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18.2.1905 Zweites Blatt
 
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155» Jahrgang

T?r.

Samstag 18. Februar 1905

Zweites Blatt

es Blatt. iss. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

Erscheint tVgNch mit Ausnahme des Sonntags.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Unwersitätsdruckeret. R. Lange, Greß«,

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Rr. 51, Telegr.-Adr.r Anzeiger Gletzm.

DieOiehener Zamttlendlatter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^essischc Landwirt" erscheint monatlich einmal.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Zum Hess. Kememdeumlageu-Kefttzentmurf.

R. B. D armstadt, 17. Febr.

Tie jüngsten Verhandlungen des hessischen Handelskammer- tages, der fick', wie wir bereits berichtet, mit dem G eme i n derrml a g en - Gesetzentwurf im wesentlichen einverstanden erklärte, haben irr Ver­bindung mit der heutigen Erklärung des Kammerpräsidenten, er hoffe, die Materie lverde noch in der gegenwärtigem Kammer tagung ihre endgiltige Erledigung finden, die all­gemeine Aufmerksamkeit wiederum auf jenen Entwurf hingelenkt. Insbesondere muf; dabei auffallen, daß in Mainz gerade, auch der AbschnittGewerbesteuer", der in der Oeffentlimkeit sehr starke Anfechtung erfahren hat, ebenfolls als sachentsprechmd anerkannt und gutgeheißen wurde. Tas vielfache Verlangen, btc Bestimmungen eben dieses Abschnitts nmzugestalten und nach preußischem Vorbild neben dem Anlage- und Betriebskapital auch den Ertrag bei der Besteuerung zu berücksichtigen, ilt danut von einer wichtigen Jntercsfenvertrettmg unbeachtet. getanen worden, und bei dein Ansehen, das das Gutachten einer so hervor­ragende Körperschaft, wie der hessische Handelskammertag, immer haben wird, dürften a!uch die Verehrer des preußischen Vorbildes sich von neuem und ernster die Frage vorlegen müßen, ob denn jenes Vorbild wirklich so sehr zur Nachahmung reizt.

Da erscheint zur rechten Zeit ein Bericht einer Kommt mon des preußischen Abgeordnetenhauses, der sich mit einem von den beiden Frankfurter Landtagsabgeordneteir gestellten Antrag auf Abänder­ung des preußischen Gewerbesteuergesetzes befaßt und der uns von einem unserer Freunde zur Verfügung gestellt wurde. bedauern, ihn nicht wörtlich zum Abdruck bringen, zu können; er esnthält eine vernichtende Kritik I.enes Ge­setzes in bezug auf se ine Verwendbarkeit für die Zwecke der Gemeindcbesteucrung. Auszugsweise teilen wir aus dem Berichte folgendes mit:

Tie Abgg. Funk und O e s e r hatten zunächst beantragt, eine Abänderung des preußischen Gewerbesteuergesetzes- in die Weae zu leiten, durch die eine Erleichterung der unteren Klassen, die progressive Gestaltung der Steuer und Abzugsfähigkeit der Kapital- schulden gewährleistet würde. Tas letztere Verlangen war bereits vor der Verhandlung über den Antrag in der Kommission fallen gelassen worden. Zu der Abänderung des Gesetzes wies man in der Kommission darauf hin, daß eine große Anzahl der Gemeinden überhaupt nicht das gesetzliche Svstem der Gewerbesteuer besäßen, sondern sich autonome Gewerbesteuern gegeben hätten. In der letzten Zeit seieine erfreuliche Zunahme der Neigung der Gemeinden zur autonomen Regelung der Gewerbebesteuerung zu verzeichnen; in diese erfreuliche Entwicklung würde eine Aender- ung des Gewerbesteuergesetzes^ hemmend eingreifen; wenn etwas das preußische Gesetz für viele Gemeinden ungeeignet mache, so sei es die vorzugsweise Benutzung des letztjährigen Ertrages als Steuermaßstab; wolle man am Gewerbe st euerge setz re formieren, so müsse man darauf ausgehen, die Rolle des Ertrags als St euer maß stab zu gunsten stabilerer ,wie des Umlage- und Betriebskapi­tals und äußerer Merkmale mindestens stark zu­rückzudrängen, nimmermehr aber nach dem. Wunsche der Antragsteller den Ertrag noch 'mehr als heute schon in den Vorder­grund zu schieben."

Von anderer Seite wurde darauf aufmerksam gemacht, daß die Ztaatsregierung schon in der Ausführungsanweisung zu dem Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 das für die staat­liche Gewerbesteuer erlassene Gesetz vom 24. Juni 1891zur Ver­wendung für die Zwecke der kommunalen Gewerbesteuer als wenig geeignet bezeichnet habe; dort sei ausgeführt worden, daß die Gesichtspunkte, welche bei der kommunalen Besteuerung der ge­werblichen Betriebe wesentlich maßgebend sind die Vorteile, welche die Betriebe aus den Einrichtungen eines kommunalen Verbandes ziehen, und andererseits auch die Lasten, welche sie diesem Verbände aufbürden für die Veranlagung der Betriebe nach den Grundsätzen des Gewerbesteuergesetzes vom 24. Juni 1891 nicht bestimmend sind und daß sich in weiterer Folge hiervon die Erhebung kommunaler Gewerbesteuer in der Form von Zuschlägen zu der vom Staat veranlagten Gewerbesteuer grundsätzlich nicht empfehlen kann." Aus der Kommission hat sich ein Verteidiger der Vorzüge des gesetzlichen Systems nicht gefunden; die Kommission empfiehlt vielmehr nach eingehender Beratung dem Plenum einen Beschluß, die Regierung zu ersuchen, im Wege der Anregung dahin zu wirken, daß die Gemeinden mehr ats bisher auf eine gerechte, den kommunalen Bedürfnissen möglichst ent­sprechende Ausgestaltung der Gewerbesteuer Be­dacht nehmen. Die doch sicherlich aus hervorragenden Sach­verständigen zusammengesetzte Kommission stellt damit fest, daß ihr das System der Erhebung der Gewerbesteuer nach Anlage und Betriebskapital in Verbindung mit Ertrag, so wie es im preußischen Gesetz ge­regelt ist, für bie Gemeinde nicht geeignet s cheint, und sie will die Gemeinden deshalb durch die Regierung veranlaßt haben, in möglichst weitem Umfange dieses System nicht zur Anwendung zu bringen. Und ein im Nachbarlande so gründlich en Mißkredit stehendes Steuersystem sollten wir übernehmen, nur weil es preußisch ist?

Der Krieg.

Sstchetun, 16. Febr. (Petersb. TeleL-r.-Ag.) In der Südostmandschurei machten sich in den letzten Tagen Chun- chusenbandeu bemerkbar. Die Gesamtzahl der Chun- chusen nnd der Japaner wird auf 11000 Mann angegeben. Gegen die Japaner, die die Brücke int Norden von Gun- schulin überfielen, war unsererseits eine Abteilung aus­gesandt worden, welche zuerst deu Feind schlug, dann aber von ^wei Reiterregimentern, vier Jnfanteriekonr- pagnieu uno einer großen Chunchusenbande umringt und mit bedeutenden Verlusten, darunter ein Geschütz, zum Rück­züge genötigt wurde.

London, 17. Febr. Der Korrespondent des Reuter- schen Bureaus bei der Armee des Generals Oku telegraphiert über Fusan; Es scheint, daß wiederum eine russische Kavallerieabteilung gegen den linken Flü!-- g e l der Japaner in Tätigkeit getreten ist. Der völlige Fehlschlag der letzten Aktion der russischen Kavallerie läßt hier annehmen, daß auch von dem jetzigen Versuche toenig zu befürchten ist.

*

Nach der ,,'Dannst. Ztg." ist ein Telegrarnw der Kai­serin von Rußland am Großh. Hofe in Darmstadt eingetrofsen, wongch das hessische Hospital in den eingetroffen ist und dem 2. Armeekorps zugeteilt wurde.

Deutsches Reich.

Berlin, 17. Febr. Der Kaiser nahm gestern abend cm einem Diner beim Fürsten Plcß leit. Heute unternahm Se. Majestät den gewohnten Spaziergang im Tiergarten und besuchte später den Reichskanzler.

Sir Thomas Barclay, der frühere Präsident der englischen Handelskammer in Paris, sprach heute in der Ber­liner Handelskammer über die Handelsbeziehungen Deutschlands und Englands und betonte, er habe ge­sehen, wie gute Gefühl e für England hier herrschen. Die Hauptaufgabe sei es, falsche Ansichten, die sowohl hier, wie in England vorhanden seien, wegzuschaffen; dazu müsse die beiderseitige Presse helfen. Wenn gute Beziehungen er­zielt seien, müsse man sie durch Verträge sestmachen, wie es bereits zwischen England und Frankreich geschehen sei. Um etwas zu erreichen, müsse jeder Teil etwas geben. Geh. Kommerzienrat Herz dankte dem Redner. Die Mitglieder der Berliner Kaufmannschaft und der Jndustriekreise traten dann für freundschaftliche Handelsbeziehungen zwischen der deutschen und englischen Nation ein. Ein Regierungs- vertreter, Geh. Oberreg.-Rat Dr. Wendel st adt, be­grüßte die Bestrebungen Barclays und erklärte, die Deutschen seien friedfertig vom Scheitel bis zur Sohle.

Das Herrenhaus hat heute u. a. di« Hochwasser- Vorlage über die Oder-Regulierung nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses angenommen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 18. Februar 1905.

"Der zweite der vier Vorträge aus der Altertumswissenschaft wurde gestern von Herrn Pro- feffor Wünsch gehalten. Er führte Rom in Wort und Bild vor, wie es zur Zeit von Goethes italienischer Reise aussah. Besonders lehrreich waren die auch als Lichtbilder vortrefflich sich ausnehmenden Stiche römischer Veduten von Piranesi, weil sie nicht nur Rom darstellen, wie es damals war, sondern auch gezeichnet, wie man es damals sah. Im dritten Vortrage wird am nächsten Mittwoch, den 2 2. Februar Herr Professor Sauer die antike Malkunst in ihrer Entwickelung erläutern von den ältesten auf griechischem Boden gefundenen Freskobildern an bis zur klassischen Voll­endung. Wer die pompejanischen Wandgemälde, von Hand­werkern an die Wände behaglicher Bürgerhäuser gemalt, in ihrer bunten Lebensfreude und Anmut, in ihrer sicheren Kunst gesehen, wird gern die Gelegenheit nutzen, sich über diesen vom Schicksal übel behandelten Zweig antiker Kunst belehren zu laffen, zumal er mit dem geringen Eintrittsgelde wissen­schaftliche Reisen unserer Studenten ermöglicht.

** Stadttheater. Wir haben SudermannsHeimat" im vorigen Winter teilweise in derselben Rollenbesetzung wie gestern abend gesehen und besprochen. Diesmal kündigte der Theaterzettel ein Gastspiel von Fräulein Frieda Christophers en vom Neuen Theater in Berlin an, und man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß sie als neue Kraft für unser Stadttheater in Aussicht genommen ist. Darum hatte die Aufführung der alten Sudermannjchen Effektmache,'p je, je öfter man sie sieht, desto weniger .unsere geistige Teilnahme erwärmt, ein besonderes Interesse. Zu Herrn LinzenE Leistung als Oberstleutnant haben wir schon gelegentlich seines vorjährigen Auftretens bemerkt, daß der in der alchergebrachten Anschauung über den Wandel der Frau befangene starrköpfige Offizier a. D. nichts ge­winnt, wenn man.fein Alter und seine Gebrechlichkeit mehr als nötig in die Höhe schraubt. Was anHerrn Linzens Darstellung anZuerkennen bleibt; das ist das völlige Auf­gehen in seiner Rolle, das allerdings öfter zu heftige natura­listische Begleitäußerungen hervortust. Herr de Giorgj, der für die Rolle auch hätte in Betracht kommen können, würde vielleicht die Straffheit im Torr des alten Soldaten mehr hervorgehoben haben und auch besser zu der gestern durch Frl. Sand allzu jugendlich verkörperten Gattin gepaßt haben, die sich mit ihrem noch nicht von den Spuren des Alters gezeichneten Antlitz in der Bänderhaube der alten Dame ziemlich ftemd vorzukommen schien. Die Marie des Frl. Dülfer war im Hsarren und Hoffen von einer etwas übertriebenen, aber «gutgemeinten Beweglichkeit; ihre Tante Franziska würde von Frau Fischer mit vorzüglicher Komik wiedergegeben. Der Pfarrer H>esfterdingt des Herrn Lütt- johann wurde durch den ruhigen, schlichten Ton des Darstellers eine sympathische Persönlichkeit, und der Re­gierungsrat v. Keller' wurde in der Person des Herrn Di­rektor Stein götter der kalte Streber und Egoist, der der Künstlerin Magda bei ihrem Eintritt in die große Welt die erste, schlimme Erfahrung bereiten konnte. Ueber Frl. Christoiphersen möchten mir in ihrem In­teresse ein abschließendes Urteil nicht äußern. Sie bringt eme ante Vühnenerscheinung, ein angenehmes Organ nnd ein sehr selbstsicheres 'Auftreten mit, konnte aber den Ver­gleich mit unserer früheren ersten Heldin, Frl. Hohl, die als Magda allerdings eine sehr gute Leistung bot, nicht zu ihren Gunsten bestehen. Vielleicht liegt ihr Talent auf dem Gebiet der munteren, kecken Konversation, in welchem Frl. Christophersen gestern öfter als nötig sich bewegte, während das fein nüancierte Verhalten der Künstlerin bei der Wiederkehr ut das ihr fremd gewordene Vaterhaus nicht sorgsam genug zum Ausdruck kam. Auch die -Liebe zur Schwester und der das 5>erz der Heimkehrenden be­wegende Schmerz über die sich «öffnende Kluft zwischen ihrer Künstleranschauung und den Ansichten der väterlichen Auto­rität blieben etwas oberflächlich. Die noch zu erwähnenden Nebenrollen lagen in guten Händen. Dasgut besuchte Theater war mit der Aufführung zufrieden, denn es wurde lebhafter Beifall gespendet. A. G.

Evang. Bund. Wir machen unsere Leser nochmals auf den im Anzeigenteil angekündigten Familienabend des Evangelischen Bundes (morgen, Sonntag abend im Neuen Saalbau) aufmerksam.

*» Diebstähle. Von einem Fabrikarbeiter wurde gestern abend bei einem hiesigen Althändler ein Block Zinn im Werte von 23 Mk. zum Verkauf angeboten. Es stellte | sich heraus, daß der Mann das Zinn in der Fabrik gestohlen

hatte. Da der Mann heute auch die Arbeit einstellen un^ abreisen wollte, nahm sich die Polizei seiner an und brachte ihn in Untersuchungshaft. In der Zeit vom 4. bis: 6. lf. Mts. war einem hiesigen Hausburschen das Fahr­rad gestohlen worden. Heute sand sich das Rad in einemj Garten in ganz verrostetem Zustande wieder vor und wurde: dem Eigentümer wieder zugestellt. Am 13. lf. Mts. war einem Arbeiter auf einer Bierreise seine noch neue wertvolle Uhr abhanden gekommen. Die Uhr fand sich, bereits in dritter Hand, wieder vor, während noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte, wer der Dieb war.

K Heuchelheim, 17. Febr. In der Nacht vom 16.' auf den 17. d. M. wurde in der Kinzenbacher Mühle, vermutlich zwischen 4 und 5 Uhr morgens, aus einer un-j verschlossenen Stube eine schwere Geldtasche mit 5 Mk. In­halt und ein Notizbuch gestohlen. Der vermutliche Täter,,' ein Mann von ca. 30 Jahren, ist wahrscheinlich vom Bahnhof Gießen gekommen und ist jedenfalls auch wieder dahin zurück­gegangen.

§ Burkhards, 17. Febr. Der hochbetagte Kirchen-, diener Hainz beging dieser Tage mit seiner Frau das Fest! der goldenen Hochzeit. Die hiesige Schulklasse unter« der Leitung ihres Lehrers Ludwig sang dem Paar ein Lied, woraus Pfarrer Landmann eine Ansprache hielt und die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte.

X Breungeshain, 16. Febr. Heute hielt das Eisen« bahn-Komitee Schotten zur Ausbringung der Mittel zur Vor-^ nähme der Vermessungsarbeiten der projektierten Bahnlinie Schotten-Ulrichstein mit dem Gemeinderat hier und in den Nachbarorten eine Beratung ab. Die auf die hiesige« Gemeinde entfallende Quote wurde einstimnug bewilligt. Die^ Vermessungsarbeiten werden möglichst bald in Angriff ge­nommen werden. >

sd. Darmstadt, 17. Febr. Staatsminister Rothe ist infolge einer starken Erkältung seit einigen Tagen nicht in der Lage, das Zimmer zu verlassen, und hat daher auch den Kammerverhandlungen in dieser Woche noch nicht beiwohnen können.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und deck Nachbarstaaten. Der dienstälteste Gemeinderechüer m Oberheffen dürfte in Hattenrod bei Lich Rechner Schäfer sein, der jetzt 52 Jahre obiges Amt versieht. In Kürze will er nun das Amt abgeben; zu seinem Nachfolger wurde Land­wirt Albach bestimmt. Weil seine Eltern ihn nicht in die Fremde ziehen ließen, schoß sich der 17jährige Schlosser Joh.' Gunkelmann von Bi sch ass he im mit einem Revolver eine Kugel in den Kopf. Der Schwerverletzte wuade in das Nochushospital nach Mainz verbracht.

Kl eineTageschronik In Wien hat der 56jährigej pensionirte Major Josef Heimbach in seiner Wohnung nti einem Tobsuchtsanialle seineKöchin, welche schlafend nn Bette lag, mit einem großen Kochmesser überfallen und durch drea Stiche schwer verletzt. Der Major wurde einer Irrenanstalt übet- wiesen Mehrere Wiener Maler haben im Privatbentz von, Kunstsreunden Studien und Bilder gefunden, rvelche ihre gefäl schte> Signatur trugen. Die Künstler sind der Ansicht, baß es sich: dabei um eine p l a n m ä ß i g e F ä l s ch u rr g von Bildern bekannter Meister handelt. Dem2 e i p z i a e r Tagebl. zufolge ließ sich ein unbekannter Mann bei der Bahnüberbrückung beu Connewitz, an der sogenannteir Mohrenbrücke, voir dem Sonderzug^ ü b e r f a h r e zr, in dem der König von Sachsen von -.elpzrg, nach Altenburq slchr. - Wie jetzt jestgestellt ist, sind bei der Explosion des Unterseebootes A 5 bei Queenstown im Irland sechs Personen umgekommen Auf Veranlassrmg der Staatsanwaltschaft in Marseille verhaftete die Polizei ^auneri Baudouin, den Vorsitzenden der Anwaltskammer von ^>amt Prere. Wie die schles. Ztg. aus Petersburg meldet, herrscht dort.in bedenklicher Weise der Unterleibs-Typhus.^ -U6 Er-i krankungen sind vermutlich auf den Genuß schlechten ^rmkwayerN zurückzuführen. Gegenwärtig sind alle Krankenhäuser von ^ypbu-,-- kranken überfüllt. An einem Tage allein wurden über Todesfälle gemeldet.

Aerichtslaak.

Glognu, 17. Febr. Das Kriegsgericht ber 9. Division hat Major Zimmermann zu 8 Monaten Gefängnis und' Ausstoßung aus dem Hceere verurteilt, well er,,in das Schießbuch die schlechten Schüsse nicht cintragen lietf, um mr seine! Kompagnie zum zwcitenmale den Kaiserpreis zu erringens T^as Oberkriegsgericht in Posen lwb das Urteil auf und erkannto auf 6 Monate Festungshaft. z ... A

München, 17. Februar, Als sich der berr.hnlle, unlängst verstorbene Maler Franz v. Lembach von seiner ersten Gattrn, einer Gräfin Molkte, jetzt mit Dr. Schwenninger verheiratet, sch erd e« ließ, wurde ihm seine'ältere Tochter Marron, zugesprochem Die zweite Tochter lüitrbc der geschiedenen prau gelatsen, wahr­scheinlich aus Gründeir, welche in der ScheidungSafsäre selbst liegen. Nach dem Tode Lenbachs verlangte Frau Prof. Dr.Schw enmnger, daß ihr auch ihre Tochter Marion herausgegeben werde. Da dies verweigert wurde, kam es zur Klage. Jetzt hat die Zivilkammer des Landgerichts dem Verlangen der Frau Dr. Schwemunger statt ­gegeben. Wahrscheinlich wird die Sache noch an die höhere Instanz geheri. ,

Telephonischer Kursbericht.

4% Unsrar. Goldrente

4/i % äussere Argentinor

Tendenz: fest.

. 103.80

. 105.60

. 68.00

. 67.80

3V8% 3»/) IV,% 3°/n 3V8°/n

3/,% Oberhesflen .

4% Oesterr. Goldrcnte

40/ Italien. Rente , , . 41/,-6 Portugieser » . .

30/ Porte priesen. . . . .

1% C. Türken . . .

Türkenloso......

4°/o Uriech. Monopol.-Anl.

34.90 95.00

145 00 112.00 213.50 194.25 144.60s 160.30 165.25 139.80

17.25 191.50 258.00 247.00 214.00

3% Mexikaner . . 4ttzv/y Chinesen . . Electric. Sehnckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandii. Danr.stiidter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Ilandelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . Gottharilbahn . . . Lanrabütte .... Bochum ..... Harpener . . . . Staatsschatzscheinc ;

4*/ % Oesterr. Silbcrrento 100.90

" " . 100.40

. 102.30 . 91.85 . 102.35 . 91.40 . 100.60 . 99.70

. 102.10

F niikfnrt a. Ni., 18. Februar.

Reichsanleibe do.

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