Ausgabe 
22.6.1905 Erstes Blatt
 
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wr. 144 Erstes Blatt.

155. Jahrgang

Donnerstag 22. Juni 1905

außer 6<mntog4. Dem Gießener Anzeiger «erden im Wechsel mtt dem KeMschen Landwirt die -ietzener Kamilten« »totttt otermai tn der

Woche dergelegt. UotaNonSdruck u. 5er- ^bet Brüh l'schen

rvett.-Brich-n. Stein» bturfenti. k. Saagch.

Krdattion. Srr^vMoa und Twcrerei: Gchntsteobe I.

-tdresje fär Depeichenr Anzeiger Vietze«. FkrnIpr'chantchintzNr 51.

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Metzen

monatuch7L Pi.. Mettel* jähilich Mk. B.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk. 8.viertel- jährl. auSschl. Bestell-. Vfinahme inn Lnzei'M 4t die li aR'-nnwet 'S oo rntttrgS J

Ze^snnret«: ttixXpTte an°wättß 'S » z.

Ve*nntwo».^t'ch iui den oottt und u Teil & ©tttioi fflt .Stadt und 5*115* uns .AettchtSfaal^l Auaast Goetz. lür den An» zeigenteii- Han 4 Beck

Dir ürntiflf Dummer umlahl 8 Seiten.

Volitifche Tagesschau.

Da8 preußische Berggesetz.

Die Kommission des preuß. Herrenhauses für die Berg­gesetze nahm in ihrer Mittwoch-Nachmittagssitzung die Ge- famtnbftimmung über die Bergarbeiterschr'tznovelle vor, die die Annahme deS Gesetzes in der Fassung des Abgeord­netenhauses mit 11 gegen 8 Stimmen ergab. Die Kom­mission begann dann die Beratung des Entwurfes beir. den Bergwerkbetriebszwang (Stillegung von Zechen). Der Be­richterstatter Wachler beantragte die Ablehnung des Ent­wurfes. Der Minister erklärte sich gegen einen von Tiele- Winkler und Wachler eingebrachten Antrag bett, nähere Be­stimmungen über die Handhabung der Zwangsbetriebe. Nachdem die Kommission den Antrag aber einstimmig an­genommen hatte, wurde die Beratung dieses Gesetzentwurfes abgebrochen. Bei der Beratung des Entwurfes betr. die zeit­weise Mutungssperre sprach der Berichterstatter Wachler sich ebenfalls gegen den Entwurf aus unter Vorlegung eines Abänderungsantrages, während der Minister für die Annahme der dem Hause vorgelegten Fassung eintrat. Die Weiter- Beratung wurde dann vertagt.

Der günstige Verlaus der Beratung in der Berggesetz­kommission entschädigt den Fürsten Bülow dafür, daß er den sportlichen Veranstaltungen der Kieler Woche diesmal fern bleibt. Bisher ist wenigstens noch nicht gemeldet, daß der Kanzler in Kiel eingetroffen sei. Das Plenum des Herren­hauses wird sich allerdings erst in den letzten Tagen dieses Monats mit der Bergarbeiterschutznovelle beschäftigen. Fürst Bülow dürfte aber inzwischen Fühlung behalten wollen mit den Gesetzgebern der ersten preuß. Kammer; einmal im In­teresse der Sache obwohl an der Annahme der Vorlage auch im Plenum kaum zu zweifeln ist, dann aber viel­leicht in Erinnerung an die sanfte Mahnung, die da8 preuß. Abgeordnetenhaus im vorigen Sommer mehreren bei den Automobil- und Seglerfesten in Homburg und Kiel mit» feiernden Ministern zuteil werden ließ.

Achtung in Südweliafrika!

Die von uns wiederholt vertretene Auffasiung, daß das Ende des Feldzugs in Südwestafrika nicht abzusehen sei, so lange die englischen Nachbarn den Aufständischenwohlwollend neutral" gegenüber stehen, wird durch einen zweifellos in­formierten Mitarbeiter derKreuzztg." bestätigt. Profesior Dr. Schiemann vom Lehrkörper der Berliner Universität schreibt, ihm seien aus Englisch-Südafrika Nachrichten zu­gegangen, die mit ziemlicher Bestimmtheit erkennen lassen, daß die Schwierigkeiten der Deutschen in Südwest­afrika wesentlich gesteigert werden durch die Er­mutigung und Unterstützung, welche die Aufständigen jenseits der englischen Grenze finden. Es scheine beinahe, als habe die englische Kriegspartei bereits Südwestafrika in den Kreis ihrer Operationen gezogen. Wenn das dem Pro­fesior Schiemann ' zugegangene Material einen derartigen Schluß gestattet, dann ist zu wünschen, daß er eS dem Aus­wärtigen Amt unterbreitet, um eine Untersuchung auf diplo­matischem Wege herbeizuführeu. England hätte im Buren- kriege' eine Unterstützung seines Gegners von dritter Seite nimmermehr geduldet. Ist es schon bedauerlich, daß die Oeffentlichkeit dem Drama in Ostasien, an dem Deutschland nicht unmittelbar interessiert ist, und der Marokko-Affäre, deren gefährliches Moment als ausgeschaltet gelten darf, mehr Beachtung zuwendet als dem Feldzug in Südwestafrika, so wäre eS im höchsten Grade bedenklich, wenn die Regierung irgend etwas verabsäumte, was zur Abkürzung der kriege-

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Tie Legrnde von der heiligen Elisabeth.

Zehntes Konzert des Gießener Konzert-BereirrS.

Gießen, den 21. Juni 1905.

Zwei Oratorien hat der S^nzertverein in fein«, beiden Thor- konzerten qrbracht, am 14. Dezember v. I. den ,,Paulus", heute Tfe ^eaeiibe von der heiligen Elisabeth" von Siftt, aber zwei trofc der Gleichartigkeit der musikalischen Klassifizierung grmnd- verschiedrne Werke. Ob daS Liszt'sche Chmwerk atoriiim .

richtig bezeichnet ist, mochte mir saft zwerfelhaft s^men, , symphonische Dichtung mit Chor uno Smis '.nach etwa mutatis mutandis - der IX. Symphome charakte^siert meines Erachtens das Wesen des Tonstückes treffend^, IednHlls dürfte Dolbach zu weit geben, wenn er unter völliger Totschweigung MeRohns -- Liszt als den direkten Nachfolger Hödels auf H Ät des Oratoriums bezeichnet,. ;a als emen Reformator Häudelscher Oratvrienkünst im Sinne einerzeitgemäßen Fnrm . Die H ä n d e l s ch e ftvrm deS Oratorumrs wn auch bessert Wesen Meint mir bri etter I)innnEn«iten öerMtebenW von Men- delsohn, mehr gewahrt zu fein Nue von Leszt.

Die Lif-llllcve Komposition bezw. das ihr zu Grunde liegende Gedicht schließt sich in ihren Teilen an die Schwindschen Btlder des Lebens der heilten Elisabeth. in der ^rtbury-Galerte an: waS Schwind in Farben koiMwmnt, malt LnztTönenm bisweilen fast koloristischer Weise und Wirkung, hier zu weit führen, auf Einzelheiten des schönen Werks, das zudem imGießener Anzeiger" bereits emeeln«.tzende Be­sprechung erfahren hat und tn dem Volbamscheu Führer musi­kalisch analysiert ist, einzugehen. Cs genüge zu kmrstatreren, daß das Gesamtwerk, trotz seiner etwas ermüdenden.Lange, brs zum Schlüsse musikalisch interessierend turnt, von wenigen Stellen abgesehen von großer Schönheit jit und meist treffend durch eine fein ausgebildete Technik m der Behandlung des Orche^er. und der Verarbeitung von Motiven die poetischen und Stunm- unüs-Gehalte der einzelnen Szenen wiedergwt und auskostet.

egische Volk eider Völker

ärung der

g erklärte daraus:

der

De- daS da4

Feuer eröffnete. Mittags besetzten die Japaner Dorf Siaoschuschi, um 2 Uhr Pomalin.

London, 21. Juni. Tiner Tokioer Drahtung

Times zufolge bezweckte die japanische Offensiv-Bcwegung vom 16. Juni gegen Liaoyangwopin, einer Umgehungs- Operation Mischtschenkos zuvorzukommen. Die Russen

Per Kneq.

Vom mandschurischen KriegSschauvlahe.

Petersburg, 21. Juni. General Linewitsch feie* graphiert unter dem 19. b§.: Heute früh 4 Uhr begannen die Japaner mit einem Vorstoß gegen unsere Front westlich der Eisenbahn. Sinlutschsuad wurde von starken japanischen Abteilungen besetzt. Vor unserer Truppe im Gebiet von Liaujangwopin wichen die Japan er auf der ganzen Linie südwärts zurück.Ein Telegramm Line- witschs vom 20. dS. besagt: Laut einer Meldung vom 19. ds. nachmittags haben die Japaner in der Richtung deS Weges von Maimakai nach Tschantufu begonnen, zu- rückzugehen. Im Gebiet an der Eisenbahn sind die Ja­paner bis Station Schuanmiaotza gekommen und stellten dann die Offensive ein. In dem Bezirk von Liaujang- wopin sind sie bis auf ihre alten Stellungen zurückgegangen. Oestltch der Eisenbahn begann japanische Infanterie früh 8 Uhr in der Richtung des nach Banlaschamyn führenden WeaeS oorzurücken, machte ober um 9 Uhr vormittags Halt. An der Mandarinenstraße machten die Japaner um 8 Uhr früh eine Angriffsbewegung, besonders gegen mffere

linke Flanke. Gegen 9 Uhr vormittags gingen unsere vvr- geschobenen Abteilungen etwas zurück und setzten diese wegung fort, als die japanische Artillerie gegen 10 Uhr

getan habe.

Die Regierung legte dem Reichstag einen Gesetzentwurf vor, in welchem sie die Ermächtigung dazu verlangt, mit dem norwegischen Storthing in Vorbesprech­ungen einzutreten und eine bedingte Regelung der Ge­schäfte zu beschließen, deren Feststellung für den Fall der Trennung für notwendig erachtet werde. In dem Minister­rat, in dem der Gesetzentwurf ausgestellt wurde, erklärte Ministerpräsident Ramstedt, die Vorverhandlungen zur Ent­wirrung und endgültigen Abwickelung könnten sehr wohl durch Delegierte geschehen. Erst nach etnor bedingten Regel­ung und nachdem der RoichStsg dieselbe aeprüst Habe, würde Schweden sich mit der Frage betreffend die endgiltige Gut­heißung der Auslösung und UnsiltigkeitSerklärung der Unionsakie zu befassen Htben. Der König erklärte darauf:

ES ist ein schmE^Ncher Schritt, den zu tun der Staatsrat mich auffordert. Mein Gewisicn sagt mir, daß ich während meiner langen Regierung auf Ziel hi^arbei^t, daS ich mir bei meinem Regierungsantritt gesetzt habe, das Wohl der Bruder­

lösung verliere.

In der A n t w o r t auf die Thronrede gab ber Präsi­dent der ersten Kammer Graf Sparre dem Willen der Kammer Ausdruck, zu einer Schweden beruhigenden Lösung dieser in das internationale Leben tief eingreifenden Frage beizutragen, welche die Einberufung des Reichs­tages veranlaßte. Der Präsident sprach sodann die Unter­tänigkeit und unerschütterliche Treue der Kammer aus und die Hoffnung, daß der König im Glücke des jungen prinz- lichen Paares Lichtpunkte in diesen dunklen Tagen finden möge. Der Präsident der zweiten Kammer, Svartlina,. er­klärte: Mit schmerzlicher Ueberraschung habe das schwedische Volk die Botschaft empfangen, daß das norweaische Volk das Band zerreißen wolle, das einst zum Glück beider «Völker ge­knüpft worden sei. Die Rechtskränkun g sei dem schwe­dischen Kolk tief zu H^r-^en gegangen. In der Stunde der Prüfung werde das Volk sich um den König Oskar schließen, der bis zum äußerften seine Pflicht als König der Union

Völker. E» ist in der Tat schmerzlich für mich, mitzuhelq fen an der Anflösuna einer Union, in welcher ich die UnalhängiHkett. die Sichccheit und das Glück der vereinigte« Königreiäx zn sehen geglaubt habe. Wenn gleichwohl ich bereit bin, so zu ixiuMn, tue ich es nur, um ein noch schlimmeres Uebel zu vermeiden, in der Ueberzertgung, daß die Union ohne gegenseitige Uebereinstimmung für Schwede« feinen wirklichen Vorteil schaffen wird."

Damit hat denn der König sowie die schwedische Regier­ung sich ins Unvermeidliche gefügt und, um den Friede« nicht zu ftören und weiteres Unheil über die beiden nordischen Lande zu bringen, den ersten Schritt getan zur Sanktto- nierung des norwegischen Treubrucheß.

Die s ch w e d is ch e Pr e s s e ist nicht sehr entzückt über diese Rachaiebigkeii an höchster Äelle. StockholmsDag- blad" schreibt:

Wenn der Reichstag der Regierungsvorlage zustimmt, wird er damit einen Mißerfolg der schwedischen Politik in den letzten hundert Jahren besiegeln, aber eS fällt uns schwer, zu einem awberen Schritte zu raten, als zu dem von der Regierung rorgefcMagenen. Es fehlt uns em Programm und es fehlt uns tnc Regierung, welche in der Lage ist, uns ein solches aufzustellen. Da wir somit ein unionelleS Zukilnstsyrogramm weder haben, noch Staatsmärmer am Ruder sind, die im stände wären, die Führung effektiv zu übernehmen, kann man sich nicht wundern, ivenn es uns an nationaler Einigkeit fehl t."Ntza Dagligt-Alle- handa" schreibt: Anstatt dem König zu empfehlen, den Weg, den die nationale Ehre vorschreibt, zu betreten, gab die Regier­ung dem Könige einen Rat. der unter den gegenwärtigen Ver­hältnissen der unglaublichste und am wenigsten! klügste war. Sie riet dem Könige, die Ermächtigung deS Reic^tages zu fordern, Verhandlungen mit dem auftübrerischen Storthing aufzunehmen. Fest steht nunmehr, daß die Re­gierung, welche in ruhigen Zeiten zum Nutzen des Lcmdes gewirkt habe, einer führenden Stellung in ernsten Zeiten nicht gewachsen ist.. Die letzte Hofmung Schwe­dens ruht nunmehr auf dem Reichstag.

Die norwegischen Blätter geben der allgemeinen Befriedigung über den VorscAag der schwedischen Regierung »irr UnionSkrisis Ausdruck und sagen, daß man mit Recht eine frteb* liche Auflösung der Union in absehbarer Zeit erwarten dürfe, falls die in her Thronrede ans gesprochen en Bestrebungen bd dem schwedischen R"ick»§wa Unterstüftnna finden.

rischen Aktion in der Kolonie beitrageu könnte. Der Feldzug ist schon jetzt über die Maßen kostspielig, und es er» cheint umsoweniger wünschenswert, daß immer neue Ver­stärkungen hinauSgeschickt werden, als mit der Dauer der kriegerischen Operationen die Entwertung der Kolonie zu nimmt. Südwestafrika müßte das kultivierte Goldland Transvaal sein, um einen jahrelangen Kriegszustand ohne unheilbare Schädigung überstehen zu können.

Berlin, 21. Juni. Ein amtliches Telegramm aus Windhuk meldet: von-Trotha, Leutnant b. 0t. im Infanterieregiment Nr. 131, im Patrouillengefecht südwestlich der kleinen Karrasberge bei KanibeS am 14. Juni gefallen. Reiter Johann Albang an Herzschwäche nach Typhus ver­storben. Reiter Josef Kocke in Pimolei gestorben (Todes­ursache noch nicht gemeldet). Vizewachtmeister d. N. Freiherr von Khaynach, geboren 24. Sept. 1878 zu Hamm i. W., früher Dragonerregiment Nr. 19, hat sich am 14. Juni beim Entladen seiner Pistole auS Unvorsichtigkeit durch die Brust geschossen und ist bald darauf gestorben.

2>U Trennung der skandinavlsHen Union.

Stockholm, 31. Juni.

Die außerordentliche Tagima des Reichstages wurde von dem König mit einer Thronrede eröffnet. In dieser erhebt der König zunächst Einspruch gegen die Beschuldigung, durch Verletzung der Verfassung. oie Maß­nahmen Norwegens hervorgcrufen zu haben. Die Union sei die O p f e r n i ch t w e r t, die Z w a n g s m a ß n a h m e n nötig machen würden. Von wenig Wert würde für Schweden eine Vereinigung sein, zu der auf solche Weise Norwegen gezwungen werden würde. Das schwedische Volk möge sich von dem Geiste der 8tube und Einsicht leiten lassen. Gott möge ihm Kraft und Gmigkeit geben, damit es innerhalb der eigenen Grenzen wiedergewinn-e, was es durch die Aus-

Aus Frankfurt a. M. wird uns unterm 20. ds. Mts. geschrieben: ......

Der Schwank »Telephonaehermnisse" von Max Reimann und Hermann H a u s l e i t e r hat das Publikum außerordentlich amüsiert und einen großen Lacherfola erzielt. Diese Wirkung ist nicht etwa aus Konto des TokalpatriotiSmus zu setzen (beibe Venasser gehören dem hiesigen Bülmenverband an), sondern dos Stück ist wirklich gnt gemacht. Die Ver'afser sind offenbar bei den französischen Cclnuankdichtsm in die Schule gegangen, sie haben auch bei anderen Lustspieldichtern gelernt, z. B. bei Shakespeare Falstaff im Waschkorb, der Liebhaber als Musiklehrer «Wider- jpcnftiflc]) oder auch bei Beaumarchais (des Klavierunterricht

Das Glanzftück beS Wertes bildet sinnreich die OrchestralwirknnH der Bestattungsszene; entzückend i st auch der Kinderckwr der erste»

Wiedergabe des Werke- durch Orchester, Thor und So­listen war eine erfreulich gute- der »ielge-lagte Dirigent wie die Mitwirkendm dürfen mit ^^nuahiung auf He Aufführung zurückblicken. Der Chor des Ärudemischen Gesangvereins leistete im Gesamtchor tute in den Männer- und Franen-Tinzelchören wieder Vonügliches: auch doS Orchester hielt sich, trotz der tropischen vitze, auf guter Höhe. Von bat Solisten waren Frau Schmidt und Frl. Buslä0er unS schon woblbckannt; alles, was sie von warmer Aner-ennmig hier früher schon sich erworben hatten, haben sie eufS neue befestigt. Herr Otto Süße- Wiesbaden war ein prächtiger Dritter tm Bunde, sowohl was stimmliche Mittel wie was GesangS^mst unb musikalisches Ausdrucksvermögen anlangt. So war alles aufs Veste bestellt- über die auffallend laue Saltung deS, für die Hitz? ziemlich zahlreich erschienenen, V''blikums haben sich DirisenL imd Künstler hoffentlich zu trösten gewußt.

Möge an das schöne Ende im Winter ein gleich schöner An­fang sich anreihen: mit dem Verlauf dieses KvnsertjahreS können wir alle. Bietende wie Genießende, wohl zufrieden sein.

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durch den ©raten Almcwiva). Auch Anklänge an minder wuchtige Namen finden sich, z. B. der täppische Zivilist tn der Leutnants- tracht auS ^Ktte« im Frieden". Aber das Stück ist nicht lang­weilig und die Figuren, obgleich sie viele Vorlahren und Paten haben, muten unS doch ganz menschlich an. ES bat aber auch einen ganz ehrlichen Beitall erzielt und bis zum Schluß interessiert. Eine ganz brillante Leistung bot Herr D i e g e l m a n n all der noch in späten Fahren auf Abenteuer gehende Familienvater; auch Fraulein König, seine gefährliche Ehehälite, die Damen Jemen und S a n g o r a, sowie die Herren A. M e n e r, Pleil und Rudolph waren sehr gut. DaS Stück ist kein literarisches Meisterwerk, aber in seiner Anspruchslosigkeit eine ganz gute Arbeit und vor allem luftig. * S.-8-t.

Die Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins hat unlängst in Duisburg ffattaefunbeiu In der Festsitzung sprach Prot. Tr. WUmanns aus Bonn über ^Schrift­sprache und IQ ii n b a r t". Zum Schluß wies er auf bie von ben Forschern betriebene Sammlung von Munbarten hin unb sprach ben Wunsch auS baß ber Allaemeine Deutsche Sprachverein sich btesen Bestrebungen annehmen möge. Ter Vorsitzenbe Geb. -uberbaiirat Sarrazin versicherte, ber Sprachverein werbe seinerseits alles tun. um bie Mnnbart-Sammlnngen zu unterstützen; er habe schon seit langem eingesehen, daß die Äiunbart ein Jnnqbrimnen sei, auS bem man immer und immer wieder schöpfen könne, und deshalb beschlosien, eine Zeitschrift in seinen Verlag Alt nehmen, nm die Mnnbart ut pfiegen. Hierauf verkündete der Schritfführer Professor Dr. Paul Pietsch-Verlin den PreiSrichtersprnch über das 11. Preis­ausschreiben deS A. D. Sprachvereins:9Bie ist die Sprach- Verderbnis im d ents ch en Han d els stand e zu b ek a in- p t c n ?" Prof. Dr. Pietsch gibt hierauf eine Preisaufgabe des Vereins bekannt überD i e An s ch a u un g e n G o e t h esv on der d e u t s ch e n S p r a ch e". Für die 2 ersten Lösungen der ge­stellten Ausgabe ist ein Preis von 1000 Mk. und einer von ÜOOMk. ausgesetzt.