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21.7.1905 Erstes Blatt
 
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Nr. 169

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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem SeMchev Landwirt die SietzeRer Kamilien. liltta viermal in der Woche beigelegt.

fltotottonSbrucf tt Der» isg der Vrühl'ichen Untverj^Buch-n. Stein» druckeret. 8t Sang«.

Nrdaktton. LrvedMoa and Druckerei: Scholsteatze 1.

Ldrefle füt Deoeichenr Snzetger Gießen.

FernsprrchanIchlußNr 51

Erstes Blatt.

155. Jahrgang

Freitag Sl. Juli 1905

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

monailtch75 viertel» jährlich TIL 8J0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6v Pk.; durch die Post Mk. 2.viertel« jährl. auSjchl. Bestellg. Utinabme von Anzeige» it die Tr larm-miet 'S vormittag- 4 '"dit,

Ze'envreiS:

cii^wärtl Ä 11 j.

V«rantworit'ch plt den poltt und teil! P. Witiko: für , Stadt und Land" und .GerichtSlaal": August Goetz; für den An­zeigenteil: Sans ®ect

Nie öeuttge 'Nummer umfaßt 10 Seiten.

Volttische Tagesschau.

Vorkommuiffe auf dem kleinen KreuzerFraoenlob".

Aus Kiel hatte sich ein Münchener Matt berichten lassen, 6n6 die Mannschaft des kleinen KreuzersFrauenlob" zu dem Mittel gegriffen habe, durch Hissen eines schmutzigen Leinwandlappens die Aufmerksamkeit des Kai-» sers auf den Kreuzer zu lenken, um Beschwerden gegen den angeblich überstrengen Kommandanten des Schisses vorbring-n zu können. Nach derTagesztg." wird die Richtigkeit der Schilderung an unterrichteten Stellen entschieden in Abrede gestellt. Namentlich sei die Geschichte mit dem Hissen des Lappens erfunden. Doch soll der Kommandant desFrauenlob" einstweilen von seinem Popen enthoben sein. Volle Klarheit werden, so schließt dieTagesztg.", erst die gerichtlichen Ver­handlungen bringen.

Unseras Erachtens wäre es zweckmäßig gewesen, dieNordd. Allg. Ztg." oder ein anderes offiziöses Organ hatte alsbald festgestellt, was an dem Kieler Bericht Wahres ist, und was nicht den Tatsachen entspricht. Dazu brauchte nicht erst die ge­richtliche Verhandlung abgewartet zu werden. Die Meldung von einem solchen Vorkommnis in unserer Marine ist doch geeignet, gerade weil die ManneSzucht in der deutschen Flotte als muster- gilttg anerkannt ist, Auffehen zu erregen. Eine Zuschrift, die dasBerl. Tagebl." veröffentlicht, nimmt den Kommandanten desFrauenlob" in Schutz. DerFrauenlob"-Kommandant könne als ein recht befähigter Offizier gelten, denn er sei nach der Marinerangliste der älteste sein s Jahrgangs. Es wäre daher nur zu bedauern, wenn dieserFall" Anlaß zu weittragenden Folgen für den Kommandanten geben würde, denn bei der Vergrößer­ung unserer Flotte sei wahrlich nicht ein Ueberfluß an befähigten älteren Seeoffizieren vorhanden.

Durch die Parteinahme für den Kommandanten wird die Sache nicht klarer. Ob es em befähigter Offizier ist, kommt hier nicht in Frage, sondern wieweit die, auch von derDtschn. Tages- Zeiturrg" wiedergegebene, Behauptung begründet ist,daß der Kapitän durch übermäßige Strenge die Mannschaft bedrückt habe, und daß deren Auflehnung die Reaktion dagegen gewesen sei." Selbstverständlich darf dieReaktion" nicht die Form grober Disziplinwidrigkeit cmnehmen. Es fragt sich nun, auf welche Weise, wenn die Geschichte von der falschen Sigi.alhissuug erfunden ist, die Mannschaft die Aufmerksamkeit des Kaisers auf den K'reuzer gelenkt hat.

Eine Zuschrift derVoss. Ztg." aus Kiel bestätigt, daß an Bord vonFrauenlob" eine Gehorsamsverweigerung Dorgekommen ist. Als darauf aus die Dauer von 12 Tagen kein Urlaub erteilt wurde, kam die Unzufriedenheit der Mannscho't ha- fcutco zum Ausdruck, daß heimlicherweise Verschluß st ücke von den Geschützen über Bord geworfen wurden. Es ge­lang nicht, den Täter zu ermitteln. Darauf wurde der Mannschaft das Bier entzogen und dem Schiffe ein Liegeplatz in der Strander- Bucht angewiesen. Dort befand sich das Schiff, als der Kaiser nach Stiel kam. Kommandant des Schiffes ist Freg.-Kapitän Caesar; die Klagen der Mannschaft über strenge Behandlung sollen stch nicht gegen ihn richten, was begreiflich ist, da der ganze innere Dienst in der Hand des 1. Offiziers liegt. Dieser wichtige Posten ist aus Frauenlob" mit Kapitänleutnant Griese besetzt.

Vor der Reichsfinanzreform,

übet die matt etwas Geivisses immer noch nicht weiß, will dieRat. lib. Kvrr." Folgendes erfahren haben:

Es scheint erwartet zu werden, daß der Reichsschatzsekretar eine kleine reduzierte Reichserbschaftssteuer, eine Brau steuerte'" rm und eine Tabak ft euervorlage im Herbste den ge «...gebend en Körperschaften des Reiches vor­legt. Die Reichserbschaftssteuervorlage ist von vornherein dahin beschränkt, daß Ehegatten und Defendenten nicht mit in Be­tracht kommen. Die Brausteuer sieht lediglich einen Ausgleich vor, der zwischen den größeren Brauereien rmd den mit minder vorzüglichen Einrichtungen versehenen Platz greifen soll, damit die kleineren Brauereien neben den größeren und mittleren weiter bestehen können. Ob bei der stärkeren Heran­ziehung des Tabaks eine Erhöhung des Tabak­zolls in Frage kommt, muß abgewartet Werdern

Danach weiß man ungefähr ebensoviel wie zuvor. Wahr­scheinlich ist das Reichsschatzamt noch mit s ' selbst nicht iw Klaren, was dem Reichstag zugemutet werde., kann.

Die Skandalaff'äre des Fürsten Kotschoubey

fit noch nicht zu Ende. Wie aus Dresden geschrieben wird wird die 9(ffäre des Fürsten Leon Kotschoubey, der eme Herzogin von Leuchteiiberg zur Frau hat und dadurch verwandtschaftlich dem russ. Herrscherhause nahe steht, demnächst abermals das Dresdener Landgericht beschäftigen. Der von dem Fürsten mitz- handelte Portier Möller aus dem HotelEuropäischer Hos in Dresden war infolge der erlittenen Mißhandlungen lange Q e i t bedenklich krank und verlor infolgedessen auch seine Stellung. (!) Der Fürst aber wurde wegen gefährlicher Körperverletzung vom Dresdener Schöffengericht nur zu tausend Mark Geldstrafe verurteilt. Tas Gericht hatte den pursten gegen Hinterlegung einer Kaution von 10000 Mark aw freiem Fuße beiaffen. Die Kaution ist noch tm Verwahrsam des Dresdener Landgerichts. Trotz der Verurteilung des Fürsten iuar dieser nicht zu bewegen, den Portier Möller sur die ihm widerfahrene Unbill zu entschädigen. Möller, ber eine Familie zu ernähren hat, ist durch die Handlungsweise des Fürsten steuungs- los geworden, und was schwerer in die Wagschale fällt, er hat em Leiden davongetragen, das ihn zeitlebens nicht mehr verlassen wird. Der Fußtritt des Fürsten Kotschoiibey hat sonach die schlimmsten Folgen hinterlassen. Aus .diesen Gründen hat daher der Portier Möller gegen den Fürsten eine Klage auf Zahlung einer jährlichen Rente in Höhe von 2 000 Marl bei bet' 3. Zivilkammer des Landgerichts Dresden anhängig ge­macht Sollte sich Fürst Kotschouben im Falle seiner Verurteilung dann immer noch sträuben, den bedauernswerten Portier zu ent­schädigen, so beabsichtigt dieser, sich direkt an den Z a r e n N i - ko l au s zu wenden, damit dieser auf den Fürsten den notigen Druck ausübe. -------

Ieutlch-Südwestafrika.

Der Kapstadter Korrespondent derTimes" meldet, in amtlichen Kreisen seien Erhebungen angestellt worden, be­züglich der in den deutschen Blättern enthaltenen Angaben, daß die Bevölkerung der Kapkolonie die Einge­

borenen gegen die Deutschen unterstütze, und be­merkt hierzu: Abgesehen von der Tatsache, daß hier keine allgemeine deutschfeindliche Stimmung herrscht, ist die Liefe ng von Waffen und Munition an die Eingeborenen unmöglich. Besonders seit dem südafrikanischen Krieg sind die Bestimmungen über das Waffentragen außerordentlich streng. Für jede Waffe, die man im Besitz hat, ist ein Erlaubnisschein erforderlich; solche Erlaubnisscheine werden nur an zuverlässige Personen verabfolgt. ES gibt infolgedessen keine Niederlagen, aus welchen die Eingeborenen sich mit Waffen versorgen könnten.

Der deutsche Kohlenfelderkauf in England ein Neinfalt ?

London, 20. Juli.

Vincent fragte heute im Unterbanfe die Regierung, ob das Handelsamt im Besitze von amtlichen Mitteilungen in Bezug auf den Verkauf der Whitworther Kohlenfelder in Whitworth an ein deutsches Syndikat, das im Auf­trage der deutschen Marine handle, sei, und ob das Hcmdelsamt die Käufer davon verständigen würde, daß die Regier­ung besondere Gesetze plane, nm die Verschiffung von Kohle für den Gebrauch fremder Mächte zu verhindern.

Der Unterftaatssekretär des Handelsamtes erwiderte: Vincent solle nicht anncfmien, daß die bri fische Regierung jemals etwas gegen die bloße Verschiffung von Kohle für den Gebrauch fremder Mächte im Verlaufe des gewöhnlichen Geschäftsverkehrs ein- äutoenbm gehabt habe: das einzige, wogegen sich die Regierung verwahre, sei der Erwerb von irgend etwas, was einem Monopol auf Dampfkohle ähnlich sei, durch Fremde oder eine fremde Regierung. Das Handelsamt sei der Meinung, daß man bisher bart keine Dampskohle gefördert habe. Das Whitworther Kohlenfeld liegt außerhalb des Gebietes, in dem die Dampfkohle, welche für Marinezwecke brauchbar ist, bisher ge­fördert wurde. Aus dem Kaufpreise geht hervor, daß der An­kauf sehr unbedeutender Natur ist und daß keinerlei Einmischung nötig ist.

Markham (lib.) fragt an, ob bekannt sei, daß gerade dieses Kohleiffeld bereits seit zwanzig Jahren in London aus- geboten wurde und daß nur zehn Pfund Sterling per Acre als Kaufpreis gefordert worden seien, ohne daß sich Käufer gefunden hätten. (Heiterkeit und Beifall.)

Von Seite der Regierung erfolate darauf keine Antwort.

Ier Krieg.

Die Friedens-Konferenz.

Der japanische Friede nsbevoll m ächtigte, Komura, ist mit den japanischen Delegierten in Port Towsend (einem Hasen an der Westküste des Staates Washington) eingetroffen.

Der Moskauer Berichterstatter der Times erfährt von einem Freunde Wittes, dieser sei fest überzeugt, die Friedens-Verhandlungen würden nicht länger als drei Wochen dauern. Wenn aber die japanischen Forderungen sich als unannehmbar erweisen sollten, dann '.rwarte Witte, unverzüglich zurückkehren zu können.

Der kriegslustige Zar.

Tokio, 20. Juli. Wie aus der Mandschurei hierher gemeldet wird, habe der Zar an den General Line- mitsch einen Brief gerichtet, worin er ihn ermutigt und ihm verspricht, die nötigen Mannschaften und Munition zu senden, soviel er irgend brauche. Der Zar soll die Mobilmachung von vier weiteren Armeekorps angeordnet haben.

Das englisch-japanische Bündnis.

Die WienerN. Fr- Pr." meldet, in Wiener diplo­matischen Kreisen verlaute bestimmt, die Anwesenheit des Prinzen Arisugawa in London hätte hauptsächlich den Zweck gehabt, das Terrain für die Ausgestaltung des eng­lisch-japanischen Einvernehmens zu einem Offensiv- und Defensivbündnis zu sondieren. Das bisherige, erst in zwei Jahren erlöschende Bündnis ist nur defensiver Natur. In maßgebenden Kreisen Englands sei eine starke Strömung für eine derartige Ausgestaltung schon mit Rücksicht auf die Gefahr, daß Rußland später sich für die oftasiatischen Niederlagen in Indien schadlos halten wollte.

Ein russisch-japanisches Bündnis?

In der russischen Presse erheben sich dagegen immer mehr Stimmen für ein Bündnis mit Japan. Der Feind von heute, der Verbündete von mvrgen. Das ist alles schon dagewesen und die beste Sicherung eines dauern­den Friedens. Mit vollendeter Ritterlichkeit hat Japan die russischen Kriegsgefangenen behandelt. Die Offiziere bis! zu den hohen Kommandierenden hinauf wissen nicht genug von den Aufmerksamkeiten zu erzählen, die man ihnen bereitet, nicht genug von der sympathischen Aufnahme, die der Gedanke einer Annäherung der beiden Mächte bei den Japanern gefunden habe.

Vorläufig hat weder die japanische noch die russische Regierung zu diesem weitausschmlenden Plan Stellung ge­nommen. Die russische Regierung wohl deshalb nicht, weil sie sich nicht der Gefahr aussetzen will, einen abschlägigen Bescheid aus Tokio zu bekommen und weil sie meint, Japan als die jüngere Großmacht müsse den Anfang machen und an Rußland herantreten. Die japanische Regierung aber ist viel zu klug, um im gegenwärtigen Zeitpunkt sich festzulegen.

Auf Erkundig un ginunterrichtetenjapani- s ch e n Kreisen Berlins ist unserm Berliner R-Korrespon- denten folgende Auskunft zuteil geworden:

Rußland batte vor dem Krieg ein Bündnis mit Japan haben tonnen. Die Stimmung war dafür in Japan sehr günstig. Rußland, damals in vollem Glanz einer Streitkraft ersten Ranges daß tu Wirklichkeit vieles im Heerwesen und namentlich in der militärischen Organisation zu wünschen ließ, war speziell der japanischen Regierung durch zuverlässige Information bekannt Würde unbedingt den Vorzug vor England erhalten haben.

Diese Situation ist in Petersburg nicht gewürdigt worden. Im Gegenteil, mit Mißachtung, um nicht zu sagen mit Verachtung wurden die Bündnisbestrebungen, die eine sehr starke Stütze in Tokio hatten, abgewieseu. Ob heute ein Bündnis mit Rußland, wenn es ernsthaft zur Sprache käme, in Japan viel Freunde haben würde, ist zu b e z w e i k e l n. Die Aufmerksamkeiten gegen­über den russischen kriegsgefangenen Offizieren darf man nicht überschätzen. Japan hat dabei nicht im Auge gehabt, die Russen für sich zu gewinnen, sondern es hat lediglich die Pflichten erfüllt, die einem Kulturvolk die Humanität im Kriege auferlegt. Einst­weilen hat das Bündnisprojckt, vom japanischen Standpunkt au8, einen etwas Phantastischen Zug.Unmöglich" darf man zwar auch hier nicht sagen, weil jede Entwicklung in der Politik denkbar ist. Aber mindestens erscheint die Verwirklichung schwer

Soweit unser Gewährsmann. Was gegen das russische- Bündnis spricht, ist nicht etwa die Rücksicht auf das Bündnis Japans mit England. Dies Bündnis verwehrt keineswegs, daß Japan auch noch mit anderen Mächten ähnliche Ver­träge schließt. Sein Ziel ist doch wohl darauf gerichtet, zunächst einmal die Früchte des Krieges zu ernten, allein zu ernten. Und es ist auch anzunehmen, daß Japan die Treue seines englischen Freundes nicht überschätzt. Es toirb1 sich wohl kaum verhehlen, daß England nach bewährter; Gewohnheit auch bei dieser Gelegenheit einen Korb auf­stellen möchte, um etliches mitzusammeln, weil man sich in England den Erfolg zuschreibt, Frankreich von einem! Eingreifen in den Krieg zurückgehalten zu haben. Mer? auch ohne die englisch-französische Annäherung würde Frankreich nicht entfernt daran gedacht haben, dem ver­bündeten Rußland zu Hilfe zu kommen. Die Erklärungen! von französischer Seite zu Beginn des Krieges ließen dar­über keinen Zweifel, daß Frankreich im eigenen Interesse Neutralität bewahren wollte. Im Frühjahr dieses Jahres! allerdings, als Delcasse die Bewegungen der russischen! Flotte begünsttgte, wäre es beinahe zu einem japanischen! Ultimatum an die Adresse Frankreichs gekommen.

Die Japaner halten wir für viel zu geschäftsgenxmd^ um Rußland, selbst wenn sie für spätere Zeit eine freund^ schaftliche Annäherung erstreben, jetzt eine solche Absicht merken zu lassen. Ech wollen sie nach alter Möglichkettz bei den Friedensverhandlungen ihre Forderungen durch­setzen vermutlich wird, um die Ueberlegenheit Japans! nochmals fühlbar zu machen, Wladiwostok gen omi men und General Line witsch eine entscheidende Niederlage beigebracht werden - beim, nach der Unter­zeichnung des Friedensvertrages, lassen sie sich vielleicht dazu herbei, vom Bündnis zu sprechen. Inzwischen ist aber, anzunehmen, daß England, um die gefährliche russisches Konkurrenz im Osten aus dem Felde zu schlagen, bemj Prinzen Arisugawa als dem Vertreter des Kaisers von Jv--j pan die vorteilhaftesten Anerbietungen fing' eine Erweiterung des Bündnisses gemacht hat.

Nicht zu vergessen ist, baß auch bie Verein. Staates mit äußerster Rührigkeit beflissen sinb, Japans Freunds schäft zu erringen. Die smarten Amerikaner wollen ihren seits bem englischen Hanbel in Ostasien bas Felb streitig machen. Eine ganze Kommission von Militärs, Kongreß- mitgliebern, Beamten, befindet sich auf bem Wege nach Tokw, auch bas unvermeibliche Frl. Alice Roose Veld ist mit habet. Beim Hanbel und beim Hanbeln hört bte> amerikanische Freunbschafl für En glaub auf.

Man sieht, Rußlanbs Bunbesgenossenschast hat wenig) Verlockenbes gegenüber Bewerbern, bie für Japans Gunsh bebeutenb mehr auszuwenben in ber Lage sinb. In Japans wirb nicht mit Unrecht geargwöhnt, baß bie plötzlich er-i wachte Neigung, bem Gegner, bie Hanb zu reichen, auf die, Hoffnung gegrünbet sei, derart wenigstens um bie Kriegs-, entschäbigung herumzukommen.

Nach einer Petersburger Depesche besM'atin" Ware, allerbings Herr v. Witte beauftragt, mit einem japtttnischew^ Bunbesvertrag zurückzukehren. "

Fiusstlche Ueuigketteu.

Neue Attentate.

Gegen den Oberprokurator Pobjedonoszel^ soll am Mtttwoch in Petersburg ein Morbanschlaf versucht worben sein. Bei besten Riickkehr von Zarskoje^ Selo sei, wie es heißt, auf dem Bahnhof ein junger Mann, auf den Oberprokurator zugegangen und habe einen Re­volver schuß auf ihn abgeben wollen. Ein Reisendes, sei dem Menschen in den Arm gefallen und habe den An­schlag verhindert, worauf cs gelungen sei, den Betresfendenl^ zu verhaften. Er weigere iich, seinen Namen zu nennen, Die Petersb. Telegr.-Agentur aber meldet:

Die in der Stttdt verbreiteten Gerüchte über das^ auf Pvbje^ donoszew verübte Attentat sind ohne jede materielle Be°» gtünbung. Sie wurden hervorgerufen durch die Festnahme eines jungen Mannes, der ctuj dem Bahnsteig des Bahnhofes von Zarskoje Selo erregt auf und ab ging, als Pobjedonoszew beit Zug verließ. Bei dem Festgenommeucn wurde nichts Verdächtiges! gefunden.

Vergangene Nacht wurden auf ber Station Praga Bet Warschau, als gero.be ein Schnellzug ein fuhr, auf ben auf dem Perron beflnblichen Gen b arm erie-O ffiziep Salbakow einige Revolverschüsse abgefeuert. Eine Kugel verletzte ben Offizier töbliA Der Mörder ish nicht entdeckt worben.

Im S appeurlager bei Kiew würbe auf ben Kommanbeus bes 7. Sappeurbataillons, Nenrilow, ein Bomben­atten tat verübt. Nemilow, ber in feinem Zelt mit ber Durchsicht'von Doktnnenten beschäftigt war, würbe burchi Bombensplitter am Hinterkopfc verletzt. Das Lager wurde, sofort alarmiert und Untersuchung eingeleitet.

Während einer OpernauMhrung im Volkstheater zu Moskau fielen plötzlich von alten Seiten Schüsse, welche anscheinend gegen ben im Theater anwesenben Ge­ne r a l g o u v e rn eu r von Moskau gerichtet waren. Es! entstand eine große Panik, wobei mehrere Personen verletzt