Ausgabe 
2.12.1905 Erstes Blatt
 
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Großen.Linden, 2. Dez. Die gestrige Volks­zählung ergab für Großen-Linden eine ortsanwesende Be­völkerung von 1905 Personen. DaS bedeutet gegen die Volkszählung vor fünf Jahren eine Zunahme von 168 Personen.

R.B. Darmstadt, 2. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Zwi­schen dem Senat der Technischen Hochschule und dem Ausschuß der Studentenschaft ist ein nicht unerheblicher Konflikt ausgebrochen, der gestern abend in einer allgemeinen Studcntenversammlung zum offenen 'Ausdruck kam. Tie Studentenschaft batte vor Schluß des Sommersemesters eine der bekannten Charlottenburger Reso­lution ähnliche Resolution wegen des Ausschlusses der kon­fessionellen Verbindungen beschlossen. Ter Senat der Hoch­schule aber hat diesen Beschluß nicht akzeptiert unter Hin­weis daraus, daß der Ausscyus auf Grund des § 8 gewählt sei, nach welchem der Ausschuß eine Vertretung aller studentischen Korporationen ist. Tie gestrige Versammlung beschloß daraufhin mit großer Mehrheit, den Ausschuß in seiner seitherigen Form aufzulösen. Nachdem die Ver­treter der beiden hier bestehenden katholischen Korpora­tionen unter Protest den Saat verlassen hatten, wurde ferner beschlossen, den seitherigen Ausschuß mit der weiteren provi­sorischen Geschäftslcituug zu beauftragen. Es wurden fünf Mitglieder hinzugewählt und der provisorische Ausschuß mit der Neubearbeitung de Satzungen beauftragt. Tie neuen Satzungen sollen unter Ausschluß der konfessionellen Verbindungen gelten. Jt. Hoftheater fand gestern die Erstaussisthrung von Oskar Blumenthals neuem LustspielTer Schwur der Treu erstatt. Tas Stück fand nur mäßigen Beifall, der in erster Linie den Tarstellern galt. Tas (proßherzogspaar und der Fürst zu Solms-Lich wob-'^n d Vorstellung bei.

Frankfurt, 2. Dez. Gestern hat die als Kaffeehaus etablierte Hauptwache den ersten Gästen ihre Tore ge­öffnet. Die winkligen Stuben und Stübchen sind in drei recht stattliche Säle umgewandelt. Der Umbau ward in pietätvoller Weise vollzogen. Das Charakteristische des alten Gebäudes ist außen und innen gewahrt geblieben. An der schmalen Marmortreppe, die in den ersten Stock führt, ist das Gitter der alten Treppenanlage verwendet, oben im Zimmer für Nichtraucher, hat man die schweren Thürprofile gelassen mit den runenhasten Namenzcichen. Im Parterre ist durch den Anbau nach dem Schillerplah zu ein einziger großer Raum geschaffen worden. Der Stil der Innenaus­stattung entspricht der äußeren Architektur: alle schmückenden Details, Buffets, Beleuchtungskörper, Decken und Wand- dekorationen zeigen mit Barock verquikten Louis Seize-Stil. Im ersten Stock befinden sich zwei Wirtsckastsraume: ein Damensalon und ein Zimmer für Nichtraucher. Die Decke der Zimmer für Nichtraucher, der ehemaligenVerhörsstube", ist eine der schönsten dieser Art in Frankfurt; das Wandge­täfel ist oben und unten aus braun getöntem Escheuholz. Im Herrenzimmer, da? nach der Katharinenkirche zu liegt, hat man die Fensternischen zu Kojen gemacht. Die Wände zeigen guten künstlerischen Schmuck, wertvolle Stiche und Farbenbilder auS Frankfurts Vergangenheit. Der Be­zirksausschuß von Wiesbaden genehmigte das Frank­furter OrtSstatut, das die Einführung völliger Sonntagsruhe vorfieht.

h Frankfurt a. M., 1. Dez. Vier Italiener, di im Juli hier einen Arbeiter beraubt hatten und deshalb zu 3 und 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden waren, sind auS dem deutschen Reich ausgewiesen worden und werden nach Verbüßung der Strafe über die Grenze ge­bracht. Der vor einigen Tagen auS dem Klapperfeld- Gefängnis entsprungene Gärtner Heinrich Wilhelm aus Seligenstadt wurde in der letzten Nacht in Ginnheim bei einem Einbruch ertappt und verhaftet. Auf ein gestern abend mit einem bekannten Herrn die Hafenstraße passierendes Mädchen wurde ein Schuß abgefeuert. Die Kugel drang dem Mädchen durch den Unterkiefer in den Hals. Die Verletzung ist nicht lebensgefährlich. Von dem Täter fehlt jede Spur.

* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Darmstadt konnte man am 1. Dez. da? 2 5jährige Jubiläum des städtischen Wasserwerks feiern.

Gießener Strafkammer.

X Gießen, T. Dez.

Dem Kaufmann G. K. von Igstadt gmg wegen Uebertret- ung der Verordnung betreffend den Verkauf der dem freien Verkehr entzogenen Waren,' ein Strafbefehl über 8 «Mark zu, weil er durch einen Reisenden an eine Hebamme zu Altenhain Karbol- und Borsäure absetzen ließ. Aus seinen Einspruch sprach ihn das Schöffengericht Ulrichstein frei, da die verkauften Waren nunmehr fmgegeben sind. Ta er sich eines Rechtsanwalts bediente und dessen Kosten nicht aus die Staatskasse übernommen wurden erhob er Berufung. Das Ge­richt verurteilte die Staatskasse auch in biete Kosten, zumal es sich um eine in letzter Zeit noch vielfach bestrittene Rechts­frage handelt, deren Kenntnis einem Laien nicht zugetraut werden könne. Maurer K. fc. aus Brandenburg a. d. Havel, der die letzten 20 Jahre fast ausschließlich im Zuchthaus zu­gebracht hat, wurde am 5. Oktober d. I. entlassen und nach der Kolonie Neu-Ulrichstein gebracot. Nack kaum einwöchigem Dort­sein, rückte er nachts mit dem Krllner Rich. Joh. G. aus Langen- bielau aus, und verübte zu Maulbach einen Einbruch, indem er durch ein Kellerfenster einstieg und die in das Haus führende Tür mittels eines Pflugeisens aufbrach. Es sielen ihm außer Eßwaren nur wenige Gegenstände in die Hände und so begab er sich mit seinem Begleiter, der sich inzwischen ans der Straße ausgehalten hatte, nach einer Ziegelhütte, die sie aufbrachen und dort ihren Raub verzehrten. Sie wanderten nun nach Neu­stadt, wo sie bei einem Einbruch abgefaßt wurden. AuS dem Verhalten deS L. vor Gericht ging unzweideutig hervor, daß er sich wieder nach dem Zuchthaus sehnte, was einige Aeußer- ungcn bewiesen: z. B. ,,Tie Kvst im Zuchthaus war besser als auf der Kolonie", und, als er sich auf den Antrag deS Staatsanwalts äußern sollte: ..Mir rst überhaupt alles gleich'". Auch das Gericht gab seiner Ansicht dahin Ausdruck, daß L. sich in der Freiheit nicht wohl fühle und erkinnte auf 4 I a h r e 2 Monate Zuchthaus, 10 iöhr. Ehrverlust und Polizei­aufsicht. G., welcher als der Versiihrte betrachtet wurde, erhielt 1 Monat 5 Tage Gefängnis und 4 Wochen Hast. Vor vier Wochen wurde der Taglöhner I. G. von Schwabenrod wegen verschiedener Betrügereien zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. In bHcr Verhandlung ergab sich, daß er im Jahre 1900 bei einer Wirtsfrau erschien, der er vorschwindelte, er sei von einem Oekonomen geschickt, für eine Anzahl Arbeiter das Nacht­essen zu bestellen. Hierbei ließ er sich einen Liter Schnaps geben, ben bet Oekonom bezahlen sollte. Tas Gericht erkannte hierfür auf 2 Monate Zuchthaus. Wegen Verstoß gegen die anerkannten Regeln der Baukunst würbe Maurermeister I. S. von Selz zu einer Gk'lbftrafe von 10 Mark verurteilt. Bei der Rohbaurevision eines von ihm errichteten Hauses, ergab sich, daß ein Stück der Kellerscheibemauer ausgebogen war und cin- zustÜrzcn btohtc. Bei näherer Besichtigung entdeckte man, baß

bie Mauer innen mit losen Steinen und ohne Verband hergestellt war. Tie milde Strafe wurde damit begründet, daß es sich um eine geringfügige Sache handelte, bei der keine große Gc- ahr für andere bestand. Eine eigenartige Sache wegen Ent­führung eines minderjährigen Mädchens wurde zum Schlüsse verhandelt. Der Maurer H. Sch. , von Bermutshain hatte schon längere Zeit mit der 19 jährigen Tochter eines Schreinermeisters zu Eschenrod ein Liedesverhältnis. Tie jungen Leute beabsichtigten, sich zu heiraten, zumal sich schon Folgen zeigten. Doch der Vater versagte seine Zustimmung zur Verehe­lichung, da er bet Ansicht war, der Angellagte könne keine Frau ernähren. Alle Vorstellungen des Angeklagten, aur' rie bevor­stehende Niederkunst seiner Tochter, vermochten den Hten nicht dazu zu bewegen, seine Einwilligung zu geben. Eines Tages sand er in seiner Wohnung einen Bries, aus dem ^bervorging, daß eine Toebter von ihrem Bräutigam nachts entführt werden solle. Er beauftragte mm seine jüngere Tochter, die mit ihrer Schwester in einem Zimmer schlief, auf jedes verdächtige Geräusch zu achten und ihm sofort davon Mitteilung zu machen. Doch das Schicksal wollte cs anders. In der Nacht auf den 22. Aug. d. I. begab sich die Braut unter dem Vorwande des Unwohlseins aus ihrem Zimmer auf die Straße, wo der Bräutigam mit einem Wagen ihrer harrte. Bestürzt lief die Schwester der Braut zu ihrem Vater um Meldung zu erstatten: doch es war zu spät, der Wagen war bereits nach Bermuthshain abgefahren. Er verständigte sofort die Cendarmerie und stellte gegen den Entführer Strafantrag. Im Lause der Untersuchung besann er ich jedoch eines besseren: er gab bie Zustimmung zu der Heirat und wollte ben Strafantrag gegen den zukünftigen Schwie­gersohn zurückziehen, was aber gesetzlich unzulässig ist. Und so hatte sich nun Sch. heute wegen seiner Tat zu verantworten. Sch. behauptete im Gegerrsa^ zu seinen in der Untersuchung gemachten Angaben, daß er seine Braut weder zur Verehelichung noch zur Unzucht entführt habe, da dies doch die Voraussetzungen zur Bestrafung sind: sondern er habe sie bloß um deswillen ab­geholt, weil er annehmen mußte, daß es ihr unter den obwalten- >en Umständen bei ihrem Vater schlecht gehe. Don der Staats­anwaltschaft wurde die Minimalstrafe von einem Tag Gefängnis beantragt, doch das Gericht kam zum Freispruch. Nun wird in aller Kür re bie Hoch-fit statt finden.

Ein Adventist ans religiösen Gründen vorm Kriegsgericht.

(b.) Mainz, f. Dez.

Wegen Verweigerung bes Dienstes aus religiöser Hebeneug» ung hatte sich heute bet 23 jähr. Krankenpfleger und Musketier Johann Martin Friedrich Jansen, der aus einem kleinen Orte in Westfalen stanrmt, von der 7. Komv. des 87. Inf -Regt?. am Kriegsgericht zu verantworten. Der bisher unbestrafte An­geklagte würbe kürzlich als Heeresunsicherer eingezogen, er kam auS Amerika und hatte sich der Militärbehörde gestellt. Schon am ersten Freitag abend und Samstag weigerte er sich an den Pntzstunben teilzunehmen. Die Sache wurde dem Hauptmann gemeldet, der den Angeklagten nach ben Gründen der Dienst­verweigerung frug. Jansen erklärt, baß er ?ldventist sei, seine Religion verbiete es ihm, während des Samstags andere als die allernotwendigsten Arbeiten zu verrichten. Das Putzen fcr Uni» örm sei keine notwendige Arbeit da sie auch vor Sonnen­untergang vorgenommen werden könnte. Der Hauptmann meldete die Sache weiter urtb erhielt hierauf vom Generalkommando die Verfügung, daß die Gebräuche von Leuten, die Anhänaer einer vom Staate nicht anerkannten Sekte seien, keine Berücksichtigung zu finden hätten. Jansen erhielt die Versiegung vorgehaltrn und wurde verwarnt, ebenso wurden ihm die Folgen weiterer Ge­horsamsverweigerungen ffaraelcgt. Trotzdem weigerte sich der Angeklagte am 10. und 17. November abends wiedernm, die Uni- ormstücke zu putzen. Jansen wurde hiera"f in Untersuchung ge­kommen. Heute machte ibn Kriegsgerichtsrat Engel auf die chrnren Folgen seiner fortgesetzten Gehorsamsverweigerungen auf- wenn er damit fortfahre, würde er die längste Zeit seines Lebens im Gefängnis zubringen. Jede weitere Gehorsams- vwweia<n:ung, auch im Gefängnis, bringe ihm erhöhte Strafen rin. Schon einmal sei hier ein ?ldventist Soldat gewesen, der 1015 Jahre im Gefängnis wegen seiner Gehorsamsverweiger­ungen zugebracht habe und infolge von Krankheit entlassen worden sei. Der ?kngeklagte erwiderte hierauf, daß ihn dies nickt von seiner Uebeneuaimg abbringen könne, mit seinem Ge­wissen und seiner Religion könne er d"s nicht in Einklang bringen. Als er im Ausland gewesen und daran gedacht habe, bald nach Deutschland zurückzukehren, um sich zur Musterung zu stellen, habe er sich "ffftou voraestellt, was ihm alles passieren könne. Er habe aber auf seine Religion vertrant und tue dies auch fernerhin. Seine ykbsicht sei gewesen, bet seiner Einziehung zum Militär zu ernrirb-n. als Krankenpfleger Verwendung zu finden, da ihm diese Beschäftigung als eine notwendige erlaubt sei. Da er aber verspätet in Deutschland eingetroffen, sei er als Heeresunsicherer betrachtet und als solcher eingezogen wor­den, obschon ihm die Absicht, sich seiner Militärpflicht zu entziehen, sirngelegen habe. Das 'Gesuch seines Vaters, ibn als Kranken­pfleger zu verwenden, sei abgefeimt worden. Der Hauptmann der Kvmvagnie schilderte den Angeklagten als einen braven und pflichteifrigen Soldaten, der bei Vortragen der Gründe über feine Gehorsamsverweigerungen sich sehr anständm benommen habe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 6 Wochen 1 Ta a Gefängnis, da nach § 48 des Militärstrafaesetzes die Straf­barkeit damit nicht ausgeschlossen sei, daß der Täter nach seinem Gewissen oder ben Vorschriften seiner Religion^ sein Verhalten für geboten erachtet. Dm- Vernriellt«' n^n bi-* ^Infe sofort an.

Dertni|d>te».

* Bei der Ka iserreise nach Oberschlesien ent­deckte auf der Strecke BreSlau-Brieg ein Bahnwärter einen Schienenbruch. Er stellte das Haltesignal und bewirkte sofort die Anlegung eine? Schienen-NotverbandeS, so daß der Kaiserzug in langsamer Fahri die Unfallstelle passieren konnte und mit 7 Minuten Verspätung in Pleß eintraf.

Der neue st eEisendahn Unfall. Ein Landauer Schnell zu g stieß nachts auf der Station Türkenfeld (Bayern) mit einem Güterzuge zusammen, wobei 8 Per­sonen verletzt wurden. Der Materialschaden ist be­trächtlich.

* Kleine Tagcschronik. Der Münchener Ski­läufer Franz Reich ist in den Dolomiten abge- stürzt und hat erhebliche Verletzungen erlitten. Am 1. Dez. wurde an der Muldebrücke bei Bitterfeld eine ungefähr 25jährige unbekannte weibliche Person mit einem Beil e r m o r b e i und beraubt aufgefunden. Tas Beil lag in einem nahen Wassertümvel. In Finster­walde ermordete der Lokomotivheizer Wehland seinen Sohn und schnitt sich selbst ben Hals durch. Die 300 000 Mk.-Prämie bet preußischen Klassen- lotterte fiel mit einem Gewinn von 1000 Mk. auf bie Nr. 42125. Tie Teilnehmer au bent Gewinn ftnb mehrere kleine Hanbwerkcr in Berlin, bie noch einige Mit­spieler in ber Provinz haben. In So fi a würbe ein breifacher Morb entdeckt Ter Advokat Dimitrow wurde mit gespaltenem Schöbe. int Pferdeftall, seine Magd an ber Haustür, seine Schwester int Bett ebenfalls mit burch eine Hacke gespaltene. Schübel aufgefunben. Tie Morbtat"n scheinen vom serbischen Kutscher Timitrows vcr- übt worben zu sein.

0) richlsiaal.

Paris. 1. Dez. Das Urteil im Prozeß wegen bes Atten­tate? auf ben König von Spanien ist heute nacht gefällt worden. Die Geschworenen verneinten sämtliche Schuldfragen, worauf bie Angeklagten der Täter selber ist

bekanntlich nicht ermittelt worden und dieJUt genagter »r- w'r ..Bmdäclpinf" frrini'fhTnfbcn wurden.

Märkte.

Gießen, 2. Dez. Marktbericht. Auf heutigem 'JVofheiniin* kosteten: Butter vr. Pfd. 1.151.25 Mk.. Hühnereier 1 -t. R-g'V;. 2 2tcf. 0000 Big.. Gänfeeier 1500 Via., Enteneier 67 T-ig.. 9;f or. Skck. 68 Pf., .stcuematte 2Stck. 56 Pfg. Erbst» vr. Liter 21 ! Linkenvr.Liter32 Psg., Tnubcn pr. Tao v 0,80-1,00 Tlf., Hühneror -*? 1.00-1,60 Mk., Halme vr. Stück 0,80-1.80 Mk.. Enten vr 1,80-2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 6070 Psg., Ocknenfleisch m.ä 7282 Pfg., Kuh- und Rindfleisch vr. Pfund 707? 1Tcg., '

stcisth vr. Pfund 8090 Psg.. Schweinefleisch, gc n, vr. 94 Pfg., Kalbfleisch vr. Pfd. 7080 Pfg., Hamme! ch Vr. 5076 Pfg. Welsche ver Pfund. Kcn tosst! vr. lyc» y.

5,005,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 Mk., Milch pet SitJ. 20 Pfg., Aevfel ver Pfund 10 bis 25 Psg., in Körben 00 «u Nüsse 100 Stück 30-40 Pfg.. Birnen ver Pfd. Mk. 0.10-^? Weißkraut ver Stück 810 Pfg., per Zentner Mk. 2.003.00,^ Marktzeit 82 Uhr.

fc. Frankfurt a. M., 1. Dez. Heu- und Etre markt. Man notierte: Heu Mk. 3.60 bis Mk. 3.80, i3ttä Mk. 2.402.70. Tendenz: fest.

Ku^en-Notiernngcn.

Erz: Feruie G 5075, B 5125, Peterszeche G 180, B 210,

Gießener lankwirlschaftlichcr Wetterdienst.

Pr" anssichtliche Witternng in Heuen für Sonntag, b» 3. Dezember 1905: Leicht trüb. Temperatur wie heute, tre^ Näln'rfK Mrch die 6\ipnpitpr 'T',pttprfnrtp.

Hintn -Oru 5 m lMuiflfH.

Lübeck, 2. Dez. Wegen der F l e i s ch t e n e r n n g bewillig die Eutin-Lübecker Eikenbahngefellschaft sämtlichen Beamten h-? Arbeitern eine Teuerungszulage. Bei Resnoei 1- Belt wurde ein gesunkenes Segelschiff englischer Baiiart e.e'un'- Die Mannschaft ist wahrscheinlich ertrunken.

Berlin, 2. Dez. In einem an die Eisenbahn-D.chiomi gerichteten Erlaß verbietet der Verkehrsminister bn Genuß aller alkoholischen Getränke toäfircnb Dienstes des Eisenbahn-Personals. Tie sozi a ldcm: kratische Fraktion des Reichstages hat nach Besprechung^ Vorwärts-Angelegenheit folaenden Beschluß gefaßt: & Fraktion erklärt durch die gepflogene Aussprache in Safe des Vorwarts-Kvnfliktes dte Angeleaeuhe,t für nch als erledig

Petersburg, 2. Tez. Tie Gerüchte über die Vornöngcfr Hofe nehmen ernstere Gestalt an. Nach der einen Lcsm « Timitri Konstantinowitsch den Zaren an der Hand, einer anderen ein anderer Großfürst ihn anr Ko pf e t>ermvr bet haben. Tas Hofministerium lehnt jede Erteilung von fl-r. fünften ab. Ein Kvrrefpondent bat den Grafen Lco ToVv auf seinem Gute besucht. Tolstoi hält in überraschendem 1* mismus die gegenwärtige Lage in Rußland n t (bt für geföh l i ch. Die Industriearbeiter in den wenigen großen spielten keine Rolle gegenüber den Bauern, die den n-?fnitl:ri Teil des russischen Volkes bildeten. Tie Bauern aber nicht an Revolution. Nur eine fleinc Partei teüolutior.ri Agitatoren wolle den Umsturz. Jedenfalls sei es nötig, bijfe bisherige Regierung, die sich auf Gewalt stützt, aufgclri r.» durch eine Regierung, die sich auf Liebe und Wohlwollen WM im Sinne des Ehristetztums handelt, ersetzt werde. - - HinW. fiert d^s Gerückst. daß in Zirsko'e Sselo unter den . Offizieren eine Verschwörung gegen den Zit'.i entdeckt worden sei. Selbst die Hofbeamten gebens, daß in Zarskoie Sselo etwas Wichtiges passiert sei. Sita wäre, daß die Garde nicht mehr zuverlässig sei. fe noch die Kosaken gelten für verläßlich. Es heißt, fämtli<ht

saken. insgesamt 450 000 Mann, sollten mobilisiert nrrben. - Numnehr sind Post und Telegraph in gauz Nußl-"d zum Stillstand gekommen. Keine Zeitungen, keine

keine Briefe werden gusgetragen. Dieser Streik ist viel aesita sicher und zerrüttender wie der Bahnstreik, weil vor allem bt| Regierung von dem Innern des Reiches abacfffmittcn ift 3* Stadt im Reiche ist völlig isoliert und bilbet gleichsam a Reich für sich. Aller Handel stockt. Börse und Bankm h?ti

ihre Tätigkeit eingestellt. Keinerlei Geldaus'-ahlungen-- stattfinden. Der Streik muß von entern furchtbaren Rücksckfe auf die ganze wirtschaftliche Lage Rußlands sein. Großess" ruhe hat die Botschaften erfaßt, die von ihren Ife» ungen vollständig abgeschnitten sind. In Z a r s ko i eßskl» herrscht vollständige R g t l v s i g ke i t. Die Hofpartei drZMM aller Macht zur Diktatur. Zur Sicherheit des 3aren marschim-. die ganze Leibgarde und dos Siemenowsche Regim-wt <ib. '' verlautet, wurde im Laufe der vergangenen Nackst eint

von Garde-Offizieren arretiert

Petersbnr g, 1. Dez. Eine Abordnung der auSflänbiee V 0 ft - tt n b Telegraphen beamten erschien heute bei btn

Minifterprastdenten Grafen Witte, wurde ober nicht vo" gelassen. Mitte ließ sogen, daß ein Ausstcmd von Poft- r? Telegraphenbeomten in keinem zivilisierten Lande geduldet werk­

würde, und empfghl der Abordnung, sich an ihre unmittelbare Vorgesetzten zu wenden.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Haiti und Indnstrio, Glossen.

Frankfurter Kör 3%°l0 Reichsanleihe . . 101.10 3% do. . . 89.60 3S°/0 Konsols .... 101.05 3% do.....89 <*0

3^°/0 Hessen.....99.30

s/^0/n Oberbessen . . .. t% Oesterr. Goldrente. . 100 30 4*/5 Oesterr. Silberrente 100.60 4% linear. Goldrente . . 95.70 4% Italien. Rente . . . 105 50 3?6 Portugiesen Serie I . 67.95 3% Portugiesen III 68.00 russ.Staatsanl. 1905 90 00 4><on japan. Staatsanleihe 95.75 t °n Conv. Türken von 1903 90 30 Türkenlose...... 138 20

ic. 2. Dez., 1.15 Uhr.

Elektriz. Lnhmeyer . . . 1^* FJektriz. Schnckert . . .

Esch weil er Bergwerk . .WM Gelsenkirchen Bergwerk W;\ Hamburg:-Amerik. Paketf.

Harpener Bergwerk. . .215" Lanrabtitte......"

Nordd. Lloyd . . .

Oberschles. Eisen-Industrie Bl- Berliner Handelsges. 1^ Darmstädter Bank . . 1* Deutsche Bank -

Deutsch-Asiat. Bank . 1J* Diskonto-Kom mandit. 1^:_ Dresdner Bank .... 1* Kreditaktien.....BON*

4% Griech. Monopol-Anl. . 53.50 X% äussere Argentinier . 89.50 3% Mexikaner ..... 4%°/e Chinesen . . . 97.75

Aktien:

Bochum Guss..... 245.25

113-0

195/*

Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . .

Gotthardbahn . . Lombard Eisenbahn

Oesterr. Staatsbahn . . l*r_ Prince-Heuri-Eisenbahn

Buderus E. W.....137.00

Tendenz: schwach.

Berliner Börse, 2

Canada E. B. . . . . . 175.10 Darmstädter Bank . . . 148.50

Deutsche Bank .... 241.20 Dortmunder Union C. . . 101.20 Dresdner Bank .... 163.10

Tendenz: fester.

Dez., Anfangflkurse Harpener Bergwerk Laurabütte . .

Lombarden E. B Nordd Lloyd . . . Türken! ose . . -

. 2154

25^ ö.c

. 125 '

. 137.5

uf der

_FabrikatJ>

Nur echt mit Dreieck-ÄnEiiPByp.