Ausgabe 
22.6.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

) Am 20. Mai fand im Kauftn. VereinshtruA zu Gießen die F r ü h j a h r s k o n f e r e n z der Lehrer cm den Kaufmann. Fortbildungsschulen Ober­hessens statt. Zur Beratung stand der Lehrplan für den Unterricht in Buchführung an den Kaustn. Fortbildungsschulen. Außerdem wurde ein Vortrag über Tabak und Tabakindustrie gehalten, an den sich die Besichtigung der Tabak- und Zigarrenfabrik des Herrn Kommerzienrat Schirmer-Gießen anschloß.

d) Der Besuch des Unterrichts in der Kaufm. FachschulezuGießen war zwar im abgelaufenen Schuljahr regelinäßiper als seither, doch haben immer noch einzelne Schüler in unverhältnismäßig zahl­reichen Fällen ohne hinreichende Entschuldigung den «Unterricht versäumt. Derartige häufige Versäum­nisse sind nicht nur für die betreffenden Schüler von großem Nachteil, sondern sie erschweren auch in hohem Maße die Erteilung eines ordnungsmäßigen Unterrichts. Die Schulkommission hat daher be­schlossen, in Zukunft mit unnachsichtlicher Strenge vorzugehen und bei wiederholten, nicht hinreichend entschuldigten Versäumnissen die Aus­weisung solcher Schüler aus b et Kaufm. Fachschule und die Einreihung in die Allgemeine Fortbildungsschule zu ver­anlassen.

Es ist deshalb dringend zu wünschen, daß die Prinzipale allgemein auf einen regelmäßigen Schul­besuch ihrer Lehrlinge Bedacht nehmen. Dieses kann umsomehr erwartet werden, als bei Festsetzung des Stundenplans besondere Rücksicht darauf genommen wird, daß nicht mehrere Lehrlinge einer Firma zur gleichen Zeit den Unterricht zu besuchen haben.

e) Die Großh. Regierung hatte der zweiten Kammer der Stände einen Gesetzentwurf über den Handel mit Giften vorgelegt, in dem die Ge­nehmigung dieses Handels außer von der Zuverlässig­keit des Verkäufers, auch von dem Nachweis eines Bedürfnisses abhängig gemacht war. Diese Bestimm­ung hat in den Kreisen der Drogen- und verwandten Geschäfte zu einer lebhaften Beunruhigung geführt, weil sich einheitliche Grundsätze für die Bejahung eines Bedürfnisses für den Handel mit Giften nicht aufstellen lassen und infolgedessen die Genehmigung

lediglich von dem subjektiven Ermessen der Äufsichts-

behorche abhängen würde, womit aber keine Gewähr

für. eine überall gleichmäßige Handhabung der Kon- ' zessionserteilung gegeben wäre. Auch konnte nach den bisherigen Erfahrungen im Großherzogtum Hessen,

* sowie in den anderen deutschen Bundesstaaten, wo < bet Handel mit Giften schon jetzt z. T. geringeren Beschränkungen als in Hessen unterliegt, die Not­wendigkeit der Einführung des Bedürfnisnachweises nicht anerkannt werden. Endlich war von dem Nach­weis des Bedürfnisses für die Erteilung der Kon-

1 Session eine Verteuerung der Gifte für den gewerb­lichen Verbrauch zu befürchten, während ein größerer Schutz des Publikums gegen Vergiftung mit Rücksicht auf den leichten Bezug der Gifte von jenseits der Landesgrenze nicht zu erwarten stand. Die Handels­kammer, hat daher unter Angabe vorstehender Be­denken eine Eingabe an die zweite Kammer der Stände gerichtet, in der sie sich gegen die Einführung des Bedürfnisnachweises für den Handel mit Giften aus- gesprochen hat. Den: Vernehmen nach ist auch in der Ausschußberatung des Gesetzentwurfes der Be­dürfnisnachweis fallen gelassen worden.

f) Dem kaiserl. Patentamt wurde ein Gutachten über das WortUrbanus" in .Verbindung mit Pillen er­stattet, in dem die Freizeicheneigens chaftdes WortesUrbanuspillen" nachgewiesen wurde.

(Schluß folgt.)

Aus Stadt und Kau-.

Gießen, 22. Juni 1905.

** Das Jahresfest der Landesuniversität findet am 1. Juli, vormittags ll1/^ Uhr, in der großen Aula mit folgendem Programm statt: 1. Hochzeitsmarsch aus dem Sommernachtstraum von Mendelssohn. 2.Du bist's, dem Ruhm und Ehre gebühret" von Jos. Haydn. 3. Festrede des Rektors. 4.Magnificat anima mea dominum von Francesco Durante. 5. Ludwigs Fahnen-Marsch, komp. von Sr. Hochfürstl. Durchl. dem Erbprinzen nachmaligen Land­grafen Ludwig VIII. von Hessen zu Kranichstein am 14. Juni 1730.

** Feuerwehrjubiläum. Außer der Festhalle, welche wir gestern erwähnten, werden, wie man uns mit­teilt, von den hiesigen Bierbrauereien vier größere Hallen einheitlich ausgestellt und eingerichtet; sie kommen von dem Festplatz-Eingang links nebeneinander zu stehen. Weitere Hallen für Kaffee :c. können wegen Platzmangels nicht er- richtet werden. In dem Garten des Kommerzienrats Gail kommt ein großes Zelt zur Aufstellung, und bei günstiger Witterung werden an mehreren Plätzen des Gartens Sitz­gelegenheiten von dem betreffenden Restaurateur geschaffen. Der Haupt-Ein- und Ausgang zum Festplatz ist von der Neustadt aus, neben der Restauration von H. Sauer; ein zweiter Eingang befindet sich, wie bei früheren Festen, nach der Kirchstraße zu. Die Umzäunung des Festplatzes wurde dem Zimmermeister Helfenbein, die Dachdeckerarbeit Emil Noll, die Weißbinderarbeit Launspach, die Gärtnerarbeit Carl Becker und die Dekorationsarbeiten Ehr. Arnold über­tragen. Der Festplatz, die Hallen und der Gailsche Garten werden mit elektrischem Licht versehen, die Installation be­sorgt die hiesige Firma Fertsch und Eigel. Die Gesamtfest­anlagen werden nach einer Skizze des Architekten Köhler für eine offizielle Festpostkarte die Unterlage bieten. Die Herstellung dieser Festpostkarten ist der hiesigen Firma Kramer und Neinecke übertragen worden.

* Hessischer Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen. Die diesjährige Hauptver­sammlung des Vereins findet am 29. Juni zu Darm - stadt statt. Im Mittelpunkte der Verhandlungen stehen die Dorträge: 1. Des Bürgermeisters und Abgeordneten Kr. Frenay in Bensheim überDie Ausführung deS Wohnungssürsorgesetzes im Zusammenwirken von Gemeinden und gemeinnützigen Bauvereinen; 2. deS Sanitätsrats Dr. Pull mann-Offenbach überGesundheitspflege und Wohnungswesen^. Gleichzeitig findet in demselben Lokale auch die Ausstellung der Baupläne nnd Modelle statt, die in dem von dem Verein vor kurzem ausgeschriebenen Wettbewerb preisgekrönt und angekaujt sind. Die Teilnahme an der

Versammlung ist außer den Mitgliedern auch sonstigen In­teressenten an der praktischen WohnungSrcform gestattet.

** Zum Rüdesheimer Mord. Vom Ersten Staatsanwalt in Wiesbaden wird zum Mord bei Rüdes- heim folgende Darstellung verbreitet: Es muß davon aus­gegangen werden, daß der Ermordete und der Mörder zunächst in einer Hütte Unterkunft gesucht und gefunden haben, in der der Steinbruchbesitzer Hermanni Gerätschaften aufbewahrt. In diese ist eingestiegen, das Vorhängeschloß mitgenommen md aus ihr das kleine Handbeil entwendet worden, mit dem die Schläge drei bis vier auf die Stirn und die rechte Gesichtshälste des Ermordeten geführt worden sind. Den zurückgelassenen Hut muß der Täter, vor dem Ermordeten stehend und ihn am Halse fassend, auf dem Kopf gehabt haben; nur die Kopfform ist mit Blut stark bespritzt. An dem Jackett ist an der rechten inneren Seite, dort wo die innere Tasche zu sitzen Pflegt, das Futter heransgerisscn worden; in dem Futter dürften die Nähte der Tasche sichtbar sein. Bei dem Toten, bei dem Uhr und Geld fehlen, ist die Hülle einer größeren Reisekarte gefunden, die Karte möglicherweise von dem Täter mitgenommen worden; eine Hosentasche war umge- dreht und leer. Opfer und Tater dürsten auf der Resse zusammengetroffen, der Tote ein Handwerksbursche sein. Es kann nach seinem Aussehen bezweifelt werden, daß er bis zuletzt im Besitze eines Rades gewesen ist. Man hat einen jungen Mann, auf den die Beschreibung des Toten paßt, in Begleitung eines oder zweier schlecht gekleideter Personen am 17. Juni nachmittags den Fußpfad zum Niederwald ab NüdeSheim hinaufgehen sehen.

Bad Nauheim, 20. Juni. Am Montag nachmittag fand hier eine Sitzung der Kommission für die Altertumssammlung zu Bad-Nauheim statt. Die Anwesenden tauschten ihre Meinung dahin aus, daß unsere Altertumssammlung, wenn auch gegenwärtig noch klein, für unsere Stadt von nicht zu unterschätzendem Vorteil werden könne,. weil sie den Sinn für Heimatkunde unterstütze, und bei weiterer Ausgestaltung zu einer wertvollen Sehenswürdig­keit werde. Vor allem sei es durch die Gründung der Sammlung, wie man hofft, für immer erreicht, daß die in unserer Gegend gemachten Funde nicht mehr in andere Städte sortgebracht, sondern dem Platz erhalten würden, der ein natürliches Anrecht auf sie besitzt. An die Be­sprechung schloß sich eine Besichtigung der bis jetzt vor­handenen Sammlung und sodann der Neinhardskirche, welche vielleicht dazu bestimmt ist, nach einer unvermeid­lichen Ausbesserung die Altertumssammlung aufzunehmen und der Oeffentlichkeit zugängig zu machen. Die Kom­mission war einstimmig der Ansicht, daß die Neinhards­kirche, selber in ihrer Art ein anziehendes Altertumsstück, in hervorragender Weise dazu geeignet sei, die einzelnen Altertümer, welche natürlich bei sachgemäßer Aufstellung einen größeren Raum beanspruchen, richtig zur Geltung zu bringen.

Marburg, 21. Juni. Zur Bluttat in Noda werden derH. L. Z." folgende ergänzende Mitteilungen gemacht. Daß Lehrer Mengel die Tochter des Landwirts Kinkel nach Marburg gebracht, resp. hernach erstochen hat, um den Folgen einer strafbaren Handlung zu ent­gehen, ist ausgeschlossen, da die Sektion der Leiche er­geben hat, daß das Mädchen in jeder Hinsicht unberührt war. Die Tat kann nur im Zustand geistiger Umnachtung Passiert sein. Mengel litt schon seit längeren Jahren an nervöser Ueberreizung, den Dolch z. B. führte er schon seit Jahren stets bei sich, weil er ab und zu an Verfolgungs- Wahnsinn litt. Volle Klarheit wird erst die Untersuchung bringen.

41. Jahresversammlung der südwestdeutschen Kon­ferenz für innere Mission.

(Original-Bericht desGießener Anzeigers".!

PA. Stuttgart, 19. Juni.

Stuttgart, einst die vornehm-gemütliche, zwischen waldgekrön­ten Nebenhügeln eingebettete Residenzstadt des Schwabcnlandes, es ist zur Großstadt geworden und längst ist's an den umgeben­den Bergen cmporgeklommcn, cs quillt nun immer mehr dar­über hinweg und zieht die Nachbarstädte und Orte in seinen Bereich. Zu großer Freude dars es ausgesprochen werden, daß auch die Arbeit der Kirche rind der inneren Mission damit Schritt yehalt hat, und in's Große gewachsen ist. Das zeigte alsbald in geradezu überraschender Weise das palastartige neue Haus des Christlichen Vereins junger Männer, in dessen wunder­vollem Saal sich die Freimde der inneren Mission in Stuttgart versammelt hatten. Es galt einer doppelten Feier: dem 75 jähr. Jubiläum der Evang. Gesellschaft, deren kirchliche Feier schon am Nachmittag in der alten Stiftskirche stattgefunden hatte, und die Begrüßung der Südwestdeutschen Konferenz, was der Ver­treter des Württemberger Oberkonsistoriums, Oberkonsistorialrat Weitbrecht, in Erinnerung an den 18. Juni 1815 als eineBelle Alliance" bezeichnete. Tie sehr stark besuchte Versammlung, der u. a. auch die Herzogin Wera beiwohnte, verlief int übrigen sehr schön. Vor allem klang durch alle Reden der Aufruf an die Gemeindeglieder zu fteudiger Mitarbeit.

Nicht minder großstädtisch ist das vortreffliche christliche HospizHerzog Christoph, in dem man vortrefflich aufgehoben ist.

Heute vormittag begann die Arbeit der Konferenz mit der Sitzung der vereinigten Landesausschüsse, die sich u. a. sehr eingehend mit der neuen Zentral st elle für Förderung der Volks- und Jugendlektüre in Hamburg be­schäftigte. Deren Aufgabe, soll es sein, unter voller An­erkennung des modernen Bildnngsstrebens und der künstlerischen Ansprüche, vor allem die Ideale deutschen Volkstums und evangelischer Sittlichkeit in der Volks- und Jugendliteratur zur Geltung zu bringen.

Die erste öffentliche Hauptversammlung tagte dann am Nachmittag im Saale der Evang. Gesellschaft. Den Mittelpunkt der Verhandlungen bildete dabei die geradezu grund­legende Frage desZusammenwirkens von Pfarramt und Gemeinde gliedern in der Vereins- und Ge- m ein de arbeit". Mit tiefem, gewissenanfassendem Ernst wies der Referent, Professor Dr. Wurster aus Friedberg, auf die schweren Mängel, die hier in der evangelischen Kirche vorliegen, obwohl sie grundsätzlich nicht die Pfarrer, sondern die Gemeinde imb ihre Glieder in allen ihren Ständen zu den.Trägern des kirchlichen Lebens mache, hin. Sie habe sich darin durch 'die katholische Kirche, obwohl sie ihrem Wesen nach Priesterkirche sei, überholen lassen. Daran ist weder ein angebliches patriarchali­sches VevsrmundungSsttstem seitens der inneren Mission, noch oie mangelnde Eingliederung in die organisierte Kirche schuld, sondern seitens der 6-emeinde ein Mmrgel begeisterten Glaubens und LiebeslebenS, seitens der inneren Mission eine nachdrücklich betriebene Erziehung der Gemeindeglieder zur Mitarbeit. Be­sonders bedeutsam ist der vierte Leitsatz:Ebenso hat das Pfarramt gefehlt, wenn es sich zu lange zu Ber-

einsarbeiten gebrauchen ljeß, bie b'ion &entetttti& gliedern hätten übernommen werden sollen." DerPfarrer soll so wenig wie möglich tun,waS gerade so gut oder noch besser von einem Ge­meindeglied geleistet werden könnte." (Anmerkung: Berichterstatter dachte dabei unwillkürlich: Wie viel mehr hoch-- nötige Arbeit an Seelsorge, Vorträgen usw. könnten z. B. Gie­ßener Pfarrer tun, wenn sie nach diesem Grundsatz verfahren könnten.) Aber wie uni) woher sind die Mitarbeiter zu gewinnen? Die gewählten Kirchenvorsteher und Gemeindevertreter wären dazu ja zunächst berufen, aber sie sind tatsächlich dazu vielfach weder geeignet noch willig. Dazu sind sie meist viel zu sehr unter dem Gesichtspunkt der Verwaltung gewählt. Vielleicht sind sie aus den Vereinen zu gewinnen. Der Pfarrer soll in den seltensten Fällen Vorsitzender, nie Geschäftsführer sein. Selbst die Dibelauslegung soll nicht sein ausschließliches Recht sein. Besonders sollten die Lehrer gewonnen werden, ihre Gaben in den freien Dienst der Gemeinde zu stellen. Warum sollen nur die Sozialdemokraten die Arbeiter zum Reden bringen? Bei der Jugend sollte begonnen werden. Wenn nur die Eltern nicht so töricht wären, daß sie den unersetzlichen Wert solcher Erziehung zum freien Dienen und Helfen verkennen und sie hindern! Was für ein Segen für die Gemeinde, wenn ein Kreis von Vertrauenspersonen aus allen Ständen an den Besuchen der Siechen, der Traurigen und Armen teilnimmt. Erst in solcher Arbeit wird die. Gemeinde sich ihrer Selbständigkeit bewußt, daß sie nicht bloß eine Herde ist, die sich anpredigen läßt. So kommen wir zu lebendigen Gemeinden, in denen Gemeinschaft der Arbeit, der Erkenntnis und des Gebets herrscht.

Wie anregend das Referat wirkte, zeigte die nachfolgende Besprechung, in der die ausgesprochenen Gedanken nach ver­schiedenen Richtungen weiter gesponnen wurden. Daß in Württenv- berg, dem klassischen Boden derGemeinschaften", der Wert dieser Gemeinschaften für die Helferarbeit an der Gemeinde und die Notwendigkeit, mit diesen Gemeinschaften Fühlung zu pflegen, betont wurde, versteht sich von selbst. Besonders hervorgehoben wurde, daß das Zusammenwirken von Gemeindegliedern in der Kirche ht letzter Linie nicht btc Förderung der Kirche im Auge habe, sondern das persönliche Heil der einzelnen Gemeinde­glieder, die Erweckung eines Lebens in Gott, d. h. eines Lebens in Liebe, in innerer Rechtschaffenheit und in Wahrheit. Dazu gehöre auch die Förderung der christlichen Erkenntnis in ehr- licher Weitberzigkeit.

* Kleine Tageschronik. In Spandau ist der Haus­besitzer Lüdke mutmaßlich ermordet worden. Er vermietete Schlafstellen an polnische Erdarbeiter, die an den Charlotten­burger Rieselfeldern tätig waren. Unter di-sen Arbeitern wird auch der Täter gesucht. Bei Kiel wurde der Oberleutnant zur See, Arnvldi, mit schweren Stichen in der Lunge aiss- gefunden und ins Lazarett gebracht. Der Täter ist bisher unbe­kannt. In Altstadt, Kreis Neustadt in Oberchlessien, wurde der Bauerngutsbesitzer «Gcbulla von seiner Frau und seinem Stiefsohn nach voraufgegangenem Streit ermor­det. Die beiden Mörder sind verhaftet. In den ungarischen! Ortschaften Slavicin und Hradek wurde durch Hochwasser großer Schaden angerichtet, Brücken fortgerissen und viele Häuser fortgeschwemmt. Auch der Valapaß^Bahndamm wurde auf eins Vreite bnn GO Metern nnn den Finten dnrckibracken.

Sport.

Kiel, 21. Juni. Bei der heutigen Wettfahrt deskai« serlichen Jachtklubs im Kieler Hafen erhielten von Klasse 5 a die RennjachtenFeinsliebchen 3" den 1. Preis und den Ehrenpreis der Stadt Kiel,Rose" den 2. Preis,Jenny" den 3. Preis; von Klasse 5 b die RennjackstenWannsee 5" den 1. Preis,Georg" den 2. Preis,Elisabeth^^, die Jacht des Prinzen Eitel-Friedrich, den 3. Preis, die Jacht 1905" den 4. Preis: von Klasse 5 a die KreuzerjachtenKefim" den 1. Preis undTom Kyle 2" den 2. Preis. ,Tom Kyle" bat Protest einaeleat. ^-er nnd> unentschieden ist.

Kerlchtsjaat.

Berlin, 21. Juni. Die Revision des RechtSan Walts Heinrich Hertwig, der vom Landgerichtt 2 wegen BetrugS und Unterschlagung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden war, ist vom Reickisaericht- 9eimin verworfen worden.

Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesettschaft.

Gottesdienst.

Sabbathfeier am 24. Juni 1905.

Freitag abend 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbathausgang 9.40 Uhr,

Wochengottesdienst: morgens 6.00, abends 8.00 Uhr.

Kursbericht.

Frankfurt a. M., 3x/t% Reichaanleihe . . 101.45 3n/0 do. ... 90.30 3'/,°/o Konsols .... 101.25 3% do......90.30

379% Hessen .... 100.H0 3l/t% Oberhessen . . . 99.30 4% Oesterr. Goldrente . . 101.80 47c% Oestorr. Silberrento . 100.95 4% Ungar. Goldrento, . . 99.45 4°/e Italien. Rente . . .. 4% Portugieser I . . . 66.90 3°/ Portugiesen. III . . 67.25 1% Unit Türken . . . 88.20

Türkenlose ...... 135.70 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 54.25 47,% äussere Argentiner 44.50

21. Juni Offizielle Schlusskurse.

3°/o Mexikaner .... 67.70 4,/s'Vi) Chinesen .... 96.65 Electric. 8 oh ackert . . . 137 00 Nordd. Lloyd . . . . 122.90

Kreditaktien..... 208 10

Diskonto-Koromandit, . . 189.90 Darmstädter Bank . . . 141.00 Dresdener Bank .... 15590 Berliner Handelsges. . 169 90 Oesterr. Staatsbahn. . . 143.40 Lombarden ..... 1840 Gotthardbahn ...... Laurahütte ....... Bochum ......251.80

Harpener......213 70

Stu atschatzscheine . . 100.20

Tendenz: ruhig.

Nahrung für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet u.beseitigtiDigrrhoo, Rrechdurci-^il, D^rrrKatarrh.

Pfeiffer aßillers Kaffee-Essenz in öosen

die älteste und allein echte

WM

NM

»MD