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22.5.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

155. Jahrgang

Montag. Mai 1005

GietzenerAmeiger

** General-Anzeiger

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Verantwortlich pfx den polit. mtb uI'Si-r. Teil: P. Wtttko: für »Stadt und Land^ und GerichMaal*: August Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Bech

yrr. 119

außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Lietzener Familien. Witter viermal in der Woche beigelegt.

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Fernsprechanschluß Nr. 51.

Ire heutige Wummer umfaßt 10 Seiten.

Wationalliöeraler Warteitag.

S.ii.Dresden, 20. Mai.

Die Verhandlungen des Parteitags wurden gestern nach­mittag durch eine nichtöffentliche Sitzung des Zentralvor- standes der nationalliberalen Partei int kleinen Saale des Evangelischen Vereinshnuses (Zinzendorfstraße) cingeleitet. Ten Vorsitz führte Reichstagsabgeordneter Bassermann- Mannheim. Tie Beratungen drehten sich um die Beschluß­fassung über die der Telegiertenversammlung vorzulegende Tagesordnung.

Nachdem dann im Laufe des 'Abends fast sämtliche Mit­glieder der Reichs- sowie mich der verschiedenen national­liberalen Landtagsfraktionen' in Dresden eingetroffen waren, fand um 8 Uhr ^abends in den Räumen des königlichen Bel­vedere auf der Brühlschen Terrasse die Begrüßung der Delegierten statt, deren Gesamtzahl sich auf zirka 400 beläuft. Die Begrüßung erfolgte durch den Dres­dener Ortsausschuß der Partei. Die Reichstagabgeordneten, an ihrer Spitze Dr. Bass ermann, wurden bei ihrem Erscheinen lebhaft begrüßt. Mau bemerkte ferner Graf Oriola, Geheimen JNstizrat Professor D. Kahl-Berlin, Justizrat Dr. Wagner, Dr. Patzig, den Generalsekretär Breit Haupt, Excellenz v. Fritz sch, Verleger Dr. Max Iänecke - Hannover und die Chefredakteure mehrerer natio- ualliberaler Parteiblätter. Den 'Wend beschloß eine ge­sellige Unterhaltung.

Die geschäftlichen Verhandlungen des Parteitages be­gannen heute Samstag vormittag 11 Uhr intEvangelischen Vereinshause".

Um i/212 Uhr mittags nahm, lebhaft begrüßt, Reichs- /agsabgeordneter Bassermann das Wort zur Eröffnung des Parteitages. Wir wollen, so führte er aus, auf diesem Vertretertage unserer Partei zunächst ein n e u e s O r g a n i- sationsstatut geben, angepaßt den neuen Verhältnissen, der treuen Form, die 'Anregungen zu energischer, verstärkter Tätigkeit geben sollen. Wir wollen zum zweiten morgen eine politische Aussprache pflegen über die Lage im Reich und diese Aussprache soll zugleich bestimmt sein, alle unsere politischen Wünsche und Äagen, Sorgen und Meinungen zum Ausdruck zu bringen.

Auf Vorschlag des Abgeordneten Professor Dr. Fried- verg wurde Abg. Dr. Paasche zum ersten Vorsitzenden gewählt. Es gelangten danach Telegramme an den Kaiser und an König Friedrich August zur Absendung.

Hierauf nahm der Vorsitzende der sächsischen Landes- p artet Gon tard - Leipzig das Wort zu Ausführungen über die Verhältnisse in Sachsen. Nicht aunt wenigsten habe zur Förderung der Sozialdemokratie das Landtags- wahlgese^ von 1896 mitgewirkt, das im dichtbevölkerten Lande mit seiner überwiegenden Industrie den sozialdemo­kratischen Führern einen ausgezeichneten Agitationsstosf ge­boten hat. Es war nicht erwartet worden, daß die Sozial­demokraten aus der zweiten Kammer durch dieses Gesetz ganz ausgeschaltet werden würde, und es ist, so führte der Redner aus, der aufrichtige Wunsch der Partei, daß dieses Gesetz bald in liberaler Weise ausaestaltet werden möchte.

Hierauf wurde in die Beratung oes Entwurfs eines O r g a n i s a t i o n s st a t u t s für die nationalliberale Partei eingetreten. Der Referent Abg. Dr. Patzig-Berlin legte den bisher vertraulich behandelten Entwurf vor, der in Art. 1 folgendes bestimmt: Tie Organisation der national- liberalen Partei umfaßt: 1. den allgemeinen Ver­tretertag als oberstes beschließendes Organ; 2. den Zentral vor st and mit seinem geschäftsführenden Aus­schuß als oberstes verwaltendes Organ; 3. die landschaft­lichen Verbände, die Wahlkreis-, Bezirks- und ört­lichen Organisationen; 4. die besonderen, der Vertret­ung nationalliberaler Grundsätze gewidmeten Vereine (Arbeiter-, Jugendvereine usw.) mit ihren Verbänden.

In seiner Begründung des Organisationsentwurfs führte der Referent Abg. Patzig-Berlin aus, er suche die Veranlassung zu dieser neuen Organisation hauptsächlich darin, daß in der letzten Zeit eine stark aufstrebende nationalliberale Jugendbewegung sich be­merkbar machte. Die Entscheidung über die letzten Ziele soll immer die Partei treffen. Der Entwurf sei das Ergebnis langjähriger Vorberatungen.

Nachdem der als Korreferent aufgestellte Generalsekre­tär B r e i t h a u p t - Berlin auf das Wort verzichtete, begann die Debatte, die sich zu einer sehr lebhaften Aussprache über die nationaMberale Ju gend Vereinssache gestaltete.

Zunächst begründete Professor M old en hau er-Köln namens des geschäftsführenden Ausschusses der national­liberalen Partei der Rheinprovinz mehrere 'Abänderungs­anträgs, deren wichtigster verlangt, daß derReichsver­band der nationalliberalen Jugendvereine"zu seinem Recht komme" Dieser Verband sei nicht zufällig entstanden und nebensächlicher Natur, sondern er habe sich zu einer wich­tigen, festgefügten Parteiorganisation entwickelt, die für das gesamte Parteileben se'hr bedeutsam geworden fei.

Rechtsanwalt Dr Fischer-Köln, der Vorsitzende des Reichsverbandes der nationalliberalen Jugendvereine, führte aus, Professor Moldenhauer sei der Vater des Gedankens gewesen, die Jugend zweckmäßia zu organisieren, und zwar gesondert. Er sei von der Ansicht ausgegangen, daß man der Jugend etwas freieren Spielraum lassen müsse, als er in den alten Verbänden vorhanden sei. (Aha!) Den jugend­lichen Gemütern sage es nicht zu, sieh gleich beim Eintritt in das politische Leben in eine feste, shraffe Organisation fügen zu müssen. (Erneute Aha!-Rufe und Gelächter.) Wir erkannten die Notwendigkeit, beizeiten einer Gefahr vor­zubeugen, die je länger je näher rückte, nämlich der Ab- splitteimng wertvoller junger Kräfte. Notwendig sei die Mnführung der Altersgrenze bei allen Jugend­

vereinen. (Beifall, Widerspruch und Zischen.) Zu einer Organisation gehöre eine gewisse Disziplin. Der habe der Reichsverein sich unterstellt, und er müsse fordern, daß sie auch bei anderen ausgeübt werde. Die JUgendvereine in Baden und Bayern seien nicht gering zu schätzen, aber es sei zu wünschen, daß Klarheit geschaffen werde über das, was JUgendvereine seien. Haben sie keine 'Altersgrenze, so sind sie eben Ortsvereine, die sich der allgemeinen Parteiorgani­sation anzuschließen haben.

Landaerichtsrat Scherer- Karlsruhe protestierte als Mitglied oes Landesverbandes der nationatliberalen Jugend­vereine gegen den 'Antrag des Reichsverbandes und bittet diesen abzulehnen. Stellen Sie sich, so bat er, auf den Standpunkt: die Jungliberalen sind uns willkommen, gleich­viel ob sie nur in dem Garten des Reichsverbandes oder dem der Landesorganisationen gewachsen sind.

'Abg. Patzig: Er bitte ebenfalls, den rheinischen An­trag abzulehnen, feilte, wo man -am Mfaug einer Beweg­ung stehe, solle man nicht einem Verbände eine Sonder- steNung einräumen, die sich von Jahr zu Jahr ändern könne.

Die zu dem von der Organisation handelnden Art. 1 gestellten Anträge wurden schließlich abgelehnt und Die Fassung des Entwurfes in der vom Zentralvorstande vorgeschlagenen Form angenommen.

Von der Rheinprovinz wurde die Oeffentlichkeit des Parteitages angeregt, die bisher nicht bestand und nur auf dem gegenwärtigen Parteitag mit Rücksicht auf die Beratung des Organisationsstatuts zugelassen wurde. Bei der 'Abstimmung wurde die Oeffentlichkeit der Ver­handlungen abgelehnt.

Die übrigen Bestimmungen des Entwurfs wurden un­verändert angenommen und bezüglich des Inkrafttretens des Statuts wurde beschlossen, daß es am 1. Oktober 1905 in Kraft tritt, der Zentralvorstand und seine Organe führen aber die Geschäfte bis zum 1. Januar 1907 fort. Um 7 Uhr abends wurden die Verhandlungen auf morgen vormittag vertagt. ____________________________________

Aeutlch-Südwestafrika.

Eine Proklamation des Generals v. Trotha.

DenTimes" wird auS Kapstadt telegraphiert: Dem Cape Argus" zufolge erließ General v. Trotha folgende, in deutscher uud Namaquasprache gedruckte Proklamation im Damaraland:

»An die kriegführenden Namaquastämme! Der große und mächtige deutsche Kaiser wird gegen das Namaqnavolk nachsichtig sein und hat befohlen, daß das Leben derer, die sich ergeben, geschont werde. Nur die, welche bei Beging des Krieges Morde begingen und den anderen befahlen, Morde zu begehen, haben sich gesetzmäßig des Todes schuldig gemacht. Dies mache ich Euch bekannt, sowie ferner, daß es denen, die sich nicht ergeben, ebenso ergehen wird, wie den Hererostämmcn, die auch in ihrer Blindheit glaubten, sie könnten einen großen und mächtigen deutschen Kaiser und ein großes Volk erfolgreich bekriegen. Ich frage Euch: Wo ist das Hererovolk? Wo ist der Häuptling Sa­muel Maherero, der Tausende Stück Rindvieh besaß? Er ist wie ein wildes Tier über die englische Grenze geflohen, er ist so arm geworden wie der ärmste Veld-Herero und besitzt nichts. Ihr müßt mit der weißen Flagge, mit all Eurem Gefolge kommen, dann wird Euch nichts geschehen. Ihr werdet Beschäftigung und Nahrung bis zum Ende de§ Krieges erhalten, worauf der große Kaiser eine neue Verwaltung des Landes in Frieden einrichten wird. Falls jemand glaubt, daß ihm nach dieser Ankündigung noch Milde erwiesen werde, soll er lieber das Land verlassen, denn wenn er wieder auf deutschem Gebiet gesehen werden wird, wird er erschossen werden, und so werden alle Rebellen ausgerottet werden. Für die Auslieferung, ob tot oder lebendig, der folgenden Personen werden folgende Preise ausgesetzt : Für- Hendrik Witboi 2 50 Pfund oder 5000 Mark, für den falschen Propheten Stuurmann Schlepper! 150 Pfund oder 3000 Mark, für Cornelius Fre­de rik 100 Pfund oder 2000 Mark, und für alle anderen schuldigen Personen 50 Pfund oder 1000 Mark."

Von deutscher Seite ist über eine solche Proklamation bisher nichts gemeldet worden. Aber die amtliche Bericht­erstattung hat uns ja überhaupt nie verwöhnt.

*

Berlin, 20. Mai. Ein Telegramm aus Windhuk mefbet: In dem Gerecht bei Ganams am 26. und 27. April gefallen: Sergeant Paul Groth, geb. 20. März 1881 zu Neu-Pottlitz; Unteroffizier Otto Beldnan, geb. 3. September 1880 zu Lessin; Gefreiter Heinrich D a m e r i n g, geb. 24. Januar 1881 zu Darseld ; Gefreiter Paul Kalus, geb. 14. April 1880 zu Rosenberg in Oberschlesien; Reiter Wilhelm Herrmann, geb. 6. Mai 1883 zu Freiburg; Reiter Georg Hopf, geb. 12. Februar 1882 zu Großenbach. Verwundet: Leutnant Georg Etzel, geb. 21. Mai 1875 zu Mühlhausen in Thüringen: Oberveterinar Arthur Gottschalk, geb. 5. Marz 1880 zu Großenhain; Reiter Emil Thülen, geb. 25. Oktober 1882 zu Langwarderweide; Gefreiter Wilhelm H a i n, geb. 16. September 1878 zu Groß-Beckern; Reiter Lukas Bader, geb. 12. August 1880 zu Durmersheim; Reiter Robert K u b i s , geb. 4. Okt. 1882 zu Königsdorf: Reiter Valentin Msyk, geb. 11. Februar 1880 zu Chozow- Reiter Georg Heising, geb. 21. Febr. 1882 zu Lirnen: Reiter Richard Imm, geb. 11. Mai 1882 zu Simonsdorf: Reiter Wilhelm Mäher, geb. 17. Mai 1881 zu Ladenburg: Reiter Wilhelm Gerstetter, geb. 5. Juni 1882 zu Zusfenbnusen; Reiter Johann Rückert, geb. 12. März 1883 zu Obermühle. Ferner Reiter Heinrich Grimm, geb. 23. Mär; zu Heinsberg, am 15. Mai int Lazarett Keet- manshop am Typhus gestorben Ein zweites Telegramm aus Windhuk meldet: In dem Gefecht am oberen Ganaschab am 8. Mai gefallen: Reiter Ernst Dobers. geb. 2. August 1884

zu Schmilau: Reiter Friedrich Kaulbars, geb. 22. Febrt. 1878 zu Wiepläck: Reiter Gustav Nowraty, geb. 3. Sept« 1879 zu Brandenburg a. d. Havel: Reiter Oskar Sadiadatzl> geb. 26. Juli 1881 zu Bitterfeld. Neit-er Friedrich Hahn!^ geb. 16. Febr. 1877 zu Buddern Reiter Julian Luzynski» geb. 16. Febr. 1882 zu Usch krwundet: Hauptmann Emij v. Rapvard, geb. 26. Nov. 1863 zu Aplerbeck, leicht; Untere offizier Karl G u. t s ch e, geb. 12. Juni 1883 zu Taro la th, leicht; Reiter Willy Dreier, geb. 27. .Olk. 1883 in Neu-S mott land, schwer: Reiter Paul Fit'ner, geb. 4. Nov. 1881 zu Birkholz, leicht.-. Reiter Heinrich Schöning, geb. 6. Aug. 1877 zlu Schermen^ leicht.

Kriegerische Erfolge.

Im Norden des südafrikanischen Schutzgebietes hob, ss wird amtlich gemeldet, Oberleutnant Graf Schweinitz an3j Eiseb östlich von Epata mehrere Hererolager auf, und stieß "am. 11. Mai auf 200 bewaffnete Salatiel-Leute, die nach heftigem!, Fcuergefecht gezwungen wurden, die von ihnen besetzte Wasserstelle zu räumen. Der Feind verlor 14 Tote. Oberleutnant Graf Schweinitz wurde leicht verwundet. Hauptmann W i ti helmi ist am 13. Mai mit dem Detachement Rembe von EpatL zur Verfolgung vorgegangen. Der Herero Andreas, der tiot^ den Komasbergen aus angeblich das Walfischbay-Gebiet zu er­reichen suchte, ist jetzt am Nuutbeb-Gebirge festgestellt. Er wiich durch Etappentruppcn v erfolgt. Der BethanierhäuPtling Cor->. nelius Frederik, der am 9. Mai bton der Abteilung! des Hauptmanns Banmgärtcl am oberen Ganachab geschlagen worbens war, ist in die Gegend von Besondermaid zurückgegangen. Teile! seiner Leute sind von dort nach Nordostm, andere in der RichtuNgs nach den kleinen Karas-Bergen abgezogen. Die Verfolgung wirb von verschiedenen Seiten fortgesetzt. 330 Stück Groß-- und 630 Stück Kleinvieh wurden bis jetzt erbeutet. Sa­muel Isaak, ein Unterkapitän' 5)endrik WitboiS, der ursprüng­lich bei Goamus gemeldet war, ist Wer Nuis in südlicher Rrchtung abgeozgen. Bei Mulorob gelang es, Nachzügler des Feindes unter Artilleriestmer zu nehmen. 28 Hottentotten, meist Weil 6er und Kinder, wurden gefangen genommen und 50 Stück Großvieh erbeutet.

Der Kriecr

Kampfe in der Mandschurei,

Tokio, 21. Mai. Folgender amtlicher Bericht tourbti heute hier veröffentlicht: Am Morgen des 19. d. M. griffen die Russen in Stärke von zwei Kompagnien und zwei Es- kadrons aus der Richtung von Weih narr Paomen her wiederum Chieuatzu an, wurden aber um 1 Uhr nach­mittags zurückgeschlagen. Die Lage bei Tschangtuj hat sich seit dem 18. d. M., wo die Russen auf dem rechtem Ufer des Liao zurückgedrängt waren, mit 'Ausnahme vonj einigen Patrouillenzusammcnstößen nicht wesentlich ge> ändert. Die feindliche Kavallerie, die ihre Hauptkräst^ bei Kingchuliang, 8 Meilen westlich von D'akumen^ konzentriert hatte, versuchte am Mittag des 19. d. unsere Lage von hinten zu bedrohen, indem sie eine Unt>' gehung in südwestlicher Richtung machte, aber unsere starken Wachtkommandos entmutigten sie und sie zog auf bedeu­tende Entfernung in nordwestlicher Richtung zurück, ohne ihren Zweck erreicht zu haben.

Eine bevorstehende Schlacht.

TieTimes" meldet aus Tokio: Nach einer Meldung aus der Mandschurei steht eine Schlacht uwmittel-j bar bevor. Die Russen haben eine Stellung von 42; Meilen Länge von Jehoching bis Hsidosien über Supinghiew inne, wo sie gute nnt) stark verschanzte Stellungen besitzens Tie Japaner rücken in drei Kolonnen von Kaihuan, Tschcmtu' und Fakumoen vor. Auf dem östlichen Teil des Terrains; sammelten sich die Russen, die sich von Tunghua und Hsing-; king zurückgezogen hatten, zuerst bei Wangkaotse, 40 Meilen nördlich von Timg'hua und zogen sich nachträglich noch weiter nach Norden zurück, sodaß ihre gegenwärtige vorderste Stellung bei Liufiocben. 15 Meilen nördlich Wangkaotse, ist. - --r mnuwi l i i iTwrnnrwrrBcnwow ।u i j. w |L - «ri <rimb1

Muß'and tn Sturm und Drang.

Die Einrichtung eines StaatsverteidigungsratS.

Der Zar sandte folgendes Reskript an den G r o ß f ü r st cifi Nikolaus Nikolajejwitsch. Zur Sicherung! einer den! Staatsbedürfnissen und Staatsmitteln entsprechenden Entwickelung!! der Streitkräfte des Reiches und der VereinheitlichunF der Tätig­keit der obersten Militär- und Marineverwalsirng, sowie umt diese mit der Tätigkeit anderer RegierungsetnrichLungen ürt de» die Sicherheit des Staates betreffenden Fragen in Uebereinstrmm^ ung zu setzen, habe ich eS für nötig befunden, einen ständig^ni S t a a t s v e r t ei d i g u n g s r a t zu errichten, und übertrage Ausarbeitung eines Gesetzes über diese Institution nach meinen UN-. mittelbaren Fingerzeigen der aus von mir ernannten Personen be* stehenden besonderen Konferenz unter denr Vorsitz Eurer kaisLt- licken Hoheit. Das Reskript schließt mit dem Ausdruck dev Ueberzeugung, die Konferenz werde die ihr übertragene Arbeit unter der Leitung des Großsiirsten ohne Verzögerung mit deri Sorgfalt und allseitigen Aufmerksamkeit ausführen, welche bre hohe Staatsbedeutung der neuen Institution erfordere.

Einberufung einer Volksvertretung.

Wie dieNowoje Wvemia" und andere Zeitungen Nkelden, sind die Vkouarbeiten der Spezialkonferenz unter bent Vorsitz des Ministers des Innern Bulygin für die Ausarbett- ung eines Statuts für die Volksvertretung beinahe beendigt. Ende Mai alten Stils würden alle Dvruntente und diesbezüglichen Projekte veröffentlicht werden. Die erste Sitzung der Spezial-» Konferenz könne Emde JuNr stattfind-en. ES sei möglich, daß fstp die Volksvcrttetung ein besonderes Gebäude auf dem MarSfeloe errichtet wird. Im allgemeinen sind die Meldungen über btc baldige Veröffentlichung zutreffend, jedoch sind die Projekte für Einbenifung einer Volksbertrettmg noch lange nicht bestimmt formuliert, da Bulygin TetncYfei direkte Anweisungen von höchster Stelle erhalten hat. ES sollen drei Schemata anSgearbriret werden, doch weiß man nicht, welche die Billigring des Kaisers finden wird. Eines soll eine gewisse Anzahl Volksvertreter in^ den Reichsrat hineinzichen, das Zweite bezweckt eine Paralleh- Jnstitution zum Reichsrat unter dem NamenGossudarstwetrnaja Duma" und das dritte die Errichtung einesGofsudarstwennaja. Duma" im Bestände des Reichsratcs.

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, Warschau, 20. Mai. Aiü Aiwrdnung des Erz bi schoss wird in sämtlichen Kirchen Pvlensl gegen den Sozia­lismus gepredigt werden.