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18.3.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

155. Jahrgang

Samstag 18. März 1905

frtfOfiBi ilgfl* außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem KeMsche» Landwirt die Siebener Zamtlten. hlütter viermal in der Woche beigelegt.

ÄotQtwnSbrucf il Ver­lag der Brühl'schen llnwers.-Buch-u. Stein» btudmL 8t Lange. Itebaftton, Trvedmon und Druckerei:

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KernsprkchcinlchlußNr 51.

GietzenerAnzeiger

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Tte heutige Kummer umfaßt 18 Seite::.

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Volitssche Tagesschau.

Die theologischen Fakultäten und der religiöse Friede.

DieGermania" veröffentlicht einen Vortrag des Würz­burger katholischen Theologieprofeffors Dr. Merkle über die theologischen Fakultäten und den religiösen Frieden, der zu der irrtümlichen Version Anlaß gegeben hatte, daß an einer Reibe von preuß. Universitäten die Errichtung kath. Fakultäten in Aussicht genommen sei. Merkle, der schon wiederholt Rückgratfestigkeit gegen die Kirchenbehörden gezeigt hat, hat auch in diesem Vortrage sich kein Blatt vor den Mund genommen und bei aller ihm durch sein Amt auf­erlegten Rücksichtnahme auf die Autorität der Kirche auch einige scharfe Schlaglichter auf die Minderwertigkeit so mancher Vertreter der kathol. Wissenschaft fallen lasten. Eine Reihe von anderen katholischen Theologieprofestoren erstrahlt ihm natürlich in desto hellerem Lichte. Wenn er von denhef­tigen Deklamationen", wie sie bald vonüberkirchlicher", bald auch vonliberaler" Seite gegen die katholischen Fakul­täten erhoben werden, spricht, wenn er die deutschen Fakul­täten dazu beglückwünscht, daß in den kathol. Lehr­büchern einoberflächliches Absprechen nach Art romanischer oder romanisierender Rot- und Hilfsbüchlein" vermieden sei, wenn er seine Kollegen auf den akademischen Lehrstühlen sehr energisch gegen den Vorwurf verwahrt, daß sie sich etwa aufsTradieren" beschränkten, wenn er als Auf­gabe der neuen katholischen theologischen Fakultäten bezeichnet, daß sieauf dem Boden der heutigen Bildung stehend, die Theologie mit den Mitteln der heutigen Wissenschaft bearbeitend, gegen kein gesichertes Resultat der letzteren sich abschließen, ohne anderseits ihrem katholischen Standpimkt etwas zu vergeben", so werden manche seiner Glaubens­genosten über diese Popularisierung katholischer Wistenschaft chwerlich eine ungemischte Freude empfinden.

Die Frage der akademischen Freiheit in Pttutzen wird in derKirchl. Gegenwart" besprochen:

Es liegt in der Behandlung unserer Hochschulen heute ein reaktionärer, reglementarischer Zug. Der hat nicht erst seit der Innsbrucker Depesche eingesetzt, er ist viel älter. Es gibt drei sehr einflußreiche Gruppen, denen die Universitäten, so wie sie sind, nicht passen. Das ist die Stöcker-Gruppe, die agrarische Bewegung und der Ultramontanismus. Vielleicht fornmt die burcaukratischc Beamtenschaft noch als vierte Gruppe hinzu. Schon seit langer Zeit ist diesen allen die aka­demische Freiheit unsympathisch. Nicht gegen die Studenten hat die Aversion eingesetzt, sondern gegen die Professoren. Es ist ein offenes Geheimnis, daß heute nicht mehr die wissen­schaftliche» Tüchtigkeit allein für den Lehrstuhl entscheidet, sondern eine Reihe von persönlichen Eigenschaften, die man vielleicht mit dem Worte:Vorsicht ist die Mutter der Weisheit zusammen fassen könnte. Alles wissenschaftliche Tem­perament, alle Kühnheit fällt heute den Leitenden auf die Nerven. Ist es die Furcht vor einem Radikalismus unter den Lehrern der Hochschulen, ist es Neid auf ihre bislang so selbständige Stell­ung, ist es reaktionäre Gesinnung wir wissen es nicht. Aber das Wissen wir: unsere heutigen Privatdozenten müssen sehr fügsam sein, unsere Extraordinarien müssen manche wissenschaftliche Jugendsünde verleugnen, und beide müssen unendlich viele Kanossagänge machen, ehe ihnen das Ordinariat winkt. Und sind sie drin, ja dann kommen, die vielen anderen Rücksichten, und man will doch auch 'einmal Dekan und Rektor werden und zu normaler Zeit Geheimrat heißen und suo anno die übliche Dekoration erhalten, um nicht als Außenseiter zu gelten. Es ist ein System allmählicher Erziehung ÄurBesonnenheit", das da etabliert ist, und es scheint, als ob das von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Nun ist seit einigen Jahren der stille Einfluß des Zentrums hinzugekommen. Sein Ideal sind die Jesuiten-Anstalten: Heranbildung von gesinnungs­echten Kirchen- und Staatsdienern durch dementsprechende Lehrer. Mit den Lehrern hat man begonnen, mit den Lernenden fängt man nun an. Eine Freiheit will man allerdings nicht einschränken, die Freiheit, die die Herren oben meinen, die auch die alten römischen Staatslenker mit vollen Händen ansteilten: pentern et circenses, Esten, Trinken und die üblichen akademischenSpiels. Wie cs Herr Stadt vor 46 Jahren bei den Breslauer Preußen grübt und gesungen hat, so soll's auch heute noch sein. Nieman­dem fällt es ein, da etwas zu ändern. Sie mögen dieFrei- bert" mit vollen Zügen genießen, die zukünftigen Pastoren, Pädagogen, Richter, Staatsbeamten und Aerzte. Trinken sie, so revoltieren sie nicht: fechten sie, so polftisieren sie nicht. Ein probates Mittel, das mancher Schüler Metternichs schon mit Erfolg verwendet hat. Wir sollten ims aber freuen, wenn unsere akadenrische Jugend seit einiger Zeit begonnen hat, sich ernsteren Dingen zuzuwenden, und man sollte einzelne Miß­griffe dabei nicht so hoch anschlagen. Jedenfalls hat sie ein instinktives Gefühl für die von römischer Seite drohende Gefahr. Die ist tatsächlich vorhanden.

Der Krieg.

Rußlands neue Führer.

Nach Kuropatkin General Line witsch, nach dein Zauderer der Draufgänger, nach demMarschall Rück- wärts" derM a r s cha l l V o r w ä r t s". Wieder einmal wird von der Weisheit des Petersburger Kriegsrats ein neuer Weg eingefchlagen. Diese Ernennungen, Abberufungen vnd Gegener neunungen, sie erinnern in ihrer Nervosität und Haft an die unglücklichen Spieler in Monte Carlo, dieSystem" aufSystem" wechseln, das Glück zu er­jagen, und auf jede Manier außerordentlich prompt ver­lieren. Ob Gerleral Linewitsch der geniale Stratege ist, den die russischen Truppen im Osten brauchen, das muß sich bald zeigen. Seine persönliche Tapferkeit ist bekannt, sie hat ihm wiederholt Auszeichnunaen eingetragen. Aus den Geist der Mannschaften, der durch Kuropatkins Zögern ttud UnentWosienheu, seine Beschränkung aus Abwehr und

Ausweichen, sehr gelitten haben muß, wird der Wechsel im Oberkommando gi'mstig einwirken. Die Ernennung Line- witschs wurde denn auch, nach einem Petersburger Tele­gramm d'esBerl. Tagebl." mit großer Begeisterung aus­genommen. Nur handelt es sich auch hier wieder anscheinend um eine dervorläufigen" Maßregeln, die zur Spezialität der Petersburger Krieasleitung geworden sind. Der Plan ist keineswegs aufgegeben, daß ein Großfürst, vielleicht gar der Zar selbst, an die Spitze der neuen 400 000 Mann-Armee tritt. Jede Stunde kann, so wird demLokalanz." aus Petersburg berichtet, derartige Entschlüsse bringen. Das ist es ja eben, was die Russen rmmer tiefer ins Verderben führt: dies fortwährende Ent- schlußfaisen. Kein Führer ist sicher davor, plötzlich durch eine endgiltige Depesche des Zaren abberusen zu werden, keiner dagegen geschützt, daß Neid und Jutrigue ihn über Nacht zu Fall bringen. Der Zar an der Spitze des Heeres: der Gedanke hat etwas für sich vom Standpunkt der per­sönlichen Sicherheit des Selbstherrschers, die inmitten der Truppen größer ist als im heiligen Rußland. Für den Augenblick würde auch Wohl fcb Anwesenheit des Zaren bei der Armee anfeuernd wirken, später kämen viele hemmende Mcksichten in Betracht, z. B. auf den Gesund­heitszustand des Zaren. Und ob nicht die Eifersüchtelei unter den Generalen noch stärker sich regen würde, ist auch eine wohl aufzuwerfende Frage. Sicher ist einstweilen nur, daß Rußland den Krieg mit großen militärischen Mitteln fortzusetzen Willens ist. So wird allgemein die Abberufung KuropatkinS ausgefaßt. Aber wosinddiemateriellen Mittel zur Durchführung der großen Pläne? Hier fehlt noch immer die Antwort.

DiePetersb. Telegr.-Ag." meldet aus Tschantasou vom 17. März: General Kuropatkin reiste heute abend nach Petersburg ab. General Linewitsch übernahm das Amt des Oberbefehlshabers.

Ten letzten Meldungen zufolge wird das Oberkom­mando der mandschurischen Armee in folgender Weise verteilt werden: Ober st kommandierender Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch, Leiter der militärischen Operationen General Linewitsch, oberster Generalstabschef General Suchominow, Unterchef des Generalstabes Sacharow, Befehlshaber der 1. Armee Kaulbars, Befehlshaber der 2. Armee General Grie- p e n b e r g, Befehlshaber der 3. Armee General G ö r s ch e l- mann. Ter oberste Kriegsrat wird gebildet durch die Generale Dragomirow, Gradekow, Roop und Komarow.

Unter dem Vorsitz des Reichsratsmitglieds 05enerals Roop wurde eine Kommission zu dem Zwecke ernannt, die Bedingungen der Kapitulation Port Arthurs klarzulegen und über General Stössel zu Gericht zu sitzen.

Ein Privatkorrespondent meldet aus Petersburg: Die Abberufung Kuropatkins ruft in den weitesten Kreisen tiefste Befriedigung hervor. Die Ernennung Linewitschs wurde von der mandschurischen Armee mit großer Begeisterung ausgenommen. Von in formierter Seite wird versichert, daß Kuropatkin vor seinem Eintreffen einen Wink erhalten wird, nicht in Petersburg zu erscheinen, da man ihn hier nicht zu sehen und noch weniger seinen Aufenthalt wünscht. Die Abberufung Kuropatkins von seiner Stellung als Ober­kommandant der mandschurisch en Armee erfolgte unter Be­lassung der Würde als Generaladjutant des Zaren.

Betreffs der Mobilmachung wird vielfach die An­sicht ausgedrückt, daß es unmöglich fei, sie unter den jetzigen Verhältnissen durchznführen. Man wage es nich^ einmal, die aktiven Regimenter nach dem Kriegsschauplätze zu entsenden aus Besorgnis vor Unruhen. Trotzdem wird von gewisser Seite fortgesetzt versichert, daß Rußland ent­schlossen sei, den Krieg fortzusetzen bis zum endgiltigen Siege über Japan. Tie öffentliche Meinung ist jedenfalls gegen die Fortsetzung des Krieges und bringt dies offen zum Ausdruck. Man befürchtet daher, daß die Meinungs­verschiedenheiten, welche sich jetzt schon zwischen Volk und Behörden geltend machen, in noch schrofferer Weise zutage treten werden.

Tieling.

Marschall Chama berichtet: In Tieling befinden sich große Eisenbahn-Anlagen, ähnlich wie in Siauhang. Große Mengen von Proviant und Futter waren in der Nähe gelagert, wovon die Russen zwei Drittel ver­brannten. Die Beute ist groß aber noch nicht gezahlt. Zahlreiche! Gefangene wurden auf dem rechten Flügel gemacht. Die genaue Mzahl ist jedoch noch nicht gemeldet.

Die Filiale der r u s s i s ch - ch i n e s i s ch e n B a u k in Tieling wurde nach Kirin, die Filialen in Charbin und Wladiwostok nach Sibirien verlegt.

Mulden.

London, 17. März. Marschall Ohama und sein Stab zogen, wie au5 General Okus Hauptquartier gemeldet wird, vor­gestern durch das Südtor in Mulden ein. Viele bei Mulden lagernden Truppen bildeten mit den zerfetzten Fahnen in den Straßen Spalier. Die chinesischen Beamten begrüßten Ovama und Tausende Chinesen waren auf den Straßen. Die öffentlichen und viele andere Gebäude waren geschmückt. Tausende von japanischen Fahnen wurden, gehißt.

Rußlands Verwundete und Gefangene.

London, 17. März. DemDaily Telegraph wird ans Tokio gemeldet, es lei beschlossen, daß die giffangen-m russi­schen Offiziere, welche ihr bei der Entlassung aus der Gefangen­schaft gegebenes Ehrenwort brachen, dem Todesurteil

Einem amtlichen Beucht zufolge sind vom 26. Februar bis 14 März 1379 Verwundete und 433 erkrankte Offiziere, sowie 56 453 Mann verwundete und 4956 erkrankte Soldaten nach Charbin befördert worden. Ferner mußten in Mukden 800 schwer Verwrmdete zurück^lafsen werden.

Russische Manieren.

Brüssel, 17. März.Petit bleu" veröffentlicht einen Brief mls S h a n g h a i, in dem das Leben der russischen.

Offiziere in der Stadt geschildert wird. Die aus Port Arthur zurückgrkehrten russischen Offiziere, so heißt es.darin, betragen sich geradezu skandalös. Sie verbringen die Zeit in Gesellschaft von Frauenzim7nern. während die Soldaten Entbehrungen erdulden und kaum eine llnterkunft finden. Der Brieffchreiber fügt bmzu. es sei unerhört, daß die ruffi* scheu Behörden solche Z'.^^nde duldeten.

Kein Friede.

Petersburg, 17. März. TieNowoje SBremia" weist entschieden jeden Friedensvorschlag zurück rmd schreibt, Japan verlange IV» Milliarde Kriegsentick-äd'gung von Rrlßland und Frankreich wolle nach Londoner Meldungen das Geld herbei^ schaffen. Das sei aber nötig, da Rußland keinen Friede« brauche.

Das baltische Geschwader.

Tananarivo lMadagjaskar), 17. März. Das russische Geschwader, das bisher vor der Insel Nossi Bs lag, ging gestern nachmittag von dort mit unbestimmter Bestimmun-I in See.

Ausland in Sturm und Drang.

In Petersburg haben die Ausständigen die Arbeit wieder ausgenommen, nachdem die Streikkasse nur noch 30 bis 50 Sn*' pekeu pro Tag auszuzahlen vermochte.

In Warschau hat der Ausstand in mehreren Fabriken wieder begonnen.

Zur Unterdrückung der B au er n u n r u hen auf zwei Güe tem am P ei passee funweit Dorpat) an denen , einige hundert Bauern teiluohmen imb bei denen es zur Einäscherung von Gebäuden gekommen ist, ist Militär von Dorpat ausgerückt.

Am 17. März wurden in Sosnowice vier Oberrcal« schüler wegen revolutionärer Umtriebe verhaf» t e t. In den Huldschinsky'schen Rohrwalzwerken stellten die Ar- beiter bei Schichtbeginn die Arbeit ein, da sie mit den ihnen ge­machten Zuaestäudniffen nicht zuftiedeu sind. Es wurden aufS neue Verhandlungen mit der Verwaltung eingeleitet.

In Charkow wurden dirrch böswillige Brandstift­ung mehrere Magazine niedergebrauut. 9 Personen käme» dabei u m.

Im preußischen Abgeordnetenhause

bebaiierte am Freitag der Abg. v. Scheuckendorff (nl.b dast für das gewerbliche Erzielmngsweseu und für die Fortbild­ungsschulen weniger Mittel in den Etat eingestellt seien, als inü Vorjahre. R-dner bittet um Einführung einer all­gemeinen F a ch in sp e 11 i on für das gew erbl icke Untev- richtswefen sowie um eine Vermehrung der Handel-- und Gewerbeschulen für Mädchen, verbunden nrtl Haushaltungsschulen unb Lebrerinuenbildungs-Anstalten. Äbg. Pelisch (k.) tritt dafür ein, daß im Baugewerbe nur den geprüften Meistem das Halten von Lehrlingen gestattet sein sollte. Beim Etat der Eisenb^hnverwaltung fragt 9tbg. Kölle fb. k. F.) den Minister, ob nicht bei der günstigen Gestaltung der Eisen­bahnergebnisse es möglich sei, den Soldaten, welche auf Ur­laub nach Hause fahren und eine Fahrt übet 150 Kilometer zu- rückzulegen haben, einen Freifahrschein zu gewähren. Mg. Werner (Antis.) tritt für Besserstellung der Eisenbahnsekretäre, Bahnmeister unb Lokomotivführer ein. Abg. Goldschmidt 'fr. Vp.) erklärt, durch das patriarchalische VerhälMis, da­zwischen den Eisenbahnarbeitern und Angestellten unb ihrem Ehef bestehe, werden die Arbeiter nicht glücklich gemacht. Die große Zahl der Mitglieder der von oben protegierten Kranken­kasse ist nur auf den moralischen Druck zurückzuführen, der auf die Arbeiter ausaeübt wird. Minister v. Budde teilt mit, daß die Feriensonderz'''ge nach entfernteren Orten nicht beseitigt werden sotten. Die Züge nach den näheren Gegenden dagegen haben sich rentiert. Tw Kosten für Freikarten für beurlaubte Soldaten müßten, falls sie vom R"ich bewilligt würden, auch von Reichswegen getragen werden. Der Minister warnt davor, in die Kreise der Beamten Unzufriedenheit zu tragen. Hieran» wird der Etat bewilligt.

«FatfflimntarUdks aus Helsen.

R. B* Darmstadt, 17. März. Der SonderauS- schuß der zweiten Kammer für die Gemeinde st euer» rcform hielt gestern und heute in Gegenwart des StaatS- ministers Dr. Rotbe, des Finanzministers Dr. Gnauth und mehrere Räte Sitzungen ab, in denen eine General^ diskuffion über den umfangreichen Gesetzentwurf stattfand. Die Beratung darüber soll am nächsten Dienstag fortgesetzt werden. Heute vormittag mar auch der Gesetzgebung8- ausschuß unter dem Vorsitz des Abg. v. Brentano zur Beratung beisammen. Er erledigte u. a. die streitigen Punkte über die an den Ausschuß zurückgewiesene Vorlage der Re­gierung in betreff des Beerdigungswesens und beschäftigte sich emgehend mit dem Gesetzentwurf, betr. die Errichtung und Leitung von technischen Privatunterrichtsanstalten. Von den Abgg. Dr. Windecker, Damm und Hirschel wird bei Erörterung dieser Vorlage besonders nachdrücklich die Vor­stellung der Bürgermeisterei Friedberg vertreten, welche be­hauptet, daß bei Annahme des Gesetzentwurfs in seiner vor­liegenden Fassung die gedeihliche Weiterentrvickelung der Friedberger Anstalt ernstlich gefährdet werden würde. Weiter beriet der Ausschuß noch die Regierungsvorlage, betr. die Anstands-Vormundschaft re. Morgen, Samstag, kommt auch der Sonderausschuß für die Vorlage über die Landwirt­schaf t s k a m m e r wieder zusammen. Wie verlautet, ist ;wischen dem Ausschuß und der Regierung jetzt in den Haupt­sächlichsten Punkten eine Verständigung erzielt. Es sollen zur Landwirtschaftskammer aus jeder Provinz 15 Abgeordnete gewählt werden. Der Mindestbeitrag wurde auf 50 Pfennig festgeseßt. Am nächsten Dienstag tritt auch der vierte (Petiti o ns-) Ausschuß zur Beraiimg zusammen.

KvavgLÜsche Llrn-essynod^

R. B. Darmstadt, 17. März.

In der Heute um 9% Uhr eröffneten Sitzung sprach Syn. Hildebrand das Eingangsgebet.

Die

Beratung des Voranschlags

wird bei der y-eitern zurückgesteUten Pos. 14, Studien-