Ausgabe 
22.5.1905 Erstes Blatt
 
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Die Erhaltung der akademischen Freiheit. I

Berlin, 21. Mai. DieNorddeutsche" und die Kreuzzeitung" berichten über die Konferenz der Uni- hersitätsrektoren im Kultusministerium: Verschiedene Organisationsfragen sind zu befriedigender Lösung gelangt. Auch über die Ausländerfrage, sowie die Verhandlung der Stipendien für Privatdozenten ergab sich allseitige Verständigung. Ferner bildete die Frage des Frauen- studiums einen Gegenstand der Besprechung. Die An­gelegenbeit der Stud entenauSschüsse fand ihre Erledigung durch eine Ansprache des Ministers, in der er aus­spricht, daß er von einer diesbezüglichen Ergänzung der Universitätsstatuten absieht und der Erlast vom 16. März in Wegfall kommt. Die Entschließung des Ministers wurde von den anwesenden Rektoren mit Dank ausgenommen.

^Deutsches Reich.

Berlin, 20. Mai. Man veröffentlicht die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den Prinzen Nikolaus von Griechenland.

Eine größere Zahl hervorragender französischer Landwirte unter Führung von Profeffor Troude und Dr. Hailer-Paris unternehmen anfangs Juli eine mehr­wöchige Studienreise nach Deutschland, wofür die ^Vorbereitungen von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschast getroffen werden.

Karlsruhe, 21. Mai. Der Großherzog verlieh dem Chef des Geh. Zivilkabinetts des Kaisers, Wirkl. Geh. Dr. v. Lucanus, und dem diensttuenden Flügeladjutanten des Kaisers, General der Infanterie v. Plessen, den Haus­orden der Treue.

Hamburg, 21. Mai. Eine öffentliche Volks­versammlung, einberufen vom Verein der freisinnigen Volkspartei und dem Liberalen Verein, nahm einstimmig eine Protestresolution gegen die Wahlrechtsvorlage an. In den Referaten und der Debatte wurde wiederholt ein engerer Zusammenschluß aller Vertreter des Liberalismus em­pfohlen. Morgen werden 24 sozialdemokratische Protest- Versammlungen abgehalten.

Ausland.

Athen, 21. Mai. Air, eine in der Kammer von. der Opposition unte- Bezugnahme auf die in ^dcr italienischen Kammer über die Kreta-Angelegen beit vom Minister Tittoni gemachten Aeu^erungen gestellte Anfrage erklärt der Mi­nister des Aeußern, die ein friß e logische und praktische Lösung der Frage sei die Vereinigung Kretas mit Griechen­land. Die Befürchtungen, daß diese Verbindung auf die Ver­hältnisse auf dem Balkan zurückwirken könnte, seien unbegründet.

Athen, 21. Mai. (Agence Havas.) Im Langada- Distrikt in Mazedonien hat ein Zusammenstoß zwischen einer griechisch-mazedonischen Bande und cimm starken Detache- 'ment türkischer Truppen stattgesunden. Elf Mann von der Bande und 50 Türken sind gefallen. Obgleich die Griechen durch eine große Zahl türkischer Soldaten umzingelt wurden, gelang es ihnen doch, zu entkommen.

Cettinje, 20. Mai. (Wiener Korr.-Bnr.) Fürst Niko­laus ist zum Besuche des Kaisers Wilhelm nach Berlin abgereist.

Rom, 21. Mai. Man kommentiert lebhaft die Nachricht, König Viktor Emanuel beabsichtige, dem Sultan dem­nächst einen Besuch abzustatten. Bei dieser Gelegenheit werde die tripolitanische Frage einer Prüfung unterzogen werden. Der König wolle den Besuch abstatten um dem Sultan die Notwendig­keit vor Augen zu führen, Tripolis durch italienische Truppen be­setzen zu lassen und die Zustimmung des Sultans für die Ent­sendung einer italienischen Expedition zu diesem Zweck zu er­halten.

Paris, 21. Mai. Zahlreiche Sozialisten, an ihrer Spitze die Mitglieder des Arbeiterverbandes, haben beschlossen, während des Aufenthaltes des Königs von Spanien öffentliche Kundgebungen zu veranstalten. Unter anderem wird sich eine Gruppe von Demonsttanten zu der Zeit vor das Rathaus begeben, mo die Stadtverwaltung den König empfängt. (Ob man den Herrschaften die Durchführung dieses edlen Beschlusses so teickt machen wird? Die Red.i

Aus Stadt und Land.

Gießen, 22. Mai 1905.

L. U. Am Mittwoch, den 24. Mai, nachmittags 6 Uhr wird Dr. phil. Ernst Vogt, um sich für das Fach der mittelalterlichen und neueren Geschichte zu habilitieren, in der kleinen Aula des Universitätsgebäudes eine Probe­vorlesung überBismarcks französische Politik" halten.

** Das heftige Gewitter, das am Samstag nach- tnittag über unsere Gegend ging, hat in der Stadt zwar kein Unheil angerichtet, aber draußen in Feldern und Garten doch einigen Schaden verursacht. In Wieseck schlug der Blitz, ohne indeffen zu zünden, in die Wohnung des Kaufmanns Mayer-Löwenstein ein, wobei nur geringe Beschädigungen des Daches imb Speichers entstanden. Ferner schlugen Blitzstrahlen in die telephonische Leitung von Gießen und Alten-Buseck und zertrümmerten drei Leitungs­stangen.

** Unfug. Samstag nacht fand zwischen mehreren jungen Leuten, die vorher in einer Wirtschaft gezecht batten, auf dem Marktplatz ein Streit statt, wobei einer unversehens einen Messerstich in die Brust erhielt. Die Verletzung ist nicht gefährlich. In derselben Nacht wurde ein hiesiger Taglöhner dabei erwischt, als er an einem Hause am Lindenplatz Dachkandclrohre abriß und in der Walltorstraße Gegenstände aus Hofraithen auf die Straße schleppte. In der vergangenen Nacht wurde der Sohn eines Kaufmanns in der Bahnhofstraße hier dabei betroffen, als er eine, der Stadt gehörende, zur Beleuchtung der gesperrten Plockstraße aufgehängte Sturmlaterne zertrümmerte. In allen Fällen ist Anzeige gegen die Täter erhoben worden.

** Eine Haussuchung mit Hindernissen ist, so berichtet man uns, in einem in der nordöstlichen Wetterau gelegenen Dörfchen vorgekommen. Dort waren einem Bürger Mauersteine entwendet worden. Ter Verdacht fiel auf eine Witwe. Es wurde von dem Beigeordneten, dem Bestohlenen und einem Diener dec heiligen Hermandad eine Haussuchung vorgenommen. Im Hause sand man nichts, wohl aber im Stall, der zugleich die Residenz des Gemeindeziegenbocks war. Und richtig, die Frau hatte den Bock als Wächter der Steine bestellt, denn unter ihm, mit Mist bedeckt, lagen die Steine. Als aber die glücklichen Finder mit ihrer Beute den Stall vcclassen wollten, erwieS sich dieser verschlossen, Aüd e2 ibnen nur> Möchtest acgMu..

sich etwas langer an Ort und Stelle niederzulaffen. Als ihnen aber doch des Guten zu viel wurde, lärmten sie so lange im Stall, bis die Besitzerin, welche halb taub ist und wahrscheinlich ohne böse Absicht die Gesellschaft mit ihrem Bock bekannt gemacht hatte, öffnrte und den Eingesperrten die Wonne gab,wieder auszuatmen im rosigen Licht". Sie freuten sich ihres Daseins unter der Sonne dann umsomehr.

** Die Oberhessische Vereinigung zur Ver­breitung von Volksbildung hatte am Samstag nachmittag im Caf6 Ebel eine Versammlung. Unter den zahlreich Erschienenen waren Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Breidert, Oberstaatsanwalt Theobald, Kreis­schulinspektor Kleinschmidt und der Sekretär des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksvorlesungen und verwandte Bestrebungen, Lehrer Volk-Offenbach <r. M. Tie übrigen Herren waren Kumeist Lehrer, Aerzte und Pfarrer. Lehrer Müller übernahm den Vorsitz und eröffnete nm 4Uhr die Verhandlungen, nachdem er auf den Zweck und die Auf­gabe der Konferenz, hinaewiesen hatte. Es entstand eine rege Aussprache. Herr Zimmer wünscht die Gründung von Volksbibliotheken als bestes Mittel Mm Volksbildungs­wesen. Dr. Liebe betont, daß die Volksbildungsfrage aus dem Lande viel schwieriger zu lösen sei als in der Stadt, wo man genügend Kräfte und in der Regel eine regere Be­völkerung habe. Er stellt die Frage: Wie macht es der Verband auf dem Lande, um ein Verständnis nnd Interesse für Volksbildung in die. Bevölkerung hineinznbringen? Volk-Offenbach erklärt, daß da, wo die Bevölkerung eine gute Volksschulbildung besitze, auch auf dem Lande viel zu machen sei. Allerdings sei es auch nötig, daß man ge­eignete Persönlichkeiten, z. B. Lehrer, Pfarrer, Aerzte habe, die die erforderliche Liebe für das Volksbildungswesen be­sitzen. In den Volksbildungsvereinen sei darauf zu sehen, daß die Bücher leicht verständlich seien und an die Geschichte und Verhältnisse der Heimat anschlössen. Leseabende mit Besprechungen müßten erfolgen. Redner führt dann einige Beispiele aus seinen Erfahrungen an. Ein Redner aus Wetzlar wünscht die Abhaltung von Schillerabenden in den Landorten. Dr. Klein zollt dem Rhein-Maiu-Ver- band wärmste Anerkennung für die planmäßige Agitation für das Volksbildungswepm. Leider sei Gießen seither in dieser wichtigen Sache zurückgeblieben, obwohl es eine Metropole der Wissenschaft sei. Er schlägt die Wahl eines Ausschusses vor, der besonders dem Volksbibliotheks­gegend in seinen Arbeitsbereich einziehen soll. Kreisschul- we'sen seine Aufmerksamkeit widme:: und auch die Um­inspektor Kleinschmidt konstatiert, daß das Bildungs­bedürfnis auf dem Lande tatsächlich größer sei als man glaube; in den Büchern der Voltsbibliotheken möge mehr auf Gemüt unb Wille gewirkt werden, da Bücher mit nur belehrendem Inhalt wenig Sympathie finden. Oberstaatsanwalt Theobald -Gießen, der Vorsitzende des Vereins gegen Mißbrauch geistiger Getränke, bringt dem neuen Verein, der mit seinem Verein in gewissem Zusammen­hänge stehe, lebhafte Sympathie entgegen. Sowie das Lese­bedürfnis zunehme, werde der Mkoholmißbrauch und seine schädlichen Folaen abnehmcn. Ter Mangel an geistiger An­regung ist es, oer auf dem Laude besonders die Jugend ins Wirtshaus treibt, und die Folgen der Trunksucht sind dann Schlägereien und Roheiten, die oft von sonst nicht bösartigen Jungen ausgesührt werdet: und sie ins Gefängnis bringen. Lehrer Schweitzer-Odenhausen schildert daun die Grün­dung und Erweiterung seiner Volks- und Schülerbibliothek und wünscht eine Unterstützung der Behörde. Der Vor­sitzende stellte fest, daß alle Ausführungen der Redner für die Grünbung einer festen Organisation sprechen. Geheim­rat Dr. Breidert bittet Lehrer Müller, die Sache in die Hand zu nehmen nnd in Kürze die Bildung eines Msschusses zu veranlassen. Der Vorsitzende teilt noch mit, daß bereits 1874 schon einmal ein ähnlicher Verein gegründet worden sei, der sich jedoch aus Mangel an tatkräftiger Unterstützung auslöste. Nachdem noch die Austeilung von Broschüren er­folgt war, schloß der Vorsitzende die Verhandlungen.

-si Lieh, 20. Mai. Lehrer Roth wurde zum Haupt­lehrer der hiesigen Volksschule ernannt.

Bleichenbach, 20. Mai. Bei dem heutigen Ge­witter schlug der Blitz in die Scheuer des Bahnwärters Friedrich Kraul ein. Heu- und Strohvorräte in der Scheune fingen zum Glück kein Feuer; Dach, Giebel, Balken und Fachwerk wurden arg verwüstet. Der nächste Blitzstrahl fuhr in einen hohen Birnbaum auf dem Turnplatz und richtete gleichfalls starke Beschädigungen an. Seit vielen Jahren wurde das Dorf mcht von einem solch heftigen Gewitter heimgesucht.

§ Nieder-Mock st adt, 18. Mai. Da§ Bahn Pro­jekt Ranstadt-Friedberg scheint verwirklicht zu werden. Die daran beteiligten Gemeinden haben dieser Tage eine Versammlung gehabt und der Firma, die das Projekt über­nehmen will, Zinsgarantie zugesichert. Die Firma Lenz & Cie. in Berlin wird wahrscheinlich mit der Erbauung betraut werden.

0 Gladenbach, 21. Mai. In unserem Orte herrscht nicht geringe Erregung darüber, daß der Messerheld B u cke r, dec im Oktober vor. Is. einen hoffnungsvollen jungen Mann mit dein Meffer so schwer verletzte, so daß dieser nach zwei Tagen starb, jetzt wieder frei herumläuft und angeblich aus der Haft entlassen worden ist, weil er geisiig nicht zu­rechnungsfähig sei. Liegt es denn nicht im Interesse b-r öffentlichen Sicherheit, daß ein Mensch für seine Tat doch den Beweis für seine Gcmcingefährlichkeit erbracht hat, wenn nicht bestraft, so doch wenigstens von der übrigen Menschheit abgesondert wird?

Stockheim b, Orten berg, 21. Mai. Im hiesigen Basaltsteinbruch in der Nähe des Bahnhofes verunglückte gestern beim Steinsprengen der bayrische Arbeiter Gall. In: Begriff, die Ladung fertig zu stellen, wurde Gall durch die plötzlich entstandene Explosion mehrere Meter hoch in die Lust geschleudert. Am Leib trug der Verunglückte schlimme Brandwunden davon. Mit dein nächsten Zug wurde der Bedauernswerte in die Klinik nach Gießen gebracht.

sd. Darmstadt, 20. Mai. Die Stadtverordneten- Ver'saunn lung hat in ihrer letzten nichtöffentlichen Sitzung beschlossen, dein Oberlehrer Backes, dem Obmann des hessischen Landeslehreroereins, aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums ein hübsches Ehrengeschenk zu über­reichen und genehmigte zu diesem Zwecke einen namhaften Geldbetrag. In der Untersuchungssache Chelius werden die Vernehmungen fortgesetzt. Eine Untersuchung übrr seinen Geisteszustand ist wahrscheinlich.

w. Frankfurt a. M., 21. Mai. Königin Marg­herita von Italien nebst Gefolge ist heute vormittag kurz nach 11 Uhr im Automobil von Wiesbaden komiuend, micbe. jLumdvojieö und wiederum im H.otel ^ucheuhof ntwstiegem

-pa- Wetzlar, 22. Mai. Die Handelskammern von Wetzlar, Limburg, Coblenz, Wiesbaden, Trier und Saar­brücken haben sich in diesen Tagen in Wiesbaden zu dem schon längst geplanten Verband südwestpreußischev Handelskammern vereinigt. Dieser hat die Aufgabe,' zu allen Fragen, die das Interesse des südwestpreußischen Gebietes angeht, geschlossen Stellung zu nehmen. Jährlich muß mindestens eine Sitzung stattfinden.

sj Marburg, 21. Mai. Die theologische Fakultät der hiesigen Universität ernannte den Medizinalrat und Pro­feffor der Medizin Moritz Schmidt-Metzler in Frankfurt a. M. wegen seiner Verdienste um die Hebung des evange­lischen Gemeindelebens und um den Bau der Matthäuskirche in Frankfurt a. M. zum Ehrendoktor. Heute wurde hier das in der Nähe der BiSmarcksäule erbaute Luft- Lichtbad deS NaturheilvereinS eingeweiht.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In B-ld- Nauheim fand am 21. ds. nachmittags 31/2 Uhr in der Turnhalle die Enthüll ungs- feier der Gedenktafel für den verstorbenen Vorsikenden und das Ehrenmitglied des Turnvereins, Andreas, statt. Von Andreas ist die Anregimg zum Bau einer eignen Tunihalle aus- aeoangen. Einem Lanbvürte in Ortenberg ging das Pferd durch, nnd der Mann wurde eine Sttecke weit fortgestßleift. Er tritt} eine schwere Gehirnersch'tttervng davon. In Gederni herrschen gegenwärtig unter der Jugend die Masern; jedoch sind die Erkrankungen nur leichter Art . In der Nähe von Sichen­hausen werden zur Zeit umfangreiche Hntw'üdenverbesserunFen vorgenommen. Ein 19jähriger Kommis in Frankfurt schoß sich eine Kugel in die Br"st. so daß die linke Lunge stark vorletzt wurde. Er gibt an, ein Nierenleiden habe ibm die Waffe in die Hand gedrückt. Seine Umgebung glaubt jedoch, er habe unter dem Einfluß spiritistischer Sitzungen, die er öfters besuchte, ge­handelt.

verrutschtes.

* Da s 200 jährige Bestehen der Stadt Char- lottenburg. Die FcsÜichkeiten aus Anlaß des 200jährigen Bestehens ber Stadt Charlottenburg begannen am 20. d. M. mit der feierlichen E'Nweibung des neuen Charlottenburger Rathauses in Anwesenheit des Regier''Ng'präiVdenten von der Schulenburg- Potsdam und anderer Vertreter der Staatsbehörden und der Stadtverwaltung. Auf die Re^e des Stadtbauraes Brtatring er­widerte Oberbürgermeister Schustehrus mit einer Ansprache. An die E-nweih"tna trharlottenburger Rathauses schloß sich Hn Festmahl im Ratskeller.

* W 0zu die anderen Kinder da sind. Die Schweiz. Lehrerzeitnng veröffentlicht folgenden Brief:Geehrter Herr L.! Indem daß Sie meiner Tochter Auguste eine gänzlich unschuldige Ohrfeige gegeben haben, und dazu noch auf den Kopf, verbiete ich Ihnen g^nz ergebenst, das mir daß nicht wieder vork'ommt. Wenn <Sic durchaus hauen müssen, dazu sind die anderen Kinder da, nicht meine Auguste. Wchtungsvollst

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 22. Mai. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliebe Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 18.5000.00, Kurhessischer Mk. 18.5000.00, La Plata Mk. 18.2519.00, Kansas Mk. 18.2519.00, Roggen (hiesiger) Mark 15.7516.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.7518.00, Franken- ieIderMk.00,0000,00,HaferMk.l4.75-15.50,MaisMk. 12.2512.50 Weizenmehl 0 Mk. 26.0027.00, 2. Qualität Mk. 24.50 bis Mk. 24.75, 8. Qualität Mk. 21.2521.50, Roggenmehl 0 Mk. 22.0022.50,1. Qualität Mk. 19.0020.00, Weizenkleie Mk. 11.00 bis Mk. 11.25, Roggenkleie Mk. 11.5011.75, Maiskeime Mk. 11.60 bis Mk. 11.75, Franken, Psälzer, Ried Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 22. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Vie hm arkt- preise. Zum Verkaufe standen: 578 Ochsen, 223 aus Oest­reich, 63 Bullen, 14 ans Oestreich, 734 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 ans Oestreich, 210 Kälber, 149 Schafe und Hümmel, 1301 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht' Ochsenl. Quglität 7173Mk., 2. Qual 6566 Mk., 3. Qual. 5962Mk.; Bullen l.Qual. 61 bis 63 Mk., 2. Qual. 5860 Mk.; Kühe l.Qual. 6769Mk., 2.Qual. 5961 Bll., 3. Qual. 4850 Mk, 4. Qual. 4143 Mk., 5. Qual. 0000Mk. Kälber: l.Qual. 8790Pfg., Lebendgewicht 52-54Pf., 2. Qual. 8084 Psg., Lebendgewicht 4961 Pfg., 3. Qugl. 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 60-64Pfg., Schafe: l.Qual. 72-74, 2 Qual. 64-66 Psg., 3. Qual. 0000 Pfg.: Schweme 1. Qual. 69-00 Pfg., Lebendgcw. 54.00 Psg., 2. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 5300 Pfg., 3. Qual. 6264 Psg., Lebendgewicht 0000 Psg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gnt, kein Ueberstand.

(yngmaf-Draytmefdungen.

Wiesbaden, 22. Mai. lieber das Befinden Ihrer Ma­jestät der Kaiserin wird folgendes Bulletin veröffent­licht : Schloß Wiesbaden, den 22. Mai. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin haben sich gestern nachmittag durch einen Fall auf der Treppe eine Quetschwunde tut f derlinkenStirn- feite zugczogcn. Allerhöchstdieselbe haben eine gute Nacht gehabt. Schlaf und allgemeines Befinden sind befriedigend ge­wesen. Temperatur 36.6, Puls 86. Gezeichnet Liedner.

Wiesbaden, 22. Mai. Der Kaiser unternahm heute morgen mit den Herren seiner Begleitung einen Ausritt.

Ludwigslust, 22. Mai. DerKronprinz traf gestern abend 7 1/2 Uhr hier ein und wurde am Bahnhof vom Groß­herzog, der Großherzogin-Mutter und der Herzogin Cäcilie empfangen.

Sul^bach, 22. Mai. Am Samstag abend wurde der Ka s s en b 01 c des Bauunternehmers Winter, ber mit 7 50 Mark nach einer auswärts liegenden Ziegelei geschickt worden war, von Mei Strolchen niedergeschlagen und des Geldes beraubt. Durch das Hilfegeschrei des Ueber- fallenen aufmerksam gemacht, eilte ein Grubenhüter herbei und hetzte seinen großen Htmd bett Räubern auf die Spur. Es gelang, einen der Spitzötlben festz-uhalten, der andere, ber leiber das Gelb bei sich hatte, entkam.

London, 22. Mai.Daily Chronicle" meldet aus Hongkong von heute: Der Dampfer Arabia, welcher heute durchkam, berichtet, er habe bei den kleinen Inseln an der chinesischen Küste östlich von Hongkong Kanonen­donner gehört. Der Dampfer Chamgsja sei am 19. Mai vier russischen Transpoctschiffen begegnet.

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