Ausgabe 
20.10.1905 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

daß

Ter

.itsi henden Kosten zu er­

setzen.

(da Oberbürgermeister Mecum ablehnt) und , die Kirch, Löbcr, Dr. Ebel, Orbig und Jughardt ge-

und

8^

sitzender Stadlvv. wählt.

zugegeben, das; in Gießen eine vollständig ver- habe. Er (Redner) habe des hiesigen Bureaus an zahlreiche Geschäfts-

Beanstandlingen, den vorgeschlagenen Abschreibungen der beabsichtigten Verwendung der Ueberschüsie wird gestimmt.

lautenden Meldungen behauptet em Kieler Blatt, daß btc befintioe Entscbeibung über die neue Flotten-Borlaqe noch nicht nefaUen tft. Den Bunbesrat hat zwar mehrfach die Novelle beickältigt, es ift aber noch feine endgültige Ensicheid^g getroffen werden.

inhaber in Hanau, Usener, habe (bei dein hiesigen Zwcigblircaii) b it in meltc Wirtschaft geherrscht nach Einsichtnahme zwei Bücher sich genommen. In Gießen seien

Verschiedenes.

Landwirt Simon beabsichtigt, behufs Entwäsicrung

gebracht wird.

Eine kürzlich Bauplätzen an

Schillergedenkftein.

Der Verkehrsverein hat in einer Eingabe mitgetcilt.

stattgcfundene Versteigerung von der Licherstraße wird wegen zu

eines Ackers den Wisma rer Weg mit einer Rohrleitung zu versehen. Die Stadt stimmt zu gegen Zahlung einer An­erkennungsgebühr von jsthrlich 1 Mk., entsprechende Her- siellung des Ausflußes in die Lahn usw. Stadtv. Helfrich bemerkt dabei, Simon halte 1 Mk. AnerkcnnungSgebühr für zu hoch, 20 Pfg. wären genügend, die Versammlung erklärt sich aber für den Vorschlag der Bürgermeisterei.

Eine Gesellschaft in Kolberg will eine Reklamewetter­tafel am Hause des Instrumentenmachers Reinig, SelterS- weg 30, anbringen und ersucht für vorläufig drei Jahre um Erlaubnis. Diese wird gegen Zahlung einer Anerkennungs­gebühr von 10 Mk. jährlich und unter der Bedingung er­teilt, daß die Tafel nach dem Teufelslustgärtchen zu an­

er beschlosicn habe, ein Erinnerungszeichen an die diesjährige Schillerfeier vor dem Schillerbaum von 1859 auf der Luther- höhe zu errichten und zwar einen mächtigen Stein mit ent­sprechender Inschrift. Er sucht um Genehmigung nach und bittet um würdige Herstellung des Platzes. Die Einweihung soll am 12. November durch eine von der Gießener Turner­schaft veranstaltete einfache akademische Feier stattsindcn. Man stimmt, soweit erforderlich, zu.

Nochmals der städtische Fiichmarkt.

Stadtv. Jughardt bringt die Angelegenheit des städtischen Fischmarktes nochmals zur Sprache und bittet um Vorlage des stenographischen Protokolls über die Verhand­lungen mit den Fischhändlern. Der Vorsitzende bemerkt, cS handle sich nicht um ein wortgetreues Stenogramm, son­dern Bürgeruwislcreigehilfe Mosig habe sich stenographische Notizen gemacht und danach ein Protokoll auSgearbcitet, das er verliest. Die Fischhändler seien in der Verhandlung immer wieder auf die Erörterung der Frage, ob die geplante Ein­richtung notwendig und nützlich sei, zu sprechen gekommen, während cs sich doch nur noch darum gehandelt habe, ob sie sich an dem städtischen Fischmarkt beteiligen wollten.

Stadtv. Kirch bekennt sich nach wie vor als Gegner des Fischmarktes und schlägt die Bildung einer Kommission vor, die nach dem morgen stattfindendcn Fischmarkt noch­mals mit den Interessenten Rücksprache nehmen solle.

Stadtv. Löbcr meint, die Fischprcise seien jetzt bei den Händlern so niedrig, daß man wohl für die Zukunst auf den Fischinarkt verzichten könne.

Oberbürgermeister Mecum meint, die billigen Preise seien wohl nur auf die drohende Konkurrenz der Stadt zurückzuführen, wenn man jetzt die Aufhebung beschließe, würden die Preise sofort wieder steigen.

Nachdem noch die Stadtvv. Krumm und Gabriel für die Bildung einer Kommission sich ausgesprochen haben, wird diese beschlossen und in sie Beig. Curschmann als Vor­

auf Kosten und Gefahr der Firma Jäger und Rumpf, bezw. deren Nachfolger, ausführen lasse und letztere an etwaigen Ersparnissen keinen Anteil habe. Tie Arbeiten würden hier­durch keine Verzögerung erleiden, da die Stadt in mehrere der Verträge einfach eingetreten sei und verschiedene Ar­beiten noch ausgeschrieben werden. Bezüglich der Lieferung der Mainsandsteine für die höhere Mädchenschule und die Kläranlage habe er mit dem Werkmeister des Bruches in Obernburg vereinbart, daß dieser die Lieferung an die Stadt übernehme und direkt bezahlt werde, aber die Zahlungen werden wöchentlich nur in Höhe des Preises der gelieferten Steine erfolgen. Um dies alles, ohne daß Verzögerungen entständen, auszuführen, müüe er aber bezüglich der Mittel bis zur Höhe der veranschlagten Summe bevollmächtigt werden.

Beig. Georgi hält letzteres für selbstverständlich und bemerkt, daß darüber geklagt worden sei, daß die Sandsteine für die höhere Mädchenschule mehrfach nicht gut gewesen seien, weshalb man sich vorschen müße.

Der Vorsitzende bemerkt, soweit die eingctretenen Mängel nicht durch Nacharbeit könnten beseitigt werden, sei Ersatz geleistet worden.

Stadtv. Löbcr fragt an, aus welchen Werten die von der Firma Jäger & Rumpf geleistete Sicherheit bestände.

Oberbürgermeister Mecum erwidert, daß außer den einbehaltcncn Geldern die Sicherheit, die 71 380 Mk. be­trage, aus drei Bürgschaften und einem guten Sichtwechscl bestehe.

Stadtv. Schaffstaedt führt aus, in Zukunft solle man auf einer wirklichen Kautionsleistung bestehen.

Hierzu bemerkt der Vorsitzende, in den allgemeinen Bestimmungen der Stadt, die an§ der Zeit vor seiner Amts­tätigkeit herrührten, stehe ausdrücklich, daß als Sicherheit Bürgschaft angenoiiinien werde. Wenn man in Zukunft andere Sicherheiten verlangen wolle, müsse man die Beding­ungen ändern.

Stadtv. Gabriel schließt sich der Forderung an, daß die Kautionsstellung geändert werden müsse. Tie Firma sei schon seit 3 bis 4 Jahren kaput, wenn man eine andere Sicherheit verlangt habe, sei die jetzige Lage nicht vorge- kommen. Als Mitglied des Gläubigerausschusses könne er ver­sichern, daß ein gerichtliches Nachspiel in Aussicht stehe. Im GläiibigcrauSschuß sei konstatiert worden, daß ungenügende Notizen vorliegen, die Werke zu hoch zu Buch flehen usw. Redner gibt eine ausführliche Darstellung der Arbeiten des Gläubiger-AusschusseS und bemerkt weiter, die Sache stehe so, daß jederzeit der Konkurs auSbrechcn könne. Der Geschäfts­

leute mit 3 0 40000 Mk. hereingefallen, das sei darauf zurückzuführen, daß von feiten so vieler Behörden mit der Firma gearbeitet worden sei. Er begreife nicht, daß noch in letzter Zeit Abschlüße mit der Firma erfolgt seien, z. V. die freihändige Vergebung der Kläranlage u. s. w., man habe doch hier genug tüchtige Baugcschäfte, die ebenso gut arbeiteten wie Jäger und Rumpf.

Oberbgm. Mecum bemerkt: daß so viele Geschäftsleute Schaden hätten, sei ja sehr bedauerlich, aber für die Stadt handle es sich nur darum, sich gegen Verluste zu sichern.

Stv. Sch mall führt aus, die Ausführungen des Sto. Gabriel seien berechtigt. In den Büchern sei manches gefunden worden, was bedenklich sei, es habe den Anschein, als ob manches verduckelt werden solle. Jedenfalls werde es zur Gesundung der Verhältnisse beitragen, wenn man in Zukunft andere Bürgschaften verlange.

Der Vorsitzende fragt, auf was sich die Bemerkung bezw. deS Verduckelns beziehe, worauf sich Stv. Schmoll auf die Ausführungen deS Stv. Gabriel bezieht. Der Vor­sitzende weist die Ausführungen des Stv. Schmoll zurück, wenn dieser mit seiner Bemerkung, es sei leichtfertig verfahren worden, die Stadt meine. Er selbst habe in letzter Zeit im Finanzausschuß angeregt, keine Bürgschaften mehr anzunchmcn. Stv. Schaffstaedt beantragt nunmehr, in Zukunft wirkliche Kautionen als Sicherheitsleistung zu verlangen. Stv. Löbcr spricht seine Verwunderung darüber aus, daß in letzter Zci! noch gute Auskünfte über die Firma erteilt worden seien.

Stv. Haubach bemerkt, daß die städtische Verwaltung nicht den geringsten Vorwurf treffe, auch der freihändigen Vergebung der Klärbeckcnanlage habe die Versammlung ein­stimmig zugestimmt, ebenso sei bez. der Kautionsstellung richtig verfahren worden. Eine Aendcrung bei dieser Bestimmung fei sehr zu überlegen, damit man nicht ein Mangel weniger kapitalkräftiger großer Firmen schaffe.

Sto. Krumm bemerkt, Sto. Schmoll habe hier Be­merkungen gemacht, daß man glauben könne, es sei von der Stadt etwas übersehen und verduckelt worden. Man müffe deshalb auf sofortiger Aufklärung bestehen. Oberbgm. Me cu m verlangte vom Stv. Schmoll, daß er erkläre, seine Bemerkungen hätten keinen Bezug auf die Stadt. Stv. Gabriel will hier jetzt mit Rücksicht auf die Jntereffen der Gläubiger und weiterer Ermittelungen von weiteren Mitteilungen in öffent­licher Sitzung absehcn.

Noch weiterer Debatte verlangt Oberbgm. Mecum eine bestimmte Erklärung, ob Stv. Gabriel etwas in den Büchern gefunden habe, daß von Jäger und Rumpf Zahllmgen an städtische Beamte erfolgt seien. Auch Sto. Kirch ist der Ansicht, daß man nicht eher den Saal verlaßen dürfe, bis vollständige Aufklärung geschaffen sei.

Noch einer Besprechung der Stadtv. Gabriel und Schmoll unter sich, erklärt Bcig. Georgi in deren Auf­trag, er sei nach Kenntnisnahme von den Büchereintragungen der Ueberzcugung, daß. noch den Büchern von Jäger u. Rumpf zu urteilen, Unregelmäßigkeiten vor­gekommen und Ausgaben gemacht worden seien, die die Stadt untersuchen müffe. Es handle sich dabei nicht um leitende Beamte, sondern um untergeordnete Personen. Dieselben seien in den Büchern teilweise mit den Anfangs­buchstaben. teilweise mit vollem Namen verzeichnet.

Stadtv. Schmoll erklärt, er habe nicht die Absicht gehabt, die städtische Verwaltung zu verdächtigen oder zu beleidigen, sondern nur Aufklärung haben wollen.

Oberbürgermstr. Mccum ist für letztere Erklärung dank­bar, und spricht seine Befriedigung darüber auS, daß von den meisten städtischenBeamten jederVerdacht beseitigt

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, den 19. Oktober 1905

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Curschmann und Georgi und die Stadtverordneten: Brück, 'Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Eliler, Gabriel, Dr. Haber­korn, Haubach, Helfrich, Helm, Jann. Jughardt. Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löbcr, LooS, Orbig, Dr. Schäfer, Schaffstaedt, Schiele, Schmoll, Wallenfels und Wiinmenauer.

Banangelegenheiten, Straßenhcrstcllungen u. dergl.

Professor Tr. Poppert beabsichtigt, bei seinem Wohnhausneubau in der Wilhelmstraße die Wände teilweise in ausgemauertem Fachwerkbau errichten zu taffen, der deshalb erforderliche Dispens wird erteilt.

H. Winn will bei dem anstelle dern e u e n K r a ch e n- burg" zu errichtenden Neubau an der Ecke nach der Ka- plansgafse und der gemeinsamen Einfahrt einen Erker, teilweise in Holzkonstruktion, onbringen. Ta der Erker dos Straßenbild wesentlich verschönern wird, wird der erforderliche Tispens nrt der Maßgabe erteilt, daß der Erker nach beiden Seiten 50 Ztm. weit varspringt, während der ursprüngliche Plan nach der Einfahrt zu 1,10 Meter vorsah, wodurch diese zu eng geworden sei.

Von Anwohnern der Grünberger st raße wird in einer Eingabe darum gebeten, vor dem Haus Nr. 4 (Zi­garren- und Schreibmaterralienhandlung Volk) einen ge­pflasterten Uebergang herzustellen. Dem Ersuchen wird ent­sprochen, doch soll der Ueberg mg genau in der Mitte zwischen den beiden benachbarten lleber'gängen angelegt werden: es werden daft'ir 150 Mk. bewilligt. Stadtv. Jann bringt dabei zur Sprache, daß man in der Bismarckstraße wahrend der Anlage des einen Trottoirs das auf der anderen Seite der Straße polizeilich gesperrt habe, das solle man ver­meiden. Ferner rügt er die Ablagerung von Bordsteinen an der Kreuzung der Goethe- und Stephanstraße, sowie den schlechten Zustand tas Ueberganges an der Kreuzung der Ludwig- und Goeltastraßc Oberbgm. Mecum sagt Ab­hilfe zu. Stadtv. Sch mall wünscht Herstellung eines wei­teren gepftasterten Ueberganges in der Ostanlage zwischen der Loge und der Moltkestraße.

Das veterinärmedizinische Institut beab­sichtigt, sich einstweilen bis zur Fertigstellung des städtischen Kanals an den Klinikkanal an sch ließ en zu lassen. Man stimmt dem zu gegen Zahlung einer Anerkennungs­gebühr von 50 Pfg. und Uebernahme der Verpflichtung des späteren Anschlusses an den städtischen Konal und Be­seitigung etwa entstehender Nachteile auf Kosten des In­stituts.

geringen Erlöses der Zuschlag nicht erteilt.

Die alten Herren der Landsmannschaft Dorm- stodtia beabsichtigen, für die Verbindung ein eigenes Hous zu errichten und wollen von der Stadt einen Bauplatz Ecke der Klinikstraße und des Wetzlarer Weges erwerben. Man stimmt zu, der Verkauf soll erfolgen, wenn der Platz endgiltig im städtischen Besitz ist.

Folgende Gesuche um Erlaubnis zum Wirt- schaftsbetricb werden . gencbrckigt: von Jakob Kunz für Landgraf PhilippSplatz 9, von Ehr. Niegelmann für Bahn­hofstraße 76, von Hch. Belloff III. Witwe für Bahnhof­straße 15, von LouiS Suter, Wolkengasse 26.

Weiter wird der erfolgten Versteigerung der H o l z h a u c r l ö p u e der Zuschlag erteilt, dieselben bewegen sich innerhalb des Voranschlags bis auf einen Fall.

Stadtv. Kr u m m bringt das seit einiger Zeit bestehende Verbot zur Sprache, daß Faselochsen geschachtet würden. Tas Verbot sei erfolgt, weil das frühere Ver- fahren angeblich Tierquälerei sei; er bitte, hierüber noch- Rücksprache zu nehmen, damit niemand in seinem religiösen Gefühl verletzt n>etör Beigcordn. Eurschmann bemerrt, das Verbot befte': bereits seit drei Jahren, Be­schwerden seien bis jetzt ni ht eingegangen. Tie Tötung er» )otac mittels Apparates, auf eine vor drei Jahren dieser- halb, ergangene Anfrage an Prov.-Rabbiner Tr. Sander sei bis fetzt ferne Antwort erfolgt. Der Vorsitzende teilt mit, der Apparat würde angernenbet, weil durch das sonst zu befürchtende. Losreißen der Tiere Menschen gefährdet würden, lowie ferner, daß es sich bei den in letzter Zeit er* pobeneii Beschwerden nicht um die Schonung religiöser Ge­fühle handele, sondern geschäftliche Angelegenheiten mit- | (ne Iren,

sei. Selbstverständlich werbe sofort eine Untersuch ung em geleitet werden und die Schuldigen fallen, wenn nötig, sofort vom Dienste susvendiert werden. Weiteres soll in der ge­heimen Sitzung besprochen werden.

Vergrößerung des ErerzierplaheS.

Die Garnisonverwaltung ist erneut an die Stadt heran- aetreten, um einige städtische Waldparzellen zwischen dem Philosophenwalde und der Straße nach Rödgen zur Ver- arößerung deS Platzes zu erhalten. Es bandelt sich um die Schaffung freier Ausblicke nach Wieseck u. s. w. Der Spazier­weg nach dem Philosophenwalde wird dadurch auf etwa 400 Meter schattenlos, doch soll durch Verlegung deS WegeS in die Senkung des Exerzierplatzes und Anlage einer Allee Abhilfe nach Möglichkeit geschaffen werden. Tic Stadtv. Krumm und Schaffstaedt wenden sich dagegen, daß der jetzige Weg dem Exerzierplatz geopfert we-de. Auf Vorschlag des Stadtv. Löbcr soll eine gemeinsame Besichtigung an Ort und Stelle uorgenommen werden und zwar Sonntag vormittag 10 Uhr.

Nechnnngsabschlnffe

Nach den vorliegenden Abschlüssen ist der Ueberschiiß deS Gasiverks 10 626 Mk., der deS Wasserwerks 13 720 Mk. und der des Elektrizitätswerkes 27 625 Mk. größer als im Vor­anschlag vorgesehen war. Die Rechnilnaen fanden keine

Im städtischen Haus an der Kirchstraße soll wegen der Vermehrung der L a t e r n e n w ä r t e r ein 2. Schlaf- raurn für sie geschaffen und die Aufseherwohnung um em Zimmer vergrößert werden. Die Versammlung stimmt dem zu. Tie von dem Gaswerk an die Stadtkasse zu zahlende Miete wird von 396 auf 450 Mk. erhöht. Stadtv. Löb er regt bei der Gelegenheit die Regelung der von den La- ternenwärteru gewünschten Lohnerhöhung an.

Auf Vorschlag des Gas- und Wasserwerks erklärt sich die Versammlung damit einverstanden, taß die Ent­wässerungsanlagen von privaten Unternehmern aus­geführt werden können, doch sind alsdann der Stadt die für die Anfertigung der '!

Zahlungsunfähigkeit der Firma Jäger n. Rumpf.

Hierüber entstand ine größere Debatte. Oberbgm. Mecum erklärt, daß er, n.'chdem ihm die Nachricht von der Zahlungsunfähigkeit der Firma zur Kenntnis gekommen sei, sofort die nötigen Schritte getan habe, um eine Schä­digung der Stadt zu vermeiden. Nach dem Vertrag mit der Firma habe im Falle einer Zahlungseinstellung ^entweder die Konkursverwaltung den Vertrag au?zuführen oder die Stadt könne die Arbeit von anderen Unternehmern ans- führen lassen. Damit keine Unterbrechung eingetreten fei, tyabc^er bereits am Mittwoch den Arbeitern zugesichert, daß die Stadt vom Tage der Zahlungseinstellung an die Löhne übernehm' und in ähnlichen,. Sinne die Lieferantenn ver­ständigt. ES sei nicht zu erwarten, daß hierdurch Metakosten entständen, selbst ipenn dies der Fall sei, sei die Stadt durch das cingchaltene Guthaben und die Kaution gedeckt. In der Gläubigerversammlung am Freitag habe er nach An­hörung der Verhandlungen erklärt, daß die Stadt Gießen die Verträge kündige und unter Heranziehung der Haft­summe die Arbeiten und Lieferungen durch andere Leute

Ausland.

Paris, 19. Okt. Es erregt hier starken Unwillen^ daß vier Sozialisten und ein Nationalist unter den *ätabte raten, die nach London geganoen sind, sich geweigert Haven, Wnt König zu gehen. Die meisten Blätter sagen Die feit Männern, sie hätten in Paris bleiben sollen, tornn ihre Uever- zeugungen ihnen verbieten, gegen England und seinen König die ursprünglichste Höflichkeit zu üben.

Madrid, 19. Okt. Ein Leitartikel desLiberal", weist darauf hin, daß die Unterjochung Marokkos toemgiten5 ein Aufgebot von 300 000 Mann erfordern würde, ^pantm müsse demnach ängstlich jedem militärischen Eingreifen gusweichcn und auf der Kvnferen', von Algeciras bloß zwei Ziele ver­folgen: die Aufrechterhaltung des Status guo von 1880 und die Sicherstellung des Grenzgebietes von Eeuta und Melilla.

Marseille, 19. Okt. DasEcho de, Elnne" meldet, daß der deutsche Gesandte beim chinesischen Hofe die Konzession zum Bau einer Eisenbahnlinie T i e n ts in - T s ch u k i a n g nachgesucht hat. Tas Blatt berichtet weiter, daß der chinesische Hof bei der englischen Regierung eine Anleihe von .3 Millionen Taels gemacht hat zwecks Rück kaut der Eisenbahnlinie Hankau-K wang-Ton g. Andererseits soll die chinesische Regierung beabsichtigen, eine An l e i h e v o n 40 Millionen Taels auszunehmen für die, notwendigen Verbesserungsarbeiten in der Mandschurei. 1 Aus Taku wird berichtet, daß am 7. September ein unbekannter Dampfer gesunken ist, wobei angeblich 300 Personen umge kommen sein sollen.

London, 19. Okt. Der Prinz und die Prinzessin von Wales traten gestern die Reise nach Indien an.

R e i ch e n b e r g ''Böhmen), 19. Olt. Bei der gestrigen Ersatz­wahl wurde Dr. Adler in den Reichsrat gewählt. Damit tritt der Führer der östreichischcn Sozialdemokra­tie in das Parlament ein.

Konstantinopel, 19. Okt. Der in Arabien kommand. General Feizi Pascha teilt amtlich folgendes mit: Nach einer drei Tage und drei Nächte dauernden Belagerung wurde am 17. Okt. um Mitternacht die für uneinnehmbar gebotene Festung Jaf­fer gestürmt Ein Drittel der 700 Mann starken auf­ständischen Garnison wurde getötet oder verwundet der Rest flüchtete. Der Führer Nassir Meimun el 9lhmer. und zwei andere Führer wurden verwundet. Da das g^nze Wilajet von Truppen besetzt ist, kehrte Feizi Pasckm nach Sana zurück, um ben Marsch gegen Drehet S^har«' und S^atah nr'r'-'tar>'iten.