselben nicht richtig zusammengesetzt ist, und seine Ausgabe, den Körper in all' seinen Teilen zu ernähren, nicht Nach­kommen kann.

Blutarmut, Bleichsucht

später ernstere Krankheiten sind die Folgen der mangelhaften Er­nährung und deshalb sollten Erscheinungen, wie die oben angeführten stets gleich Beachlung finden und sofort bekämpft werden. Gerade auf dem Gebiete der

Ernährung und Blutbildung

sind in der letzten Zeit neue, sehr interessante wissenschaftliche For­schungen und Versuche gemacht worden, deren Resultate die Be- hanplung rechtfertigen, daß bet einigermaßen ernstem Willen heule die Bluiarmut auf einfache Weise mit Leichtigkeit zu beseitigen ist. Dieser wissenschaftliche Fortschritt beruht darauf, dem Körper diejenigen Lebens- und Aufbaustoffe, welche er vornehmlich zu einer gesunden und kräftigen Blutbildnng bedarf, in genügenden Mengen und in einer Form zuzufübren, die sofort ohne jede Beschwerde von den Säften aufgenommen und in die Blulbahn übergestihrt werden. Tas zu erreichen, ist seit langem das Streben der Wissen^ schäft, weil es stets von größter Wichtigkeit ist, die Blutarmen und die Kranken richtig zu ernähren. Eisenmutel und lünsttiche Nähr- Präparate, Hämatogene u. s. w. sind ungenügend, weil sie entweder zu teuer oder nicht in entsprechenden Quantitäten ohne L>chädlgung gegeben werden konnten. So blieb es das Verdienst des aus dem Gebiete der Ernährungslehre bekannten pr. Arztes vr. Ac. Heim alle Faktoren, welche zu einem wirklichen Nähr» und Kräftigungs­mittel nölig sind, in vorzüglicher Weise zu vereinigen. Er brachte das Eiweiß der frischen Milch, das Lecithin (Phosphor) durch irisches Eigelb unter Zusatz von löslichem Eisen und Kakao m eine Form, die sofort von ersten wissenschaftlichen Autoritäten als vor­züglich anerkannt wurde. Tie damit in bekannten Berliner Kliniken, peüanslatten, Spitälern von Professoren und lausenden praktischen Aerzten augeftellteii Versuche haben ergeben, daß m demBioion genannten Präparat ein großer Fortschritt aui dem Gebiete der E r n ä l) r u ng kranke r M e n s ch e n durch rascheste Erzielung eines gesnnden, kräftigen Blutes gemacht wurde.

Tas Bioson ist in Den Apotheken, Drogerien usw. das /2kg M.3.-* erhältlich, woselbst auch die hochinteressante BroschüreDie Blut- erneuerungs-Kur" von Dr. Rob. Schultze und die amtlich beglau­bigten Berichte vieler Hundert Aerzle in tausenden von Fällen gratis zu haben ist. Bioson ist wohlschmeckend, leicht herzuslellen und kann am Morgen anstatt Kastee oder Tee getrunken werden, wodurch auch der nachteilige Einfluß der letzteren auf Die Retven, den 'Magen u. s. w. luegmllt. Bioson spart den Kranken viel Geld, weil ferne Anwendung täglich nur wenig kostet und teure Elsenmittel, Hämatogen, Nähr- praparate, Lebertran u. s. w. überflüssig macht.

41. Jahresversammlung der südwesideutschen Kon­ferenz für innere Mission.

(Original-Bericht pesGießener Anzeigers")

IL

PA. Stuttgart, 20. Juni.

Ter zweite Tag war einem spezielleren, aber weit über die Kreise der inneren Mission hinaus interessierenden Thema ge­widmet, demAusbau des V e r p f l e g u n g s - und Her - ber gsw esens". Diese so hochnötige Arbeit ist vielfach auf das tote Gleis gekommen. Der bekannteste und begeistertste Vor­kämpfer der Fürsorge für die armen Wanderer,die Brüder von der Landstraße", wie er sie nennt, Pastor D. von Bodel- schwingh in Bielefeld hat eigens zu diesem Zweck die Wahl zum preußischen Landtag angenommen, um dort Die gesetzliche Regelung des Vcrpflegungs- und Herbergswesens zu betreiben und hat tatsächlich durch den unwiderstehlichen Einfluß seiner begeisterten Persönlichkeit erreicht, daß im Abgeordnetenhaus ein solcher Gesetzentwurf vorgeicgt worden ist. Pastor von Bodel- schwinghs Hauptmitarbeiter, Pfarrer Mörchen, berichtete in der heutigen Versammlung im Heimatland der Naturalverpfleg­ungsstationen (einer Erfindung des verstorbenen Oberamtmanns H u z e l in Blaubeuren) über Die aus den bisherigen Erfahrungen erwachsenen Forderungen für den gesunden Ausbau der Ver­pflegungsstationen. Er faßte seine Ausführungen in Leitsätze zusammen, von denen die wichtigsten folgende find:

1. ObVagabunden", obBrüder von der Landstraße": Ge­meinwohl, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit erfordern in gleicher Weise, daß wir uns der Arbeits- und Obdach- und Heimatlosen annehmen.

2. Zersplitterte Privatwohltätigkeit der Einwohner ist die allerungeeignetste Art der Hilfe und wird zur Uebettat, weil sie den Arbeitsuchenden nichts nützt, die Arbeitsscheu unterstützt und das Landstreichertum großzieht.

3. EinseitigeRepresston" polizeilich-gerichtliche Abwehr­und Strafmaßregeln ist ungerecht, grausam und tatsächlich un­ausführbar, weil des Volksgewissen sich mit Recht dagegen sträubt, unschuldig Notleidende und zum Betteln Gezwungene auch noch zu bestrafen. ,

4. DasWandern" Arbeitsuchender läßt sich gesetzlich nicht verhindern und nur zum geringsten Teile durch Eisenbahn­beförderung ersetzen. Es kann aber und muß für mittellos Wandernde zweckentsprechend geregelt und sorgfältig überwacht werden.

5. Notwendig ist eine Neuorganisation der Fürsorge auf reichs- oder landesgesetzlicher Grundlage unter dem leitenden Gesichts­punkt des Arbeitsnachweises, unter Darbietung von Arbeits­gelegenheit, Physisch und sittlich sauberer Unterkunft und aus­reichender Verpflegung:

a) Zentralisierter, gemeinnützig-kommunaler, Paritätycher Ar­beitsnachweis für einheimische und wandernde Arbeit­suchende; ,

b) Waiiderarbeitsstätten in alkoholfreien Herbergen, möglichst Herbergezur Heimat": Wanderordnung und Wände: kon- trolle (Wanderschein); , . , .

c) StädtischeBboacyloseir-Verpflegung" mit verschärfter mehr­tägiger Arbeitsforderung fürWanderbummler", welche durch ihr eigenes Verhalten von Der ordentlichen Fürsorge (a und b) sich ausschließen, aber doch nicht strafwürdig

ausgegebenen netten Büchleins, das in gedrängter Kürze die reiche Zahl der Luftkurorte und deren Wohnungs- re. Ver­hältnisse, sowie Ausflüge und Spaziergänge im Gebiete des Vogelsbergs angibt. Das Werkchen ist vorn Vogelsberger Höhen-Klub in Schotten kostenlos zu beziehen.

*» Römerkastell in Alzey. Bei der Anlegung eines Kellers an der Dautenheimerlandstraße in Alzey stieß man, wie man uns berichtet, auf die Grundmauern des Römerkastells, dem wahrscheinlich Alzey seine Entstehung und seinen Ramen verdankt. Das ganze Kastell soll bloß­gelegt und erforscht werden. Die betreffenden Grundstücke werden vom Staate angekauft. Da die Gegend reich an Funden römifeben Ursprungs ist, hofft man auf ein reiches Ergebnis der Ausgrabungen.

0. L a u b a ch, 22. Juni. Im hiesigen gräflichen Schloß­garten ereignete sich dieser Tage ein Unglücksfall. Ans dem außerhalb des Gartens führenden Gombachswege scheute das Pferd des Maurermeisters Seitz von hier und rannte mit dem Wagen durch eine offene Stelle in die durch den Garten führende Hauptstraße. Das Tier rannte mit dem Wagen wider einen der großen Prellsteine, den der Wagen etwa 20 Meter weit fortschleifte. In seiner Angst sprang der Fuhrmann vom Wagen, der sofort über ihn wegging. Schwer verletzt wurde der Verunglückte in das Johann Friedrich-Stift gebracht. Das Pferd kam mit dem TLagen alsbald zum Stehen und ein Darauf sitzender Knabe blieb vollständig unverletzt.

r. Alsfeld, 22. Juni. Das diesjährige 3 2. Gau- turnsest des Gaues Hessen findet am 1., 2. und 3. Juli in Alsfeld statt.

p. Ehringshausen, 21. Juni. Vom Missionar Friedrich Diehl, der seit dem Jahre 1896 in Der rheinischen Mission auf Station Tungkung in der chinesischen Provinz Canton tätig ist, erhielten dieser Tage seine hier wohnenden Angehörigen eine Karte fol­genden Inhalts:

z. Zt. Hongkong, den 17. 5. 05.

Meine Lieben! Br. Linden und ich traten am 9. d. 9)1. eine Reise per Boot nach Dem Tsangsching- und Lung m u n- Kreis an und wurden in der Nacht vom 11. auf den 12. gegen 1 J/-> Uhr von Flußräubern überfallen. Sie haben uns total ausgeraubt und dazu Dem armen Bruder Linden noch das linke Bem unterhalb der Kniescheibe zerschossen. Er liegt jetzt im Hospital in Tungkung mit großen Schmerzen. Uhren, Ringe, GelD und sonstige Wertsachen sind fort. Gott fet Dank, daß Schwereres verhütet ist. Wir hätten ja beide des Todes sein können. 1 J/2 Stunden stand ich vor Dem gclaDcnen Gewehr eines Räubers. Nach Barmen schrieb ich ausführlich, kleine Zeit ist zu kurz zu einem Brief. Von Tungkung schreibe ich bald ausführlicher.

fc. Frankfurt a. M., 22. Juni. Unter dem Ver­dacht der schweren Kuppelei uni) des Mordversuchs auf seine Ehefrau wurde der Inhaber einerDamenkneipe in der Neuen Schlesinger Gasse, Max Schubert, verhaftet. Er soll, während er mit der ebenfalls verhafteten Kellnerin Händel ein Verhältnis unterhielt, feine Frau an zahlfähige Gäste verkuppelt und wenn sie ihm den Willen nicht tat, mit Totschlag bedroht haben. Dann hat er überhaupt ver- sucht, sie aus dem Wege zu räumen, indem er ihr Kali und Chloroform in die Suppe goß.

s 9teu-Isenburg, 22. Juni. Ein hiesiges Pärchen stand kurz vor der Verheiratung. Als nun vor einiger Zeit ein Verwandter aus Australien m der Familie der Braut zu Besuch kam, verliebte sich diese in ihn und ging dieser Tage mit ihm durch. Dem unglücklichen Bräutigam hinter­ließ die Treulose das von ihr bereits angekaufte Mobiliar und ihr drei Jahre altes, uneheliches Kind.

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imgett führen kann: die Kammer beschloß daher, die An- < regung der Handelskammer zu Offenbach zu unterstützen. \ 4. Frankaturvermerk bei Vorausbezahl- ung des Frachtzuschlages für Angabe des Interesses an der Lieferung. Nach der Eisenbahn- , verkehrSorDnung ist im Eisenbahngüterverkehr bei Voraus­bezahlung Der Fracht, ovrauSbezahlung der Fracht emschl. Zoll, ?Sorausbezahliing Des Zolles ohne gleichzeitige Vor- 1 ausbezahlung der Ware oder bei Teilfrankaturen ein ent- 1 sprechender Frankattlrvermerk in der im Frachtbrief hierfür ' vorgesehenen Stelle vorzunehmen. Es ist angeregt worden, einen Frankaturvermerk auch bei ausschließlicher Voraus­bezahlung des Frachtzuschlages für Angabe des Interesses ;an der Lieferung ohne gleichzeitige Frankierung Der Ware zuznlassen. Die Handelskammer beschloß, Diesen Vorschlag zu unterstützen, da es nicht selten vor kommt, Daß Der Versender, um sich gegen Versäumung der Liefer­frist nach Möglichkeit zu schützen, ein Interesse an Der Liefer­ung angibt und den entsprechenden Fraa)tzuschlag selbft übernimmt, ohne im übrigen die normale Fracht zu tragen.

5. F r a ch t f r e i e B e i ö r d e r u n g v o n K ä l t e - u n d Wärmeschutzmitteln für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Bei Der ständigen Tariflommission ist beantragt worden, die den als Wagenladungen aufgelieferten landwirlschaftlichen Erzeugnissen, wie Kartoffeln, Kohl, Obst und Rüben, gegen Den GinfuiB der Kälte oder Wärme bei­gegebenen Schutzmittel (§eu, Stroh, Strohmatten, Torfmull u. Dgl.) im Gewicht bis zu 5 Proz. der Ladung ftachtsrei zu befördern. Die Handelskammer beschloß, bei Der Eisen­bahndirektion zu Mainz auf eine dahingehende Anfrage die frachtfreie Beförderung von Stroh als Kälteschutzmittel für Kartoffeln zu befürworten. Bezüglich sonstiger gegen Kälte oder Wärme zu schützender Waren und Schutzmittel sind ihr von den befragten Interessenten keine Wünsche geäußert worden.

6. Tarifierung von grtßeisernen Heiz­kesseln für Zentralheizungen. Von einer Firma ihres Bezirks wurde die Handelskammer ersucht, Dafür ein­zutreten, daß gußeiserne" Heizkessel für Zentralheizungen, ohne Armaturen, in den Spezialtarif II und in das Ver­zeichnis der in gedeckt gebauten Wagen zu befördernden Güter ausgenommen werden. Diese Artikel sind jetzt weder in der allgemeinen Güterklassisikation, noch in den Ver­zeichnissen der Eisen- und Stahlwaren der Spezialtarife I und II enthalten und werden von den Güterabfertigungs­stellen nach Spezialtarif I tarifiert, obwohl sie nach ihrer Beschaffenheit als grobe Massenartikel und bei ihrer nied­rigen Preislage mehr nach Spezialtarif II gehören. Die Handelskammer beschloß deshalb, den Antrag Der Firma bei Der königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. zu unterstützen.

7. Sammlung von Handelsgebräuchen aus dem Agentenrecht. Der Zentralverband deutscher Handlungsagenten-Vereine in Berlin beabsichtigt, eine Sammlung aller auf das Agentenrecht bezüglichen deutschen Handelsgebräuche zu veranstalten und diese Sammlung fort­laufend zu ergänzen, und erbittet hierzu die Unterstützung der Handelskammer. Die Kammer halt eine Zusammen­stellung dieser tzandelsgebräuche ebenfalls für zweckmäßig und erklärte sich bereit, die Bestrebungen des genannten Verbandes durch Mitteilung der von ihr abgegebenen Gut­achten über Handelsgebräuche im Agenturwesen zu unter­stützen.

8. Eingänge.

a) Die kvnigl. Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. teilt der Handelskammer mit, daß infolge des ver­späteten Einganges vieler Anträge zu den Eisenbahn­fahrplänen deren Berücksichtigung in Der Regel im nächsten Fahrplan kaum noch möglich sei. Die Eisen- , bahndirektion ersucht daher, ihr für Die Folge Anträge auf Einlegung neuer Züge oder auf erheb­lich eGerschiebung bestehender Züge, die mehrere Direktionsbezirke berühren, für den Sommersahr- plau bis spätestens zum 25. September des vorher­gehenden Jahres und für Den Winterfahrplan bis spätestens zum 25. März desselben Jahres zugehen zu lassen, weil nur Dann eine eingehende Prüfung vor Den allgemeinen Fahrplankouf^renzen und eine eventuelle Berücksichtigung möglich sei. Gering­fügige Zugänderungen, namentlich solche, Die nur rhren Bezirk berühren, wird die Eisenbahndirektion noch in Erwägung ziehen, wenn sie für den Sommer­fahrplan bis zum 15. November und für den Winter- fahrplan bis zum 15. Mai beantragt werden. Es empfiehlt sich daher, daß Die Berkeyrsinteressenten des Kammerbezirkes ihre Wünsche uns möglichst früh­zeitig mitteilen.

b) Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über die Ursprungsbezeich­nung der nach Frankreich eingeführten Waren, Die internationale Kochkunstausstellung im Tuilerien- garten in Paris, eine von Juni bis September 1905 in Cherbourg stattfindende, angebliche internationale Ausstellung, den Automobilverkehr und die Auto­mobilausstellungen in London, Die Tee- und Zucker­einfuhr über Tanger im Jahre 1903, die allgemeine wirtschaftliche Lage in Chile 1905, Die Entwickelung Chiles zum Industriestaat und den chilenischen Ein- fuhrmarkt, Manganerzlager im Staate Bahia, den Eisenbahnbau in Nikaragua, die Absatzgelegenheit für deutsche Waren im Zoutpansberg-Distritt (Trans­vaal), ferner Winke für Handel und Industrie im Verkehr mit Australasien, sowie Mitteilungen über zweifelhafte Firmen in Aarhuns (Dänemark», Amster­dam, Venlo, bezw. Veendam (Niederlande), Venedig, Rustschuk und Konstantinopel.

.z Die Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit 'im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. K.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Hotlesdienst.

In der Stadttirche.

Am 1. Sonntag nach Trinitatis, den 2 5. Juni:

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer v. S ch l o s s e r.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matlhäusgemeinde.

Vorinittags 97. Uhr: Pfarrer Schwabe.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler.

Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.

Pfarrer Schwade.

In der JohauneSkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Sattler.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Jo- hannesgeniemde.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler.

Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.

Pfarrer Euler.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Kon» firinandenjaal der Johanneskirche. Text: Ephes. 4, 11-16.

Katholische Gemeinde.

Samstag, Den 24. Juni 1905.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. _

Soniitag, den 25. Juni 1905.

2. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in der» selben Austeilung der heil. Kommunion, um 8 Uhr: Tie zweite heilige Atesse.

um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2'/, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Israelitische Religionsgemeinde.

Hottesdtenn in der Synagoge (Sübaulage).

Samstag, den 24. I u n i 1905:

Vorabend: 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr.

Schristerkläruug.

Sabbathausgang 9.35 Uhr.