Ausgabe 
2.12.1905 Erstes Blatt
 
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155. Jahrgang

(PrfteS Blatt.

Amts- und Anzeigeblatt für Len Kreis Eietzen

per firufia<* Dummer umtnfit 24 weiten.

Tcbolinie, die Ausländern

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erlang mehr.

Mngsjcicheu, S* ihn von Lüd!

Befprechu:

Kolonialpost.

Brüssel. 1. Tez. Im fioloninfnint ist die Meldung cingehoffen, daß im Lomani-t^ebict im Kongo eine ftot- torci von Negern überfallen worden ist und das; die beiden Weißen, die dort anwesend waren, ermordet worden sind. _________________

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Der Streik der Post- und dauert in Polen fort. Nur die

Samstag 2. Dezember 1905 vezag-vrelPr monaihd) 75 ISt, eiertet

Mr. 284

«Ubeint täglich » e, Sonntag-.

Ebener Anzeiger rvfjtiia im Wechsel mit betrag sstschen Landwirt diH ttefener Familie»' blOki Diermal in der tod>e beigelegt.

8Ub*:noii4brucf il Der- LaifXi Brüh l'ichen U.tMt'-1.-Buch-u. Stein- bitwlerei. R. Lange. Mldclinn, ü-rvebitum und Trurfrret:

tz»« Ist ratze 7. iRkafiton 112 v» r.-flu..(S)cpeb.®öl c für Teoefdien:

Bnciger Gießen.

zahlreiche in den Fabriken beichäsligie Ausländer die Stadl; die Fabriken werden geschlossen, die Arbeiter entlassen. Telegraphen beamten

c >vabriE 7 7, Tezember >hi1

Dresden, 1. Dez. Bei den Stadtoerordneten­wahlen erlitten die Antisemiten hier eine schwere Niederlage. Es wurden wider Erwarten Sozia l d em oe traten gewählt. Tas Stadtverordneten kolle^gium beschloß die Absendung einer Petition an die sächsische Staats» regierung und den Reichstag aeaen die Tabaksteuer.

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e zu TrMvdl nl^erN^ im den, 256 W® t, während sud dik tzer beheb 1'5 : 276), Zugenieurr idjiüf 342 ( 0),8H >7 (22) Beiucher t jdjen Staaten W.t uei 361 Russe». - 3 7 yonoroe r- und PrivaldoM r für oriental^- erridjtsgcgcniiaiitc ist t>. Lerltn s al, Tireltor °k-v u't von der i«»1 >r iwonntwoM.

jährlich Ptk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monotlidi Go Pi.; durch die Post Alk. 2. uiertel- jährl. ausidil. Bestell y. Annahme von Anzeige« für die Taqesmnmner bis cormittugd 10 Uhr. ZeileupreiS: lokal 12Pf, aus,väns 20 Plg.

Verantwortlich für den volit. und allgetn. Teil: P. Witt ko- für .Stadt und Laiid^ und .Gcrichtosaaf: Ernst Heb; für den An­zeigenteil: HanSBeck.

ber ..SBortDärt..: n**»cln, btöoT< k Revcnt oid !. 1C1,C Oeitbma?.;

enttoio ben ,d>c Semetl'uMu Ihbe UniDübtbf'

2l «Island.

FrederikShald (Nonm-gen), 1. Dez. Tie S chle i fn n g der Er cnzsc tngen bet begonnen. Proviant, Munition, W.ssen usw. sind fortgeschasst worden. Man ist babp, ,xc Tr bth-.ndemisse zu entfernen. Tie Pan'ertürme und die Geschütze werden fertaeschefft. sobald entfdyicbcn ist, wo und rote sie Ver­wendung finden sollen.

London, 1. 2 cs. Heute wurde ein Kabinettsrat ab» gch,'lten. ES beißt, bn5 K"binett hrbe beschlossen, lieber zu* tüd-j! treten alS das Parlament auszulösen.

X3 i e n , 1. Dez. Im Herrenhaus erklöne Mmistev- vräsiiu-nt v. Gautsch, er halte eS für eine Pflicht und ei« Bedürfiris, auch das Herrenhaus, das an der gesckn^lrchen Entwicklung $?cfterr'icS-Ungnrr9 so ri hmvolleu Anteil nahm, mit den Absichten der Regiwnug über die Wahl re form vertraut ,u machen. Ter Ministerpräsident weist auf die yi*Ttf(f)Tttte auf sozialem, politischem und geistigem Gebiete hin, sowie auf die bisherige llnfruchtbarkeit der Gesetzgebung, wo- durch b:c Strömung zugunstrn einer Aenderung der Grundlage b-5 P 'rldmentS sehr gefördwt wird. Die Reform müsse zu einer p.rft ver- irslicht werden, wo die Erweiterung der öffent­lichen *) e ebt e versöhnlich wirke, und Int8 Band zwi­schen der Gesetzgebung und allen Volksschichten durch friedliches Zusammenwirken gekräftigt werde. Die Regierung wolle d'.s allgemeine Wahlrecht völlig ausgestalten unter Berücksichtigung der staatsrechttickren und natio- n^len Verhältnisse. Der Ministerpräsident betont, das Herrenhaus sei es namentlich, dem die staatserhaltende, legislative Mission 'nkonrme. Tic Regierung bitte um die Z-örderung ihrer Absichten seitens des Herrenhauses in diesen schwierigen bedeutungsvollen Zeiten.

Washington , 1. Dez. Der deutsche Botschafter hat der amerikanischen Regierung eine Note überreicht, durch welche da- deutsch awerikamlck»e Handelsabkommen vvm 10. Juli 1900 mm 1. Märe 1906 7> c F fi n b i a t wird.

gehörende Telegraphen Verbindung mit London, wird durch englische Telegraphisten bedient. In Dielen Hunderten von Schulen Polens verbrannten die polnischen Schul­inder alle russischen Bücher, Bilder. Zaren­porträts. Tann prügelten und vertrieben sie ihre russi'chen Lehrer und russischen Kameraden auS den Schulen. Zahlreiche Schulgebäude wurden demoliert.

Auch am 30. v M- kam es bei Huldschinski zu Zusammenstößen. Arbeiter überfielen die militärischen Posten, die drei Arbeiter erschossen.

Unter den Soldaten de-, russ.-voln. Grenzgarnison Grodno gärt es gleichfalls. Tie Artilleristen haben eine Reihe ökonomischer und sozialer Forderungen ausgestellt und einen Aufruf unter den Soldaten verbreitet.

In Petersburg wurde eine Anzahl Mannschaf­ten des Garde-Kürassierregiments, _ des Garde-Husarenregiments und des Leibjäger- Bataillons der kaiserlichen Familie fe st genommen, weil sie verschiedene Forderungen stellten, darunter die, daß sie nicht zu Polizeiüiensten bei Unruhen herangezogen werden

Nach der imVorwärts" veröffentlichten Sammelliste zu gunften der russischen Opfer hat die sozialdemo­kratische Partei Teuti chlands 25 000 Mark ge- tiftet. Insgesamt sind bisher 162 000 Mk. eingegangen.

jJnlilifdic ssnarsschlm.

Verlobungen.

';< Nach aus Madrid cm getroffenen Meldungen gilt die fltetlcb nn des Königs von Spanien mit der Prin- Viktoria Eugenie (Ena) von Battenberg) ai4 ficl»cr. Die Hochzeit würde wahrscheinlich im nächsten Jivh' in Madrid stattfinden. Die zukünftige Königin würde dH Kamen Viktoria führen zu Ehren der verstorbenen ftflnhin Viktoria von England. Sogar amtlichen Kreisen ni-Lft'tehcnd.' Blatter Madrids bringen diese Meldung, sodaß a ci teten Richtigkeit kaum mehr zu zweifeln fAin dürfte. TilciHriuzessin ist 18 Jahre ah und das Datenkind der Vz»-koiserin Eugenre von Frankreich, deren großes M«rm 9 p e n sie einmal erben dürfte.

- In Verbindung mit diesem Heiratsplan deS Königs härt einer unserer B^erliner Korrespondenten aus Hofkreisen, b««!; dcmnächst die Verlobung der Prinzessin Pa­tt in« von Eonnauaht, der Enkelin des Prinzen FMrich Karl von Preußen, die bis vor kurzem als die tr^lumtitie Braut Ton Altons galt, mit dem Marquis v"2i< Ang le seh bekannt gegeben werden soll. Ter Ml «reu. S von Anglesey ist zur Zeit Leutnant in der Moyel $orfe Guards, t>crblauen" Garde zu Pserde, und h 1 i ein jährliches E i n t o m m c n von 2 Millionen Mark Sein Vetter und früh"re Trager deS Titels war b-w rtb Heine Vorliebe für da? Theater und für Edelsteine b'ilrnn! und hatte sich durch seine sinnlose Verschwendunas- sr ich vollständig zugrunde gerichtet Tie Familie Anglesev ist (inp alte MilitarfamiUe: bet Begründer des Namens Mt^Iessey" und der Marquiswürde war Feldmarschall und b-i stili^te die englisck>e Kavallerie unter Wellington bei A atertoo.

Die Jlotteudkmonstrationen gegen die Türkei.

$ic ersten btiefliajen ^.richte dec DernonstrationSflotte finb eungetroffen. Aüs denselben ist zu entnehmen, daß bin Vambung mit 617 Mann erfolgte. Am nächsten Tage taunbr k)ic Zahl auf 100 Mann reduziert. Die e r st e L a n - b tun n .erfolgte unter dem Befehl des englischen Kom- mc.and.onten Farrington; das französische Tetache- rrm-nt besetzte das Zollamt, das österreichisch-ungarische das TI'Ikgrcphenamt, das englische die Uftrstraße, das Italic- niOc und russische die Straßen. Tie Besetzung erfolgte in A'Ä.ir soiheil des türkiscl)en Polizeichefs. Tie Cberteitnng deS Zollamts führt ein französischer Selchffskommissar, dem ci iritalienischer Rechnungsbeamter beigegeben ist. Tie Ern- ncrtmcit deS ersten Tages betrugen 4964 Piaster, welche bei. der Ottomanbank deponiert wurden.

Tie lleberreichung der Kollektivfchrift der Machte in ed'Ho ntnb Belgrad ist erfolgt Tas Memorandum besagt, bcif, bic bishergien Bemühungen, die Psorte zur Annahme dcirmacedonischen FinanzkortroNe zu bewegen, resultatlos blürb'n, und die Mächte gezwungen waren, Presswnsmaß- rsintlii anzuwenden. Hieran trügen jedoch nicht nur die nögerungen der Pforte di" Schuld, sondern auch die M'^lii'it zwischen den verschiedenen Nationalitäten, die zu dlt'^gcn Konflikten und Aitentaten gegen die friedliche Be- VitrlPrung führte. Tie Mächte erklären, daß sie sich durch ivte Aemuhungen revolutionärer Elemente in ihrem Ver- HMn nicht stören lassen werden. Sie würden keinen Ver- fitid nir Störung des Status quo auf der Balkanhalbin)el gatten, und alle darauf bezüglichen Versuche hindern: fi|: ofssen, daß dte Balkanstaaten ihre Bemühimgen unter- st-p tzn und unverzüglich aZk Maßregeln ergreifen werden, u .n be Ermutigung und Nährung der revol. Bewegung im btn türkischen Provinzen zu hindern.

Ein Offizier des Temonstrationsgeschwaders erklärte eiimt Berichterstatter, daß der Gouverneur von Mytilene si Ä aun 30. v. M. an »orb des österreichischen Admiral- V tchs. begeben und dem Aldmiral v. Nipper ein amtliches Dl'ttramm aus Konstantinopel mitgeteilt habe,,in welchem c?5 hißt, daß die Pforte der Kontrolle in Mace- btonien nach Annahme gewisser Abänderungen zu- stti.nme. Admiral v. Ripver habe dem Gouverneur geant- wnm.it. daß, falls die Pfort" nicht bis Sonntag mittag d iLForderung der Mächte annehme, das internationale Gc- -«:der die Inseln Lemnos und Jmbros besetzen irrt!):. ________________

Ans §tubt und Land.

Gießen, 2. Dezember 1905.

** Personalien S K der Großherzog haben dem 2. evang. Pfarrer Fn'edr. Beek zu Alzey die 1. eoang. Pfarrstetle daselbst übertragen. S. K. H. der Großherzog haben dem Oberlehrer an dem Gymnasium zu Offenbach Dr. Wilh. Heraus den Charakter als Proseffor erteilt Ernannt wurde der Schulamtsaspirant Gust. Kröll aufl Rodheim. KreiS Gießen, zum Lehrer an der Taubstummen­anstalt zu Friedbera. unter Belastung in der Kategorie der Bolksschiillehrer. In den Ruhestand versetzt wurde der Schul- (obrer au der Gemeindeschule zu Langen Hch. Klein auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste unter Verleihung deS Silbernen Kreuzes deS Ver­dienstordens Philipp? deS Großmütigen. Am 30. November 1905 wurden zu Forstastestoren ernannt die Forstakzesststen Gust. Baader aus Alzey. HanS Bock aus Groß-Umstadt, Hch. Keudel auS Liederbach und Otto Kratz aus Lich.

♦♦ Aus dem Bureau des Stadttheaters. Aus die morgige, nachmittags halb 4 Uhr beginnende Kindervorstellung, die Sophie HennigS ,Rot- käppchen^ bringt, sei an dieser Stelle hingewiesen. Im dritten Bilde ist eine Burleske, .Gemüsepolla*, eingelegt, die die Kleinen besonders interessieren durste. Abends 8 Uhr geht zum letzten Male Gustav NaederS Posse ,Robert und 'Bertram1 unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen In­fanterieregiments in Szene. Besondere Anziehungskraft dürste das Aiiitreten der 1. Dpcnttenfännerin Amalie Luther- Reimer vom Hosthcater in Hannover ausüben, die »Ver­gebliches Ständchen^ von BrabmS und »Irenenwalzer^ singen wird. Untere Valletmeisterin Lina 0 ldini wird einen ,Spanischen Tanz^ als Einlage im 3. Akte ausführen.

"Für daß Vr om e n a d e - Ko n z ert am Sonntag, 3. Dez., norm. 11 Uhr, ist folgendes Programm ausgestellt.' 1. Ouvertüre z. Ov. .Der Geiger auS 2nroP von Gen^e, 2. Walzer und Chor a. d. Op.Fausf von Gounod, 3. Fautaste a. d. Op. .Mignon^ von Thomas, 4. Armee- marsch Nr. 9.

M Unsere Regimentsmusik konzertiert Sonntag nachmittag von 4 Uhr ab im Neuen Saalbau. DaS äußerst reichhaltige Programm bietet besondere musikalische Genüsse.

** (Sin sehr interessanter Vortrag wird nächsten Montag abend geboten. Bros. Tr. Krüger spricht im Saale des Geseklschattsvereins ,,Ueber die Ent­stehung der Ev angel: en -Literatur", ein Thema, das ohne Zweifel wieder so viele Zuhörer fesseln wird, wie voriges Jahr der Vortrag des geschätzten Redners über das Leben Jesu und die Geschichtsforschung.

♦♦ Männer-Turnverein. Sonntag, 3. Tez., findet anläßlich des Stiftungsfestes ein F a m i l i e n a u s - flug nach dem Windho^ statt. Abfahrt 3.25 mit der Bicbertbalbehn Gleid Zeitig machen die Turner einen Turn­gang Klein-Linden' ellindenAilendorf über Heuchel­heim nad) dem Windhof. Treffpunkt V/a Uhr an der kath^ Kirche. (Näheres Inserats

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Berlin, 1. Dez. Ter Kaiser ift heute von hier nach Moschen abgereist.

__ In der gestrigen Plenarsitzung deS Bundesrats wurden der Antrag Preußens auf Erteilung der Zustimmung zum Entwurf eines Gesetzes betreffend die Abändenmg des Abschnitts 4 deS B ö r s e n g es e tze S, ferner die Vorlagen betreffend die Ueberstcht der Einnahmen und Ausgaben deS Schutzgebiets Kiaulschou für 1904, betreffend den Handels-, Zoll- und SchiffahrtSoertrag zwischen dem deutschen Reich und Bulgarien vom 1. August 1905 betreffend den Entwurf eine? Gesetzes über die Wertbestimmung der Einfuhrscheine im Zoll verkehr, betreffend den Entwurf eines Gesetzes wegen Feststellung eine« dritten Nachtrags zum NeichShauShaltsetat für 1905 und betreffend den Eulwurf eines Gesetzes wegen Feststellung eines dritten Nachtrags zum HauShaltSetat für die Schutzgebiete auf 1905, den zuständigen Ausschüssen über­wiesen. Die Gesetzentwürfe wegen Abänderung eines Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden und über den ServiStarif und die Klafleneinteilung der Orte wurden genehmigt.

Aus Veranlassung deS Staatssekretärs deS Innern fanden am 30. November Besprechungen über die Verhält­nisse der Tapetenindustrie und des Tapetenhandels, wie ste zufolge der Kartellbewegunq innerhalb dieser Gewerbe­zweige sich gestalten, statt. Der stenographische Bericht über die Verhandlungen wird im .Neichsanzeiger* veröffentlicht werden.

Ter Abg. Graf Bernstorfs hat. unterstützt von Mitgliedern der Rechten, der Reichspartei, der polnischen Fraktion und dem Zentrum, den Antrag auf baldige Vor­legung eines Gesetzentwurfs eingebracht, durch den die Ver- brauchSabgabe ans Zucker, sobald der Ertrag die Summe von 2.10 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung über­steigt, em'vrechend h ero bgem in b e rt werden soll.

__ Die auf Grund des zwischen den beiden konser­vativen Parteien und den Na ti o n a ll ib e ral en ver­einbarten Kompromisses entworfene Schulvorlage :st in der Tat fertig gestellt und wird in allernächster Zeit der Oeffentlichkeit bekannt gegeben werden. Die Einigung lom am Dienstag abend im Kultusministerium zustande.

Z'.ulsttche 'DcuigLeilen.

Die Nachricht von einem Attentat oufben Zaren wird von gut unterrichteter Stelle als absolut e r s u n d e n bezeichnet.

In den letzten Tagen kursierten wieder Gerüchte von dem ^bevorstehenden Rücktritt deS Grafen Witte. Von alledem kann indes keine Rede sein. Witte erwirkte vielmehr oeben bei dem Zaren die Aufhebung des Belage­rn ngSzu st andes in Polen. Vielleicht wird diele Vlaß- nahnle zur Beruhigung der wild erhitzten polnischen Gemüter beitragen. Heute liegen noch mehrere Vfeldungen von Meutereien in polnischen Regimentern vor. Im Städtchen Wilko wischten revoltiert daß 8. Dragonerregiment. Die Otsiziere werden mit dem Tode bedro'st, sallS die Forderungen auf Erhöhung des Loldeß nicht bewilligt werden. Während der Dieuterei in der 3. poln. Artilleriebrigad- in Warschau wurde ein Wachtmeister von Soldaten zum Fenster der Kaserne h i n a u 8 g e ro o r f e n. Tie Kaferne wurde von Infanterie umzingelt, die Artilleristen interniert. Ein neues Regiment Infanterie ist eingetroffen. In C ft r o en f a meuterten die Soldaten des 14. Tragoner-Regiments und steckten die Kaserne in Brand. Von gleichfalls meutern­den Sappeuren wurde ein Oberst mißhandelt. Im Warschauer Militärgefängnis harren 40 Ge­fangene, zumeist Großgrundbesitzer, ihrer Depor­tation nach dem inneren Rußland auf admin'stratioem Wege. Tie Arbeiter der Gasanstalten streiken. In Lodz verlaßen

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Lariam ntarisches.

8 rrlin, 1. Dez. Das Zentrum beschwß im Reichstage zi i: kamtrngen: Die Aiisdehnung der obligatorischen Kra n * f" i« und Jnvaliden-Versicherung mit höheren Bf'iiträgen dSr Arbeitgeber. Weiter brackste e3 ben B!'Ug.g esetzentronrf ein, sowie einen Gesetzentwurf über | dste ^erbliche Sonntagsruhe. Das Zentrum wird werter eiinr. Aesetzentwurs betreffend Handclsinspektionen em- b!:^ni, sowie Anträge betreffend die Vereinfachung und Der- b! Wpwg des W e ch s e l prvteüverfahrens, die Handwerkerfrage, lül n g u n g der begriffe H a ndwe r k und Fabrik. Eilli« betreffs des Nein en Befähigungsnachweises: Nur NAiislle rt i t e l in h a b e r dürfen Lehrlinge halten 5 ii'Snm-.en der Zulaffung der fteiwilligen Jnvalidenversichening fi iDInnTriter gezogen werden. Ferner brachte die ZenttumsfraNlvn wiiil Mcksicht auf den Vortest, welchen trie Tarifsgemeinsck)r.ttnr hi Kr Buck)druckerei gebraeyt haben, folgenden Antrag ein: ± c tHrtjnSbeten Regierungen um Vorlegung eines Gesetzentwurfs iTifl asiichen, welcher ausreichende Bestimmungm zur Sichenmg ui mb weiteren Ausgestaltung der Tarifgemeinschaften enthalt.

wurde ein Antrag auf Portofreiheit der Pakete qig: intib von Soldaten bis zu 5 Kilogramm eingebracht, desgl. eren Irrtrng, welcher im Interesse der ländlichen Bevölkerung Vni"illigu ng der Telephon einrichtungen bezw. biihrir. Wenutzu"" in kleineren Ortschaften verlangt. Trägl. der iriu loctigen Jahr nicht erledigte Eintrag, wonach die Kosten d.'r Wk l'chschau den Bundesstaaten zur Last fe.llcm. Vo-n den trftSxr Dcrvstichtelcn dürfen Kchüm nicht erhoben werden.