Nr. 66
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Zweites Blatt. 155. Jahraarrg Samstag 18. Mär , 1905
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. März. Der Kaiser begab sich heute abend zu einem Diner bei dem französischen Bot- schafterBihourd.
__ Als der Kaiser am Dienstag in Berlin von seinem gewohnten Spazierritt zurückkehrte und die Wilhelrnftraße kreuzte, sprang ein junger Mann mit einer Bittschrift vor, die Oberstallmeister Graf Wedel an sich nahm. Der junge Mann wurde zur Feststellung seiner Person sistiert.
_ Aus Anlaß der Vermählung des Kronprinzen soll eine Medaille geprägt werden, die die Bildnisse des Kronprinzen und der Herzogin Cäcilie zeigt.
Braunschweig, 17. März. Der Prinzregent verlieh dem Staatssekretär Grafen Posad^wSky das Großkreuz deS Ordens Heinrichs des Löwen.
Stuttgart, 17. März. Heute begab sich der König nach Friedrichshafen, um dem früheren Ministerpräsidenten v. Mitt nacht zu dessen 80. Geburtstage persönlich seine Glückwünsche zu überbringen. Der Reichskanzler hat telegraphisch seine Glückwünsche ausgcdrückt, ebenso der bayerische Ministerpräsident v. Podewils.
Plauen, 17. März. Die Handelskammer fordert die Städte ihres Bezirks auf, mit ihr gemeinschaftlich eine Eingabe gegen die Schiffahrts-Abgaben an die sächsische Regierung zu richten.
Rustand.
London, 17. März. (Unterhaus.) Das Gesetz betr. die Einführung des achtstündigen Arbeitstages für die in Kohlenbergwerken beschäftigten Personen unter 18 Jahren wurde in zweiter Lesung angenommen.
Brüssel, 17. Mürz. Ter Zentralausschuß der Kammer beschäftigte sich mit dem deutsch-belgischen Handelsverträge. Von der Regierung wurde eine vergleichende Tabelle hinsichtlich der in den letzten fünf Jahren auf die hauptsächlichsten Handelsartikel erhobenen Zölle verlangt. Auf eine Frage antwortete die Regierung: Bezüglich der Anwendung der Arbeiter fürsorgegesehe auf die belgischen oder deutschen Arbeiter, die in dem einen der vertragschließenden Länder beschäftigt werden, müsse die Regierung für jedes einzelne Gesetz besondere Abmachungen treffen. Augenblicklich fänden dahingehende Verhandlungen zwischen beiden Regierungen statt. Die delaische Regierung hoffe, der Kammer schon während der jetzigen Sitzungsperiode einen deutsch-belgischen Vertrag bezüglich der Arbeiterunfälle vorlegen zu können.
P^griS, 17. März. Die gestrige ReichStagSrede Bülows hat nach dem „TempS* die sichtbare Tendenz Rußland die Freundschaft Deutschlands anzubieten. Das sei bemerkenswert, wenn auch bisher nichts vorliege, waS auf ein Entgegenkommen Rußlands schließen lasse. Für Rußland sei der Krieg ein genügender Grund, gute Beziehungen mit Deutschland zu unterhalten, aber von da bis zu einer Aenderung der russischen Allianzverhältnisse gebe es noch eine markante Abstufung.
— Die Kammer nahm mit 519 gegen 32 Stimmen die Vorlage betr. die zweijährige militärische Dienstzeit in der vom Senat beschlossenen Fassung an.
— „Eclair" will aus Madrid erfahren haben, in dortigen diplomatischen Kreisen verlaute, daß am 26. oder 27. März in Vigo eine Zusammenkunft zwischen dem deutschen Kaiser und dem Könige von Spanien stattsinden werde, während der Kreuzfahrt deS Kaisers nach Gibraltar. Die Verhandlungen hierüber seien sehr heikler Natur gewesen wegen des von Kaiser Wilhelm geäußerten Wunsches, in Vigo nicht mit dem Herzog von Cumberland zusammentreffen zu wollen.
Wien, 17. März. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses beantwortete Ministerpräsident von Gautsch die Interpellation über die weitere Haltung der österreichischen Regierung gegenüber Ungarn dahin, daß die Interessen Oesterreichs auf den vollsten Schutz der Regierung
rechnen könnten. Die österreichische Regierung stehe auf dem Boden der zwischen beiden Staaten abgeschlossenen Vereinbarungen, welche der wirtschaftlichen Ko-Existenz beider Reichshälsten am besten entspreche. Auch werde die Regierung ihre aus die gemeinsamen Angelegenheiten gleich, berechtigten Einflüsse zu wahren wissen. Was die Armeefrage betreffe, so bestehe bisher keine Gefahr einer Erschütterung der erprobten Grundlage der Armee, welche ein Bollwerk des europäischen Friedens sei. — Nach dem Ministerpräsidenten sagt Ellenbogen (Soz.), es sei eine eminente Aufgabe des Parlaments, das mit Ungarn bestehende Band zu lösen, bevor O esterreich? Industrie, Landwirtschaft und Finanzen vernichtet sind. Wenn der Ausgleich einmal beseitigt ist, wird sich aus den wirtschaftlichen Interessen beider Reichsbälften eine wirtschaftliche Einheit ergeben. Eine militärische Einheit ist überflüssig. Wolf (parteilos) betont die Schädlichkeit des Ausgleichs mit Ungarn, welcher die besten Kräfte gelähmt habe. Der Redner meint, das Allerbeste was der Deutsche in Oesterreich den Aspirationen der Tschechen entgegensetzen könne, wäre die Auslösung der Zollunion mit Ungarn und die Bildung einer Zollunion mit Deutschland.
Sofia, 17. März. Eine von dem Revolutions- chef Apostol geführte 38köpsige brckgarische Bande wurde gestern bei der Ortschaft Smoll von einer Kompagnie Gendarmen überrascht. Rach sofortigem Eintreffen von Ver- stärkungen wurde die Bande umzingelt und nach dreistündigem heftigem Feuergesccht vollständig aufgerieben. Auch Apostol ist gefallen.
Saloniki, 17. März. In Prizrend hat das 2. Bataillon deS 72. Nizam-Regimeuts gemeutert. Die Offiziere wurden mißhandelt und verwundet.
Konstantinopel, 17. März. Die bulgarische Regierung stellte den Antrag, über die jüngsten, von türkischer Seite erhobenen Beschuldigungen betreffend die angebliche Verfolgung von Mohantmedanern in Bulgarien eine internationale Untersuchung zu veranstalten. Die bulgarische Regierung beschwert sich über die fortdauernden Verhaftungen im Wilajet Adrianopel, deren Zahl bereits einige Hundert betrage, ferner über die Mißhandlungen der Verhafteten, weshalb viele Dorsemwohner fluchteten.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 18. März 1905.
** Landw. Landes- und Jubiläums -Ausstellung. Nach dem Beschluß des HauptauSfchusseS der landlv. Landes- und Jubiläums-Ausstellung zu Mainz wird nunmehr, so wird uns vom hessischen Landwirtschaftsrat geschrieben, diese Ausstellung auf einem durch den Rhein getrennten Platz tommen. Und zwar werden die Erzeugnisabteilung, die wissenschaftliche Abteilung, die Bienen-, Geflügel-, Fisch- und Forstabteilung, ferner die landw. Maschinen lind Geräte in die Stadlhalle und auf den anschließenden Meßplatz und Brückenplatz mit Anlage und einem Teil der Nheinpromenade und des Rheinquais gelegt werden. Die Ausstellung von Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen und Ziegen mit der Festtribüne und dem großen Vorführungs- ring samt Rennbahn kommt auf die am anderen Rheinufer gegenüber gelegene Maarau zu liegen. Die beiden Ans- stelliingsplätze werden mit Restaurants ausreichend versehen und durch einen eigenen flotten Schiffsverkehr verbunden werden, so daß sie eine einheitliche Ausstellung bilden und mit einer Eintrittskarte zusammen besucht werden können. Alle anderen sonst in Betracht gezogenen Plätze erscheinen als zu weit von der Stadt abliegend und ohne ausreichende Verkehrsgelegenheit wesentlich ungünstiger.
** Landesuniversität. Dem 1. Assistenten am pathologischen Institut der Landesuniversität Dr. Johann Georg Mönckeberg aus Hamburg wiirde bie venia legendi
für das Fach der allgemeinen Pathologie und pathologische» Anatomie erteilt. Seine Habilitationsschrift handelt über! Die Tumoren der Glandula carotica.
** Eine vollständig neue Schnellzugsverbindung zwischen Berlin über Gießen nach Metz ist, tote wir schon kurz mitteilten, im ersten Entwurf für den Sommerfahrplan vorgesehen. Sie erhält durchgehende Wagen erster und zweiter Klasse, kann aber auch, wenn man einmal um steigt, in der dritten Wagenklasse benutzt werden. Von Berlin bis Gießen benutzt man den neuen 0-Zug über Kassel ab Friedrichstraße 9.35 abends. Von Gießen an wird ein zweiter neuer Schnellzug nach Metz eingelegt: ab Gießen 5.53, ab Koblenz 8.38, ab Trier 10.3fy an Metz 12.12. Ter Gegenzng geht von Metz 3.58 nachm. und ist in Koblenz 8 Uhr abends, in Gießen 12.15 nachts, in Berlin Friedrichstraße 7.50 früh. Eine zweite Schnellzugsverbindung Berlin-Metz wird beschleunigt. Sie geht vom Potsdamer Bahnhof 10 Uhr abends über Magdeburg. Von Gießen geht der Zug 8.10 morgens, von Koblenz 11.5, von Trier 1.12 und ist 3 Uhr in Metz. Der neue Schnellzug Gießen-Metz erhält in Koblenz ab 8.38 früh Anschluß von Frankfurt a. M., Köln, Bingerbrück und Remagen, in Niederlahnstein von Wiesbaden und in Trier von Luxemburg.
** Ein Riesen-Ma st tier wurde gestern von dem Viehhändler Karl Dorn hier im städtischen Schlachthof geschlachtet. Es war ein Bulle, der von der Gemeinde Allen- d o r f a. d. Lda. gemästet worden war und ausgeschlachtet mehr als 10 Zentner wog, ein Gewicht, welches in unserem Schlachthof äußerst selten beobachtet.
—o— R e i ch e l s h e i m i. W., 16. März. Die Errichtung einer elektrischen Zentrale, die auf ungefähr 10 bis 15 Km. im Umkreis ausgedehnt werden soll, ist hier geplant. Nächsten Sonntag findet im Gasthaus zur Post hier eine Versammlung aller Interessenten statt.
—o— Glauberg, 17. März. Bei der kürzlich hier stattgehabten Verpachtung eines Teils unserer Gemeindejagd wurde ein Starr Stern aus Frankfurt mit 754 Mk. Meistbietender. Der Gemeinderat versagte jedoch seine Genehmigung. Stern legte hierauf Beschwerde bei dem Kreisausschuß ein. Dieser gab der Beschwerde statt und erklärte die Versteigerung für giltig. Er wies darauf hin, daß der Gemeinderat seine Genehmigung nun dann versagen könne, wenn er zu der Annahme berechtigt sei, bet der zweiten Versteigerung bedeutend mehr zu lösen. Dies sei aber, wie die Beweisaufnahme ergeben habe, nicht der Fall gewesen. Unsere gesamte Jagd rst für 1200 ML verpachtet. Taxiert ist sie auf ca. 400 Mk.
Mainz, 17. März. DaS Landeskomitee bet hessischen Zentrum Spa rlei tritt am nächsten Donnerstag zu einw Beratung zusammen. Außer Fragen der Parteiorganisation, die nach dem Vorbild der rheinischen ZentrmnS- partei eraänzt werden soll, wird sich die Versammlung auch mit der Veranstaltung eines allgemeinen h essischen Ra*1 t h o l ikenta g es beschäftigen. Derselbe soll im Herbst stattsinden. — In einer Versammlung des Vereins der 3en* trumSpartet erstattete Landtagsabg. Prof. Schlenger Bericht über die letzten Schuldebatten im Hessischen Landtag. Der Vorsitzende, Abg. Molthan, besprach dabei die von dem Abg. Dr. David heraufbeschworene Affäre Schädel. Allgemein kam dabei die Auffassung zum Ausdruck, daß die Sozialdemokraten sich in dieser Frage keineswegs mit Ruhm, bedeckt haben.
*♦ Kleine Mitteilungen aus Hesse n und betr Nachbarstaaten. In Schott en ist eine gemeinnützige Bau- genossenschast gegründet worden. Zum Vorsitzenden des AussichtS- rats wurde Bürgermeister K r o m m gewählt, während für den Vorstand die Beigeordneten C e l l a r i u s als Vorsitzender, Fabrikant Heß als Schriftführer und Brauereibesitzer D u ch a r t als Kassirer bestimmt wurden. Die Genossenschaft wird noch in diesem Jahre mit der Bautätigkeit beginnen. — Die» Eheleute Fritz in Höchst wurden wegen Mißhandlung ihres 6 jährigen Kindes verhaftet, das so schwere Verletzungen bei den fortgesetzten Mißhandlungen erhalten hat, daß es schwerlich mit dem Leben davon kommery dürfte. Die Frau hatte das Kind in die Ehe gebracht und es kam deßwegen häufig zmn Streit zwischen den Eheleuten.
Kukstverern.
Gießen, 17. März.
Die gegenwärtige Ausstellung kann sich Mar nicht rühmen, so stimmungsvoll intb von so einheitlicher Wirkung zu fein, wie ihre Vorgängerin, die Sonder-Ausstellung von F. D. Lange-Detakcnm sie ist aber recht besuchenswett und entbehrt nicht einiger besonderer Anziehungspunkte. Gleich das Elesan- tenbfid des befamitcn Tiermalers W. Kunert, der auch ein paar kleinere Tierstudien ausgestellt hat, ist vortrefflich, und die Landschaften mehrerer hier wohlbekannter Künstler, F. Wucherer, C. Weinett, W. Hambüchen, denen sich mit Capreser Bildern M. v. Stuckrad zugesellt, werden Mer gefallen imo verdienen es auch, während allerdings von M. R ü d i s ü h l i's pllnnpen Farben effekten weder des eine noch "das andere gelten dürfte. DaS Genrebild vom alten Schlag vettritt mit zwei liebevoll gemalten, aber nicht recht stimmungsvollen holländischen Interieurs E. Kirberg, neben dem die resolutere Darstellungsweise $X Giebel's („Schwälmer Bauer") viel erftenlicher rtrirft. Dramatisch bewegt und von glücklicher Wirkung sind A. Holz' „ans- sahrende Fischerboote": E. Brunkells „Heimatlos" und „Wahr- ttch, ich sage Euch" dagegen, gut gemeinte, aber nur znm Teil jut gemalte TendenzbiBer, werden sich kaum Sympathien gewinnen.
Im Potträtsach "herrscht diesmal H. O n ck e n allein, mit den gediegenen Leistimaen in Oel und Pastell, die wir von der Künstlerin gewöhnt sind. Schade nur, daß sie ihr Selbstbildnis gar so bescheiden und mit ängstlicher Vermeidung aller Effekte aufgefaßt hat; treffend bemerkte eine Kunstfreundin, der Spiegel habe es mit der Malettn incht gut genug gemeint. Als auserlesene Zugabe bittet die Ausstellung noch ergötzliche, keck irnd geistreich genullte Karisirturen von E. PreetoriuS, die sich n^ben den besten fer „Jugend" und des „SimpliMmus" selM lassen können.
Endlich stt auf einige schön ausgestattete Probenh-fte der rühmlich bekannten Rudbardffchen Sckriftgik'ßerec m Offenbach (Inhaber K. imb W. Klingspor) hingewiesen, die mü ihren charaktervollen Typen, besonders den Eckmannsschen und Peter Behrens'schen, und mit den reifenden Druckzieratcm, dw Heinrrch Vogeln-Worpswede entworfen hat, vortrefflich bie heutigen Be- iWmwu! M künstlerischer Gestaltung von Druckwerken vor
Augen führen. Wer zu würdigen weiß, was geschmackvoll gedruckte Werke — Zeitungen und Plakate nicht minder wie Bücher — in unserem Leben bebeuten, welche Fülle künstlerischer Bildung sie unmerklich selbst in die kunstsernstei: Gebiete tragen, der wird auch solche Zugaben nicht ungern in unserer Kunstausstellung begrüßen. * B. S.
— Der Kai ser in der Schauspielprobe. Eine in- ter-ffsante Leseprobe fand Dienstag nachmittag beim Generalintendanten von Hülsen in Berlin statt, wie das „Kl. Journal" zu berichten weiß. Im 93eifern des Kaisers wurde das Kleistsche Sckausviel „Der Prinz von Öomfarrg", mit dem das renovierte Schauspielhaus am Dienstag eröffnet werden soll, mit verteilten Rollen attesen. Der Kaiser, der die Probe persönlich leitete, griff wiederholt verbessernd ein und gab verschiedenen Darstellern bezüglich der Auffassung ihrer Rollen wertvolle Winke. Be- merkensw<^t ist nach dem „Kl. Journ.", daß der Kaiser den Hanptnachdrnck seiner Korrekturen darauf legte, daß das gesprochene Wott mit möglichster K'acheit und Deutlichkeit Mm Ausdruck käme. — Wie der „Zfft" berichtet wird, besicht'gte Kaiser Wilhelm neulich den Umbau des Berliner Schauspielhauses und bemerkte: „Der ganze Bau ist so gelungen anSge- sühtt, daß die Berliner sich ein ganzes Jahr ärgern werden."
London, 17. März. Zu Etaen Manuel Gareias ivgl. den Artikel in den gestrigen „Gieß. Familumbl.") fand anläßlich feines 100 Geburtstages in der Larpngologischen Gesellschaft eine Seier statt zu der sich eine erlesene Gesellschaft eingeftluden hatte Sir Felix Scmon teilte mit, daß der König Garcia heute im Buckinghampaiast empfangen unb ihm das Kvmmandenrkreuz des StTtoriaorimiS Dn crsy Sekretär der v--n>.
scheu Botschaft Marcmts KfflakSar überreichte Am den Ctbtm wrfona 19 Vroftffor Fttnkel-Derlm verlas einen Glückwunsch des deutschen Kaisers, der Garcia die goldene Medaille für Wissenschaft verliehen hat. Bon vielen gelehrten Gesellschaften werden Adr assen ütarreicht worunter sich die preußische Akademie tat Wissensclxiften, die Universität Königsberg und die medizinische Fakultät .Heidelbergs befanden. Dann, wurde Garem sein von John Sargent gemaltes Pottrat Überrest
__ Diana vom Kreuzweg. Von George Meredith. Deutsch von Fel ft Paul Greve. 2 Bände in 1 Wand, drosch.
4.50 Mk. I. C. C. Bruns' Verlaa Minden i. W. — Dimra vom Kreuzweg ist ein außnordentlich aktuelles Buch, es behandelt eine der markantesten Erscheinungen unserer Beit: die Frauenfrage. Der Roman ist daS Buch der modernen!! Frau. Die „Diana vom Kreuzw^ ist eine Dichtung Gedankenkraft und dramatisch-mächtigem Lebensgehalt. Meredith schöpft sein Ttama bis in die Tiefen aus. In breitem Flusse > sttömt der Roman dabin, rauschend in seiner sprachlichen ^chön-, heit und dichterischen Kraft, blendend in seinen glitzernden Spiegel-- ungen. Ein großes, gewaltiges Bild erhebt sich vor uns: Der Kampf der Frau um ihre Befreiung, um ihre geistige und fozrale' Erlösung, der Kampf gegen Jahrb«ntarte alte Borutt^le, bte, die Svhäre der Frau einacengt "nd niederdruckt, die sie zur Sllavm des Mannas genmcht taten. Diesen großm Kampf kämpft Drana: vom Kreuzwege, die Heldin deS Buches, ein prachtvoll gezeichneter Frcnrencharakter, ein Rchlseirmensch reinster Art, im Rahmen enter Erzählung, der der Mer in großer Spannung folgt
— Das neue Stadttheater tn Freiburg l Br. Man schreibt uns aus Freiburg: In unserer mächtig aufblühentan Drttsamstadt wird demnäM nach den Planen des Baurats Seeling-Berlin ein neues Theater erstehen, das m Südtautfch- land nicht so leicht seinesgleichen fintan dürfte. Mit dem? Monnm-!Nt<ckbau, der au einem tat schönsten Plätze tat Stadt errichtet und sich auch nach -außen mit einer gewaltigen Kuppel im künftigen bemerkbar machen wird, sott schon in den
nächsten MonEn begonnen werden. Die Fenersicherheit ist m- stage tat freien Loge und Umgebung, der Dauott und inneren Ramnverhältnisse die tankbar größte. Der in feiler polizeilicher Beziehung wichtigste, unterste Zuschaiierraum hat i- D. acht Ansgauge mit 1.40 Meter Breite, so daß auf den em^lnen Aus- gtmi, bei voller Besetzung nur 46 Besucher kommen. Daz« kommt n^ch, daß die unrgttrentan Räume imstmide sind, die ganze Zu- schauerschnff um das Vielfache vermehrt, beauem aufznnehmen. DaS Verhältnis tar Grö> des ZiffchauerraumeS zur Gesamtfläche w'rd nicht leicht ein anderes Theater aufweiftn, indem sich die Größe dieser beiden Flächenräumc tote 1:12 verhält. Da»? Theater wird 1236 Sitzplätze fassen. Nach dem Kostcuvoransch. * kommt der Bau auf 3 802 000 Matt zu stehen, gewiß eine ganz bedeutende Leistung für eine Stadt von 70000 Einwohner».


